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Palo Alto Networks treibt KI-Security an – Nvidia & AMD

KURZ & KNAPP

Palo Alto Networks meldet starkes Wachstum im Bereich Next-Gen-Security und setzt mit der geplanten Übernahme von Chronosphere auf KI-gestützte Plattformlösungen. Die Branche erlebt einen Schub durch Künstliche Intelligenz, auch Wettbewerber wie CrowdStrike, Fortinet und Zscaler berichten von dynamischem Umsatzwachstum. Gleichzeitig bleibt Nvidia das Schwergewicht des KI-Zyklus, während neue Anbieter aus China wie Moore Threads technologische Konkurrenz aufbauen. Anleger beobachten zudem genau, wie sich AMD als Verfolger im KI-Chipmarkt positioniert.

Die US-Börsen beendeten die Woche mit leichten Gewinnen, getrieben von Tech- und KI-Werten, während der Kryptomarkt mit Bitcoin und Ethereum nach der Korrektur wieder fester tendiert. In den Schwellenländern rücken China und Indien als mögliche Profiteure einer für 2026 erwarteten Kapitalrotation in den Mittelpunkt. Parallel dazu sorgt der steigende Energiebedarf von KI-Rechenzentren für neue Impulse bei Infrastruktur-, Energie- und Nuklearwerten.

Asiens Märkte zeigen sich gemischt, mit leichten Gewinnen im Nikkei 225 und Unterstützung chinesischer Indizes durch heimische Halbleiterwerte wie SMIC. Geopolitische Spannungen – etwa US-Sanktionen gegen venezolanisches Öl oder mögliche Blacklists für chinesische Tech-Firmen – bleiben ein wichtiges Makrothema. Dazu kommen langfristige Trends wie die E-Mobilität in Norwegen, die Diskussion um Tiefseebergbau bei The Metals Company und eine mögliche Zins- und Währungswende, die den Euro gegenüber dem US-Dollar stützen könnte.

RÜCKSPIEGEL

Die US-Aktienmärkte gingen mit leichten Gewinnen ins Wochenende: Der S&P 500 legte um +0,08% auf 6.864 Punkte zu, der technologielastige NASDAQ 100 stieg um +0,25% auf 25.501 Punkte. Rückenwind kam vor allem von KI- und Cybersecurity-Werten; besonders auffällig war Nvidia (NVDA, $182,65, +3,93%), das den Technologie-Sektor nach oben zog. Am Kryptomarkt stabilisierte sich Bitcoin (BTC, $89.098,04, +1,07%) nach der jüngsten Korrektur, während Ethereum (ETHUSD, $3.029,14, +1,90%) ebenfalls freundlich tendierte.

In Asien zeigten sich die Börsen zum Wochenstart gemischt: Der japanische Nikkei 225 gewann +0,09% auf 50.480 Punkte, während der Hang Seng-Index in Hongkong um -0,17% auf 25.787 Punkte nachgab. Der chinesische China A50 legte um +0,53% auf 15.287 Punkte zu, unterstützt von einer anhaltenden Rallye bei heimischen Halbleiter- und Technologiewerten rund um Chinas Bestrebungen zur technologischen Unabhängigkeit. Die Aktien von SMIC profitierten im asiatischen Handel zeitweise mit Kursgewinnen von bis zu +6,3%, getrieben durch staatliche Förderfantasie und den Ausbau des heimischen KI-Ökosystems.

DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

Palo Alto Networks (PANW) – Wie stark trägt KI das Cybersecurity-Wachstum?

Palo Alto Networks (PANW) hat ein starkes Quartal vorgelegt, mit einem Umsatzplus von +16% und einem Ergebnis, das über den Erwartungen der Analysten lag. Besonders im Fokus steht der Bereich Next-Gen Security, in dem die jährlich wiederkehrenden Umsätze (ARR) um +29% auf 5,9 Milliarden Dollar kletterten. Parallel dazu stiegen die Remaining Performance Obligations (RPO) um +24% auf 15,5 Milliarden Dollar, was eine hohe Visibilität künftiger Umsätze signalisiert. Strategisch setzt Palo Alto Networks mit der angekündigten Übernahme der Observability-Plattform Chronosphere für 3,3 Milliarden Dollar in bar ein Ausrufezeichen, um KI-Workloads besser unterstützen zu können. Das Management verfolgt ein ambitioniertes Ziel und peilt bis 2030 einen ARR von 15 Milliarden Dollar an, was die Positionierung als zentrale Sicherheitsplattform im KI-Zeitalter unterstreicht.

Im Markttrend spielt Palo Alto Networks seine Stärken im Plattform-Geschäft aus: Anstatt zahlreiche spezialisierte Einzeltools zu nutzen, konsolidieren viele Unternehmenskunden ihre Sicherheitsarchitektur auf wenige große Anbieter, um Kosten und Komplexität zu senken. Davon profitiert Palo Alto mit seinem Land-and-Expand-Modell, bei dem das Unternehmen zunächst mit einem Modul beim Kunden startet und anschließend den Footprint sukzessive ausweitet. Durch die hohe Marktdurchdringung sammelt Palo Alto enorme Datenmengen, die das Training und die Qualität der eigenen KI-Sicherheitslösungen beschleunigen. KI wird damit nicht nur zum Produktfeature, sondern zum strukturellen Wettbewerbsvorteil, da bessere Modelle mehr Kunden anziehen und diese wiederum mehr Daten liefern.

Auch der Rest der Branche zeigt, wie stark KI derzeit als Wachstumstreiber für Cybersecurity wirkt: Fortinet (FTNT) meldete ein Umsatzplus von +14%, starke Billings und erfüllt seit fünf Jahren die “Rule of 40”, während CrowdStrike (CRWD) mit einem Umsatzwachstum von +22%, Rekord-Net-New-ARR von 265 Millionen Dollar und einer Bruttobindungsrate von über 95% glänzte – trotz eines Forward-KGV von 106, das die Aktie klar im Wachstums-Highend verortet. Zscaler (ZS) überraschte mit +26% Umsatzwachstum und einer freien Cashflow-Marge von 52%, während Cloudflare (NET) ein beschleunigtes Umsatzplus von +31% und RPO-Wachstum von +43% meldete. Für Anleger entsteht damit ein hochdynamisches Cluster an KI-getriebenen Security-Plattformen, in dem Bewertungsdisziplin wichtiger wird: Während Palo Alto Networks mit seiner Plattform- und Datenstärke die strukturellen Gewinnertrends adressiert, mahnen Einschätzungen wie der von Morningstar bei Titeln wie CrowdStrike und Cloudflare bereits zur Vorsicht bei der Bewertung.

Nvidia (NVDA) – Kommt 2026 der KI-Trade 2.0 mit neuer Konkurrenz aus China?

Nvidia (NVDA, $182,65, +3,93%) bleibt das definierende Unternehmen des aktuellen Bullenmarktes und treibt weiterhin Leitindizes wie den S&P 500 an, doch Strategen warnen vor einem Übergang in die Phase “KI-Trade 2.0”. In der ersten Phase stiegen nahezu alle Tech-Werte gleichzeitig, während für 2026 eine deutlich selektivere Marktphase erwartet wird. Belastungsfaktor für Nvidia ist, dass große Cloud-Anbieter und Hyperscaler zunehmend eigene Chips entwickeln, um die Abhängigkeit vom GPU-Marktführer zu reduzieren. Gleichzeitig tritt mit dem chinesischen Startup Moore Threads ein neuer Wettbewerber auf: Das Unternehmen hat mit Huashan und Lushan zwei KI-Chip-Generationen vorgestellt, deren Huashan-Chips laut CEO bei der KI-Inferenz besser als die Hopper-Serie (H100/H200) von Nvidia sein und zur Blackwell-Serie aufschließen sollen. Damit könnte der Bedarf chinesischer Firmen an Nvidia-Importen sinken, selbst wenn Exportgenehmigungen vorliegen.

Gleichzeitig bleibt das Ökosystem rund um Nvidia extrem stark: Experten verneinen eine KI-Blase nach Dotcom-Muster, da der NASDAQ mit einem KGV um 35 weit unter historischen Blasenniveaus liegt und Nvidia reale Produkte mit enormen Gewinnen liefert. Viele vermeintliche chinesische Konkurrenten wie DeepSeek bauen weiterhin auf Nvidia-Hardware und teilweise kopierten Code, was Zweifel an einem echten technologischen Aufholen nährt. Der Versuch von Moore Threads, mit der eigenen Softwarearchitektur Musa ein Äquivalent zu Nvidias CUDA zu etablieren, bringt zudem hohe Anpassungskosten für Entwickler mit sich. Im KI-Stack sehen Marktbeobachter Nvidia weiterhin als Kern, um den sich derivative Profiteure wie Marvell Technology (MRVL) gruppieren, das spezialisierte Halbleiter für Datenmanagement in großen KI-Plattformen liefert. Für Anleger bedeutet das: Der Fokus verlagert sich von einem breiten “Alles-kaufen”-KI-Trade hin zu gezieltem Stockpicking entlang der Wertschöpfungskette – mit Nvidia im Zentrum, aber wachsender Aufmerksamkeit für Verfolger wie AMD und Infrastrukturanbieter.

China & EM – Wird 2026 das Comeback-Jahr für Schwellenländer-Aktien?

Für 2026 mehren sich die Stimmen, die eine Rückkehr internationaler Investoren an die Börsen Chinas und anderer Schwellenländer erwarten, nachdem diese Märkte 2023 und 2024 vielfach als “uninvestierbar” galten. Strategen von Häusern wie Alpine Macro, OCBC und JP Morgan sprechen von einem möglichen “Strong Conviction Call” für China, da das Land parallel zur USA eine eigene technologische Sphäre in einer G2-Welt aufbaut. Drei Faktoren sollen das Vertrauen stützen: eine mögliche Bodenbildung nach vier Jahren Kontraktion im Immobiliensektor, eine Erholung des Konsumentenvertrauens sowie Entspannungssignale im Exportumfeld. Hinzu kommt, dass viele globale Portfolios extrem untergewichtet sind und schon kleinere Umschichtungen für massive Kapitalzuflüsse sorgen könnten, zumal die Geldpolitik der PBOC laut Prognosen von Bloomberg Economics mit weiteren Lockerungen von 10 bis 15 Basispunkten eher stützend wirkt. Parallel dazu wird für 2026 eine Fortsetzung der Outperformance von Schwellenländern gegenüber dem MSCI USA erwartet, getrieben von einem schwächeren US-Dollar und Bewertungsunterschieden: Während US-Aktien fast bei 2 Standardabweichungen über ihrem 10-Jahres-Schnitt handeln, liegen EM und Europa darunter.

China forciert gleichzeitig seine strategische Unabhängigkeit bei Halbleitern: Mit Anbietern wie Moore Threads, MetaX oder Biren Technology drängen zahlreiche Chip-Firmen an den Kapitalmarkt, um Milliarden für Forschung und Entwicklung einzuwerben. Das Pentagon reagiert darauf mit der Erwägung, weitere 19 chinesische Firmen – darunter DeepSeek und Unitree – auf eine Militär-Blacklist zu setzen, was die geopolitische Spannung im Technologiesektor weiter erhöht. Trotz technologischer Fortschritte bleiben Engpässe bei der Lithografie – etwa bei SMIC, das mehrere Generationen hinter TSMC zurückliegt – und bei der Software-Adaption als Ersatz für CUDA. Neben China wird auch Indien als struktureller Gewinner gesehen: Der Immobiliensektor soll 2025 institutionelle Investitionen von über 10 Milliarden Dollar anziehen, während das BIP mittelfristig um rund 7% wachsen könnte. Für Anleger rückt damit ein breiterer EM-Basket mit Schwergewichten aus China und Indien in den Blick, der von der erwarteten Dollar-Schwäche und einem globalen Rotationsprozess weg von hoch bewerteten US-Techs profitieren könnte.

Adani & Atomstrom – Wie KI-Rechenzentren eine neue Energiewelle lostreten

Der massiv steigende Energiehunger von KI-Rechenzentren wird zum Katalysator für eine neue Investitionswelle in Infrastruktur und Nuklearenergie. In Indien plant die Adani Group, bis 2030 mehr als 11 Milliarden Dollar in ihr Flughafengeschäft zu investieren – inklusive neuer Terminals und dem Ausbau der Wartungskapazitäten (MRO) – und visiert für 2027–2028 einen IPO der Flughafensparte an. Parallel dazu prüft Adani den Einstieg in den Bau kleiner modularer Kernreaktoren (SMR), wobei die staatliche Nuclear Power Corporation of India den Betrieb übernehmen soll. Diese Pläne sind eingebettet in eine breitere Strategie zur Modernisierung der indischen Infrastruktur, während das Land durch Reformen im Nuklear- und Versicherungssektor – inklusive der Zulassung von 100 % ausländischem Eigentum – weiteres Kapital anziehen will. Auf globaler Ebene wird GE Vernova als Teil des KI-Ökosystems genannt, da das Unternehmen Lösungen zur dezentralen Stromerzeugung direkt an Rechenzentrums-Standorten bereitstellt und so vom Boom neuer KI-CapEx profitiert.

Gleichzeitig erlebt der Nuklearsektor eine Renaissance, da einzelne KI-Rechenzentren inzwischen Leistungen im Gigawatt-Bereich benötigen, was dem Stromverbrauch ganzer Städte entspricht. Ein Beispiel dafür ist Oklo Inc., das auf kompakte Reaktoren setzt und trotz hoher Volatilität an der Börse als Teil eines langfristigen Makrotrends zur CO₂-armen Stromerzeugung und Energieunabhängigkeit gesehen wird. Neben Kernkraft rücken auch Geothermie, Solarenergie und großskalige Batteriespeicher – etwa von Anbietern wie Freyr Battery im Rahmen von Projekten wie der “Giga Arctic”-Fabrik – in den Fokus, um Stromspitzen der KI-Infrastruktur abzufedern. Energie wird zunehmend als Synonym für nationale Souveränität und wirtschaftlichen Überfluss verstanden, und Investoren suchen entlang der gesamten Lieferkette – von Erzeugung über Netzausbau bis zu Speichertechnologien – nach Profiteuren des KI-Booms. Für mittelfristig orientierte Anleger entsteht damit ein neues Themenfeld jenseits der klassischen Chipwerte, das stark von Regulierung, Projektfinanzierung und technologischem Fortschritt abhängt.

Bitcoin & Krypto – Ist der Ruecksetzer die Einstiegschance vor 2026?

Bitcoin (BTC, $89.098,04, +1,07%) hat nach seinem Allzeithoch über 120.000 Dollar eine Korrektur hinter sich und steht laut Experten vor einer möglichen nächsten Aufwärtsbewegung. Für den Jahreswechsel wird das aktuelle Kursniveau als interessante Einstiegsgelegenheit gesehen, da viele “Schwachhände” aus dem Markt gedrängt wurden und das Thema in der breiten Finanzpresse weniger präsent ist – oft ein klassisches Setup für neue Rallys. In einer Umfrage sprachen sich 65 % der befragten Anleger für einen Einstieg jetzt aus, während Gewinne aus Edelmetallen teils in Krypto-Werte umgeschichtet werden könnten. Strategen erwarten für 2026 drei dominante Trends: stärkere Zuflüsse von institutionellen Bilanzen, die zunehmende Dominanz von Perpetual Futures – aktuell bereits rund 60 % des Bitcoin-Volumens – und die großflächige Adoption von Stablecoins als Settlement-Layer im globalen Finanzsystem. Kursprognosen reichen dabei je nach Szenario bis 200.000 bis 250.000 Dollar je Bitcoin bis Ende 2026, getragen von wachsender regulatorischer Klarheit.

Auf Unternehmensseite positioniert sich Coinbase (COIN) mit seinem optimistischen Chief Legal Officer Paul Grewal als Profiteur dieser Entwicklung und setzt auf den geplanten “Clarity Act” in den USA, der eine klare Marktstruktur für Krypto-Assets schaffen soll. Banken beginnen, das Potenzial von Stablecoins zu erkennen und wollen zunehmend als Partner bei der Infrastruktur auftreten. Gleichzeitig entsteht mit Titeln wie CleanSpark (CLSK) ein Hybrid-Exposure: Der kostengünstige Bitcoin-Miner betreibt eigene Rechenzentren mit günstiger Energie und wandelt überschüssige Kapazitäten in KI-Rechenzentren um – eine Kombination aus Krypto- und KI-Story, die bei einem KGV von 8 bis 10 als vergleichsweise günstig gilt. Für Anleger verschiebt sich der Fokus damit weg von rein spekulativen Momentum-Trades hin zu strukturellen Profiteuren der institutionellen Krypto-Adoption, bei denen Infrastruktur, Regulierung und Energieeffizienz eine zentrale Rolle spielen.

KURZNEWS

  • Venezuela – Oelblockade: Die US-Regierung unter Donald Trump verschärft die Blockade gegen venezolanisches Öl und verfolgt mit der “Bella One” bereits den dritten Öltanker, um die Haupteinnahmequelle des Maduro-Regimes zu kappen. Während sanktionierte und nicht-sanktionierte Reedereien zunehmend verunsichert sind und Venezuela bei anhaltenden Exportbeschränkungen Ölquellen schließen müsste, profitiert Chevron von einer Sonderlizenz, die eine Fortsetzung der Produktion im Land erlaubt.
  • Chevron – Sonderrolle in Venezuela: Trotz verschärfter US-Sanktionen gegen venezolanische Ölexporte bleibt Chevron laut CEO Mike Wirth mit einer speziellen Lizenz ein zentraler Akteur im Land. Langfristig könnte ein politischer Wandel in Venezuela ein enormes Investitionspotenzial freisetzen, da das Land zwar über die weltweit größten Ölreserven verfügt, derzeit aber weniger als 1 % der globalen Nachfrage deckt.
  • US-Staedte – Migrationskosten explodieren: Die Migrationskrise belastet die Haushalte großer US-Städte massiv: New York City gab im Geschäftsjahr 2023 rund 1,47 Milliarden Dollar für Migrationsdienstleistungen aus, Chicago seit Oktober 2022 über 194 Millionen Dollar. Texas schätzt seine Kosten durch illegale Einwanderung auf 13,4 Milliarden Dollar und investierte über 148 Millionen Dollar, um Migranten in sogenannte “Sanctuary Cities” zu transportieren, was Experten als langfristig fiskalisch kaum tragbar einstufen.
  • US-Immobilien – Versicherungsluecken wachsen: In den USA ziehen sich große Versicherer wie State Farm und Allstate aus Risikostaaten wie Kalifornien, Louisiana und Florida zurück, da Klimarisiken Häuser teils unversicherbar machen. In zwölf Bundesstaaten haben sich die Durchschnittsprämien in den letzten Jahren mehr als verdoppelt, während Programme wie der kalifornische “Fair Plan” als Notfalllösung oft bis zum Sechsfachen der Standardtarife kosten und damit Druck auf einen Sektor ausüben, der 15–18 % des US-BIP ausmacht.
  • Tech-Sektor – Entlassungen trotz starker Konjunktur: Zu Beginn des Jahres 2024 setzt sich die Entlassungswelle bei US-Techkonzernen wie Google, Amazon, LinkedIn und Snap fort, obwohl die Gesamtwirtschaft robust bleibt und die Arbeitslosenquote bei nur 3,7 % liegt. Unternehmen priorisieren Profitabilität und verlagern Ressourcen in den Bereich Künstliche Intelligenz, während Stellenausschreibungen für Gen-AI-Jobs um +500 % gestiegen sind und klassische Softwarepositionen abgebaut werden.
  • Boeing – Qualitaetskrise haelt an: Boeing (BA) steht nach dem Türstopfen-Zwischenfall bei einer 737 MAX 9 weiter unter Druck, die Aktie liegt im Jahresverlauf rund -30 % zurück. Um die Qualitätsprobleme in den Griff zu bekommen, verhandelt Boeing über einen Rückkauf von Spirit AeroSystems, dem 2005 ausgegliederten Rumpfhersteller, während die FAA eine Ausweitung der 737-MAX-Produktion vorerst untersagt hat.
  • Spirit AeroSystems – Abhaengigkeit von Boeing: Spirit AeroSystems generierte 2023 etwa 70 % seines Umsatzes mit Boeing und leidet stark unter den gedrosselten Auslieferungsraten, die die Aktie in vier Jahren um über 60 % fallen ließen. Nach Entlassungsankündigungen von bis zu 450 Mitarbeitern meldete das Unternehmen durch neue Inspektionsprotokolle zwar eine Qualitätsverbesserung von 15 %, bleibt aber stark von einer Stabilisierung bei Boeing abhängig.
  • Carnival Corp – Kreuzfahrtboom traegt: Carnival Corp (CCL) sprang nach starken Quartalszahlen und der Wiederaufnahme der Dividende um fast +10 % nach oben. Kommentatoren wie Jim Cramer sehen den Kreuzfahrtanbieter als Schnäppchen im Segment zyklischer Konsumausgaben, da Carnival unerwartet stark von der Resilienz der US-Verbraucher profitiert und optimistische Ausblicke für das kommende Jahr gab.
  • FedEx – Fokus auf B2B zahlt sich aus: FedEx (FDX) überzeugte mit starken Quartalszahlen, die vor allem aus dem profitableren B2B-Geschäft stammen, inklusive einer dominanten Stellung bei Pharmalieferungen in den USA. Trotz Gegenwinds durch Zölle und Handelskonflikte mit China empfiehlt Jim Cramer, Rücksetzer zum Einstieg zu nutzen, da die strategische Neuausrichtung weg vom reinen Endkundengeschäft Früchte trägt.
  • Dell – Insiderkaeufe stützen Vertrauen: Dell (DELL) leidet unter steigenden Komponentenkosten, die auf die Margen drücken, bleibt aber für einige Marktbeobachter ein Kaufkandidat. Jim Cramer rät Anlegern, Kursschwächen im Bereich von 110–115 Dollar zu nutzen, zumal Gründer Michael Dell selbst Aktien zukauft und damit Vertrauen in die eigene Restrukturierungsstrategie signalisiert.
  • Goldman Sachs – Finanzriese outperformt Tech: Goldman Sachs (GS) hat mit einem Kursplus von rund +56 % in diesem Jahr viele der “Magnificent Seven” übertroffen. Das starke Wachstum im IPO- und M&A-Geschäft macht die Investmentbank laut Cramer zu einem der attraktivsten Finanztitel, da sie Tech-ähnliche Wachstumsraten bei vergleichsweise geringerem Risiko liefert.
  • Cura Oncology – Spekulativer Biotech-Gewinner: Cura Oncology (ehemals Kura Oncology) sorgte mit der FDA-Zulassung des Leukämiemedikaments Comzifty für Aufsehen und löste eine Meilensteinzahlung von 135 Millionen Dollar durch Partner Kyowa Kirin aus. Mit einer Barreserve von 745 Millionen Dollar und einer Marktkapitalisierung von nur rund 500 Millionen Dollar sehen Analysten in weiteren Indikationserweiterungen die Chance auf einen Milliardenmarkt, was die Aktie zu einem hochspekulativen, aber chancenreichen Biotech-Play macht.
  • Jacobio Pharma – Mega-Deal mit AstraZeneca: Das chinesische Biotech-Unternehmen Jacobio Pharma hat eine globale Exklusivlizenz mit AstraZeneca (AZN) für einen experimentellen PAN KRAS-Inhibitor geschlossen. Jacobio erhält zunächst 100 Millionen Dollar und könnte bei Erfolgen bis zu 1,915 Milliarden Dollar an Meilensteinen plus gestaffelte Lizenzgebühren vereinnahmen; Co-CEO Andrea Wang Gillum erwartet in vier bis fünf Jahren erstmals Profitabilität.
  • Tesla – Marktfuehrer in Norwegen: Tesla (TSLA) bleibt die beliebteste Automarke in Norwegen mit einem Marktanteil von 20 % und dem Model Y als meistverkauftem Auto 2023. Das bereits vor über einem Jahrzehnt aufgebaute Supercharger-Netzwerk – inzwischen auch für andere Marken geöffnet und mit V4-Schnellladern ausgestattet – sichert Tesla einen erheblichen Wettbewerbsvorteil bei Verfügbarkeit und Ladegeschwindigkeit.
  • Norwegen – EV-Paradies Europas: In Norwegen waren 2023 über 82 % der Neuwagen rein elektrisch und über 90 % inklusive Plug-in-Hybriden, womit das Land weltweit führend in der E-Mobilität ist. Steuerbefreiungen, vergünstigte Maut und Busspurnutzung sowie nahezu vollständig aus Wasserkraft stammender Strom haben diesen Boom getrieben, während nun der Ausbau städtischer Ladeinfrastruktur – etwa mit über 2.000 öffentlichen Ladepunkten in Oslo – im Fokus steht.
  • US-Autoreparaturen – Kosten laufen davon: Die Kosten für Wartung und Reparatur von Fahrzeugen in den USA sind zwischen 2013 und 2023 im Schnitt um +4,1 % pro Jahr gestiegen und damit deutlich schneller als die allgemeine Inflation von +2,8 %. Der durchschnittliche Kostenvoranschlag lag 2023 bei 4.721 Dollar, getrieben von komplexerer Fahrzeugtechnik, teureren Teilen, Fachkräftemangel und Lieferkettenproblemen – wobei Elektroautos teils besonders teuer in der Reparatur sind, auch wenn ihre laufenden Wartungskosten niedriger ausfallen können.
  • US-Einzelhandel – Retouren werden zur Milliardenschwere Last: US-Händler hatten 2023 mit retournierten Waren im Wert von 743 Milliarden Dollar zu kämpfen, was etwa 14,5 % der Verkäufe entspricht. Schätzungen zufolge entfallen rund 24,5 Milliarden Dollar auf Betrug; viele Händler führen deshalb Rücksendegebühren ein oder nutzen Dienstleister wie The Retail Equation, um das Rückgabeverhalten zu überwachen – ein Vorgehen, das Datenschutzdebatten und Klagen auslöst.
  • Monster Beverage – Langfristiger Rendite-Koenig: Monster Beverage (MNST) gilt als eine der erfolgreichsten Aktien der vergangenen 30 Jahre mit einer Rendite von etwa 200.000 %, ausgehend von der Übernahme des damaligen Hansen Natural aus der Insolvenz. Mit einem Umsatz von 7 Milliarden Dollar im Jahr 2023 – und der Aussicht, 2024 die 8-Milliarden-Marke zu überschreiten – sowie einer strategischen 20-%-Beteiligung von Coca-Cola demonstriert Monster, wie stark langfristige Outperformance auch außerhalb des klassischen Tech-Sektors möglich ist.
  • Nescafe – Kaffeeriese gegen den Klimawandel: Nescafe ist mit einem Jahresumsatz von 11,6 Milliarden Dollar das größte Kaffeesegment von Nestlé und die drittgrößte alkoholfreie Getränkemarke der Welt. Um die Versorgung zu sichern, arbeitet Nestlé mit über 100.000 Farmern zusammen und investiert mehr als 1 Milliarde Dollar in Nachhaltigkeit und regenerative Landwirtschaft, da steigende Temperaturen bis 2050 bis zu 50 % der heutigen Kaffeeanbauflächen bedrohen könnten.

IM BLICKPUNKT

  • Analysten zu AMD: Experten sehen AMD (AMD) als Top-Verfolger von Nvidia im KI-Bereich und erwarten nach dem charttechnischen Ausbruch über 200 Dollar weiteres Kurspotenzial. Das Konsenskursziel liegt bei rund 286 Dollar, einige Stimmen trauen der Aktie bis 2026 Kurse um 320 Dollar zu – ein Aufwärtspotenzial von etwa +50 % gegenüber dem aktuellen Niveau.
  • Analysten zu Alphabet: Nach einem starken zweiten Halbjahr hat Alphabet (GOOGL) den erwarteten Kursanstieg von rund +50 % bereits weitgehend vollzogen. Marktbeobachter rechnen nun mit einer technischen Korrektur von etwa 20 %, sehen aber im Bereich von 240–250 Dollar attraktive Wiedereinstiegschancen und erwarten einen Favoritenwechsel innerhalb der “Magnificent Seven” zugunsten von Werten wie AMD.
  • Analysten zu Nvidia: Trotz wachsender Konkurrenz und einer gewissen Nachrichtenrotation hin zu Verfolgern wie AMD bleibt Nvidia (NVDA, $182,65, +3,93%) laut vielen Experten langfristig attraktiv. Verkäufe von Softbank in Nvidia-Beteiligungen dienen vor allem der Liquiditätsbeschaffung für Engagements wie die 22,5 Milliarden Dollar schwere Unterstützung von OpenAI, während Engpässe bei der Verfügbarkeit von Blackwell-Chips kurzfristig Chancen für Wettbewerber eröffnen.
  • Analysten zu Gold & Silber: Gold und Silber haben neue Rekordstände markiert, mit Gold über 4.381 Dollar je Unze und Silber in Richtung 70 Dollar. Analysten sehen kurzfristig zwar Konsolidierungsgefahr nach der Rally, langfristig werden jedoch Kursziele von 4.450–4.460 Dollar für Gold und über 100 Dollar für Silber diskutiert, was als Misstrauensvotum gegenüber dem US-Dollar interpretiert wird.
  • Analysten zu EUR/USD: Für das Währungspaar Euro/US-Dollar erwarten Devisenstrategen eine anhaltende Dollar-Schwäche, was den Euro stützen dürfte. Kurzfristig wird ein Anlauf auf das Jahreshoch knapp unter 1,19 US-Dollar erwartet, mittelfristig sehen einige Experten neue zyklische Hochs im Bereich von 1,20–1,22, wobei das aktuelle Niveau um 1,1720 als “Abschussrampe” beschrieben wird.
  • Analysten zu Marvell Technology: Marvell Technology (MRVL) wird als essenzieller Baustein im KI-Tech-Stack gesehen, da das Unternehmen spezialisierte Halbleiter für Datenspeicherung und -management großer KI-Plattformen liefert. Nach einer starken Volatilität – von einem Hoch bei 130 Dollar auf 55 Dollar und anschließender Erholung – empfehlen Analysten wie Adam Johnson die Aktie als “Must-Own”-Name im KI-Ökosystem.
  • Analysten zu CleanSpark: CleanSpark (CLSK) wird als attraktives Hybrid-Investment zwischen Bitcoin-Mining und KI-Infrastruktur hervorgehoben. Mit einem KGV von nur 8–10 und der Strategie, eigene, günstig betriebene Rechenzentren teilweise in KI-Center umzuwandeln, sehen Analysten in CleanSpark ein vergleichsweise günstig bewertetes Vehikel, um sowohl am Krypto- als auch am KI-Boom zu partizipieren.
  • Analysten zu Oklo Inc.: Oklo Inc. (OKLO) wird im Kontext des KI-getriebenen Energiehungers als spekulativer Profiteur der Renaissance der Kernenergie betrachtet. Trotz Bedenken über aktuell fehlende Profitabilität und die hohe Volatilität der Aktie verweisen Analysten auf das langfristige Potenzial kompakter Reaktoren für Rechenzentren im Gigawatt-Bereich und sehen ein Investment als Wette auf einen 5- bis 10-jährigen Strukturtrend zur CO₂-armen Stromversorgung.
  • Analysten zu The Metals Company: The Metals Company (TMC) steht im Mittelpunkt der Debatte um Tiefseebergbau zur Sicherung kritischer Mineralien für Batterien und Re-Industrialisierung. Analysten betonen, dass neben der technologischen Machbarkeit vor allem regulatorische und ökologische Risiken entscheidend sind; gelingt der Spagat, könnte TMC von der Onshoring-Strategie der USA profitieren, sofern Kostenparität zum konventionellen Bergbau erreicht wird.


NVIDIA: China-Deal bewegt AMD & Intel mit

KURZ & KNAPP

Die Freigabe von NVIDIAs H200-Chips für China unter Auflagen durch Präsident Trump sorgt für neuen Diskussionsstoff im KI-Sektor. Auch AMD und Intel stehen im Fokus, profitieren aber zunächst weniger stark von der Neuausrichtung der US-Technologiepolitik. Parallel eskaliert der Bieterwettstreit um Warner Bros. Discovery zwischen Paramount Skydance und Netflix. Die Deals werfen Fragen nach Regulierung, geopolitischen Risiken und der künftigen Machtverteilung in Streaming und Halbleitern auf.

Am breiten Markt richtet sich der Blick auf die anstehende Entscheidung der Fed und die Frage nach einer möglichen „hawkischen Zinssenkung“. Unternehmensseitig prägen Nachrichten zu PepsiCo, Home Depot, CVS Health und mehreren US-Tech- und Softwarewerten den Handel. Zudem bewegen M&A-News um IBM und Confluent sowie Kursreaktionen bei Marvell, Broadcom und Tesla einzelne Branchen.

In Deutschland klafft die Lücke zwischen schwacher Industrie und einem nahe Rekordhochs notierenden DAX weiter auseinander. Rüstungswerte wie Rheinmetall und Immobilien- sowie Konsumtitel wie Vonovia und Bayer illustrieren die Sektorrotation im Leitindex. Makroseitig stehen JOLTS-Daten, der FOMC-Zinsentscheid und mögliche weitere Schritte der EZB im Zentrum der Aufmerksamkeit.

AUSBLICK US-Märkte

Deutschland & Europa

In Europa bleibt die Zinsdynamik zweigeteilt: Während die EZB bereits mehrere Schritte zur Lockerung unternommen hat, diskutieren einige Währungshüter inzwischen wieder offen über die Möglichkeit einer nächsten Anhebung, falls die Inflation nicht nachhaltig zurückgeht. Der DAX handelt trotz der strukturellen Schwäche der deutschen Industrie nahe Rekordniveau bei etwa 24.141 Punkten, sodass die Reaktion auf die US-Fed-Signale und die europäischen Inflationsdaten besonders aufmerksam verfolgt wird. In Australien hat die RBA die Leitzinsen zum dritten Mal in Folge bei 3,6% belassen und signalisiert, dass sie vorerst in einer verlängerten Pause bleibt, ehe sie bei anhaltend hartnäckiger Inflation frühestens 2026 wieder anheben könnte. Für europäische Anleihemärkte und Währungen bedeutet die Mischung aus Fed-Senkungen und möglicher EZB-Zögerlichkeit anhaltend volatile Renditen entlang der Zinskurve.

US-Ausblick

In den USA steht diese Woche ganz im Zeichen der Geldpolitik: Das FOMC hat heute seine zweitägige Sitzung begonnen, und die Märkte preisen eine nahezu sichere dritte Zinssenkung in diesem Jahr ein, wobei der Fokus weniger auf dem Schritt selbst als auf der Tonlage von Jerome Powell und dem Dot Plot liegt. Parallel dazu rücken die heutigen JOLTS-Stellangebotsdaten und die Quit-Rate in den Vordergrund, weil sie Hinweise liefern, ob sich der Arbeitsmarkt weiter abkühlt. Für die kommenden Quartale preist der Markt zusätzliche Kürzungen bis 2026 ein, während Investoren aufmerksam verfolgen, ob die Fed eher eine “hawkische Senkung” signalisiert oder Spielraum für weitere Lockerungen lässt. Für den S&P 500, der aktuell bei rund 6.850 Punkten nahezu unverändert notiert, könnte jede Abweichung von den Erwartungen kurzfristig deutliche Ausschläge auslösen.

DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

Was bedeutet Trumps Freigabe von Nvidias H200-Chips für China wirklich für den Chip-Sektor?

Die Freigabe von Nvidias H200-Exporten nach China durch Präsident Trump – gegen eine Abgabe von 25% an die US-Regierung und beschränkt auf geprüfte Kunden – öffnet für den Konzern einen potenziellen Milliardenmarkt und markiert zugleich einen klaren Kurswechsel in der US-Technologiepolitik. Nvidia (NVDA) hatte den chinesischen KI-Markt auf jährlich 50–60 Milliarden Dollar geschätzt und war durch frühere Exportverbote de facto vom wichtigsten Auslandsmarkt abgeschnitten; die Aktie reagiert darauf mit leichten Gewinnen und notiert aktuell bei rund 184,91 Dollar (-0,34% intraday nach vorbörslichen Zugewinnen). Für AMD (AMD, aktuell etwa 220,11 Dollar, -0,45%) und Intel (INTC, rund 40,37 Dollar, +0,17%) gilt derselbe Politikrahmen, doch profitieren sie zunächst weniger stark, weil ihre High-End-KI-Angebote in China nicht so dominant sind wie Nvidias H200-Plattform.

Strategisch versucht die Trump-Regierung, einen Kompromiss zu fahren: ökonomisch will man US-Chipkonzernen den Zugang zu einem lukrativen Markt zurückgeben und Steuereinnahmen abschöpfen, sicherheitspolitisch bleiben Blackwell- und andere absolute Spitzenchips weiterhin tabu und nur selektierte kommerzielle Kunden erhalten Zugriff. Kritiker warnen dennoch, dass selbst H200-Kapazität Chinas militärische KI-Projekte indirekt stärken könnte, während Peking laut Berichten erwägt, den Zugang seinerseits zu begrenzen, um heimische Anbieter wie Huawei, Capricorn und Enflame zu schützen. Für Investoren bedeutet der Schritt kurzfristig Rückenwind für Nvidia-Umsatzschätzungen und stützt den übergeordneten KI-Trade, gleichzeitig steigt jedoch das politische Risiko: Exportregeln können erneut verschärft werden, und der beginnende Technologiekorridor zwischen USA und China bleibt hochgradig unsicher. Im Sektor insgesamt dürfte die Entscheidung den Druck auf chinesische Käufer erhöhen, sich kurzfristig mit zugelassenen US-Chips einzudecken – während westliche Hyperscaler parallel mit Eigenentwicklungen und Partnern wie Broadcom versuchen, ihre Abhängigkeit von Nvidia längerfristig zu verringern.

Warum eskaliert der Bieterkrieg zwischen Paramount und Netflix um Warner Bros. Discovery?

Der Übernahmekampf um Warner Bros. Discovery hat sich zu einem der spektakulärsten Deals der jüngeren Hollywood-Geschichte entwickelt, weil Paramount Skydance mit einem feindlichen Barangebot von 30 Dollar je Aktie die bereits vereinbarte Transaktion mit Netflix frontal angreift. Während das ursprüngliche Netflix-Paket (NFLX, aktuell etwa 96,65 Dollar, -0,14%) aus Cash und Aktien einem Gegenwert von knapp 28 Dollar je WBD-Aktie und einer Enterprise-Value-Größe von rund 83 Milliarden Dollar entsprach, würde das reine Barangebot von Paramount die Bewertung von Warner Bros. Discovery auf etwa 108 Milliarden Dollar inklusive Schulden heben – ein Aufschlag von gut 18 Milliarden Dollar zusätzlicher Liquidität für die Zielaktionäre. Entsprechend steigen WBD-Papiere weiter und notieren derzeit bei rund 27,64 Dollar (+1,51%), während Paramount-Aktien nach einem Kurssprung von +9% am Vortag nochmals leicht anziehen.

Die Logik hinter den Angeboten ist grundverschieden: Für Netflix wäre Warner vor allem eine massive Katalog- und Studioerweiterung, die das ohnehin dominante Streaming-Geschäft geografisch und in der IP-Tiefe absichert, allerdings mit erheblichen Kartellrisiken, da eine kombinierte Netflix-Warner-Einheit den globalen Streamingmarkt klar dominieren würde. Paramount Skydance hingegen zielt auf einen klassischen Industriekonsolidierer: die Kombination zweier Studios soll Synergien von rund 6 Milliarden Dollar heben und eine fokussierte Studio- und Streaming-Plattform formen, die einfacher durch die Wettbewerbsprüfung kommt. Politisch wird der Deal zusätzlich aufgeladen, weil Präsident Trump öffentlich Bedenken gegen die Marktmacht einer Netflix-Warner-Fusion geäußert hat und sein Schwiegersohn Jared Kushner über den von ihm beratenen Fonds Affinity Partners offen im Paramount-Lager steht. Für Anleger in Warner-Bros.-Aktien eröffnet der Bieterkrieg kurzfristig eine attraktive Übernahmeprämie, birgt aber auch das Risiko, dass hohe Break-up-Fees von bis zu 5,8 Milliarden Dollar (Netflix) bzw. 5 Milliarden Dollar (Paramount) und ein regulatorisches Veto den Wert wieder vernichten. Strategisch steht Hollywood vor einer Weichenstellung: Entweder entsteht ein noch dominanterer globaler Streamer mit integriertem Studio oder ein neuer, schlagkräftiger Studiokonzern, während rein lineare Medienplayer weiter unter Druck geraten.

Wie wahrscheinlich ist eine „hawkische Zinssenkung“ der Fed und was bedeutet sie für die Märkte?

Eine Zinssenkung der US-Notenbank Fed gilt für die morgige FOMC-Sitzung als nahezu ausgemachte Sache, doch die Märkte sorgen sich zunehmend, dass Jerome Powell die Lockerung mit einer klar “hawkischen” Botschaft verbindet. Laut CME FedWatch wird eine weitere Kürzung um 25 Basispunkte mit rund 89–90% Wahrscheinlichkeit eingepreist, während US-Staatsanleiherenditen – insbesondere die 10-jährige bei etwa 4,17% – in den letzten Wochen trotz vorangegangener Cuts wieder auf Mehrmonatshochs geklettert sind. Investoren fokussieren sich weniger auf den Einzelschritt, sondern auf Dot Plot, Dissent im FOMC und die Formulierungen zur künftigen Pfadabhängigkeit: Bleibt das Narrativ “higher for longer” trotz Senkungen bestehen, könnte das die Euphorie auf weitere schnelle Cuts 2026 deutlich dämpfen.

Makroseitig erschweren hartnäckige Inflationstendenzen und eine nur moderat abkühlende Konjunktur die Gratwanderung der Fed, die zwischen ihrer Preisstabilitätsmission und der Vermeidung eines 2022er-Szenarios neuer Inflationsschübe balancieren muss. Gleichzeitig deuten schwächere Konsum- und Arbeitsmarktsignale – etwa der jüngste Anstieg der US-Arbeitslosenquote auf 4,4% und eine abnehmende Dynamik in Jobangeboten – darauf hin, dass eine zu restriktive Politik die Wirtschaft in eine “versteckte Rezession” drängen könnte, in der das reale Wachstum hinter der Inflation zurückbleibt. Für Aktien bedeutet ein glaubwürdiger Pfad gradueller Zinssenkungen bei kontrollierter Inflation Rückenwind für Bewertungsmultiples, besonders in zinssensiblen Sektoren wie Tech und Immobilien; das Hauptrisiko wäre hingegen ein Schwenk zu erneuten Straffungssignalen, falls die Inflation wieder anzieht. Vor diesem Hintergrund dürfte der S&P 500, der aktuell knapp über 6.800 Punkten pendelt, in den nächsten 24 Stunden stark von jedem Halbsatz in Powells Statement abhängen.

Warum steht die deutsche Wirtschaft unter Druck, während der DAX an Rekordhochs kratzt?

Die deutsche Realwirtschaft steckt in einer strukturellen Stagnation, obwohl der DAX mit aktuell rund 24.141 Punkten nur knapp unter seinen Rekordständen und einer möglichen nächsten Hürde um 24.500–24.800 Punkte notiert, was die Diskrepanz zwischen Industrie-Realität und Börsenbewertung deutlich macht. Das IFO-Geschäftsklima schwächelt, der Maschinenbau klagt über Investitionszurückhaltung, im Baugewerbe brechen Aufträge weg und in der Automobilindustrie wächst die Angst vor massivem Stellenabbau – ein Industrieverband nach dem anderen warnt vor einem “strukturellen Industrie-Absturz”. Zugleich versucht die EZB, mit bereits sieben Zinssenkungen seit Juni 2024 die Wirtschaft zu stützen, während zuletzt sogar wieder über mögliche Anhebungen diskutiert wird, falls sich die Inflation nicht beruhigt, was die Planbarkeit für Unternehmen zusätzlich erschwert.

Bemerkenswert ist, dass ausgerechnet der Verteidigungssektor zum heimlichen Wachstumsmotor wird: Deutschland will nächste Woche voraussichtlich 29 Beschaffungsverträge im Volumen von rekordverdächtigen 52–61 Milliarden Dollar für die Bundeswehr beschließen, um die stärkste konventionelle Armee Europas aufzubauen. Davon profitieren Aktien wie Rheinmetall, die nach der Rückeroberung der Marke von 1.500 Euro inzwischen um 1.630 Euro handeln und in einem strukturellen Rüstungsboom verankert sind, während Industriekonglomerate wie ThyssenKrupp trotz Rüstungsbezug abrutschen: Die Aktie verlor nach schwacher Prognose und der Ankündigung eines Verlusts im kommenden Geschäftsjahr zeitweise fast 10% und generierte mit dem Bruch des 50-Tage-Durchschnitts ein charttechnisches Verkaufssignal. Für Anleger entsteht damit ein zweigeteiltes Deutschland-Bild: Auf der einen Seite ein indexgetragener Bullenmarkt, gespeist von globalen Champions und Rüstungstiteln, auf der anderen Seite eine Breite der Industrie, die mit Energiekosten, Regulierung und Nachfrageschwäche kämpft – ein Spannungsfeld, das politischen und markttechnischen Zündstoff für 2026 birgt.

Wie zwingt der Aktivist Elliott Pepsi zu einer radikalen Portfolio-Diät?

PepsiCo geht auf Druck des aktivistischen Investors Elliott Investment Management in die Offensive und streicht fast 20% seiner US-Produktpalette, um Kosten zu senken, die Lieferkette zu straffen und sich stärker auf margenstärkere, nachgefragte Marken und erschwinglichere Produkte zu konzentrieren. Der Konzern plant parallel Entlassungen in Nordamerika, eine umfassende Supply-Chain-Review und Investitionen in Innovation mit “cleanen” Rezepturen – also einfacheren Zutaten ohne künstliche Farben und Aromen –, um ab 2026 das organische Umsatzwachstum zu beschleunigen und Rekord-Produktivitätseinsparungen sowie höhere Kernmargen zu erzielen. CEO Ramon Laguarta betont, dass die Maßnahmen unmittelbar aus den Gesprächen mit Elliott hervorgehen und dazu dienen sollen, das Portfolio konsequent auf die Preis- und Qualitätspräferenzen eines unter Druck stehenden Verbrauchers auszurichten.

Der Umbau fügt sich in ein größeres Bild: “Erschwinglichkeit” ist zum Leitmotiv globaler Konsumgüterkonzerne geworden, da die Lebenshaltungskostenkrise viele Haushalte zu Downgrades und bewussterem Einkauf zwingt – ein Thema, das in Unternehmensguidances und politischen Programmen gleichermaßen dominiert. Während große Player wie PepsiCo durch aktiven Portfoliomanagement, Skaleneffekte und Kostensenkungsprogramme die Marge sogar steigern können, geraten kleinere Marken und Händler, die Preisdruck eher schlucken müssen, zunehmend ins Hintertreffen. Für Anleger signalisiert der Deal mit Elliott zweierlei: Zum einen dürfte der Fokus auf Produktivität und Cash-Generierung den Investment-Case von PEP als defensiven Qualitätswert stärken, zum anderen zeigt er, dass aktivistische Investoren auch bei vermeintlichen “Burggraben-Unternehmen” im Konsumgütersektor bereit sind, tief in die operative Strategie einzugreifen, wenn sie Renditepotenzial sehen.

KURZNEWS

  • Home Depot (HD): Der Baumarktriese gab auf seinem Investorentag einen vorsichtigen Ausblick mit erwarteten vergleichbaren Umsätzen von lediglich flach bis +2%, da er kurzfristig keine Erholung des US-Wohnungsmarkts sieht.
  • Toll Brothers (TOL): Der Luxus-Hausbauer enttäuschte trotz starker Ausgangslage mit einem zurückhaltenden Ausblick und warnte vor Schwäche in vielen Regionen; die Aktie reagierte im vorbörslichen Handel mit rund -4,5%.
  • CVS Health (CVS): Auf dem Investorentag signalisierte der Konzern, dass die Umsätze 2026 unter einigen Wall-Street-Erwartungen liegen könnten, hob aber die Gewinnprognose an und erwartet ein bereinigtes EPS am unteren Ende eines Bereichs um 7–7,20 Dollar.
  • AutoZone (AZO): Der Teilehändler verfehlte die Gewinnerwartungen, mahnt eine zunehmende Konsumzurückhaltung bei größeren Reparaturausgaben an, will aber mit aggressiver Expansion Marktanteile gewinnen; die Aktie liegt vorbörslich etwa 1,7% im Minus.
  • IBM (IBM) / Confluent (CFLT): IBM kauft die Daten-Streaming-Plattform Confluent für rund 11 Milliarden Dollar, um die eigene KI-Softwareplattform mit Echtzeitdaten zu stärken, was Confluent-Aktien zeitweise um fast +30% nach oben trieb.
  • ASML (ASML): Europas wertvollster Techkonzern bleibt ein Engpasslieferant der globalen KI-Lieferkette; der CEO betont prall gefüllte Auftragsbücher, während Exportrestriktionen zwar belasten, aber den Nachfrageboom bisher nicht bremsen.
  • Marvell Technology (MRVL) / Broadcom (AVGO) / Microsoft (MSFT): Marvell rutschte um rund -7% ab, nachdem Berichte über eine mögliche engere Chip-Kooperation von Microsoft mit Rivalen Broadcom die Sorge vor Marktanteilsverlusten schürten.
  • Tesla (TSLA) / BYD: Tesla kämpft in Europa mit drastisch eingebrochenen Verkäufen, während der stark subventionierte chinesische Wettbewerber BYD seinen Marktanteil mit günstigen, qualitativ verbesserten E-Autos ausbaut.
  • Vonovia (VNA): Die Aktie rutschte auf ein neues Jahrestief um 23,90 Euro, da Spekulationen über eine mögliche erneute Zinserhöhung der EZB die ohnehin angeschlagene europäische Immobilienbranche zusätzlich belasten.
  • Bayer (BAYN): Nach einer deutlichen Kurszielanhebung durch JPMorgan von 25 auf 50 Euro setzte die Aktie ihre kräftige Erholung fort und bleibt ein Momentum-Titel im DAX.
  • Rheinmetall (RHM) / Nordex (NDX1): Rüstungswerte wie Rheinmetall profitieren von Rekord-Aufrüstungsprogrammen in Europa, während Nordex mit neuen Windkraftaufträgen aus Frankreich und Belgien dem Jahreshoch bei rund 28,50 Euro näherkommt.
  • PepsiCo (PEP): Der Konzern streicht auf Druck des aktivistischen Investors Elliott knapp 20% seiner US-Produktpalette, prüft die Lieferkette und setzt stärker auf erschwingliche Produkte mit “cleanen” Zutaten, um Wachstum und Margen ab 2026 zu steigern.
  • Bitcoin (BTC) / Gold: Bitcoin steckt in einer engen Handelsspanne um 90.000 Dollar, während physische Edelmetalle wie Gold trotz steigender Kapitalmarktzinsen robust bleiben – ein Hinweis auf die anhaltende Suche vieler Investoren nach Absicherung gegen hohe Staatsverschuldung und mögliche Entdollarisierung.

KALENDER Firmen & Unternehmen

Quartalszahlen

DatumUnternehmenEventDetails
Heute, vor US-HandelsstartCampbell Soup (CPB), AutoZone (AZO)Quartalszahlen Campbell Soup & AutoZoneBeide melden vor Börseneröffnung; wichtiger Einblick in Konsumlaune und Nachfrage nach Autoersatzteilen.
Morgen, nach US-BörsenschlussOracle (ORCL)Quartalszahlen OracleWird als Stimmungsbarometer für Cloud- und KI-Investitionen gesehen und fällt zeitlich mit der Fed-Entscheidung zusammen.
Diese Woche, nach US-Handel (AMC)Adobe (ADBE), Synopsys (SNPS)Quartalszahlen Adobe & SynopsysSoftware- und EDA-Schwergewichte liefern Hinweise auf Investitionsbudgets in Digital- und Chip-Design.
Donnerstag, nach US-BörsenschlussBroadcom (AVGO)Quartalszahlen BroadcomIm Fokus stehen KI-Infrastruktur und Custom-Chips für Hyperscaler, insbesondere die Kooperation mit Google.
Diese WocheGameStop (GME), AeroVironment (AVAV)Ergebnisse ausgewählter Mid CapsIm Newsflow: u.a. GameStop und Aerovironment, die als Stimmungsindikatoren für Retail-Spekulation bzw. Defense-Tech gelten.

Makrodaten

DatumRegionEventDetails
Heute, 10:00 ET (16:00 MEZ)USAUS JOLTS-Stellenangebote & Quit-RateFrische Signale zur Lage am US-Arbeitsmarkt; wichtig für die Fed-Einschätzung von Arbeitskräftemangel und Lohndruck.
Morgen, Abend (MEZ)USAFOMC-Zinsentscheid & Powell-PressekonferenzDritte Zinssenkung in Folge weitgehend eingepreist; Fokus auf Dot Plot, Dissent und Formulierung einer möglichen hawkischen Senkung.
Donnerstag, 14:30 MEZUSAUS-Erstanträge auf ArbeitslosenhilfeWöchentliche Arbeitsmarktdaten als Bestätigung oder Korrektiv zu den JOLTS-Zahlen.

IM BLICKPUNKT

  • Die Fed-Sitzung dominiert den Wochenausblick: Eine dritte Zinssenkung gilt als nahezu sicher, entscheidend für Aktien- und Anleihemärkte wird aber, wie “hawkisch” Jerome Powell den weiteren Pfad bis 2026 zeichnet.
  • Im KI-Sektor sorgt die überraschende Öffnung des US-Exportfensters für Nvidias H200-Chips nach China für einen potenziellen Milliarden-Rückenwind – bei gleichzeitiger Verschärfung der sicherheitspolitischen Debatte.
  • In der Medienbranche läuft ein historischer Bieterkrieg: Paramount Skydance attackiert mit einem 30-Dollar-All-Cash-Gebot die bereits vereinbarte Netflix-Transaktion für Warner Bros. Discovery und bringt Politik und Kartellbehörden in eine Zwickmühle.
  • Deutschland erlebt den Spagat zwischen struktureller Industriestagnation und Rüstungsboom: Während der DAX bei über 24.000 Punkten an Rekordständen kratzt, warnen Maschinenbau, Bau und Auto vor einem tiefgreifenden Strukturproblem.
  • Der Konsumsektor steht unter Anpassungsdruck: Maßnahmen wie der radikale Portfolio-Umbau bei PepsiCo oder vorsichtige Ausblicke von Home Depot und CVS zeigen, wie stark das Thema Erschwinglichkeit inzwischen Geschäftsmodelle prägt.

Bitcoin an 91.000 US$: Fed-Cut, Nvidia & Broadcom im Fokus

KURZ & KNAPP

Bitcoin pendelt um 91.000 US-Dollar und steht laut Charttechnik an einem kritischen Unterstützungsbereich, waehrend Hebel-Positionen fuer starke Ausschlaege sorgen. Parallel blickt der Markt auf die anstehende Fed-Sitzung, bei der eine Zinssenkung um 25 Basispunkte als nahezu sicher gilt. Entscheidend wird, ob Jerome Powell einen „dovish“ oder „hawkish Cut“ signalisiert und wie die Anleihemaerkte darauf reagieren. Im Umfeld bleibt die hohe Verschuldung der USA ein Belastungsfaktor fuer Renditen und Risikoaufschlaege.

Der KI-Sektor steht mit Schwergewichten wie Nvidia, Broadcom, Micron und Microsoft weiter im Mittelpunkt, waehrend eine moegliche IBM-Uebernahme von Confluent den Wettbewerb um Dateninfrastruktur verschaerft. Strategen wie Ed Yardeni stellen nach Jahren die Dominanz der „Magnificent Seven“ in Frage und rücken Finanz-, Industrie- und Gesundheitswerte sowie Small Caps staerker in den Fokus. Parallel bleiben Bitcoin-Miner wie Marathon Digital und CleanSpark sowie der hochverschuldete Proxy-Play MicroStrategy im Rampenlicht.

In Europa setzt der DAX seine Jahresendrallye fort und profitiert von einem ruhigen Volatilitaetsumfeld mit niedrigem VDAX-NEW. Aus China kommen mit einem Exportboom und einem Handelsueberschuss von ueber 1 Billion US-Dollar starke Impulse, die Rohstoffe wie Kupfer stützen. Zugleich warnt Europa vor einer weiteren Entkopplung im Handel und blickt gespannt auf zentrale Makro-Termine wie die naechste Fed-Entscheidung und wichtige Earnings von Oracle, Adobe und Broadcom.

AUSBLICK US-Märkte

Deutschland & Europa

In Europa befindet sich der DAX klar in einer Jahresendrallye und arbeitet daran, den Abwärtstrend vom Allzeithoch bei 24.200 Punkten zu überbrücken.

Oberhalb der Unterstützung um 23.530 Punkte wären kurzfristig Ziele im Bereich 24.400 bis 24.480 Punkten möglich.

Der VDAX-NEW liegt unter 17 und signalisiert damit ein ruhiges Marktumfeld, in dem eine fortgesetzte Aufwärtsbewegung im DAX statistisch begünstigt ist.

US-Ausblick

In den USA stützt der charttechnische Ausbruch des S&P 500 über das letzte Zwischenhoch das Szenario einer fortgesetzten Jahresendrallye bis Ende Dezember beziehungsweise Anfang Januar.

Solange die Erwartung einer moderaten Fed-Zinssenkungslinie nicht enttäuscht wird, bleibt das Umfeld für Aktien freundlich und Rücksetzer werden eher als Einstiegschance interpretiert.

Anleger fokussieren sich kurzfristig auf die großen Tech- und KI-Schwergewichte, sollten aber die zunehmende Marktbreite im Blick behalten, falls der Ausbruch bestätigt wird.

DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

Fed-Sitzung im Fokus: Zinssenkung so gut wie sicher – Anleihemärkte revoltieren

Vor der letzten Zinsentscheidung der Fed in diesem Jahr preisen die Futures-Märkte laut FedWatch-Tool mit rund 89 bis 90 % Wahrscheinlichkeit eine Zinssenkung um 25 Basispunkte ein, die meisten Beobachter sehen den Schritt damit als nahezu sicher. Die eigentliche Spannung liegt jedoch in der Frage, ob Jerome Powell einen „dovish“ oder „hawkish Cut“ liefert – also ob er weitere Lockerungen signalisiert oder angesichts noch immer erhöhter Inflation eher bremst und die Fraktion der FOMC-Dissenter größer wird. Gleichzeitig zeichnen die Daten ein gemischtes Bild: Laut Mohamed El-Erian steht einem robusten Konsum ein sich verschlechternder Arbeitsmarkt gegenüber, während die jüngsten Inflationszahlen zwar leicht nachgeben, das Preisziel von 2 % aber noch nicht erreicht ist. Auffällig ist, dass der Anleihemarkt diese Erzählung nicht voll mitspielt: Die Renditen, etwa die US-Zehnjährige bei rund 4,15 %, sind im Vorfeld der Sitzung gestiegen, obwohl eine Lockerung bevorsteht. Investoren senden damit ein klares Signal in Richtung Washington – die strukturell hohen Defizite und die noch immer über dem Ziel liegende Inflation rechtfertigen aus ihrer Sicht höhere Risikoaufschläge, was die Wirkung der Fed-Zinssenkung auf die Realwirtschaft deutlich abschwächen könnte.

Bitcoin zwischen Hebel-Liquidationen und charttechnischem Scheideweg

Bitcoin pendelt zum Wochenauftakt knapp über 91.000 US-Dollar und steht damit an einer technisch hochsensiblen Marke: Die Zone um das 0,382-Fibonacci-Retracement gilt als letzte größere Unterstützung, ein Bruch könnte eine Korrektur zurück in den Bereich der April-Tiefs um 76.000 US-Dollar und perspektivisch sogar 70.000 bis 75.000 US-Dollar auslösen. Kurzfristig hat der Markt heftige Bewegungen durch die Liquidation gehebelter Positionen gesehen, was etwa im Zertifikat VC1HCL zu massiven Kurssprüngen führte und Bitcoin auf Stundenbasis in einen gegenläufigen Aufwärtskanal innerhalb eines größeren Abwärtstrends gedrückt hat. Entscheidend ist nun, ob die Widerstandszone zwischen 93.000 und 90.800 US-Dollar nachhaltig überwunden wird; gelingt der Ausbruch und ein anschließender Break über 96.500 US-Dollar, sehen einige Analysten Raum für eine Trendfortsetzung mit mittelfristigen Zielen bei 110.000 bis 120.000 US-Dollar und stützen damit das Narrativ vom „Apex Asset“ mit Gold-Charakter. Parallel häufen sich aber warnende Stimmen: Kritiker wie Michael Burry ziehen Vergleiche zur Tulpenmanie, und die jüngste nervöse, „turbulente“ Kursentwicklung wird als Zeichen dafür gesehen, dass Bitcoin zunehmend als synthetischer Volatilitätstrade missbraucht wird. Für Aktienanleger bleiben Bitcoin-Miner wie Marathon Digital und CleanSpark sowie der hochverschuldete Proxy-Play MicroStrategy im Fokus, zumal Michael Saylor erneut kräftig akkumuliert und damit die Hebelwirkung auf künftige Kursausschläge des Coins weiter erhöht.

Künstliche Intelligenz: Nvidia, Broadcom & Co. im KI-Infrastruktur-Boom

Im Zentrum des KI-Booms steht unverändert Nvidia: Die Gewinnschätzungen werden weiter nach oben angepasst, das KGV für das kommende Jahr liegt trotz der Rallye bei rund 24, und eine vertiefte Partnerschaft mit OpenAI gilt als nahezu ausgemacht – auch wenn Kritiker wie Michael Burry von „Chips auf Halde“ sprechen, weil der Aufbau neuer Rechenzentren Jahre braucht. Parallel positioniert sich Broadcom als zentraler Partner von Alphabet, liefert maßgeschneiderte TPUs für Gemini 3 und berichtet am Donnerstag nachbörslich Zahlen, während Micron mit High-Bandwidth-Memory (HBM) auf der Speicher-Seite vom KI-Hardware-Hunger profitiert und Netzwerkausrüster wie Arista den Hochgeschwindigkeits-Datenverkehr zwischen GPUs ermöglichen. Auf der Hyperscaler-Ebene treiben Microsoft und Alphabet den Capex-Zyklus voran, auch wenn Beobachter bereits vor einer möglichen Überinvestition warnen; gleichzeitig führt die Veröffentlichung von Gemini 3 und Berichte über das chinesische DeepSeek-Modell, das angeblich auf deutlich günstigeren Chips ein ähnlich gutes Leistungsniveau erreicht, zu einer Neubewertung der Machtverhältnisse im KI-Rennen. Der große Profiteur der massiven KI-Investitionen im Hintergrund bleibt Taiwan Semiconductor, das als führender Auftragsfertiger einen großen Teil der zentralen AI-Chips produziert und daher von manchen Analysten derzeit sogar als bevorzugter Sektor-Play gesehen wird. Ergänzt wird das Infrastruktur-Puzzle durch Software- und Datenebene: IBM steht laut Berichten vor einer rund 11-Milliarden-Dollar-Übernahme von Confluent, um sich mit Echtzeit-Datenströmen im KI-Stack besser zu positionieren – ein Hinweis darauf, dass der Wettbewerb sich zunehmend von reiner Rechenleistung hin zur Kontrolle über Daten, Modelle und komplette Plattformen verlagert.

Yardeni dreht nach 15 Jahren: Abkehr von den Magnificent Seven, Hinwendung zu Finanz- und Gesundheitswerten

Der langjährige Wall-Street-Stratege Ed Yardeni hat nach 15 Jahren seine Übergewichtung von Technologie- und Kommunikationsdienstleistungswerten beendet, die inzwischen gemeinsam rund 45 % des S&P 500 stellen, und empfiehlt nun ein Untergewicht der Magnificent Seven gegenüber dem Restindex. Stattdessen sollen Anleger Finanz- und Industriewerte weiter übergewichten und neu eine klare Übergewichtung im Gesundheitssektor aufbauen, der laut Yardeni in den vergangenen Jahren zurückgeblieben ist, aber angesichts alternder Babyboomer und großer Produktivitätsreserven – etwa durch Digitalisierung im Krankenhaussektor – erhebliches Aufholpotenzial besitzt. Yardeni erwartet, dass die ursprüngliche Dominanz der „Mag Seven“ in eine Art „Game of Thrones“ übergeht, in dem die Konzerne zunehmend gegeneinander um Marktanteile kämpfen, während die „beeindruckenden 493“ Unternehmen im restlichen S&P 500 Technologie nutzen, um ihre Produktivität zu steigern. Besonders optimistisch zeigt er sich für Small und Mid Caps, für die er 2026 ein Gewinnwachstum von rund 19 % gegenüber 15 % beim S&P 500 sieht, sowie für Biopharma- und Biotech-Werte, die nach einer harten Korrektur bereitstünden, die Führung zu übernehmen. Insgesamt traut Yardeni dem S&P 500 einen weiteren zweistelligen Anstieg zu – auf etwa 7.000 Punkte im kommenden Jahr und bis zu 7.700 Punkte im Jahr darauf – und verweist darauf, dass auch internationale Märkte angesichts eines US-Gewichts von bereits 65 % im MSCI All Country World Index zunehmend attraktive Alternativen bieten.

China überrascht mit Export-Boom – Europa warnt vor Entkopplung

Chinas Außenhandel hat im November deutlich stärker angezogen als erwartet: Die Exporte legten in US-Dollar gerechnet um 5,9 % zu, während Analysten nur mit rund 3,8 % gerechnet hatten, die Importe stiegen um 1,9 %, und der monatliche Handelsüberschuss erreichte knapp 111,7 Mrd. US-Dollar – womit der kumulierte Überschuss der ersten elf Monate erstmals über 1 Billion US-Dollar liegt. Auffällig ist dabei die Verschiebung der Ströme: China exportiert weniger in die USA, aber mehr nach Europa, während das Politbüro gleichzeitig ankündigt, 2026 den Binnenkonsum stärker zu stützen, was zusätzlichen Rückenwind für Rohstoffe wie Kupfer liefern dürfte. Europa reagiert zunehmend nervös auf die chinesische Exportoffensive, insbesondere im Automobilsektor, und droht – wie von Präsident Macron skizziert – mit höheren Zöllen und einer stärkeren wirtschaftlichen Entkopplung, sollten in Peking keine Zugeständnisse erfolgen. JPMorgan-Chef Jamie Dimon warnt derweil, Europa habe ein „echtes Problem“, dessen wirtschaftliche Schwäche auch für die USA ein erhebliches Risiko darstelle und daher eine aktivere Unterstützung erfordere. An den Rohstoffmärkten ist Kupfer der sichtbare Gewinner dieser Gemengelage: Der Preis liegt nahe einem Allzeithoch, ist an der London Metal Exchange seit Jahresbeginn bereits um rund 30 % gestiegen und profitiert sowohl von der industriellen Nachfrage aus China als auch vom globalen Ausbau von KI- und Energienetzen.

KURZNEWS

  • Alibaba: Die Aktie liegt über ein Discount-Zertifikat (VK6009, Cap 160 US-Dollar, maximale Rendite 73 %) im Depot, während der Konzern mit der Metabrille Quagai einen neuen Wachstumsimpuls im Hardware-Segment setzt.
  • Salzgitter, voestalpine, Klöckner & Co: Zyklische Stahlwerte rücken in den Fokus, nachdem UBS das Kursziel für Salzgitter von 22,50 auf 50 Euro angehoben hat und der Titel mit KGV 10 ins TFA-Depot aufgenommen wurde, voestalpine als „Chart der Woche“ gilt und Klöckner & Co nach Übernahmegerüchten intraday rund 27 % zulegte.
  • Hochtief, Oklo, Frequentis, D-Wave, Palantir: Hochtief profitiert über die US-Tochter Turner von der Errichtung von KI-Rechenzentren, während Oklo als Hochrisiko-Wert von NVIDIAs Interesse an Reaktortechnologie lebt; Frequentis meldet starkes US-Wachstumspotenzial im Drohnen- und Luftraumüberwachungsbereich, D-Wave Quantum sendet nach einer Korrektur frische Kaufsignale und Palantir bleibt trotz eines KGV von 200 mit neuen, zusammen mit NVIDIA entwickelten Netz-Infrastruktur-Lösungen im Wachstumsdepot.
  • DoorDash: Nach einem Kurssturz von 20 % infolge der Zahlen stufen Analysten die Aktie hoch; sie wird als Strong-Buy-Kandidat mit spekulativem K. O.-Zertifikat (ME43TG, Open End) und Kurszielen bei 240, 250 und 270 US-Dollar gespielt.
  • Auto- und EV-Werte: Porsche nähert sich nach einer kräftigen Rallye der Marke von 50 Euro, abgesichert über einen Discount-Optionsschein (VC806K), während Volkswagen mit einer starken Performance und zahlreichen neuen E-Modellen überzeugt und BMW nach positiven Tests des iX3 sowie guter Nachfrage nach der „Neuen Klasse“ technisch wieder interessant wird.
  • XPeng, BYD, Tesla, Kawasaki Heavy Industries, AlzChem: XPeng gilt mit in Graz bei Magna Steyr produzierten Modellen G6 und G9 als Depotkandidat, BYD wird über ein vorbereitetes Turbo-Call-Produkt (MM8SRS, Hebel 2,46) auf eine Unterbewertung von 46 % gespielt und ist wichtiger Batterielieferant für Teslas Model Y, während Tesla selbst nicht mehr als Kernfokus der E-Mobilität gesehen wird; ergänzend setzen Anleger auf Robotik-Fantasie bei Kawasaki Heavy (Kooperation mit Foxconn, Training auf der NVIDIA-Plattform) und auf Wachstum bei AlzChem durch eine 120-Millionen-Investition in zusätzliche Kreatin-Kapazitäten.

KALENDER Firmen & Unternehmen

Quartalszahlen

DatumUnternehmenEventDetails
Mittwoch, nach US-Börsenschluss (erwartet)OracleQuartalszahlenWichtige Earnings in dieser Woche von Oracle, Veröffentlichung am Mittwoch.
MittwochAdobeQuartalszahlenAm Mittwoch legt Adobe seine Zahlen vor.
MittwochSynopsysQuartalszahlenSynopsys berichtet am Mittwoch; das Unternehmen hat kürzlich eine Investition von NVIDIA erhalten.
Donnerstag, nach US-BörsenschlussBroadcomQuartalszahlenBroadcom ist stark an Google und dessen TPU-Entwicklung gekoppelt und präsentiert seine Zahlen am Donnerstag nach Börsenschluss.
DonnerstagCostco WholesaleQuartalszahlenCostco berichtet ebenfalls am Donnerstag über das abgelaufene Quartal.
Nach US-BörsenschlussToll BrothersQuartalszahlenToll Brothers wird nach Börsenschluss ein EPS von 4,89 US-Dollar bei 3,3 Mrd. US-Dollar Umsatz erwartet; die Aktie legte im nachbörslichen Handel leicht zu.
Nach US-BörsenschlussFresenius SE & Co. KGaAQuartalszahlenFresenius soll nach Börsenschluss ein EPS von 0,02 US-Dollar bei 120,05 Mio. US-Dollar Umsatz vorlegen; die Aktie war zuvor moderat fester.
Nach US-BörsenschlussCompass Minerals InternationalQuartalszahlenCompass Minerals International wird nach Börsenschluss mit einem Verlust von 0,23 US-Dollar je Aktie bei 223,5 Mio. US-Dollar Umsatz gerechnet.

Makrodaten

DatumRegionEventDetails

IM BLICKPUNKT

  • Fed-Sitzung am Mittwoch: Der Markt preist mit knapp 90 % Wahrscheinlichkeit eine Zinssenkung um 25 Basispunkte ein, entscheidend wird die Tonlage von Jerome Powell und die Zahl möglicher Dissenter im FOMC.
  • Bitcoin bleibt mit Kursen um 91.000 US-Dollar und zunehmender Hebel-Volatilität ein zentraler Sentiment-Indikator, insbesondere vor der Fed-Entscheidung.
  • China sorgt mit einem deutlich höheren Exportwachstum und einem Handelsüberschuss von über 1 Billion US-Dollar für Rückenwind bei Rohstoffen wie Kupfer, das nahe Allzeithoch notiert.
  • Im KI-Sektor stehen Nvidia, Broadcom, Micron, Microsoft sowie der mögliche IBM/Confluent-Deal sinnbildlich für den anhaltenden Investitionsboom in Daten- und Chip-Infrastruktur.
  • Strategisch wichtig: Der vielbeachtete Stratege Ed Yardeni reduziert nach 15 Jahren seine Tech-Übergewichtung und empfiehlt nun eine stärkere Allokation in Finanz-, Industrie- und Gesundheitswerte sowie Small und Mid Caps.

Erwartungen an Nvidia, Xiaomi, Baidu, BYD China EV – 19.11.25

KURZ & KNAPP

Der Handelsstart steht unter dem Eindruck einer Tech-geprägten Korrektur: Investoren warten auf die Quartalszahlen von Nvidia am Abend, nachdem zuvor viele KI-Titel Druck ausgeübt haben. Global sorgt ein Derisking um die Fed-Erwartungen sowie steigende Renditen für Nervosität; der Yen bleibt mit rund 155 pro Dollar schwach und JGB-Renditen klettern auf neue Niveaus. In Asien dominieren Diskussionen um die Verschiebung globaler Lieferketten und die Exportoffensive chinesischer EV-Hersteller.

Heute stehen vorbörslich zahlreiche Firmenberichte an, während nach US-Schluss die mit Spannung erwarteten Zahlen von Nvidia und weiteren Technologie- und Sicherheitsfirmen folgen. Makro- und Liquiditätsthemen — insbesondere Fed-Signale, Arbeitsmarktdaten und Anleiheauktionen — bleiben für die kurzfristige Risikoaversion zentral. Das Briefing fasst die Kernrisiken, die wichtigsten Unternehmensmeldungen und den Kalender zusammen, damit Trader und Portfoliomanager die Tagesagenda schnell erfassen können.

RÜCKSPIEGEL US-Nachbörse

USA – Nachbörse

Die US-Märkte schlossen in einem schwächeren Tech-Umfeld; ein anhaltender Tech-Verkauf zog den S&P 500 in die vierte Verlustsitzung, Bitcoin und andere riskantere Anlagen gaben ebenfalls nach. Marktteilnehmer nennen als Treiber die gesunkene Erwartung an Zinssenkungen in den USA, womit ein fester Dollar und länger hohe Kapitalkosten zur Derisking-Bewegung führen. Fondsmanager sind weiterhin stark in Aktien übergewichtet, die Cashquoten sind historisch niedrig — ein Faktor, der kurzfristig als Verkaufssignal interpretiert wird. Analysten und Manager konzentrieren sich nun auf belastbare Daten wie Nvidia-Zahlen und den US-Arbeitsmarkt.

Asien

Asiatische Märkte zeigten einen schwachen Start, belastet von der US-Tech-Korrektur; Nikkei und Kospi stabilisierten sich aber leicht, während der Yen bei rund 155 pro Dollar verharrt. In China bleibt der EV-Sektor im Fokus: BYD exportiert derzeit 800.000–900.000 Fahrzeuge und peilt 1,6 Mio. Einheiten an; zudem laufen in einigen EV-Firmen Anpassungen der Lieferketten Richtung Südostasien und USA. CATL steht vor dem Auslaufen einer sechsmonatigen Lock-up-Periode, bei der rund 78 Mio. Aktien freiwerden können — kurzfristige Volatilität wird erwartet, langfristig sehen Analysten weiterhin Wachstumspotenzial.

Makro & Liquidität

Die Grundstimmung wird vom Fed-Thema dominiert: eine zurückhaltendere Erwartung an Zinssenkungen reduziert Risikobereitschaft. Gleichzeitig steigen langlaufende Renditen in Japan, was alte Carry-Trades belastet; die Auktion der 20-jährigen JGBs und der Jobs-Report stehen auf der Watchlist. Die Debatte um De‑Dollarisation bleibt präsent, doch erhebliche Volumina von Zahlungen, Reserven und Handel laufen weiter in US-Dollar — neue Systeme ergänzen, ersetzen nicht.

HAUPTSTORYS

Nvidia: Quartalsbericht als Katalysator — Messlatte extrem hoch

Die Berichtssaison von Nvidia steht im Mittelpunkt und könnte die Marktbewegung weiter bestimmen, weil die Investoren außerordentlich hohe Erwartungen haben. Laut Marktdiskussionen erwartet die Wall Street für das dritte Quartal rund 55,2 Mrd. Dollar Umsatz (+~60% YoY) und einen Data‑Center‑Umsatz von etwa 41,6 Mrd. Dollar (+50% YoY); die Bruttomarge soll bei knapp 74% liegen, die operative Marge bei 66%. Für das laufende vierte Quartal wird ein Umsatz von knapp 62 Mrd. Dollar (+58%) und ein Data‑Center‑Umsatz von rund 48 Mrd. Dollar (+50%) erwartet; das Ertragswachstum soll auf 1,44 Dollar steigen. Vor diesem Hintergrund heißt es, dass selbst ein Gewinn den Kurs nicht retten könnte, wenn die Zahlen nicht nahezu perfekt ausfallen — die Messlatte ist folglich sehr hoch. Marktkommentare sprechen von einer möglichen übertriebenen Perfektionserwartung: falls Nvidia enttäuscht, könnte die Reaktion deutlich negativ ausfallen. In der aktuellen Sentimentlage fungiert der Nvidia‑Report damit als kurzfristiger Auslöser für weitere Risikoanpassungen. Anleger sollten die Zahlen sowie die Prognosen für Data‑Center‑Nachfrage und Margen genau prüfen.

Asien & China EV: BYD, Lieferketten und politische Spannungen

Asiatische Firmen und Märkte sind ein zentrales Thema: BYD liefert aktuell 800.000–900.000 Fahrzeuge ins Ausland aus und strebt 1,6 Mio. Einheiten an; Anfang nächsten Jahres wird eine neue EV‑Plattform erwartet, die weitere Exportdynamik ermöglichen könnte. Manager betonen, dass chinesische EV‑Hersteller ihre Fertigung diversifizieren — Investitionen in Südostasien und den USA sollen Robustheit gegenüber Handelsrisiken schaffen. Die Subventionslage in China (Auslaufen, Steuerhalbierung) wird als Treiber für Frontloading im vierten Quartal 2025 gesehen; ein möglicher Rückgang der Nachfrage Anfang 2026 bleibt eine Variable. CATL steht zudem vor dem Auslaufen einer Lock‑up‑Periode, bei der rund 78 Mio. Aktien freiwerden könnten; erste Investoren realisieren Gewinne, Analysten erwarten kurzfristige Volatilität, langfristig aber Dominanz im Markt. Parallel verschärfen die Spannungen zwischen China und Japan die geopolitische Einordnung regionaler Risiken, was Handelsströme und Tourismus belasten kann.

KI, Anthropic und die Frage einer Blase

Die AI‑Story bleibt der zentrale strukturelle Treiber: Große Investitionen in KI‑Infrastruktur (Rechenzentren, Dunkelfasern, eigene Kraftwerke) werden als Jahrzehntprojekt beschrieben und bringen Hyperscaler‑CapEx nach oben. Im Markt schaffen Deals zwischen Nvidia, Microsoft und Anthropic Aufmerksamkeit: Nvidia und Microsoft investieren zusammen in Anthropic, dieses wiederum plant erhebliche Cloud‑Investitionen bei Microsoft, wodurch Finanzierungen und Aufträge kreisen. Solche Verflechtungen nähren Sorgen vor einer KI‑Blase; Analysten wie Alexander Hasel haben daraufhin Ratings angepasst (z. B. Microsoft von Buy auf Neutral). Gleichzeitig sehen Manager wie Bob Diamond die Korrektur auch als gesunde Neubewertung und betonen das langfristige Produktivitäts‑ und Deflationspotenzial von Technologie. Insgesamt bleibt die Differenzierung wichtig: während viele Privatanleger und einige Fonds KI‑Assets stark gewichten, schaffen nur wenige Enterprise‑Projekte derzeit den Übergang in die Produktion.

Globaler Marktausverkauf und Liquiditätssignale

Die Risikopositionierung dreht sich primär um die Fed‑Erwartungen: Ein gesunkener Ausblick auf Zinssenkungen wird als Hauptgrund für Derisking genannt, da ein fester Dollar und länger hohe Kapitalkosten Emerging Markets belasten. Die Bank of America‑Umfrage zeigt extreme Aktienübergewichtungen und historisch niedrige Cashquoten, was in der Vergangenheit kurzfristig mit Marktrückgängen korrelierte. Einige Marktkommentatoren nennen S&P‑Ziele um 7.800 Punkte als Orientierung in der laufenden Re‑Pricing‑Phase. Anleger fokussieren sich auf harte Datenpunkte — Nvidia‑Zahlen, US‑Arbeitsmarkt und Anleiheauktionen — um die weitere Risikoallokation zu bestimmen.

KURZNEWS

  • Nvidia: Vor dem Abendbericht steht das Unternehmen im Zentrum; Marktanalysen erwarten extrem hohe Umsatz- und Margenkennzahlen. Die Erwartungen im Data‑Center‑Geschäft sind besonders hoch — Enttäuschungen könnten die Volatilität weiter anheizen.
  • Xiaomi: Die EV‑Sparte schreibt erstmals Gewinn, während das Smartphone‑Geschäft durch höhere Speicherpreise belastet wird und die Umsätze nur schleppend wachsen.
  • Amazon: Die Aktie geriet unter Druck im Zuge der Diskussion um eine Unternehmensanleihe in Höhe von 15 Mrd. Dollar.
  • Baidu: Für das Septemberquartal meldete Baidu rund 31–32 Mrd. Dollar Einnahmen; das Wachstum war das schwächste bisher, die KI‑Sparte wuchs aber rund 50% und erzielte etwa 10 Mrd. Dollar Umsatz.
  • BYD (Yu Tian Ding): BYD exportiert derzeit 800.000–900.000 Fahrzeuge, strebt 1,6 Mio. Einheiten an und bringt Anfang nächsten Jahres eine neue EV‑Plattform; Zulieferer für Batterien und Materialien sollten davon profitieren.
  • Contemporary Amperex (CATL): Das Ende einer sechsmonatigen Lock‑up‑Periode könnte rund 78 Mio. Aktien freisetzen; erste Anleger nehmen Gewinne mit—Analysten sehen kurzfristige Volatilität, langfristig jedoch Dominanz im Markt.
  • Chipotle: Zählte zu den wenigen Gewinnern in einem schwächeren Marktumfeld und profitierte intraday von positiver Nachfrage.
  • Deckers: Erhielt positive Analystenkommentare und zeigte relative Stärke im Konsumsegment trotz der breiteren KI‑Schwäche.
  • Home Depot: Verzeichnete einen Rückgang von rund 6% nach enttäuschenden Ergebnissen; geringe Sturmschäden und eine abkühlende Konsumnachfrage dämpfen die Umsatzprognosen.
  • HSBC Holdings (Giorgio Hedery): Panelkommentare betonen, dass viele Wholesale‑Kunden in Festlandchina US‑Firmen sind, wodurch Finanzintegration und Dividendenströme fortbestehen, auch wenn strategische Assets geschützt werden.
  • Hyundai (Jose Muñoz; Yusheng Zhang): Die Gruppe investiert lokal in Fertigung, KI und Robotik, plant umfangreiche US‑Investitionen und strebt bis 2030 eine Volumensteigerung von 35% an.
  • Medtronic: Profitierte von besseren Quartalszahlen und einer angehobenen Umsatz‑ und Ausblicksprognose.
  • Microsoft: Zusammen mit Nvidia investiert Microsoft in Anthropic; Analysten wie Alexander Hasel sind skeptisch gegenüber der Kapitalintensität der KI‑Story und haben Ratings angepasst.
  • PDD: Meldete leicht verfehlte Ziele; die Aktie zeigte Schwäche nach den Zahlen.
  • Trip.com: Übertraf Erwartungen, Barclays bezeichnete die Aktie als einen Lichtblick im Konsumbereich.

KALENDER Firmen & Unternehmen

Zeit MEZ/MESZ (ET)EreignisTypDetailsSchätzung
— MEZ/MESZ (ET)TargetUnternehmen / Earnings (Vor Börsenöffnung)Quartalsbericht geplant (Voröffnungsliste Mittwoch)n.v.
— MEZ/MESZ (ET)WixUnternehmen / Earnings (Vor Börsenöffnung)Quartalsbericht geplant (Voröffnungsliste Mittwoch)n.v.
— MEZ/MESZ (ET)TJX CompaniesUnternehmen / Earnings (Vor Börsenöffnung)Quartalsbericht geplant (Voröffnungsliste Mittwoch)n.v.
— MEZ/MESZ (ET)BullishUnternehmen / Earnings (Vor Börsenöffnung)Quartalsbericht geplant (Voröffnungsliste Mittwoch)n.v.
— MEZ/MESZ (ET)Lowe’sUnternehmen / Earnings (Vor Börsenöffnung)Quartalsbericht geplant (Voröffnungsliste Mittwoch)n.v.
— MEZ/MESZ (ET)GDS HoldingsUnternehmen / Earnings (Vor Börsenöffnung)Quartalsbericht geplant (Voröffnungsliste Mittwoch)n.v.
— MEZ/MESZ (ET)IceCure MedicalUnternehmen / Earnings (Vor Börsenöffnung)Quartalsbericht geplant (Voröffnungsliste Mittwoch)n.v.
— MEZ/MESZ (ET)Kingsoft CloudUnternehmen / Earnings (Vor Börsenöffnung)Quartalsbericht geplant (Voröffnungsliste Mittwoch)n.v.
— MEZ/MESZ (ET)VikingUnternehmen / Earnings (Vor Börsenöffnung)Quartalsbericht geplant (Voröffnungsliste Mittwoch)n.v.
— MEZ/MESZ (ET)Williams‑SonomaUnternehmen / Earnings (Vor Börsenöffnung)Quartalsbericht geplant (Voröffnungsliste Mittwoch)n.v.
— MEZ/MESZ (ET)BrightViewUnternehmen / Earnings (Vor Börsenöffnung)Quartalsbericht geplant (Voröffnungsliste Mittwoch)n.v.
— MEZ/MESZ (ET)HillenbrandUnternehmen / Earnings (Vor Börsenöffnung)Quartalsbericht geplant (Voröffnungsliste Mittwoch)n.v.
— MEZ/MESZ (ET)US Arbeitsmarkt / Jobs‑ReportMakroWichtiger Datenpunkt für Risikoallokation; Markt fokussiert auf Beschäftigungsdaten
— MEZ/MESZ (ET)Auktion 20‑jährige JGBsMakroMarkt beobachtet Renditenlangläufer in Japan
— MEZ/MESZ (ET)NVIDIAUnternehmen / Earnings (Nach Börsenschluss)Quartalszahlen erwartet; hoher Fokus auf Data‑Center‑Umsatz und Margen; Marktkommentare sehen Messlatte als extrem hochQ3 Umsatz ~55,2 Mrd. USD; Data‑Center ~41,6 Mrd. USD; Bruttomarge ~74%; EPS 1,44 USD (Q4‑Proj.)
— MEZ/MESZ (ET)Palo Alto NetworksUnternehmen / Earnings (Nach Börsenschluss)Quartalsbericht geplant (Nachbörse‑Liste Mittwoch)n.v.
— MEZ/MESZ (ET)New Jersey ResourcesUnternehmen / Earnings (Nach Börsenschluss)Quartalsbericht geplant (Nachbörse‑Liste Mittwoch)n.v.
— MEZ/MESZ (ET)Copa AirlinesUnternehmen / Earnings (Nach Börsenschluss)Quartalsbericht geplant (Nachbörse‑Liste Mittwoch)n.v.
— MEZ/MESZ (ET)ZTO ExpressUnternehmen / Earnings (Nach Börsenschluss)Quartalsbericht geplant (Nachbörse‑Liste Mittwoch)n.v.
— MEZ/MESZ (ET)Jack in the BoxUnternehmen / Earnings (Nach Börsenschluss)Quartalsbericht geplant (Nachbörse‑Liste Mittwoch)n.v.
— MEZ/MESZ (ET)CerenceUnternehmen / Earnings (Nach Börsenschluss)Quartalsbericht geplant (Nachbörse‑Liste Mittwoch)n.v.

IM BLICKPUNKT

  • Nvidia‑Zahlen (Morgen Abend): extrem hohe Margen‑ und Umsatz­erwartungen; Outcome könnte Marktvolatilität stark beeinflussen.
  • Fed‑Thema: Gesunkene Erwartungen an Zinssenkungen treiben Derisking — Jobs‑Report und Fed‑Entscheidungen bleiben wichtig.
  • KI‑Investitionen: Große CapEx‑Pläne der Hyperscaler und Deals rund um Anthropic erhöhen Fragen zur Kapitalintensität und Blasenrisiken.
  • China EV: BYD‑Exports, neue Plattformen und auslaufende Subventionen — mögliche Frontloading‑Effekte für Q4/2025.
  • CATL Lock‑up: Ca. 78 Mio. Aktien könnten freiwerden — kurzfristige Volatilität erwartet.
  • Fondsmanager‑Sentiment: Extrem niedrige Cashquoten und hohe Aktien‑Übergewichtung gelten als warnende Liquiditätssignale.
  • Japan/Yen: Yen bei ~155 pro USD und steigende JGB‑Renditen — Risiko für Carry‑Trades und globale Asset‑Allokationen.
  • Bitcoin ≈ 93.000 USD: Weiterer Indikator für Risiko‑Aversion im Markt.