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SoftBank plant KI-Infrastruktur-Deal – DigitalBridge & Berkshire

KURZ & KNAPP

SoftBank und die US-Investmentfirma DigitalBridge verhandeln laut Berichten ueber einen milliardenschweren Einstieg in die globale KI-Infrastruktur. Im Raum steht die Uebernahme eines Asset-Managers mit rund 108 Milliarden Dollar verwaltetem Vermoegen. Parallel baut SoftBank sein Oekosystem von Rechenzentren bis zu KI-Software weiter aus. Zudem ringen Investoren mit der Frage, wie Berkshire Hathaway seinen riesigen Cashbestand unter dem kuenftigen Chef Greg Abel strategisch einsetzen wird.

Neben diesen Mega-Themen bestimmen geopolitische Spannungen und Rohstoffknappheit die Maerkte. Deutsche Ruestungswerte wie Rheinmetall und Hensoldt reagieren empfindlich auf Spekulationen um einen moeglichen Ukraine-Deal. Zugleich bewegen Bitcoin, Silber und andere Rohstoffe die Kurse, waehrend der klassische 60/40-Ansatz in der Vermoegensaufteilung von Strategen wie Morgan Stanley zunehmend hinterfragt wird.

Fuer Deutschland rueckt ein moeglicher struktureller Jobabbau ab 2026 in den Vordergrund, was die Perspektiven vieler DAX-Konzerne truebt. In Europa und den USA stehen zudem Konjunkturpfad, Energiepreise und die Zinspolitik der Federal Reserve im Mittelpunkt. Die Kombination aus KI-Investitionswelle, Deindustrialisierungs-Angst und laufenden Verhandlungen zu globalen Konflikten schafft ein fragiles, aber dynamisches Boersenumfeld.

AUSBLICK US-Märkte

  • Morgan Stanley zu GOLD: Chief Investment Officer Mike Wilson rückt von der traditionellen 60/40-Allokation ab und empfiehlt ein Portfolio aus 60 % Aktien, 20 % Anleihen und 20 % Gold, da er Gold und hochwertige Aktien als beste Hedges gegen Inflation einstuft.

DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

SoftBank (SFTBY) und DigitalBridge (DBRG) – Zündet Son den nächsten KI-Infrastruktur-Megadeal?

SoftBank (SFTBY, $56.76, +1.61%) und die US-Investmentfirma DigitalBridge Group (DBRG, $15.29, +2.20%) stehen laut Berichten vor einem möglichen Milliarden-Deal im Zentrum des globalen KI-Infrastrukturbooms. Nach Informationen von Bloomberg laufen fortgeschrittene Gespräche über eine Übernahme von DigitalBridge, die bereits jetzt ein verwaltetes Vermögen von rund 108 Milliarden Dollar im Bereich digitaler Infrastruktur betreut. Im vorbörslichen US-Handel war die Aktie von DigitalBridge zeitweise um bis zu 50% nach oben geschossen, bevor sie einen Teil der Gewinne wieder abgab und zuletzt rund 34% im Plus lag. Die Marktkapitalisierung von DigitalBridge liegt aktuell bei etwa 2,5 Milliarden Dollar, der Unternehmenswert inklusive Schulden bei rund 3,8 Milliarden Dollar. Allein die Übernahmespekulationen reichen aus, um die Titel beider Unternehmen deutlich zu bewegen und den Markt erneut auf den strategischen Wert von Rechenzentren, Glasfasernetzen und Funktürmen aufmerksam zu machen.

Strategisch wäre der Schritt ein weiterer Baustein in der aggressiven KI-Offensive von Masayoshi Son, der sein Portfolio in den vergangenen Jahren radikal auf Zukunftstechnologien ausgerichtet hat. Während Akteure wie OpenAI die Schlagzeilen dominieren, verlagert sich der entscheidende Engpass zunehmend auf die physische Ebene: Rechenzentren, Stromversorgung, Glasfaser und Türme als „Schaufeln“ im KI-Goldrausch. DigitalBridge hält Beteiligungen an Plattformen wie AIMS, AtlasEdge, DataBank, Switch, Vantage Data Centers und der Yondr Group und ist damit tief in der globalen Dateninfrastruktur verankert. Für SoftBank wäre das kein Neuland – der Konzern hatte bereits 2017 die Fortress Investment Group übernommen und später wieder verkauft und kennt damit das Asset-Management-Geschäft. Parallel arbeitet SoftBank mit OpenAI, Oracle und Abu Dhabis MGX am gigantischen Datenzentrumsprojekt „Stargate“, das jedoch derzeit durch Finanzierungs- und Standortfragen gebremst wird. Vor diesem Hintergrund hatte Son unlängst ein Nvidia-Paket im Wert von 5,8 Milliarden Dollar veräußert, um Kapital für KI-Investments freizusetzen.

Noch ist der Deal nicht final, doch bereits die laufenden Verhandlungen senden eine starke Signalwirkung an den Markt. Sollte SoftBank den Zuschlag erhalten, würde der Konzern sich einen zentralen Hebel auf die globale KI-Infrastruktur sichern – von Software-Beteiligungen wie OpenAI bis hin zu Beton, Stahl und Glasfaser in Form von Datenzentren und Netzen. Investoren werten die mögliche Transaktion als konsequenten Schritt, um die gesamte Wertschöpfungskette der KI-Ökonomie stärker zu kontrollieren und den Aufbau des eigenen Ökosystems zu beschleunigen. Gleichzeitig erhöht ein solcher, mutmaßlich stark kreditfinanzierter Kauf den Druck, die in Aussicht gestellte Rendite auch tatsächlich zu liefern, insbesondere vor dem Hintergrund hoher Zinsen und zunehmender Skepsis gegenüber überschuldeten Wachstumsmodellen. Ob der erwartete Mega-Deal tatsächlich bereits zu Wochenbeginn verkündet wird, ist offen – die Marktteilnehmer haben sich jedoch bereits klar positioniert: KI-Infrastruktur bleibt einer der begehrtesten Hebel im aktuellen Bullenmarkt.

Berkshire Hathaway (BRK.B) – Nutzt Greg Abel den 382-Milliarden-Cashberg für einen Bitcoin-Schwenk?

Berkshire Hathaway (BRK.B, $498.40, 0.00%) wird laut Marktbeobachtern derzeit mit einem sogenannten „Succession Discount“ gehandelt, weil Investoren die künftige Performance unter dem designierten Nachfolger Greg Abel abwarten. Unter Warren Buffett hat die Holding mehr als 6 Millionen Prozent Rendite erzielt, dennoch sorgt die anstehende Übergabe dafür, dass selbst Ultra-High-Net-Worth-Investoren eine gewisse Bewertungslücke einpreisen. Gleichzeitig sitzt Berkshire Hathaway auf einem gewaltigen Barbestand von rund 382 Milliarden Dollar, der im aktuellen Zinsumfeld zwar 4–5 % risikofreie Rendite bringt, aber höhere Opportunitätskosten gegenüber produktiven Investments erzeugt. Für das Jahr 2026 erwarten Marktteilnehmer deshalb deutlich größere Allokationsentscheidungen, die über die strategische Handschrift von Abel entscheiden werden. Besonders im Fokus stehen dabei Sektoren wie Energie, Transport (insbesondere Eisenbahnen), Industrie und Verteidigung, wo Berkshire bereits heute starke Positionen hält.

Spekuliert wird zudem über einen möglichen Kurswechsel bei digitalen Assets, vor allem bei Bitcoin (BTC-USD, $87,327.14, -0.28%) und Ethereum (ETHUSD, $2,922.72, -0.49%), die von vielen Investoren wegen ihrer programmierten Knappheit geschätzt werden. Ein Einstieg von Berkshire Hathaway in Bitcoin oder Ethereum würde als klarer Bruch mit Buffetts bisher strikt ablehnender Haltung gelten und könnte als „Breakout Move“ von Abel interpretiert werden, um eine eigene strategische Identität zu markieren. Befürworter argumentieren, dass digitale Währungen sich langfristig ähnlich durchsetzen könnten wie das Internet gegenüber der klassischen Briefpost und daher als Beimischung für große Vermögen sinnvoll sind. Parallel dazu sehen Experten in den Bereichen Energie und Verteidigung erhebliches Aufwärtspotenzial für die kommenden ein bis zwei Jahre, was auch zu Abels beruflichem Hintergrund im Energiesektor passt. Sollte er hier größere Akquisitionen oder Kapitalspritzen vornehmen, könnte dies den Cashberg schrittweise in produktive Assets verwandeln – und damit den wahrgenommenen Nachfolger-Rabatt reduzieren.

Rheinmetall (RHM.DE) und Hensoldt (HAG.DE) – Warum belasten Ukraine-Deal-Spekulationen die deutschen Rüstungsaktien?

Deutsche und europäische Rüstungswerte geraten heute deutlich unter Druck, weil die Märkte auf Berichte über mögliche „Ukraine-Deal“-Verhandlungen zwischen Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj in Mar-a-Lago reagieren. Rheinmetall (RHM.DE, $1505.50, -2.30%) und Hensoldt (HAG.DE, $72.00, -1.64%) zählen dabei zu den klaren Verlierern im DAX- und Nebenwertesegment. Anstatt über einen klar umrissenen Friedensplan zu sprechen, soll laut den vorliegenden Einschätzungen über Einflusszonen, Zahlungsströme und Nachkriegsrenditen verhandelt werden, was aus Sicht institutioneller Investoren hohe geopolitische Unsicherheit erzeugt. Diese Unklarheit trifft ausgerechnet jene Aktien, die in den vergangenen Quartalen stark von der Aufrüstung in Europa und steigenden Verteidigungsbudgets profitiert haben.

Die Nervosität der Märkte erklärt sich vor allem daraus, dass unklare Nachkriegsarrangements die Planbarkeit langfristiger Beschaffungsprogramme infrage stellen könnten. Gleichzeitig betonen Experten, dass ein möglicher Deal keineswegs automatisch sinkende Verteidigungsausgaben in Europa bedeuten muss, sondern eher eine Neujustierung der Prioritäten. Dennoch nutzen kurzfristig orientierte Anleger die Schlagzeilen, um Gewinne in den stark gelaufenen Papieren mitzunehmen und Risiko zu reduzieren. Für mittel- bis langfristig orientierte Investoren bleibt entscheidend, ob die politischen Verhandlungen zu verlässlichen Rahmenbedingungen führen – oder ob das aktuelle Kursminus nur eine Zwischenkorrektur in einem strukturell intakten Aufwärtstrend der europäischen Verteidigungsindustrie darstellt.

DAX 40 – Droht ab 2026 ein struktureller Jobschock für den Standort Deutschland?

Wirtschaftsverbände warnen zunehmend lautstark vor einem massiven strukturellen Jobabbau in Deutschland ab dem Jahr 2026, der weit über einen normalen Konjunkturzyklus hinausgehen soll. Als zentrale Gründe werden eine Erosion der Standortqualität durch hohe Energiepreise, ausufernde Bürokratie, hohe Abgabenlast und politische Fehlentscheidungen genannt. In der Industrie sei bereits heute ein Verlust an Substanz und Investitionsbereitschaft spürbar, was von einigen Beobachtern als eine Art „kontrollierter Abriss“ des bisherigen Geschäftsmodells interpretiert wird. Für den DAX 40 (24.368 Punkte, -0,17%) könnte dies mittelfristig bedeuten, dass die Gewinndynamik der klassischen Industriewerte unter Druck gerät und sich die Bewertungsunterschiede zu stärker digitalisierten Märkten weiter vergrößern.

Besonders kritisch sehen die Verbände, dass strukturelle Reformen bei Energie- und Standortkosten nur schleppend vorankommen, während internationale Wettbewerber aggressiv um Produktionskapazitäten werben. Investoren beobachten daher genau, ob die Politik in den kommenden Jahren Kurskorrekturen vornimmt, um eine Deindustrialisierung zu verhindern. Für den Kapitalmarkt stellt sich die Frage, ob Deutschland vom Qualitäts- zum Hochkostenstandort wird – oder ob es gelingt, die Transformation hin zu einer stärker technologie- und dienstleistungsgetriebenen Wirtschaft ohne flächendeckende Arbeitsplatzverluste zu bewältigen. Die heute vergleichsweise gelassenen DAX-Kurse spiegeln diese Langfristgefahren bislang nur teilweise wider.

Bitcoin (BTC-USD) und Silber (SI=F) – Wie spekuliert der Markt auf Zinssenkungen und Rohstoffknappheit?

Bitcoin (BTC-USD, $87,327.14, -0.28%) nähert sich erneut der psychologisch wichtigen Marke von 90.000 Dollar, auch wenn der Kurs heute etwas nachgibt. Treiber des laufenden Zyklus ist weniger die technologische Adaption als vielmehr die massive Spekulation auf baldige Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve und eine anhaltend hohe Marktliquidität. Bitcoin wird dabei zunehmend als integraler Bestandteil des Finanzsystems wahrgenommen und nicht mehr als dessen Gegenmodell – Rücksetzer werden von vielen Investoren als Kaufchance interpretiert. Parallel dazu erlebt der Silbermarkt eine spektakuläre Rally: Silber-Futures (SI=F, $72.63, -5.92%) korrigieren zwar heute scharf, nachdem der Preis in der Nacht erstmals die Marke von 80 Dollar je Unze überschritten hat, liegen aber auf Jahressicht immer noch bei einem Plus von über 155%. Das Gold-Silber-Ratio ist auf historisch niedrige 55 gefallen, physisches Silber ist bei vielen Händlern ausverkauft und es mehren sich Warnungen vor möglichen Handelsbeschränkungen für Privatanleger.

Fundamental wird die Knappheit durch ein strukturelles Angebotsdefizit und eine explodierende Nachfrage in Bereichen wie Photovoltaik, Halbleiter, E-Mobilität, Militär und KI-Infrastruktur getrieben. Experten verweisen zudem darauf, dass JPMorgan mit geschätzten 750 Millionen Unzen über Bestände in der Größenordnung von fast drei Vierteln einer Weltjahresproduktion verfügen soll und damit erheblichen Einfluss auf den Markt ausübt. In Kombination mit der Zinssenkungsfantasie der Fed entsteht ein Umfeld, in dem Risikoassets – von Kryptowährungen bis zu Industriemetallen – wie mit einem Adrenalinstoß nach oben getrieben werden. Kritiker sehen darin ein Signal systemischer Nervosität: Liquidität wird ins System gepumpt, während parallel der Umbau vom klassischen Fiat-System hin zu digitalen Währungen vorangetrieben wird. Für Trader bedeutet das: Momentum-Trends können länger laufen als erwartet, sind aber zunehmend anfällig für abrupte Gegenbewegungen wie den jüngsten Rückschlag bei Silber.

KURZNEWS

  • TSLA – Tesla: Tesla steht unter erheblichem betriebswirtschaftlichem Druck, weil die Margen im Fahrzeuggeschäft durch notwendige Preissenkungen bei nachlassender Nachfrage erodieren. Ein ehemals großer Zuliefervertrag ist nahezu kollabiert und weist nur noch ein Volumen von rund 7.386 Dollar auf, während gleichzeitig die stark gestiegenen Silberpreise das Unternehmen als großen Verbraucher zusätzlich belasten.
  • TSLA – Tesla: Parallel dazu treibt Tesla Tests für das autonome Fahren mit dem System FSD in Deutschland und Europa voran. Trotz der kurzfristigen Margenprobleme setzt der Konzern damit klar auf Software- und Technologiekompetenz als künftigen Werttreiber.
  • TSLA – Tesla: In einer technisch orientierten Analyse beschreibt Jens Glatt einen Swing-Trade in Tesla auf Basis des Ausbruchs über die Marke von 360 Dollar, flankiert von Auslieferungszahlen Anfang Oktober, Earnings am 22.10. und der Aktionärsversammlung am 06.11. Der Trade wurde jedoch geschlossen, nachdem der Kurs unter den durchschnittlichen Einstiegspreis um 420–425 Dollar fiel und damit das Setup invalidierte, auch wenn die 500-Dollar-Marke als langfristiges Ziel im Blick bleibt.
  • TSLA – Tesla: Das extrem ambitionierte Vergütungspaket von Elon Musk für Tesla wird als zentraler Kurstreiber diskutiert: Es zielt auf eine Marktkapitalisierung von 8,5 Billionen Dollar bis etwa 2030/2035 und ein EBITDA von über 400 Milliarden Dollar. Bei einem Bewertungsmultiple von 40 wäre theoretisch eine Marktkapitalisierung von 16 Billionen Dollar denkbar, weshalb die Abstimmung darüber am 06.11. als Schlüsselereignis gilt.
  • TGT – Target: Beim US-Einzelhändler Target greifen aktivistische Investoren ein und fordern umfassende Kostensenkungen, Effizienzprogramme und einen strategischen Umbau. Hintergrund ist die Verunsicherung durch preissensible Verbraucher sowie Margendruck im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld.
  • TGT – Target: Die Intervention der Aktivisten bei Target wird von Marktbeobachtern als Symptom einer breiteren systemischen Nervosität im US-Einzelhandel gewertet. Händler stehen zwischen steigenden Kosten und Konsumenten, die immer stärker auf Preise achten, wodurch klassische Geschäftsmodelle unter Anpassungsdruck geraten.
  • BP – BP: BP steht trotz Milliardeneinnahmen aus dem Verkauf der Marke Castrol unter erheblichem strategischem Druck. Das Unternehmen wird zwischen seiner fossilen Vergangenheit und den Anforderungen einer grünen Zukunft zerrieben, wobei Analysten weiteres Abwärtspotenzial für die Aktie sehen.
  • BP – BP: Kritisch hinterfragt wird vor allem die Rentabilität der grünen Projekte von BP im Vergleich zum traditionellen Ölgeschäft. Solange die Renditeaussichten der neuen Sparte nicht klar überzeugen, droht ein anhaltender Bewertungsabschlag gegenüber klassisch ausgerichteten Ölkonzernen.
  • SI=F – Silber-Futures: Die fundamentale Nachfrage nach Silber bleibt sehr stark und wird vom Ausbau im Energiebereich, der KI-Infrastruktur und der Elektromobilität getrieben. Marktteilnehmer spekulieren über einen möglichen Short Squeeze, der den bereits stark gestiegenen Silberpreis weiter nach oben treiben könnte.
  • SI=F – Silber-Futures: Experten warnen, dass im derzeitigen Silbermarkt das Momentum nicht unterschätzt werden darf, da einmal gestartete Trends häufig lange anhalten. Die strukturelle Angebotsknappheit in Verbindung mit neuen technologischen Einsatzfeldern verschiebt die Nachfragemuster nachhaltig.
  • CL=F – Rohöl: Für den Ölmarkt wird im kommenden Jahr eine Besserung erwartet, sofern sich die globale Wirtschaft stabilisiert und der negative Einfluss von Zöllen nachlässt. Zusätzliche Nachfrageimpulse kommen aus dem wachsenden Energiebedarf von KI-Rechenzentren und der Elektromobilität, was den Ausbau der Energie- und Strominfrastruktur in den Fokus vieler Investoren rückt.
  • ROHSTOFFE – Divers: Generell wird die fundamentale Nachfrage nach Rohstoffen durch den massiven Ausbau der KI-Infrastruktur und von Rechenzentren angetrieben. Die erwarteten Produktivitätsgewinne durch KI könnten Unternehmensgewinne beflügeln, führen aber gleichzeitig zu steigenden Anforderungen an Energie und Metalle wie Silber.
  • MEGA-CAPS – US-Tech: Der Markt hat aufgehört, die „Magnificent Seven“ als homogene Gruppe zu handeln, und beginnt, Gewinner und Verlierer anhand ihrer Fähigkeit zur Monetarisierung von KI zu unterscheiden. Entscheidendes Kriterium sind die enormen Investitionsausgaben der Hyperscaler von über 400 Milliarden Dollar in diesem Jahr, wovon rund 75 % in KI-Infrastruktur flossen.
  • GOOGL – Alphabet: Alphabet führt das Feld im KI-Wettlauf mit einem Vorsprung von rund 60 Prozentpunkten an und zeigt Stärke über den gesamten Stack – von eigenen KI-Chips über die Cloud-Distribution bis hin zum LLM Gemini, das wichtige Benchmarks anführt. Bedeutende Cloud-Verträge, unter anderem mit Meta und Anthropic, untermauern die Strategie, die hohen CapEx-Ausgaben durch reales Umsatzwachstum zu rechtfertigen.
  • AMZN – Amazon: Amazon wird derzeit als Nachzügler im KI-Infrastrukturwettbewerb gesehen, da AWS langsamer wächst als Azure und Google Cloud. Der Versuch, mit dem eigenen KI-Chip Trainium über Kostenvorteile zu punkten, hat bislang nicht die erhoffte Dynamik ausgelöst, zudem liegen die zukünftigen Leistungsverpflichtungen mit 200 Milliarden Dollar deutlich hinter denen von Microsoft.
  • META – Meta Platforms: Meta verfügt über keinen eigenen Cloud-Dienst, was die Argumentation für direkten KI-Umsatz erschwert. Zwar verbessert KI die Werbealgorithmen und Zielgruppenansprache deutlich, doch dieser indirekte Return on Investment ist für den Markt schwerer zu bewerten; für Infrastrukturvorhaben nutzt Meta zudem Kapazitäten von Google Cloud.
  • AAPL – Apple: Apple hält sich weitgehend aus dem kostspieligen KI-Infrastrukturwettbewerb heraus und investierte im letzten Quartal lediglich rund 3 Milliarden Dollar. Der Konzern setzt stattdessen darauf, dass am Ende Distribution und direkter Zugang zum Endnutzer entscheidender sind als das beste Basismodell im Hintergrund.
  • MSFT – Microsoft: Microsoft Azure weist mit zukünftigen Leistungsverpflichtungen von rund 400 Milliarden Dollar eine deutlich stärkere Dynamik als AWS auf. Dies festigt die marktbeherrschende Rolle von Microsoft bei der Bereitstellung von KI-Infrastruktur für Unternehmen und stärkt das Vertrauen der Investoren in die künftige Umsatzentwicklung.
  • PORTFOLIO – Asset Allocation: Laut Morgan Stanley-Stratege Mike Wilson verliert das klassische 60/40-Portfolio an Attraktivität, weshalb er nun eine Aufteilung von 60 % Aktien, 20 % Anleihen und 20 % Gold bevorzugt. Hintergrund ist der Inflationsdruck auf Anleihen, deren fixe Zahlungen in realer Kaufkraft erodieren, während Gold und hochwertige Aktien als bessere Inflationsschutzbausteine gelten.

KALENDER Firmen & Unternehmen

EARNINGS

    MAKRO

      IM BLICKPUNKT

      • Morgan Stanley zu GOLD: Chief Investment Officer Mike Wilson rückt von der traditionellen 60/40-Allokation ab und empfiehlt ein Portfolio aus 60 % Aktien, 20 % Anleihen und 20 % Gold, da er Gold und hochwertige Aktien als beste Hedges gegen Inflation einstuft.

      Nvidia dominiert KI-Sektor – Bitcoin & Gold diskutiert

      KURZ & KNAPP

      Nvidia treibt erneut die Debatte um den weltweiten KI-Ausbau und bleibt Stimmungsbarometer für den Halbleitersektor. Im Artikel wird beleuchtet, wie stark die Erwartungen bis 2026 bereits im Kurs eingepreist sein könnten. Parallel steht Bitcoin nach einer volatilen Entwicklung 2025 im Mittelpunkt, inklusive der Diskussion um seine Rolle als “Digitales Gold”. Anleger und Beobachter fragen sich, wie tragfähig diese Narrative in unterschiedlichen Marktphasen wirklich sind.

      Neben Tech und Krypto gehen die Märkte mit leicht positiven Vorzeichen in die Feiertagssaison, während S&P 500 und Nasdaq 100 zulegen und der DAX leicht nachgibt. Rohstoffe wie Gold, Silber und Energieträger stehen wegen möglicher Trendwenden und Engpässen im Rampenlicht. Zudem spielt der digitale Dollar über Stablecoins von Circle eine wachsende Rolle im globalen Zahlungsverkehr.

      Geopolitische Themen wie die Öl-Blockade in Venezuela und Sicherheitsrisiken in Russland sorgen für zusätzliche Unsicherheit an den Märkten. Aus europäischer Sicht bleiben deutsche und asiatische Indizes wie DAX, Nikkei 225 und China A50 wichtige Gradmesser für die Risikostimmung. Makroökonomisch rücken die Strategie der Federal Reserve, Schuldenpolitik und mögliche Strukturbrüche an den Rohstoff- und Devisenmärkten in den Vordergrund.

      RÜCKBLICK Handelstag

      Die Wall Street ging mit leichten Gewinnen aus dem Handel: Der breite S&P 500 stieg um +0,36% auf 6.884 Punkte, während der wachstumsstarke Nasdaq 100 um +0,21% auf 25.492 Punkte vorrückte. Der freundliche Ton an den US-Börsen wurde vor allem von Technologie- und Krypto-Nebenwerten gestützt, flankiert von stabilen Anleiherenditen. Im Kryptosektor legten Bitcoin (BTC, $88.442,92, +0,33%) und Ethereum (ETHUSD, $2.993,30, +0,70%) zu und unterstrichen die robuste Risikoappetit-Stimmung zum Jahresende.

      In Europa schloss der Handel uneinheitlich: Der deutsche Leitindex DAX 40 gab um -0,08% auf 24.332 Punkte minimal nach, während zyklische Werte und Exporttitel unter leichten Gewinnmitnahmen litten. In Asien präsentierten sich die Märkte gemischt: Der chinesische China A50 kletterte um +0,74% auf 15.319 Punkte, der Hang Seng gewann +0,20% auf 25.882 Punkte, während der japanische Nikkei 225 um -0,13% auf 50.365 Punkte nachgab. Der globale Technologie-Sektor blieb dank anhaltender KI-Euphorie gefragt, was sich besonders in starken Halbleiterwerten niederschlug.

      Im Fokus der Anleger stand erneut der KI-Sektor, getrieben von der Kursstärke bei Nvidia (NVDA, $183,44, +1,49%), während gleichzeitig Krypto-Assets vom Narrativ “Digitales Gold” rund um Bitcoin profitierten. Rohstoff- und Energie-Märkte blickten auf geopolitische Spannungen wie die Öl-Blockade in Venezuela sowie Diskussionen um mögliche Trendwenden bei Öl und Gas, parallel zu Rekordständen bei Gold. Damit gehen die Märkte mit einem freundlichen, aber selektiven Risikoappetit in die Feiertagssaison, während Investoren bereits ihren Blick auf Sektor-Gewinner und -Verlierer des Jahres 2026 richten.

      WAS HEUTE WICHTIG WAR

      Nvidia (NVDA) – Wie lange trägt die KI-Euphorie die Aktie?

      Nvidia (NVDA, $183,44, +1,49%) setzte ihren Aufwärtstrend fort und gehörte erneut zu den Gewinnern im US-Technologiesektor. Anleger treiben die Aktie weiter nach oben, weil Nvidia als zentraler Profiteur des weltweiten KI-Ausbaus gilt – von Rechenzentren über Cloud-Anbieter bis hin zu spezialisierten KI-Plattformen. Die Kursbewegung spiegelt die Erwartung wider, dass die Nachfrage nach Hochleistungs-GPUs hoch bleibt und Investitionszyklen großer Tech-Konzerne in KI-Infrastruktur anhalten. Damit bleibt Nvidia ein wesentlicher Stimmungsindikator für den gesamten Halbleiter- und KI-Markt.

      Hintergrund der Rally ist der anhaltende KI-Hype, der in zahlreichen Interviews und Marktkommentaren als struktureller Trend beschrieben wird. Institutionelle Anleger sehen in Nvidia häufig einen “must own”-Titel, wenn es um das Thema künstliche Intelligenz geht, was die Bewertung hoch hält und Rücksetzer bisher begrenzt. Parallel schauen Anleger auf andere KI-bezogene Inhalte, wie etwa Diskussionen über den generellen KI-Hype an den Börsen, um einzuordnen, ob sich ein Übertreibungsniveau bildet. Diese Debatte beeinflusst, wie viel weiteres Kurspotenzial Marktteilnehmer Nvidia kurzfristig zutrauen.

      Mit Blick auf 2026 stellt sich für Investoren die Frage, ob die aktuellen Wachstumsannahmen realistisch und nachhaltig sind oder ob ein Teil der Erwartung bereits im Kurs von NVDA eingepreist ist. Beobachter achten deshalb verstärkt auf Signale aus den Rechenzentrumsbudgets großer Cloud-Unternehmen und auf Hinweise, ob Wettbewerber technologisch aufholen. Gleichzeitig bleibt der Titel im Zentrum vieler Portfolio-Strategien, die auf KI als Megatrend setzen und damit strukturelle Nachfrage nach der Aktie schaffen. Wie stabil diese Story bleibt, wird entscheidend sein für die Bewertung des gesamten KI-Sektors an den US-Börsen.

      Bitcoin (BTC) – Was bedeutet die Achterbahnfahrt 2025 für 2026?

      Bitcoin (BTC, $88.442,92, +0,33%) blickt auf ein extrem volatiles Jahr 2025 zurück, in dem der Kurs mehrfach kräftige Auf- und Abwärtsbewegungen verzeichnete. In einem Rückblick wird die “Achterbahnfahrt” des Kryptomarktes analysiert, bei der makroökonomische Faktoren, Regulierungsdebatten und die Risikoappetit-Schwankungen an den globalen Märkten eine zentrale Rolle spielten. Gleichzeitig richtet sich der Blick bereits auf 2026, wo Anleger mögliche Sektor-Gewinner und -Verlierer im Umfeld digitaler Assets identifizieren wollen. Die aktuelle Stabilisierung von Bitcoin zum Jahresende liefert dabei eine wichtige Ausgangsbasis für diese Szenarien.

      Im Fokus stehen dabei Branchen, die historisch stark mit der Entwicklung von Bitcoin korrelieren – etwa Krypto-Börsen, Mining-Unternehmen und Tech-Werte mit hoher Krypto-Exposure. Marktbeobachter analysieren, welche Sektoren von einem möglichen neuen Aufwärtszyklus profitieren und welche unter regulatorischem Druck oder nachlassender Spekulationslust leiden könnten. Für Anleger bedeutet das, dass 2025 als Testjahr für die Widerstandsfähigkeit von Bitcoin und die Marktstruktur insgesamt gilt, während 2026 zum Prüfstein wird, ob sich das Asset dauerhaft im institutionellen Anlageuniversum etablieren kann.

      Bitcoin als Digitales Gold – Wie verankert ist das neue Narrativ?

      In einem aktuellen Interview wird Bitcoin explizit als “Digitales Gold” bezeichnet, was das dominante Narrativ rund um die Kryptowährung weiter stärkt. Befürworter argumentieren, dass Bitcoin mit seinem begrenzten Angebot und seiner Unabhängigkeit von klassischen Geldsystemen Eigenschaften eines digitalen Wertspeichers aufweist. Dieser Vergleich mit physischem Gold gewinnt vor dem Hintergrund hoher Staatsverschuldung und anhaltender Inflationsdebatten zusätzlich an Zugkraft. Viele Investoren nutzen Bitcoin daher zunehmend als Beimischung im Portfolio, ähnlich wie Edelmetalle.

      Gleichzeitig bleibt umstritten, wie stabil diese Rolle in Stressphasen der Märkte tatsächlich ist, da die Kursvolatilität deutlich höher ist als bei physischem Gold. Kritiker verweisen darauf, dass sich das Verhalten von Bitcoin in Krisenphasen oft eher wie ein Risiko-Asset als wie ein sicherer Hafen darstellt. Die fortgesetzte Diskussion um die Funktion des “Digitalen Goldes” dürfte 2026 maßgeblich bestimmen, wie stark institutionelle Investoren ihr Engagement im Kryptobereich ausweiten. Damit hängt viel davon ab, ob Bitcoin seine Rolle als alternativer Wertspeicher in unterschiedlichen Marktphasen unter Beweis stellen kann.

      Circle – Warum der Dollar digital wird

      Der CEO von Circle erläutert in einem aktuellen Gespräch, warum der US-Dollar zunehmend in digitaler Form gedacht und genutzt wird. Im Mittelpunkt steht die Rolle von Stablecoins, die 1:1 an den Dollar gekoppelt sind und grenzüberschreitende Transaktionen nahezu in Echtzeit und mit geringeren Kosten ermöglichen sollen. Circle positioniert sich dabei als Brücke zwischen traditionellem Finanzsystem und Krypto-Ökosystem, indem Dollar-Liquidität in tokenisierter Form verfügbar gemacht wird. Dieses Modell soll insbesondere im Zahlungsverkehr, im Handel und in der DeFi-Infrastruktur Effizienzgewinne bringen.

      Gleichzeitig spielt Regulierung eine große Rolle, da digitale Dollar-Instrumente im Einklang mit Aufsichtsbehörden und bestehenden Finanzregeln operieren müssen. Der CEO betont, dass klare regulatorische Leitplanken notwendig sind, um institutionelles Vertrauen zu schaffen und den Markt über die bisherige Krypto-Nische hinaus zu öffnen. Für Investoren ist entscheidend, ob sich Stablecoins als Standard-Infrastruktur etablieren und wie sich dies auf Banken, Zahlungsdienstleister und Krypto-Plattformen auswirkt. Der Trend zum digitalen Dollar könnte damit zu einem der zentralen Strukturthemen im Finanzsektor der kommenden Jahre werden.

      Gold, Silber & Energierohstoffe – Stehen Edelmetalle und Öl vor einem Wendepunkt?

      In mehreren Analysen und Kommentaren wird diskutiert, ob der jüngste Höhenflug von Gold in eine Blase münden könnte, die irgendwann platzt. Parallel werden Kursziele wie $4.400 je Unze Gold als mögliche “Quittung” für Geldpolitik und Schuldenpolitik ins Spiel gebracht, was die Debatte über die Nachhaltigkeit des Edelmetall-Booms anheizt. Auch am Silbermarkt mehren sich Hinweise auf Lieferengpässe, inklusive Warnungen vor einem “Silber-Lieferalarm” und dem Verlust der Kontrolle am Papiermarkt. Diese Konstellation lenkt den Blick der Anleger verstärkt auf physische Bestände und die tatsächliche Angebotslage.

      Auf der Energieschiene stehen Öl- und Gaspreise im Fokus, nachdem Öl über drei Jahre korrigierte und nun vor einem möglichen Trendwechsel stehen könnte. Analysten diskutieren, ob Öl “zurückkommt” oder die Korrektur weitergeht, während im Gasmarkt ein “Turn” erwartet wird, dem zunächst eine Falle vorausgehen könnte – mit einem konkreten Kursziel von 5,3. Für Rohstoffinvestoren bedeutet das, dass 2026 stark von Angebots- und Nachfrageverschiebungen, geopolitischen Faktoren und der Glaubwürdigkeit geldpolitischer Strategien geprägt sein dürfte. Edelmetalle und Energie bleiben damit zentrale Bausteine in der Portfolio-Diversifikation, allerdings mit deutlich erhöhten Schwankungsrisiken.

      KURZNEWS

      • RjIY6spXrEo – Venezuela & Aktienmärkte: Ein Fokus-Beitrag beleuchtet die Auswirkungen einer Öl-Blockade Venezuelas auf die globalen Energiemärkte und regionale Volkswirtschaften im Nahen Osten und Afrika. Gleichzeitig wird hervorgehoben, dass die Aktienmärkte trotz der geopolitischen Spannungen weiter zulegen und Anleger selektiv in zyklische Titel einsteigen.
      • lnAxFEFpDH0 – Wiederholung Venezuela-Blockade: In einem ergänzenden Format werden die gleichen Kernthemen rund um Venezuelas Öl-Blockade vertieft und um Marktreaktionen lokaler Börsen ergänzt. Besonders beobachtet werden die Entwicklungen bei Staatsfinanzen der betroffenen Länder und mögliche politische Gegenmaßnahmen.
      • TTwsN5fa0T4 – Sicherheitslage Russland: Die Meldung über einen in Moskau durch einen Autobombenanschlag getöteten russischen General unterstreicht die zunehmenden Sicherheitsrisiken in der Region. Anleger verfolgen genau, ob sich daraus neue geopolitische Spannungen ergeben, die Energie- und Verteidigungssektoren an den Märkten beeinflussen könnten.
      • WPoFBdiRajM – Goldhausse & Biotech-Ausblick: Ein Marktkommentar diskutiert, ob die aktuellen Rekordstände bei Gold Anzeichen einer Blase tragen und welche Faktoren ein mögliches Platzen auslösen könnten. Zugleich werden Top-Biotech-Werte für 2026 herausgearbeitet, die von starken Produktpipelines und regulatorischen Meilensteinen profitieren könnten.
      • WBDKBowczgg – Fed-Dilemma & Emerging Markets 2026: Ein Analyseformat beleuchtet, wie die US-Notenbank Federal Reserve zwischen hartnäckiger Inflation und einem sensiblen Arbeitsmarkt eingeklemmt ist. Zusätzlich wird ein Ausblick auf das Wachstum in Schwellenländern 2026 gegeben, wobei Chancen in ausgewählten Märkten hervorgehoben werden.
      • v7Th4jivPdg – KI-Hype an der Börse: In einem Interview aus dem KI-Zentrum IPAI Heilbronn ordnet Dr. Andreas Beck den aktuellen KI-Hype an den Kapitalmärkten ein. Diskutiert wird, ob die hohen Bewertungen im KI-Sektor durch reale Ertragschancen gedeckt sind oder bereits spekulative Übertreibungen vorliegen.
      • 6H55oxZW8WE – Fed-Chef-Frage & Marktresilienz: Marktstratege David Harden von Summit Global argumentiert, dass die Aktienmärkte ihren Aufwärtspfad unabhängig davon fortsetzen könnten, wer die nächste Spitze der US-Notenbank Federal Reserve übernimmt. Er verweist auf robuste Unternehmensgewinne und strukturelle Wachstumstreiber, die den Indexniveaus Rückhalt geben.
      • ZogzpC7xDXQ – Bitcoin-Rückblick 2025: Eine ausführliche Sendung zeichnet die stark schwankende Entwicklung von Bitcoin im Jahr 2025 nach und analysiert treibende Faktoren wie Regulierung, Makrolage und institutionelle Nachfrage. Zudem werden Sektoren identifiziert, die 2026 als Gewinner oder Verlierer eines erneuten Krypto-Zyklus hervorgehen könnten.
      • ZBo93A9sbjI – Bitcoin als Digitales Gold: In einem Interview betont Assia, dass Bitcoin zunehmend als “Digitales Gold” wahrgenommen wird und so eine alternative Funktion zum Werterhalt erfüllen könne. Diese Sichtweise könnte die Akzeptanz von Bitcoin gerade bei langfristig orientierten Anlegern weiter erhöhen.
      • F_OUEri9IKQ – Digitaler Dollar & Circle: Der CEO von Circle erklärt, warum der US-Dollar in Form von Stablecoins in die nächste Entwicklungsstufe eintritt. Im Vordergrund stehen dabei schnellere Transaktionen, niedrigere Kosten und die bessere Verzahnung von klassischem Finanzsystem und Kryptomärkten.
      • yeafDaSeKyY – Öl nach der Korrektur: Ein Rohstoff-Update fragt, ob der Ölpreis nach drei Jahren Abwärtsbewegung nun vor einer nachhaltigen Erholung steht oder noch tiefer fallen könnte. Anleger erhalten Szenarien, wie Angebot, Nachfrage und Geopolitik den Marktverlauf 2026 prägen könnten.
      • iMvwrerpmQU – Gasmarkt vor dem Turnaround: Eine Analyse warnt vor einer möglichen Falle am Gasmarkt, bevor ein größerer Trendwechsel einsetzt. Als zentrales Zielniveau wird ein Kurs von 5,3 genannt, was für Trader wichtige Orientierungsmarken liefert.
      • UGEK51heZbI – Gold bei 4.400 Dollar als Systemreaktion: Ein Kommentar skizziert ein Szenario, in dem Gold auf $4.400 je Unze steigen könnte – interpretiert als späte Quittung für jahrelange Geld- und Fiskalpolitik. Thematisiert werden die möglichen Folgen für Währungen, Anleihemärkte und die Vermögensverteilung.
      • 46C3F4b4SDk – Silber-Lieferengpässe & Papiermarkt: Berichtet wird über einen “Silber-Lieferalarm”, bei dem rund 58 Millionen Unzen im Fokus stehen und Zweifel an der Funktionsfähigkeit des Papiermarktes aufkommen. Dies könnte Anleger verstärkt in Richtung physischer Bestände und alternativer Lagerkonzepte treiben.
      • CCtiMBIjYtM – MACD-Signale einfach erklärt: In einem Educational-Format werden die wichtigsten Signale des MACD-Indikators wie Crossover, Histogramm und Divergenzen Schritt für Schritt erläutert. Ziel ist es, Privatanlegern ein besseres Verständnis für Trend- und Momentum-Analysen im Chart zu vermitteln.

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            Micron Technology: Speicherboom befeuert KI-Welle – FedEx & Fujikura

            KURZ & KNAPP

            Micron Technology meldet ein starkes Quartal, profitiert massiv vom HBM-Speicherboom und wird zum Barometer des globalen KI-Zyklus. Zugleich schärft FedEx sein Profil als logistisches Rückgrat für Rechenzentren und industrielle Lieferketten. Der japanische Kabelspezialist Fujikura glänzt mit Großaufträgen aus den USA und steht sinnbildlich für den Infrastrukturhunger der KI-Ökonomie. Dagegen gerät Nike nach einem schwachen China-Geschäft und Problemen im DTC-Kanal unter Druck, während Trump Media mit einer spektakulären Fusionsstory Schlagzeilen macht.

            Die US-Börsen legen nach kühleren Inflationsdaten leicht zu, der S&P 500 beendet seine Verlustserie und der NASDAQ 100 profitiert von einer Erholung im Chip-Sektor. In Asien setzen Nikkei 225, Hang Seng und China A50 den freundlichen Ton fort, während die Bank of Japan ihre Zinswende vorsichtig austariert. Am Kryptomarkt setzen Bitcoin und Ethereum ihre Rally fort, bleiben aber von der Aktien-Risikofreude entkoppelt.

            In Europa startet der DAX 40 mit leichtem Plus in den Handelstag, gestützt von der anhaltend guten Stimmung im Bankensektor um Commerzbank und UBS. Japans Zinsentscheidung der BoJ sowie der jüngste US-CPI rücken als makroökonomische Wegweiser für 2026 in den Mittelpunkt. Anleger beobachten zudem politische Impulse wie die geplante Cannabis-Neueinstufung in den USA und die Diskussion um künftige Fed-Zinsschritte.

            RÜCKSPIEGEL

            Die US-Maerkte beendeten den Handelstag nach den deutlich kuehler ausgefallenen Inflationsdaten mit leichten Gewinnen, wobei der S&P 500 (6.787 Punkte, +0,14%) seine viertaegige Verlustserie stoppen konnte und der NASDAQ 100 (25.122 Punkte, +0,39%) von einer Erholung im Chip-Sektor profitierte. Top-Gewinner waren vor allem KI- und Halbleiterwerte, angefuehrt von Micron Technology, waehrend Nike nach einem schwachen Ausblick und Problemen in China im nachboerslichen Handel unter Druck geriet. Insgesamt stuetzen die neuen CPI-Daten die Hoffnung auf weitere Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve, auch wenn oekonomische Experten vor Datenluecken durch den vorangegangenen Regierungs-Shutdown warnen.

            In Asien setzten die Boersen den positiven Ton fort: Der japanische Nikkei 225 stieg auf 49.718 Punkte, +1,03%, nachdem die Bank of Japan ihren Leitzins auf 0,75% angehoben, aber zugleich betont hatte, dass die finanziellen Bedingungen weiter akkommodierend bleiben. In Hongkong legte der Hang Seng um 0,50% auf 25.704 Punkte zu, waehrend der China A50 nahezu unveraendert bei 15.177 Punkten, +0,03% notierte. Die Nachrichten zu Japans Zinswende und die anhaltende KI-Investitionswelle – etwa bei Fujikura – praegen die regionale Sektorrotation.

            Am Kryptomarkt setzen Bitcoin (87.874,87 Dollar, +2,63%) und Ethereum (2.951,59 Dollar, +4,36%) ihre Rally fort, profitieren aber bislang nur begrenzt von der allgemeinen Risikofreude an den Aktienmaerkten. Der deutsche DAX 40 geht nach den positiven Vorgaben mit einem leichten Plus von 0,16% bei 24.200 Punkten in den Handelstag, waehrend die Futures auf die grossen US-Indizes stabil tendieren und eine abwartende Eroeffnung signalisieren.

            DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

            Micron Technology (MU) – Wie stark traegt der Speicherboom die naechste KI-Welle?

            Micron Technology (MU) hat mit einem Kurssprung von ueber +10% ein neues Ausrufezeichen im KI-Sektor gesetzt und den gesamten Halbleitermarkt mit nach oben gezogen. Das Unternehmen meldete ein “monstroeses” Quartal mit Rekord-Bruttomargen und extrem hohen Gewinnen und hat seinen Aktienkurs seit Jahresbeginn damit nahezu verdreifacht (+195%). Besonders beeindruckend fiel der Ausblick aus: Die Umsatzprognose fuer das laufende Quartal liegt mehr als 30% ueber den bisherigen Markterwartungen, was die boersenseitigen Sorgen vor einer KI-Abkuehlung deutlich daempft. CEO Sanjay Mehrotra betonte, dass Micron derzeit nur rund die Haelfte bis zwei Drittel der Nachfrage wichtiger Schluesselkunden bedienen kann – ein klares Indiz fuer massive Angebotsengpaesse. Diese Knappheit ermoeglicht es dem Speicher-Spezialisten, die Preise fuer DRAM und insbesondere High-Bandwidth-Memory (HBM) spuerbar anzuheben.

            Der Boom im HBM-Bereich, der als Schluesselkomponente fuer KI-Beschleuniger und moderne Rechenzentren gilt, macht Micron zu einem der zentralen Profiteure des laufenden Technologie-Investitionszyklus. Der starke Quartalsbericht loeste einen Anstieg des Philadelphia Semiconductor Index (SOX) um rund 2,5–2,6% aus und stuetzte damit KI-Schwergewichte weltweit – bis hin zum S&P 500, der dank Micron seine viertaegige Verlustserie beendete. Gleichzeitig profitieren auch die Ausruester der Speicherindustrie wie Applied Materials, KLA und Lam Research, da die Engpaesse nur mit massiven Investitionen in neue Produktionskapazitaeten aufgeloest werden koennen. Mehrotra rechnet damit, dass die Knappheit bei HBM-Speichern ueber das Jahr 2026 hinaus anhalten wird, was fuer anhaltend hohe Preise und Margen spricht. Fuer klassische Hardware-Hersteller wie Dell, HP und teilweise Apple hat der Preisdruck bei Speicher allerdings eine Kehrseite: Steigende Inputkosten ducken dort auf die Margen.

            Analysten sehen in den Zahlen einen klaren Beweis, dass der KI-Boom real und nachhaltiger ist, als manche juengste Korrektur vermuten liess. Die Kombination aus Rekordumsatz, hohen Bruttomargen, starkem EPS und einem deutlich verbesserten freien Cashflow laesst neue Kursziele von 250 bis 350 Dollar zu, in Spitzenfaellen sogar bis 500 Dollar, plausibel erscheinen – bei einem weiterhin moderaten KGV von nur etwa 10 bis 12. Der Markt nutzt Micron mittlerweile als Barometer fuer die Gesundheit des globalen Halbleitermarktes und die Tiefe des KI-Zyklus: Solange das Unternehmen Nachfrage und Preise nach oben ueberrascht, duerften auch andere Speicher- und KI-Werte Rueckenwind behalten. Zugleich mahnen Stimmen wie Jim Cramer, dass Titel mit klaren Cashflows – wie Micron – im aktuellen KI-Hype den oft intransparent finanzierten Infrastrukturwetten vorzuziehen seien. Damit rueckt die Aktie zunehmend in die Rolle eines Kerninvestments fuer Anleger, die am KI-Trend partizipieren wollen, ohne sich ausschliesslich auf GPU-Schwergewichte wie NVIDIA zu verlassen.

            FedEx (FDX) – Wie wird der Logistiker zum Herzschlag der KI-Oekonomie?

            FedEx (FDX) hat im zweiten Fiskalquartal die Gewinnerwartungen klar uebertroffen und zugleich das untere Ende seiner Jahresprognose fuer Umsatz und Gewinn angehoben. Der bereinigte Gewinn pro Aktie lag mit 4,82 Dollar deutlich ueber den erwarteten 4,11–4,12 Dollar, waehrend der Umsatz auf 20,4–23,5 Milliarden Dollar stieg und die operativen Margen solide bei rund 6,9% lagen. Treiber sind ein hoeheres inlaendisches Paketvolumen, starke Preissetzungsmacht und das konsequente Kostensenkungsprogramm, mit dem bereits 4 Milliarden Dollar eingespart wurden und eine weitere Milliarde bis 2026 angepeilt ist. Parallel schreitet der geplante Spin-off der Frachtsparte FedEx Freight voran, der bis Mitte 2026 abgeschlossen sein soll. Analysten sehen FedEx als klassische “Self-Help-Story”, die auch ohne starken makrooekonomischen Rueckenwind über operative Hebel wachsen kann.

            Strategisch positioniert sich FedEx zudem immer staerker als kritische Infrastruktur fuer den globalen KI-Boom. Rund 66% des Umsatzes stammen inzwischen aus dem B2B-Geschaeft, wobei das Unternehmen in vertikalen Maerkten wie Gesundheitswesen, Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und vor allem beim Transport von Spezialkomponenten fuer Rechenzentren Marktanteile gewinnt. CEO Raj Subramaniam bezeichnet FedEx als “Herzschlag der industriellen Wirtschaft” und verweist auf das globale Netzwerk, mit dem hunderttausende spezialisierte Teile fuer neue KI-Rechenzentren inklusive Zollabwicklung effizient bewegt werden. Gleichzeitig passt der Konzern angesichts veraenderter Handelsmuster – weniger Verkehr China–USA, mehr Intra-Asien-Handel und boomender Austausch zwischen Mexiko und den USA – flexibel seine Kapazitaeten an und baut neue Routen und Hubs (u.a. in Singapur, Dublin, Riad, Bangalore, Istanbul) auf. Diese Kombination aus striktem Kostenmanagement, wachsendem B2B-Fokus und der Rolle als logistisches Rueckgrat der KI-Infrastruktur macht FedEx aus Sicht vieler Analysten zu einem Kernindikator fuer die Gesundheit der Realwirtschaft im Jahr 2026.

            Fujikura – Wie treibt der KI-Datenzentrum-Boom Japans Kabelchampion in die Hoehe?

            Die Aktien des japanischen Kabelspezialisten Fujikura haben sich in den vergangenen zwei Jahren um ueber 1.300% vervielfacht – angetrieben vom globalen Ausbau von KI-Rechenzentren. Das Unternehmen liefert Spezialkabel, die fuer die extrem bandbreitenintensiven Verbindungen innerhalb moderner Data-Center notwendig sind, und kommt mit der Produktion kaum hinterher. Ein besonders markanter Wachstumstreiber ist ein Auftrag im Volumen von 20 Milliarden Dollar aus den USA, der den Ausbau neuer Kapazitaeten finanziell absichert. Parallel schafft die Zinswende der Bank of Japan, die den Leitzins auf 0,75% und damit auf das hoechste Niveau seit 1995 angehoben hat, ein neues Zinsumfeld fuer japanische Wachstumswerte.

            Obwohl die Renditen zehnjaehriger japanischer Staatsanleihen erstmals seit 2006 ueber 2% gestiegen sind, betont Gouverneur Ueda, dass die realen Zinsen aufgrund der anhaltenden Inflation weiterhin deutlich negativ und die finanziellen Bedingungen insgesamt akkommodierend bleiben. Fuer Firmen wie Fujikura bedeutet dies, dass sie trotz Hoeherzinspolitik weiterhin relativ guenstig investieren koennen, waehrend die enorme globale Nachfrage nach KI-Infrastruktur fuer strukturelles Wachstum sorgt. Investoren beobachten nun genau, ob die BoJ 2026 ein bis zwei weitere Zinsschritte folgt und wie sich dies auf die Bewertungsniveaus der japanischen Tech- und Infrastrukturwerte auswirkt. Vor diesem Hintergrund bleibt Fujikura ein Symbol dafuer, wie stark sich die KI-Welle mittlerweile in die industrielle Basis und die klassische Hardware-Lieferkette hineinfrisst.

            Nike (NKE) – Wie gefaehrlich ist der China-Schock fuer den Sportartikelsektor?

            Nike (NKE) hat im zweiten Geschaeftsquartal zwar bei Umsatz und Gewinn die Analystenerwartungen uebertroffen, doch ein schwacher Ausblick und insbesondere ein Einbruch im China-Geschaeft schickten die Aktie nachboerslich rund 10% auf Talfahrt. Der Umsatz lag bei 12,4–12,43 Milliarden Dollar, der Gewinn pro Aktie bei 0,53 Dollar (erwartet: 0,38 Dollar), doch die Bruttomarge blieb mit 40,6% aufgrund hoher Rabatte zum Lagerabbau unter Druck. In China verfehlte Nike die Erwartungen deutlich: Das EBIT lag mit 191 Millionen Dollar klar unter den prognostizierten 335 Millionen Dollar, der Umsatz in der Region brach um etwa 16–17% ein – deutlich schlechter als die befrchteten minus 9%. Zusaetzlich machen steigende Zoelle auf Importe aus Vietnam und ein Rueckgang der Erloese im Direct-to-Consumer-Kanal (DTC), wo die eigenen digitalen Umsaetze um 14% sanken, dem Konzern zu schaffen.

            Der neue CEO Elliott Hill steht damit vor der Aufgabe, Nike von einer stark Lifestyle-orientierten Positionierung wieder mehr in Richtung Performance- und Sportfokus zu drehen und gleichzeitig die Problembereiche China und DTC zu stabilisieren. Positiv ist, dass das Nordamerika-Geschaeft und der Grosshandelskanal mit einem Wachstum von rund 8,7% die Resilienz des US-Konsumenten unterstreichen, doch an der Boerse dominiert vorerst die Sorge um den wichtigsten asiatischen Wachstumsmarkt. In “Sippenhaft” geraten auch Wettbewerber: Puma und Adidas stehen vorboerslich bzw. im fruehen Handel unter Druck, weil Investoren uebertragen, dass die chinesische Nachfrageschwaeche sektorweit wirken koennte. Technisch bleibt die Nike-Aktie im Abwaertstrend und steuert laut Analysten auf eine wichtige Unterstuetzung im Bereich von rund 50 Dollar zu, wo sich entscheiden duerfte, ob der Markt eine schnelle operative Wende zutraut.

            Trump Media (DJT) & Cannabis – Wie mischen Politik-Hypes die Maerkte auf?

            Die Aktien der Trump Media & Technology Group (DJT), dem Unternehmen hinter “Truth Social”, sprangen zeitweise um knapp 42% nach oben, nachdem eine Fusion mit dem Kernfusions-Entwickler TAE Technologies im Volumen von ueber 6 Milliarden Dollar bekanntgegeben wurde. Mit dem All-Stock-Deal vollzieht Trump Media einen radikalen Strategiewechsel von einem Social-Media-Konzern hin zu einem spekulativen Energie-Play, das vom extrem steigenden Strombedarf der KI-Rechenzentren profitieren will. Das kombinierte Unternehmen plant, bereits im kommenden Jahr mit dem Bau eines Kernfusionskraftwerks im Versorgungsmassstab zu beginnen und bis 2031 kommerziell Strom zu liefern – ein Zeitplan, den Experten als “ausserordentlich optimistisch” einstufen. Hintergrund ist, dass Kernfusion bislang nur in kleinem Massstab in Laboren gelang, wissenschaftliche Durchbrueche fuer eine sichere Skalierung fehlen und die Nuclear Regulatory Commission (NRC) noch keinen vollstaendigen Regulierungsrahmen fuer diese Technologie geschaffen hat.

            Parallel sorgte eine weitere politische Entscheidung fuer Bewegung in einem ganz anderen Sektor: Praesident Donald Trump unterzeichnete eine Exekutivverordnung, die das Justizministerium anweist, Cannabis von Schedule I in die weniger restriktive Kategorie Schedule III umzustufen. Dies stellt zwar keine Legalisierung auf Bundesebene dar, wuerde aber den medizinischen Nutzen offiziell anerkennen und vor allem steuerliche Erleichterungen bringen, weil Unternehmen in der Branche dann wieder Geschaeftsausgaben absetzen koennten. Am Markt kam es nach der lang erwarteten Meldung zu einem klassischen “Sell-the-News”: Viele Cannabis-Aktien, die im Vorfeld stark gestiegen waren, gerieten unter Gewinnmitnahmen unter Druck. Die Entwicklung unterstreicht, wie stark politische Signale – von Nuklearreformen in Indien ueber Cannabis-Neueinstufungen bis hin zu Fusionsplaenen bei Trump Media – als Katalysatoren fuer teils extreme Kursbewegungen in Nischen- und Hype-Sektoren dienen koennen.

            KURZNEWS

            • CRM – Salesforce: Salesforce (CRM) zaehlt 2025 zu den schwächsten Werten im Dow Jones mit einem Kursminus von ueber 22%. Analysten bezweifeln, dass KI-Produkte wie Agentforce signifikante Zusatzerloese bringen, waehrend aktivistische Investoren und Sorgen um die Zukunft klassischer SaaS-Modelle auf der Bewertung lasten.
            • ORCL – Oracle: Die Meinungen zu Oracle (ORCL) gehen auseinander: Guggenheim sieht den Titel trotz hoher Verschuldung als Top-Pick, da die Cloud-Infrastruktur angeblich bessere Performance zu niedrigeren Kosten als Wettbewerber bietet. Jim Cramer hingegen warnt vor den 18 Milliarden Dollar an neuen Schulden fuer Rechenzentren fuer OpenAI und kritisiert schwer durchschaubare Finanzierungsdeals im KI-Sektor.
            • MSFT – Microsoft / OpenAI: Microsoft (MSFT) hat insgesamt 13 Milliarden Dollar in OpenAI investiert und sich exklusiven Zugang zu den neuesten KI-Modellen fuer die Azure-Cloud gesichert. Dadurch kann der Konzern Produkte wie den Copilot fruehzeitig mit Cutting-Edge-KI ausstatten und seine Fuehrungsrolle im Enterprise-Segment ausbauen.
            • GOOGL – Alphabet / Google: Google (GOOGL) baut seine eigene KI-Hardware mit TPUs, VCUs und dem neuen Axion-Prozessor konsequent aus und dominiert laut Studien bereits rund 58% des Marktes fuer kundenspezifische Cloud-KI-Chips. In enger Kooperation mit Broadcom wurden ueber 3 Milliarden Dollar in F&E investiert, um die komplexen Beschleuniger fuer Modelle wie Gemini zu fertigen.
            • TSM – TSMC / ASML / NVIDIA: Die globale Halbleiter-Lieferkette fuer High-End-KI bleibt extrem konzentriert: NVIDIA (NVDA) entwirft die GPUs, die fast ausschliesslich bei TSMC (TSM) auf Maschinen von ASML (ASML) produziert werden. Die USA nutzen Exportkontrollen, um Chinas Zugriff auf diese Technologien zu bremsen, waehrend China massiv in eine eigene Fertigung investiert.
            • CRM – OpenAI-Wettbewerb: Der Markt fuer generative KI koennte laut Experten in den kommenden zehn Jahren ein Volumen von rund 1 Billion Dollar erreichen, wobei OpenAI, Anthropic, Cohere, Google und Meta um Marktanteile kaempfen. Tech-Giganten planen, pro Quartal zweistellige Milliardenbetraege in neue KI-Produkte zu investieren, was Banken, Versicherungen und Energieversorger tiefgreifend veraendern duerfte.
            • META – Meta Platforms: Meta (META) setzt strategisch auf Open-Source-Modelle wie Llama und hat eigenen Angaben zufolge ueber 40.000 Mitarbeiter im Bereich Sicherheit und Integritaet im Einsatz. In den letzten fuenf Jahren wurden 16 Milliarden Dollar in Sicherheit investiert, wodurch die Praevalenz von Hassrede auf 0,02% gesenkt worden sei.
            • TUI – TUI: Der Touristikkonzern TUI profitiert von einer ungebrochen hohen Reiselust, da Verbraucher zuletzt am wenigsten beim Urlaub sparen. Die Aktie arbeitet sich zum Jahresende an ihre Jahreshochs heran und belohnt damit insbesondere Anleger, die seit den Tiefstaenden im April oder November engagiert sind.
            • CBK – Commerzbank: Die Commerzbank (CBK) zaehlt mit einem Kursplus von rund 120% seit Jahresbeginn zu den Top-Performern in einem europaeischen Bankenindex, der insgesamt um 76% zulegte. Das Institut profitiert von der anhaltend guten Stimmung im Bankensektor, obwohl die Zinsen bereits wieder sinken.
            • UBSG – UBS: UBS (UBSG) schloss in der Schweiz fester, nachdem Berichte ueber eine neue Welle von Stellenstreichungen ab Mitte Januar publik wurden. Eine weitere Kuendigungsrunde gilt fuer spaeter im Jahr 2026 als wahrscheinlich, waehrend die Integration der Credit Suisse voranschreitet und deren IT-Systeme schrittweise abgeschaltet werden.
            • PYPL – PayPal: PayPal (PYPL) steht unter Druck, nachdem eine weitere Analysten-Abstufung mit einem Kursziel von 54 Dollar veroeffentlicht wurde. Die Experten be fuerchten, dass der Zahlungsdienstleister bis 2028 kontinuierlich Marktanteile verliert und im Wettbewerb mit neuen Fintechs und Big-Tech-Loesungen an Relevanz einbuesst.
            • LULU – Lululemon: Beim Sportmodeanbieter Lululemon (LULU) ist der aktivistische Investor Elliott Investment Management mit einer Beteiligung von ueber 1 Milliarde Dollar eingestiegen. Ziel ist offenbar eine Fuehrungs- und Strategieoffensive, moeglicherweise mit der Handelsexpertin Jane Nielsen als neuer CEO, nachdem die Aktie im laufenden Jahr fast 50% an Wert verloren hat.
            • DJT – Trump Media: Die Aktien von Trump Media & Technology Group (DJT) sprangen nach der Ankuendigung der Fusion mit TAE Technologies um fast 42% nach oben. Das Unternehmen versucht, vom KI-getriebenen Energiehunger zu profitieren und sich in die Reihe gehypter Nuklearwerte wie Oklo (OKLO), Nano Nuclear Energy (NNE) und NuScale Power (SMR) einzureihen.
            • BIRK – Birkenstock: Birkenstock (BIRK) verzeichnete mit einem Minus von rund 11,3% den schwächsten Boersentag seit ueber einem Jahr. Ausloeser war eine vorsichtige Prognose fuer ein langsameres Umsatzwachstum 2026, da ein schwaecherer US-Dollar und drohende Zoelle auf die Margen druecken koennten.
            • NKE – Nike: Die Aktie von Nike (NKE) gab nachboerslich deutlich nach, weil die starke Performance in Nordamerika durch einen massiven Umsatzeinbruch in China uebertroffen wurde. Hinzu kommt ein ruecklaeufiges Direct-to-Consumer-Geschaeft, das Fragen zur Wirksamkeit der aktuellen Digitalstrategie aufwirft.
            • DJT – Cannabis-Sektor: Nach der von Praesident Trump unterzeichneten Exekutivverordnung zur Neueinstufung von Cannabis in Schedule III kam es bei vielen US-Cannabiswerten zu einem “Sell-the-News”-Rueckschlag. Zwar koennte die Steuerlast der Branche langfristig deutlich sinken, doch kurzfristig nahmen Investoren nach der Rally im Vorfeld Gewinne mit.
            • UBER – SpaceX-Spekulation (ohne Kursdaten): Am Privatmarkt wird ein moeglicher IPO von SpaceX fuer 2026 mit einer Bewertung oberhalb von OpenAI intensiv diskutiert. Institutionelle Investoren sehen darin einen potenziellen neuen “Must-Own”-Techwert, der sofort in die Liga der groessten US-Bluetchips aufsteigen koennte.
            • DHI / LEN – US-Hausbauer: Die Branchenschwergewichte D.R. Horton (DHI) und Lennar (LEN) haben ihre Marktmacht durch Uebernahmen stark ausgebaut und kontrollieren in vielen Regionen inzwischen den Grossteil des Neubauangebots. Dank eigener Hypothekengeschaefte koennen sie Kauefer mit subventionierten Zinsen locken, was kleineren Bauunternehmen Wettbewerbsnachteile beschert.

            KALENDER Firmen & Unternehmen

            EARNINGS

              MAKRO

              • USA: Verbraucherpreisindex (CPI) November – juengster Bericht bereits erschienen, weitere Datenreihen fuer Dezember und Januar im Fokus der Maerkte.
              • JAPAN: Zinsentscheidung der Bank of Japan – Leitzins auf 0,75% angehoben, Maerkte erwarten 2026 ein bis zwei weitere Schritte.

              IM BLICKPUNKT

              • Guggenheim zu ORCL: Die Analysten sehen Oracle (ORCL) trotz hoher Verschuldung und Kundenkonzentration bei OpenAI als potenziellen Top-Performer fuer das naechste Jahr und heben die ueberlegene Cloud-Infrastruktur hervor; ein konkretes Kursziel wird nicht genannt.
              • Unabhaengige Analysten zu MU: Nach dem starken Quartal von Micron Technology (MU) werden in der Community Kursziele zwischen 250 und 350 Dollar, in Einzelfaellen sogar bis 500 Dollar, diskutiert, gestuetzt durch einen Ausblick mit mehr als 30% Umsatzueberraschung und ein moderates KGV von 10–12.
              • Guggenheim zu CRM: Die Experten bleiben fuer Salesforce (CRM) skeptisch und sehen kurzfristig geringe Chancen auf eine deutliche Kurserholung, da KI-Funktionen als Standard erwartet werden und Zukaeufe wie Informatica strategisch hinterfragt werden.
              • Unabhaengige Analysten zu PYPL: Ein neues Kursziel fuer PayPal (PYPL) wurde auf 54 Dollar gesenkt, begleitet von der Einschaetzung, dass der Zahlungsdienstleister bis 2028 stetig Marktanteile an Wettbewerber verlieren koennte.
              • Cramer zu S: Jim Cramer raet bei SentinelOne (S) zur Vorsicht, da das Unternehmen trotz wiederholter Verkaufsspekulationen bislang keinen Kauefer fand, und verweist Anleger stattdessen auf qualitativ hoehere Titel wie CrowdStrike (CRWD) oder Palo Alto Networks (PANW).
              • Cramer zu BMNR: Bei Bitmine Immersion (BMNR) warnt Cramer vor einem Relikt des “magischen Investierens” und empfiehlt Anlegern, sich von der Aktie fernzuhalten.
              • Cramer zu LASR – nLIGHT: Nach einem Kursanstieg von rund 480% bei nLIGHT (LASR) sieht Cramer das Bewertungsniveau mit dem 80-fachen der erwarteten Gewinne 2027 als extrem ambitioniert und empfiehlt, Gewinne mitzunehmen.
              • Cramer zu KURA: Kura Oncology (KURA) stuft Cramer als reine Spekulation ein, trotz einer Meilensteinzahlung von 135 Millionen Dollar fuer den ersten US-Verkauf, und verweist auf die Fuehrungsrolle von Johnson & Johnson (JNJ) und Merck (MRK) in der Krebsforschung.
              • Cramer zu CRDO – Credo Technology: Credo Technology (CRDO) bezeichnet Cramer als “Mini-NVIDIA” angesichts starken Gewinnwachstums und guter Positionierung im Rechenzentrum-Segment, trotz vorhandener Insiderverkaeufe und sektorweiter Skepsis.
              • Cramer zu CIEN – Ciena: Ciena (CIEN) sieht Cramer nach einem sehr guten Quartal fundamental deutlich solider aufgestellt als zur Blase im Jahr 2000 und erwartet auch fuer das naechste Quartal positive Impulse.
              • Analysten zu BIRK – Birkenstock: Nach der Prognose fuer ein langsameres Wachstum im kommenden Jahr raten einige Marktbeobachter bei Birkenstock (BIRK) zur Vorsicht, da Waehrungseinfluesse und potenzielle Zoelle die Margen belasten koennten.
              • Analysten zu NKE: Nach dem China-Schock bei Nike (NKE) verweisen Techniker auf eine entscheidende Unterstuetzung um 50 Dollar, waehrend Fundamentalanalysten zunaechst Klarheit ueber die Wende im China- und DTC-Geschaeft abwarten wollen.
              • Analysten zu CBK – Commerzbank: Marktbeobachter werten die starke Outperformance der Commerzbank (CBK) gegenueber dem Branchenindex als Zeichen fuer ein robusteres Geschaeftsmodell, warnen aber vor Rueckschlaegen, falls sich das Zinsumfeld schneller als erwartet eintruebt.
              • Analysten zu LULU – Lululemon: Der Einstieg von Elliott Management bei Lululemon (LULU) wird als potenzieller Katalysator fuer einen Strategiewechsel gesehen, inklusive moeglichem CEO-Wechsel, was der Aktie kurzfristig Auftrieb gegeben hat.

              Trump Media entfacht Kursfeuerwerk! – BP und Lululemon bewegen

              KURZ & KNAPP

              Trump Media sorgt mit der geplanten Fusion mit TAE Technologies und dem Einstieg in die Fusionsenergie für Schlagzeilen. Die Bewertung von über 6 Milliarden Dollar befeuert Spekulationen rund um den Energiehunger von KI-Rechenzentren. Gleichzeitig stellt BP mit der Berufung von Meg O’Neill die Weichen zurück in Richtung Öl und Gas. Der Modetitel Lululemon gerät durch den aktivistischen Investor Elliott Management und CEO-Wechsel in die Schlagzeilen.

              Die US-Indizes wie S&P 500 und Nasdaq 100 setzten ihre Jahresendrally fort, während Bitcoin und Ethereum leicht nachgaben. Der Boom rund um KI-Rechenzentren treibt Deals von Blackstone, Hut 8 und anderen Infrastruktur-Akteuren. Zugleich sorgt der jüngste US-CPI-Bericht für Diskussionen über Datenqualität und die künftige Zinspolitik der Federal Reserve.

              In Europa legte der DAX kräftig zu, während Airbus mit neuen Helikopter- und Flugzeugaufträgen aus Spanien und China punktet. Asiatische Börsen wie der japanische Nikkei 225 und der Hang Seng profitieren von KI- und Exportfantasie. Makroseitig bleiben Inflationsdaten und mögliche fiskalische Impulse ab 2026 wichtige Faktoren für die mittelfristige Marktstimmung.

              RÜCKBLICK Handelstag

              Die US-Börsen setzten ihre Jahresendrally fort: Der S&P 500 legte um +0,55% auf 6.779 Punkte zu, der technologielastige Nasdaq 100 stieg um +1,00% auf 25.018 Punkte. Wachstums- und KI-Werte lagen vorne, während einzelne Konsumtitel im Vorfeld von Quartalszahlen nur moderat zulegten. Im Kryptobereich korrigierten große Coins leicht, was die Stimmung an den Aktienmärkten jedoch kaum belastete.

              In Europa schloss der DAX 40 mit einem Plus von +1,09% bei 24.171 Punkten und folgte damit der positiven Wall-Street-Vorgabe. Zyklische Werte und Industriewerte profitierten vom anhaltenden Optimismus rund um Infrastruktur- und KI-Investitionen. Der chinesische Hang Seng kletterte um +1,52% auf 25.642 Punkte, der China A50 gewann +0,35% auf 15.209 Punkte, was auf eine leichte Entspannungssignale aus der zweitgrößten Volkswirtschaft hindeutet.

              In Asien zog der japanische Nikkei 225 um +0,61% auf 49.347 Punkte an und profitierte weiter vom globalen KI- und Exportboom. Am Kryptomarkt gaben Bitcoin (85.084,85, -1,04%) und Ethereum (2.805,37, -0,47%) moderat nach, bleiben aber nahe ihren jüngsten Hochs, was weiterhin reichlich Kapital für risikoreiche Anlagen signalisiert.

              WAS HEUTE WICHTIG WAR

              Trump Media (DJT) – Wie real ist die KI-Fusionsfantasie?

              Die Aktie von Trump Media and Technology Group (DJT, $14,71, +41,93%) ist nachbörslich regelrecht explodiert, nachdem das Unternehmen eine Fusion mit dem Fusionsenergie-Spezialisten TAE Technologies angekündigt hat. Der Deal bewertet die kombinierte Gesellschaft mit über 6 Milliarden Dollar und sieht vor, dass die bisherigen Anteilseigner beider Firmen jeweils 50% am neuen Unternehmen halten. TAE Technologies, das seit 1998 an Kernfusionslösungen arbeitet und unter anderem von Google und Goldman Sachs unterstützt wird, will über den Börsenmantel von Trump Media Zugang zu frischem Kapital erhalten. An der Börse wird die Story als High-Beta-Wette auf die künftige Stromversorgung der KI-Infrastruktur gespielt, was die hohen prozentualen Kursausschläge erklärt.

              Strategisch positioniert sich das fusionierte Unternehmen mit einem klaren Narrativ: Es will den massiven Energiehunger von KI-Rechenzentren mit langfristig günstiger und sauberer Fusionsenergie stillen. Laut den Plänen soll bereits 2026 mit dem Bau eines ersten Fusionskraftwerks mit 50 Megawatt Leistung begonnen werden, der erste Strom wird für 2031 in Aussicht gestellt. Experten betonen den Vorteil der Fusion gegenüber klassischer Spaltung: Es entstehen keine langlebigen hochradioaktiven Abfälle, und die Technologie könnte regulatorisch weniger Hürden haben. Gleichzeitig warnen Fachleute, dass die tatsächliche Kommerzialisierung von Kernfusion nach wie vor als extrem herausfordernd gilt und Zeiträume von Jahren bis Jahrzehnten realistisch sind.

              Für Anleger bedeutet der Einstieg von DJT in die Fusionsenergie zweierlei: Kurzfristig treibt die spektakuläre Zukunftsvision die Spekulation auf eine neue Bewertungsstory, die den Social-Media-Fokus von Trump Media ergänzt oder sogar ersetzt. Langfristig hängt der reale Wert dieser Fantasie aber daran, ob TAE Technologies technische Meilensteine erreicht und die immensen Investitionskosten für den Bau kommerzieller Fusionsreaktoren über den Kapitalmarkt tatsächlich finanzieren kann. Analysten sehen in dem Schritt einen möglichen Beitrag zur Energieunabhängigkeit der USA und zur Deckung des Strombedarfs von KI-Anwendungen, weisen aber zugleich auf das erheblich erhöhte technologisches Risiko hin. Anleger sollten sich daher bewusst sein, dass die jüngste Kursrally weniger auf aktuellen Cashflows als auf sehr weit in der Zukunft liegenden Ertragshoffnungen basiert.

              BP (BP) – Was bedeutet der harte Kurs zurück zu Öl und Gas?

              BP (BP, $33,31, -3,39%) rutschte heute deutlich ins Minus, nachdem der Ölkonzern mit Meg O’Neill eine neue Vorstandschefin präsentierte und damit eine strategische Neuausrichtung untermauerte. O’Neill, bislang CEO von Woodside Energy, wird im April nächsten Jahres als erste externe CEO in der Geschichte von BP und zugleich als erste Frau an der Spitze eines großen Ölmultis antreten. Die Ernennung erfolgt unter dem Druck des aktivistischen Investors Elliott Management, der einen stärkeren Fokus auf Rendite und traditionelle Energiequellen einfordert. Marktbeobachter werten den Schritt als klare Abkehr vom zuvor ambitionierten Ausbau der Erneuerbaren, der als schlecht getimt und wenig wertschaffend kritisiert wurde.

              Branchenexperten wie Tyler Rosenlicht von Cohen & Steers verweisen darauf, dass BP in den vergangenen Jahren mehrere strategische Fehltritte gemacht habe und es nun darum gehe, mit dem neuen Management das „Schiff wieder auf Kurs zu bringen“. O’Neill hat bei Woodside Erfahrung darin gesammelt, Öl- und Gasproduktion auszuweiten und das Portfolio stärker auf Flüssigerdgas zu fokussieren – genau in diese Richtung drängen nun auch aktivistische Aktionäre. Für Investoren bedeutet der Kurswechsel potenziell höhere Cashflows und Ausschüttungen, aber auch ein langsameres Tempo beim Umbau hin zu erneuerbaren Energien. Die heutige Kursschwäche spiegelt die Skepsis wider, ob der schnelle Strategiewechsel glaubwürdig umgesetzt werden kann, könnte langfristig aber Einstiegschancen für Anleger bieten, die an ein Comeback klassischer Energietitel glauben.

              US-Inflation – Wie belastbar ist der kühle CPI-Rückgang wirklich?

              Die US-Inflationsdaten für November sorgten zunächst für Erleichterung: Der Verbraucherpreisindex (CPI) stieg im Jahresvergleich nur um 2,7% und lag damit klar unter den Schätzungen von 3,1%. Die Kernrate ohne Energie und Lebensmittel fiel auf 2,6% und blieb damit ebenfalls deutlich unter den erwarteten 3,0%, was an den Märkten Hoffnungen auf schnellere Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve nährte. Regierungsberater Kevin Hassett sprach von einem „erstaunlich guten“ Bericht und betonte, dass die Löhne mittlerweile schneller wachsen als die Preise, während die Regierung Maßnahmen zur Senkung der Wohnkosten in Aussicht stellte. Vor allem stark beobachtete Kategorien wie Nahrungsmittel (+2,6%), Lebensmittel im Haushalt (+1,9%) sowie moderat steigende Neuwagen- und Gebrauchtwagenpreise trugen zum freundlichen Gesamtbild bei.

              Doch hinter den Zahlen mehren sich die Zweifel an der Datenqualität, die durch den 43-tägigen Government Shutdown im Herbst erheblich beeinträchtigt wurde. Laut Experten konnten von 18 CPI-Kategorien nur drei (Benzin, Neuwagen, Gebrauchtwagen/Trucks) tatsächlich erhoben werden, viele Metropolen wie Atlanta, Houston oder San Francisco wurden gar nicht berücksichtigt. Besonders kritisch: Die für rund 35% des Index verantwortliche Mietkomponente („Housing“) wurde mangels Daten faktisch auf Null gesetzt, was die gemeldete Kerninflation künstlich drückt. Ökonomen der UBS schätzen, dass die „wahre“ Kernrate unter Einbezug realistischer Mietpreisdaten eher bei rund 3,0% liegen dürfte.

              Für Anleger ergibt sich damit ein gemischtes Bild: Formal liefert der jüngste CPI-Bericht der Federal Reserve Argumente für eine weniger straffe Geldpolitik und stützt die aktuelle Aktienrally. Gleichzeitig warnen Strategen davor, die unvollständig erhobenen Daten als endgültigen Beleg für eine nachhaltig besiegte Inflation zu interpretieren. Sollte sich im Nachhinein herausstellen, dass die Teuerung unterschätzt wurde, könnte das Vertrauen in die Statistik leiden und die Fed zu einem vorsichtigeren Kurs zwingen. Bis dahin bleiben die Zahlen vor allem ein Katalysator für Risikoassets – mit dem Risiko, dass ein späterer Datenrevisionsschock die Märkte auf dem falschen Fuß erwischt.

              Lululemon (LULU) – Zündet Elliott die nächste Turnaround-Story im Retail?

              Die Aktie von Lululemon (LULU, $215,01, +3,48%) legte deutlich zu, nachdem bekannt wurde, dass der aktivistische Investor Elliott Management eine Beteiligung von rund 1 Milliarde Dollar aufgebaut hat. Elliott arbeitet bereits seit Monaten mit dem Sport- und Yoga-Bekleider zusammen und drängt auf einen Führungswechsel an der Spitze. Konkret soll Jane Nielsen, ehemalige CFO und COO von Ralph Lauren, als neue CEO installiert werden, nachdem der bisherige Chef Calvin McDonald seinen Rücktritt zum 31. Januar angekündigt hat. Unter Nielsens Ägide hatte sich der Aktienkurs von Ralph Lauren in der Vergangenheit verdoppelt, was ihre Erfolgsbilanz im Mode- und Lifestyle-Segment unterstreicht.

              Elliott kritisiert, dass sich der Unternehmenswert von Lululemon in den vergangenen Jahren halbiert hat und sieht dringenden Handlungsbedarf bei Produktqualität, Passform und Markenpositionierung gegenüber neuen Rivalen wie Alo und Vuori. Laut Berichten will der Investor eine umfassende Transformation anstoßen, um Wachstum und Margen wiederzubeleben. Prominente Börsianer wie Michael Burry bezeichnen Lululemon bereits als „High-Conviction Contrarian Pick“ mit Potenzial für deutliche Kursgewinne in den kommenden Jahren. Charttechnisch nähert sich die Aktie wieder der viel beachteten 200-Tage-Linie, was die Spekulation befeuert, dass ein erfolgreicher Aktivistenplan einen nachhaltigen Trendwechsel einleiten könnte.

              Rechenzentren-Boom – Wer finanziert den KI-Hunger nach Strom und Kapazität?

              Der globale KI-Boom sorgt für eine Welle milliardenschwerer Deals im Bereich Rechenzentren und Infrastruktur – mit sehr unterschiedlichen Strategien der Finanzinvestoren. Blackstone hat sich mit dem Kauf von QTS für 10 Milliarden Dollar im Jahr 2021 zum weltweit größten Eigentümer von Rechenzentren entwickelt, wobei sich die Größe von QTS seither vervierfacht hat. CEO Steve Schwarzman beschreibt das Geschäft als konservatives „Picks and Shovels“-Modell mit 15–20-jährigen Mietverträgen mit erstklassigen Tech-Giganten („AAA Credits“), das stabile Cashflows in einem von KI getriebenen Wachstumsmarkt generieren soll. Parallel hat das Bitcoin-Mining-Unternehmen Hut 8 (HUT) einen 15-jährigen Leasingvertrag im Volumen von 7 Milliarden Dollar für ein 330-Megawatt-Rechenzentrum in Louisiana unterschrieben, das künftig stark auf KI-Workloads setzen soll.

              Abgesichert wird das Projekt von Hut 8 durch eine finanzielle Rückendeckung von Google, was entscheidend für die Bereitstellung von Finanzierung durch J.P. Morgan und Goldman Sachs war. Als Projektpartner fungieren Jacobs Engineering für den Bau und Vertiv (VRT) für die Infrastrukturkomponenten, während Anthropic als KI-Partner an Bord ist – ein Beispiel dafür, wie sich Bitcoin-Miner in Richtung breiterer KI-Infrastruktur-Betreiber transformieren. Gleichzeitig zeigt die Absage von Blue Owl Capital (OWL), einen geplanten 10-Milliarden-Dollar-Deal für ein neues Rechenzentrum von Oracle (ORCL) zu finanzieren, dass nicht alle Geldgeber bereit sind, immer größere Hebel in einem extrem kapitalintensiven Segment einzugehen. Insgesamt zeichnet sich ab, dass der Ausbau globaler KI-Rechenkapazitäten zwar enorme Chancen bietet, Investoren aber zunehmend genau abwägen, welche Projekte tragfähige Cashflows versprechen und wo das Verschuldungsrisiko überwiegt.

              KURZNEWS

              • GT – Goodyear: Trotz globaler Sorgen um eine mögliche Kautschuk-Knappheit meldet Goodyear, dass es aktuell keine Lieferengpässe gibt. Das Unternehmen betont zwar, dass Risiken wie Krankheiten bei Kautschukbäumen nie ganz auszuschließen sind, sieht die eigene Versorgungskette aber derzeit als stabil.
              • KEIN TICKER – Naturkautschuk: Eine drohende „Gummi-Apokalypse“ sorgt für Unruhe in globalen Lieferketten, da Naturkautschuk für Reifen, Handschuhe und Dichtungen knapp wird. Ursachen sind Krankheiten, die rund 10% des globalen Angebots vernichtet haben, der Klimawandel und logistische Probleme, während Alternativen wie Löwenzahn-Kautschuk noch Jahre von der Marktreife entfernt sind.
              • GE – GE Aerospace: GE Aerospace verfügt über einen massiven Auftragsbestand für Flugzeugtriebwerke, der teils bis zu 10 Jahre in die Zukunft reicht. Dank seiner dominanten Position bei Triebwerken für Modelle wie die Boeing 737 und den Airbus A320neo gelten die planbaren Service- und Wartungserlöse als starkes Argument für langfristig orientierte Investoren.
              • URI – United Rentals: United Rentals profitiert als Marktführer im Baumaschinenverleih mit rund 17% Marktanteil direkt vom gewaltigen Infrastrukturausbau in den USA. Angesichts eines Investitionsbedarfs von geschätzt 1,2 Billionen Dollar und des Trends, Maschinen eher zu mieten als zu kaufen, sieht Analyst Dryden Pence das Unternehmen gut für den nächsten Industriezyklus positioniert.
              • DRI – Darden Restaurants: Darden Restaurants, Mutter von Olive Garden, konnte seine Umsatzprognose anheben, gestützt von einer robusten Nachfrage höherer Einkommensschichten und attraktiven Menüoptionen. Das Management rechnet mit Rückenwind durch mögliche fiskalische Stimuli Anfang 2026 sowie sinkenden Rindfleischpreisen, was die Margen entlasten dürfte.
              • NKE – Nike: Nike steht unmittelbar vor der Vorlage seiner Quartalszahlen nachbörslich, wobei der Bericht als Bewährungsprobe für den neuen CEO Elliott Hill gilt. Anleger achten besonders auf Produktinnovationen und den Ausblick auf das kommende Quartal, da die Erwartungen im Vorfeld eher gedämpft sind.
              • FDX – FedEx: FedEx wird nach Börsenschluss Zahlen zum zweiten Geschäftsquartal vorlegen, wobei der Markt einen Gewinn je Aktie von rund 4,10–4,12 Dollar und einen Umsatz von knapp 22,8 Milliarden Dollar erwartet. Charttechnisch zeigt sich die Aktie stabil und könnte bei überzeugenden Margenfortschritten mittelfristig wieder in Richtung ihres Rekordhochs um 320 Dollar laufen.
              • LULU – Lululemon: Aktivist Paul Singer ist mit rund 1 Milliarde Dollar bei Lululemon engagiert und kritisiert das Management für die Halbierung des Unternehmenswertes. Die Aktie reagiert positiv und nähert sich der 200-Tage-Linie, da der Markt nun mit deutlichen Veränderungen und einem aggressiven Vorgehen zur Freisetzung von Aktionärswerten rechnet.
              • HOOD – Robinhood: Robinhood profitiert von einem starken Wachstum im Kryptogeschäft, seiner führenden Stellung unter Neobrokern und der geplanten Ausweitung der Nasdaq-Handelszeiten auf 23 Stunden. Zusätzliche Fantasie bringen neue „Prediction Markets“, auf denen Nutzer auf vielfältige zukünftige Ereignisse wetten können.
              • AIR – Airbus: Airbus meldet neue Aufträge, darunter eine Bestellung über 100 Helikopter aus Spanien sowie zusätzliche Passagiermaschinen aus China zur Flottenaufstockung einer taiwanesischen Airline. Die Bestellungen unterstreichen die anhaltend starke Nachfrage nach zivilen Luftfahrtprodukten trotz globaler Unsicherheiten.
              • BIRK – Birkenstock: Birkenstock geriet nach enttäuschenden Zahlen unter Druck und lag vorbörslich rund 10% im Minus. Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass die hohen Erwartungen nach dem Börsengang vorerst nicht erfüllt werden konnten.
              • TLRY – Tilray: Tilray und andere Cannabiswerte zogen nach einer kurzen Konsolidierungsphase wieder an. Treiber sind Ankündigungen zu einer möglichen Neueinstufung und Reklassifizierung von Cannabis in den USA, was steuerliche Vorteile und erleichterten Kapitalzugang bringen könnte.
              • GM – General Motors: Die Aktien von General Motors stiegen um +0,8%, nachdem Berichte aufkamen, dass Sterling Anderson, seit Juni Chief Product Officer, als Favorit für die Nachfolge von CEO Mary Barra gehandelt wird. Ein solcher Führungswechsel könnte die technologische Neuausrichtung des Autokonzerns weiter beschleunigen.
              • CRM – Salesforce: Salesforce gehört in diesem Jahr zu den schwächsten Werten im Dow Jones mit einem Rückgang von über 22%, da Investoren an der Fähigkeit zweifeln, KI-Funktionen profitabel zu monetarisieren. Analyst John DeFucci von Guggenheim Securities warnt, dass KI-Features zunehmend Standard werden und Produkte wie „Agentforce“ hinter den Marketingversprechen zurückbleiben könnten.
              • KEIN TICKER – Baukosten/Immobilien: Die Baukosten sind in den vergangenen Jahren massiv gestiegen, vor allem durch gestörte Lieferketten und den zwischenzeitlichen Anstieg des Holzpreises um über 300% bis Mai 2021. Allein diese Entwicklung verteuerte den Bau eines neuen Einfamilienhauses um fast 36.000 Dollar, zusätzlich zu steigenden Land- und Lohnkosten.
              • BX – Blackstone: Blackstone feiert sein 40-jähriges Bestehen und verwaltet inzwischen fast 1,3 Billionen Dollar an Vermögen bei rund 85 Anlagestrategien. CEO Steve Schwarzman betont insbesondere das Wachstum im Bereich Rechenzentren sowie die Stabilität des Private-Credit-Geschäfts, das dank geringerer Hebelung und langfristig gebundenem Kapital weniger anfällig für abrupte Mittelabflüsse sein soll.
              • GOOGL – Alphabet (Google): Google arbeitet an einem neuen Software-Ansatz, um einen der größten Vorteile von Nvidia (NVDA, $173,91, +1,87%) im KI-Bereich – die CUDA-Plattform – anzugreifen. Ziel ist es, die hauseigenen TPUs flexibler und für externe Kunden leichter integrierbar zu machen, was langfristig zu einer „Chip-Neutralität“ und damit zu mehr Wettbewerb im KI-Hardwaremarkt führen könnte.
              • OWL – Blue Owl Capital: Blue Owl Capital zieht sich aus einem geplanten 10-Milliarden-Dollar-Finanzierungsdeal für ein neues Rechenzentrum von Oracle zurück. Die Entscheidung spiegelt eine zunehmende Vorsicht einiger Kreditgeber gegenüber extrem kapitalintensiven KI-Infrastrukturprojekten wider, trotz des anhaltenden Hypes um künstliche Intelligenz.

              KALENDER Firmen & Unternehmen

              EARNINGS

              • INHALT:
                • Nike (NKE) – Quartalszahlen, nach US-Börsenschluss. Erwartet wird ein Gewinn von 0,38 Dollar je Aktie bei einem Umsatz von rund 12,22 Milliarden Dollar, wobei Investoren besonders auf Produktinnovationen und den Umsatzausblick unter dem neuen CEO Elliott Hill achten.
                • FedEx (FDX) – Quartalszahlen, nach US-Börsenschluss. Der Markt rechnet mit einem Gewinn je Aktie von etwa 4,10–4,12 Dollar und einem Umsatz von rund 22,79 Milliarden Dollar, während der Fokus auf Margenentwicklung und der mittelfristigen Kurschance in Richtung 320 Dollar liegt.

              MAKRO

              • INHALT:
                • Keine zusätzlichen Makrodaten über die bereits diskutierten US-CPI-Zahlen hinaus im Fokus des heutigen Nachbörsen-Briefings.

              IM BLICKPUNKT

              • Jefferies zu KLA: Die Analysten stufen KLA von „Neutral“ auf „Kaufen“ hoch und heben das Kursziel von $1.100 auf $1.500 an. Begründet wird dies mit der starken Marktposition bei Ausrüstung für die Chipproduktion und den massiven, mehrjährigen Investitionen der Hyperscaler in KI-Infrastruktur.
              • Kein Haus explizit genannt zu Albemarle: Ein Investor sieht im Lithiumsektor einen Boden und favorisiert als Play die Albemarle Corp., die an der ASX gehandelt wird und in diesem Jahr stark zugelegt hat. Rückenwind kommt von den Zoll-Diskussionen mit China, von denen der Lithiumpreis profitiert hat; die Aktie markierte zuletzt ein Jahreshoch von über 137 Austral-Dollar.
              • Kein Haus explizit genannt zu Amazon: Ein Marktkommentator hält Amazon (AMZN) aktuell für unterbewertet und rechnet mittelfristig mit Kurszielen im Bereich von $240–$250. Die geplanten zusätzlichen 10 Milliarden Dollar KI-Investitionen – unter anderem im Umfeld von OpenAI und eigenen Chips – seien im Kurs noch nicht eingepreist und könnten ab 2026 zusammen mit dem Satellitengeschäft erheblichen Mehrwert schaffen.
              • Kein Haus explizit genannt zum S&P 500-Ausblick: Auf Basis der Konsensschätzungen erwarten Analysten für 2026 ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 6,9% und ein Gewinnwachstum von 12,1% für die S&P-500-Unternehmen. Die aggregierten Kursziele deuten auf einen Indexstand von knapp 8.000 Punkten hin (bzw. 7.500 Punkte ohne Übergewichtung), wobei Technologie, Kommunikation, Finanzen und Gesundheit als stärkste Sektoren gesehen werden und Titel wie Nvidia, Alphabet und Amazon die größten Ergebnisbeiträge liefern.
              • Kein Haus explizit genannt zum Marktrisiko/AI-Bubble: Marktkommentatoren verweisen auf einen historisch niedrigen Cash-Bestand von nur 3,3% und warnen zugleich vor einer möglichen AI-Blase. Während Unternehmen wie Amazon ihre eigenen Chips und KI-Investitionen ausweiten und damit die Dominanz von Nvidia herausfordern, bleiben Rücksetzer im S&P 500 aus Sicht vieler Strategen vorerst Kaufgelegenheiten, mit Kurszielen zwischen 7.000 und 7.200 Punkten auf der Oberseite.
              • Paul Meeks zu Broadcom und Oracle: Analyst Paul Meeks bevorzugt im aktuellen KI-Infrastruktur-Boom Halbleiterhersteller wie Broadcom gegenüber Software-as-a-Service-Anbietern. Oracle (ORCL) bewertet er dagegen kritisch, da der Konzern hohe Summen in Infrastruktur investieren müsse und im Vergleich zu anderen Tech-Giganten aus seiner Sicht ein ungünstigeres Chancen-Risiko-Profil aufweise.

              NVIDIA: KI-Boom unter der Lupe – Oracle & Pfizer

              KURZ & KNAPP

              NVIDIA bleibt das Aushängeschild des KI-Booms, doch erste Zweifel an der Nachhaltigkeit der gigantischen Rechenzentrumsinvestitionen kommen auf. Parallel ringt Oracle mit hohem KI-Capex, negativem Free Cashflow und wachsender Verschuldung. Auch Pfizer gerät nach schwachem Ausblick und nachlassendem COVID-Sonderboom unter Druck. Der Artikel beleuchtet, wie diese Entwicklungen die Stimmung an Wall Street und in Tech-Sektoren prägen.

              Daneben zeigen die Märkte ein gemischtes Bild mit leichten Rücksetzern bei S&P 500 und Nasdaq 100 sowie Gewinnmitnahmen nach dem starken Jahresverlauf. US-Konjunkturdaten zu Arbeitsmarkt, Löhnen und Konsum deuten auf nachlassenden Inflationsdruck hin und verschieben Zinssenkungserwartungen. Kurznews zu Tesla, Amazon, Alphabet, Zscaler, Micron und weiteren Werten runden den Marktüberblick ab.

              In Deutschland rutscht der DAX, während Rüstungswerte wie Rheinmetall, TKMS, Renk und Hensoldt auf Waffenstillstands-Signale reagieren. Zugleich melden sich Zykliker wie Tui und Klöckner & Co mit Erholungsbewegungen zurück. Blick nach vorn: Wichtige Termine wie die US-Verbraucherpreise (CPI) und die anstehenden Quartalszahlen von Micron und Lennar könnten neue Impulse für Aktien und Zinsen liefern.

              RÜCKBLICK Handelstag

              Die Wall Street schloss schwächer, der S&P 500 gab um 0,46% auf 6.802 Punkte nach, der Nasdaq 100 verlor 0,04% auf 25.127 Punkte. Belastet wurde die Stimmung durch anhaltende Sorgen über die Nachhaltigkeit des KI-Investitionsbooms und die Korrektur bei einzelnen Highflyern wie Oracle, obwohl der jüngste US-Arbeitsmarktbericht die Erwartung perspektivisch sinkender Zinsen eher stützte. Anleger realisierten nach dem starken Jahresverlauf vermehrt Gewinne und positionierten sich zurückhaltend vor den anstehenden Zahlen von Micron und wichtigen Konjunkturdaten.

              In Europa drehte der Markt nach dem freundlichen Wochenstart wieder ins Minus. Der DAX 40 schloss 0,6% tiefer bei 24.076,87 Punkten, aktuell stehen im Späthandel 24.139 Punkte zu Buche, während trübe Einkaufsmanagerindizes die Sorgen um die deutsche Konjunktur untermauerten. Rüstungswerte wie Rheinmetall, TKMS, Renk und Hensoldt gerieten nach Signalen möglicher Fortschritte in Richtung Waffenstillstand in der Ukraine mit Kursverlusten von bis zu rund viereinhalb Prozent unter Druck. Auf der Gewinnerseite standen dagegen Erholungskandidaten wie Tui mit weiterem Aufschlag nach einem Chartausbruch sowie Klöckner & Co dank anhaltender Übernahmefantasie.

              WAS HEUTE WICHTIG WAR

              NVDA – KI-Boom trifft auf erste Ermüdungserscheinungen im Compute-Rausch

              Die Aktie von Nvidia (NVDA) legte im US-Handel leicht um 0,10% auf 177,39 Dollar zu und behauptete sich damit trotz eines schwächeren Gesamtmarktes. Der KI-Sektor steckt mitten in einem massiven Investitionszyklus, in dem die großen Hyperscaler zusammen über 200 Milliarden Dollar in Rechenzentren und KI-Infrastruktur pumpen. Nvidia bleibt mit einem geschätzten Marktanteil von rund 80% bei spezialisierten KI-Chips der zentrale Profiteur dieses Booms, während ein liquider Spotmarkt für H200-Chips zunehmend als Referenz für die Preisentwicklung dient.

              Unternehmenschef Jensen Huang spricht von einer neuen industriellen Revolution, die durch generative KI und beschleunigtes Rechnen ausgelöst werde und quer durch Branchen zu Produktivitätsgewinnen führen soll. Neben Nvidia versucht auch AMD verstärkt, mit eigenen KI-Chips Marktanteile zu gewinnen, während TSMC als Auftragsfertiger von der hohen Nachfrage nach modernsten Produktionskapazitäten profitiert. Gleichzeitig mahnen Marktbeobachter, dass der Compute-Ausbau teils hoch verschuldet erfolgt und die zugrunde liegenden Assets – teure KI-Beschleuniger – rasch abschreiben, was die Kapitaldisziplin der Branche in den Fokus rückt.

              Für Anleger bleibt entscheidend, wie lange der aktuelle Investitionszyklus in dieser Intensität anhält und ob die KI-Projekte der Hyperscaler tatsächlich die erwarteten Renditen liefern. Ein sinkender Spotpreis für H200-Chips würde zwar auf eine Entspannung der Angebotsknappheit hindeuten, könnte aber auch auf nachlassenden Preissetzungsspielraum und Margendruck hinweisen. Schlechte Zahlen oder Zurückhaltung bei Bestellungen – etwa von Speicherherstellern wie Micron – wären ein Warnsignal für die Nachhaltigkeit des KI-Booms und könnten die bisherige Dominanz von Nvidia an der Börse kurzfristig ins Wanken bringen.

              ORCL – Hoher KI-Capex, negativer Cashflow: Oracle gerät unter Druck

              Die Aktie von Oracle (ORCL) setzte ihre Korrektur fort und fiel um 0,85% auf 188,11 Dollar, nachdem bereits in den vergangenen Tagen ein deutlicher Abgabedruck eingesetzt hatte. Im jüngsten Quartal erzielte Oracle zwar einen Umsatz von 16,058 Milliarden Dollar mit einem kräftigen Plus von 14,2%, wobei die Cloud-Infrastruktur mit 4,079 Milliarden Dollar Umsatz um beeindruckende 67,6% zulegte. Gleichzeitig blieb der operative Cashflow mit nur 2 Milliarden Dollar deutlich hinter den massiven Investitionen in Rechenzentren von 12 Milliarden Dollar zurück, was zu einem negativen Free Cashflow von fast 10 Milliarden Dollar führte.

              Die aggressive Ausbau-Strategie schlägt sich auch in der Bilanz nieder, denn die Nettoschulden von Oracle sind inzwischen auf rund 88,309 Milliarden Dollar angewachsen. Ein Bloomberg-Bericht, wonach der Bau mehrerer Rechenzentren für OpenAI angeblich von 2027 auf das Jahr 2088 verschoben worden sei, schürte zusätzlich Zweifel an der Tragfähigkeit der KI-Investitionen, zog die Aktie von Oracle sowie zeitweise auch Nvidia und den S&P 500 nach unten. Obwohl Oracle diesen Bericht dementierte und einen Teil der Verluste wieder aufholen konnte, blieben Anleger misstrauisch, nicht zuletzt weil die Renditen auf Oracle-Anleihen inzwischen über typischen Ramsch-Anleihen liegen und so die Skepsis des Kreditmarkts gegenüber dem massiven Capex signalisieren.

              Aus Analystensicht überwiegen derzeit die Risiken der hoch verschuldeten KI-Ausbaustrategie von Oracle, weshalb auf Basis der aktuellen Trends klar zu Gewinnmitnahmen beziehungsweise Verkäufen geraten wird. Die Kombination aus negativem Free Cashflow, steigender Verschuldung und einem zunehmend kritischer beäugten KI-Hype erhöht die Anfälligkeit der Aktie für weitere Rückschläge, falls sich Wachstumsziele verzögern oder Margen unter Druck geraten. Sollte sich die bisherige Euphorie um KI-getriebene Rechenzentren weiter abkühlen, könnte Oracle vom Markt gezwungen werden, seine Investitionspläne zu straffen und stärker auf Kapitaldisziplin statt Wachstum um jeden Preis zu setzen.

              RHM & Co. – Waffenstillstands-Hoffnung drückt deutsche Rüstungswerte

              Deutsche Rüstungsaktien gerieten heute stark unter Druck, nachdem neue Signale aus Berlin und Kiew Hoffnungen auf Fortschritte in Richtung eines Waffenstillstands im russisch-ukrainischen Krieg nährten. Papiere von Unternehmen wie TKMS, Rheinmetall, Renk und Hensoldt verloren in der Spitze bis zu rund 4,5%, während der DAX insgesamt moderat nachgab. Anleger nahmen nach dem starken Lauf der Branche in den vergangenen Monaten vermehrt Gewinne mit, da ein Ende der akuten Kriegsphase kurzfristig als Belastungsfaktor für die Auftragsfantasie wahrgenommen wird.

              Auslöser für die Kursabgaben waren Berichte über Gespräche in Berlin, in denen beteiligte Seiten die Verhandlungen über ein mögliches Ende des russischen Angriffskrieges als Fortschritt bezeichneten. Im Fokus stehen Sicherheitsgarantien für die Ukraine im Falle eines Waffenstillstands, nachdem sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj offenbar damit abgefunden hat, dass ein rascher NATO-Beitritt unrealistisch ist. Ein Sprecher aus dem Rüstungsumfeld argumentierte allerdings, dass gerade ein solcher Waffenstillstand mittel- bis langfristig zu verstärkten Investitionen in Rüstung durch Deutschland und andere NATO-Länder führen könnte, da Russland nicht verschossene Waffen für spätere Konflikte horten könnte.

              Für Anleger zeichnet sich damit ein Spannungsfeld zwischen kurzfristigem Abwärtsdruck und langfristig intakten strukturellen Treibern ab. Kurzfristig dominiert die Erwartung eines Abwärtstrends bei deutschen und europäischen Rüstungsaktien, da politische Entspannungssignale die unmittelbare Kriegsprämie in den Bewertungen reduzieren. Mittel- bis langfristig könnten jedoch höhere Verteidigungsbudgets und eine verstärkte Sorge um die Sicherheit in Europa dafür sorgen, dass die Branche trotz der momentanen Korrektur ein zentraler Pfeiler in vielen Portfolios bleibt.

              F – Ford vollzieht Kehrtwende bei E-Autos und setzt auf günstige EVs und Hybride

              Die Aktie von Ford (F) bewegte sich nur leicht und schloss 0,2% im Minus, obwohl das Management eine tiefgreifende Neuausrichtung der Elektrostrategie bekanntgab. Der Autokonzern nimmt eine Abschreibung von insgesamt 19,5 Milliarden Dollar auf sein Elektrofahrzeug-Geschäft vor, die sich bis 2027 über mehrere Jahre erstreckt, und reagiert damit auf massive Verluste in diesem Segment. So verlor Ford zwischen 2021 und 2024 im EV-Geschäft insgesamt rund 13 Milliarden Dollar und kam zeitweise auf einen Verlust von etwa 132.000 Dollar pro verkauftem Elektrofahrzeug.

              Vor acht Jahren hatte Ford noch eine „All-in“-Strategie für Elektrofahrzeuge ausgerufen, doch die Realität von hohen Kosten, schleppender Nachfrage und sich ändernden regulatorischen Rahmenbedingungen zwingt den Konzern nun zum Kurswechsel. CEO Jim Farley erklärte, dass man sich künftig auf einen preisgünstigeren 30.000-Dollar-EV-Pickup sowie auf ein deutlich erweitertes Angebot an Hybriden konzentrieren wolle, da große, teure EVs sich als nicht profitabel erwiesen hätten. Gleichzeitig plant Ford trotz der scharfen Einschnitte, bis 2030 rund 50% seines globalen Absatzvolumens über Hybride und Elektrofahrzeuge abzuwickeln, was einen Spagat zwischen Verbrennern, Hybriden und EVs erfordert.

              Die Wall Street reagierte erleichtert darauf, dass Ford in einem schwierigen Umfeld konsequent durchgreift, zumal die EBITDA-Prognosen für 2025 trotz der Abschreibungen leicht angehoben wurden. Kritiker bezweifeln jedoch, ob der Konzern den Balanceakt zwischen der Profitabilität klassischer Verbrenner, dem wachsenden Hybridmarkt und dem globalen EV-Wettlauf gegen aggressive chinesische Wettbewerber erfolgreich meistern kann. Für Anleger bleibt die Frage, ob die Neuausrichtung Ford langfristig wieder auf einen profitableren Wachstumspfad bringt oder ob die Marke in der Transformation zwischen zwei Welten – Verbrenner und vollelektrisch – zerrieben wird.

              PFE – Pfizer kämpft mit Wachstumsflaute nach dem COVID-Boom

              Die Aktie von Pfizer (PFE) stand erneut unter Druck und verlor im Tagesverlauf rund 3,4% bis gut 5%, nachdem der Pharmariese einen enttäuschenden Ausblick für das kommende Jahr vorgelegt hatte. Für das nächste Jahr rechnet Pfizer nur mit geringem oder gar keinem Umsatzwachstum und peilt Erlöse von lediglich 59,5 bis 62,5 Milliarden Dollar an, deutlich unter den hohen Niveaus aus der Pandemiezeit. Beim bereinigten Gewinn je Aktie stellt das Unternehmen für das kommende Jahr lediglich 2,80 bis 3,00 Dollar in Aussicht und plant parallel Einsparungen von mehr als 7 Milliarden Dollar bis 2027, um die Profitabilität zu stabilisieren.

              Seit dem Höhepunkt des COVID-Booms hat die Aktie von Pfizer inzwischen rund 50% an Wert verloren, da die temporären Impfstoff- und Medikamentenerlöse wegbrechen und neue Blockbuster in der Pipeline bislang nicht im selben Tempo nachrücken. Um die Produktpipeline zu erneuern, hat Pfizer in den vergangenen Jahren eine Reihe kostspieliger Übernahmen gestemmt, was zwar die langfristigen Forschungs- und Entwicklungsoptionen verbreitern soll, kurzfristig aber die Bilanz belastet. Die nun kommunizierte Bandbreite der erwarteten Einnahmen für 2026 von 5,5 bis 26,5 Milliarden Dollar liegt zudem unter dem Mittelwert der Analystenschätzungen, was bei Investoren Zweifel an der Wachstumsdynamik verstärkt.

              Der Konzern versucht, mit dem Sparprogramm und der Integration der akquirierten Assets die Basis für eine profitablere Zeit nach der Pandemie zu legen. Entscheidend wird sein, ob die neuen Medikamente und Therapien aus der erweiterten Pipeline rechtzeitig und in ausreichender Breite auf den Markt kommen, um die Lücke der schrumpfenden COVID-Umsätze zu schließen. Bis dahin dürfte die Aktie von Pfizer vor allem von der Visibilität künftiger Cashflows, regulatorischen Meilensteinen und möglichen weiteren Restrukturierungsschritten abhängen.

              KURZNEWS

              • US-ARBEITSMARKT – Makro: Die US-Wirtschaft schuf im November 64.000 neue Stellen und lag damit über den erwarteten 50.000, während die Arbeitslosenquote auf 4,6% stieg und damit etwas schlechter als prognostiziert ausfiel. Im Oktober gingen die Nonfarm Payrolls um 105.000 zurück, belastet durch den Abbau von insgesamt 167.000 Stellen im Regierungssektor über Oktober und November, was vermutlich den Anstieg der Arbeitslosigkeit mittrieb.
              • FED/ZINSEN – Makro: Ökonomen werten den Arbeitsmarktbericht als eher taubenhafte Entwicklung, da die durchschnittlichen Stundenlöhne im Monatsvergleich lediglich um 0,1% zulegten und damit weniger Inflationsdruck signalisieren. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im Januar liegt laut Markterwartung nur bei rund 24% (zuvor 22%), sodass weiter von einer Pause ausgegangen wird und größere Zinssenkungen in den USA tendenziell nach hinten verschoben werden.
              • RETAIL SALES – Makro: Die US-Einzelhandelsumsätze blieben im Oktober insgesamt flach, nachdem ein Rückgang der Autoverkäufe von rund 1,6–1,9% die Gesamtzahlen belastete. Bereinigt um Auto- und Autoteile stiegen die Umsätze jedoch um 0,4% und lagen damit über den erwarteten 0,2%.
              • US-KONSUM – Makro: Daten des Einzelhandelsverbands zeigen, dass die Umsätze im November gegenüber dem Vormonat weitgehend unverändert blieben, im Jahresvergleich aber um +4,7% zulegten. Besonders gefragt waren Bekleidung, Geschenkkarten und Spielzeug, während digitale Produkte um rund +15% gewannen, und Analysten sprechen von einer K-förmigen Wirtschaft, in der vor allem Haushalte mit höherem Einkommen die Ausgaben treiben.
              • NASDAQ – Marktstruktur: Die Nasdaq hat bei der US-Börsenaufsicht SEC beantragt, an Werktagen eine zusätzliche Sitzung nach dem regulären Nachbörsenhandel einzuführen und den Handel auf nahezu 24 Stunden auszuweiten. Hintergrund ist die starke Nachfrage von Privatanlegern, die bereits rund um die Uhr auf Plattformen wie Robinhood und im Kryptohandel aktiv sind, sowie von internationalen Investoren, die US-Aktien außerhalb der Kernhandelszeiten handeln wollen.
              • NASDAQ 24H – Marktstruktur: Ein weiterer Antrag der Nasdaq sieht konkret vor, den Aktienhandel ab der zweiten Jahreshälfte 2026 auf 23 Stunden täglich, fünf Tage pro Woche, auszuweiten. Marktteilnehmer diskutieren, inwieweit sich dadurch die Liquidität über den Tag strecken und ob es in den neuen Randzeiten zu wenig aussagekräftigen Kursschwankungen kommen könnte.
              • AMZN – Amazon: BMO Capital stufte Amazon mit einer Kaufempfehlung ein und setzte das Kursziel auf 304 Dollar fest. Die Analysten erwarten, dass das Wachstum im Cloud-Geschäft Amazon Web Services erneut an Dynamik gewinnt und im abgelaufenen Quartal bei rund 39% lag, mit einem ähnlichen Tempo von knapp 40% im ersten Quartal des kommenden Jahres.
              • GOOGL – Alphabet/Google: Auch Google wird von BMO zum Kauf empfohlen, mit einem auf 343 Dollar angehobenen Kursziel. Neben einem beschleunigten Wachstum im Cloud-Geschäft profitiert Alphabet von Chancen bei Waymo sowie von Ambitionen im Immobilienbereich, die unter anderem die Aktie von Zillow zuletzt belasteten.
              • ZS – Zscaler: Die Analysten von Mizuo stuften Zscaler auf Outperform hoch und setzten ein Kursziel von 310 Dollar. Sie sehen Rückenwind durch die starke Nachfrage nach Cloud-Security-Lösungen und gehen davon aus, dass das Unternehmen beim Wachstum über den bisherigen Erwartungen liegen kann.
              • TSLA – Tesla: Tesla erreichte zuletzt ein neues Rekordhoch, gestützt von optimistischen Einschätzungen zu Robotik und autonomem Fahren. Mitsuo hob das Kursziel auf 530 Dollar an, während Wedbush sogar 600 Dollar in Aussicht stellt und den Start der Robotaxi-Testphase ohne Begleitpersonen in Austin, Texas, sowie eine geplante Ausweitung auf weitere Städte als neue Ära für das Unternehmen bezeichnet.
              • F – Ford (Konsensreaktion): Trotz der Ankündigung massiver Abschreibungen auf das EV-Geschäft fiel die Aktie von Ford lediglich um 0,2%. Die Wall Street zeigte sich erleichtert, dass das Management konsequent reagiert und die EBITDA-Prognose für 2025 leicht anhebt, während es den Fokus auf günstigere Elektrofahrzeuge und Hybride verlagert.
              • CMCSA – Comcast: Die Aktie von Comcast sprang um 4,6% nach oben und war damit der Top-Gewinner im S&P 500. Auslöser waren Spekulationen von CNBC-Journalist David Faber über ein mögliches aktivistisches Engagement, gestützt auf auffällige Aktivitäten im Swaps- und Optionsmarkt, obwohl der Titel im laufenden Jahr trotz des Anstiegs noch rund 21% im Minus liegt.
              • NVDA – Nvidia (Intraday-Reaktion): Die Aktien von Nvidia zogen nach Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts kurzfristig um rund 0,4–0,5% an. Marktteilnehmer werten dies als Zeichen für anhaltende Stärke bei der Nachfrage nach KI- und Rechenzentrums-Hardware, trotz wachsender Diskussionen über die Nachhaltigkeit des Investitionsbooms.
              • NFLX – Netflix/Warner Bros. Discovery: Netflix steht im Fokus, seit Pläne für eine mögliche Übernahme der Streaming- und Studio-Sparte von Warner Bros. Discovery bekannt wurden, die die Aktie zeitweise belasteten. Neue Berichte von Semaphore deuten nun auf wachsenden Widerstand in Washington gegen einen solchen Deal hin, was bei einem Scheitern der Transaktion die Netflix-Aktie tendenziell stützen könnte.
              • NAVAN – Navan: Die Papiere des Geschäftsreise- und Spesenplattform-Anbieters Navan gaben nach der Vorlage des ersten Quartalsberichts als börsennotiertes Unternehmen deutlich nach. Für Verunsicherung sorgte zusätzlich die überraschende Ankündigung des CFO-Abgangs, während der Broker Needham die ausgegebene Prognose als sehr konservativ einstufte.
              • LEN – Lennar: Lennar gehört zu den größten Positionen im Fonds von Goodhaven Capital Management, dessen Manager Patkowski langfristig optimistisch für den US-Einfamilienhausmarkt ist. Das Unternehmen hat seine Bilanz durch die Auslagerung eines Großteils des Landes in die Gesellschaft Milrose gestrafft, um über den gesamten Zyklus hinweg höheren freien Cashflow und bessere Kapitalrenditen zu erzielen, auch wenn die kurzfristigen Quartalszahlen eher verhalten ausfallen könnten.
              • MU – Micron (Ausblick/Erwartungen): Für Micron werden starke Zahlen erwartet, da Analysten von einem Übertreffen der Umsatz- und Gewinnprognosen ausgehen. Steigende Speicherpreise und ein bis voraussichtlich 2027 anhaltender Angebotsengpass, getrieben durch KI-Nachfrage, stützen den Optimismus, auch wenn eine vorübergehende Abkühlung durch Lageraufbau bei Kunden zu Beginn des nächsten Jahres möglich erscheint.
              • ZF – Zscaler (zweite Referenz, nur Kontext): Die positive Einschätzung zu Zscaler spiegelt die zunehmende Bedeutung von Cloud-Security in einer Welt wider, in der Unternehmen ihre IT-Infrastrukturen verstärkt in Richtung Zero-Trust-Architekturen transformieren. Analysten sehen Spielraum für weiteres Wachstum, da sich Sicherheitsbudgets trotz makroökonomischer Unsicherheiten als relativ widerstandsfähig erweisen.

              KALENDER Firmen & Unternehmen

              EARNINGS

              • MICRON (MU): Quartalszahlen – Mittwochabend, nach US-Börsenschluss
              • LENNAR (LEN): Quartalszahlen – heute Abend, nach US-Börsenschluss

              MAKRO

              • USA VERBRAUCHERPREISE (CPI): Donnerstag, 14:30 Uhr MEZ – vor Eröffnung der Wall Street

              IM BLICKPUNKT

              • BMO Capital zu AMZN: Bestätigt Kaufempfehlung für Amazon und hebt das Kursziel auf 304 Dollar an, gestützt auf die Erwartung, dass das Wachstum bei Amazon Web Services im Cloud-Bereich auf rund 39–40% anziehen wird.
              • BMO Capital zu GOOGL: Stuften Google erneut mit „Kaufen“ ein und erhöhten das Kursziel auf 343 Dollar, da sie mit einer Beschleunigung des Cloud-Wachstums sowie zusätzlichen Impulsen durch Waymo und neue Initiativen im Immobilienbereich rechnen.
              • Mizuo zu TSLA: Hebt das Kursziel für Tesla auf 530 Dollar an und verweist auf den Beginn einer neuen Ära durch Robotaxis und autonome Fahrfunktionen, die zunächst in Austin, Texas, und perspektivisch in weiteren Städten ohne Sicherheitsfahrer getestet werden sollen.
              • Wedbush zu TSLA: Setzt ein Street-High-Kursziel von 600 Dollar für Tesla und betont die strategische Bedeutung von Robotics und Full Self-Driving als nächste Wachstumswelle für den Konzern.
              • Mizuo zu ZS: Stuften Zscaler von einer neutralen Einstufung auf Outperform hoch und sehen mit einem neuen Kursziel von 310 Dollar weiteres Aufwärtspotenzial, da die Nachfrage nach Cloud-Security und Zero-Trust-Lösungen hoch bleibt.
              • Morgan Stanley zu ROKU: Vergab ein doppeltes Upgrade für Roku von Underweight auf Overweight, da sich das Umsatzwachstum in der zweiten Jahreshälfte 2025 beschleunigt, die Nutzerbasis zunimmt und die Partnerschaften im Streaming-Ökosystem vertieft werden.
              • Bank of America zu EL: Setzt für Estee Lauder ein neues Street-High-Kursziel von 130 Dollar bei einer Kaufempfehlung und sieht das Unternehmen als Top-Pick im Beauty-Sektor für 2026, getragen vom „Beauty reimagined“-Plan und einer erwarteten Erholung des Beauty-Marktes in den USA und China.
              • Jefferies zu OPRA/OPTA: Jefferies stuft Opta von „Hold“ auf „Buy“ hoch und erhöht das Kursziel von 90 auf 125 Dollar, da eine bessere Go-to-Market-Ausführung, eine Stabilisierung im Kundendaten-Geschäft und wachsende Nachfrage nach agentic AI das Wachstum über den aktuellen Konsens treiben könnten.
              • Unbenannter Broker zu ORCL: Ein Sprecher rät angesichts des negativen Free Cashflows, der auf fast 10 Milliarden Dollar im letzten Quartal anwuchs, und der auf 88,309 Milliarden Dollar gestiegenen Nettoverschuldung klar zum Verkauf der Oracle-Aktie.
              • Marktkommentar zu NVDA/AI-Sektor: Analysten verweisen darauf, dass Nvidia mit einem Marktanteil von rund 80% an KI-Chips der größte Profiteur eines Investitionszyklus von über 200 Milliarden Dollar im Hyperscaler-Sektor bleibt, warnen jedoch vor zunehmender Hebelung und potenziell ineffizientem Kapitaleinsatz im KI-Bereich insgesamt.

              DAX ringt mit 24.000 Punkten: GEA, Lanxess & Fed-Daten

              KURZ & KNAPP

              Der DAX pendelt zur Wochenmitte um die Marke von 24.000 Punkten und testet erneut ein wichtiges Unterstützungsbündel aus mehreren gleitenden Durchschnitten. Parallel dazu stockt die Rally im S&P 500, nachdem der Index nahe Rekordständen keine neuen Anschlusskäufe findet. Im Tech-Sektor sorgen Datencenter-Werte wie Iron Mountain und Nebius mit deutlichen Rücksetzern für Gesprächsstoff. Gleichzeitig bleibt die Spannung hoch, wie sich die US-Börsen vor dem Datenpaket zur Konjunktur positionieren.

              Bei den Einzelwerten sticht GEA mit einer Kurszielanhebung und Kaufempfehlung der UBS heraus, während Lanxess nach einer Abstufung auf Sell unter Druck gerät. Weitere Bewegungen zeigen sich in deutschen Titeln wie Hochtief, Siemens Energy, Bayer, Puma, Volkswagen, TUI und Rheinmetall. International rücken unter anderem Ford, Nvidia, Tesla, Korea Zinc und LG Energy Solution in den Vordergrund. Auch Versicherer wie Allianz und Immobilienwerte reagieren auf die Zinsentwicklung.

              Makroseitig stehen heute die verschobenen US-Arbeitsmarktdaten für Oktober und November sowie die US-Einzelhandelsumsätze im Mittelpunkt, die Hinweise für den weiteren Kurs der Federal Reserve liefern sollen. In Europa richten sich die Blicke auf Einkaufsmanager-Indizes und den ZEW-Index, in Australien trübt ein deutlicher Rückgang des Verbrauchervertrauens das Bild. Aus China kommen schwache Retail-Sales- und Investitionsdaten, die den globalen Konjunkturausblick bis 2026 mitprägen. Diese Veröffentlichungen könnten die Volatilität an den Märkten im Tagesverlauf spürbar erhöhen.

              AUSBLICK US-Märkte

              Der DAX pendelt am Mittag um die Marke von 24.000 Punkten und notiert zuletzt bei rund 24.110 Punkten, ein Minus von etwa 118 Zählern. Bereits gestern hatte der Index nach anfänglich deutlicheren Gewinnen bis Handelsschluss wieder abgebröckelt, da viele Anleger vor einem wichtigen US-Termin Risiken reduziert haben. Technisch rückt die Zone um 24.000 Punkte damit erneut in den Fokus, knapp darunter verlaufen der GD50 bei 23.975 und der kurzfristig wichtige GD21, während die 200-Tage-Linie inzwischen über 23.500 Punkten notiert.

              Bei den Einzelwerten fällt GEA auf, wo eine Kurszielanhebung und Kaufempfehlung der UBS trotz schwachem Gesamtmarkt für leichte Zugewinne von rund einem halben Prozent sorgt; die Analysten sehen das Papier als Top-Pick für 2026 und setzen ein Kursziel von 74 Euro. Dagegen steht Lanxess unter Druck, nachdem die UBS das Kursziel von 23 auf 14 Euro gesenkt und die Aktie auf Sell abgestuft hat, mit Verweis auf Überkapazitäten im Spezialchemiegeschäft und einen aus ihrer Sicht nicht mehr gerechtfertigten Bewertungsaufschlag.

              In den USA blicken Investoren auf einen datenreichen Nachmittag, der den weiteren Kurs der Fed-Geldpolitik prägen dürfte. Besonders im Fokus stehen die wegen des Shutdowns verschobenen US-Arbeitsmarktdaten für Oktober und November sowie die Einzelhandelsumsätze, die Hinweise liefern sollen, wie stark sich der Arbeitsmarkt abkühlt und wie robust der Konsum bleibt. An der Wall Street sorgt die Nähe zu Rekordständen im S&P 500 bei gleichzeitig ausbleibenden Anschlusskäufen für eine gewisse Nervosität, zumal nach einem Anstieg von über 30% seit April Gewinnmitnahmen zum Jahresende zunehmen könnten.

              DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

              DAX – Schlüsselmarke 24.000 Punkte erneut im Brennpunkt

              Der DAX ringt zur Wochenmitte erneut um die psychologisch und technisch bedeutsame Marke von 24.000 Punkten. Nach einem zunächst freundlichen Vortag mit einem Plus von rund 40 Punkten bröckelten die Kurse bis 22 Uhr deutlich ab, weil Anleger vor einem wichtigen US-Termin Gewinne sicherten. Vorbörslich signalisierte der Late & Early DAX mit etwa 24.050 Punkten bereits eine schwächere Eröffnung, und im laufenden Handel notiert der Leitindex nun bei etwa 24.110 Punkten, was einem Minus von rund 118 Zählern entspricht.

              Charttechnisch verläuft die obere Begrenzungslinie der jüngsten Handelsspanne knapp oberhalb des aktuellen Niveaus, während die Zone um 24.000 Punkte als zentrale Unterstützung fungiert. Direkt darunter liegt bei etwa 23.975 Punkten der GD50, rund 200 Punkte tiefer der kurzfristig wichtige GD21, der den kurzfristigen Trend signalisiert. Die vielbeachtete 200-Tage-Linie arbeitet sich derweil von unten nach oben an den Kurs heran und verläuft inzwischen über 23.500 Punkten, was die Bedeutung des Unterstützungsclusters im Bereich 23.500–24.000 zusätzlich erhöht. Ein Blick auf den Zweijahres-Chart bestätigt das Bild einer monatelangen Seitwärtsphase, in der der Index immer wieder an zentralen Widerständen scheitert.

              Aus Marktsicht ist das bullische Momentum im DAX klar abgeflaut, nachdem es in den vergangenen Monaten nicht gelungen ist, über entscheidende Key-Levels nachhaltig auszubrechen. Viele Marktteilnehmer nutzen das hohe Niveau nun, um Risiken zu reduzieren, zumal die großen Impulstreiber der Notenbanken zunächst abgearbeitet sind und vor allem Konjunkturdaten für neue Orientierung sorgen müssen. Gelingt es dem Index, die Marke von 24.000 Punkten zu verteidigen, könnte sich die Seitwärtsphase zunächst fortsetzen, während ein Bruch dieser Zone den Blick rasch in Richtung 23.500 Punkte und die 200-Tage-Linie lenken würde. In jedem Fall bleibt die heutige Handelsspanne um diese Marke herum richtungsweisend für den weiteren Jahresendverlauf.

              SPX – Rally im S&P 500 gerät ins Stocken

              Der S&P 500 hat nach einer beeindruckenden Rally seit April, in deren Verlauf der Index um über 30% zugelegt hat, an Dynamik verloren. Zuletzt notierte der breite US-Markt nahe Rekordständen, ohne dass sich jedoch frische Anschlusskäufer fanden, die den Ausbruch nach oben mittragen. Diese fehlende Anschlussdynamik sorgt bei einigen Marktteilnehmern für Bauchschmerzen und nährt die Sorge, dass zum Jahresende vermehrt Gewinne realisiert werden könnten.

              Getrieben wurde die Aufwärtsbewegung in den vergangenen Monaten zwar vor allem von den sogenannten „Magnificent 7“, doch auch der Rest des Index hat deutlich zugelegt und muss die Kursgewinne nun erst einmal verdauen. Vor diesem Hintergrund erscheint es plausibel, dass Investoren angesichts der hohen Bewertungen und anstehender Konjunkturdaten vorsichtiger werden und Teile ihrer Buchgewinne sichern. Zugleich ist das Umfeld von bereits eingeleiteten Zinssenkungen und einer bisher robusten Konjunktur grundsätzlich unterstützend, was einen abrupten Trendbruch weniger wahrscheinlich macht, aber Konsolidierungen begünstigt.

              Für die kommenden Tage rechnen Beobachter damit, dass Gewinnmitnahmen den S&P 500 nochmals etwas tiefer führen könnten, insbesondere wenn die anstehenden Arbeitsmarkt- und Verbraucherdaten enttäuschen. Ein moderater Rücksetzer würde aus technischer Sicht helfen, überhitzte Indikatoren abzukühlen und die Basis für eine nachhaltigere Aufwärtsbewegung zu legen. Entscheidend wird sein, ob sich im Zuge möglicher Schwächephasen erneut Käufer finden, die das langfristig positive Narrativ aus Fed-Easing und solider Konjunktur stützen. Erst wenn Rücksetzer nicht mehr aufgefangen werden, wäre ein größerer Trendbruch im aktuell noch intakten Bullenmarkt denkbar.

              GEAUBS-Kaufempfehlung und DAX-Aufstieg als Chance nach schwachem Start

              Die Aktie von GEA kann sich in einem insgesamt schwachen Marktumfeld leicht behaupten und legt um rund ein halbes Prozent auf etwa 56,45 Euro zu. Rückenwind kommt von der UBS, die das Papier mit einer Kaufempfehlung versieht, das Kursziel auf 74 Euro anhebt und GEA als Top-Pick für das Jahr 2026 einstuft. Trotz dieser positiven Analystenstimme fällt die unmittelbare Kursreaktion moderat aus, was jedoch angesichts der allgemeinen Marktschwäche als relative Stärke gewertet werden kann.

              Seit der Entscheidung, dass GEA in den DAX aufsteigt, verlief der Start in die erste Börsenliga zunächst enttäuschend. Vom Einstandsniveau im Index notiert die Aktie aktuell etwa 15–16% tiefer, was die Erwartungshaltung vieler Investoren gedämpft hat. Charttechnisch gilt der Bereich um 55 Euro als sehr wichtige Unterstützung, an der sich zuletzt mehrfach Käufer fanden und die nun auch durch das positive Votum der UBS untermauert wird. Der jüngste Kursverlauf deutet darauf hin, dass sich im Umfeld dieser Marke eine Bodenbildung anbahnen könnte.

              Mit Blick nach vorn könnte die Kombination aus DAX-Mitgliedschaft, der Positionierung als struktureller Gewinner im Industriesektor und der frischen Kurszielanhebung der UBS die Grundlage für eine Trendwende legen. Aus Analystensicht bietet sich im Bereich der Unterstützung um 55 Euro die Möglichkeit, vorsichtig erste Positionen aufzubauen und von einem potenziellen Rebound in Richtung des Kursziels von 74 Euro zu profitieren. Entscheidend wird sein, ob GEA operative Fortschritte liefert, die das Vertrauen in die mittelfristigen Wachstumsstory untermauern und damit weitere institutionelle Anleger anziehen. Gelingt dies, könnte die Zeit des schwachen DAX-Starts allmählich in den Hintergrund treten.

              NDX – Asien vorsichtig vor US-Arbeitsmarktdaten und Fed-Ausblick 2026

              Die Aktienmärkte in Asien zeigen sich am Mittwoch verhalten, da Investoren vor der Veröffentlichung wichtiger US-Konjunkturdaten das Risiko zurückfahren. Im Mittelpunkt steht der US-Arbeitsmarktbericht für November, der entscheidend dafür sein dürfte, wie die Federal Reserve ihren Zinspfad in Richtung 2026 gestaltet. Marktbeobachter betonen, dass dieser Bericht die gesamte Erzählung darüber verändern kann, ob die Fed ihren Kurs der geldpolitischen Lockerung fortsetzen kann.

              Die Fed hat in den vergangenen Monaten bereits drei sogenannte „Insurance Cuts“ vorgenommen, um einer sich abkühlenden Konjunktur vorzubeugen, und wartet nun darauf, dass die Daten das tatsächliche Tempo der Abkühlung im Arbeitsmarkt widerspiegeln. Notenbankchef Jerome Powell und weitere Mitglieder des FOMC haben mehrfach signalisiert, dass sie die Entwicklung am Arbeitsmarkt sehr genau beobachten, um die angemessene Tiefe und Geschwindigkeit weiterer Zinssenkungen zu bestimmen. Dabei geht es insbesondere um die Frage, wie stark die Fed die Wirtschaft unterstützen muss, um eine zu starke Verschlechterung der Beschäftigungslage zu verhindern, ohne zugleich neue Inflationsrisiken zu schüren.

              Strukturell gilt der Hintergrund für Risikoanlagen bis 2026 weiterhin als positiv, da die Fed bereits lockert, obwohl sich die US-Wirtschaft bislang relativ robust zeigt und die Regierung vor den Midterms bestrebt ist, Vermögenspreise zu stützen. Ein nachlassender Arbeitsmarkt könnte den Druck auf die Fed erhöhen, den Lockerungskurs fortzusetzen oder sogar zu beschleunigen, was tendenziell stützend für Tech-Werte und Indizes wie den NASDAQ 100 wäre. Fällt der heute anstehende Arbeitsmarktbericht jedoch deutlich stärker aus als erwartet, könnte dies die Hoffnung auf weitere schnelle Zinssenkungen dämpfen und kurzfristig Belastung für wachstumsstarke Titel bringen. Entsprechend hoch ist die Spannung an den Märkten, bevor die US-Börsen eröffnen und ihre erste Reaktion auf die neuen Daten zeigen.

              FED – US-Datenflut rückt Arbeitsmarkt und Konsum ins Zentrum

              Vor der Eröffnung der Wall Street richtet sich der Blick der Anleger auf eine ganze Reihe wichtiger US-Konjunkturdaten, die für die weitere Ausrichtung der Geldpolitik der Fed von entscheidender Bedeutung sind. Besonders im Fokus stehen die wegen des US-Shutdowns verschobenen Arbeitsmarktdaten für Oktober und November, die nun gebündelt am Nachmittag veröffentlicht werden. Parallel dazu werden die Einzelhandelsumsätze erwartet, die einen aktuellen Einblick in die Konsumlaune der Amerikaner geben.

              Der Arbeitsmarkt gilt als einer der wichtigsten „Spielplätze“ der Fed, auf den die Notenbanker bei ihren Zinsentscheidungen besonders achten. Die Frage, wie schnell sich der Arbeitsmarkt abkühlt und in welchem Ausmaß sich dies auf Löhne, Inflation und Konsum auswirkt, bestimmt maßgeblich den Spielraum für weitere Zinssenkungen in den kommenden Quartalen. Gleichzeitig sind die Einzelhandelsumsätze ein zentraler Indikator für die Stärke des privaten Konsums, der in den USA einen Großteil der Wirtschaftsleistung ausmacht und damit Rückschlüsse auf die Wachstumsdynamik zulässt. Nach den jüngsten Notenbanksitzungen, die den grundlegenden Kurs bereits vorgegeben haben, erhoffen sich Investoren nun von den Daten frische Impulse.

              Fallen die Arbeitsmarktdaten schwächer und die Umsätze verhaltener aus als erwartet, könnte dies die Erwartung untermauern, dass die Fed ihren Lockerungskurs bis 2026 fortsetzen oder sogar intensivieren muss, was vor allem zinssensitive Sektoren stützen würde. Umgekehrt könnten robuste Beschäftigungszahlen und starke Einzelhandelsdaten die Fantasie weiterer schneller Zinssenkungen bremsen und an den Aktienmärkten zu Gewinnmitnahmen führen. In jedem Fall ist damit zu rechnen, dass die heute anstehenden Veröffentlichungen die kurzfristige Richtung an der Wall Street maßgeblich beeinflussen und die Volatilität rund um die US-Eröffnung erhöhen. Für europäische Anleger bedeutet dies, dass sich die freundlichen oder schwächeren Tendenzen am Nachmittag rasch drehen können, sobald neue Datenfakten auf dem Tisch liegen.

              KURZNEWS

              • HOCHTIEF – Hochtief: Die Aktie von Hochtief gehört 2025 zu den Highflyern und ist seit Jahresbeginn von rund 130 Euro auf aktuell etwa 340 Euro gestiegen. Auf Basis eines erwarteten Gewinns von etwa 10,30 Euro je Aktie in diesem Jahr und rund 17,30 Euro bis 2028 ergibt sich ein prognostiziertes KGV 2028 von etwa 20, was die Bewertung aus Analystensicht noch rechtfertigt.
              • HOT – Hochtief: Die durchschnittliche Gewinnwachstumsrate von rund 19% pro Jahr bis 2028 lässt weiteres Potenzial vermuten, dennoch erscheint nach dem steilen Anstieg ein Rücksetzer in Richtung 300 Euro aus technischer Sicht als gesund. Anlegern wird geraten, Gewinne laufen zu lassen, da der Wiedereinstieg in solch dynamische Qualitätsaktien erfahrungsgemäß schwierig ist.
              • NGR – Nagaro: Bei Nagaro setzen sich nach einem rasanten Kursanstieg von etwa 40 auf knapp 80 Euro Gewinnmitnahmen fort. Die nahezu Verdopplung in wenigen Wochen macht kurzfristige Rücksetzer plausibel, ohne den übergeordneten positiven Trend grundsätzlich infrage zu stellen.
              • ENR – Siemens Energy: Die Aktie von Siemens Energy kommt nach einer extrem starken Rally etwas zurück. Marktteilnehmer werten die Verschnaufpause als überfällige Konsolidierung, nachdem die Papiere zuletzt in kurzer Zeit deutlich zugelegt hatten.
              • BAYN – Bayer: Bayer gibt nach einer Phase sehr positiver Meldungen nun ebenfalls etwas Terrain ab. Auch hier nutzen Anleger das erhöhte Kursniveau, um Teilgewinne mitzunehmen und das Risiko zum Jahresende hin zu reduzieren.
              • PUM – Puma: Bei Puma kommt es nach jüngsten Übernahmespekulationen zu spürbaren Gewinnmitnahmen. Die zuvor stark gelaufene Aktie korrigiert damit einen Teil der spekulationsgetriebenen Kursgewinne.
              • VOW3 – Volkswagen Vz: Die Vorzugsaktien von Volkswagen geben einen Teil ihrer zuletzt aufgebauten Gewinne wieder ab. Anleger scheinen nach der Erholung vorsichtiger zu werden und reduzieren Engagements im Autosektor leicht.
              • TUI1 – TUI: Die Erholungsbewegung bei TUI setzt sich zwar fort, wirkt im größeren Zeitfenster aber weiterhin wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Charttechnisch müsste das Niveau um 9 Euro klar überwunden werden, um neue Aufwärtsimpulse freizusetzen, während kurzfristig ein Aufwärtstrendkanal stützend wirkt.
              • RHM – Rheinmetall / Rüstungssektor: Im MDAX stehen Rüstungswerte wie Rheinmetall und Nordex auf der Verliererseite, nachdem sie zuvor stark gelaufen waren. Anleger nutzen das hohe Kursniveau zur Gewinnrealisierung, was den gesamten Sektor kurzfristig belastet.
              • NDX – Versicherer/Allianz: Versicherer wie Allianz behaupten sich weiterhin gut, weil die Anleiherenditen voraussichtlich nicht so schnell sinken wie von manchen Investoren erhofft. Im Gegenzug bleiben Immobilienaktien wegen der Zinslage unter Druck.
              • IRON – Iron Mountain/Datencenter: Aktien von Datencenter-Betreibern stehen unter massivem Druck, exemplarisch zeigt sich dies an IRON mit einem Rückgang von rund 19,6% am Vortag. Anleger sorgen sich offenbar um Bewertungen und Finanzierungsbedingungen in diesem stark gewachsenen Segment.
              • NBIS – Nebius: Auch der Datencenter-Betreiber Nebius gerät in den freien Fall und setzt die Schwäche im Sektor fort. Die parallele Korrektur mehrerer Titel deutet auf eine breitere Neubewertung des Marktes hin.
              • NVDA – Nvidia/CoreWeave: Bei Nvidia ist die Kursdynamik spürbar abgeflaut, während Partner wie CoreWeave seit sechs Wochen rund 33 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung verloren haben. Dies nährt Zweifel, ob das bisherige Tempo im KI-Ökosystem aufrechtzuerhalten ist.
              • SMRT – Smartphone/Chip-Knappheit: Die starke Fokussierung der Chip-Produktion auf KI-Halbleiter führt laut Marktberichten zu Engpässen bei klassischen Komponenten für Smartphones. Dies könnte die weltweite Smartphone-Produktion dämpfen und in 2026 zu einer Knappheit an Geräten führen.
              • F – Ford: Ford verbucht 19,5 Milliarden Dollar an Sonderbelastungen im Zuge einer umfassenden Neuaufstellung des EV-Geschäfts, nachdem die Profitabilität hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. CEO Jim Farley betont, dass künftig verstärkt auf profitablere Fahrzeuge gesetzt werden soll, wobei Hybride und erschwinglichere E-Modelle im Mittelpunkt stehen.
              • F – Ford/EV-Mix: Laut Ford ist der US-Marktanteil reiner EVs zuletzt von 12% auf nur noch 5% eingebrochen, während Hybridverkäufe um etwa 30% zugelegt haben und der Konzern nun rund 80% Hybrid-Marktanteil bei Trucks hält. Der Hersteller peilt weiterhin eine 50%-Quote elektrifizierter Fahrzeuge an, die jedoch stärker aus Hybriden, E-REVs und ausgewählten EVs bestehen soll.
              • 373220 – LG Energy Solution: LG Energy Solution in Seoul, das mehr als 5% seines Umsatzes mit Ford erzielt, steht angesichts der EV-Neuausrichtung des US-Autobauers besonders im Fokus. Während Ford das reine EV-Segment zurückfährt, bleiben Batterie- und Energiespeicherlösungen für künftiges Wachstum strategisch wichtig.
              • KZC – Korea Zinc: Die Aktie von Korea Zinc bricht um rund 17% ein, nachdem sie am Vortag noch um etwa 7% gestiegen war. Hintergrund ist ein geplanter 7,4 Milliarden Dollar teurer Smelter für kritische Mineralien in Tennessee, der zwar von JP Morgan und der US-Regierung unterstützt wird, aber auf Widerstand einer Aktionärsallianz stößt, die rechtliche Schritte gegen das Projekt ankündigt.
              • TSLA – Tesla/X-Robotaxi: Eine stark diskutierte US-Tech-Aktie konnte sich trotz Tech-Schwäche zwischenzeitlich um bis zu 5% erholen und damit ein neues Hoch markieren, das erstmals seit Dezember des Vorjahres erreicht wurde. Nach einem schwierigen Jahr mit Bewertungsdebatten und einem öffentlichen Streit zwischen Elon Musk und Donald Trump setzen Anleger zuletzt wieder verstärkt auf die Robo-Taxi-Strategie des Unternehmens.

              KALENDER Firmen & Unternehmen

              EARNINGS

                MAKRO

                • EUROPA/DEUTSCHLAND: Einkaufsmanager-Indizes (Europa/Deutschland) – Tag über, Fokus auf Konjunktursignale
                • DEUTSCHLAND: ZEW-Saldo Deutschland – erwartet weiter steigend, gestützt durch angekündigtes Konjunkturpaket
                • AUSTRALIEN: Australien: Verbrauchervertrauen Dezember – Veröffentlichung am Morgen, deutliche Verschlechterung um 9%
                • USA_ARBEITSMARKT: USA: Verschobene Arbeitsmarktdaten Oktober & November – Veröffentlichung am Nachmittag MEZ
                • USA_EINZELHANDEL: USA: Einzelhandelsumsätze – Veröffentlichung am Nachmittag MEZ
                • CHINA: China: Diskussion der November-Daten und Ausblick 2025/2026 – schwache Retail Sales und erste jährliche Flaute bei Fixed-Asset-Investments seit 1998 im Fokus

                IM BLICKPUNKT

                • UBS zu G1A: Einstufung auf Kaufen mit Anhebung des Kursziels auf 74 Euro; die Analysten sehen GEA als Top-Pick für 2026 in einem schwachen Gesamtmarkt.
                • UBS zu LXS: Abstufung auf Sell mit deutlicher Senkung des Kursziels von 23 auf 14 Euro; Begründung sind Überkapazitäten im Spezialchemiegeschäft und ein aus Sicht der Bank nicht mehr gerechtfertigter Bewertungsaufschlag gegenüber Wettbewerbern.

                Intel plant SambaNova-Deal: KI-Schub für Tesla & NVIDIA

                KURZ & KNAPP

                Intel arbeitet an der Übernahme von SambaNova Systems und schärft damit seine KI-Strategie im Wettbewerb mit NVIDIA. Die Aktie stabilisiert sich nach starken Quartalszahlen und Spekulationen um Governance-Fragen. Parallel treibt Tesla mit Robotaxi- und FSD-Fantasien Diskussionen um eine mögliche Billionen-Bewertung. Der Nasdaq 100 und der S&P 500 zeigen sich zum Wochenstart trotz Tech-Schwerpunkt leicht schwächer.

                Im Halbleitersektor dominieren NVIDIA, Broadcom, KLA, Teradyne und Micron die Schlagzeilen rund um den KI-Investitionszyklus. Bitcoin gerät unter Druck, während MicroStrategy weiter zukauft und Debatten über Verwässerung anheizt. Gleichzeitig testen Gold, Silber und Kupfer neue Höhen und ziehen Kapital aus dem Krypto-Sektor an.

                Der DAX 40 schließt leicht im Minus, belastet von der Wall Street und der Unsicherheit vor den US-Konjunkturdaten. Anleger blicken nun auf die nach dem Government Shutdown verzögerten US-Arbeitsmarktzahlen sowie den CPI-Bericht, die entscheidend für den künftigen Fed-Zinspfad sein dürften. Ökonomen diskutieren zunehmend, ob das 2%-Inflationsziel realistisch bleibt, während Märkte mit möglichen Inflationswerten um 3% bis 2026 rechnen.

                RÜCKBLICK Handelstag

                An der Wall Street überwogen zum Wochenauftakt leichte Gewinnmitnahmen, der S&P 500 gab um 0,22% auf 6.831 Punkte nach, der Nasdaq 100 verlor 0,54% auf 25.128 Punkte. Im Fokus standen erneut Technologiewerte rund um künstliche Intelligenz, darunter Intel, NVIDIA, Tesla und Halbleiter-Zulieferer wie KLA Corp und Teradyne. Zudem sorgten defensive Konsumtitel wie Costco sowie Bewegungen im Krypto- und Rohstoffsektor für Gesprächsstoff.

                In Europa schloss der DAX 40 mit einem Minus von 0,18% bei 24.222 Punkten, belastet von der schwächeren Wall Street und der vorsichtigen Stimmung vor der US-Datenflut. Der europäische Gesamtmarkt blieb ebenfalls leicht unter Druck, während einzelne Sektoren wie Halbleiter und Luxus-/Reisetitel von positiven Analystenkommentaren profitierten. Rohstoffwerte standen zudem im Schatten der stark gestiegenen Preise für Gold, Silber und Kupfer.

                Am Makro-Horizont richten sich die Blicke der Anleger nun auf den wegen des Government Shutdowns verzögerten US-Arbeitsmarktbericht für Oktober und November am Dienstag sowie den CPI-Inflationsbericht am Donnerstag. Die Daten gelten als richtungsweisend für die Zinspfad-Erwartungen an die Fed im neuen Jahr und könnten in einer ohnehin dünner werdenden Liquidität zum Jahresende für erhöhte Volatilität sorgen.

                WAS HEUTE WICHTIG WAR

                INTC – Intel visiert SambaNova-Übernahme an und schärft KI-Strategie

                Intel-Aktien legten im vorbörslichen Handel um 1,33% zu, nachdem Berichte über fortgeschrittene Gespräche zur Übernahme des KI-Chip-Start-ups SambaNova Systems die Runde machten. Der Preis soll bei rund 1,6 Milliarden Dollar inklusive Schulden liegen, ein deutlicher Abschlag gegenüber der Bewertung von 5 Milliarden Dollar aus dem Jahr 2021. Für Intel, dessen Aktie im laufenden Jahr bereits um 89% gestiegen ist, wäre dies ein strategischer Schritt, um das eigene KI-Portfolio zu stärken und sich im Wettbewerb mit NVIDIA besser zu positionieren.

                SambaNova, 2017 gegründet, entwickelt kundenspezifische KI-Chips und konkurriert damit direkt mit Branchengrößen im High-End-Beschleuniger-Markt. Brisant ist die Governance-Struktur: Der Intel-CEO fungiert gleichzeitig als Vorsitzender von SambaNova und war über seine Risikokapitalfirma Walden International ein früher Investor und Finanzierungsführer im Jahr 2018. Fundamental befindet sich Intel nach besser als erwarteten Q3-Zahlen mit einem Umsatz von 13,65 Milliarden Dollar (Konsens: 13,14 Milliarden Dollar) und einem bereinigten Gewinn je Aktie von 0,23 Dollar in einer Phase der operativen Stabilisierung, auch wenn der Bereich Rechenzentren und KI zuletzt noch 1% Umsatzrückgang verzeichnete.

                Mit dem potenziellen Deal würde sich Intel eine lange gesuchte, schlüsselfertige KI-Plattform sichern, und das zu einem deutlich reduzierten Preisniveau im Vergleich zum Hype-Jahr 2021. Der Schritt könnte den schwächelnden Datacenter- und KI-Umsatz in den kommenden Jahren beleben und Intel stärker in Richtung hochmargiger KI-Lösungen verschieben. Anleger werden genau beobachten, wie Interessenkonflikte rund um die Doppelrolle des CEOs adressiert werden und ob Regulatoren die Transaktion durchwinken. Charttechnisch pendelt die Aktie aktuell um den 50-Tage-Durchschnitt, nachdem sie sich von einem jüngsten Hoch bei 44 Dollar zurückgezogen hat; Nachrichten zur Transaktion könnten hier kurzfristig als Katalysator wirken.

                TSLA – Tesla-Fantasie: Milliarden-Bewertung durch Robotaxis und FSD

                Tesla gehörte zu den größten Gewinnern im Nasdaq 100 und S&P 500 und legte im Tagesverlauf zeitweise um rund 3,5% zu. Die Aktie näherte sich damit einem möglichen neuen Allzeithoch-Schlusskurs, verfehlte diesen jedoch knapp. Treiber der Kursfantasie ist die Einschätzung von Dan Ives, Global Head of Technology Research bei Wedbush, der Tesla weiterhin als einen seiner Top-Picks führt und eine Marktkapitalisierung von 2 Billionen bis potenziell 3 Billionen Dollar bis Ende 2026/Anfang 2027 in Aussicht stellt.

                Ives sieht die Haupttreiber in physikalischer KI, Robotaxis, sogenannten Cybercabs, Volumenproduktion und vollautonomem Fahren. Besonders im Fokus steht Full Self-Driving (FSD), das nach seiner Einschätzung das Margenprofil von Tesla grundlegend verändern könnte. Er erwartet, dass die FSD-Durchdringung von derzeit rund 15% auf über 50% steigen könnte, was sich stark positiv auf die Profitabilität auswirken würde. Zudem rechnet er damit, dass Tesla langfristig 70–80% des globalen Marktes für autonomes Fahren beherrschen könnte, während Wettbewerber wie Waymo nur als „Rundungsfehler“ wahrgenommen würden.

                Regulatorisch blickt der Analyst auf eine mögliche präsidentielle Executive Order, die einen bundesweiten Rechtsrahmen für autonomes Fahren in den USA schaffen soll und damit den Markthochlauf der Technologie erleichtern könnte. Er prognostiziert, dass sich die Gewinne von Tesla in den nächsten 3–4 Jahren verfier- bis verfünffachen, primär getrieben durch Software-Margen aus FSD. Die potenzielle Teil-IPO von SpaceX im Jahr 2026 wird von ihm als Erweiterung des Musk-Ökosystems gesehen, ohne dass dies seine Einschätzung ändert, dass Tesla die zentrale Investment-Story in der autonomen Zukunft bleibt. Vor diesem Hintergrund dürfte jede Nachricht zu regulatorischen Fortschritten und FSD-Rollouts an den Kapitalmärkten besonders sensibel aufgenommen werden.

                NVDA & Halbleiter – KI-Boom trägt NVIDIA, Broadcom, KLA, Teradyne und Micron

                Im Halbleitersektor bleibt NVIDIA das Maß der Dinge: Das Unternehmen hat China in seinen Finanzprognosen bereits auf null gesetzt, sodass jegliche Verkäufe in dieser Region als reines Aufwärtspotenzial gelten. Die Nachfrage nach KI-GPUs übersteigt das Angebot weiterhin deutlich, NVIDIA verkauft praktisch alles, was es produzieren kann und plant, die Auslieferungen der Blackwell– und Rubin-GPUs im kommenden Jahr massiv zu steigern. Analysten sehen ein Kursziel von 275 Dollar, während Lieferengpässe bei Wafern, Packaging und Speicher die Angebotsseite begrenzen.

                Auch Halbleiter-Zulieferer profitieren: KLA Corp wurde bei Jefferies von Hold auf Buy hochgestuft, die Aktie stieg um 2,6% und lag intraday zeitweise sogar 5% im Plus. Analyst Blaine Curtis sieht kräftigen KI-Rückenwind für den Hersteller von Equipment für die Halbleiterfertigung bis mindestens 2026 und zählt Broadcom, NVIDIA und KLA zu seinen besten Chip-Ideen. Broadcom hingegen sah nach den jüngsten Zahlen eine Kurskonsolidierung, doch Analystenreaktionen blieben deutlich positiv mit Anhebungen der Kursziele durch JP Morgan auf 475 Dollar und durch Barclays auf 500 Dollar.

                Bei Broadcom verweisen Analysten auf neue Aufträge, etwa von Anthropic und einem fünften Datacom-Kunden, sowie auf angehobenes Umsatzwachstum und steigende EBITDA-Margen im kommenden Jahr, während der jüngste Kursdruck eher mit KI-Nervosität als mit Fundamentaldaten erklärt wird. Teradyne erhielt von Goldman Sachs ein „Double Upgrade“ von Sell auf Buy mit einem neuen Kursziel von 230 Dollar (zuvor 148 Dollar), da die Bank mit einem KI-getriebenen Nachfrageschub für Chip-Testgeräte rechnet. Zudem steht Micron im Fokus, das am Mittwoch nach Börsenschluss Quartalszahlen vorlegt: Die Messlatte gilt als „extrem hoch“, nachdem unter anderem Stifel und Wedbush ihre Kursziele, teils bis auf 300 Dollar, angehoben und auf stark steigende Speicherpreise sowie höhere durchschnittliche Verkaufspreise hingewiesen haben. Der gesamte Sektor bleibt damit eng mit den Erwartungen an den weiteren KI-Investitionszyklus verknüpft.

                BTC & Gold – Saylor kauft den Dip, während Edelmetalle neue Höhen testen

                Im Kryptomarkt bleibt der Druck hoch: Bitcoin (BTC) fiel um 0,19% auf 86.052,65 und liegt damit rund 30% unter dem Allzeithoch von etwas über 126.000 aus dem Oktober. Trotz der Schwäche setzt MicroStrategy-Gründer Michael Saylor seine aggressive Kaufstrategie fort und erwarb in zwei aufeinanderfolgenden Wochen jeweils fast 1 Milliarde Dollar in Bitcoin. Dabei wurden jeweils mehr als 10.000 BTC hinzugekauft, finanziert durch Verkäufe der Class A-Stammaktien – ein Vorgehen, das Kritiker wegen Verwässerung der Altaktionäre skeptisch sehen.

                Die Strategie von MicroStrategy hat Spekulationen ausgelöst, das Unternehmen könne aus wichtigen Aktienindizes entfernt werden, doch der Nasdaq 100 entschied sich bei seiner jährlichen Rekonstitution, den Titel im Index zu belassen. Die Aktie von MicroStrategy geriet dennoch unter Druck und verlor zuletzt rund 7%, während Bitcoin die Tiefs des Jahres testet. Auffällig ist, dass die Krypto-Schwäche in einem Umfeld stattfindet, in dem Aktien als Risk-Assets weiterhin gefragt sind, was die Debatte um die Rolle von Bitcoin als „digitales Gold“ neu anheizt.

                Parallel dazu erlebt der Edelmetallsektor einen deutlichen Aufschwung: Gold nähert sich mit Kursen um 4.343 einem neuen Hoch und zeigt sich im Jahresverlauf „unstoppable“, während Silber mit einem Plus von über 115% seit Jahresbeginn glänzt. Auch Kupfer profitiert von hoher Nachfrage, Tarifsorgen und Hamsterkäufen in den USA sowie vom erwarteten Strom- und Rechenzentrumsbedarf durch KI-Anwendungen. Viele Strategen an der Wall Street bleiben für Gold in das nächste Jahr hinein bullisch und sehen in der Kombination aus Währungsabwertung, Geopolitik und dem sich abzeichnenden Vergleich zwischen Krypto und realen Assets einen Rückenwind für Edelmetalle. Damit zeichnet sich eine Divergenz ab: Während digitale Assets straucheln, gewinnen physische Wertaufbewahrungsmittel an Attraktivität.

                US-MAKRO – Verzögerte Jobdaten, CPI und Fed-Pfad im Fokus

                Die anstehende Woche bringt eine regelrechte Datenflut, nachdem mehrere Berichte aufgrund des US-Government Shutdowns verschoben werden mussten. Im Zentrum steht der kombinierte US-Arbeitsmarktbericht für Oktober und November, der am Dienstag vor Handelsstart veröffentlicht wird und erstmals seit dem Shutdown wieder ein umfassenderes Bild der Beschäftigungslage liefern soll. Für November erwarten Goldman Sachs und der Marktkonsens rund 50.000 bis 55.000 neue Stellen, während die Arbeitslosenquote bei 4,5% gesehen wird; der „Sweet Spot“ für den Aktienmarkt wird in einer Spanne von 40.000–80.000 neuen Jobs verortet.

                Der Bericht dürfte allerdings durch Sondereffekte verzerrt sein, insbesondere im Oktober, wo der Abgang von Bundesbediensteten nach Abfindungsangeboten Anfang 2025 zu einem erwarteten Verlust von etwa 85.000 Jobs führen soll. Die Folge sind „komische Daten“, wie Marktbeobachter es nennen, da etwa die wichtige Haushaltsumfrage und damit die offizielle Arbeitslosenrate teilweise fehlen oder nachgeliefert werden. Parallel dazu rückt der Inflationsbericht (CPI) am Donnerstag in den Vordergrund, der nach Ansicht vieler Investoren sogar noch wichtiger ist als die Jobdaten, weil er unmittelbarer mit dem weiteren Zinspfad der Fed verknüpft wird. Fed-Chef Jay Powell hatte zuletzt betont, dass sowohl der Arbeits- als auch der Inflationsauftrag der Notenbank unter Druck stehen.

                Innerhalb des geldpolitischen Diskurses wächst die Frage, ob die 2%-Inflationszielmarke in absehbarer Zeit realistisch erreichbar ist, zumal seit 2015 die Prognose für das Erreichen des Ziels immer wieder um zwei Jahre nach hinten verschoben wurde. Fed-Gouverneur Stephen Myron, von Präsident Trump berufen, argumentierte jüngst, dass die Preise nach einem Inflationsschub zwar nun wieder stabil, aber auf höherem Niveau seien und die Politik dies reflektieren müsse. Ökonomen, etwa bei BNP, rechnen angesichts von Zöllen und verzögerten Güterpreiseffekten mit einer Beschleunigung der Inflation in Richtung 3% bis 2026, was die Spielräume für weitere Zinssenkungen begrenzen könnte. Die Märkte werden daher in den kommenden Tagen genau darauf achten, ob die neuen Daten das Bild eines abkühlenden Arbeitsmarktes bei zugleich hartnäckiger Inflation bestätigen – ein Szenario, das die Fed zu schwierigen Priorisierungsentscheidungen zwischen Beschäftigungs- und Preisstabilitätsmandat zwingen würde.

                KURZNEWS

                • INTC – Intel: Die Aktie legte im vorbörslichen Handel um 1,33% zu, nachdem Berichte über eine geplante Übernahme von SambaNova Systems für rund 1,6 Milliarden Dollar inklusive Schulden publik wurden. Das 2017 gegründete KI-Chip-Startup war 2021 noch mit 5 Milliarden Dollar bewertet; Intels CEO ist zugleich SambaNova-Vorsitzender und Frühinvestor über Walden International.
                • TSLA – Tesla: Die Papiere gehörten zu den Top-Gewinnern im Nasdaq 100 und S&P 500 und stiegen zeitweise um etwa 3,5%, verpassten jedoch knapp ein neues Allzeithoch beim Schlusskurs. Analyst Dan Ives von Wedbush sieht Tesla als Top-Pick und hält eine Marktkapitalisierung von 2–3 Billionen Dollar bis 2026/27 für möglich, getrieben durch Robotaxis und FSD.
                • NVDA – NVIDIA: NVIDIA hat China in seinen Prognosen bereits auf null gesetzt, sodass alle potenziellen Verkäufe dort reines Upside wären. Die Nachfrage nach KI-GPUs übersteigt das Angebot deutlich, das Unternehmen plant eine massive Ausweitung der Lieferungen von Blackwell– und Rubin-GPUs im kommenden Jahr; Analysten sehen ein Kursziel von 275 Dollar.
                • KLAC – KLA Corp: Die Aktie stieg um 2,6% und lag intraday zeitweise rund 5% im Plus, nachdem Jefferies den Titel von Hold auf Buy hochgestuft hatte. Analyst Blaine Curtis nennt KLA einen der besten Chip-Stock-Ideen für 2026 und verweist auf kräftigen KI-Rückenwind im Bereich Halbleiter-Equipment.
                • AVGO – Broadcom: Nachzahlen-bedingter Kursdruck steht im Kontrast zu sehr positiven Analystenkommentaren, die mehrfach höhere Kursziele hervorbrachten. JP Morgan sieht Broadcom als Top-Halbleitertitel für das kommende Jahr mit Kursziel 475 Dollar, während Barclays auf 500 Dollar anhob und auf neue KI-Aufträge, unter anderem von Anthropic, sowie steigende EBITDA-Margen verweist.
                • MU – Micron: Micron legt am Mittwoch nach Börsenschluss Zahlen vor, wobei die Erwartungen der Analysten als extrem hoch gelten. Häuser wie Stifel und Wedbush hoben ihre Kursziele, teils bis auf 300 Dollar, an und verweisen auf weiter steigende Memory-Preise und höhere durchschnittliche Verkaufspreise.
                • TER – Teradyne: Goldman Sachs hob die Aktie gleich doppelt von Sell auf Buy an und erhöhte das Kursziel von 148 auf 230 Dollar. Die Analysten rechnen mit einem deutlichen, KI-getriebenen Nachfrageschub für die Testausrüstung von Halbleiterchips.
                • LDOS – Leidos: Leidos wird als attraktives Investment im Technologiebereich herausgestellt, insbesondere nach der Ernennung eines neuen CTO. Der verstärkte Fokus auf künstliche Intelligenz wird als zentrale Chance gesehen, um vom Trend zur KI-Integration in sicherheits- und behördlichen Anwendungen zu profitieren.
                • COST – Costco: Im Einzelhandelssektor geriet Costco unter Druck, nachdem Roth Capital die Aktie auf Sell herabstufte. Die Titel gaben daraufhin um rund 3% nach und sorgten im defensiven Konsumsektor für Gesprächsstoff.
                • VIK – Viking: Kreuzfahrtanbieter Viking profitierte von einer Hochstufung auf Buy bei Jefferies. Die Analysten setzen auf eine anhaltend robuste Nachfrage im Kreuzfahrtsegment, wovon Viking als Premiumanbieter besonders profitieren soll.
                • IRBT – iRobot: Der Roomba-Hersteller hat Insolvenz nach Chapter 11 beantragt und plant, die Kontrolle an seinen chinesischen Hauptlieferanten zu übergeben. Nach Jahren sinkender Verkaufszahlen, Lieferkettenproblemen und einer gescheiterten Amazon-Übernahme droht den Aktionären damit nahezu ein Totalverlust.
                • LAZR – Luminar Technologies: Die Aktie brach um mehr als 60% ein, nachdem das Unternehmen Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt hatte. Luminar einigte sich darauf, seine Halbleiter-Tochter für 110 Millionen Dollar in bar an Quantum Computing Inc. zu verkaufen, vorbehaltlich höherer Angebote; 91% der First-Lien-Gläubiger unterstützen den Schritt.
                • MSTR – MicroStrategy (Strategie): Das Unternehmen kaufte in zwei aufeinanderfolgenden Wochen jeweils fast 1 Milliarde Dollar in Bitcoin, während die Kryptowährung deutlich fiel. Finanziert wurden die Käufe durch den Verkauf von Class-A-Aktien, was Kritik an der Verwässerung bestehender Aktionäre auslöste; die Aktie verlor zuletzt etwa 7%, während Bitcoin rund 30% unter seinem Allzeithoch notiert.
                • TLRY – Tilray: Tilray-Aktien sprangen um über 40%, nachdem Berichte aufkamen, dass Präsident Trump Marihuana als Schedule-III-Droge reklassifizieren könnte. CEO Irwin Simon sieht darin eine große Chance für das medizinische Cannabisgeschäft in den USA und beziffert den Markt auf etwa 10 Milliarden Dollar.
                • CGC – Canopy Growth & Cannabis-Sektor: Die geplante Umstufung von Marihuana von Schedule 1 auf Schedule 3 löste eine massive Rallye im Sektor aus, große Produzenten wie Canopy Growth und Tilray legten um rund 50% zu. Haupttreiber ist der erwartete Wegfall des Steuerparagrafen 280E, der bisher normale Betriebsausgaben nicht abzugsfähig machte und effektive Steuersätze von bis zu 80% verursachte; ein Cannabis-ETF verzeichnete mit über 54% seinen besten Handelstag überhaupt.
                • XAU – Gold & Silber: Gold notiert mit rund 4.343 nahe eines neuen Hochs, während Silber im laufenden Jahr um mehr als 115% gestiegen ist. Anleger setzen auf den „Debasement-Trade“ und nutzen Edelmetalle als Absicherung gegen Währungsabwertung und makroökonomische Unsicherheiten.
                • HG – Kupfer: Auch Kupfer zeigt sich stark, getrieben von hoher Nachfrage, Tarifsorgen und Lageraufbau in den USA. Zusätzlich befeuert der erwartete Strom- und Rechenzentrumsbedarf für KI-Anwendungen die Story, da der Ausbau von Stromnetzen und Infrastruktur kupferintensiv ist.

                KALENDER Firmen & Unternehmen

                EARNINGS

                • LENNAR (LEN): Q4-Zahlen – Dienstag nach US-Börsenschluss
                • MICRON (MU): Quartalszahlen – Mittwoch nach US-Börsenschluss

                MAKRO

                • US-ARBEITSMARKTBERICHT OKTOBER/NOVEMBER: USA – Dienstag vor US-Börsenöffnung
                • US-RETAIL SALES OKTOBER: USA – Dienstag im Laufe des Tages
                • US-CPI (VERBRAUCHERPREISE): USA – Donnerstag im Laufe des Tages
                • WEITERE US-ARBEITSMARKTDATEN ANFANG JANUAR: USA – nachgelagerte Veröffentlichung, sofern kein weiterer Shutdown

                IM BLICKPUNKT

                • Goldman Sachs zu LVS: Las Vegas Sands wird von Neutral auf Buy hochgestuft, das Kursziel steigt von 64 auf 80 Dollar. Goldman sieht den Casino-Betreiber als bevorzugten Namen im Sektor dank starker Bilanz und der Exponierung in Macau und Singapur, wobei das Wachstum in Macau ab 2026 an Dynamik gewinnen soll.
                • KeyBank zu TT: Trane Technologies wird auf Overweight hochgestuft, mit einem Kursziel von 500 Dollar. Die Analysten sehen den jüngsten Kursrückgang als seltene Einstiegschance in einen qualitativ hochwertigen HLK-Betreiber und erwarten starke Nachfrage aus Rechenzentren mit KI-Fokus, auch wenn der genaue Marktanteil noch unklar ist.
                • Goldman Sachs zu TER: Teradyne erhält ein „Double Upgrade“ von Sell auf Buy, das Kursziel wird von 148 auf 230 Dollar angehoben. Goldman rechnet mit einem deutlichen, KI-getriebenen Nachfrageschub nach Chip-Testequipment und sieht Teradyne entsprechend gut positioniert.
                • Bank of America zu BMY: Bristol-Myers Squibb wird von Neutral auf Buy hochgestuft. BofA verweist auf die Stärke der F&E-Pipeline und ein attraktives Chance-Risiko-Profil, da das Unternehmen auf ein katalysatorreiches Jahr 2026 zusteuert.
                • Goldman Sachs zu MAR/HLT/LVS: Goldman wird für mehrere konsumnahe Titel bullischer und stuft Marriott, Hilton und Las Vegas Sands von Neutral auf Buy hoch. Marriott profitiert laut Einschätzung von einer hohen Exponierung zur kommenden Fußball-Weltmeisterschaft, Hilton gilt als Profiteur eines weiterhin starken Hochpreiskonsumenten, und Las Vegas Sands soll in Macau anhaltend steigende Brutto-Spielerlöse bis 2026 sehen.
                • Jefferies zu KLAC: KLA Corp wird von Hold auf Buy hochgestuft. Analyst Blaine Curtis sieht KLA neben Broadcom und NVIDIA als eine der besten Chip-Aktienideen für 2026, getrieben von strukturellem KI-Rückenwind im Halbleiter-Equipment-Markt.
                • JP Morgan/Barclays/Bernstein zu AVGO: Broadcom erhält mehrere Kurszielanhebungen, unter anderem setzt JP Morgan das Ziel auf 475 Dollar und nennt die Aktie Top-Pick im Halbleitersektor für das kommende Jahr, während Barclays auf 500 Dollar erhöht. Bernstein betont, der jüngste Kursdruck sei auf KI-Nervosität und nicht auf Fundamentaldaten zurückzuführen, die weiterhin als solide gelten.
                • Ariel Investments zu ORCL: Charlie Bobrinskoy von Ariel Investments bleibt trotz zwischenzeitlicher Überbewertung grundsätzlich positiv für Oracle. Nach einem Anstieg von 118 auf 350 Dollar hatte er zum Trimmen geraten, sieht nun aber bei zurückgekommenem Kurs und einem vervierfachten KI-Auftragsbestand zweistelliges Gewinnwachstum bis 2026 und eine starke Position im KI-Markt durch Oracles Unternehmensdaten-Software.

                DAX vor Alltime-High und Oracle: KI-Zweifel belasten Datencenter – Broadcom & Nvidia

                KURZ & KNAPP

                Oracle und Broadcom stehen wegen schwächerer KI- und Datencenter-Signale unter Beobachtung. Analysten kritisieren Einmaleffekte in der Gewinnrechnung und warnen vor überdehnten Capex-Plänen. Zugleich bleiben Zweifel an der Tragfähigkeit der hochgehebelten KI-Infrastruktur. Die Federal Reserve sorgt mit erneuten Zinssenkungen und zusätzlichen T-Bill-Käufen für reichlich Liquidität und Fragen nach Systemrisiken.

                An den US-Börsen erzeugt die Rotation von Tech hin zu Industrie-, Finanz- und Value-Titeln spürbare Verschiebungen. Edelmetalle wie Gold und vor allem Silber sowie Industrierohstoffe wie Kupfer markieren markante Marken, während Öl und Gas technisch uneinheitlich wirken. Kryptowährungen wie Bitcoin bleiben trotz Rücksetzern in einem übergeordneten Aufwärtstrend.

                In Europa klettert der DAX auf neue Rekordbereiche, getragen von Zyklikern wie Siemens, Daimler Truck und Bilfinger. Auch Konsum- und Sportartikelwerte wie Adidas, Puma und Nike melden sich zurück. Strategen heben zudem die Bedeutung von Emerging Markets, der globalen Rohstoffstory und der anhaltenden Debatte um Staatsverschuldung und Refinanzierungsbedarf der USA hervor.

                AUSBLICK US-Märkte

                • Diverse Analysten zu KI- und Cloud-Sektor (u.a. ORCL, AVGO, KI-Infra): Nach den enttäuschenden Ergebnissen von Oracle und Broadcom warnen mehrere Häuser vor einem möglichen „Platzen der KI-Datencenter-Blase“ und sehen die Qualität der Gewinne – etwa bei Broadcoms EPS, das ohne Einmaleffekte eher bei 0,46 US-Dollar statt 1,95 US-Dollar liegen soll – kritisch. Investoren werden zu mehr Selektivität und Fokus auf solide Cashflows statt aggressiv fremdfinanzierter Capex-Storys aufgerufen.
                • Makro- und Bankenstrategen zur Fed und US-Finanzsystem: Kommentatoren interpretieren die neuen T-Bill-Käufe der Fed in Höhe von rund 40 Milliarden US-Dollar pro Monat und die Aufhebung der 500-Milliarden-Grenze für die Standing Repo Facility als Zeichen latenter Spannungen im Bankensystem. Zugleich wird darauf hingewiesen, dass rund 80% der US-Gesamtschulden bis 2026 refinanziert werden müssen, was die Rolle der Fed als Käufer und Stabilisator von Staatsanleihen weiter aufwertet.
                • Rohstoff-Analysten zu Silber: Marktbeobachter stellen fest, dass Silber gemessen an verschiedenen Indikatoren – inklusive des Silber-zu-S&P-500-Verhältnisses – so überkauft ist wie seit 45 Jahren nicht mehr. Trotz eines weiterhin positiven strukturellen Ausblicks sehen sie kurzfristig erhöhtes Rückschlagsrisiko und empfehlen vorsichtiges Positionsmanagement.
                • Strategen zu Emerging Markets (JP Morgan): JP Morgan stuft Emerging Markets als dauerhaftes Kernthema bis mindestens 2026 ein, mit erwarteten Wachstumsraten von etwa 2,0% für die USA, 1,5% für die EU, 4–5% für China und 3,3% für EM ex-China. Die Bank betont, dass massive KI-Investitionen, US-Steuersenkungen und eine nur temporär starke Dynamik in China (vor allem im ersten Halbjahr 2026) die relative Attraktivität ausgewählter Schwellenländer erhöhen.
                • Strategen zu Rohstoffen allgemein: Einige Häuser sehen Rohstoffe in einem strukturellen Aufwärtstrend, da sie zentrale Inputfaktoren der technologischen Transformation sind und die Preisseite im Energiesektor nach unten begrenzt erscheint. Besonders im Fokus stehen neben Öl auch Metalle wie Kupfer, dessen jüngster Rekordlauf als Indikator für stärkere Nachfrage nach Ende des Fed-Zinserhöhungszyklus gewertet wird.

                DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

                DAX auf Rekordkurs: Jahresendrallye, Branchenrotation und zyklische Gewinner

                Der DAX 40 hat in den vergangenen Tagen einen massiven Kursschub erlebt und dabei den Abwärtstrend vom Allzeithoch klar nach oben durchbrochen. Der Index kletterte auf rund 24.300 Punkte und ließ die psychologisch wichtige Marke von 24.000 deutlich hinter sich, beflügelt von der US-Zinssenkung und einer freundlichen Stimmung an den asiatischen Tech-Märkten. Aktuell notiert der DAX um 24.4 und visiert kurzfristig die Marke von 24.500 Punkten an; im weiteren Verlauf bis Jahresende sehen Trader gutes Potenzial für ein Anlaufen des Allzeithochs bei 24.771 Punkten. Ein Wochenschluss über 24.400 wird als starkes technisches Signal gewertet, das die Chancen auf eine Verlängerung der Rallye nach Norden deutlich erhöht.

                Besonders interessant ist die Branchenrotation, die sich parallel zur Bewegung in den USA zeigt. Während der techlastige Nasdaq teilweise im Minus tendiert, gewinnen zyklische und dividendenstarke Titel im DAX an Bedeutung. Die jüngste Leitzinssenkung der Fed sowie steigende Anleiherenditen – etwa 4,15–4,17% in den USA – begünstigen klassische Zykliker und Industriedienstleister wie Bilfinger, die durch das Überwinden charttechnischer Widerstände neue Kaufsignale geliefert haben. Auch große Industrie-Bluechips wie Siemens werden als Profiteure eines erwarteten Konjunkturaufschwungs gesehen und könnten nach Ansicht von Analysten bis Jahresende wieder Kurse um 250 Euro erreichen. Hinzu kommen Nutzfahrzeughersteller wie Daimler Truck mit Kurszielen von 42 bis im Best Case 45 Euro, die die zyklische Erholung bereits im Kursverlauf widerspiegeln.

                Aus saisonaler Sicht kommt dem DAX zugute, dass der Index historisch besonders starke Monate im Januar, April, Juli und Dezember aufweist, was die Hoffnung auf eine Jahresend-Rallye trotz anhaltender Skepsis am Markt nährt. Statistisch sind neue Allzeithochs im Dezember gut untermauert, sofern das technische Bild intakt bleibt und Schlüsselunterstützungen – insbesondere 24.200 und 24.150 – nicht signifikant unterschritten werden. Der sehr niedrige VDAX um 15,09 deutet zudem auf eine Rallye ohne große Pausen hin, könnte aber bei unerwarteten Schocks schnell anspringen. Für Trader bleibt der DAX damit ein klar bullischer Markt, in dem Rücksetzer eher als Einstiegschancen gesehen werden. Strukturell profitieren neben Industriewerten auch ausgewählte Konsum- und Luftfahrtaktien, etwa Lufthansa, die von ungebrochener Reiselust und einem möglichen Ausbruch über den Widerstand bei 8,30–8,35 Euro träumt, was ein technisches Ziel bis 9,20–9,50 Euro eröffnen würde.

                Rotation nach der Fed: Von Tech zur Old Economy – Dow stark, Nasdaq wackelt

                Die dritte Zinssenkung der Federal Reserve in Folge hat die große Sektor-Rotation an der Wall Street weiter befeuert. Während die großen US-Indizes neue oder nahe Allzeithochs markierten, stieg der Dow Jones am Donnerstag um mehr als 600 Punkte, getrieben von Industriewerten, Materialien und Finanztiteln. Gleichzeitig gerieten Technologie– und Kommunikationsdienstleister unter Druck, was sich insbesondere in schwächeren Nasdaq-Futures widerspiegelt, die vor der heutigen US-Eröffnung mit bis zu -0,56% im Minus liegen. Die Rotation weg von hoch bewerteten Tech-Namen wird von manchen Marktteilnehmern als Trend gesehen, der sich bis 2026 fortsetzen könnte, vor dem Hintergrund höherer Zinsen, steigender Kapitalbindung und einer Neubewertung der KI-Euphorie.

                Fundamental wird diese Entwicklung durch ein Umfeld getragen, in dem monetäre und fiskalische Stimuli weiterhin aktiv sind, aber die Renditen am langen Ende – etwa die 10-jährige US-Treasury mit 4,17% – eine attraktive Alternative zu riskanten Growth-Stories bieten. Gleichzeitig verweisen Strategen auf einen möglichen „Superzyklus“ bei Investitionsausgaben, M&A-Aktivitäten und Infrastruktur, der vor allem klassischen Zyklikern und Finanzwerten zugutekommen soll. Die S&P 500 liegt auf Jahressicht nahe einem Plus von +20% – zum dritten Mal in Folge –, wobei die Marktbreite zuletzt zunahm und nicht mehr ausschließlich von Mega-Cap-Tech getrieben wird. Historische Daten zeigen zudem, dass Zinssenkungszyklen bei robustem Wachstum häufig Rückenwind für Aktien liefern, auch wenn das Bewertungsniveau bereits anspruchsvoll ist.

                Für Trader bedeutet die aktuelle Konstellation, dass reine Tech- und KI-Beta-Strategien erstmals seit Monaten ernsthafte Konkurrenz durch Value- und Zykliker-Allokationen bekommen. Das Argument, ein überkaufter Markt müsse zwangsläufig sofort korrigieren, wird von einigen Häusern explizit zurückgewiesen: Überkaufte Zustände könnten laut ihnen eher eine Bedingung darstellen, die über längere Zeit anhalten kann, anstatt ein direktes Verkaufssignal. Kurzfristig könnte die Underperformance des Nasdaq anhalten, solange Enttäuschungen bei Einzelwerten wie Oracle und Broadcom nachwirken und Anleger Gewinne in Highflyern realisieren. Mittel- bis langfristig rückt damit die Frage in den Vordergrund, ob Investoren ihre Portfolios stärker diversifizieren und Cashflows aus Gewinnersektoren wie Industrie, Energie und Finanzwerte nutzen, um Rücksetzer in qualitativ hochwertigen Wachstums- und KI-Werten selektiv einzukaufen.

                Fed schneidet Zinsen, pumpt Liquidität – Rallye auf Rekordständen, aber Systemfragen nehmen zu

                Die US-Notenbank hat ihre dritte Zinssenkung in Folge vollzogen und zugleich die Wachstumsprognose leicht nach oben sowie die Inflationserwartung moderat nach unten angepasst, was die Risikofreude an den Märkten weiter angeheizt hat. Gleichzeitig startete die Fed am 12. Dezember mit monatlichen Käufen von etwa 40 Milliarden US-Dollar in kurzlaufenden Staatsanleihen (T-Bills), um das Finanzsystem zu stützen und Banken zusätzliche Liquidität zu verschaffen. Parallel wurde die Obergrenze von 500 Milliarden US-Dollar für die Standing Repo Facility aufgehoben – ein Notfenster, an das sich Institute wenden, wenn sie anderweitig keine Refinanzierung mehr bekommen. Die unmittelbare Reaktion an den Geldmärkten war ein deutlicher Rückgang der SOFR-Rate auf etwa 3,9%, den niedrigsten Stand seit drei Jahren, was auf eine Entspannung im kurzfristigen Funding deutet.

                Hinter der offensichtlichen Börsen-Euphorie sehen einige Marktbeobachter aber auch Alarmzeichen. Zum einen ist die Margin Debt, also die Verschuldung auf Wertpapierdepots, auf einem absoluten Rekordhoch, was auf eine außergewöhnlich hohe Hebelung im System hindeutet. Zum anderen weist die Fed-Liquiditätsoffensive darauf hin, dass die Notenbank angesichts der Tatsache, dass rund 80% der US-Gesamtschulden bis 2026 refinanziert werden müssen, einen reibungslosen Ablauf am Markt für Staatsanleihen sicherstellen will. Kritische Stimmen sprechen bereits von zwei parallelen Spielfeldern: einer verdeckten Bankenrettung und einer Unterstützung der Regierung bei der massiven Neuemission von Schuldtiteln. Hinzu kommen interne Differenzen im FOMC, wo etwa Austin Goolsbee für eine Zinspause plädierte, während andere Mitglieder aus Sorge um den Arbeitsmarkt weitere Lockerungsschritte rechtfertigten.

                Trotz dieser Spannungsfelder bleiben Aktien auf oder nahe Allzeithochs, was die Frage aufwirft, wie nachhaltig der aktuelle Bullenmarkt ist, wenn er durch geldpolitische Stützungsmaßnahmen und hohe Hebelung angetrieben wird. Sollte das Vertrauen in die Tragfähigkeit der US-Staatsfinanzen oder in die Funktionsfähigkeit der Geldmärkte erodieren, könnten die derzeitigen Liquiditätsspritzen als Frühindikator für tieferliegende Systemrisiken interpretiert werden. Für Anleger erhöht sich damit die Bedeutung eines konsequenten Risikomanagements: Neben einer sektoral breiter aufgestellten Aktienallokation rücken Liquiditätsqualität, Laufzeitenstruktur bei Anleihen und das Exposure zu hoch verschuldeten Vehikeln stärker in den Fokus. Kurzfristig überwiegt zwar der Rückenwind durch die Fed und die Aussicht auf weitere, wenn auch moderatere Zinssenkungen im kommenden Jahr, doch mittel- bis langfristig steigt die Abhängigkeit der Märkte von einer fortgesetzten Bereitschaft der Notenbank, als Sicherheitsnetz für Banken- und Staatsschulden zu fungieren.

                KI-Infrastruktur unter Druck: Oracle-Enttäuschung, Broadcom-Schock und Zweifel an der Datacenter-Rallye

                Die hochgejubelte KI-Datencenter-Story bekommt erste tiefe Risse: Nach den als „Desaster“ bezeichneten Zahlen von Oracle hat nun auch Broadcom Anleger deutlich enttäuscht. Broadcom meldete zwar auf den ersten Blick einen GAAP-Profit von 8,5 Milliarden US-Dollar, doch darin steckte eine einmalige Steuergutschrift von 3 Milliarden US-Dollar, wodurch der „reale“ Gewinn pro Aktie nur bei etwa 0,46 US-Dollar liegen soll statt der kommunizierten 1,95 US-Dollar. Besonders kritisch bewertet wurde der vage Ausblick für das AI-Chip-Geschäft: CEO Hock Tan sprach von einem Auftragsbestand von 73 Milliarden US-Dollar an AI-Produkten über die nächsten sechs Quartale, ohne jedoch einen klaren Jahresumsatz für das Segment zu nennen. Zudem sollen die Umsätze mit neuen XPU-Lösungen erst zwischen 2027 und 2029 in nennenswerter Höhe anlaufen, nicht schon 2026, wie von vielen Investoren erhofft.

                Bei Oracle sorgten bereits zuvor hohe Investitionspläne in KI-Infrastruktur bei gleichzeitig enttäuschenden Prognosen für eine deutliche Ausweitung der Credit Default Swaps und wachsende Zweifel an der Tragfähigkeit des Geschäftsmodells. Mehrere Analysten warnen inzwischen, dass der Ausbau der KI-Infrastruktur zunehmend über Fremdkapital finanziert wird und die Margen unter Druck geraten: KI bringe zwar enormen Volumen-Zuwachs, „fresse“ aber den Profit. Datenzentren entwickelten sich von Cashflow-Maschinen zu hochgehebelten Finanzvehikeln, was Parallelen zu früheren Phasen exzessiver Finanzinnovation aufwerfe. Dazu kommt die Kritik an „zirkulären Deals“ im AI-Ökosystem – etwa bei Nvidia und OpenAI –, bei denen Beteiligungen und Gegengeschäfte die Transparenz der tatsächlichen Nachfrage und Profitabilität verwässern könnten; selbst Microsofts AI-Chef beobachtet diese Strukturen sehr genau.

                Auf Makro-Ebene verschärfen Energie- und Infrastrukturengpässe die Zweifel an einer friktionslosen Skalierung der KI-Revolution: Während China derzeit an 30 Atomreaktoren baut, wurden in den USA in jüngerer Zeit keine neuen Projekte dieser Größenordnung gestartet, und immer mehr Energievorhaben für Rechenzentren werden wegen steigender Strompreise storniert. Das wirft die Frage auf, ob die ambitionierten KI-Capex-Pläne überhaupt physisch und wirtschaftlich umsetzbar sind, ohne die Profitabilität massiv zu beeinträchtigen. Für Investoren bedeutet das keinen Abgesang auf KI als Langfrist-Thema – viele Häuser sehen den strukturellen Trend über 10–15 Jahre weiter intakt –, aber eine klare Mahnung zur Selektivität. Anstatt blind auf die nächsten Posterchilds zu setzen, rückt eine breitere Sicht auf das Ökosystem in den Vordergrund, inklusive asiatischer Zulieferer in Süd Korea, Japan und ASEAN, die in Assembly & Testing tätig sind. Kurzfristig könnte aber das Narrativ eines „Platzens der KI-Datacenter-Blase“ die Bewertungsfantasie vieler Highflyer begrenzen und Volatilität deutlich erhöhen.

                Rohstoffe im Fokus: Rekord-Gold, Silber-Extrem, Öl- und Kupferpreissignale

                Am Rohstoffmarkt häufen sich Signale eines neuen Aufschwungs, angeführt von Gold, das jüngst ein neues Allzeithoch markiert hat. In einem vierstündigen Chartbild hat der Goldpreis den entscheidenden Widerstand der sogenannten „Welle 1“ nach oben durchbrochen, was technisch als klares Kaufsignal gilt. Analysten, die bereits long positioniert sind, haben ihre Stopps über den Einstiegskurs nachgezogen, um Gewinne zu sichern, und sehen damit den Trend eindeutig bestätigt. Parallel dazu ist Silber in einen historischen Extrembereich gelaufen: Nach Einschätzung eines Marktbeobachters ist Silber so überkauft wie seit 45 Jahren nicht mehr, wenn man etwa das Verhältnis Silber zu S&P 500 betrachtet.

                Auch bei Industrierohstoffen zeigt sich eine deutliche Dynamik. Kupfer hat ein frisches Rekordhoch markiert, mit Notierungen von rund 11.940 US-Dollar je Tonne und damit nahe der Marke von 12.000 US-Dollar. Der Preisanstieg um +0,6% allein am Berichtstag krönt eine dreiwöchige Rallye, die durch eine Kombination aus knappem Angebot und der Erwartung höherer Nachfrage nach der Fed-Zinssenkung getrieben wird. Vorziehende Lieferungen in die USA vor möglichen neuen Trump-Tarifen auf Kupfer verknappen das Angebot im Rest der Welt zusätzlich. Beim Öl wiederum hat sich der Preis von seinem niedrigsten Schlusskurs seit fast zwei Monaten erholt, gestützt durch eine vom IEA erstmals seit Monaten nach oben angepasste Einschätzung des Marktausgleichs.

                Die Diskrepanz zwischen physischem Markt und „Papiermarkt“ bleibt dabei ein zentrales Thema: Laut Analystin Sara Bakshuri reagieren Algorithmen hochsensibel auf Nachrichten und Schlagzeilen, wodurch die Preisbildung manchmal stärker von Sentiment als von realen Flussdaten bestimmt wird. Dennoch habe OPEC durch marktbasierte Entscheidungen und eine realitätsnahe Datapolitik wesentlich zur vergleichsweise geringen Volatilität bei Öl im Jahr 2025 beigetragen – trotz geopolitischer Spannungen in der Ukraine, verschärfter US-Sanktionen gegen Venezuela und globaler Wachstumssorgen. Für Investoren sehen einige Häuser Rohstoffe insgesamt in einem strukturellen Aufwärtstrend, da sie zentrale Inputfaktoren für die technologische Transformation – von Elektromobilität bis hin zu Rechenzentren – darstellen. Gleichzeitig warnen Techniker bei Silber vor der Gefahr einer Korrektur aus einem extrem überkauften Zustand und erwarten im Edelmetallkomplex zwischenzeitliche Rücksetzer, bevor der übergeordnete Bullenmarkt weiterläuft. Im Energiesegment bleibt WTI charttechnisch „auf der Kippe“, weshalb viele Trader nur auf klare Signale agieren, während Natural Gas nach einem heftigen Absturz erst die Ausbildung einer Welle-B-Gegenbewegung abwarten, bevor neue Short- oder Long-Setups attraktiv erscheinen.

                KURZNEWS

                • BTC – Bitcoin: Die größte Kryptowährung notiert nach einem Rückgang von -0,67% bei rund 92.235 US-Dollar und hält sich weiterhin in einem intakten Aufwärtstrend. Analysten erwarten bei einem Bruch des Wochenhochs im Bereich 94.000–95.000 US-Dollar weiteres Potenzial, während die Zone um 90.000 US-Dollar als wichtige Unterstützung gilt, gestützt durch ETF-Zuflüsse und institutionelle Nachfrage.
                • MUV2 – Münchener Rück: Die Aktie des Rückversicherers liegt in einem Cap-Zertifikat (VK 3 8 L 9) rund +35% im Plus und notiert aktuell bei etwa 562,20 Euro, also oberhalb des Cap-Niveaus von 550 Euro mit einer Maximalrendite von +28% im Zertifikat. Trotz Einstufungen US-amerikanischer Analysten als „Hold“ oder „Reduce“ und einer Überbewertung über dem ermittelten fairen Wert überzeugt das Unternehmen mit einem Gewinnsprung von 1,2 Milliarden Euro im Jahr 2022 auf über 6 Milliarden Euro in nur vier Jahren.
                • BFL – Bilfinger: Die Aktie des Industriedienstleisters gilt als Profiteur des erwarteten Konjunkturaufschwungs in Deutschland, den die Deutsche Bank mit einem Wachstum von rund +1,5% veranschlagt. Bilfinger hat jüngst den Widerstand aus dem Oktober überwunden und damit ein technisches Kaufsignal generiert, was weiteren Spielraum nach oben eröffnet.
                • SHL – Siemens Healthineers / SIE – Siemens (Fokus Siemens): Siemens als klassischer Zykliker könnte nach Einschätzung von Marktbeobachtern bis zum Jahresende wieder Kurse um 250 Euro erreichen. Die Aktie profitiert von der zyklischen Erholung und der Renaissance industrieller Investitionen, die durch niedrigere Zinsen und verstärkte Infrastrukturprogramme unterstützt werden.
                • DTG – Daimler Truck: Der Nutzfahrzeughersteller gefällt Analysten charttechnisch sehr gut, mit einem Kursziel von rund 42 Euro, was etwa +10% Potenzial bedeutet. Im Best-Case-Szenario werden in den kommenden Wochen Kurse bis 45 Euro (rund +18–20%) für möglich gehalten, da sich die Konjunkturerholung im Kursverlauf widerspiegelt.
                • LHA – Lufthansa: Die Airline profitiert weiterhin von einer ungebrochenen Reiselust und könnte bei einem Ausbruch über den Widerstand bei 8,30–8,35 Euro technisch Luft bis in den Bereich von 9,20–9,50 Euro haben. Trader sehen hier ein Aufwärtspotenzial von etwa +12–13% in den kommenden Wochen und erwägen kleine Trading-Positionen.
                • DOUG – Douglas: Der Parfümerie- und Beautykonzern nähert sich einem massiven charttechnischen Widerstand und steht daher auf vielen Watchlists. Ein nachhaltiger Sprung über die Marke von 13 Euro würde ein Kaufsignal mit Kurszielen zwischen 14 und 14,50 Euro liefern, wobei das kommende Weihnachtsgeschäft als zusätzlicher Kurstreiber gesehen wird.
                • BMW – BMW: Die Aktie des Münchener Autobauers ist zuletzt wieder gefragt, gestützt durch eine neue Modellpalette und eine Neubewertung des Verbrenner-Themas in der EU. Ein signifikanter Kursanstieg über 91 Euro wurde zunächst von einer Konsolidierung gefolgt, dennoch wird BMW aktuell sogar als „Hotstock“ im Aktionär-Magazin geführt.
                • ADS – Adidas: Nach einem schwachen Jahr zählt die Aktie zu den Verlierern, hat aber in der Zone zwischen 155 und 160 Euro eine solide Unterstützungsbasis ausgebildet. Aktuell greift Adidas die Marke von 165–166 Euro an; bei einem positiven Wochenschluss werden Erholungen in Richtung 175–188 Euro erwartet, unterstützt von starken Zahlen des US-Konkurrenten Lululemon, insbesondere aus China.
                • PUM – Puma: Puma profitiert von einem optimistischen Branchenausblick und der Erwartung, dass sich auch andere Sportartikelhersteller stabilisieren. Ein laufendes Zertifikat (MM5 NGN) auf die Aktie liegt bereits rund +5,5% im Plus, während Kursziele im Bereich von 22,80–23,00 Euro sowie potenzielle Übernahmefantasie die Story abrunden.
                • SU – Schneider Electric: Der französische Elektrotechnik- und Infrastrukturspezialist wird von Analysten als Wert mit sehr großem Kurspotenzial gesehen. In einem gehebelten Produkt (MM5 NGN, Hebel knapp 4) liegt die Position rund +13,5% im Plus, während Häuser wie Bernstein Research das Kursziel auf 275 Euro angehoben haben (aktueller Kurs etwa 240 Euro), gestützt auf eine starke Position im lukrativen Rechenzentrumsmarkt.
                • NKE – Nike: Die Aktie des Sportartikelriesen zeigt nach mehreren schwachen Jahren seit der Pandemie Anzeichen eines Turnarounds und legte zuletzt um knapp +3% zu. Analysten sehen ein Kurspotenzial von rund +22% bis etwa 83 US-Dollar, mit besonders bullischen Szenarien, die Kurse bis 120 US-Dollar ins Spiel bringen, während die kommenden Quartalszahlen am 18. Dezember als Weichensteller für 2026 gelten.
                • LLY – Eli Lilly: Die Aktie des Pharmakonzerns verzeichnete nach der Vorstellung eines neuen, noch wirksameren Abnehm-Medikaments einen Rückgang von etwa -10%. Dennoch bleibt der übergeordnete Trend klar aufwärtsgerichtet: Seit August hat die Aktie insgesamt um +40–50% zugelegt, was die hohe Erwartungshaltung des Marktes an das Adipositas-Geschäft widerspiegelt.
                • COST – Costco: Der Discounter übertraf in seinen jüngsten Zahlen die Erwartungen, insbesondere bei den Same-Store-Sales. Das Wachstum basiert allerdings weniger auf Konsumfreude als auf einem durch Inflation und Preisdruck erzwungenen Sparverhalten der Kunden, die gezielt nach günstigen Angeboten suchen und größere, effizientere Einkäufe tätigen – ein Muster, das auch Walmart und Dollar Tree zeigen.
                • LULU – Lululemon: Nach CEO-Abgang und Berichten über interne Machtkämpfe legte die Aktie kurzfristig deutlich zu und schnitt besser ab als befürchtet. Strukturell erkennen Analysten allerdings typische Spätzyklusphänomene: interne Konflikte um Strategie und Markenidentität könnten darauf hindeuten, dass das Wachstum in eine reifere Phase eintritt.
                • TLRY – Tilray (Cannabis-Sektor): Cannabis-Aktien wie Tilray steigen im vorbörslichen US-Handel stark, Tilray liegt nach Medienberichten um etwa +28% im Plus. Auslöser sind Signale, dass US-Präsident Trump Marihuana von der höchsten Risikostufe auf eine niedrigere umstufen will, was Vertrieb, Besteuerung und Zugang zu Bankdienstleistungen für den Sektor erleichtern könnte.
                • ASML – ASML: Der CEO des europäischen Chipmaschinenbauers bezeichnet das aktuelle KI-Investitionsumfeld als „Arms Race“, sieht aber keine Blase im Sektor. Zugleich warnt er, dass Europa beim globalen Halbleitergeschäft mit nur 1–2% Marktanteil klar zurückliegt und fordert deutlich bessere Rahmenbedingungen, um das Ökosystem wieder stärker auf den Kontinent zu holen.
                • SPACE – SpaceX (privat): Elon Musk hat Berichte bestätigt, dass SpaceX im Jahr 2026 an die Börse gehen will, und reagierte damit auf einen Kommentar, wonach nun der richtige Zeitpunkt für ein IPO sei. Über die Bewertung kursieren Spekulationen von bis zu 1,5 Billionen US-Dollar, wobei Musk selbst Schätzungen von 800 Milliarden US-Dollar zurückwies; sein Anteil von über 40% könnte damit höher bewertet sein als seine Beteiligung an Tesla.

                KALENDER Firmen & Unternehmen

                EARNINGS

                UnternehmenTickerEventZeitpunktErwartungVorheriger Wert

                MAKRO

                Land/RegionIndikatorZeitpunktErwartungVorheriger WertWichtigkeit

                IM BLICKPUNKT

                • Diverse Analysten zu KI- und Cloud-Sektor (u.a. ORCL, AVGO, KI-Infra): Nach den enttäuschenden Ergebnissen von Oracle und Broadcom warnen mehrere Häuser vor einem möglichen „Platzen der KI-Datencenter-Blase“ und sehen die Qualität der Gewinne – etwa bei Broadcoms EPS, das ohne Einmaleffekte eher bei 0,46 US-Dollar statt 1,95 US-Dollar liegen soll – kritisch. Investoren werden zu mehr Selektivität und Fokus auf solide Cashflows statt aggressiv fremdfinanzierter Capex-Storys aufgerufen.
                • Makro- und Bankenstrategen zur Fed und US-Finanzsystem: Kommentatoren interpretieren die neuen T-Bill-Käufe der Fed in Höhe von rund 40 Milliarden US-Dollar pro Monat und die Aufhebung der 500-Milliarden-Grenze für die Standing Repo Facility als Zeichen latenter Spannungen im Bankensystem. Zugleich wird darauf hingewiesen, dass rund 80% der US-Gesamtschulden bis 2026 refinanziert werden müssen, was die Rolle der Fed als Käufer und Stabilisator von Staatsanleihen weiter aufwertet.
                • Rohstoff-Analysten zu Silber: Marktbeobachter stellen fest, dass Silber gemessen an verschiedenen Indikatoren – inklusive des Silber-zu-S&P-500-Verhältnisses – so überkauft ist wie seit 45 Jahren nicht mehr. Trotz eines weiterhin positiven strukturellen Ausblicks sehen sie kurzfristig erhöhtes Rückschlagsrisiko und empfehlen vorsichtiges Positionsmanagement.
                • Strategen zu Emerging Markets (JP Morgan): JP Morgan stuft Emerging Markets als dauerhaftes Kernthema bis mindestens 2026 ein, mit erwarteten Wachstumsraten von etwa 2,0% für die USA, 1,5% für die EU, 4–5% für China und 3,3% für EM ex-China. Die Bank betont, dass massive KI-Investitionen, US-Steuersenkungen und eine nur temporär starke Dynamik in China (vor allem im ersten Halbjahr 2026) die relative Attraktivität ausgewählter Schwellenländer erhöhen.
                • Strategen zu Rohstoffen allgemein: Einige Häuser sehen Rohstoffe in einem strukturellen Aufwärtstrend, da sie zentrale Inputfaktoren der technologischen Transformation sind und die Preisseite im Energiesektor nach unten begrenzt erscheint. Besonders im Fokus stehen neben Öl auch Metalle wie Kupfer, dessen jüngster Rekordlauf als Indikator für stärkere Nachfrage nach Ende des Fed-Zinserhöhungszyklus gewertet wird.


                Oracle Gewinnwarnung belastet KI-Sektor – Nvidia & Bitcoin

                KURZ & KNAPP

                Oracle sorgt mit schwächeren Cloud-Umsätzen, massiv erhöhten KI-Investitionen und hoher Verschuldung für Unruhe im Markt. Die Aktie gerät deutlich unter Druck und wirft Fragen nach der Tragfähigkeit des KI-Investitionsbooms auf. Parallel bricht Bitcoin ein und wird erneut als sensibler Risikoindikator wahrgenommen. Der Vertrauensschock reicht bis in Tech- und Krypto-Werte hinein.

                Während die US-Indizes nach der jüngsten Fed-Zinssenkung ringen, hält sich der DAX überraschend stabil. Deutsche Mid Caps wie Nordex und Delivery Hero bewegen sich stark auf basis konkreter Unternehmensmeldungen. Kurznews zu Nvidia, Microsoft, Meta und weiteren Schwergewichten zeigen, wie sensibel der Markt auf jede KI- und Regulierungsschlagzeile reagiert.

                In Europa und Deutschland rücken Termine wie die Zahlen von Carl Zeiss Meditec und Capital Markets Days von BNP Paribas und Schneider Electric in den Vordergrund. Makroseitig dominieren die Fed-Entscheidung, Diskussionen um Stagflation und neue ifo-Prognosen das Bild. Geopolitische Spannungen rund um Venezuela und den Ukraine-Krieg wirken zusätzlich auf Energiepreise und Risikoprämien.

                AUSBLICK US-Märkte

                Im Blickpunkt steht heute der Machtkampf um die Medien- und Streaminglandschaft: Warner Bros. Discovery ist zum Übernahmeziel gleich mehrerer Schwergewichte geworden, während Netflix eine Abspaltung der Kabelkanäle plant und Paramount ein Barangebot von $30 je Aktie auf den Tisch legt. Die politische Dimension verschärft die Unsicherheit: Präsident Trump signalisiert, dass er Deals skeptisch gegenübersteht, die nicht mit einem Eigentümerwechsel bei CNN einhergehen – ein ungewöhnlicher Eingriff, der M&A-Risiken in der Branche erhöht. Parallel dazu gewinnt das Thema Space-Ökonomie an Fahrt: SpaceX arbeitet laut Berichten an einem IPO für 2026 mit einer möglichen Bewertung von bis zu $1,5 Billionen, getragen vom rasanten Wachstum des Starlink-Geschäfts und den Fortschritten bei der Starship-Rakete. Für Anleger eröffnen sich damit zwei große strukturelle Investmentthemen – Streaming-Konsolidierung und Raumfahrt/Kommunikation –, die langfristig erhebliches Kurspotenzial, aber auch regulatorische und politische Fallstricke bergen.

                DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

                Warum stürzt Oracle ab und was bedeutet das für den KI-Investitionsboom?

                Die Aktie von Oracle (ORCL) gerät heute massiv unter Druck und fällt im laufenden Handel auf rund $191,45, ein Einbruch von etwa -14,15%, nachdem der Softwarekonzern schwächere Cloud-Umsätze und einen aggressiven Ausbau seiner KI-Investitionen gemeldet hat. Oracle hat im letzten Quartal bereits rund $12 Milliarden an CapEx ausgegeben und plant nun, die Investitionen für KI-Rechenzentren bis zum Geschäftsjahresende 2026 auf insgesamt $50 Milliarden hochzufahren – deutlich mehr als die vom Markt erwarteten $35 Milliarden. Gleichzeitig blieb der Quartalsumsatz mit $16,06 Milliarden hinter den Prognosen von $16,21 Milliarden zurück, während der bereinigte Gewinn je Aktie mit $2,26 zwar über den Schätzungen von $1,64 lag, aber nicht ausreichte, um die Sorgen um die Profitabilität zu dämpfen. Kritisch sehen Investoren, dass Oracle bereits rund $127 Milliarden an Schulden in der Bilanz hat, wovon $25 Milliarden in den nächsten drei Jahren fällig werden, und zugleich ein negativer Free Cashflow von etwa -$13 Milliarden ausgewiesen wurde. Kommentatoren sprechen von einem „Dokument des Scheiterns“ und einem „Kostengrab“, weil Oracle viel Geld in KI-Kapazitäten steckt, ohne dass die Erlöse bislang Schritt halten. Besonders problematisch wirkt die starke Abhängigkeit von wenigen KI-Großkunden wie OpenAI, die zwar enormes Potenzial, aber bislang noch keine entsprechend großen, stabilen Umsätze liefern.

                Für den Markt insgesamt wird der Fall Oracle zum Lackmustest, wie nachhaltig der gigantische KI-Investitionszyklus tatsächlich ist, denn die Aktie hatte sich zuvor im Sog der KI-Euphorie in Richtung Allzeithoch katapultiert. Analysten warnen nun, dass die massive Verschuldung und die um $15 Milliarden nach oben geschraubten CapEx-Pläne den Cashflow belasten und Oracle faktisch zwingen, sich im KI-Rennen über Kredite zu finanzieren – in einem Feld, das von Kapital-Supermächten wie Microsoft (MSFT), Amazon (AMZN) und Alphabet (GOOGL) dominiert wird. Während einige Strategen noch argumentieren, die Aufrüstung der Rechenzentren sei Teil einer „produktiven Blase“, die langfristig nötig sei, um die KI-Infrastruktur aufzubauen, sehen andere im Oracle-Debakel das „Posterchild“ einer Übertreibung, bei der Investitionen in Datacenter physikalisch und rechnerisch kaum mehr wirtschaftlich darstellbar sind. Die Wirkung auf andere Tech-Werte ist bereits spürbar: In Asien gerieten heute Tech-Titel wie SoftBank mit Kursverlusten von über -6% stark unter Druck, weil sie ebenfalls als hochriskante Wetten auf einen fernen KI-Ertrag gelten. Auch in Europa stehen KI- und Cloud-Exposer auf dem Prüfstand, während gleichzeitig Stimmen wie der CEO von ASML darauf pochen, dass gerade jetzt hohe Investitionen nötig seien, um im KI-Wettrüsten nicht zurückzufallen. Für Anleger stellt sich damit die zentrale Frage, ob Oracle ein Einzelfall eines überforderten „Old Tech“-Players ist – oder der erste Riss in einer überdehnten KI-Bewertungsblase.

                Wie signalisiert der Bitcoin-Crash steigende Risikoaversion an den Märkten?

                Bitcoin (BTC) rutscht am Nachmittag deutlich ab und notiert aktuell bei rund $89.818, was einem Tagesverlust von etwa -2,74% entspricht, nachdem der Kurs gestern im Hoch nach der Fed-Entscheidung noch knapp $94.600 erreicht hatte. Marktbeobachter sprechen von Bitcoin als überempfindlichem „Rauchmelder“ des Finanzsystems: Sobald irgendwo „etwas brennt“, reagiere die Kryptowährung – diesmal allerdings mit einem kräftigen Schlag nach unten, ausgelöst durch den Vertrauensschock nach den enttäuschenden Quartalszahlen von Oracle. In den letzten 24 Stunden kam es im Zuge der Abwärtsbewegung zu gehebelten Zwangsliquidationen im Volumen von über $100 Millionen auf der Unterseite, was den Verkaufsdruck zusätzlich beschleunigte. Auffällig ist, dass Bitcoin damit eine klare Divergenz zu den Aktienmärkten zeigt: Während große Indizes wie S&P 500 und Nasdaq 100 nur moderat nachgeben, reagiert BTC mit einer weitaus höheren Volatilität. Kommentatoren sehen darin ein Zeichen dafür, dass professionelle Trader Bitcoin zunehmend als Frühindikator für Risikoaversion und Liquiditätsspannungen nutzen. Die enge Korrelation zwischen der Oracle-Enttäuschung und dem BTC-Sturz nährt zudem die These, dass Krypto inzwischen stark in das gleiche Risikoregime wie Tech- und KI-Werte eingebettet ist.

                Technisch betrachtet wirkt die Zone um $90.000 nun als psychologische Marke: Der Bruch darunter zeigt, dass kurzfristige Momentum- und Hebelpositionen abgebaut werden, während langfristige „Hodler“ vorerst an der Seitenlinie bleiben. Nach der Zinssenkung der Federal Reserve war Bitcoin zunächst als Profiteur der zusätzlichen Liquidität gefeiert worden, doch die nun einsetzende Umschichtung legt offen, wie schnell das Narrativ von „digitalem Gold“ zu einem klassischen Risk-Asset kippen kann. Parallel tobt in den USA eine regulatorische Debatte: Indexanbieter wie MSCI erwägen, Firmen mit zu hohem Krypto-Bestand – etwa MicroStrategy mit mehr als 660.000 Bitcoin – aus wichtigen Indizes zu verbannen, was zusätzlichen Druck auf den breiteren Krypto-Komplex ausüben könnte. Für Anleger bedeutet das: Bitcoin bleibt ein hochempfindlicher Seismograf für Stimmungen im KI- und Tech-Sektor und ein Vehikel, über das sich Risiko sehr schnell entladen kann – mit entsprechenden Chancen, aber auch massiven Drawdown-Risiken. Wer BTC als Diversifikationsbaustein nutzt, muss die enge Kopplung an das globale Tech- und Zinsthema stärker denn je im Blick behalten.

                Wie verändert die jüngste Fed-Zinssenkung den Kurs für US-Märkte und Konjunktur?

                Die Federal Reserve hat gestern zum dritten Mal in Folge den Leitzins um 25 Basispunkte gesenkt und die Spanne damit auf 3,5% bis 3,75% reduziert, sendet aber gleichzeitig das klare Signal einer nun folgenden Pause. Der neue Dot-Plot sieht für das kommende Jahr nur noch eine weitere Zinssenkung vor, während die Märkte bislang mit zwei Schritten gerechnet hatten – eine Diskrepanz, die heute für Nervosität an den Börsen sorgt. Fed-Chef Jerome Powell betonte in der Pressekonferenz das Spannungsfeld zwischen einem sich abkühlenden Arbeitsmarkt und weiterhin leicht über dem Ziel liegender Inflation von rund 3%, die vor allem durch Zölle getrieben werde. Parallel kündigte die Fed überraschend Käufe von kurzlaufenden T-Bills im Umfang von $40 Milliarden pro Monat an, um Spannungen im Bankensystem zu entschärfen und sicherzustellen, dass die Zinssenkungen in der Realwirtschaft ankommen. Kritiker wie Michael Burry sehen darin weniger ein Zeichen der Stärke als ein Eingeständnis, dass die Liquidität im US-Bankensystem ohne diese „Lebenshilfen“ nicht ausreichen würde. Einige Marktbeobachter sprechen bereits von einer de facto Stagflation: abkühlender Arbeitsmarkt, zähes Wachstum, aber nur langsam fallende Preise.

                Trotz dieser Risiken zeichnet die Fed in ihren Projektionen ein vergleichsweise freundliches Bild: Für 2026 erwartet sie ein Wachstum des US-Bruttoinlandsprodukts von rund +2,3%, bei sinkender Inflation und stabiler Arbeitslosigkeit – ein „Goldilocks“-Szenario, das nicht zuletzt von einem Produktivitätsschub durch Künstliche Intelligenz getragen werden soll. Zugleich verschiebt sich der Fokus der Notenbanker spürbar weg von der Inflationsbekämpfung hin zur Stützung des Arbeitsmarktes, wie das geänderte Wording in der Erklärung und die drei Dissenting Votes im FOMC verdeutlichen. Für Aktienmärkte wie den S&P 500, der gestern nach der Entscheidung zunächst um +0,7% zulegte und nahe Rekordständen notiert, bedeutet das einen Spagat zwischen Zinsfantasie und Konjunktursorgen. Besonders stark profitierten zunächst zinssensitive Segmente wie der Russell 2000 und hochverschuldete Mid Caps, bevor die Tech-Schwäche und der Oracle-Schock heute die Stimmung eintrübten. Anleger müssen sich darauf einstellen, dass die nächsten Monate von einem zähen Ringen zwischen der Hoffnung auf KI-getriebene Produktivität und der Furcht vor einem weicheren, aber anhaltenden Abschwung geprägt sein werden – mit höherer Volatilität, sobald Konjunktur- oder Arbeitsmarktdaten die Fed-Erwartungen erneut in Frage stellen.

                Welche deutschen Mid Caps sorgen im Wind- und Konsumsektor für Schlagzeilen?

                Im deutschen Nebenwerte-Segment sorgten heute vor allem Titel aus den Bereichen erneuerbare Energien und E-Commerce für kräftige Bewegungen. Die Aktien von Nordex legten zuletzt im MDAX um rund +8% zu, befeuert von Branchengerüchten über einen potenziellen Großauftrag aus den USA, der die Auslastung für die kommenden Jahre deutlich verbessern könnte. Die Kursreaktion zeigt, wie stark Investoren auf konkrete Projektperspektiven in der Windbranche achten, nachdem der Sektor lange unter Margendruck und Lieferkettenproblemen gelitten hatte. Gleichzeitig schoss Delivery Hero im MDAX um fast +14% nach oben, nachdem das Management angesichts der schwachen Bewertung weitere Verkäufe von Beteiligungen in seinem weltweit über 70 Länder umfassenden Portfolio prüft. In einem Brief an die Aktionäre äußerte sich das Unternehmen enttäuscht über die aktuelle Marktkapitalisierung und stellte in Aussicht, durch Portfolio-Optimierungen neue Kurstreiber in den kommenden Monaten zu setzen. Für Anleger unterstreichen diese Bewegungen, wie stark stock-picking-getriebene Storys im Mid-Cap-Bereich bleiben, selbst wenn der DAX als Gesamtmarkt nur moderat schwankt.

                Wie beeinflussen neue Spannungen um Venezuela den Ölmarkt und die Geopolitik?

                Die Spannungen zwischen den USA und Venezuela spitzen sich zu, nachdem amerikanische Streitkräfte einen sanktionierten Öltanker vor der venezolanischen Küste beschlagnahmt haben. Caracas bezeichnete den Vorgang als „ungeheuerlichen Diebstahl“ und „Akt internationaler Piraterie“, zumal der Tanker nach Berichten eigentlich Öl für Kuba transportierte, das die Ladung auf dem Schwarzmarkt weiterverkaufen könnte. Die Aktion ist Teil einer verschärften Sanktionspolitik Washingtons gegen das Maduro-Regime und soll dessen Finanzströme weiter austrocknen, während die US-Militärpräsenz in der Karibik erhöht wird. Für den Ölmarkt bedeutet die Tanker-Beschlagnahmung kurzfristig Unterstützung für die Preise, weil Lieferkettenrisiken und Ausfallängste wieder stärker eingepreist werden. Mittel- bis langfristig könnte ein möglicher Regimewechsel in Venezuela und eine spätere Aufhebung der Sanktionen jedoch zusätzliches Ölangebot freisetzen und damit eher preisdämpfend wirken. Trader müssen damit rechnen, dass geopolitische Schlagzeilen aus der Region vorerst ein wichtiger Volatilitätstreiber für Energieaktien und Rohöl bleiben.

                KURZNEWS

                • Nvidia (NVDA): Die Aktie verliert im US-Handel rund -3,39% auf etwa $177,55, nachdem Berichte über überzogene Erwartungen an KI-Ausgaben und Zweifel an der Durchsetzbarkeit von US-Exportkontrollen erneut für Unsicherheit sorgen; zudem steht Nvidia im Fokus von Vorwürfen, dass verbotene Blackwell-Chips über Umwege in China landen.
                • Microsoft (MSFT): Der Konzern will in Indien binnen vier Jahren mehr als $17 Milliarden in KI und Cloud investieren und gleichzeitig 20 Millionen Menschen im Land mit KI-Skills qualifizieren; an der Börse steht die Aktie zuletzt dennoch unter Druck, nachdem Berichte über schwächere Verkäufe von KI-Produkten wie Azure Foundry und Copilot auftauchten, die Microsoft jedoch bestreitet.
                • Meta Platforms (META): Die Aktie notiert aktuell bei rund $648,13 leicht im Minus mit -0,31%, nachdem bekannt wurde, dass Meta seine KI-Strategie stärker auf Modelle ausrichten will, die sich besser monetarisieren lassen und Kunden klarere Anwendungsfälle bieten – ein Schritt hin zu mehr Effizienz nach dem teuren Aufbau der Infrastruktur.
                • ASML (ASML): Der CEO des Chipanlagenbauers verteidigt die global gewaltigen KI-Investitionen und betont, dass Hyperscaler ohne massiven Kapitaleinsatz im KI-Wettrüsten zurückfallen würden; ASML bleibt damit als Ausrüster für Kunden wie Nvidia, Apple und TSMC ein zentraler Profiteur der KI-Infrastrukturwelle.
                • Volkswagen (VOW3): Die EU erwägt eine bis zu fünfjährige Verschiebung des Verbrenner-Verbots, wovon klassische Autohersteller wie VW profitieren; zusätzlich prüft Volkswagen, in Europa und den USA Elektrofahrzeuge mit Range-Extender-Technologie anzubieten, um Reichweitenangst zu reduzieren und neue Kundengruppen zu erschließen.
                • American Airlines (AAL): CEO Robert Isom erwartet ein starkes erstes Quartal 2026 und spricht von robusten Buchungen für die bevorstehende Weihnachts- und Neujahrssaison; American will vor allem internationale Strecken und Premium-Angebote ausbauen, sieht sich aber weiter abhängig von pünktlichen Flugzeuglieferungen durch Boeing und Airbus.
                • United Airlines (UAL): Die Airline verweist auf ihre im Branchenschnitt jüngste Flotte, die durch Investitionen von über $30 Milliarden zwischen 2014 und 2020 aufgebaut wurde; United will das Angebot an Lie-Flat- und Premium-Sitzen in den kommenden Jahren deutlich ausweiten und setzt damit auf zahlungskräftige Geschäfts- und Privatreisende.
                • Netflix (NFLX): Die Aktie zählt vorbörslich zu den wenigen Tech-Gewinnern, während der Streamingriese Interesse an einer Übernahme von Warner Bros. Discovery zeigt; Netflix plant laut Berichten, im Fall eines Deals die Kabelkanäle abzuspalten und so das Kerngeschäft im Streaming zu stärken.
                • Paramount Global (PARA): Paramount versucht, Warner Bros. Discovery für $30 je Aktie komplett zu übernehmen und damit einen Medien-Giganten mit gebündelter Content-Power zu schaffen; politische Risiken bleiben, da Präsident Trump Deals kritisch sieht, die nicht mit einem Verkauf von CNN einhergehen.
                • PDD Holdings (PDD): Die Aktie des Temu-Eigners verliert im vorbörslichen Handel etwa -1,6% bis -2,2%, nachdem Berichte über Handgreiflichkeiten zwischen chinesischen Regulierern und Mitarbeitern im Zuge einer Untersuchung mutmaßlich betrügerischer Lieferungen publik wurden; der Vorfall schürt Sorgen vor verschärfter Aufsicht im chinesischen E-Commerce-Sektor.
                • Gemini (Krypto-Börse): Die von den Winklevoss-Brüdern geführte Plattform erhält von der CFTC eine Lizenz zum Start einer Derivatebörse für Vorhersagemärkte in den USA; die Aktie springt im vorbörslichen Handel um mehr als +14% bis +16% nach oben und signalisiert die wachsende Bedeutung regulierter Kryptoangebote.
                • Eli Lilly (LLY): Die Aktie gewinnt fast +2%, nachdem eine Studie zum neuen Adipositas-Medikament gezeigt hat, dass Patienten im Schnitt fast ein Viertel ihres Körpergewichts verlieren und gleichzeitig ihre Knieschmerzen deutlich reduzieren; einige Probanden nahmen so stark ab, dass sie die Studie vorzeitig beendeten.
                • Coca-Cola (KO): Der Getränkekonzern vollzieht einen Führungswechsel und befördert COO Henrique Braun zum neuen CEO, der den bisherigen Chef James Quincey Ende März ablösen wird; Quincey hinterlässt nach fast neun Jahren eine Aktie, die in seiner Amtszeit über +60% zugelegt hat, und wechselt in die Rolle des Executive Chairman.

                KALENDER Firmen & Unternehmen

                UNTERNEHMENSKALENDER

                Auf Unternehmensseite richten sich die Blicke heute vor allem auf die anstehenden Zahlen von Broadcom, die nach US-Börsenschluss gemeldet werden und als entscheidender Stimmungstest für den gesamten KI-Infrastruktur-Komplex gelten. Ebenfalls auf der Agenda stehen Quartalsupdates von Costco und Lululemon, die wichtige Hinweise darauf liefern, wie solide der US-Konsument in einem Umfeld sinkender Zinsen, aber zunehmender Konjunktursorgen bleibt. In Deutschland rücken die Jahreszahlen von Carl Zeiss Meditec sowie die Quartalszahlen der Siena Corporation in den Blick, die Impulse für den Medtech- und Technologiebereich des DAX-Umfelds liefern können. Zusätzlich veranstalten europäische Finanzwerte wie BNP Paribas und Schneider Electric Capital Markets Days, auf denen Strategien und Mittelfristziele erläutert werden – ein wichtiger Gradmesser für Bewertungsfantasie und Kapitalallokation. Insgesamt ist der Unternehmenskalender damit gut gefüllt und verspricht, nach dem Fed- und Oracle-Schock neue Akzente für Sektorrotation und Stock Picking zu setzen.

                MAKRODATEN

                Makroseitig wirkt die gestrige Fed-Entscheidung mit der Zinssenkung um 25 Basispunkte und dem Start von monatlichen T-Bill-Käufen über $40 Milliarden weiterhin nach, da Investoren die Implikationen für Liquidität, Inflation und Wachstum einpreisen. Der aktualisierte Dot-Plot mit nur einer weiteren Zinssenkung im kommenden Jahr sowie die gespaltene FOMC-Abstimmung (drei Gegenstimmen) sorgen für anhaltende Diskussionen über den weiteren geldpolitischen Kurs. In Europa wartet der Markt auf die neue Winterprognose des ifo-Instituts, die Klarheit bringen soll, ob das schuldenfinanzierte 500-Milliarden-Euro-Programm der Bundesregierung mehr als ein kurzfristiger Stimulus ist. Geopolitische Entwicklungen – insbesondere der Ukraine-Krieg mit einem neuen 20-Punkte-Friedensplan und die Debatte über die Nutzung eingefrorener russischer Vermögenswerte – bleiben ebenso im Fokus wie die jüngste Eskalation zwischen den USA und Venezuela durch die Beschlagnahmung eines Öltankers. Hinzu kommen handelspolitische Signale wie neue mexikanische Zölle von bis zu 50% auf asiatische Importe, die die Dynamik der globalen Lieferketten und das Narrativ einer „stillen Entkoppelung“ weiter anheizen.

                IM BLICKPUNKT

                Im Blickpunkt steht heute der Machtkampf um die Medien- und Streaminglandschaft: Warner Bros. Discovery ist zum Übernahmeziel gleich mehrerer Schwergewichte geworden, während Netflix eine Abspaltung der Kabelkanäle plant und Paramount ein Barangebot von $30 je Aktie auf den Tisch legt. Die politische Dimension verschärft die Unsicherheit: Präsident Trump signalisiert, dass er Deals skeptisch gegenübersteht, die nicht mit einem Eigentümerwechsel bei CNN einhergehen – ein ungewöhnlicher Eingriff, der M&A-Risiken in der Branche erhöht. Parallel dazu gewinnt das Thema Space-Ökonomie an Fahrt: SpaceX arbeitet laut Berichten an einem IPO für 2026 mit einer möglichen Bewertung von bis zu $1,5 Billionen, getragen vom rasanten Wachstum des Starlink-Geschäfts und den Fortschritten bei der Starship-Rakete. Für Anleger eröffnen sich damit zwei große strukturelle Investmentthemen – Streaming-Konsolidierung und Raumfahrt/Kommunikation –, die langfristig erhebliches Kurspotenzial, aber auch regulatorische und politische Fallstricke bergen.