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NVIDIA im Polit-Schock: Fed-Zinswende treibt Coinbase & Siemens Energy

KURZ & KNAPP

NVIDIA steht mit einem Lobby-Erfolg in Washington im Mittelpunkt, nachdem geplante Exportbeschränkungen für KI-Chips nach China überraschend entschärft wurden. Das beflügelt kurzfristig die Fantasie der Anleger, während Konkurrenz aus China wie Cambricon den Wettbewerb verschärft. Parallel schüren schwächere ADP-Daten und ein abkühlender US-Arbeitsmarkt die Wetten auf eine schnelle Fed-Zinssenkung. Der Markt preist die Zinswende zunehmend ein, was Risikoappetit und Nervosität zugleich anheizt.

Im Tech- und Krypto-Sektor rücken Coinbase, Robinhood und Bitcoin in den Fokus, da die abnehmende Volatilität und neue institutionelle Zugänge frische Investmentchancen signalisieren. Energiewerte wie Siemens Energy und Schneider Electric profitieren von positiven Analystenkommentaren und Sektorrotationen. Dagegen muss Aurubis nach einem rückläufigen operativen Ergebnis um neues Anlegervertrauen kämpfen.

In Deutschland ringt der DAX mit der Marke um 23.800 Punkte, während Titel wie Infineon, Puma und SAP von Gerüchten, Ratings und Rebound-Fantasien getrieben werden. In Europa sorgen Deutsche Börse und Partner Kraken mit einer Krypto-Kooperation für Schlagzeilen. Makroseitig stehen heute neben den US-Arbeitsmarktdaten die Einzelhandelsumsätze der Eurozone im Mittelpunkt und liefern wichtigen Kontext für EZB– und Fed-Erwartungen.

AUSBLICK US-Märkte

Deutschland & Europa

Der DAX zeigt sich aktuell in einer unsicheren Verfassung: Nach jüngsten Rücksetzern kämpft der Leitindex darum, die Marke um 23.800 Punkte zu überwinden. Marktteilnehmer bleiben vorsichtig, während Diskussionen um Wirtschaftspolitik und Zinsentwicklung die Stimmung prägen. Europas Anleger richten zugleich den Blick auf geopolitische Signale aus Peking und die anstehenden Konjunkturdaten.

Siemens Energy:
Analystenmeldungen haben die Aktie zuletzt ins Rampenlicht gerückt; JP Morgan hat die Bewertung von neutral auf overweight angehoben und Siemens Energy auf die Analysten-Focus-Liste gesetzt. Das stärkt die Aufmerksamkeit auf den Energiewert.
Infineon:
Bei Infineon sorgte eine Patentmeldung für Schlagzeilen, die Marktkommentatoren allerdings als Non-Event einstuften; die Aktie zeigte sich dennoch weiterhin sehr stark. Technisch wird Infineon von Beobachtern auf die Watchlist gesetzt, falls wichtige Widerstände überwunden werden.
Puma:
Übernahmegerüchte um Puma aus Asien halten sich hartnäckig und liefern der Aktie laufend Anlass zu Spekulationen. Die Diskussion um mögliche Käufer aus China bleibt ein Treiber für Volatilität.
SAP:
SAP gilt weiter als ein gewichtiger Wert mit Rebound-Potenzial; Marktkommentare sehen die Aktie an einem charttechnischen Umkehrpunkt. Analysten und Trader behalten SAP im Blick, da positive Impulse aus dem US-Softwaresektor helfen könnten.

In Europa steigen die Futures moderat, der Stoxx 600 zeigt leichte Gewinne und Deutschland führt die Sitzung zuletzt an. Im Vormittagsverlauf dominieren zwei Themen: der Staatsbesuch von Präsident Macron in China, der Signale zur Vertiefung wirtschaftlicher Beziehungen senden kann, und der Blick auf heutige Konjunkturtermine wie die Einzelhandelsumsätze in der Eurozone.

US-Ausblick

Die US-Futures präsentieren sich uneinheitlich: S&P- und Nasdaq-Futures pendeln mit leichten Ausschlägen, während der Markt die jüngsten Arbeitsmarktdaten verarbeitet. Schwächere ADP- und private Lohn- und Gehaltsdaten haben die Wahrscheinlichkeiten für eine Fed-Zinssenkung in der nächsten Woche nochmals steigen lassen. Anleger wägen daher zwischen Risikoappetit bei Small Caps und Vorsicht bei hoch bewerteten Tech-Titeln ab.

Coinbase & Bitcoin:
Coinbase legte zuletzt spürbar zu und profitiert von der anziehenden Krypto-Stimmung rund um Bitcoin, während institutionelle Nachfrage und Produkteinführungen den Sektor stützen. Coinbase wird wegen seiner Rolle als Verwahrer und Brücke zu institutionellem Kapital besonders beobachtet.
Robinhood:
Robinhood profitiert, wenn Bitcoin wieder anzieht; Kursbewegungen bei Krypto ziehen Brokerwerte mit nach oben. Beobachter heben hervor, dass die Rückschläge jüngst moderat waren und die Aktie seit Jahresbeginn deutlich gestiegen ist.
NVIDIA:
NVIDIA steht erneut im Fokus wegen politischer Gespräche über Chipexporte nach China; eine überraschende Lobby-Erfolgsmeldung sorgte für erhöhte Aufmerksamkeit an den US-Märkten.

DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

NVIDIA ringt um Markt und Politik: Lobbyerfolg, China-Frage und wachsende Konkurrenz

NVIDIA ist heute das beherrschende Thema an den Märkten: Vorbörslich sorgten Berichte über Treffen von CEO Jensen Huang auf dem Capitol Hill und mit Präsident Trump für Schlagzeilen, nachdem Gesetzgeber eine Restriktion zu Verkäufen fortschrittlicher KI‑Chips nach China aus wichtigen Verteidigungsgesetzen gestrichen haben sollen. Marktteilnehmer sehen darin einen kurzfristigen politischen Entlastungsfaktor, der den regulären Handel stützen kann; Investoren werten die Nachricht als Abmilderung regulatorischer Risiken für NVIDIA. Gleichzeitig bleibt Vize‑Diskussionsstoff, ob eine Lockerung der Exportregeln den Verkauf von H200‑ähnlichen Chips nach China erleichtern könnte — das Thema bestimmt die Handelsagenda und generiert Volatilität in Technologie- und Halbleiterpapieren.

Auf der Entwicklungsebene wächst jedoch die technische Gegenwehr: In China strebt der lokale Anbieter Cambricon an, die Produktion 2026 zu verdreifachen und Marktanteile zu holen, was die strategische Bedeutung der Chip-Exporte noch schärfer in den Fokus rückt. Anleger müssen abwägen: Einerseits mildert die politische Entspannung unmittelbare Restrisiken, andererseits verschärft der Wettbewerb aus China sowie die Debatte um Energiestrukturen für Rechenzentren die längerfristigen Unsicherheiten. Für Trader ist das heute besonders wichtig, weil die Nachricht vorbörslich die Stimmung drehte und im regulären Handel zu starken Sektorrotationen führen kann; das kann die Kursdynamik bei NVIDIA, Zulieferern und Konkurrenznamen wie Fanuc beeinflussen. Ausblick: Bleibt die politische Entspannung bestehen, könnte dies den Weg für weitere Rallyephasen ebnen; gleichzeitig ist die Entwicklung bei Cambricon und die Energiefrage für Datacenter ein Grund, die Positionen aktiv zu managen.

Fed‑Spekulationen befeuern Märkte: ADP schwächer, Zinssenkung eingepreist

Die Märkte preisen aktuell eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine nahe Zinssenkung der Fed ein, nachdem private Daten wie die ADP‑Beschäftigtenzahlen eine merkliche Schwäche zeigten. Swap‑Märkte sehen eine fast sichere Senkung in der nächsten Woche, was kurzfristig Risikoaktiva stützt und Small Caps begünstigt; der Russell 2000 reagierte zuletzt mit einem starken Anstieg. Analysten wie Joyce Chang von J.P. Morgan erwarten weitere Zinsschritte in den kommenden Monaten, was die Diskussion über den Zyklus und die Dauer der geldpolitischen Lockerung intensiviert.

Für Anleger bedeutet das: Eine nahende Lockerung erhöht die Chance auf Re‑Risking, gleichzeitig bleibt die Unsicherheit über Timing und Ausmaß groß. Gerade hoch bewertete Technologiewerte stehen deshalb unter Druck, während defensive und zyklische Sektoren selektiv profitieren könnten. Die Fed‑Thematik bleibt somit der zentrale Makrotreiber für die verbleibende Handelswoche.

Krypto- und Börsenbrücke: Deutsche Börse kooperiert mit Kraken, Bitcoin‑Volatilität sinkt

Die Verbindung zwischen traditionellen Börsen und dem Krypto‑Kosmos gewinnt an Substanz: Deutsche Börse hat eine strategische Partnerschaft mit der US‑Kryptobörse Kraken angekündigt, um institutionellen Zugang zu regulierten Krypto‑Produkten zu verbessern. Das Bündnis zielt darauf ab, Spot‑Trading, tokenisierte Märkte und Derivate leichter zugänglich zu machen und könnte insbesondere institutionelle Verwahrer und Vermögensverwalter ansprechen.

Parallel dazu zeigt die technische Analyse bei Bitcoin eine Beruhigung: Die 30‑Tage‑implizite Volatilität ist laut Analysten deutlich gesunken, was auf eine Abschwächung der Panik und eine mögliche Volatilitätskompression hindeutet. Für Händler ist das relevant, weil geringere Volatilität die Konditionen für strukturierte Produkte und Verwahrungsangebote verbessert; Anbieter wie Coinbase bleiben dabei als Brückenbauer zwischen traditionellen Investoren und Krypto im Blick. Insgesamt macht die Kombination aus institutionellen Zugangsangeboten und stabilerer Volatilität Krypto‑Assets wieder adressierbarer für größere Investmentvehikel.

J.P. Morgan hebt Energiewerte: Siemens Energy und Schneider Electric im Blick

Siemens Energy erhielt jüngst ein positives Echo aus der Analysewelt: JP Morgan hat die Bewertung auf overweight gesetzt und den Titel in die Fokusliste aufgenommen, was die Nachfrage nach dem Wert stützt. Marktteilnehmer sehen in der Aufwertung eine Bestätigung der Relevanz von Energiewerten im aktuellen Marktumfeld.

Parallel hat auch Schneider Electric Analystenaufmerksamkeit erhalten; JP Morgan stuft den Titel ebenfalls hoch ein. Solche Analystenaktionen können kurzfristig Bewegungen auslösen und zeigen, wie wichtig Sektorrotationen in einem von Zentralbank‑Talks geprägten Markt sind.

Aurubis: Geschäftsjahr mit rückläufigem operativem Ergebnis

Aurubis hat für das abgelaufene Geschäftsjahr ein gebrochenes Ergebnis gemeldet: Das operative Ergebnis ging um knapp 60 Millionen Euro zurück, das EBITDA verringerte sich von 622 auf 589 Millionen Euro. Die Zahlen dokumentieren operative Belastungen im abgelaufenen Jahr und werden von Investoren als Signal für Vorsicht interpretiert. Für Aktionäre bedeutet das, dass Aurubis in den kommenden Quartalen genau beobachtet wird, ob sich Margen und Nachfrage stabilisieren.

KURZNEWS

  • NVDA – NVIDIA: Lobbyerfolge und Treffen von CEO Jensen Huang auf dem Capitol Hill sorgten für Entlastung, nachdem ein Vorschlag zu Exportbeschränkungen nach China nicht in Verteidigungsgesetze aufgenommen wurde.
  • Coinbase: Coinbase legte zuletzt deutlich zu und profitiert von steigender institutioneller Aufmerksamkeit und dem anziehenden Kryptomarkt.
  • Robinhood: Brokerwerte wie Robinhood reagieren tendenziell positiv, wenn Bitcoin anzieht; die Aktie zeigte sich in den vergangenen Wochen widerstandsfähig.
  • MSTR – MicroStrategy: MicroStrategy bleibt ein Name, der wegen seiner großen Bitcoin‑Bestände besondere Aufmerksamkeit auf sich zieht und als Hebel auf Bitcoin‑Bewegungen gilt.
  • CRM – Salesforce: Salesforce lieferte einen stärkeren Umsatz‑Ausblick und meldete eine rasche Kundenadoption seiner KI‑Tools, was die Aktie stützt.
  • SNOW – Snowflake: Snowflake geriet nach einem unter den Erwartungen liegenden Margenausblick unter Druck und verlor vorbörslich deutlich an Wert.
  • COST – Costco: Costco meldete enttäuschende vergleichbare Umsätze für November, was kurzfristig zu Kursdruck führte.
  • DG – Dollar General: Dollar General überraschte positiv mit Quartalszahlen und einer verbesserten Umsatzprognose, die den Kurs vorbörslich stützte.
  • Aurubis: Aurubis berichtete über ein gebrochenes Geschäftsjahr; das operative Ergebnis sank um knapp 60 Mio. Euro, EBITDA von 622 auf 589 Mio. Euro.
  • Siemens Energy: JP Morgan hob die Einschätzung an und setzte Siemens Energy auf die Analysten‑Focus‑Liste, was das Interesse an dem Energietitel erhöht.
  • Infineon: Eine Patentmeldung galt als Non‑Event, dennoch bleibt die Aktie stark gehandelt und steht auf vielen Watchlists.
  • Puma: Übernahmegerüchte aus Asien halten an und sorgen für anhaltende Spekulationen um den Sportartikelhersteller.
  • SAP: SAP wird als potenzieller Profiteur positiver Impulse aus dem US‑Softwaresektor gesehen und gilt bei vielen Marktteilnehmern als Reboundkandidat.
  • Deutsche Börse & Kraken: Die strategische Partnerschaft zielt auf besseren institutionellen Zugang zu regulierten Krypto‑Produkten und tokenisierten Märkten.
  • Cambricon: Der chinesische KI‑Chipproduzent plant eine Ausweitung der Produktion und gilt als ambitionierter Wettbewerber für NVIDIA in China.

KALENDER Firmen & Unternehmen

Quartalszahlen

DatumUnternehmenEventDetails
Heute, nach Börsenschluss (MEZ)Rubrik; DocuSign; SentinelOne; Samsara; ChargePoint; Ulta Beauty; Hewlett Packard Enterprise; CooperCompanies; Argan, Inc.Unternehmens‑Reports (verschiedene)Heute nach Börsenschluss: Rubrik, DocuSign, SentinelOne, Samsara, ChargePoint, Ulta Beauty, Hewlett Packard Enterprise, CooperCompanies, Argan, Inc.
Heute, vor Marktöffnung (MEZ)Dollar GeneralDollar General – QuartalsberichtVor Marktöffnung (Bericht vor Handelsstart laut Pool‑Angaben).
Heute, nach Börsenschluss (MEZ)Ulta BeautyUlta Beauty – QuartalsberichtNach Börsenschluss in den USA ausgewiesen.

Makrodaten

DatumRegionEventDetails
Heute (MEZ)USAUS Initial Jobless ClaimsErwartung: rund 220.000; in einer Veröffentlichung lagen die Zahlen bei 191.000 (ADP/Jobless‑Bericht wurde als schwächer interpretiert).
Heute (MEZ)USAADP‑BeschäftigungsdatenADP‑Daten zeigten einen Rückgang bei den privaten Stellen – das schwächste Ergebnis für November seit 2023 und ein treibender Faktor für Zinssenkungswetten.
Heute (MEZ)EurozoneEinzelhandelsumsätze Eurozone (Jahresvergleich)Erwartung laut Pool: Verbesserung um etwa 1,5 % im Jahresvergleich; wichtig für EZB‑Einschätzung.

IM BLICKPUNKT

  • Fed‑Risiko und Zinswende: Die ADP‑Schwäche und private Lohn/Gehaltsdaten haben die Märkte überzeugt, dass eine Fed‑Zinssenkung wahrscheinlich ist – das bleibt der zentrale Makrotreiber.
  • NVIDIA und der Chipexport nach China: Der apparent erfolgreiche Lobbyeinsatz und die Diskussionen um Exportregeln sind für die gesamte Halbleiterbranche und die KI‑Bewertungsschere entscheidend.
  • Institutioneller Brückenschlag zu Krypto: Die Partnerschaft zwischen Deutsche Börse und Kraken sowie die rückläufige implizite Volatilität bei Bitcoin machen Krypto‑Zugänge für Institutionen relevanter.

NVIDIA-Schock im KI-Boom: Marktanalyse mit Oracle & Deutsche Börse

KURZ & KNAPP

NVIDIA bleibt der Brennpunkt des KI-Booms, doch Meme-Krieg, Konkurrenzdruck und nervöse Anleger sorgen für spürbare Volatilität. Im Fokus steht, wie stark die KI-Zulieferkette um TSMC, Samsung und SK Hynix tatsächlich vom GPU-Hunger profitiert. Parallel treiben Marktgerüchte zu Strategiedeals und Großkundengeschäften die Kursfantasie, aber auch die Angst vor einem Stimmungsumschwung. Im DAX prägen heute vor allem Deutsche Börse, Delivery Hero und Wacker Chemie die Schlagzeilen – zwischen Übernahmefantasie, Großaktionärsdruck und hartem Sparprogramm.

Der Ausfall an der CME hat den Futures-Handel zeitweise ausgebremst und Spreads in Rohstoff- und Zinsmärkten verzerrt. Gleichzeitig mischen SanDisk mit einem starken S&P‑500‑Debüt und Oracle mit Schulden­sorgen den US-Tech-Sektor auf. Steigende Zinssenkungswetten gegenüber der Fed lösen zudem eine Marktrotation weg von Big Tech hin zu Value- und Nebenwerten aus.

In Europa behauptet sich der DAX trotz Schwäche bei Schwergewichten wie SAP, während Siemens an einem wichtigen charttechnischen Widerstand ringt. Der Euro reagiert auf französische und spanische Inflationsdaten, die die Erwartungen an die EZB und die Renditen europäischer Staatsanleihen beeinflussen. Für die kommenden Tage richten Anleger den Blick auf die US‑CPI-Daten, das OPEC+‑Treffen sowie die entscheidende Fed‑Sitzung im Dezember.

AUSBLICK US-Märkte

Deutschland & Europa

Der DAX startete nach einem leichten Plus vom Vortag erneut stabil in den Handel: Gestern schloss der Index mit +0,18% und weist auf Wochensicht bereits ein Plus von rund 3% auf, vorbörslich werden erneut moderate Gewinne erwartet. Die Stimmung bleibt jedoch fragil, da Schwergewichte wie SAP weiter unter Druck stehen und damit den Index dämpfen. Anleger achten zudem auf makroökonomische Impulse aus dem Euroraum, die die Richtung vorgeben können.

Bei Einzelwerten dominieren heute mehrere Unternehmensgeschichten: Deutsche Börse (DB1.DE) hat ein unverbindliches Übernahmeangebot für die europäische Fondsplattform All Funds vorgelegt; Beobachter sehen darin einen strategischen Schritt zur Plattformkonsolidierung.
Delivery Hero (DHER.DE) steht unter Druck von Großaktionären, die strukturelle Maßnahmen und Konzernstraffungen fordern; diese Unstimmigkeiten beflügeln kurzfristig die Aktie.
Wacker Chemie (WCH.DE) fährt ein Sparprogramm hoch und plant Einsparungen von 300 Mio. Euro jährlich sowie den Abbau von rund 1.500 Stellen weltweit, was die Aktie belastet.
Bechtle (BC8.DE) meldete Rahmenverträge mit kommunalen Trägern in Deutschland mit einem Volumen von 501 Mio. Euro im ersten Jahr und einer dreimaligen Optionskomponente, was der Aktie Rückenwind verlieh.
Siemens (SIE.DE) notiert aktuell an einem maßgeblichen charttechnischen Widerstand bei rund 229 Euro; die Quartalsdaten werden zwar gelobt, doch der Kurs hakt an dieser Marke.

In Europa sorgen heute Vormittag vor allem Inflationsdaten für Bewegung: Der Euro steht bei etwa 1,16 USD und reagiert auf stabile französische Inflationszahlen und überraschend kräftige spanische Verbraucherpreise, während Anleger die Renditen wichtiger Staatsanleihen – etwa die 10-jährige Gilt – im Blick behalten. Zusätzliche Volatilität bringt der anstehende OPEC+-Termin am Wochenende, bei dem Produktionsfragen diskutiert werden, und stellt einen weiteren kurzfristigen Fokus für Rohstoffmärkte dar. Zudem haben technische Probleme an der CME in den frühen Stunden den Handel mit Futures beeinflusst, woraufhin Händler kurzfristig vorsichtiger agieren.

US-Ausblick

Die US-Futures haben sich heute Morgen als fragil erwiesen: Ein Ausfall bei der Chicago Mercantile Exchange sorgte zunächst für Unterbrechungen im Handel mit Futures und Optionen, bevor Teile des Handels schrittweise wiederhergestellt wurden. Auf dem verkürzten Black-Friday-Handel lastet daher eine gewisse Zurückhaltung, Anleger warten auf die Wiederaufnahme und auf maßgebliche US-Daten später am Tag. Insgesamt bleibt die Richtung abhängig von Nachrichtenlage und technischen Wiederanläufen in den elektronischen Märkten.

NVIDIA (NVDA): Im Zentrum des Marktinteresses steht weiter die Debatte um NVIDIA und die Rolle der Firma als „Schaufelverkäufer“ des KI-Booms; die Reaktionen reichten vorbörslich bis in den regulären Handel hinein und treiben kurzfristig Volatilität. GPUs und die Nachfrage nach KI-Infrastruktur bleiben für viele Anleger der entscheidende Treiber.
Oracle (ORCL): Oracle geriet unter Druck, nachdem Analysten von Morgan Stanley vor erhöhten Risiken bei der Unternehmensverschuldung warnten; die Meldung drückte die Stimmung in Teilen der IT-Branche und beeinflusste den Sektorhandel. Anleger beobachten nun, ob das Management beruhigende Kommentare liefert.
SanDisk (SNDK): Für SanDisk war der erste Handelstag am S&P 500 positiv – fast 6% Anstieg wurde berichtet – was Interesse an Speicher- und Halbleiter-Namen unterstreicht. Marktteilnehmer sehen darin auch Hinweise auf mögliche Investorenumschichtungen innerhalb der Halbleiterwerte.

DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

Nvidia im Zentrum des KI-Rummels: Konkurrenz, Meme-Krieg und Zulieferketten im Fokus

NVIDIA steht weiterhin im Zentrum der Debatte um den KI-Boom und dominierte die Marktgespräche bereits vorbörslich. Das Unternehmen wird häufig als ‚Schaufelverkäufer‘ des aktuellen Hypes bezeichnet, weil seine GPUs entscheidend für KI-Infrastrukturen sind, und Anleger verfolgen jede Nachricht zu Großdeals und Partnerschaften. Reaktionen auf Abkommen zwischen großen Plattformen führten jüngst zu spürbarer Nervosität an den Märkten; ein Teil der Anleger reagierte panisch auf Signale, dass Geschäftsmodelle sich verschieben könnten. Gleichzeitig treiben Meme-artige Darstellungen des Konkurrenzkampfs – etwa zwischen NVIDIA und Google/Alphabet – die Medienaufmerksamkeit und kurzfristige Volatilität weiter an. Vorbörsliche Schwankungen setzten sich in den regulären Handel fort, da Investoren die Einordnung der strategischen Position von NVIDIA im KI-Ökosystem suchten.

Für Anleger ist heute entscheidend, wie die Marktteilnehmer die Folgen für die Zulieferkette bewerten: Hersteller von Hochbandbreitenspeicher wie Samsung Electronics und SK Hynix sowie Fertiger wie TSMC werden als direkte Profiteure eines dauerhaft hohen GPU-Bedarfs gesehen. TSMC-Ergebnisse gelten dabei oft als unparteiisches Barometer für die tatsächliche Chipnachfrage unter dem Hype, sodass Marktreaktionen auf Produktions- und Margendaten der Zulieferer unmittelbar Rückschlüsse auf NVIDIA zulassen. Kurzfristig bleibt die Story volatil, langfristig sehen viele Investoren die strukturelle Nachfrage nach Rechenzentrums-Infrastruktur als zentralen Treiber. Deshalb ist die Entwicklung rund um NVIDIA heute für Anleger besonders wichtig: Sie kombiniert unmittelbare Kurswirkung mit Indikatoren für die Breite des KI-Booms, die sektorspezifische Allokationen beeinflussen dürften.

Deutsche Konzernnachrichten prägen DAX: Übernahmeangebot, Großaktionärsdruck und Sparprogramme

Die deutsche Unternehmenslandschaft bleibt am heutigen Handelstag von strategischen Entscheidungen und Aktivismus geprägt. Die Deutsche Börse (DB1.DE) legte ein unverbindliches Übernahmeangebot für die Fondsplattform All Funds vor, womit sie ihre Plattformstrategie weiter vorantreibt und den europäischen Fondsmarkt konsolidieren möchte. Solche Transaktionen können langfristig Gebührenströme stabilisieren und damit das Geschäftsprofil der Börse verändern.

Parallel erhöhen Großaktionäre den Druck auf Delivery Hero (DHER.DE), die Struktur zu straffen und unprofitablere Einheiten zu prüfen; diese Diskussion belebte die Aktie kurzfristig und bleibt ein wichtiges Thema für Trader. Bei Wacker Chemie (WCH.DE) ist ein umfangreiches Sparprogramm gestartet: Geplant sind Einsparungen von rund 300 Mio. Euro jährlich und der Abbau von etwa 1.500 Stellen weltweit, was das Risiko- und Sentimentprofil der Aktie deutlich verändert. Insgesamt zeigen diese Fälle, wie Aktivismus, Plattformtransaktionen und Restrukturierungen die DAX-Performance heute stark beeinflussen können, weil sie direkte Auswirkungen auf Gewinnrobustheit und Kapitalallokation haben.

CME-Ausfall stört Futures-Handel – Folgen für Rohstoffe und Spotmärkte

Ein technischer Ausfall bei der CME stoppte heute zeitweilig den Live-Handel von Futures und Optionen und betraf zahlreiche Kontrakte, darunter US-Rohölkontrakte und Aktienfutures. Ursache war offenbar ein Kühlungsproblem in einem Rechenzentrum, das zu kurzzeitigen Handelsunterbrechungen führte und den Handel mit Rohstofffutures massiv einschränkte. In der Folge meldeten Händler ungewöhnliche Preisbewegungen und weite Spreads in den Kassamärkten, etwa bei Gold und Silber, wo Spotkurse teils mit absurden Spreads handelten.

Die Störung sorgte für spürbare Unsicherheit am verkürzten Black-Friday-Handelstag: Viele Marktteilnehmer verhielten sich vorsichtig, Liquidität war reduziert, und Arbitrage-Möglichkeiten konnten nur eingeschränkt genutzt werden. Die CME arbeitete an einer Wiederherstellung des Betriebs, und Teile des Handels wurden schrittweise wiederaufgenommen, doch die Marktstruktur bleibt fragil, bis volle Normalität herrscht. Für Trader ist vor allem die erhöhte technische Risiko- und Spread-Exposition relevant, weil sie kurzfristige Handelskonzepte und Preisentdeckungsprozesse stört.

Fed‑Erwartungen und Marktrotation: Zinssenkungswetten treiben Umschichtungen

Die Märkte preisen zunehmend eine Zinssenkung durch die Fed im Dezember ein, die Wahrscheinlichkeit einer Senkung wird in den Diskursen als deutlich gestiegen beschrieben. Diese Erwartung hat bereits zu einer spürbaren Marktrotation geführt: Kapital fließt tendenziell aus den großen Tech-Names in Value- und Nebenwerte. Für Anleger ist das relevant, weil Zinserwartungen die Bewertung verschuldeter Unternehmen verändern und Branchen mit hohem Barwertsensitivitätsprofil anfälliger machen.

SanDisk‑Debüt am S&P 500 als Stimmungsindikator für Speicherwerte

SanDisk (SNDK) verzeichnete am ersten Handelstag nach der Aufnahme in den S&P 500 einen starken Anstieg von fast 6%, was Interesse an Speicher- und Halbleiteraktien signalisierte. Dieser Starttag wird von Marktteilnehmern als Hinweis gewertet, dass Anleger selektiv in Infrastruktur- und Speicherwerte umschichten. Für Trader ist das ein kurzfristiges Momentum-Signal, für langfristig orientierte Anleger bleibt die Frage nach nachhaltigen Margen und der Bedeutung staatlicher Chipstrategien relevant.

KURZNEWS

  • Nvidia (NVDA): Weiter im Fokus des Marktes als zentraler Profiteur des KI-Booms; Diskussionen um Konkurrenz zu Google/Alphabet und Marktreaktionen auf strategische Abkommen sorgen für Volatilität.
  • Oracle (ORCL): Aktie unter Druck nach Hinweisen von Morgan Stanley auf einen Risikoindikator für Unternehmensverschuldung; Analysten warnen, dass sich das Risiko mittelfristig verschlechtern könnte.
  • SanDisk (SNDK): Erster Handelstag im S&P 500 mit einem Anstieg von fast 6% und damit positives Debüt; Markterfolg unterstreicht kurzfristiges Interesse an Speicherwerten.
  • Deutsche Börse (DB1.DE): Legte ein unverbindliches Übernahmeangebot für die Fondsplattform All Funds vor (8,80 Euro je Aktie); strategische Konsolidierungsabsichten stehen im Vordergrund.
  • Delivery Hero (DHER.DE): Großaktionäre fordern strukturelle Maßnahmen und Veräußerungen unprofitabler Einheiten, was kurzfristig die Aktie beflügelt, aber Unsicherheit erzeugt.
  • Wacker Chemie (WCH.DE): Startet ein Sparprogramm mit Ziel, 300 Mio. Euro jährlich einzusparen; geplant ist zudem der Abbau von rund 1.500 Stellen weltweit, was das Risiko-Profil verändert.
  • Rheinmetall (RHM.DE): Kurzfristig belastet von Friedensgesprächen, langfristig aber weiter als Profiteur möglicher Verteidigungsausgaben gesehen; Verhandlungen mit Volkswagen über das Werk Osnabrück liegen derzeit nicht vor.
  • Volkswagen (VOW3.DE): Diskussionen um das Werk Osnabrück und mögliche Schließung Ende 2027 halten an; Gespräche mit Rheinmetall wurden in der Berichterstattung als nicht aktiv beschrieben.
  • Evonik (EVK.DE): JP Morgan hat die Bewertung und Einschätzung angepasst (Downgrade/Neubewertung erwähnt), was die Analystenstimmung gegenüber dem Chemiewert beeinflusst.
  • Bechtle (BC8.DE): Meldete Rahmenverträge mit kommunalen Trägern in Deutschland im Volumen von 501 Mio. Euro für das erste Jahr plus Option; die Aktie erreichte neue Jahreshöchststände.
  • Infineon (IFX.DE): Nach einer deutlichen Korrektur zeigt die Aktie charttechnisch wieder Stärke mit jüngsten Sprüngen, was Trader interessanter erscheinen lässt.
  • Knorr-Bremse (KBX.DE): Goldman startete Coverage mit einem Kursziel von 108 Euro; die Aktie hat sich in den letzten Wochen dynamisch entwickelt.
  • Puma (PUM.DE): Spekulationen über Übernahmeinteresse aus China (namentlich Anta, Li Ning) sorgten für hohe Aufmerksamkeit und Kursbewegungen.
  • Siemens (SIE.DE): Notiert an einem maßgeblichen Widerstand bei rund 229 Euro; gute operative Zahlen treffen auf charttechnische Hürden.
  • TSMC (TSM): Ermittlungen in Taiwan wegen mutmaßlicher Weitergabe von Geschäftsgeheimnissen an Intel zeigen eine Eskalation im Rivalitätskonflikt zwischen Chipherstellern; die Ergebnisse von TSMC gelten als Barometer für die Chipnachfrage.
  • Intel (INTC): In Zusammenhang mit den Ermittlungen um einen ehemaligen TSMC-Manager genannt; das Thema unterstreicht geopolitische und rechtliche Risiken in der Halbleiterbranche.
  • Tilray (TLRY): Aktie fiel nach Bekanntgabe eines Reverse-Stock-Splits von 1 zu 10; Marktreaktion war deutlich negativ.
  • Freeport-McMoRan (FCX): Technische Stärke wurde hervorgehoben, nachdem ein kritischer Widerstand durchbrochen wurde; Marktteilnehmer sehen weiteres Potenzial im Kupferumfeld.
  • Rio Tinto (RIO): Unternehmensstruktur und Portfolioanpassungen, einschließlich Veräußerungen von Anlagen, bleiben im Fokus; das Bergbauunternehmen gilt als breit aufgestellter Rohstoffkonzern.

KALENDER Firmen & Unternehmen

Quartalszahlen

DatumUnternehmenEventDetails
HeuteDeutsche Börse (DB1.DE)Unverbindliches ÜbernahmeangebotDeutsche Börse bietet 8,80 Euro je Aktie für All Funds (Übernahmeangebot vorgelegt)
HeuteBechtle (BC8.DE)RahmenverträgeBechtle meldet zwei Rahmenverträge mit kommunalen Trägern; Volumen 501 Mio. Euro im ersten Jahr plus Option
HeuteKnorr-Bremse (KBX.DE)Coverage-StartGoldman startet Coverage für Knorr-Bremse mit Kursziel 108 Euro
HeuteWacker Chemie (WCH.DE)Sparprogramm / RestrukturierungWacker Chemie kündigt Einsparziel von 300 Mio. Euro und Abbau von rund 1.500 Stellen an
HeuteSanDisk (SNDK)S&P-Indexaufnahme / BörsendebütstagSanDisk erster Handelstag im S&P 500 mit starkem Anstieg (nahezu +6%)
HeuteTilray (TLRY)Corporate-MaßnahmenTilray kündigt Reverse Stock Split 1:10 an, Aktie reagierte deutlich negativ
HeuteRheinmetall (RHM.DE) / Volkswagen (VOW3.DE)Werkdebatte OsnabrückVerhandlungen zwischen Rheinmetall und Volkswagen über das VW-Werk Osnabrück finden derzeit nicht statt; Werk soll nach aktuellem Stand Ende 2027 stillgelegt werden

Makrodaten

DatumRegionEventDetails
14:00 MEZUSAUS Verbraucherpreise (CPI) für NovemberWird als wichtiger Faktor für Fed-Erwartungen gesehen; Daten könnten Zinssenkungsaussichten beeinflussen
Heute, Vormittag MEZFrankreich / EurozoneFranzösische InflationsdatenUnerwartet stabile Inflationszahlen in Frankreich beeinflussen Euro-Dollar und Markterwartungen
Heute, Vormittag MEZSpanien / EurozoneSpanische VerbraucherpreiseStarke spanische VPI-Daten sorgen für Aufmerksamkeit im Euroraum
Heute, Vormittag MEZUSA / GlobalCME-Ausfall / technische StörungKühlungsproblem in einem Rechenzentrum stoppte zeitweise Futures- und Optionshandel an der CME; Marktteilnehmer beobachten die vollständige Wiederherstellung
Dieses WochenendeGlobal / OPEC+OPEC+ TreffenErwartung, dass zusätzliche Öl-Fässer für 2026 vom Markt genommen werden; Einfluss auf Brent-Preise wird erwartet
10. Dezember, Pressekonferenz 14:30 MEZUSAFed ZinsentscheidungEntscheidung und Pressekonferenz am 10. Dezember, Markt preist erhöhte Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung ein

IM BLICKPUNKT

  • CME-Ausfall: Technische Störung in einem Rechenzentrum hat den Futures-Handel gestört und kurzfristig die Preisbildung in Rohstoff- und Zinsmärkten verzerrt.
  • NVIDIA & KI‑Zulieferkette: NVIDIA bleibt der zentrale Katalysator für die KI-Diskussion; Reaktionen auf Wettbewerbsabkommen und Zulieferdaten (TSMC, Samsung, SK Hynix) bestimmen die Stimmung.
  • Fed‑Erwartungen: Wachsende Wahrscheinlichkeiten für eine Dezember‑Zinssenkung treiben eine Marktrotation von Big Tech hin zu Value- und Nebenwerten.

Puma-Rallye durch Übernahmegerüchte – Bayer, Anta & Nvidia

KURZ & KNAPP

Die Aktie von Puma zündet nach frischen Übernahmegerüchten eine deutliche Rallye, angetrieben von spekulativen Berichten über asiatische Interessenten wie Anta, Li Ning und ASICS. Anleger diskutieren mögliche Bieterwettstreite und die Chancen auf eine Übernahmeprämie, während operative Risiken im Hintergrund lauern. Parallel dazu zeigt der S&P 500 Stärke, während der Nasdaq 100 zurückbleibt und damit Fragezeichen hinter die Tech-Führungsrolle setzt. Das stark gefallene CBOE Volatility Index signalisiert kurzfristig ein erhöhtes Risiko für Snapback-Bewegungen.

Abseits von Puma und der US-Marktstruktur rücken Werte wie Oracle, Alphabet und Nvidia in den Fokus, die von der anhaltenden Künstliche Intelligenz-Welle und Bewertungsverschiebungen innerhalb des Tech-Sektors geprägt werden. Im DAX zählen Bayer, Deutsche Börse und Infineon zu den auffälligsten Gewinnern, während E.ON und andere defensivere Titel unter regulatorischen Risiken leiden. Zugleich bleibt der Immobilienwert Vonovia als möglicher Börsenfavorit für langfristig orientierte Anleger im Gespräch.

In Europa und Deutschland setzen DAX und Euro Stoxx 50 ihren Erholungskurs bei dünnem Volumen fort, während selektive Analystenkommentare für Bewegung in Einzelwerten sorgen. Makroseitig befeuert das jüngste Beige Book der Fed Spekulationen auf eine mögliche Zinssenkung im Dezember und hält die Diskussion um Lockerung der Geldpolitik am Laufen. Gleichzeitig sendet das GfK-Konsumklima in Deutschland zum Weihnachtsgeschäft gemischte, aber leicht bessere Signale für den Einzelhandel.

RÜCKBLICK Handelstag

US-Handelstag

Heute war in den USA Thanksgiving – die US-Börsen blieben geschlossen, der reguläre Handel entfiel. Trotzdem hielten Marktteilnehmer nach Unternehmensnachrichten und strukturellen Signalen Ausschau, die in Vor- und Nachbereichen diskutiert wurden.

Unternehmensseitig sorgte Oracle zuletzt für Schlagzeilen: Die Aktie zeigte eine deutliche Erholung, was Marktbeobachter auf die Wachstumserwartungen rund um KI zurückführen. Zugleich bleibt die Stimmung bei Technologie-Schwergewichten gemischt: Die Debatte um die Führungsrolle einzelner AI-Lager setzt sich fort, Nvidia zeigte zuletzt eine volatile Entwicklung, was auch Short-Coverings zur Folge hatte.

Technisch betrachtet fallen die Indikatoren unterschiedlich aus: Der S&P 500 präsentiert sich robuster als der Nasdaq 100, während das Sentimentbarometer CBOE Volatility Index in den vergangenen Tagen stark gefallen ist – Marktteilnehmer warnen vor möglichen Snapbacks bei der Volatilität.

Deutschland Europa

Die europäischen Leitindizes zeigten sich heute moderat fest. Der DAX setzte seinen Erholungskurs fort und schloss leicht im Plus, während das Handelsvolumen unter dem Durchschnitt blieb. Der Euro Stoxx 50 und der CAC 40 folgten dem moderaten Aufwärtsmuster, getragen von selektiven Analystenbewertungen und Branchenbewegungen.

Bayer: Die Aktie hat nach einem Kursanstieg über 30 Euro frische Dynamik erhalten; Goldman Sachs hat das Kursziel angehoben und die Empfehlung bekräftigt. Operativ bleiben Beobachter jedoch skeptisch, solange Streitpunkte wie der Monsanto-Fall ungelöst sind.
Infineon: Die Aktie legte an diesem ruhigen Handelstag spürbar zu; Jefferies hält sein Kursziel und die Bewertung stützte die Bewegung.
Deutsche Börse: Die Papiere gehörten zu den größten Gewinnern im DAX; JP Morgan hat die Bewertung gehoben, was den Kurs beflügelte.
E.ON: Die Aktie war einer der Schwächeren im DAX; Analystenhinweise auf regulatorische Risiken durch die Bundesnetzagentur lasteten auf dem Papier.
Vonovia: Analysten sehen das Unternehmen als Favoriten im Immobiliensektor für 2026; das macht die Aktie zu einem Thema für langfristig orientierte Anleger.

Makro Geld Schuldenpolitik

Auf der makroökonomischen Ebene sorgte das jüngste Beige Book der Fed weiterhin für Diskussionen: Marktteilnehmer lesen die Textpassagen als Indiz dafür, dass eine Zinssenkung der Fed im Dezember wieder wahrscheinlicher geworden ist. Damit verbunden ist an den Märkten anhaltender Optimismus hinsichtlich einer möglichen Entspannung der Geldpolitik.

In Deutschland geben neue GfK-Daten zum Konsumklima gemischte Signale: Der Index stieg leicht von -24,1 auf -23,2, obwohl Einkommens- und Konjunkturerwartungen zurückgehen. Das ist für das Weihnachtsgeschäft ein vorsichtiges positives Signal, auch wenn die Stimmung insgesamt auf einem ernüchternden Niveau verharrt. Der Handelsverband Deutschland erwartet für das Weihnachtsgeschäft ein leichtes Umsatzplus, was den Ausblick des Einzelhandels prägt.

WAS HEUTE WICHTIG WAR

Puma im Sog der Übernahmegerüchte – asiatische Interessenten schicken Aktie auf Rally

Die Aktie von Puma schoss heute zeitweise deutlich nach oben, nachdem Berichte über konkrete Übernahmeprüfungen die Runde machten. Ein Bloomberg-Bericht nannte mehrere asiatische Interessenten, darunter Branchenakteure wie Anta, Li Ning und ASICS, sowie Hinweise auf Gespräche mit Beratern, die mögliche Offerten evaluieren. Die Spekulationen trafen auf ein Unternehmen, das seit Jahren in der Defensive agiert und in diesem Jahr schon deutlich an Wert verloren hat; die Aussagen nennen einen Rückgang von mehr als 60 Prozent seit Jahresbeginn.

Puma gilt in der globalen Sportbranche als Player zwischen Top-Marken wie Nike und Adidas und hat zuletzt keine klaren Kassenschlager geliefert, die die Marke nachhaltig wieder nach vorne bringen. Branchenbeobachter verweisen auf erfolgreiche Retro-Modelle bei Wettbewerbern wie Adidas, die Puma fehlen. Namentlich genannt wurde in Berichten zudem Anta, die bereits Marken wie Jack Wolfskin und Fila besitzt, sowie ein mutmaßlicher Käuferkreis aus China.

Die Attraktivität von Puma als Übernahmekandidat erklärt sich aus der Markenbekanntheit, einem breiten internationalen Vertriebsnetz und dem Potenzial zur Konsolidierung im Sektor. Marktteilnehmer sehen strategische Käufer aus Asien, die ergänzende Portfolios aufbauen wollen, aber auch Private-Equity-Interesse ist in der Branche kein neues Thema. Kurzfristig führte die Übernahmespekulation zu einer erhöhten Volatilität und einem starken Kaufinteresse; mittelfristig bleibt die Entwicklung offen, weil formelle Angebote bislang nicht bestätigt sind. Anleger sollten mit weiterer Unsicherheit rechnen: Ein möglicher Bieterwettstreit könnte die Bewertung hoch treiben, während operative Herausforderungen von Puma den Integrationsaufwand für Interessenten erhöhen. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung wird sein, ob verbindliche Absichtserklärungen oder Gebote folgen und wie das Management auf die Gerüchte reagiert. Für Aktionäre ist die Situation ambivalent: Die Chance auf eine Übernahmeprämie steht dem Risiko gegenüber, dass die Problemlagen des Geschäfts bestehen bleiben. Insgesamt rückt durch die Meldungen Puma wieder in den Blick der Anleger und könnte den Strukturwandel in der Sportartikelbranche beschleunigen.

Marktstruktur: S&P zeigt Stärke, Nasdaq bleibt hinterher – Volatilitätsbarometer im Fokus

Der Markt zeigt divergierende Führungsstrukturen: Der S&P 500 präsentiert sich deutlich robuster als der Nasdaq 100, was sich auch an der Anzahl der Aktien über ihren 50-Tages-Linien ablesen lässt. Rund die Hälfte aller S&P-Aktien notieren über dieser technischen Marke, während beim Nasdaq nur etwa 40 Prozent darüber stehen. Diese Verteilung spricht dafür, dass die Rally eher breit getragen wird, aber die Tech-Führung für eine nachhaltige Risk-On-Bewegung fehlt.

Parallel dazu ist das CBOE Volatility Index in den vergangenen Tagen stark eingebrochen – ein Rückgang um große Prozentbeträge binnen weniger Tage wurde beobachtet. Solch schnelle Bewegungen im Volatilitätsbarometer erhöhen jedoch die Wahrscheinlichkeit eines Snapbacks; Chartindikatoren deuten darauf hin, dass kurzfristig wieder stärkere Schwankungen auftreten könnten. Für Anleger bedeutet das: Die derzeitige Stärke ist zwar ermutigend, aber die fragile Marktstruktur und das dünne Volumen mahnen zur Vorsicht. Kurzfristig könnten technische Lücken und die Verteilung der Führungsaktien die Kursentwicklung bestimmen; langfristig bleibt die Frage offen, ob der Nasdaq wieder die Führungsrolle übernehmen kann.

Künstliche Intelligenz und Lagerbildung: Wer profitiert, wer verliert?

Die Debatte um Künstliche Intelligenz prägt weiterhin die Marktlandschaft und führt zu klaren Lagerbildungen unter den großen Technologieunternehmen. Auf der einen Seite stehen Unternehmen, die eng mit OpenAI verbunden sind; auf der anderen Seite formiert sich ein Lager um Google und weitere Chip- sowie Cloud-Anbieter. Diese Konstellation treibt Bewertungsverschiebungen innerhalb der sogenannten Führungsgruppe.

Alphabet sticht aktuell als einer der größten Gewinner hervor und treibt Teile des Marktes nach oben, während Nvidia zuletzt ein gemischtes Bild zeigt und dadurch die Diskussion über Sektor-Leadership befeuert. Neben den reinen Gewinnern profitieren auch Dienstleister und Zulieferer, die von der starken Nachfrage nach Rechenkapazität und spezialisierten Chips profitieren. Für Anleger ist wichtig, die Bewertungsdifferenzen zwischen den Lagern und die mögliche Rotation in Betracht zu ziehen: Investitionen in KI-getriebene Lösungen können zwar Wachstum stützen, bergen aber auch das Risiko von Überbewertungen und starker Korrelation innerhalb der Sektoren.

KURZNEWS

  • ORCL – Oracle: Aktie zeigte zuletzt deutliche Stärke; Marktteilnehmer führen die Bewegung auf erwartete KI-Erträge und ein positives Momentum zurück.
  • NVDA – Nvidia: Weiterhin im Zentrum der Marktdebatte; Short-Coverings nach vorangegangenen Zahlen werden als ein Faktor für jüngste Kursbewegungen genannt.
  • TSLA – Tesla: Berichte deuten auf rückläufige Fahrzeuglieferungen hin; das Thema Autosales belastet die Stimmung um das Unternehmen.
  • SHOP – (Branchenbezug: Einzelhandel/Mode): Diskussionen um Wettbewerber führen dazu, dass Marken wie Puma oder Lululemon in Vergleichen häufiger auftauchen; strukturelle Verschiebungen im Segment werden beobachtet.
  • BABA – Alibaba: Pentagon-Anschuldigungen gegen große chinesische Tech-Firmen belasten die politische Komponente für Alibaba und andere Konzerne.
  • AMZN – Amazon: Erwähnt im Zusammenhang mit Effizienzgewinnen durch KI und Personalabbau in großen Tech-Firmen.
  • GOOGL – Alphabet: Gilt als zentraler Profiteur der aktuellen AI-Dynamik und sorgte zuletzt für deutliche Kursgewinne innerhalb der Tech-Riege.
  • ANT – Anta Sports (Anta Sports Products Ltd.): In Berichten als einer der möglichen asiatischen Interessenten für Puma genannt; Anta besitzt bereits internationale Marken.
  • LI – Li Ning: Ebenfalls in der Liste der strategischen asiatischen Interessenten für Puma; der Name fällt im Kontext von Konsolidierung im Sportartikelmarkt.
  • ASICS – Asics: Wurde als potenzieller strategischer Käufer von Puma genannt; passt in das Bild von Branchenakteuren, die Regionen und Marken ergänzen könnten.
  • DE – Deutsche Börse: Eines der stärksten Papiere im DAX nach positiver Analystenbewertung; JP Morgan hob die Bewertung an.
  • IFX – Infineon: Aktie profitierte an einem ruhigen Tag von positiver Analystenstimmung; Jefferies hält sein Kursziel unverändert.
  • BAYN – Bayer: Nach Anhebung des Kursziels durch Goldman Sachs mit Rückenwind, operative Unsicherheiten aufgrund des Monsanto-Streits bleiben aber bestehen.
  • EON – E.ON: Einer der schwächeren DAX-Werte; Analystenwarnungen hinsichtlich regulatorischer Risiken wirken belastend.
  • VNA – Vonovia: Wird von Analysten als Favorit im Immobiliensektor für das kommende Jahr gesehen und damit als relevanter Titel für Anleger mit längerem Horizont.

KALENDER Firmen & Unternehmen

Makrodaten

DatumEventDetails
— MEZUSA Beige Book der Federal Reserve
— MEZUSA FOMC-Entscheidung (Erwartetes Datum 10.12.)
— MEZDeutschland GfK-Konsumklima Deutschland (Dezember-Umfrage)

Quartalszahlen

DatumEventDetails

IM BLICKPUNKT

  • Bayer: Goldman Sachs hebt die Bewertung und nennt ein höheres Kursziel; die Bank empfiehlt den Kauf (Quelle: Goldman Sachs).
  • Deutsche Börse: JP Morgan stuft das Papier hoch auf Overweight und setzte ein neues Kursziel, was als Grund für den Kursanstieg genannt wird (Quelle: JP Morgan).
  • Infineon: Jefferies bestätigt das bestehende Kursziel und bleibt bei seiner Bewertung, was als unterstützender Faktor für die Aktie genannt wird (Quelle: Jefferies).
  • Nvidia: Goldman wird in Kommentaren als Käuferempfehlung genannt – die Schließung vieler Short-Positionen nach den Zahlen wurde als ein erklärender Faktor für die Kurserholung angeführt (Quelle: Goldman Sachs).