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NVIDIA-Probleme in China: KI-Risiko für Salesforce & Snowflake – 5 heiße Investment-Chancen

KURZ & KNAPP

NVIDIA steht im Zentrum der geopolitischen KI-Schlacht: Gespräche in Washington zu Exportbeschränkungen für China-Chips könnten den gesamten Sektor drehen. Der Markt bewertet, ob mögliche Lockerungen den Absatz von KI-Prozessoren stützen oder neue Hürden die Rallye bremsen. Gleichzeitig meldet Salesforce unerwartet starke Nachfrage nach KI-Agenten und liefert einen optimistischen Ausblick. Das sorgt für Kursphantasie bei ausgewählten Softwarewerten, während andere Tech-Titel unter Druck bleiben.

Parallel belasten schwächere Margenperspektiven bei Snowflake die KI-Euphorie und zeigen, wie sensibel Investoren auf Profitabilität reagieren. Boeing kämpft weiter mit Lieferkettenproblemen und einer möglichen Übernahme von Spirit Aerosystems, während Microsoft durch Berichte zu KI-Verkaufszielen verunsichert. Im Fokus stehen zudem Tesla, Amazon und Netflix, deren Strategien von Supercharger-Netzwerk über Drohnen bis Content-Deals das Sentiment im Wachstumssegment beeinflussen.

In Asien rückt der Immobilienstress mit Country Garden und dem breiteren China-Sektor ins Zentrum, was die Wachstumsprognosen für die Region eintrübt. Der geplante Batterieausbau von BYD in Chile und die Debatte um Chiles Lithium-Politik zeigen, wie stark Rohstoffe und Geopolitik die Märkte verzahnen. Wichtige Makro- und Gerichtstermine in China/Hongkong sowie die heutigen US-Daten können die Risikoaversion weiter verschärfen oder kurzfristig für Entspannung sorgen.

RÜCKSPIEGEL

US-Nachbörse

Die Futures signalisierten eine riskantere Stimmung nach US-Handelsschluss: Risikobereitschaft und ein deutlich schwächerer Dollar prägten die Reaktion, während Bitcoin parallel spürbar zulegte. Marktteilnehmer werteten vor allem überraschende Konjunkturhinweise und Gewinnmeldungen als Treiber der Volatilität. Die Hoffnung auf Zinssenkungen stützte zeitweise die Stimmung.

SNOW (Snowflake): Die Aktie stürzte im späten Handel ab, nachdem der Ausblick für die operative Marge die Erwartungen verfehlte und Bedenken zur Rentabilität neuer KI-Produkte aufkamen. Anleger reagierten sensibel auf die Prognose und Abwärtsrisiken für die Profitabilität.
CRM (Salesforce): Nachbörslich legte die Aktie zu, nachdem das Unternehmen einen besseren Ausblick für das laufende Quartal meldete und eine stärkere Adoption von KI-Agenten hervorhob. Der optimistischere Umsatzpfad dämpfte Sorgen über eine schwächere KI-Nachfrage.
MSFT (Microsoft): Die Aktie geriet unter Druck, nachdem Berichte über reduzierte KI-Verkaufsziele kursierten; das Unternehmen widersprach später einigen Darstellungen, doch die Unsicherheit belastete die Stimmung. Analysten und Investoren beobachten nun die Nachfrage nach Microsofts KI-Tools besonders genau.
BA (Boeing): Boeing-Aktien fielen nach Berichten über FTC-Forderungen im Zusammenhang mit der möglichen Übernahme von Spirit Aerosystems; zugleich laufen Gespräche, um Produktionsprobleme in der Lieferkette zu beheben.


Asien-Übernacht

Die asiatischen Leitindizes zeigten ein gemischtes Bild: Trotz eines starken Jahresverlaufs der Märkte in Asien blieb die Reaktion getrübt durch schwächere China-Daten und anhaltende Sorgen um den Immobiliensektor. Der Nikkei profitierte von globaler Risikoneigung, während der Hang Seng empfindlich auf Nachrichten zu China-Immobilien und Restrukturierungen reagierte. Der Shanghai Composite zeigte weiterhin Volatilität, nachdem offizielle Zahlen und S&P-PMI unterschiedliche Signale zur chinesischen Wirtschaft sendeten.

BYD: Der chinesische EV-Riese plant eine Kathodenproduktionsanlage in Chile und sichert sich Vorzugsbehandlungen bei Lithiumkarbonat; das unterstreicht Chinas aggressive Globalisierung der Batterie-Wertschöpfungskette.
Country Garden: Für heute wird erwartet, dass ein Gericht in Hongkong dem Offshore-Schuldenplan zustimmt, ein entscheidender Schritt nach mehr als zwei Jahren Umstrukturierungsgespräche und ein Gradmesser für Stabilität im Immobiliensektor.
China Immobiliensektor: Marktteilnehmer zeigen sich besorgt über eine sich beschleunigende Verlangsamung; S&P-Global-PMI sank nominal von 51,8 auf 51,2 und offizielle Zahlen signalisierten bereits Schrumpfung – ein Risiko für Chinas Wachstumsaussichten.
Taiwan / Investitionsgespräche: In Washington wird über große Investitionszusagen aus Taiwan diskutiert; die Frage nach Rahmenbedingungen und Einwanderungsprozessen für Fabrikbauer wie TSMC bleibt Thema in den Gesprächen.

Makro/Geopolitik: Zudem belastete Chiles Vorschlag zu größerer staatlicher Rolle in der Lithiumindustrie die Rohstoffaktien, da Investoren die Aussicht auf stärkere staatliche Eingriffe und geopolitische Wettbewerbsszenarien, auch mit Blick auf China, bewerteten.

DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

NVIDIA und die China-Saga: Politische Gespräche, Chip-Restriktionen und Marktfolgen

NVIDIA steht erneut im Zentrum geopolitischer und marktlicher Aufmerksamkeit: CEO Jensen Huang traf sich mit US-Gesetzgebern und konnte eine geplante Verschärfung in einem Verteidigungsgesetz abwenden, die Exporte fortschrittlicher KI-Chips nach China weiter eingeschränkt hätte. Die Gespräche auf Capitol Hill zeigen die enge Verzahnung von Technologiepolitik und Unternehmensstrategie und haben unmittelbare Bedeutung für die globale Lieferfähigkeit von KI-Prozessoren. Anleger beobachten nun, ob die Administration ältere Chipmodelle (etwa H200) künftig wieder zur Ausfuhr zulassen wird, nachdem bereits niedrigere Generationen in begrenztem Umfang genehmigt wurden. Huang selbst gab zu bedenken, dass unklar sei, ob China die angebotenen Chips tatsächlich akzeptieren würde, was die Unsicherheit über die Absatzchancen in einem wichtigen Markt erhöht.

Der regulatorische Fahrplan hat direkte wirtschaftliche Konsequenzen: Nachfrage bleibt extrem stark und Angebot begrenzt, was zu einem anhaltenden Bewertungsaufschlag für führende Chiphersteller führt. Für Investoren bedeutet das: kurzfristig politische Volatilität, mittelfristig aber anhaltende Nachfrage nach KI-Hardware. Sollte Washington weitere Beschränkungen lockern, könnte dies die Absatzperspektiven für NVIDIA verbessern — bleibt aber abhängig von bilateralen Genehmigungen und Pekings Nachfrageentscheidung. Die Episode unterstreicht, dass geopolitische Ereignisse heute unmittelbare Gewinn- und Risikoquellen für Tech-Titel darstellen.


Salesforce: KI-Agenten tragen zu positivem Ausblick und nachbörslichem Kursgewinn

Salesforce überraschte die Märkte positiv: Das Unternehmen meldete eine stärkere Adoption seiner KI-Agenten und gab einen Ausblick für das vierte Quartal, der über den Schätzungen lag. Die Kombination aus robustem Umsatzpfad und schnellerer KI-Nutzung dämpfte frühere Sorgen über eine schwächere Nachfrage nach KI-Produkten. Anleger honorierten das mit Kursgewinnen im nachbörslichen Handel, was die Frage aufwirft, ob andere Softwareanbieter folgen können.

Für den Handelstag bedeutet das: Softwarewerte mit glaubwürdiger KI-Monetarisierung könnten weiter profitieren, während Titel ohne klare Nachfragebelege unter Druck bleiben. Beobachter werden nun auf die Umsetzung und Kundenbindungsraten achten, um zu beurteilen, wie nachhaltig der positive Trend ist.


Chinas Immobilienstress: Country Garden, Vanke und ein wachsender Wachstumsrisiko

Der chinesische Immobiliensektor bleibt ein zentraler Risikofaktor für die Region: Für heute wird erwartet, dass Country Garden in Hongkong über seinen Offshore-Schuldenplan abstimmt — ein Ergebnis, das als Barometer für weitere Restrukturierungen gilt. Gleichzeitig signalisieren Quellen Widerstand bei Investoren gegenüber Rückzahlungsverschiebungen in Vanke-Anleihen, was die Fragmentierung der Gläubigerbasis zeigt. Das Zusammenspiel aus Gerichtsentscheidungen, Gläubigerverhalten und schwächeren PMI-Daten erhöht das Abwärtsrisiko für das chinesische Wachstum im kommenden Jahr.

Für Anleger ist das relevant, weil eine anhaltende Verlangsamung im Immobiliensektor nicht nur finanzielle Verwerfungen in China auslösen, sondern auch globale Lieferketten und Rohstoffnachfrage beeinträchtigen könnte. Strategisch sinnvoll ist jetzt eine genaue Selektion von Engagements in China-exponierten Branchen und Aufmerksamkeit auf Signalereignisse aus den Restrukturierungsfällen.


Snowflake: Margen-Ausblick trübt KI-Hoffnungen

Snowflake geriet im späten Handel unter Druck, nachdem der Ausblick für die operative Marge die Erwartungen verfehlte und damit Zweifel an der Rentabilität neu eingeführter KI-Tools schürte. Die Reaktion zeigt, dass Anleger nicht nur Wachstum, sondern auch nachhaltige Profitabilität bei KI-Investitionen erwarten. Die kurzfristige Kursreaktion verdeutlicht die Sensitivität des Sektors gegenüber Margen- und Kapitalbindungsfragen.

Für Trader heißt das: Volatilität bleibt hoch, und Aktien mit hohem KI-Exposure werden stärker auf Margenaussagen reagieren. Langfristanleger sollten prüfen, ob Snowflakes Wachstumspfad die Margenprobleme mittelfristig kompensieren kann.


Boeing und Spirit Aerosystems: Lieferkette, FAA-Beschränkungen und Übernahmegedanken

Boeing steht in Gesprächen über eine mögliche Übernahme von Spirit Aerosystems, um anhaltende Produktions- und Qualitätsprobleme in der Lieferkette zu beheben. Die FAA hat die Produktion der 737 MAX gedeckelt, und Spirit hat bereits Stellenabbau angekündigt; für Boeing wäre ein Rückkauf ein Schritt, um Fertigungsengpässe direkt zu kontrollieren. Allerdings rücken auch kartell- und regulatorische Bedenken in den Fokus, was die strategische Komplexität erhöht.

KURZNEWS

  • NVDA – NVIDIA: CEO traf sich mit Gesetzgebern; mögliche Lockerung von Exportbeschränkungen bleibt unsicher.
  • CRM – Salesforce: Nachbörslich besserer Umsatzausblick dank stärkerer KI-Agenten-Adoption.
  • SNOW – Snowflake: Später Handelsverfall nach enttäuschendem Margenausblick und KI-Profitabilitätssorgen.
  • MSFT – Microsoft: Aktie belastet durch Berichte über reduzierte KI-Verkaufsziele, Firma widersprach Teilen der Berichterstattung.
  • TSLA – Tesla: Elon Musk entließ das Supercharger-Team; öffnet Netzwerk für Ford und GM, Wettbewerb in China wächst.
  • AMZN – Amazon: Prime Air-Ziele verfehlt; Drohnen-Projekt läuft hinter den Erwartungen zurück.
  • NFLX – Netflix: Aktie unter Druck wegen Spekulationen über Gebot für Teile von Warner Bros. Discovery.
  • BA – Boeing: Gespräche über Übernahme von Spirit Aerosystems zur Lösung von Produktionsproblemen.
  • BYD – BYD Company Ltd: Plant Kathodenfabrik in Chile; sichert sich Vorzugspreise für Lithiumkarbonat.
  • CG – Country Garden: Gericht in Hongkong soll heute über Offshore-Schuldenplan entscheiden.

KALENDER Firmen & Unternehmen

Earnings

UnternehmenTickerEventZeitpunktErwartungVorheriger Wert
KrogerQuartalszahlen / Ergebnisberichtvorbörslich
Dollar GeneralQuartalszahlen / Ergebnisberichtvorbörslich
Hormel FoodsQuartalszahlen / Ergebnisberichtvorbörslich
UP FintechQuartalszahlen / Ergebnisberichtvorbörslich
Build-A-Bear WorkshopQuartalszahlen / Ergebnisberichtvorbörslich
CIBCQuartalszahlen / Ergebnisberichtvorbörslich
SAICQuartalszahlen / Ergebnisberichtvorbörslich
TD BankQuartalszahlen / Ergebnisberichtvorbörslich
DonaldsonQuartalszahlen / Ergebnisberichtvorbörslich
HovnanianQuartalszahlen / Ergebnisberichtvorbörslich
Sportsman’s WarehouseQuartalszahlen / Ergebnisberichtvorbörslich
RubrikErgebnis/Investor-Updatenachbörslich
DocuSignErgebnis/Investor-Updatenachbörslich
SentinelOneErgebnis/Investor-Updatenachbörslich
SamsaraErgebnis/Investor-Updatenachbörslich
ChargePointErgebnis/Investor-Updatenachbörslich
Ulta BeautyErgebnis/Investor-Updatenachbörslich
Hewlett Packard EnterpriseErgebnis/Investor-Updatenachbörslich
CooperCompaniesErgebnis/Investor-Updatenachbörslich
Argan, Inc.Ergebnis/Investor-Updatenachbörslich

Makro-Termine

Land/RegionIndikatorZeitpunktErwartungVorheriger WertWichtigkeit
USAheute
China / Hongkongheute

IM BLICKPUNKT

  • William Blair zu Medtronic (MDT) – Analystenschätzung: schätzt etwa 150.000 US-CGM-Nutzer; hebt relative Rückstände gegenüber Dexcom und Abbott hervor.

NVIDIA-Rallye wackelt: AI-Marktführer unter Druck – Amazon & Bitcoin befeuern Trend

KURZ & KNAPP

Im AI-Rennen gerät NVIDIA als bisheriger Marktführer unter Druck, weil Amazon, Google und OpenAI ihre eigenen Infrastrukturen aggressiv ausbauen. Anleger fragen sich, ob die Margen und die Marktmacht von NVIDIA auf Dauer haltbar sind. Gleichzeitig sorgt der schwache ADP-Bericht mit einem Minus von 32.000 Stellen für neue Fantasie bei möglichen Zinssenkungen der Fed. Diese Mischung aus KI-Megatrend und Makro-Schwäche schiebt die Volatilität an den US-Märkten deutlich an.

Im Sektor-Check stehen neben den AI-Gewinnern auch Halbleiter- und Luftfahrtwerte im Fokus, von Marvell Technology bis Airbus und Boeing. Der Sprung von Bitcoin über 90.000 US-Dollar verstärkt die Risikoneigung in Tech- und Krypto-nahen Aktien. US-Futures signalisieren vorbörslich eine freundliche Tendenz, getrieben von positiven Unternehmensmeldungen und sinkenden Renditen.

In Europa zeigen sich der DAX und Leitwerte wie Rheinmetall, Bayer und Volkswagen stabil bis fester, obwohl die makroökonomische Unsicherheit hoch bleibt. Airbus belastet mit gesenktem Auslieferungsziel die Luftfahrtbranche, während Boeing mit optimistischem Ausblick für 2026 für ein Gegengewicht sorgt. Für Trader sind neben dem ADP-Signal vor allem die anstehenden US-Beschäftigungsdaten und ISM-Zahlen entscheidend, weil sie den weiteren Zinskurs der Fed prägen dürften.

AUSBLICK US-Märkte

Deutschland & Europa

Der DAX hat die gestrige Schwäche aus dem Monatsanfang etwas abgefedert und zeigte eine moderate Erholung; nach einem schwachen Wochenstart ging es gestern um rund 0,5% nach oben. Aktuell notiert der Index weiter in Reichweite wichtiger gleitender Durchschnitte, wobei die Impulse aus der Berichtssaison und Einzelaktien dominieren. Vorbörslich signalisiert der Late-and-Early-DAX weitere leichte Aufwärtsbewegung, aber die Nervosität bleibt aufgrund makroökonomischer Unsicherheiten.

Rheinmetall: Die Aktie erholte sich zuletzt nach einem Rücksetzer und hat den Widerstand bei 1.500 Euro zurückerobert; kurzfristig ist der nächste Bereich um 1.600 Euro interessant für Trader.
Bayer: Nach einem starken Xetra-Tag (+12,8% laut Berichten) wird die Hoffnung auf eine Entlastung im Glyphosat-Thema als Hintergrund für die Erholung genannt; Anleger sehen dies als möglichen Befreiungsschlag.
Hugo Boss: Die Vorstellung der neuen Strategie “Claim 5 Touchdown” löste eine deutliche Schwäche aus; die Aktie reagierte mit einem signifikanten Kursrückgang und zeigt, wie sensibel die Modewerte auf strategische Neujustierungen reagieren.
Volkswagen: Die Aktie notierte jüngst über der Marke von 100 Euro und hat damit charttechnisch eine wichtige Hürde überwunden; das eröffnet Potenzial für weitere Fortschritte Richtung 110 Euro, so die Beobachter.
Infineon: Der Halbleiterkonzern profitierte offenbar von optimistischen Branchenimpulsen nach starken Ergebnissen US-amerikanischer Chipwerte und zeigt Stabilisierungstendenzen im DAX.

Auf europäischer Ebene dominieren Sektor- und Unternehmensmeldungen den Vormittag: Die Meldung, dass Airbus sein Auslieferungsziel für 2025 gesenkt hat, sorgt für volatile Reaktionen bei den Luftfahrtwerten, während politische Termine wie der Beginn des China-Besuchs von Präsident Macron geopolitische Aufmerksamkeit erzeugen. Außerdem stehen heute Vormittag einzelne Unternehmens-Updates und die anhaltende Berichtssaison im Fokus, die die Region weiter antreiben können.

US-Ausblick

Die US-Futures zeigen vor Handelsstart eine freundliche Tendenz: Dow-Futures liegen nahe ihren Höchstständen, S&P-Futures und Nasdaq-Futures verzeichnen ebenfalls Aufschläge, was auf eine insgesamt risk-on Stimmung hindeutet. Der Markt profitiert von einer Reihe positiver Unternehmensmeldungen und einer Beruhigung an den Anleihemärkten nach schwächeren Arbeitsmarktdaten. Anleger behalten jedoch die anstehenden US-Daten sowie Aussagen zur Zinsentwicklung im Blick.

ADP: Der ADP-Arbeitsmarktbericht für November überraschte negativ mit einem Rückgang von 32.000 Stellen im privaten Sektor, ein Signal für eine deutliche Abschwächung am US-Arbeitsmarkt; das treibt Erwartungen für schnellere Fed-Erleichterungen.
Amazon / NVIDIA: Im Wettbewerb um KI-Infrastruktur sorgt die Ankündigung von Amazons neuem KI-Chip (Trainium 3) und die anhaltende Dominanz von NVIDIA im KI-Chipgeschäft für erhöhte Aufmerksamkeit; Anleger wägen Chancen einer Konkurrenz zu NVIDIA gegen dessen starke Marktstellung ab.
Bitcoin: Die Erholung von Kryptowährungen, insbesondere die Rückkehr von Bitcoin über die 90.000-Dollar-Marke, gibt Marktteilnehmern zusätzlichen Risikogeschmack und beeinflusst Tech- und Krypto-aktien.

DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

AI-Rennen: NVIDIA unter Druck – Google, Amazon und OpenAI mischen den Markt auf

Der Wettbewerb um die Vorherrschaft bei KI-Infrastrukturen hat sich spürbar verschärft: NVIDIA bleibt zwar der dominante Chiplieferant, steht aber zunehmend unter Druck, da große Cloud-Player und Tech-Konzerne eigene Wege suchen. So hat Amazon mit dem neuen Trainium-3-Accelerator einen weiteren Schritt unternommen, um KI-Modelle kostengünstiger zu betreiben und unabhängiger von NVIDIA zu werden; gleichzeitig wächst die Sorge auf dem Markt, dass Kunden wie Amazon, Microsoft und Alphabet ihre Beschaffungsstrategien diversifizieren. Analysten und Trader beobachteten vorbörsliche Reaktionen und kurzfristige Kursbewegungen, nachdem Marktteilnehmer die langfristigen Margen und die Abhängigkeit von NVIDIA diskutierten.

Zeitlich zeigt sich ein klarer Verlauf: Vorbörslich reagieren Cloud- und Chipwerte auf die Ankündigungen, im regulären Handel erfolgt dann die Einordnung durch institutionelle Käufer und im nachbörslichen Parketttag können weitere Nachrichten – etwa von KI-Anbietern – die Richtung bestätigen oder drehen. Parallel dazu hat OpenAI laut Berichten interne Priorisierungen vorgenommen und vor möglichen Verdrängungseffekten durch Konkurrenzprodukte wie Googles Gemini gewarnt, was die Frage nach Nachfrageverschiebungen verstärkt. Für Anleger ist dieses Thema heute besonders relevant, weil Änderungen in Beschaffungsstrategien großer Cloud-Anbieter die Gewinner und Verlierer im KI-Ökosystem nachhaltig definieren können: Kursausschläge bei NVIDIA oder Boliden wie Amazon könnten die Sektorallokation für Monate prägen.

Schwacher ADP-Bericht erhöht Druck auf Fed und Märkte

Der ADP-Bericht für November gab mit einem Rückgang von 32.000 privaten Stellen ein deutlich schwächeres Bild des Arbeitsmarkts als erwartet und ist damit einer der schwächsten Werte seit März 2023. Die Zahl kam weit unter den Erwartungen herein und zeigte, dass vor allem kleine Unternehmen die Verluste trugen, während mittlere und große Firmen zulegten. Marktteilnehmer interpretieren die Daten als zusätzliches Argument für schnellere Zinssenkungen der Fed, zumal der Bericht die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die Notenbank die Geldpolitik eher lockert.

Die schwächeren Arbeitsmarktdaten haben unmittelbare Folgen für Anleihemärkte und den US-Dollar: Renditen fielen und der Dollar schwächte sich, weil Trader stärker auf Zinssenkungen wetteten. Wichtig für Anleger ist, dass der ADP-Bericht das Bezugssystem für die offiziellen BLS-Daten verändert und kurzfristig die Volatilität an den Aktienmärkten erhöhen kann, da Erwartungen an die geldpolitische Richtung nun vermehrt neu justiert werden.

Airbus senkt Auslieferungsziel – Divergenz zu Boeing sorgt für Branchenumdenken

Airbus hat sein Auslieferungsziel für 2025 gesenkt, nachdem Produktionsprobleme bei Rumpfteilbeschichtungen bekannt wurden; trotz der Kürzung betont das Unternehmen, seine finanziellen Ziele beizubehalten. Die Nachricht führte zu einer spürbaren Reaktion bei europäischen Luftfahrtwerten und erklärt den Kursdruck, den Airbus zuletzt erlebte. Anleger reagieren heute Vormittag darauf, weil weniger Auslieferungen direkte Auswirkungen auf Umsatz- und Margenfreigaben in der Branche haben können.

Im Gegensatz dazu sieht man bei Boeing verstärkte Zuversicht für 2026: Unternehmenskommentare und CFO-Äußerungen, die eine Erholung der Auslieferungen und des Barmittelflusses andeuten, haben die Aktie zuletzt kräftig ansteigen lassen. Diese Divergenz – Airbus mit Lieferkürzung, Boeing mit Hoffnung auf Erholung – schafft Handelschancen und hebt die Sektorallokation im heutigen Handel hervor, weil Investoren zwischen kurzfristigen Produktionsrisiken und längerfristigen Nachfrageperspektiven abwägen müssen.

Marvell: Starkes Quartal und Großakquisition treten in den Fokus

Marvell Technology hat mit einem Rekordquartal und einer deutlich angehobenen Aussicht für Datacenter-Umsatz Schlagzeilen gemacht; das Unternehmen meldete ein überraschend starkes Ergebnis und erhöhte den Ausblick für das Rechenzentrumsgeschäft um rund 25% für das kommende Jahr. Zudem kündigte Marvell die Übernahme von Celestial AI an, was die Marktposition im KI- und Rechenzentrumsbereich stärken soll. Vorbörslich reagierten Anleger positiv, im regulären Handel kann die Frage der Integration und der Finanzierung der Übernahme den Kurs weiter bewegen.

Bitcoin-Rebound: Erholung über 90.000 USD gibt Risikostimmung Auftrieb

Bitcoin sprang zurück über die Marke von 90.000 US-Dollar und trieb damit eine breite Risikoneigung in Tech- und Krypto-nahen Werten an. Marktbeobachter nennen Zulassungen und Produkte großer Anbieter wie Vanguard als strukturellen Rückenwind für Nachfrageinstitutionen. Kurzfristig ist dies eine Erholung nach Liquidationen und kann die Volatilität an den Märkten erhöhen, Anleger sollten jedoch weiterhin auf die engen Support-/Resistance-Zonen achten.

KURZNEWS

  • Marvell Technology: Rekordquartal und Übernahme von Celestial AI sorgen für starken Kursanstieg; das Unternehmen hebt den Ausblick für das Datacenter-Geschäft an.
  • CrowdStrike: Quartalszahlen übertreffen Erwartungen und die Prognose wurde angehoben; die Nachfrage nach KI-fähigen Cybersicherheitslösungen bleibt robust.
  • Airbus: Senkt das Auslieferungsziel für 2025 auf 790 Flugzeuge aufgrund von Produktionsproblemen bei Rumpfteilen; finanzielle Ziele bleiben laut Unternehmen erhalten.
  • Boeing: Aktie legt zu nach positiven Kommentaren zur Geschäftsentwicklung 2026 und Hoffnungen auf steigende Auslieferungen.
  • Rheinmetall: Erholung nach Rückschlägen, Rückeroberung wichtiger Widerstandszone bei 1.500 Euro und Blick auf nächste Hürde bei rund 1.600 Euro.
  • Bayer: Nach starken Xetra-Gewinnen sehen Marktteilnehmer das Eingreifen hoher Instanzen als möglichen Befreiungsschlag im Glyphosat-Thema.
  • Hugo Boss: Neue Strategie “Claim 5 Touchdown” führt zu negativer Kursreaktion; Anleger zeigen sich skeptisch gegenüber der Umsetzung.
  • Volkswagen: Notiert über der 100-Euro-Marke und gilt charttechnisch als angeschlagenes Thema mit Potenzial für weitere Kursgewinne bei Durchbruch.
  • Infineon: Stabilisiert sich, gestützt durch positive Impulse aus dem Halbleitersektor nach starken US-Chipmeldungen.
  • ADP: ADP-Bericht zeigt im November einen Rückgang von 32.000 privaten Stellen und signalisiert eine spürbare Abschwächung am US-Arbeitsmarkt.
  • Oracle: Kredit-Default-Swaps weiten sich auf Niveaus, die an Höchststände seit 2009 erinnern und deuten auf erhöhtes Risikoempfinden bei Kreditderivaten hin.
  • Amazon: Bringt Trainium 3 als neuen KI-Chip auf den Markt, um KI-Modelle kosteneffizienter zu betreiben und die Abhängigkeit von Drittanbietern zu verringern.
  • Salesforce: Quartalszahlen werden nach Börsenschluss erwartet und stehen im Zentrum der heutigen Berichtssaison.
  • Macy’s: Meldet ein starkes Quartal und hebt die Einschätzung über die Holiday-Saison; Ergebnisveröffentlichung beeinflusst Einzelhandelsstimmung.
  • Dollar Tree: Übertrifft Schätzungen und hebt die Jahresprognose an; ein Zeichen für Nachfrage in Discount-Segmenten.
  • HSBC: Brendan Nelson wird zum neuen Vorsitzenden ernannt und ersetzt Mark Tucker.
  • Bitcoin: Erholung über 90.000 USD gibt dem Krypto-Markt Auftrieb; Marktteilnehmer sehen dies als Erleichterungsrally.

KALENDER Firmen & Unternehmen

Quartalszahlen

DatumUnternehmenEventDetails
Nach Börsenschluss (MEZ)Salesforce; Snowflake; C3.ai; UiPath; Five Below; Guidewire; Descartes; HealthEquity; PVH; Tilly’sQuartalszahlen (Nach Börsenschluss)Salesforce, Snowflake, C3.ai, UiPath, Five Below, Guidewire, Descartes, HealthEquity, PVH, Tilly’s

Makrodaten

DatumRegionEventDetails
Bereits veröffentlicht (MEZ)USAADP-Arbeitsmarktbericht (November)Bericht zeigte einen Rückgang von 32.000 privaten Stellen – deutliche Abschwächung des Arbeitsmarkts
16:00 MEZUSAUS Beschäftigungsdaten & ISMSchlüsselindikatoren für die Fed-Entscheidungsfindung; werden als wichtig für Zinsausblick gesehen

IM BLICKPUNKT

  • ADP-Bericht: Der starke Rückgang der privaten Stellen stärkt die Wetten auf baldige Zinssenkungen der Fed und erhöht kurzfristig die Volatilität an den Märkten.
  • AI-Wettlauf: Konkurrenz zwischen NVIDIA, Amazon (Trainium 3) und den großen AI-Anbietern (OpenAI, Google/Gemini) bleibt das dominierende Thema für Tech-Investoren.
  • Airbus vs Boeing: Die Lieferkürzung bei Airbus kontrastiert mit Hoffnungen bei Boeing und könnte die Sektorrotation in der Luftfahrt befeuern.

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