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AMD Kursziel: Aufstufung und AI-Boom treiben Aktie über 220 Dollar

Die Aktie von Advanced Micro Devices, Inc. hat mit einem deutlichen Kurssprung auf 221,80 US-Dollar neue Fantasie beim AMD Kursziel entfacht. Analysten verweisen vor allem auf die starke Nachfrage nach Server- und KI-Chips als Treiber der aktuellen Neubewertung.

AMD Zentrale mit Fokus auf Rechenzentren und GPUs, Symbolbild für Analyse zum AMD Kursziel
Erwähnte Aktien
AMD AMD
$221.8 +6.79%
Stand: 21:32 MEZ

AMD Kursziel: Wie stark wirkt das Analysten-Upgrade?

Die Aktie von Advanced Micro Devices, Inc. kletterte zuletzt auf rund 221,80 US-Dollar und legte damit gegenüber dem Vortag um rund 6,8 Prozent zu. Auslöser ist eine Hochstufung auf “Overweight”, nachdem die Aktie zuvor nur mit einer neutralen Einstufung versehen war. Im Zuge dieser Neubewertung wurde ein AMD Kursziel von 270 US-Dollar genannt. Dieses Kursziel impliziert weiteres Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Niveau.

Im Mittelpunkt der positiven Einschätzung stehen die Grafikprozessoren und Server-Chips von AMD. Für das laufende Jahr wird im Serverbereich von nahezu ausverkauften Kapazitäten gesprochen. Die Erwartung, dass ein steigendes KI-Geschäft die Umsätze zusätzlich antreiben könnte, stützt die Annahme, dass das AMD Kursziel von 270 US-Dollar erreichbar bleibt, sofern die Nachfrage hoch bleibt.

AMD: Wie stark ist die Nachfrage nach Server- und KI-Chips?

Der Rückenwind für Advanced Micro Devices, Inc. kommt vor allem aus dem Datacenter- und KI-Segment. Die Nachfrage großer Cloud-Anbieter nach Server-CPUs wird als so hoch beschrieben, dass AMD im Jahr 2026 bei diesen Produkten weitgehend ausverkauft ist. Ähnliches gilt für die KI-Grafikprozessoren, die für 2026 im Wesentlichen vergeben sind. Zudem stehen mögliche Preiserhöhungen von 10 bis 15 Prozent im Raum, was die Marge zusätzlich steigern könnte.

Marktbeobachter verweisen außerdem auf schnell wachsende KI-Umsätze, die bei AMD im zweistelligen Milliardenbereich liegen könnten. Gleichzeitig gilt AMD als einer der wenigen ernstzunehmenden Herausforderer von Nvidia im KI-Segment. Nach einem Kursanstieg von rund 78 US-Dollar auf in der Spitze etwa 260 US-Dollar hatte die Aktie zwar eine Korrekturphase, doch aus technischer Sicht werden inzwischen wieder Kursbereiche um 220 bis 260 US-Dollar angesteuert. Das gestärkte Vertrauen in das Geschäftsmodell untermauert damit das aktuelle AMD Kursziel.

Fazit

Das jüngste Analysten-Upgrade, ein AMD Kursziel von 270 US-Dollar und die nahezu ausverkauften Kapazitäten im Server- und KI-Bereich bis 2026 zeichnen ein klar positives Bild für Advanced Micro Devices, Inc.. Die starke Nachfrage, mögliche Preiserhöhungen und die Stellung als KI-Herausforderer im Markt sprechen dafür, dass das AMD Kursziel mittelfristig erreichbar bleibt – auch wenn zwischenzeitliche Schwankungen bei der dynamisch gelaufenen Aktie einkalkuliert werden müssen.

Palo Alto Networks treibt KI-Security an – Nvidia & AMD

KURZ & KNAPP

Palo Alto Networks meldet starkes Wachstum im Bereich Next-Gen-Security und setzt mit der geplanten Übernahme von Chronosphere auf KI-gestützte Plattformlösungen. Die Branche erlebt einen Schub durch Künstliche Intelligenz, auch Wettbewerber wie CrowdStrike, Fortinet und Zscaler berichten von dynamischem Umsatzwachstum. Gleichzeitig bleibt Nvidia das Schwergewicht des KI-Zyklus, während neue Anbieter aus China wie Moore Threads technologische Konkurrenz aufbauen. Anleger beobachten zudem genau, wie sich AMD als Verfolger im KI-Chipmarkt positioniert.

Die US-Börsen beendeten die Woche mit leichten Gewinnen, getrieben von Tech- und KI-Werten, während der Kryptomarkt mit Bitcoin und Ethereum nach der Korrektur wieder fester tendiert. In den Schwellenländern rücken China und Indien als mögliche Profiteure einer für 2026 erwarteten Kapitalrotation in den Mittelpunkt. Parallel dazu sorgt der steigende Energiebedarf von KI-Rechenzentren für neue Impulse bei Infrastruktur-, Energie- und Nuklearwerten.

Asiens Märkte zeigen sich gemischt, mit leichten Gewinnen im Nikkei 225 und Unterstützung chinesischer Indizes durch heimische Halbleiterwerte wie SMIC. Geopolitische Spannungen – etwa US-Sanktionen gegen venezolanisches Öl oder mögliche Blacklists für chinesische Tech-Firmen – bleiben ein wichtiges Makrothema. Dazu kommen langfristige Trends wie die E-Mobilität in Norwegen, die Diskussion um Tiefseebergbau bei The Metals Company und eine mögliche Zins- und Währungswende, die den Euro gegenüber dem US-Dollar stützen könnte.

RÜCKSPIEGEL

Die US-Aktienmärkte gingen mit leichten Gewinnen ins Wochenende: Der S&P 500 legte um +0,08% auf 6.864 Punkte zu, der technologielastige NASDAQ 100 stieg um +0,25% auf 25.501 Punkte. Rückenwind kam vor allem von KI- und Cybersecurity-Werten; besonders auffällig war Nvidia (NVDA, $182,65, +3,93%), das den Technologie-Sektor nach oben zog. Am Kryptomarkt stabilisierte sich Bitcoin (BTC, $89.098,04, +1,07%) nach der jüngsten Korrektur, während Ethereum (ETHUSD, $3.029,14, +1,90%) ebenfalls freundlich tendierte.

In Asien zeigten sich die Börsen zum Wochenstart gemischt: Der japanische Nikkei 225 gewann +0,09% auf 50.480 Punkte, während der Hang Seng-Index in Hongkong um -0,17% auf 25.787 Punkte nachgab. Der chinesische China A50 legte um +0,53% auf 15.287 Punkte zu, unterstützt von einer anhaltenden Rallye bei heimischen Halbleiter- und Technologiewerten rund um Chinas Bestrebungen zur technologischen Unabhängigkeit. Die Aktien von SMIC profitierten im asiatischen Handel zeitweise mit Kursgewinnen von bis zu +6,3%, getrieben durch staatliche Förderfantasie und den Ausbau des heimischen KI-Ökosystems.

DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

Palo Alto Networks (PANW) – Wie stark trägt KI das Cybersecurity-Wachstum?

Palo Alto Networks (PANW) hat ein starkes Quartal vorgelegt, mit einem Umsatzplus von +16% und einem Ergebnis, das über den Erwartungen der Analysten lag. Besonders im Fokus steht der Bereich Next-Gen Security, in dem die jährlich wiederkehrenden Umsätze (ARR) um +29% auf 5,9 Milliarden Dollar kletterten. Parallel dazu stiegen die Remaining Performance Obligations (RPO) um +24% auf 15,5 Milliarden Dollar, was eine hohe Visibilität künftiger Umsätze signalisiert. Strategisch setzt Palo Alto Networks mit der angekündigten Übernahme der Observability-Plattform Chronosphere für 3,3 Milliarden Dollar in bar ein Ausrufezeichen, um KI-Workloads besser unterstützen zu können. Das Management verfolgt ein ambitioniertes Ziel und peilt bis 2030 einen ARR von 15 Milliarden Dollar an, was die Positionierung als zentrale Sicherheitsplattform im KI-Zeitalter unterstreicht.

Im Markttrend spielt Palo Alto Networks seine Stärken im Plattform-Geschäft aus: Anstatt zahlreiche spezialisierte Einzeltools zu nutzen, konsolidieren viele Unternehmenskunden ihre Sicherheitsarchitektur auf wenige große Anbieter, um Kosten und Komplexität zu senken. Davon profitiert Palo Alto mit seinem Land-and-Expand-Modell, bei dem das Unternehmen zunächst mit einem Modul beim Kunden startet und anschließend den Footprint sukzessive ausweitet. Durch die hohe Marktdurchdringung sammelt Palo Alto enorme Datenmengen, die das Training und die Qualität der eigenen KI-Sicherheitslösungen beschleunigen. KI wird damit nicht nur zum Produktfeature, sondern zum strukturellen Wettbewerbsvorteil, da bessere Modelle mehr Kunden anziehen und diese wiederum mehr Daten liefern.

Auch der Rest der Branche zeigt, wie stark KI derzeit als Wachstumstreiber für Cybersecurity wirkt: Fortinet (FTNT) meldete ein Umsatzplus von +14%, starke Billings und erfüllt seit fünf Jahren die “Rule of 40”, während CrowdStrike (CRWD) mit einem Umsatzwachstum von +22%, Rekord-Net-New-ARR von 265 Millionen Dollar und einer Bruttobindungsrate von über 95% glänzte – trotz eines Forward-KGV von 106, das die Aktie klar im Wachstums-Highend verortet. Zscaler (ZS) überraschte mit +26% Umsatzwachstum und einer freien Cashflow-Marge von 52%, während Cloudflare (NET) ein beschleunigtes Umsatzplus von +31% und RPO-Wachstum von +43% meldete. Für Anleger entsteht damit ein hochdynamisches Cluster an KI-getriebenen Security-Plattformen, in dem Bewertungsdisziplin wichtiger wird: Während Palo Alto Networks mit seiner Plattform- und Datenstärke die strukturellen Gewinnertrends adressiert, mahnen Einschätzungen wie der von Morningstar bei Titeln wie CrowdStrike und Cloudflare bereits zur Vorsicht bei der Bewertung.

Nvidia (NVDA) – Kommt 2026 der KI-Trade 2.0 mit neuer Konkurrenz aus China?

Nvidia (NVDA, $182,65, +3,93%) bleibt das definierende Unternehmen des aktuellen Bullenmarktes und treibt weiterhin Leitindizes wie den S&P 500 an, doch Strategen warnen vor einem Übergang in die Phase “KI-Trade 2.0”. In der ersten Phase stiegen nahezu alle Tech-Werte gleichzeitig, während für 2026 eine deutlich selektivere Marktphase erwartet wird. Belastungsfaktor für Nvidia ist, dass große Cloud-Anbieter und Hyperscaler zunehmend eigene Chips entwickeln, um die Abhängigkeit vom GPU-Marktführer zu reduzieren. Gleichzeitig tritt mit dem chinesischen Startup Moore Threads ein neuer Wettbewerber auf: Das Unternehmen hat mit Huashan und Lushan zwei KI-Chip-Generationen vorgestellt, deren Huashan-Chips laut CEO bei der KI-Inferenz besser als die Hopper-Serie (H100/H200) von Nvidia sein und zur Blackwell-Serie aufschließen sollen. Damit könnte der Bedarf chinesischer Firmen an Nvidia-Importen sinken, selbst wenn Exportgenehmigungen vorliegen.

Gleichzeitig bleibt das Ökosystem rund um Nvidia extrem stark: Experten verneinen eine KI-Blase nach Dotcom-Muster, da der NASDAQ mit einem KGV um 35 weit unter historischen Blasenniveaus liegt und Nvidia reale Produkte mit enormen Gewinnen liefert. Viele vermeintliche chinesische Konkurrenten wie DeepSeek bauen weiterhin auf Nvidia-Hardware und teilweise kopierten Code, was Zweifel an einem echten technologischen Aufholen nährt. Der Versuch von Moore Threads, mit der eigenen Softwarearchitektur Musa ein Äquivalent zu Nvidias CUDA zu etablieren, bringt zudem hohe Anpassungskosten für Entwickler mit sich. Im KI-Stack sehen Marktbeobachter Nvidia weiterhin als Kern, um den sich derivative Profiteure wie Marvell Technology (MRVL) gruppieren, das spezialisierte Halbleiter für Datenmanagement in großen KI-Plattformen liefert. Für Anleger bedeutet das: Der Fokus verlagert sich von einem breiten “Alles-kaufen”-KI-Trade hin zu gezieltem Stockpicking entlang der Wertschöpfungskette – mit Nvidia im Zentrum, aber wachsender Aufmerksamkeit für Verfolger wie AMD und Infrastrukturanbieter.

China & EM – Wird 2026 das Comeback-Jahr für Schwellenländer-Aktien?

Für 2026 mehren sich die Stimmen, die eine Rückkehr internationaler Investoren an die Börsen Chinas und anderer Schwellenländer erwarten, nachdem diese Märkte 2023 und 2024 vielfach als “uninvestierbar” galten. Strategen von Häusern wie Alpine Macro, OCBC und JP Morgan sprechen von einem möglichen “Strong Conviction Call” für China, da das Land parallel zur USA eine eigene technologische Sphäre in einer G2-Welt aufbaut. Drei Faktoren sollen das Vertrauen stützen: eine mögliche Bodenbildung nach vier Jahren Kontraktion im Immobiliensektor, eine Erholung des Konsumentenvertrauens sowie Entspannungssignale im Exportumfeld. Hinzu kommt, dass viele globale Portfolios extrem untergewichtet sind und schon kleinere Umschichtungen für massive Kapitalzuflüsse sorgen könnten, zumal die Geldpolitik der PBOC laut Prognosen von Bloomberg Economics mit weiteren Lockerungen von 10 bis 15 Basispunkten eher stützend wirkt. Parallel dazu wird für 2026 eine Fortsetzung der Outperformance von Schwellenländern gegenüber dem MSCI USA erwartet, getrieben von einem schwächeren US-Dollar und Bewertungsunterschieden: Während US-Aktien fast bei 2 Standardabweichungen über ihrem 10-Jahres-Schnitt handeln, liegen EM und Europa darunter.

China forciert gleichzeitig seine strategische Unabhängigkeit bei Halbleitern: Mit Anbietern wie Moore Threads, MetaX oder Biren Technology drängen zahlreiche Chip-Firmen an den Kapitalmarkt, um Milliarden für Forschung und Entwicklung einzuwerben. Das Pentagon reagiert darauf mit der Erwägung, weitere 19 chinesische Firmen – darunter DeepSeek und Unitree – auf eine Militär-Blacklist zu setzen, was die geopolitische Spannung im Technologiesektor weiter erhöht. Trotz technologischer Fortschritte bleiben Engpässe bei der Lithografie – etwa bei SMIC, das mehrere Generationen hinter TSMC zurückliegt – und bei der Software-Adaption als Ersatz für CUDA. Neben China wird auch Indien als struktureller Gewinner gesehen: Der Immobiliensektor soll 2025 institutionelle Investitionen von über 10 Milliarden Dollar anziehen, während das BIP mittelfristig um rund 7% wachsen könnte. Für Anleger rückt damit ein breiterer EM-Basket mit Schwergewichten aus China und Indien in den Blick, der von der erwarteten Dollar-Schwäche und einem globalen Rotationsprozess weg von hoch bewerteten US-Techs profitieren könnte.

Adani & Atomstrom – Wie KI-Rechenzentren eine neue Energiewelle lostreten

Der massiv steigende Energiehunger von KI-Rechenzentren wird zum Katalysator für eine neue Investitionswelle in Infrastruktur und Nuklearenergie. In Indien plant die Adani Group, bis 2030 mehr als 11 Milliarden Dollar in ihr Flughafengeschäft zu investieren – inklusive neuer Terminals und dem Ausbau der Wartungskapazitäten (MRO) – und visiert für 2027–2028 einen IPO der Flughafensparte an. Parallel dazu prüft Adani den Einstieg in den Bau kleiner modularer Kernreaktoren (SMR), wobei die staatliche Nuclear Power Corporation of India den Betrieb übernehmen soll. Diese Pläne sind eingebettet in eine breitere Strategie zur Modernisierung der indischen Infrastruktur, während das Land durch Reformen im Nuklear- und Versicherungssektor – inklusive der Zulassung von 100 % ausländischem Eigentum – weiteres Kapital anziehen will. Auf globaler Ebene wird GE Vernova als Teil des KI-Ökosystems genannt, da das Unternehmen Lösungen zur dezentralen Stromerzeugung direkt an Rechenzentrums-Standorten bereitstellt und so vom Boom neuer KI-CapEx profitiert.

Gleichzeitig erlebt der Nuklearsektor eine Renaissance, da einzelne KI-Rechenzentren inzwischen Leistungen im Gigawatt-Bereich benötigen, was dem Stromverbrauch ganzer Städte entspricht. Ein Beispiel dafür ist Oklo Inc., das auf kompakte Reaktoren setzt und trotz hoher Volatilität an der Börse als Teil eines langfristigen Makrotrends zur CO₂-armen Stromerzeugung und Energieunabhängigkeit gesehen wird. Neben Kernkraft rücken auch Geothermie, Solarenergie und großskalige Batteriespeicher – etwa von Anbietern wie Freyr Battery im Rahmen von Projekten wie der “Giga Arctic”-Fabrik – in den Fokus, um Stromspitzen der KI-Infrastruktur abzufedern. Energie wird zunehmend als Synonym für nationale Souveränität und wirtschaftlichen Überfluss verstanden, und Investoren suchen entlang der gesamten Lieferkette – von Erzeugung über Netzausbau bis zu Speichertechnologien – nach Profiteuren des KI-Booms. Für mittelfristig orientierte Anleger entsteht damit ein neues Themenfeld jenseits der klassischen Chipwerte, das stark von Regulierung, Projektfinanzierung und technologischem Fortschritt abhängt.

Bitcoin & Krypto – Ist der Ruecksetzer die Einstiegschance vor 2026?

Bitcoin (BTC, $89.098,04, +1,07%) hat nach seinem Allzeithoch über 120.000 Dollar eine Korrektur hinter sich und steht laut Experten vor einer möglichen nächsten Aufwärtsbewegung. Für den Jahreswechsel wird das aktuelle Kursniveau als interessante Einstiegsgelegenheit gesehen, da viele “Schwachhände” aus dem Markt gedrängt wurden und das Thema in der breiten Finanzpresse weniger präsent ist – oft ein klassisches Setup für neue Rallys. In einer Umfrage sprachen sich 65 % der befragten Anleger für einen Einstieg jetzt aus, während Gewinne aus Edelmetallen teils in Krypto-Werte umgeschichtet werden könnten. Strategen erwarten für 2026 drei dominante Trends: stärkere Zuflüsse von institutionellen Bilanzen, die zunehmende Dominanz von Perpetual Futures – aktuell bereits rund 60 % des Bitcoin-Volumens – und die großflächige Adoption von Stablecoins als Settlement-Layer im globalen Finanzsystem. Kursprognosen reichen dabei je nach Szenario bis 200.000 bis 250.000 Dollar je Bitcoin bis Ende 2026, getragen von wachsender regulatorischer Klarheit.

Auf Unternehmensseite positioniert sich Coinbase (COIN) mit seinem optimistischen Chief Legal Officer Paul Grewal als Profiteur dieser Entwicklung und setzt auf den geplanten “Clarity Act” in den USA, der eine klare Marktstruktur für Krypto-Assets schaffen soll. Banken beginnen, das Potenzial von Stablecoins zu erkennen und wollen zunehmend als Partner bei der Infrastruktur auftreten. Gleichzeitig entsteht mit Titeln wie CleanSpark (CLSK) ein Hybrid-Exposure: Der kostengünstige Bitcoin-Miner betreibt eigene Rechenzentren mit günstiger Energie und wandelt überschüssige Kapazitäten in KI-Rechenzentren um – eine Kombination aus Krypto- und KI-Story, die bei einem KGV von 8 bis 10 als vergleichsweise günstig gilt. Für Anleger verschiebt sich der Fokus damit weg von rein spekulativen Momentum-Trades hin zu strukturellen Profiteuren der institutionellen Krypto-Adoption, bei denen Infrastruktur, Regulierung und Energieeffizienz eine zentrale Rolle spielen.

KURZNEWS

  • Venezuela – Oelblockade: Die US-Regierung unter Donald Trump verschärft die Blockade gegen venezolanisches Öl und verfolgt mit der “Bella One” bereits den dritten Öltanker, um die Haupteinnahmequelle des Maduro-Regimes zu kappen. Während sanktionierte und nicht-sanktionierte Reedereien zunehmend verunsichert sind und Venezuela bei anhaltenden Exportbeschränkungen Ölquellen schließen müsste, profitiert Chevron von einer Sonderlizenz, die eine Fortsetzung der Produktion im Land erlaubt.
  • Chevron – Sonderrolle in Venezuela: Trotz verschärfter US-Sanktionen gegen venezolanische Ölexporte bleibt Chevron laut CEO Mike Wirth mit einer speziellen Lizenz ein zentraler Akteur im Land. Langfristig könnte ein politischer Wandel in Venezuela ein enormes Investitionspotenzial freisetzen, da das Land zwar über die weltweit größten Ölreserven verfügt, derzeit aber weniger als 1 % der globalen Nachfrage deckt.
  • US-Staedte – Migrationskosten explodieren: Die Migrationskrise belastet die Haushalte großer US-Städte massiv: New York City gab im Geschäftsjahr 2023 rund 1,47 Milliarden Dollar für Migrationsdienstleistungen aus, Chicago seit Oktober 2022 über 194 Millionen Dollar. Texas schätzt seine Kosten durch illegale Einwanderung auf 13,4 Milliarden Dollar und investierte über 148 Millionen Dollar, um Migranten in sogenannte “Sanctuary Cities” zu transportieren, was Experten als langfristig fiskalisch kaum tragbar einstufen.
  • US-Immobilien – Versicherungsluecken wachsen: In den USA ziehen sich große Versicherer wie State Farm und Allstate aus Risikostaaten wie Kalifornien, Louisiana und Florida zurück, da Klimarisiken Häuser teils unversicherbar machen. In zwölf Bundesstaaten haben sich die Durchschnittsprämien in den letzten Jahren mehr als verdoppelt, während Programme wie der kalifornische “Fair Plan” als Notfalllösung oft bis zum Sechsfachen der Standardtarife kosten und damit Druck auf einen Sektor ausüben, der 15–18 % des US-BIP ausmacht.
  • Tech-Sektor – Entlassungen trotz starker Konjunktur: Zu Beginn des Jahres 2024 setzt sich die Entlassungswelle bei US-Techkonzernen wie Google, Amazon, LinkedIn und Snap fort, obwohl die Gesamtwirtschaft robust bleibt und die Arbeitslosenquote bei nur 3,7 % liegt. Unternehmen priorisieren Profitabilität und verlagern Ressourcen in den Bereich Künstliche Intelligenz, während Stellenausschreibungen für Gen-AI-Jobs um +500 % gestiegen sind und klassische Softwarepositionen abgebaut werden.
  • Boeing – Qualitaetskrise haelt an: Boeing (BA) steht nach dem Türstopfen-Zwischenfall bei einer 737 MAX 9 weiter unter Druck, die Aktie liegt im Jahresverlauf rund -30 % zurück. Um die Qualitätsprobleme in den Griff zu bekommen, verhandelt Boeing über einen Rückkauf von Spirit AeroSystems, dem 2005 ausgegliederten Rumpfhersteller, während die FAA eine Ausweitung der 737-MAX-Produktion vorerst untersagt hat.
  • Spirit AeroSystems – Abhaengigkeit von Boeing: Spirit AeroSystems generierte 2023 etwa 70 % seines Umsatzes mit Boeing und leidet stark unter den gedrosselten Auslieferungsraten, die die Aktie in vier Jahren um über 60 % fallen ließen. Nach Entlassungsankündigungen von bis zu 450 Mitarbeitern meldete das Unternehmen durch neue Inspektionsprotokolle zwar eine Qualitätsverbesserung von 15 %, bleibt aber stark von einer Stabilisierung bei Boeing abhängig.
  • Carnival Corp – Kreuzfahrtboom traegt: Carnival Corp (CCL) sprang nach starken Quartalszahlen und der Wiederaufnahme der Dividende um fast +10 % nach oben. Kommentatoren wie Jim Cramer sehen den Kreuzfahrtanbieter als Schnäppchen im Segment zyklischer Konsumausgaben, da Carnival unerwartet stark von der Resilienz der US-Verbraucher profitiert und optimistische Ausblicke für das kommende Jahr gab.
  • FedEx – Fokus auf B2B zahlt sich aus: FedEx (FDX) überzeugte mit starken Quartalszahlen, die vor allem aus dem profitableren B2B-Geschäft stammen, inklusive einer dominanten Stellung bei Pharmalieferungen in den USA. Trotz Gegenwinds durch Zölle und Handelskonflikte mit China empfiehlt Jim Cramer, Rücksetzer zum Einstieg zu nutzen, da die strategische Neuausrichtung weg vom reinen Endkundengeschäft Früchte trägt.
  • Dell – Insiderkaeufe stützen Vertrauen: Dell (DELL) leidet unter steigenden Komponentenkosten, die auf die Margen drücken, bleibt aber für einige Marktbeobachter ein Kaufkandidat. Jim Cramer rät Anlegern, Kursschwächen im Bereich von 110–115 Dollar zu nutzen, zumal Gründer Michael Dell selbst Aktien zukauft und damit Vertrauen in die eigene Restrukturierungsstrategie signalisiert.
  • Goldman Sachs – Finanzriese outperformt Tech: Goldman Sachs (GS) hat mit einem Kursplus von rund +56 % in diesem Jahr viele der “Magnificent Seven” übertroffen. Das starke Wachstum im IPO- und M&A-Geschäft macht die Investmentbank laut Cramer zu einem der attraktivsten Finanztitel, da sie Tech-ähnliche Wachstumsraten bei vergleichsweise geringerem Risiko liefert.
  • Cura Oncology – Spekulativer Biotech-Gewinner: Cura Oncology (ehemals Kura Oncology) sorgte mit der FDA-Zulassung des Leukämiemedikaments Comzifty für Aufsehen und löste eine Meilensteinzahlung von 135 Millionen Dollar durch Partner Kyowa Kirin aus. Mit einer Barreserve von 745 Millionen Dollar und einer Marktkapitalisierung von nur rund 500 Millionen Dollar sehen Analysten in weiteren Indikationserweiterungen die Chance auf einen Milliardenmarkt, was die Aktie zu einem hochspekulativen, aber chancenreichen Biotech-Play macht.
  • Jacobio Pharma – Mega-Deal mit AstraZeneca: Das chinesische Biotech-Unternehmen Jacobio Pharma hat eine globale Exklusivlizenz mit AstraZeneca (AZN) für einen experimentellen PAN KRAS-Inhibitor geschlossen. Jacobio erhält zunächst 100 Millionen Dollar und könnte bei Erfolgen bis zu 1,915 Milliarden Dollar an Meilensteinen plus gestaffelte Lizenzgebühren vereinnahmen; Co-CEO Andrea Wang Gillum erwartet in vier bis fünf Jahren erstmals Profitabilität.
  • Tesla – Marktfuehrer in Norwegen: Tesla (TSLA) bleibt die beliebteste Automarke in Norwegen mit einem Marktanteil von 20 % und dem Model Y als meistverkauftem Auto 2023. Das bereits vor über einem Jahrzehnt aufgebaute Supercharger-Netzwerk – inzwischen auch für andere Marken geöffnet und mit V4-Schnellladern ausgestattet – sichert Tesla einen erheblichen Wettbewerbsvorteil bei Verfügbarkeit und Ladegeschwindigkeit.
  • Norwegen – EV-Paradies Europas: In Norwegen waren 2023 über 82 % der Neuwagen rein elektrisch und über 90 % inklusive Plug-in-Hybriden, womit das Land weltweit führend in der E-Mobilität ist. Steuerbefreiungen, vergünstigte Maut und Busspurnutzung sowie nahezu vollständig aus Wasserkraft stammender Strom haben diesen Boom getrieben, während nun der Ausbau städtischer Ladeinfrastruktur – etwa mit über 2.000 öffentlichen Ladepunkten in Oslo – im Fokus steht.
  • US-Autoreparaturen – Kosten laufen davon: Die Kosten für Wartung und Reparatur von Fahrzeugen in den USA sind zwischen 2013 und 2023 im Schnitt um +4,1 % pro Jahr gestiegen und damit deutlich schneller als die allgemeine Inflation von +2,8 %. Der durchschnittliche Kostenvoranschlag lag 2023 bei 4.721 Dollar, getrieben von komplexerer Fahrzeugtechnik, teureren Teilen, Fachkräftemangel und Lieferkettenproblemen – wobei Elektroautos teils besonders teuer in der Reparatur sind, auch wenn ihre laufenden Wartungskosten niedriger ausfallen können.
  • US-Einzelhandel – Retouren werden zur Milliardenschwere Last: US-Händler hatten 2023 mit retournierten Waren im Wert von 743 Milliarden Dollar zu kämpfen, was etwa 14,5 % der Verkäufe entspricht. Schätzungen zufolge entfallen rund 24,5 Milliarden Dollar auf Betrug; viele Händler führen deshalb Rücksendegebühren ein oder nutzen Dienstleister wie The Retail Equation, um das Rückgabeverhalten zu überwachen – ein Vorgehen, das Datenschutzdebatten und Klagen auslöst.
  • Monster Beverage – Langfristiger Rendite-Koenig: Monster Beverage (MNST) gilt als eine der erfolgreichsten Aktien der vergangenen 30 Jahre mit einer Rendite von etwa 200.000 %, ausgehend von der Übernahme des damaligen Hansen Natural aus der Insolvenz. Mit einem Umsatz von 7 Milliarden Dollar im Jahr 2023 – und der Aussicht, 2024 die 8-Milliarden-Marke zu überschreiten – sowie einer strategischen 20-%-Beteiligung von Coca-Cola demonstriert Monster, wie stark langfristige Outperformance auch außerhalb des klassischen Tech-Sektors möglich ist.
  • Nescafe – Kaffeeriese gegen den Klimawandel: Nescafe ist mit einem Jahresumsatz von 11,6 Milliarden Dollar das größte Kaffeesegment von Nestlé und die drittgrößte alkoholfreie Getränkemarke der Welt. Um die Versorgung zu sichern, arbeitet Nestlé mit über 100.000 Farmern zusammen und investiert mehr als 1 Milliarde Dollar in Nachhaltigkeit und regenerative Landwirtschaft, da steigende Temperaturen bis 2050 bis zu 50 % der heutigen Kaffeeanbauflächen bedrohen könnten.

IM BLICKPUNKT

  • Analysten zu AMD: Experten sehen AMD (AMD) als Top-Verfolger von Nvidia im KI-Bereich und erwarten nach dem charttechnischen Ausbruch über 200 Dollar weiteres Kurspotenzial. Das Konsenskursziel liegt bei rund 286 Dollar, einige Stimmen trauen der Aktie bis 2026 Kurse um 320 Dollar zu – ein Aufwärtspotenzial von etwa +50 % gegenüber dem aktuellen Niveau.
  • Analysten zu Alphabet: Nach einem starken zweiten Halbjahr hat Alphabet (GOOGL) den erwarteten Kursanstieg von rund +50 % bereits weitgehend vollzogen. Marktbeobachter rechnen nun mit einer technischen Korrektur von etwa 20 %, sehen aber im Bereich von 240–250 Dollar attraktive Wiedereinstiegschancen und erwarten einen Favoritenwechsel innerhalb der “Magnificent Seven” zugunsten von Werten wie AMD.
  • Analysten zu Nvidia: Trotz wachsender Konkurrenz und einer gewissen Nachrichtenrotation hin zu Verfolgern wie AMD bleibt Nvidia (NVDA, $182,65, +3,93%) laut vielen Experten langfristig attraktiv. Verkäufe von Softbank in Nvidia-Beteiligungen dienen vor allem der Liquiditätsbeschaffung für Engagements wie die 22,5 Milliarden Dollar schwere Unterstützung von OpenAI, während Engpässe bei der Verfügbarkeit von Blackwell-Chips kurzfristig Chancen für Wettbewerber eröffnen.
  • Analysten zu Gold & Silber: Gold und Silber haben neue Rekordstände markiert, mit Gold über 4.381 Dollar je Unze und Silber in Richtung 70 Dollar. Analysten sehen kurzfristig zwar Konsolidierungsgefahr nach der Rally, langfristig werden jedoch Kursziele von 4.450–4.460 Dollar für Gold und über 100 Dollar für Silber diskutiert, was als Misstrauensvotum gegenüber dem US-Dollar interpretiert wird.
  • Analysten zu EUR/USD: Für das Währungspaar Euro/US-Dollar erwarten Devisenstrategen eine anhaltende Dollar-Schwäche, was den Euro stützen dürfte. Kurzfristig wird ein Anlauf auf das Jahreshoch knapp unter 1,19 US-Dollar erwartet, mittelfristig sehen einige Experten neue zyklische Hochs im Bereich von 1,20–1,22, wobei das aktuelle Niveau um 1,1720 als “Abschussrampe” beschrieben wird.
  • Analysten zu Marvell Technology: Marvell Technology (MRVL) wird als essenzieller Baustein im KI-Tech-Stack gesehen, da das Unternehmen spezialisierte Halbleiter für Datenspeicherung und -management großer KI-Plattformen liefert. Nach einer starken Volatilität – von einem Hoch bei 130 Dollar auf 55 Dollar und anschließender Erholung – empfehlen Analysten wie Adam Johnson die Aktie als “Must-Own”-Name im KI-Ökosystem.
  • Analysten zu CleanSpark: CleanSpark (CLSK) wird als attraktives Hybrid-Investment zwischen Bitcoin-Mining und KI-Infrastruktur hervorgehoben. Mit einem KGV von nur 8–10 und der Strategie, eigene, günstig betriebene Rechenzentren teilweise in KI-Center umzuwandeln, sehen Analysten in CleanSpark ein vergleichsweise günstig bewertetes Vehikel, um sowohl am Krypto- als auch am KI-Boom zu partizipieren.
  • Analysten zu Oklo Inc.: Oklo Inc. (OKLO) wird im Kontext des KI-getriebenen Energiehungers als spekulativer Profiteur der Renaissance der Kernenergie betrachtet. Trotz Bedenken über aktuell fehlende Profitabilität und die hohe Volatilität der Aktie verweisen Analysten auf das langfristige Potenzial kompakter Reaktoren für Rechenzentren im Gigawatt-Bereich und sehen ein Investment als Wette auf einen 5- bis 10-jährigen Strukturtrend zur CO₂-armen Stromversorgung.
  • Analysten zu The Metals Company: The Metals Company (TMC) steht im Mittelpunkt der Debatte um Tiefseebergbau zur Sicherung kritischer Mineralien für Batterien und Re-Industrialisierung. Analysten betonen, dass neben der technologischen Machbarkeit vor allem regulatorische und ökologische Risiken entscheidend sind; gelingt der Spagat, könnte TMC von der Onshoring-Strategie der USA profitieren, sofern Kostenparität zum konventionellen Bergbau erreicht wird.


NVIDIA: H200-Deal mit Trump bewegt Markt – AMD & Bitcoin

KURZ & KNAPP

NVIDIA steht mit dem von Präsident Trump abgesegneten H200-Export nach China im Mittelpunkt, inklusive 25%-Abgabe an den US-Staat. Gleichzeitig diskutiert der Markt die Auswirkungen strenger Auflagen aus Peking und möglicher Margendruck. Parallel dazu ziehen Bitcoin und Ethereum vor der erwarteten Fed-Zinssenkung deutlich an. Die Nachricht, dass PNC als erste große US-Bank direkten BTC-Spot-Handel anbietet, sorgt zusätzlich für Gesprächsstoff.

An den US-Börsen dominierte Zurückhaltung, während S&P 500, Nasdaq 100 und Dow Jones nur leicht ausschlugen und das Volumen unter dem Durchschnitt blieb. Im Mediensektor läuft der Milliardenpoker um Warner Bros. Discovery zwischen Netflix und Paramount Skydance. Rohstoffe wie Silber markieren Rekordstände, während Gold seitwärts mit bullischem Unterton handelt.

Der DAX hält sich komfortabel über 24.000 Punkten, getragen unter anderem von starken Rheinmetall-Aktien. Makroseitig richtet sich der Blick auf die anstehende Fed-Zinsentscheidung und die Tonlage von Jerome Powell. Zusätzlich rücken die nächste Sitzung der Bank of Japan sowie ein möglicher Mega-IPO von SpaceX in das Blickfeld der Marktteilnehmer.

RÜCKBLICK Handelstag

DEUTSCHLAND EUROPA

Der DAX behauptete sich den zweiten Handelstag in Folge komfortabel über der Marke von 24.000 Punkten und schloss bei knapp über 24.100 Zählern, ein moderates Plus von rund +0,3%. Eine echte Jahresendrallye ist damit noch nicht gestartet, aber auch nicht vom Tisch – die Marktteilnehmer agieren angesichts der anstehenden Fed-Entscheidung überwiegend von der Seitenlinie. Unter den Einzelwerten ragte Rheinmetall mit einem Kursgewinn von etwa +4% heraus, gestützt von Berichten über Rekord-Rüstungsaufträge des Bundestags im Volumen von rund 52 Milliarden Dollar.

USA

In den USA verlief der Handel ruhig: Der S&P 500 beendete den Tag nahezu unverändert leicht im Minus, während der Nasdaq rund +0,2% zulegte und der Dow Jones etwa -0,3% nachgab. Der Nasdaq 100 kam auf ein kleines Plus von gut +0,1%, bei einem Handelsvolumen, das beim S&P 500 rund 14% unter dem 30-Tage-Durchschnitt lag – ein klares Zeichen des Abwartens vor dem Fed-Beschluss. Futures auf S&P und Nasdaq tendierten zum europäischen Abend hin seitwärts, mit minimalen Ausschlägen um die Nulllinie.

MAKRO

Makroseitig stützten besser als erwartete JOLTS-Daten mit einem Anstieg der offenen Stellen auf ein Fünfmonatshoch die Stimmung, während die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe um die Marke von 4,15–4,2% pendelte. Der Russell 2000 zeigte sich etwas dynamischer und bleibt damit ein sensibler Risikoindikator für kleinere, kreditabhängige Unternehmen. Am Devisenmarkt hielt sich der US-Dollar-Index (DXY) robust; viele Investoren warten auf ein mögliches Schwächesignal des Dollars, das als Startschuss für eine breitere Risiko-Rallye – inklusive Kryptos – interpretiert werden könnte.

WAS HEUTE WICHTIG WAR

Wie groß ist Trumps H200-Deal für Nvidia und den China-Markt wirklich?

Der von Präsident Trump abgesegnete Export-Deal erlaubt Nvidia (NVDA), seinen H200-KI-Chip wieder an genehmigte Kunden in China zu liefern – im Gegenzug fließen allerdings 25% der Umsätze direkt in die US-Staatskasse. Operativ ist das zunächst ein klar positives Signal, denn die China-Erlöse von Nvidia waren zuletzt faktisch bei 0% des Umsatzes; Analysten wie Wells Fargo schätzen, dass China perspektivisch 10–20% zum Konzernumsatz und in ähnlicher Größenordnung zum Gewinn beisteuern könnte, ohne dass diese Beiträge bisher in den Modellen eingepreist sind. Der Jubel an der Börse bleibt dennoch verhalten: Die Nvidia-Aktie schwankte intraday zwischen leichten Gewinnen und Verlusten, denn Peking kontert mit strengen Auflagen – jedes chinesische Unternehmen muss nachweisen, dass es keine heimische Alternative hat, bevor es H200-Chips importieren darf, was Volumen und Margen begrenzen könnte. Hinzu kommt, dass der H200 zwar Nvidias zweitstärkster Chip ist, während die neuesten High-End-Generationen Blackwell und Rubin weiterhin strengen Exportverboten in Richtung China unterliegen und damit den technologischen Vorsprung der USA politisch abgesichert halten. Strategisch steht Nvidia damit vor der Frage, ob es knappe Rechenkapazität lieber als H200 zu niedrigeren Margen in China absetzt oder höhermargige Systeme in anderen Regionen priorisiert – all dies vor dem Hintergrund zunehmenden Wettbewerbsdrucks durch kundenspezifische KI-Chips, etwa die von Broadcom für Googles TPU, sowie eigene Lösungen großer Hyperscaler. Für den gesamten US-Chipsektor ist relevant, dass die 25%-Abgabe nicht nur für Nvidia, sondern auch für AMD, Intel und andere US-Hersteller gelten soll, was kurzfristig zwar zu leicht höheren Gewinnschätzungen durch die Rückkehr des China-Geschäfts führen dürfte, mittel- bis langfristig aber die politische Eingriffstiefe und damit das Bewertungsrisiko der gesamten Halbleiterbranche unterstreicht.

Warum drehen Bitcoin und Ethereum vor der Fed-Entscheidung auf?

Bitcoin hat sich nach einem November-Einbruch von rund 20% wieder deutlich erholt und die Zone um 90.000–94.000 Dollar zurückerobert, während Trader kurzfristige Spikes in Richtung 98.000–101.000 Dollar ins Visier nehmen – getrieben von einem Wyckoff-Accumulation-Szenario mit einem potenziellen PS-Punkt um 99.000 Dollar. Die Rallye läuft vor dem Hintergrund einer mit etwa 90–95% eingepreisten Fed-Zinssenkung um 25 Basispunkte, wobei viele Krypto-Anleger vor allem auf Signale zu künftiger Liquidität achten und im Falle ausbleibender Lockerung ein Crash-Szenario einkalkulieren. Besonders auffällig ist, dass Ethereum in den vergangenen drei Wochen konsequent besser lief als Bitcoin: In Aufwärtsphasen lag ETH typischerweise 1–2 Prozentpunkte vorne, in Abwärtsbewegungen fielen die Verluste geringer aus, sodass die ETH-Performance die Bitcoin-Dominanz sichtbar drückt. Zuletzt sprang Ether um etwa +8,4% auf knapp 3.400 Dollar und durchbrach damit markante Widerstände; aus technischer Sicht rückt nun die Zone um das Golden-Pocket-Retracement zwischen ca. 3.260 und 3.440 Dollar in den Fokus, deren Überwinden den Weg zu höheren Niveaus öffnen könnte. Fundamentalen Rückenwind bekommt der Markt durch die wachsende institutionelle Adoption: PNC als erste große US-Bank ermöglicht vermögenden Kunden direkten Spot-Handel mit Bitcoin innerhalb der eigenen Plattform, was die Integration digitaler Assets in traditionelle Vermögensstrukturen vorantreibt. Gleichwohl warnen erfahrene Marktteilnehmer, dass die „Glory Days“ von Tausenderprozent-Renditen vorbei seien und Anleger sich auf volatilere, aber im Mittel moderatere Ertragsprofile einstellen müssten – insbesondere, wenn die Fed zwar schneidet, aber keine neue Liquiditätsoffensive startet.

Wie eskaliert der Milliardenpoker um Warner Bros. Discovery zwischen Netflix und Paramount?

Im Übernahmekampf um Warner Bros. Discovery (WBD) treffen zwei sehr unterschiedliche Strategien aufeinander: Netflix (NFLX) bietet rund 27,75 Dollar je Aktie (davon 23,25 Dollar in Cash und 4,50 Dollar in Aktien) für Studios- und Streaming-Assets im Volumen von gut 83 Milliarden Dollar, während Paramount Skydance mit einer feindlichen Offerte von 30 Dollar in bar pro Aktie das gesamte Konglomerat inklusive Kabelsendern wie CNN auf über 108 Milliarden Dollar bewertet. Netflix zielt klar auf Content-Bibliothek und Studio-Kapazität, um seinen Marktanteil bei Premium-Streaming-Stunden von aktuell etwa 8% in den USA auf zunächst 9% auszubauen und langfristig näher an YouTube mit 13% TV-Marktanteil heranzurücken – gleichzeitig versucht der Dienst, gegenüber Kartellwächtern darauf zu verweisen, dass YouTube in der aufs „Premium-Scripted“-Segment verengten Regulierungslogik gar nicht erscheint. Paramount dagegen will „die ganze Enchilada“: Warner, HBO, Discovery, CNN und die Kabelnetze, um gemeinsam mit Skydance einen schlagkräftigen Challenger aufzubauen, der mit Hilfe generativer KI günstiger Content produzieren und über Werbeplattformen effizient skalieren kann; finanziert wird die Offerte von einem Bündnis aus Staatsfonds aus dem Nahen Osten, Milliardären und unter anderem Jared Kushners Vehikel Infinity Partners, was der Transaktion eine deutliche politische Note verleiht. Auf der Warner-Seite gilt Netflix bislang als stabilerer, strategisch besser passender Käufer, doch der deutliche Baraufschlag von Paramount und die Aussicht auf einen kombinierten Marktanteil von etwa 14% im Premiumsegment erhöhen den Druck auf den WBD-Vorstand, das höhere Gebot ernsthaft zu prüfen. Gleichzeitig warnen Analysten wie Needham, Netflix riskiere mit WBD einen „Anker“ in einer durch generative KI beschleunigten Zukunft: Die Integration von zehntausenden Mitarbeitern eines eher hierarchischen, risikoscheuen Studiokonglomerats könnte Reaktionsgeschwindigkeit und Innovationskraft des Streaming-Pioniers genau zu dem Zeitpunkt bremsen, in dem KI Produktions- und Werbezyklen auf Wochen verkürzt.

Wie heikel ist die bevorstehende Fed-Zinssenkung im Umfeld politischer Einflussversuche?

Die Märkte gehen nahezu geschlossen davon aus, dass die Federal Reserve am Mittwochabend den Leitzins um 25 Basispunkte senkt, womit der seit 2024 laufende Lockerungszyklus insgesamt rund 175 Basispunkte umfasst und die Fed laut einigen Beobachtern von einem klar restriktiven Niveau in die „Außenbezirke“ der neutralen Zone überführt. Strittig bleibt jedoch, wo der neutrale Realzins liegt: Ökonomen wie Larry Lindsey verorten ihn um 1% (bei derzeit ca. 2,8% Core-PCE und 3,8% Fed Funds), während andere angesichts einer „Kuchenform“-Wirtschaft – lockere Bedingungen für Wall Street, anhaltend straffe für Main Street und kleinere Unternehmen – argumentieren, die Geldpolitik sei für den unteren Einkommensbereich weiterhin restriktiv. Zugleich sendet der Datenmix widersprüchliche Signale: Während JOLTS, wöchentliche Erstanträge und NFIB-Indikatoren zuletzt eine gewisse Arbeitsmarktstärke signalisierten, deuten ADP-Zahlen mit einem Beschäftigungsabbau von 32.000 Stellen im Privatsektor und ein unter 50 verharrender Beschäftigungsindex im ISM-Dienstleistungssektor auf einen schleichend schwächeren Jobmarkt hin – eine Konstellation, in der die Fed zwischen Inflation (Superkern-PCE um 3,3%) und Wachstum balanciert. Brisant wird die Lage zusätzlich durch Politik: Präsident Trump hat offen erklärt, sein künftiger Fed-Chef – Favorit ist der als loyal geltende Kevin Hassett – müsse bereit sein, die Zinsen weiter zu senken, während zugleich neue Zölle ab 2026 die Verbraucherpreise nach oben treiben könnten; dieser „Hassett-Trade“ stößt auf die disziplinierende Gegenmacht der Anleihemärkte, wo die 10-jährigen Renditen jüngst wieder über 4% gestiegen sind. Erschwert wird die Navigation für die Notenbanker außerdem durch einen temporären „Datenblindflug“: Aufgrund administrativer Verzögerungen liegen seit zwei Monaten weder frische Arbeitsmarkt- noch Inflationsdaten im gewohnten Takt vor, wodurch die Signalwirkung von morgen nicht nur in der tatsächlichen Senkung, sondern vor allem in Powells Tonlage und möglichen Andeutungen zu QE-Rückkehr und dem Zins-Pfad 2026 liegt – mit unmittelbaren Implikationen für Zins-sensible Assets wie Tech, Gold und Bitcoin.

Warum wird SpaceX zum wertvollsten Musk-Asset und was bedeutet ein Mega-IPO für Anleger?

SpaceX ist zur wichtigsten Quelle von Elon Musks Vermögen aufgestiegen: Ein geplanter Sekundäranteilsverkauf bewertet das nicht-börsennotierte Raumfahrt- und Satellitenunternehmen mit rund 800 Milliarden Dollar, womit Musks geschätzter 40%-Anteil über 320 Milliarden Dollar wert wäre und sein Gesamtvermögen auf mehr als 620 Milliarden Dollar steigen könnte. Parallel dazu bereitet SpaceX laut Medienberichten einen Börsengang für das Jahr 2026 vor, bei dem mehr als 30 Milliarden Dollar frisches Kapital eingesammelt und eine Gesamtbewertung von etwa 1,5 Billionen Dollar angestrebt werden – damit würde sich SpaceX in die Nähe der Rekord-IPO-Größenordnung von Saudi Aramco schieben und schlagartig zu einem der höchstbewerteten börsennotierten Unternehmen der Welt aufsteigen. Für Investoren ist dies in zweierlei Hinsicht relevant: Zum einen wird damit sichtbar, dass Musks Vermögensschwerpunkt sich deutlich von Tesla (TSLA) zu SpaceX verlagert hat, was die Sorge mancher Tesla-Aktionäre bestätigt, der Unternehmer könnte andere Projekte – etwa SpaceX, The Boring Company oder humanoide Robotik – strategisch höher priorisieren. Zum anderen dürfte ein SpaceX-IPO dieser Größenordnung enorme Kapitalströme im globalen Aktienmarkt auslösen, da große Institutionelle neue Allokationen in den Sektor „New Space & Konnektivität“ vornehmen und dafür Mittel aus bestehenden Wachstums- und Tech-Positionen umschichten müssten, was kurzfristig Bewertungsdruck auf etablierte High-Growth-Namen bringen kann. Gleichzeitig könnte ein liquider SpaceX-Referenzkurs als Bewertungsanker für andere Musk-Vehikel dienen und den Druck auf Tesla erhöhen, seine Rolle im „Elon-Universum“ klarer zu definieren – sei es als EV-Hersteller, als Robotik-/AI-Play oder als Cash-Generator zur Mitfinanzierung anderer ambitionierter Projekte.

KURZNEWS

  • Rheinmetall-Aktien stiegen um rund +4%, nachdem Berichte über geplante Rekord-Rüstungsaufträge des Bundestags im Volumen von etwa 52 Milliarden Dollar für deutsche und europäische Verteidiger die Fantasie der Anleger neu entfachten.
  • Micron Technology (MU) erhielt von der Deutschen Bank trotz einer Jahresperformance von bereits +193% ein auf 280 Dollar angehobenes Kursziel und ein klares Kaufvotum – Begründung ist ein weiterhin intakter Speicher- und KI-Superzyklus.
  • Broadcom (AVGO) bleibt laut Rosenblatt mit einem Kursziel von 440 Dollar ein Favorit im KI-Infrastruktur-Segment; Spekulationen, Microsoft könne mehr eigenes KI-Chipgeschäft in Richtung Broadcom verlagern, stützen die Story zusätzlich.
  • Home Depot (HD) gab auf dem Investorentag einen vorsichtigen Ausblick mit erwarteten vergleichbaren Umsätzen von 0–2% für 2026 und knüpfte ein mögliches Wachstum von 5–6% explizit an eine Verbesserung des US-Housing-Markts – die Aktie reagierte vorbörslich mit Abgaben.
  • Toll Brothers (TOL) meldete gemischte Zahlen und einen verhaltenen Ausblick für 2026 mit niedrigeren Auslieferungen und Margen; die auf das Luxussegment fokussierte US-Hausbaufirma verlor im nachbörslichen Handel bis zu -5% und verstärkte so die Sorge um eine zähe Immobilienerholung.
  • PepsiCo (PEP) legte nach Druck durch den aktivistischen Investor Elliott Management ein Maßnahmenpaket mit Kostensenkungen, Portfolio-Bereinigung und Board-Refresh vor; Analysten wie Piper Sandler hoben das Kursziel auf 172 Dollar an, bleiben aber angesichts der nur moderat verbesserten Wachstumsstory abwartend.
  • CVS Health (CVS) hob die Gewinnprognose für das laufende Jahr an und erwartet steigende Gewinne bis 2026; die Aktie legte um etwa +3% zu, zusätzlich flankiert von der Vision eines mittleren zweistelligen EPS-Wachstums bis 2028 dank neuer KI-basierter „Engagement-as-a-Service“-Produkte.
  • Exxon Mobil (XOM) erhöhte seine Gewinn- und Cashflow-Ziele bis 2030 und bestätigte umfangreiche Aktienrückkäufe; J.P. Morgan sieht den Titel mit Kursziel 124 Dollar leicht positiv, die Aktie liegt seit Jahresbeginn etwa +10% im Plus.
  • AutoZone (AZO) verfehlte im ersten Quartal Umsatz und Gewinnschätzungen und markierte damit den sechsten EPS-Miss in Folge, was die Aktie zeitweise um über -5% drückte; viele Analysten, darunter William Blair, halten jedoch an Kaufempfehlungen fest und verweisen auf ein starkes Langfristwachstum im Commercial-Geschäft.
  • Campbell (CPB) überraschte mit einem kleinen Gewinn-Beat, aber schwächerer Snack-Nachfrage und kündigte den Kauf von 49% am R&D-Partner La Regina, Hersteller der Premium-Sauce Rao’s, für 286 Millionen Dollar an – ein Schritt zur Absicherung von Lieferketten und Margen im hochpreisigen Segment.
  • JPMorgan Chase (JPM) signalisierte deutlich höhere Kosten von rund 105 Milliarden Dollar für 2026, getrieben von Volumenwachstum, Filialnetz und massiven KI-Investitionen; der Markt reagierte zunächst mit Kursverlusten, während einige Häuser wie TD Cowen den Rücksetzer als Kaufchance einstufen.
  • Silber schoss erstmals in der Geschichte über die Marke von 60 Dollar je Feinunze und liegt 2025 damit über +100% im Plus, befeuert von einer globalen Angebotssqueeze und der Ankündigung Chinas, Silberexporte ab Anfang 2026 zu stoppen – ein weiterer Hebel im Handelskonflikt.
  • Die FDA untersucht mögliche Zusammenhänge zwischen COVID-19-Impfstoffen und Todesfällen bei Erwachsenen, was die Aktien von Pfizer, Moderna und BioNTech kurzfristig unter Druck setzte; die Kurse erholten sich jedoch rasch wieder auf Vorniveau, da bislang keine neuen harten Fakten vorliegen.

KALENDER Firmen & Unternehmen

Quartalszahlen

DatumUnternehmenEventDetails
11.12., nachbörslich (AMC)Oracle (ORCL)Quartalszahlen & AusblickFokus auf Cloud, KI-Ausbau und Capex-Disziplin
12.12., nachbörslich (AMC)Broadcom (AVGO)Quartalszahlen & KI-Chip-AusblickSignalwirkung für den gesamten Chip- und AI-Beschleuniger-Sektor
bereits kommuniziert, im Fokus der FolgekommentareHome Depot (HD)Investoren-Update & Mid-Term-Guidance 2026Vorsichtiger Ausblick mit erwarteten vergleichbaren Umsätzen von 0–2% als Barometer für US-Housing
bereits veröffentlicht, Marktreaktion noch im FokusToll Brothers (TOL)Guidance 2026 & BestandszahlenVerhaltener Ausblick beim Luxus-Hausbauer als weiterer Indikator für die US-Immobiliennachfrage
in Kürze, nachbörslich (AMC)Adobe (ADBE)Quartalszahlen mit KI-FokusWachstum bei Digital Media und Digital Experience, Rolle von generativer KI in der Produktpalette
laufende Woche, überwiegend vorbörslich (BMO)AutoZone (AZO), Campbell (CPB), Ferguson (FERG), JPMorgan (JPM) u.a.Earnings & Ausblick im Konsum-/BankensektorBerichte von AutoZone, Campbell und Ferguson (BMO) sowie US-Banken-Updates inklusive JPMorgan-Ausgaben- und KI-Investitionsplänen

Makrodaten

DatumRegionEventDetails
10.12., abends (MEZ: ca. 20:00 Entscheidung, 20:30 PK)USAFed-Zinsentscheidung & Powell-PressekonferenzErwartete Senkung um 25 bp, neue Hinweise auf Zins-Pfad 2026, Arbeitsmarkt- und Inflationsfokus, politischer Druck durch Trump
laufende Woche, jeweils 14:30 MEZ (ADP/Claims) und 16:00 MEZ (JOLTS)USAUS-Arbeitsmarktdaten (JOLTS, ADP, wöchentliche Erstanträge)Frühindikatoren für die Stärke des Jobmarkts und Tempo des Fed-Lockerungszyklus
bereits veröffentlicht, -0,3% im SeptemberUSAFrühindikatoren LEI SeptemberSiebter negativer Wert 2025, bestätigt Abkühlungstendenzen in der US-Konjunktur
19.12., morgens (Ortszeit Tokio)JapanSitzung der Bank of JapanMögliche Zinsanhebung und Risiko für den globalen Yen-Carry-Trade

IM BLICKPUNKT

  • Micron Technology (MU): Die Deutsche Bank bestätigt ihre Kaufempfehlung trotz eines Kursanstiegs von +193% im laufenden Jahr und hebt das Kursziel auf 280 Dollar an; der intakte Speicher- und KI-Zyklus soll weiteres Upside rechtfertigen.
  • Broadcom (AVGO): Rosenblatt bleibt bullish mit einem Kursziel von 440 Dollar und verweist auf starke KI-Netzwerk-Nachfrage sowie mögliche zusätzliche Aufträge von Microsoft im Bereich custom AI-Chips.
  • Ciena (CIEN): Stifel erhöht das Kursziel auf 230 Dollar und stuft die Aktie weiterhin als Profiteur des Ausbaus von AI-Netzwerken und Hochgeschwindigkeits-Backbones ein.
  • Adobe (ADBE): Trotz einer Kurszielsenkung auf 450 Dollar bleibt Stifel bei „Kaufen“ und sieht die anstehenden Zahlen sowie die Monetarisierung generativer KI-Features als zentrale Treiber der nächsten Kursphase.
  • Chimera/ Kymera Therapeutics (KYMR): Mehrere Häuser, darunter Barclays, Bank of America, Piper Sandler und Wells Fargo, heben ihre Kursziele in eine Spanne von etwa 112–125 Dollar an, getrieben von starken Studiendaten zu KT621 und hoher Branchenzuversicht in die Pipeline.
  • Thermo Fisher Scientific (TMO): Goldman Sachs startet die Coverage mit „Kaufen“ und sieht den Labor- und Diagnostik-Spezialisten als diversifizierten „Compounder“, der von globalen Lieferkettenverschiebungen profitiert; Top-Down-Investoren wie Brian Belsky haben Positionen bereits ausgebaut.

NVIDIA: China-Deal bewegt AMD & Intel mit

KURZ & KNAPP

Die Freigabe von NVIDIAs H200-Chips für China unter Auflagen durch Präsident Trump sorgt für neuen Diskussionsstoff im KI-Sektor. Auch AMD und Intel stehen im Fokus, profitieren aber zunächst weniger stark von der Neuausrichtung der US-Technologiepolitik. Parallel eskaliert der Bieterwettstreit um Warner Bros. Discovery zwischen Paramount Skydance und Netflix. Die Deals werfen Fragen nach Regulierung, geopolitischen Risiken und der künftigen Machtverteilung in Streaming und Halbleitern auf.

Am breiten Markt richtet sich der Blick auf die anstehende Entscheidung der Fed und die Frage nach einer möglichen „hawkischen Zinssenkung“. Unternehmensseitig prägen Nachrichten zu PepsiCo, Home Depot, CVS Health und mehreren US-Tech- und Softwarewerten den Handel. Zudem bewegen M&A-News um IBM und Confluent sowie Kursreaktionen bei Marvell, Broadcom und Tesla einzelne Branchen.

In Deutschland klafft die Lücke zwischen schwacher Industrie und einem nahe Rekordhochs notierenden DAX weiter auseinander. Rüstungswerte wie Rheinmetall und Immobilien- sowie Konsumtitel wie Vonovia und Bayer illustrieren die Sektorrotation im Leitindex. Makroseitig stehen JOLTS-Daten, der FOMC-Zinsentscheid und mögliche weitere Schritte der EZB im Zentrum der Aufmerksamkeit.

AUSBLICK US-Märkte

Deutschland & Europa

In Europa bleibt die Zinsdynamik zweigeteilt: Während die EZB bereits mehrere Schritte zur Lockerung unternommen hat, diskutieren einige Währungshüter inzwischen wieder offen über die Möglichkeit einer nächsten Anhebung, falls die Inflation nicht nachhaltig zurückgeht. Der DAX handelt trotz der strukturellen Schwäche der deutschen Industrie nahe Rekordniveau bei etwa 24.141 Punkten, sodass die Reaktion auf die US-Fed-Signale und die europäischen Inflationsdaten besonders aufmerksam verfolgt wird. In Australien hat die RBA die Leitzinsen zum dritten Mal in Folge bei 3,6% belassen und signalisiert, dass sie vorerst in einer verlängerten Pause bleibt, ehe sie bei anhaltend hartnäckiger Inflation frühestens 2026 wieder anheben könnte. Für europäische Anleihemärkte und Währungen bedeutet die Mischung aus Fed-Senkungen und möglicher EZB-Zögerlichkeit anhaltend volatile Renditen entlang der Zinskurve.

US-Ausblick

In den USA steht diese Woche ganz im Zeichen der Geldpolitik: Das FOMC hat heute seine zweitägige Sitzung begonnen, und die Märkte preisen eine nahezu sichere dritte Zinssenkung in diesem Jahr ein, wobei der Fokus weniger auf dem Schritt selbst als auf der Tonlage von Jerome Powell und dem Dot Plot liegt. Parallel dazu rücken die heutigen JOLTS-Stellangebotsdaten und die Quit-Rate in den Vordergrund, weil sie Hinweise liefern, ob sich der Arbeitsmarkt weiter abkühlt. Für die kommenden Quartale preist der Markt zusätzliche Kürzungen bis 2026 ein, während Investoren aufmerksam verfolgen, ob die Fed eher eine “hawkische Senkung” signalisiert oder Spielraum für weitere Lockerungen lässt. Für den S&P 500, der aktuell bei rund 6.850 Punkten nahezu unverändert notiert, könnte jede Abweichung von den Erwartungen kurzfristig deutliche Ausschläge auslösen.

DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

Was bedeutet Trumps Freigabe von Nvidias H200-Chips für China wirklich für den Chip-Sektor?

Die Freigabe von Nvidias H200-Exporten nach China durch Präsident Trump – gegen eine Abgabe von 25% an die US-Regierung und beschränkt auf geprüfte Kunden – öffnet für den Konzern einen potenziellen Milliardenmarkt und markiert zugleich einen klaren Kurswechsel in der US-Technologiepolitik. Nvidia (NVDA) hatte den chinesischen KI-Markt auf jährlich 50–60 Milliarden Dollar geschätzt und war durch frühere Exportverbote de facto vom wichtigsten Auslandsmarkt abgeschnitten; die Aktie reagiert darauf mit leichten Gewinnen und notiert aktuell bei rund 184,91 Dollar (-0,34% intraday nach vorbörslichen Zugewinnen). Für AMD (AMD, aktuell etwa 220,11 Dollar, -0,45%) und Intel (INTC, rund 40,37 Dollar, +0,17%) gilt derselbe Politikrahmen, doch profitieren sie zunächst weniger stark, weil ihre High-End-KI-Angebote in China nicht so dominant sind wie Nvidias H200-Plattform.

Strategisch versucht die Trump-Regierung, einen Kompromiss zu fahren: ökonomisch will man US-Chipkonzernen den Zugang zu einem lukrativen Markt zurückgeben und Steuereinnahmen abschöpfen, sicherheitspolitisch bleiben Blackwell- und andere absolute Spitzenchips weiterhin tabu und nur selektierte kommerzielle Kunden erhalten Zugriff. Kritiker warnen dennoch, dass selbst H200-Kapazität Chinas militärische KI-Projekte indirekt stärken könnte, während Peking laut Berichten erwägt, den Zugang seinerseits zu begrenzen, um heimische Anbieter wie Huawei, Capricorn und Enflame zu schützen. Für Investoren bedeutet der Schritt kurzfristig Rückenwind für Nvidia-Umsatzschätzungen und stützt den übergeordneten KI-Trade, gleichzeitig steigt jedoch das politische Risiko: Exportregeln können erneut verschärft werden, und der beginnende Technologiekorridor zwischen USA und China bleibt hochgradig unsicher. Im Sektor insgesamt dürfte die Entscheidung den Druck auf chinesische Käufer erhöhen, sich kurzfristig mit zugelassenen US-Chips einzudecken – während westliche Hyperscaler parallel mit Eigenentwicklungen und Partnern wie Broadcom versuchen, ihre Abhängigkeit von Nvidia längerfristig zu verringern.

Warum eskaliert der Bieterkrieg zwischen Paramount und Netflix um Warner Bros. Discovery?

Der Übernahmekampf um Warner Bros. Discovery hat sich zu einem der spektakulärsten Deals der jüngeren Hollywood-Geschichte entwickelt, weil Paramount Skydance mit einem feindlichen Barangebot von 30 Dollar je Aktie die bereits vereinbarte Transaktion mit Netflix frontal angreift. Während das ursprüngliche Netflix-Paket (NFLX, aktuell etwa 96,65 Dollar, -0,14%) aus Cash und Aktien einem Gegenwert von knapp 28 Dollar je WBD-Aktie und einer Enterprise-Value-Größe von rund 83 Milliarden Dollar entsprach, würde das reine Barangebot von Paramount die Bewertung von Warner Bros. Discovery auf etwa 108 Milliarden Dollar inklusive Schulden heben – ein Aufschlag von gut 18 Milliarden Dollar zusätzlicher Liquidität für die Zielaktionäre. Entsprechend steigen WBD-Papiere weiter und notieren derzeit bei rund 27,64 Dollar (+1,51%), während Paramount-Aktien nach einem Kurssprung von +9% am Vortag nochmals leicht anziehen.

Die Logik hinter den Angeboten ist grundverschieden: Für Netflix wäre Warner vor allem eine massive Katalog- und Studioerweiterung, die das ohnehin dominante Streaming-Geschäft geografisch und in der IP-Tiefe absichert, allerdings mit erheblichen Kartellrisiken, da eine kombinierte Netflix-Warner-Einheit den globalen Streamingmarkt klar dominieren würde. Paramount Skydance hingegen zielt auf einen klassischen Industriekonsolidierer: die Kombination zweier Studios soll Synergien von rund 6 Milliarden Dollar heben und eine fokussierte Studio- und Streaming-Plattform formen, die einfacher durch die Wettbewerbsprüfung kommt. Politisch wird der Deal zusätzlich aufgeladen, weil Präsident Trump öffentlich Bedenken gegen die Marktmacht einer Netflix-Warner-Fusion geäußert hat und sein Schwiegersohn Jared Kushner über den von ihm beratenen Fonds Affinity Partners offen im Paramount-Lager steht. Für Anleger in Warner-Bros.-Aktien eröffnet der Bieterkrieg kurzfristig eine attraktive Übernahmeprämie, birgt aber auch das Risiko, dass hohe Break-up-Fees von bis zu 5,8 Milliarden Dollar (Netflix) bzw. 5 Milliarden Dollar (Paramount) und ein regulatorisches Veto den Wert wieder vernichten. Strategisch steht Hollywood vor einer Weichenstellung: Entweder entsteht ein noch dominanterer globaler Streamer mit integriertem Studio oder ein neuer, schlagkräftiger Studiokonzern, während rein lineare Medienplayer weiter unter Druck geraten.

Wie wahrscheinlich ist eine „hawkische Zinssenkung“ der Fed und was bedeutet sie für die Märkte?

Eine Zinssenkung der US-Notenbank Fed gilt für die morgige FOMC-Sitzung als nahezu ausgemachte Sache, doch die Märkte sorgen sich zunehmend, dass Jerome Powell die Lockerung mit einer klar “hawkischen” Botschaft verbindet. Laut CME FedWatch wird eine weitere Kürzung um 25 Basispunkte mit rund 89–90% Wahrscheinlichkeit eingepreist, während US-Staatsanleiherenditen – insbesondere die 10-jährige bei etwa 4,17% – in den letzten Wochen trotz vorangegangener Cuts wieder auf Mehrmonatshochs geklettert sind. Investoren fokussieren sich weniger auf den Einzelschritt, sondern auf Dot Plot, Dissent im FOMC und die Formulierungen zur künftigen Pfadabhängigkeit: Bleibt das Narrativ “higher for longer” trotz Senkungen bestehen, könnte das die Euphorie auf weitere schnelle Cuts 2026 deutlich dämpfen.

Makroseitig erschweren hartnäckige Inflationstendenzen und eine nur moderat abkühlende Konjunktur die Gratwanderung der Fed, die zwischen ihrer Preisstabilitätsmission und der Vermeidung eines 2022er-Szenarios neuer Inflationsschübe balancieren muss. Gleichzeitig deuten schwächere Konsum- und Arbeitsmarktsignale – etwa der jüngste Anstieg der US-Arbeitslosenquote auf 4,4% und eine abnehmende Dynamik in Jobangeboten – darauf hin, dass eine zu restriktive Politik die Wirtschaft in eine “versteckte Rezession” drängen könnte, in der das reale Wachstum hinter der Inflation zurückbleibt. Für Aktien bedeutet ein glaubwürdiger Pfad gradueller Zinssenkungen bei kontrollierter Inflation Rückenwind für Bewertungsmultiples, besonders in zinssensiblen Sektoren wie Tech und Immobilien; das Hauptrisiko wäre hingegen ein Schwenk zu erneuten Straffungssignalen, falls die Inflation wieder anzieht. Vor diesem Hintergrund dürfte der S&P 500, der aktuell knapp über 6.800 Punkten pendelt, in den nächsten 24 Stunden stark von jedem Halbsatz in Powells Statement abhängen.

Warum steht die deutsche Wirtschaft unter Druck, während der DAX an Rekordhochs kratzt?

Die deutsche Realwirtschaft steckt in einer strukturellen Stagnation, obwohl der DAX mit aktuell rund 24.141 Punkten nur knapp unter seinen Rekordständen und einer möglichen nächsten Hürde um 24.500–24.800 Punkte notiert, was die Diskrepanz zwischen Industrie-Realität und Börsenbewertung deutlich macht. Das IFO-Geschäftsklima schwächelt, der Maschinenbau klagt über Investitionszurückhaltung, im Baugewerbe brechen Aufträge weg und in der Automobilindustrie wächst die Angst vor massivem Stellenabbau – ein Industrieverband nach dem anderen warnt vor einem “strukturellen Industrie-Absturz”. Zugleich versucht die EZB, mit bereits sieben Zinssenkungen seit Juni 2024 die Wirtschaft zu stützen, während zuletzt sogar wieder über mögliche Anhebungen diskutiert wird, falls sich die Inflation nicht beruhigt, was die Planbarkeit für Unternehmen zusätzlich erschwert.

Bemerkenswert ist, dass ausgerechnet der Verteidigungssektor zum heimlichen Wachstumsmotor wird: Deutschland will nächste Woche voraussichtlich 29 Beschaffungsverträge im Volumen von rekordverdächtigen 52–61 Milliarden Dollar für die Bundeswehr beschließen, um die stärkste konventionelle Armee Europas aufzubauen. Davon profitieren Aktien wie Rheinmetall, die nach der Rückeroberung der Marke von 1.500 Euro inzwischen um 1.630 Euro handeln und in einem strukturellen Rüstungsboom verankert sind, während Industriekonglomerate wie ThyssenKrupp trotz Rüstungsbezug abrutschen: Die Aktie verlor nach schwacher Prognose und der Ankündigung eines Verlusts im kommenden Geschäftsjahr zeitweise fast 10% und generierte mit dem Bruch des 50-Tage-Durchschnitts ein charttechnisches Verkaufssignal. Für Anleger entsteht damit ein zweigeteiltes Deutschland-Bild: Auf der einen Seite ein indexgetragener Bullenmarkt, gespeist von globalen Champions und Rüstungstiteln, auf der anderen Seite eine Breite der Industrie, die mit Energiekosten, Regulierung und Nachfrageschwäche kämpft – ein Spannungsfeld, das politischen und markttechnischen Zündstoff für 2026 birgt.

Wie zwingt der Aktivist Elliott Pepsi zu einer radikalen Portfolio-Diät?

PepsiCo geht auf Druck des aktivistischen Investors Elliott Investment Management in die Offensive und streicht fast 20% seiner US-Produktpalette, um Kosten zu senken, die Lieferkette zu straffen und sich stärker auf margenstärkere, nachgefragte Marken und erschwinglichere Produkte zu konzentrieren. Der Konzern plant parallel Entlassungen in Nordamerika, eine umfassende Supply-Chain-Review und Investitionen in Innovation mit “cleanen” Rezepturen – also einfacheren Zutaten ohne künstliche Farben und Aromen –, um ab 2026 das organische Umsatzwachstum zu beschleunigen und Rekord-Produktivitätseinsparungen sowie höhere Kernmargen zu erzielen. CEO Ramon Laguarta betont, dass die Maßnahmen unmittelbar aus den Gesprächen mit Elliott hervorgehen und dazu dienen sollen, das Portfolio konsequent auf die Preis- und Qualitätspräferenzen eines unter Druck stehenden Verbrauchers auszurichten.

Der Umbau fügt sich in ein größeres Bild: “Erschwinglichkeit” ist zum Leitmotiv globaler Konsumgüterkonzerne geworden, da die Lebenshaltungskostenkrise viele Haushalte zu Downgrades und bewussterem Einkauf zwingt – ein Thema, das in Unternehmensguidances und politischen Programmen gleichermaßen dominiert. Während große Player wie PepsiCo durch aktiven Portfoliomanagement, Skaleneffekte und Kostensenkungsprogramme die Marge sogar steigern können, geraten kleinere Marken und Händler, die Preisdruck eher schlucken müssen, zunehmend ins Hintertreffen. Für Anleger signalisiert der Deal mit Elliott zweierlei: Zum einen dürfte der Fokus auf Produktivität und Cash-Generierung den Investment-Case von PEP als defensiven Qualitätswert stärken, zum anderen zeigt er, dass aktivistische Investoren auch bei vermeintlichen “Burggraben-Unternehmen” im Konsumgütersektor bereit sind, tief in die operative Strategie einzugreifen, wenn sie Renditepotenzial sehen.

KURZNEWS

  • Home Depot (HD): Der Baumarktriese gab auf seinem Investorentag einen vorsichtigen Ausblick mit erwarteten vergleichbaren Umsätzen von lediglich flach bis +2%, da er kurzfristig keine Erholung des US-Wohnungsmarkts sieht.
  • Toll Brothers (TOL): Der Luxus-Hausbauer enttäuschte trotz starker Ausgangslage mit einem zurückhaltenden Ausblick und warnte vor Schwäche in vielen Regionen; die Aktie reagierte im vorbörslichen Handel mit rund -4,5%.
  • CVS Health (CVS): Auf dem Investorentag signalisierte der Konzern, dass die Umsätze 2026 unter einigen Wall-Street-Erwartungen liegen könnten, hob aber die Gewinnprognose an und erwartet ein bereinigtes EPS am unteren Ende eines Bereichs um 7–7,20 Dollar.
  • AutoZone (AZO): Der Teilehändler verfehlte die Gewinnerwartungen, mahnt eine zunehmende Konsumzurückhaltung bei größeren Reparaturausgaben an, will aber mit aggressiver Expansion Marktanteile gewinnen; die Aktie liegt vorbörslich etwa 1,7% im Minus.
  • IBM (IBM) / Confluent (CFLT): IBM kauft die Daten-Streaming-Plattform Confluent für rund 11 Milliarden Dollar, um die eigene KI-Softwareplattform mit Echtzeitdaten zu stärken, was Confluent-Aktien zeitweise um fast +30% nach oben trieb.
  • ASML (ASML): Europas wertvollster Techkonzern bleibt ein Engpasslieferant der globalen KI-Lieferkette; der CEO betont prall gefüllte Auftragsbücher, während Exportrestriktionen zwar belasten, aber den Nachfrageboom bisher nicht bremsen.
  • Marvell Technology (MRVL) / Broadcom (AVGO) / Microsoft (MSFT): Marvell rutschte um rund -7% ab, nachdem Berichte über eine mögliche engere Chip-Kooperation von Microsoft mit Rivalen Broadcom die Sorge vor Marktanteilsverlusten schürten.
  • Tesla (TSLA) / BYD: Tesla kämpft in Europa mit drastisch eingebrochenen Verkäufen, während der stark subventionierte chinesische Wettbewerber BYD seinen Marktanteil mit günstigen, qualitativ verbesserten E-Autos ausbaut.
  • Vonovia (VNA): Die Aktie rutschte auf ein neues Jahrestief um 23,90 Euro, da Spekulationen über eine mögliche erneute Zinserhöhung der EZB die ohnehin angeschlagene europäische Immobilienbranche zusätzlich belasten.
  • Bayer (BAYN): Nach einer deutlichen Kurszielanhebung durch JPMorgan von 25 auf 50 Euro setzte die Aktie ihre kräftige Erholung fort und bleibt ein Momentum-Titel im DAX.
  • Rheinmetall (RHM) / Nordex (NDX1): Rüstungswerte wie Rheinmetall profitieren von Rekord-Aufrüstungsprogrammen in Europa, während Nordex mit neuen Windkraftaufträgen aus Frankreich und Belgien dem Jahreshoch bei rund 28,50 Euro näherkommt.
  • PepsiCo (PEP): Der Konzern streicht auf Druck des aktivistischen Investors Elliott knapp 20% seiner US-Produktpalette, prüft die Lieferkette und setzt stärker auf erschwingliche Produkte mit “cleanen” Zutaten, um Wachstum und Margen ab 2026 zu steigern.
  • Bitcoin (BTC) / Gold: Bitcoin steckt in einer engen Handelsspanne um 90.000 Dollar, während physische Edelmetalle wie Gold trotz steigender Kapitalmarktzinsen robust bleiben – ein Hinweis auf die anhaltende Suche vieler Investoren nach Absicherung gegen hohe Staatsverschuldung und mögliche Entdollarisierung.

KALENDER Firmen & Unternehmen

Quartalszahlen

DatumUnternehmenEventDetails
Heute, vor US-HandelsstartCampbell Soup (CPB), AutoZone (AZO)Quartalszahlen Campbell Soup & AutoZoneBeide melden vor Börseneröffnung; wichtiger Einblick in Konsumlaune und Nachfrage nach Autoersatzteilen.
Morgen, nach US-BörsenschlussOracle (ORCL)Quartalszahlen OracleWird als Stimmungsbarometer für Cloud- und KI-Investitionen gesehen und fällt zeitlich mit der Fed-Entscheidung zusammen.
Diese Woche, nach US-Handel (AMC)Adobe (ADBE), Synopsys (SNPS)Quartalszahlen Adobe & SynopsysSoftware- und EDA-Schwergewichte liefern Hinweise auf Investitionsbudgets in Digital- und Chip-Design.
Donnerstag, nach US-BörsenschlussBroadcom (AVGO)Quartalszahlen BroadcomIm Fokus stehen KI-Infrastruktur und Custom-Chips für Hyperscaler, insbesondere die Kooperation mit Google.
Diese WocheGameStop (GME), AeroVironment (AVAV)Ergebnisse ausgewählter Mid CapsIm Newsflow: u.a. GameStop und Aerovironment, die als Stimmungsindikatoren für Retail-Spekulation bzw. Defense-Tech gelten.

Makrodaten

DatumRegionEventDetails
Heute, 10:00 ET (16:00 MEZ)USAUS JOLTS-Stellenangebote & Quit-RateFrische Signale zur Lage am US-Arbeitsmarkt; wichtig für die Fed-Einschätzung von Arbeitskräftemangel und Lohndruck.
Morgen, Abend (MEZ)USAFOMC-Zinsentscheid & Powell-PressekonferenzDritte Zinssenkung in Folge weitgehend eingepreist; Fokus auf Dot Plot, Dissent und Formulierung einer möglichen hawkischen Senkung.
Donnerstag, 14:30 MEZUSAUS-Erstanträge auf ArbeitslosenhilfeWöchentliche Arbeitsmarktdaten als Bestätigung oder Korrektiv zu den JOLTS-Zahlen.

IM BLICKPUNKT

  • Die Fed-Sitzung dominiert den Wochenausblick: Eine dritte Zinssenkung gilt als nahezu sicher, entscheidend für Aktien- und Anleihemärkte wird aber, wie “hawkisch” Jerome Powell den weiteren Pfad bis 2026 zeichnet.
  • Im KI-Sektor sorgt die überraschende Öffnung des US-Exportfensters für Nvidias H200-Chips nach China für einen potenziellen Milliarden-Rückenwind – bei gleichzeitiger Verschärfung der sicherheitspolitischen Debatte.
  • In der Medienbranche läuft ein historischer Bieterkrieg: Paramount Skydance attackiert mit einem 30-Dollar-All-Cash-Gebot die bereits vereinbarte Netflix-Transaktion für Warner Bros. Discovery und bringt Politik und Kartellbehörden in eine Zwickmühle.
  • Deutschland erlebt den Spagat zwischen struktureller Industriestagnation und Rüstungsboom: Während der DAX bei über 24.000 Punkten an Rekordständen kratzt, warnen Maschinenbau, Bau und Auto vor einem tiefgreifenden Strukturproblem.
  • Der Konsumsektor steht unter Anpassungsdruck: Maßnahmen wie der radikale Portfolio-Umbau bei PepsiCo oder vorsichtige Ausblicke von Home Depot und CVS zeigen, wie stark das Thema Erschwinglichkeit inzwischen Geschäftsmodelle prägt.

WallStreetWatch: Nvidia‑Earnings – Euphorie, aber viele Ungereimtheiten

KURZ & KNAPP

Die Vorbörse wird heute von zwei dominanten Themen bestimmt: den Nvidia‑Earnings und dem verspäteten US‑Jobsbericht. Nvidia lieferte einen starken Quartalsbeat und eine deutlich bullische Umsatz‑Guidance für das Januar‑Quartal, doch aus einem ausführlichen Textbeitrag (Finanzmarktwelt.de) ergeben sich erhebliche Fragezeichen zu Bilanzdetails und Nachfragezeichen, die Anleger nicht übersehen sollten. Lagerbestände und Forderungen stiegen stark an, gleichzeitig prognostiziert das Unternehmen für 2026 einen rückläufigen operativen Cashflow — ein Widerspruch zur Rhetorik von “demand off the charts”.

Parallel legt der September‑Payroll‑Report überraschend starke (119.000) Zahlen vor, die Arbeitslosenquote steigt auf 4,4% und Löhne steigen moderat. Das macht die Dezember‑Fed‑Debatte heikler: Märkte hatten eine Zinssenkung eingepreist, doch robuste Stellenzahlen schwächen diese Aussicht derzeit.

Unser Briefing fasst die wichtigsten Stories zusammen, listet kompakte Kurznews zu relevanten Titeln und liefert einen Kalender mit allen heute im Fokus stehenden Unternehmens‑ und Makroterminen — inklusive Zeiten in MEZ (mit ET‑Angabe). Für Trader: Achtet auf Nvidia‑Intraday‑Volatilität, CDS‑Spreads im Tech‑Cluster und die Reaktion von Retail‑ und Hyperscaler‑Aktien auf die Guidance.

AUSBLICK US-Märkte

Deutschland / Europa

Der DAX startete mit freundlicher Tendenz nach den Nvidia‑Zahlen, die den globalen Tech‑Sektor stützen. Einzelne deutsche Gewinner sind Infineon (Erholung, 50‑Tage‑Linie zurückerobert), Siemens Energy (Stärke durch Energiethema) sowie RWE (vorbehaltlich weiterer Käuferaktivität). Verlierer der Vorwoche wie Rheinmetall, Renk und Hensoldt blieben unter Druck; bei Renk steht heute ein Kapitalmarkttag an. Bei kleineren Tech‑Werten sind Gewinnmitnahmen zu beobachten (Fresenius, Fresenius Medical Care).

Herausstechende Aktien (Auswahl): Infineon, Siemens Energy, RWE, Airbus, SAP. Kurzfristig wird die Stimmung vom US‑Markt und Nvidia‑Reaktion getrieben; mittelfristig bleibt die Fed‑Debatte relevant.

US‑Märkte / Was heute ansteht

Futures zeigen vorbörslich Stärke, angetrieben von Nvidias starken Zahlen. Wichtige Termine: der verspätete September‑Jobs‑Report (08:30 ET / 14:30 MEZ) ist heute maßgeblich für die Fed‑Erwartungen; zusätzlich stehen vorbörslich zahlreiche Unternehmensberichte an (u. a. Walmart). Anleger sollten auf S&P‑ und Nasdaq‑Futures, Reaktionen bei AI‑Anlagen sowie CDS‑Spreads achten. Die vorliegenden Payroll‑Zahlen (siehe Hauptstorys) und Aussagen aus den Fed‑Minutes stützen aktuell eine vorsichtigere Einschätzung zu vorgezogenen Zinssenkungen — Dezember bleibt umstritten.

DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

Story 1 – Nvidia: starke Guidance, aber viele Ungereimtheiten

Nvidia lieferte einen eindrucksvollen Quartals‑Beat und eine bullische Umsatzprognose für das Januar‑Quartal, die den Markt kurzfristig beruhigte. Zugleich listet ein Beitrag auf Finanzmarktwelt.de eine Reihe von Ungereimtheiten: Inventories stiegen nahezu 100% gegenüber dem Vorjahresquartal, Accounts Receivable explodierten, und wenn man diesen AR‑Anstieg herausrechnet, wäre der Umsatz um rund 3,5 Mrd. Dollar verfehlt worden. Gleichzeitig prognostiziert das Management für 2026 einen rückläufigen operativen Cashflow, obwohl die Führung von “demand off the charts” spricht.

Der Artikel weist auf bilanzielle Umbuchungen hin — etwa die stille Änderung der Erfassung des Ziellandes von Rechnungsanschriften (Singapur verschwindet als Empfängerland) — und auf zahlreiche Absichtserklärungen (z. B. zu Kooperationen wie OpenAI), die bislang nicht als echte, laufende Umsätze sichtbar wurden. Zudem macht die Konzentration: vier Kunden tragen rund 61% des Umsatzes — ein Klumpenrisiko.

Weitere kritische Punkte: massive Lageraufstockungen trotz angeblicher Überauslastung der Cloud‑GPUs, ein ungewöhnlicher Anstieg der Forderungen und Fragen zur Laufzeit bzw. Abschreibung von sehr langlebigen Chips. Kurz: Anleger sollten die starke Guidance zwar respektieren, aber zugleich die Disposition der Bilanzkennzahlen, die Kundenkonzentration und die Diskrepanz zwischen “Narrativ” und Cashflow‑Prognose kritisch prüfen. Das Thema bleibt für Trader heute das wichtigste Risiko‑/Chance‑Paar: positive Guidance vs. strukturelle Bilanzfragen.

Story 2 – Marktreaktion: Erleichterung, aber strukturelle Sorgen bleiben

Nach Nvidias Zahlen reagierte der Markt mit Erleichterung: S&P‑Futures zogen an, Nasdaq‑Produkte profitierten und viele AI‑nahe Titel gaben Auftrieb. Dennoch zeigen Kreditmärkte und bestimmte Indikatoren anhaltende Stressfaktoren: Credit‑Default‑Swaps einiger Tech‑ und Cloud‑Player weiteten sich in den vergangenen Wochen aus, und in Private‑Credit‑Strukturen (Blue Owl, andere BDC‑Fälle) gibt es vereinzelt Liquiditätsengpässe. Das heißt: Aktien und Kreditmärkte senden teils unterschiedliche Signale.

Hinzu kommt eine fundamentale Debatte über die Wirtschaftlichkeit von KI‑Investitionen: Analysen (u. a. Rothschild) heben hervor, dass ein Dollar an KI‑Capex bisher deutlich weniger direkten Umsatz abwirft als traditionelle Cloud‑Investitionen — ein potenzielles Ertragsproblem, das institutional‑strategische Allokationen prägt. Manche Marktteilnehmer erwarten, dass die spekulative Nachfrage in Nebenbereichen kollabieren könnte, ohne dass die Anführer wie Nvidia sofort einbrechen.

Kurzfristig wird der Markt also von der Frage getrieben, ob die angehobene Guidance echte, nachhaltige Erlöse und Cashflows widerspiegelt oder ob sich die Risiken (Kreditkosten, Finanzierung neuer Rechenzentren, Fehlallokationen) in anderen Marktsegmenten weiter zuspitzen.

Story 3 – Asien, Exporte und Energie: geopolitische & makro Treiber

Die geopolitische Dimension bleibt eine Schlüsselfrage: Nvidia weist China‑Umsätze in der Guidance als null aus, weil Exportbeschränkungen bestehen; die Möglichkeit einer späteren Rückkehr nach China wird diskutiert, ist aber offen. Zugleich erlaubte das US‑Handelsministerium Exporte von Blackwell‑Chips in begrenztem Umfang an bestimmte Partner (G42/Arabische Staaten) unter strengen Bedingungen zur Verhinderung von Umleitungen — das Thema Tech‑Transfer bleibt ein regulatorischer Engpass.

Im asiatischen Raum wirken außerdem makroökonomische Entwicklungen. Japan plant ein großes Stimuluspaket, während die Bank of Japan in den Devisenmärkten intervenierte: der Yen‑Druck und die Reaktion der Notenbank beeinflussen Währungspaare (USD/JPY) und damit indirekt Rohstoffe und Gold. Das macht die asiatischen Käufer für Gold und Energie sensitiv gegenüber globalen Tech‑Zyklen und der Nachfrage nach Strom für Rechenzentren.

Für Nvidia ist die Lage deshalb doppelt relevant: technologische Nachfrage trifft auf geopolitische Exportregeln und regionale Energie‑/Infrastrukturfragen, die den praktischen Aufbau von Rechenzentrumskapazität beeinflussen.

Story 4 – Walmart liefert vor der Glocke: Konsumenten‑Signal vor den Feiertagen

Walmart berichtete vorbörslich und überraschte positiv: das Unternehmen übertraf Gewinnerwartungen und hob die Jahres‑EPS‑Guidance an, was kurzfristig die Aktie stützte. Walmart betont starke Online‑Verkäufe im dritten Quartal und verschiebt seine Notierung von der NYSE zur Nasdaq, behält aber das Ticker‑Symbol WMT.

Für Trader ist Walmart ein wichtiger Konsum‑Barometer vor dem Weihnachtsgeschäft: die Frage ist weniger, ob die Zahlen gut waren, sondern warum — Marktanteilsgewinne, Effizienz oder echte Nachfrageerholung. Angesichts jüngster Misses bei Target und Home Depot ist das Walmart‑Ergebnis ein positives Signal, aber die Details zur Käuferklassen‑Dynamik (leichte Abschwächung bei Niedrig‑Einkommensgruppen vs. konstante Verkäufe bei Mittleren/Höheren) sind entscheidend.

Story 5 – Fed und Payrolls: ein datengetriebener Dezember

Der verspätete September‑Jobs‑Report ist heute das makroökonomische Hauptereignis: die Veröffentlichung erfolgte aufgrund des Government‑Shutdowns verzögert, liefert aber vor der Fed‑Sitzung im Dezember einen zentralen Datenpunkt. Die gelieferten Zahlen (119.000 neue Jobs, Arbeitslosenquote 4,4%, Stundenlöhne +0,2% m/m, Erstanträge 220.000) sind gemischt bis robust und reduzieren kurzfristig die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im Dezember.

Die Fed‑Minutes zeigten zuletzt gespaltene Stimmen, und Marktpreise für Zinssenkungen sanken bereits. Heute entscheidet sich, ob die FOMC‑Debatte um eine Dezember‑Entscheidung weiter in Richtung “Hold” tendieren wird oder ob schwächere Daten die Erwartung einer nahen Senkung wiederbeleben. Für Trader bleibt die Arbeitslosenquote der Schlüssel‑Indikator: Bewegungen über bestimmte Schwellenwerte würden die Fed‑Wetten spürbar verschieben.

KURZNEWS

  • Nvidia (NVDA): Starkes Quartal mit bullischer Guidance; gleichzeitig öffentliche Fragen zu Inventories, Accounts Receivable und der Cashflow‑Prognose für 2026 wurden von einem Beitrag auf Finanzmarktwelt.de herausgearbeitet — Anleger sollten kurzfristige Volatilität und Bilanzdetails beobachten.
  • Walmart (WMT): Vorbörslich übertraf Walmart Erwartungen und hob die Jahres‑EPS‑Guidance an; Online‑Verkäufe waren stark und das Unternehmen kündigte den Wechsel von der NYSE zur Nasdaq an. Wichtig für Trader: Indikatorfunktion vor dem Weihnachtsquartal.
  • Oracle (ORCL): CDS‑Spreads und Kreditabsicherungen bei einigen Cloud‑Providern haben sich ausgeweitet; Oracle‑CDS dient in Teilen des Marktes weiterhin als Liquiditäts‑Benchmark — Folgen für Kreditkosten beachten.
  • AMD (AMD): Peer‑Reaktionen zeigten Stärke; AMD‑Aktie erholte sich im Vorfeld, da Entspannung bei Nvidia‑Lieferengpässen die Nachfrage auf Wettbewerber ausweiten könnte.
  • CoreWeave (CWEAV): Als AI‑naher Cloud‑Provider ein größeres Premarket‑Momentum (starker Anstieg nach Vortagesverlusten); Marktteilnehmer sehen Sektor‑Rotation in AI‑Infrastruktur.
  • BlackRock: Berichtete intern über Prüfungen; in der Diskussion steht eine fehlgeschlagene Prüfung in einem Bereich der Überbesicherung, was zusätzliche Vorsicht im Kreditsektor nahelegt.
  • Blue Owl (BDOC): Teilaspekte des Private‑Credit‑Markts zeigen Stress; bei einem Fonds von Blue Owl führten erzwungene Rückgaben zu vorübergehenden Liquiditätsproblemen — Frühindikator für Kreditzyklus‑Risiken.
  • Warner Brothers Discovery (WBD): Berichten zufolge Versicherungs-/Verhandlungsdetails mit potentiellen Erwerbern; Nutzerkommentare deuten auf Interesse von Netflix und anderen Bietern.
  • Infineon (IFX): Vorbörsliche Stärke nach positiven Hinweisen zur Stromversorgungs‑ und KI‑Rechenzentrumssparte; 50‑Tage‑Linie zurückerobert, Chartsignale positiv.
  • Webull (WBL): Steht heute nach Börsenschluss im Earnings‑Kalender (siehe Kalender); Anleger beachten die nachbörslichen Veröffentlichungen.
  • Veeva (VEEV): Berichtete nach Börsenschluss (im Kalender aufgeführt); Details zu den Zahlen und Marktreaktionen folgen nach Veröffentlichung.
  • Intuit (INTU): Ebenfalls für die Nachbörse gelistet; Marktteilnehmer erwarten Reaktionen im Software‑/Cloud‑Sektor.

KALENDER Firmen & Unternehmen

Earnings‑Kalender (kompakt, 20.11.2025)

Zeit (MEZ) (ET)FirmaArtKurzinfo / Konsens
vorbörslich —Walmart (WMT)Q3 Zahlen (vorbörslich)Erwartungen: n.v.; Bericht vor der Öffnung
vorbörslich —ZIMQxn.v.
vorbörslich —Shoe CarnivalQxn.v.
vorbörslich —Roadrunner TransportationQxn.v.
vorbörslich —Nano‑X / Nanox (NNOX)Qxn.v.
vorbörslich —AllotQxn.v.
vorbörslich —Warner Music GroupQxn.v.
vorbörslich —ATRenew / Vipshop / VNETQx (Chinesische Werte, vorbörslich)n.v.
nachbörslich —WebullQx (nach Börsenschluss)n.v.
nachbörslich —VeevaQx (nach Börsenschluss)n.v.
nachbörslich —CopartQx (nach Börsenschluss)n.v.
nachbörslich —GapQx (nach Börsenschluss)n.v.
nachbörslich —ElasticQx (nach Börsenschluss)n.v.
nachbörslich —UGIQx (nach Börsenschluss)n.v.
nachbörslich —IntuitQx (nach Börsenschluss)n.v.
nachbörslich —Post Holdings / Ross / TenonQx (nach Börsenschluss)n.v.
23:00 MEZ (17:00 ET)Nvidia (NVDA)Quartalszahlen (nachbörslich gemeldet)Unternehmens‑Guidance angekündigt; Marktreaktion folgt

Makro‑Termine

Zeit (MEZ) (ET)EventRegionDetails / Relevanz
14:30 MEZ (8:30 ET)Non‑Farm Payrolls (September)USAGemeldete Werte: +119.000 Jobs; Arbeitslosenquote 4,4%; Durchschnittslöhne +0,2% m/m; erstmalige Anträge 220.000. Konsens: n.v. Wichtig für Fed‑Erwartungen vor Dezember‑Sitzung.

IM BLICKPUNKT

  • Nvidia (NVDA) – Zentrale Story des Tages: Quartalsbeat + starke Guidance, aber Finanzmarktwelt.de notiert massive Bilanzfragen (Inventories, AR, Cashflow‑Prognose für 2026). Kurzfristig Haupttreiber für Tech‑Sentiment.
  • Non‑Farm Payrolls (USA) – Veröffentlichung 14:30 MEZ (8:30 ET); gemeldete Daten: +119.000 Jobs, Arbeitslosenquote 4,4%, average hourly earnings +0,2% m/m. Entscheidend für Dezember‑Fed‑Debatte.
  • Federal Reserve / Zinserwartungen – Minutes zeigen geteilte Stimmen; robuste Jobs‑Daten reduzieren aktuell die Wahrscheinlichkeit einer Dezember‑Senkung.
  • Walmart (WMT) – Vorbörslich über den Erwartungen; wichtiger Konsum‑Barometer vor dem Weihnachtsquartal.
  • Credit‑Märkte / CDS – CDS‑Spreads und Private‑Credit‑Signale (z. B. Blue Owl) deuten auf anhaltende Stresspunkte in gewissen Kreditsegmenten hin; Marktreaktion auf Nvidia beantwortet nicht automatisch Kreditrisiken.
  • China / Exporte – Nvidia‑Guidance schliesst China‑Umsätze aktuell aus; US‑Exportgenehmigungen für bestimmte Blackwell‑Chips an Middle‑East‑Partner unter Auflagen bleiben geopolitisch sensibel.
  • Asien / Japan – Japans Stimulus‑Pläne und Wechselkurs‑interventionen beeinflussen EUR/USD, USD/JPY, Gold und Energie; indirekte Relevanz für Rechenzentrums‑Kapazitäten.
  • AI‑Bewertung vs. Monetarisierung – Analysten (u. a. Rothschild) warnen, dass KI‑Capex derzeit wenig direkten Umsatz pro investiertem Dollar erzeugt; längerfristige Monetarisierung bleibt unklar.

Nvidia schlägt leicht – AI‑Rally treibt Nachbörse, Fed‑Protokoll schafft Unklarheit

KURZ & KNAPP

Nvidia hat nach Börsenschluss leicht über den Erwartungen berichtet und die Nachbörse damit positiv beeinflusst. Die Reaktion war zwar freundlich, doch die Debatte bleibt offen, ob ein hoher Margendruck bei Hardware-Anbietern die weitere AI‑Rally begrenzen könnte.

Gleichzeitig liefern die veröffentlichten Fed‑Protokolle ein Bild interner Zerissenheit: Die Mitglieder sind geteilter Meinung über das weitere Vorgehen bis zum Dezember‑Meeting, was die Zins­erwartungen kurzfristig neutralisiert.

Am Markt dominierte zudem die Diskussion um schwächere Konsum‑Signale: Home Depot und Target haben die Aussichten gesenkt, TJX glänzte dagegen, und Walmart steht mit Quartalszahlen vor der Eröffnung unter besonderer Beobachtung.

Abschließend bleibt die Stimmung vorsichtig: Tech‑Titel und AI‑Themen treiben die Volatilität, während Marktbreite und Cash‑Positionen darauf hindeuten, dass viele Anleger defensiver agieren.

RÜCKBLICK Handelstag

Der reguläre US‑Handel zeigte am Mittwoch eine Erholung nach einer techzentrierten Schwächephase: Nasdaq und S&P 500 schlossen leicht im Plus, nachdem die vorherigen Tage Verluste gebracht hatten. Die Nasdaq führte die Erholung an, der Dow blieb moderat.

Trotz des Tagesgewinns bleibt die Marktbreite schwach: Der S&P 500 Equal‑Weight‑Index steht auf Zwölfmonats‑Sicht praktisch ohne Gewinn, und zahlreiche Indikatoren deuten auf eine hohe Konzentration der Gewinne in wenigen Tech‑Titeln hin. Analystenumfragen zeigten zudem niedrige Cash‑Quoten bei Fondsmanagern.

Unter den Sektoren waren Einzelhandelswerte uneinheitlich: Discount‑ und Off‑Price‑Player wie TJX überzeugten, während klassische Warenhäuser und Baumärkte durch Ausblickssenkungen belastet wurden. Anleger warteten außerdem auf mehrere nachbörsliche und abendliche Earnings, die das Sentiment in die Nacht hinein bestimmen sollten.

WAS HEUTE WICHTIG WAR

Nvidia: leichter Beat, freundliche Nachbörse – aber die Messlatte bleibt hoch

Nvidia meldete nach Handelsschluss ein leichtes Übertreffen der Markterwartungen; die unmittelbare Reaktion war positiv. Marktkommentare betonten zugleich, dass die Messlatte enorm hoch ist: Vorab wurden Umsatzerwartungen von rund 55,2 Mrd. USD und ein EPS von etwa 1,26 USD genannt, für das kommende Quartal lagen Ambitionen noch höher. Analysten und Marktteilnehmer sehen ein Risiko, dass hohe Bruttomargen bei Nvidia den Druck auf Käufer erhöhen – Stichwort: Margenschwächung bei Kunden durch steigende Memory‑Kosten und mögliche Umschichtungen hin zu günstigeren Anbietern wie AMD. Zudem könnten geopolitische Signale (z. B. Entscheidungen zu Exportgenehmigungen oder große Data‑Center‑Deals aus Saudi‑Arabien) kurzfristig Nachfrage und Sektorreaktionen verstärken. Insgesamt bleibt die Story ambivalent: solides Ergebnis, aber die Bewertung und die Lieferketten‑/Margenfragen machen die weitere Rally abhängig von Folgequartalen und Kundenreaktionen.

Fed‑Protokoll: Zerissene Federal Reserve erhöht Unsicherheit für Dezember

Die veröffentlichten FOMC‑Protokolle zeigen eine deutlich gespaltene Fed: Einige Mitglieder neigten zu Zinssenkungen, andere plädierten für Zurückhaltung. Mehrere Protokoll‑Passagen heben anhaltende Kern‑Inflationsrisiken hervor, vor allem bei Dienstleistungsbereichen ohne Housing, und verweisen gleichzeitig auf zollbedingte Inputkosten. Hinzu kommt die Datensituation beim Arbeitsmarkt: Der Oktober‑Report wurde ausgesetzt und soll mit Folgeberichten zusammengefasst werden, was die verfügbaren, offiziellen Messgrößen für die Dezember‑Entscheidung schwächt. Marktteilnehmer sehen daher begründete Unsicherheit, weil die Fed künftig stärker alternative Daten heranziehen muss.

Retail‑Quartalsmix: Home Depot schwächelt, TJX glänzt – Walmart im Fokus

Der Einzelhandel lieferte ein uneinheitliches Bild: Home Depot senkte die Umsatzerwartungen und löste Sektor‑Abwärtsbewegungen aus, während Lowe’s und Target ebenfalls mit gedämpften Aussichten die Diskussion um Konsum‑Dynamik befeuern. Im Gegensatz dazu präsentierte TJX ein starkes Quartal mit soliden Margen und überzeugenden Same‑Store‑Sales‑Signalen. Walmart meldet seine Zahlen vor Handelsbeginn und gilt damit als richtungsweisend für die Konsumdiskussion in den nächsten Handelstagen.

AI‑Ökosystem & Deals: Konkurrenzdruck, Cross‑Finanzierungen und strategische Partnerschaften

Die Branche bleibt in Bewegung: Großdeals und Kapitalzusagen prägen das Bild (Anthropic/Microsoft/Nvidia‑Arrangements), Oracle und andere Anbieter treiben Vorleistungen, und Google setzt mit Gemini weiter auf Nutzerwachstum. Das erhöht den Wettbewerbsdruck auf AWS und Amazon. Nokia positioniert sich als Infrastrukturpartner für die AI‑Ära und hebt die Bedeutung seiner jüngsten Partnerschaft mit Nvidia hervor; das unterstreicht, wie Hardware‑, Cloud‑ und Netzwerkinvestitionen die langfristige Struktur der Branche prägen werden.

KURZNEWS

  • NVDA – Nvidia: Nachbörslich leicht über den Erwartungen; Markt erwartet weiterhin hohe Umsätze und Margen, die Folgeentwicklung bleibt entscheidend.
  • PDD – PDD Holdings: Aktie tendierte nach den jüngsten Zahlen schwächer, Anleger bleiben vorsichtig.
  • PANW – Palo Alto Networks: Berichtete heute Abend – Ergebnis im Fokus der Cyber‑Security‑Zyklusbewertung (after‑hours).
  • SQ – Block: Hält heute einen Analystentag; Markt sucht Hinweise zur Monetarisierung und Wachstumsperspektive.
  • ROKU – Roku: Analystentag steht an und könnte Impulse für die Aktie liefern.
  • AMZN – Amazon: Belastet durch hohe Anleiheplatzierung und zunehmenden Wettbewerb im AI‑Cloud‑Geschäft nach aktuellen Partnerschaften.
  • TJX – TJX Companies: Liefert starke Quartalszahlen und hebt sich als Gewinner im Einzelhandelssegment ab.
  • TGT – Target: Ergebnisqualität durch Steuervorteile getrübt, Umsätze der bestehenden Filialen blieben hinter Erwartungen und Ausblick wurde reduziert.
  • HD – Home Depot: Senkte die Umsatzaussichten, das wiegt auf der Sektorstimmung und zog Kursziel‑Anpassungen nach sich.
  • LOW – Lowe’s: Profitierte relativ vom Home‑Depot‑Schock; berichtete solide, Ausblick leicht reduziert, aber besser als der Sektor.
  • WMT – Walmart: Meldet Zahlen vor Handelsbeginn morgen; die Ergebnisse gelten als wichtiger Konsum‑Indikator.
  • TSLA – Tesla: Diskussion um autonome Fahrtechnologien setzt sich fort, aber Waymo gilt als führend bei vollautonomen Meilen.
  • NOK – Nokia: Betont strategische Neuausrichtung hin zu AI‑fokussierten Netzinfrastrukturen und sieht langfristige Chancen durch Partnerschaften.

KALENDER Firmen & Unternehmen

Zeit MEZ/MESZ (ET)EreignisTypDetailsSchätzung
Nvidia: Quartalszahlen (Nachbörse)EarningsBerichtete leicht über Konsens; Marktreaktion positivUmsatz ~55,2 Mrd. USD / EPS ~1,26 USD (vorab genannt)
Palo Alto Networks: Quartalszahlen (Abend)EarningsErgebnis am Abend erwartetn.v.
Block: AnalystentagInvestor EventStrategie und Ausblick im Fokusn.v.
Roku: AnalystentagInvestor EventWachstums- und Monetarisierungsfragenn.v.
Walmart: Quartalszahlen (vor Handelsbeginn)EarningsWichtiger Indikator für US‑Konsumn.v.
20:00 MEZ (14:00 ET)FOMC‑ProtokolleMakro / GeldpolitikProtokolle zeigen geteilte Sicht im Ausschuss und Debatten über Timing von Zinssenkungenn.v.

IM BLICKPUNKT

  • NVDA – Nvidia: Leichter Ergebnis‑Beat; Markt reagierte positiv, bleibt aber aufmerksam bei Margen‑Signalen und Kundenreaktionen.
  • Fed‑Protokoll: Deutliche Zerissenheit im FOMC erhöht Unsicherheit für die Dezember‑Entscheidung.
  • Arbeitsmarktdaten/Oktober‑Report: Sammlung/Verzögerung der Oktober‑Daten wird die Datenlage für die Fed bis Dezember verschlechtern.
  • Home Depot / Target / Lowe’s: Konsumsignale uneinheitlich, Home Depot mit Ausblickssenkung belastet Sektor‑Sentiment.
  • TJX: Starkes Quartal – Outperformance im Einzelhandel.
  • Anthropic / Microsoft / Nvidia: Große Cross‑Finanzierungen und Partnerschaften prägen das Wettbewerbsbild im AI‑Cloud‑Bereich.
  • Nokia: Strategische Neuausrichtung auf AI‑native Netze und Partnerschaft mit Nvidia als langfristiger Hebel.
  • Saudi‑Signal: Politische/Exportentscheidungen könnten Nachfrageflüsse für GPU‑Lieferungen und Data‑Center‑Deals beeinflussen.
  • Analysten‑Aktionen (Auszug): Jefferies hebt DoorDash-Kursziel an; BMO und Morgan Stanley passen Kursziele bei Albemarle an; BMO nennt Ziel für Freeport – Details in den Quellen.

Morgen-Briefing 13.11.2025 u.a. AMD, Cisco

KURZ & KNAPP

Die Märkte schließen mit gemischten Vorzeichen: Der Dow markiert einen ersten Schlusskurs über 48.000 Punkten, während der Nasdaq deutlich unter Druck steht. Auf Unternehmensseite dominieren nachbörsliche Berichte und Ausblicke – besonders auffällig sind starke Kursgewinne bei AMD nach optimistischen KI‑Prognosen und die Ergebnis‑/Guidance‑Meldungen von Cisco und Flutter.

Politisch könnte in Washington kurzfristig Entspannung eintreten: Das Repräsentantenhaus hat einen Prozess zur Beendigung des Government Shutdown in Gang gesetzt, was die Wiederaufnahme der Wirtschaftsdatenerhebung und mögliche Auswirkungen auf Anleiherenditen nach sich ziehen würde. Für den Handel morgen bleiben die wichtigsten Datenpunkte und Unternehmensberichte auf der Agenda – darunter die Meldung von Disney.

RÜCKSPIEGEL US-Nachbörse

USA — Handelsabschluss

Der Dow Jones schloss erstmals über 48.000 Punkten. Der S&P 500 verzeichnete den vierten Gewinntag in Folge, wenn auch nur moderat, während der Nasdaq Composite und der Nasdaq 100 am Tag ins Minus gingen. Geld rotiert offenbar aus großen Tech‑Titeln in zyklischere Sektoren: Financials, Health Care und Materials zeigten Stärke; viele Mag‑7‑Titel gaben nach.

Asien

Keine relevanten Informationen in den vorliegenden Quellen.

Makro & Liquidität

  • Der Prozess im Repräsentantenhaus zur Beendigung des Government Shutdown läuft; eine Wiedereröffnung der Regierung wird erwartet, was auch die Wiederaufnahme von Wirtschaftsdatenerhebungen ermöglicht.
  • Mehrere Kommentatoren wiesen darauf hin, dass das Fehlen von CPI‑ und Jobs‑Daten die geldpolitische Kalkulation der Fed kompliziert. Die Aussicht auf wieder zugängliche Daten beeinflusst die Renditen am kurzen Ende des Marktes.

HAUPTSTORYS

Regierung in Washington steht vor Wiedereröffnung — Datenpipeline könnte bald wieder anlaufen

Das Repräsentantenhaus hat Schritte eingeleitet, die den über 40 Tage andauernden Government Shutdown beenden sollen; es wird erwartet, dass die Regierung damit in Kürze wieder geöffnet wird. Mit der Wiederaufnahme der staatlichen Aktivitäten wären auch verlorene Lohnzahlungen und Sozialleistungen rückzahlbar; Zeitpläne für Gehaltsschecks werden auf Mitte bis Ende November genannt. Entscheidend für Märkte ist: Viele Wirtschaftsstatistiken (Oktober‑CPI, Oktober‑Jobs) blieben während des Shutdowns aus, sodass die Wiederaufnahme der Datenlieferung die geldpolitische Einschätzung der Fed beeinflussen dürfte. Historisch führten solche Wiederaufnahmen zu Bewegungen bei Staatsanleihenpreisen und Renditen, weil Marktteilnehmer ihre Erwartungen an künftige Zinsschritte neu justieren. Marktteilnehmer beobachten deshalb sowohl den Gesetzgebungsprozess als auch die anstehenden Veröffentlichungen eng.

Cisco hebt Jahres‑Guidance an; AI‑Bestellungen treiben Nachfrage — Aktie nachbörslich deutlich höher

Cisco lieferte Zahlen und eine leicht angehobene Jahresprognose: bereinigtes EPS 4,08–4,14 USD (vorher 4,00–4,06 USD) und Umsatz 60,2–61,0 Mrd. USD. Für das laufende Quartal erwartet Cisco bereinigtes EPS zwischen 1,01 und 1,03 USD (Schätzung 0,99 USD) und Umsatz 15,0–15,2 Mrd. USD (Schätzung 14,72 Mrd. USD); die bereinigte Bruttomarge soll bei 67,5–68,5 % liegen. CEO‑Kommentare hoben die starke Nachfrage nach Netzwerk‑ und AI‑Infrastruktur hervor; Cisco verbuchte im Quartal rund 1,3 Mrd. USD an AI‑Infrastrukturaufträgen von Hyperscalern und sieht für FY2026 etwa 3 Mrd. USD AI‑Infrastrukturumsatz von Hyperscalern. Die Aktie reagierte nachbörslich positiv und näherte sich einem Allzeithoch.

AMD‑Rally nach KI‑Prognosen; Flutter schwächt Guidance trotz FanDuel‑Produktstart

AMD war einer der größten Gewinner des Tages mit einem Kursplus im hohen einstelligen Prozentbereich; der Vorstand nannte beschleunigtes Umsatzwachstum über die nächsten fünf Jahre, getrieben von starker Nachfrage nach Rechenzentrumsprodukten, und prognostizierte einen KI‑Chip‑Markt bis 2030 in Höhe von 1 Billion USD. Flutter meldete Q3‑bereinigtes EPS von 1,64 USD und Umsätze unter den Erwartungen; das Unternehmen senkt seine Jahres‑Guidance für Umsatz und Gewinn und kündigt im Dezember die neue Prognoseplattform FanDuel Predicts in Zusammenarbeit mit der CME Group an. Die Meldungen zeigen die Spreizung innerhalb des Tech‑/Plattform‑Segments: starke KI‑Optimismus‑Effekte bei Halbleitern versus operative Herausforderungen bei Wett‑ und Plattformanbietern.

KURZNEWS

  • AMD (Advanced Micro Devices): Titel einer der Top‑Gewinner im S&P 500 und Nasdaq 100 mit rund +9 % in der Sitzung. Das Management sieht beschleunigtes Umsatzwachstum über die nächsten fünf Jahre, getrieben von Rechenzentrums‑Produkten; CEO zufolge könnte der KI‑Chip‑Markt bis 2030 1 Bio. USD erreichen.
  • Cisco Systems (CSCO): Liefert Zahlen und hob die Jahres‑Guidance leicht an (bereinigtes EPS 4,08–4,14 USD; Umsatz 60,2–61,0 Mrd. USD). Cisco verzeichnete 1,3 Mrd. USD an AI‑Infrastrukturaufträgen von Hyperscalern und erwartet rund 3 Mrd. USD AI‑Umsatz in FY2026.
  • Flutter Entertainment (FLUT): Drittquartals‑bereinigtes EPS 1,64 USD; Umsatz Q3 3,79 Mrd. USD unter den Erwartungen. Flutter senkt die Jahres‑Guidance und kündigt im Dezember die Prognoseplattform FanDuel Predicts mit der CME Group an.
  • Chevron (CVX): Plant ein KI‑Datacenter‑Power‑Projekt in West‑Texas mit Inbetriebnahme 2027; Projekt soll dedizierte KI‑Kunden versorgen. Chevron erhöht zugleich Explorationsausgaben und fokussiert Regionen wie Südamerika, Westafrika und das Mittelmeer.
  • Disney (DIS): Großer Name, der morgen berichten wird; die Aktie ist im Jahresverlauf weitgehend unverändert. Es gibt offene Themen, darunter Streitigkeiten rund um YouTube TV.
  • Krypto‑Markt / Circle: Circle Internet Group fiel rund 12,2 % trotz besser als erwarteter Quartalszahlen (Umsatz 740 Mio. USD). Diskussionen drehen sich um sinkende Zinserträge und die Frage, ob Branchenwachstum dies ausgleichen kann; Bitcoin notiert weiterhin über 100.000 USD.
  • US‑Notenbank (FOMC): Kommentare deuten darauf hin, dass die Leitzinsen „für einige Zeit“ auf dem aktuellen Niveau verbleiben könnten; Risiken für die Rückkehr der Inflation zum 2‑%‑Ziel wurden hervorgehoben. Die Marktwahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung im Dezember ist leicht gesunken.
  • US‑Indizes: Der Dow erreichte einen ersten Schluss über 48.000 Punkten; S&P 500 verzeichnet moderate Gewinne, Nasdaq schloss tiefer. Sektorrotation hin zu Financials, Health Care und Materials wurde beobachtet.
  • US‑Regierungs‑Shutdown: Das Repräsentantenhaus setzte einen Prozess in Gang, der voraussichtlich zur Wiedereröffnung der Regierung führt; Rückzahlungen von Löhnen und Wiederaufnahme von Leistungen werden erwartet. Mitarbeiter können Gehaltsschecks Mitte bis Ende November erwarten.
  • CPI (Verbraucherpreise): Der Oktober‑CPI könnte aufgrund des Shutdowns in den öffentlichen Veröffentlichungen fehlen; fehlende Daten verkomplizieren die Fed‑Kalkulation.
  • NFP / US‑Arbeitsmarkt: Der Oktober‑Jobs‑Bericht wird voraussichtlich nicht veröffentlicht; das Fehlen dieser Daten ist für geldpolitische Entscheidungen relevant.
  • US‑Renditen (UST Yields): Historisch gab es nach Wiederaufnahmen der Datenpipeline Rallyes bei Staatsanleihenpreisen; die Erwartung wieder verfügbarer Daten wirkt sich auf Renditen aus.
  • Künstliche Intelligenz (KI): Experten sprechen von erheblichem Produktivitäts‑ und Wirtschaftspotenzial durch KI; für Europa wird ein mögliches Produktivitätspotenzial in Billionenhöhe genannt.

KALENDER Firmen & Unternehmen

Zeit MEZ/MESZ (ET)EreignisTypDetailsSchätzung
23:59 MEZ (17:59 ET)House‑Abstimmung zur Beendigung des Government ShutdownMakroProzess zur Wiedereröffnung der Regierung eingeleitet; Rückzahlung von Löhnen und Wiederaufnahme vieler Behördentätigkeiten erwartet.n.v.
23:59 MEZ (17:59 ET)Marktbericht: Dow‑Schlusskurs über 48.000Makro / MarktDow erreicht ersten Schlusskurs über 48.000; Sektorrotation zugunsten Financials, Health Care, Materials.
23:59 MEZ (17:59 ET)Cisco: Quartalszahlen & GuidanceUnternehmen / EarningsBereinigtes EPS FY: 4,08–4,14 USD; Umsatz FY: 60,2–61,0 Mrd. USD; starke AI‑Infrastrukturaufträge (≈1,3 Mrd. USD im Q).n.v.
23:59 MEZ (17:59 ET)AMD: Kursrally & AusblickUnternehmen / AusblickStarker Tagesgewinn (~+9 %); Management sieht beschleunigtes Umsatzwachstum durch Rechenzentrumsprodukte; KI‑Chip‑Markt‑Prognose bis 2030: 1 Bio. USD.
23:59 MEZ (17:59 ET)Flutter: Q3‑ErgebnisseUnternehmen / EarningsQ3 bereinigtes EPS 1,64 USD; Umsatz 3,79 Mrd. USD (unter Erwartungen); senkt Jahres‑Guidance; FanDuel Predicts mit CME angekündigt.n.v.
23:59 MEZ (17:59 ET)Circle Internet Group: Quartalszahlen & KursrückgangMakro / UnternehmenUmsatz 740 Mio. USD; Aktie fiel rund 12,2 % trotz besserer als erwarteter Zahlen.
23:59 MEZ (17:59 ET)Chevron: KI‑Datacenter‑Power‑ProjektUnternehmen / AusblickProjekt in West‑Texas geplant, Inbetriebnahme 2027; dedizierte KI‑Kunden; erhöhte Explorationsausgaben.
Disney: Quartalsbericht (morgen)Unternehmen / EarningsDisney berichtet morgen (vor der Glocke erwähnt); Thema umfasst u. a. YouTube TV‑Konflikt und andere operative Fragen.n.v.
Oktober‑CPIMakroWahrscheinlich nicht veröffentlicht aufgrund des Shutdowns; fehlende Daten beeinflussen Fed‑Bewertung.
Oktober‑Jobs‑Bericht (NFP)MakroWird voraussichtlich nicht veröffentlicht; Arbeitsmarktdaten fehlen damit für die geldpolitische Einordnung.
23:59 MEZ (17:59 ET)Fed‑Kommentare / FOMC‑EinschätzungenMakroHinweise, die Leitzinsen über “einige Zeit” auf aktuellem Niveau zu belassen; Wahrscheinlichkeit für Zinssenkung im Dezember leicht gesunken.
23:59 MEZ (17:59 ET)KI‑Diskussionen: wirtschaftliches PotenzialMakro / ThemenspecialKI wird als tiefgreifende Technologie mit großem Produktivitäts‑ und Wirtschafts­potenzial beschrieben; Schätzungen für Europa genannt.

IM BLICKPUNKT

  • Repräsentantenhaus startet Abstimmung zur Beendigung des Government Shutdown — mögliche Wiederaufnahme staatlicher Datenlieferungen.
  • Dow: erster Schluss über 48.000 Punkten — Sektorrotation weg von Tech hin zu Financials, Health Care, Materials.
  • Cisco hebt Jahres‑Guidance an und meldet starke AI‑Infrastrukturaufträge (≈1,3 Mrd. USD im Quartal).
  • AMD: starker Kursanstieg nach optimistischer KI‑Markt‑Prognose (CEO: KI‑Chip‑Markt bis 2030 ≈1 Bio. USD).
  • Flutter senkt Jahres‑Guidance; führt im Dezember FanDuel Predicts mit CME ein.
  • Circle stürzt trotz guter Umsatzzahlen deutlich ab — Krypto‑Volatilität bleibt hoch; Bitcoin über 100.000 USD.
  • Wichtige Veröffentlichungen (Oktober‑CPI, Oktober‑Jobs) könnten aufgrund des Shutdowns ausfallen — wichtig für Fed‑Ausblick.
  • Historische Reaktion von Staatsanleihen auf Wiederaufnahmen der Datenpipeline: Renditen und Preise im Fokus.
  • Chevron plant dediziertes KI‑Power‑Projekt in West‑Texas (Inbetriebnahme 2027).
  • Disney berichtet morgen — Beobachtungspunkte: Abonnenten/TV‑Geschäft und operative Entwicklung.