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Micron mit KI-Signal: Oracle wackelt – Microsoft reagiert

KURZ & KNAPP

Micron überzeugt mit starken Quartalszahlen und einem optimistischen Ausblick, der den KI-Infrastrukturboom untermauert. Dennoch kommt es an der Börse zu Gewinnmitnahmen und einer spürbaren Abkühlung der anfänglichen Euphorie. Gleichzeitig gerät Oracle nach dem Ausstieg eines wichtigen Finanzierers bei einem Milliarden-Rechenzentrumsprojekt unter Druck. Die Frage, wie belastbar die Finanzierung der KI-Datencenter ist, rückt damit in den Mittelpunkt.

Auch andere Tech-Schwergewichte wie Microsoft reagieren auf das Zusammenspiel von schwächerer Stimmung einzelner Titel und robusten Inflationsdaten in den USA. Analysten wie Ryan Detrick verweisen auf eine zunehmende Marktbreite und stabile High-Yield-Märkte, was systemische Risiken im Tech- und KI-Sektor derzeit begrenzt erscheinen lässt. Kurzmeldungen zu Lululemon, Instacart und Accenture zeichnen zusätzlich ein gemischtes Bild des globalen Aktienmarkts.

In Europa stehen unter anderem Rheinmetall, die Deutsche Bank, Infineon und Rational im Mittelpunkt der Berichterstattung. Die EZB belässt die Zinsen unverändert, während gleichzeitig hohe Staatsverschuldung und Konjunkturrisiken diskutiert werden. Wichtige Termine wie US-Arbeitsmarktdaten, Zentralbankentscheide in Großbritannien und Japan sowie anstehende Zahlen von FedEx und Nike prägen den weiteren Verlauf.

AUSBLICK US-Märkte

  • UBS zu RAA: Die UBS hat Rational von „neutral“ auf „buy“ hochgestuft und das Kursziel angehoben, da die Bewertung inzwischen unter dem historischen Durchschnitt liegt und sich das Chartbild nach dem Sprung über den GD50 aufgehellt hat.
  • Unspecified zu IFX: Analysten bestätigen ihre positive Einschätzung für Infineon, sehen nach der Bestätigung der starken Speicherchip-Nachfrage durch Micron jedoch vor dem Jahreswechsel keinen akuten Handlungsbedarf und verweisen auf die etablierte Handelsspanne zwischen 32 und 38 Euro.
  • Ryan Detrick zum US-Markt: Marktstratege Ryan Detrick hebt hervor, dass trotz schwächerer Tech-Schwergewichte wie Oracle die Marktbreite zunimmt, mit mehr 52-Wochen-Hochs an der NYSE und einem steigenden Anteil der S&P-500-Titel über ihren 50- und 200-Tage-Linien.
  • Ryan Detrick zu High Yield: Detrick betont, dass echte systemische Risiken im Tech- und KI-Sektor sich in High-Yield-Unternehmensanleihen zeigen müssten, diese aber weniger als 1 % unter Allzeithoch notieren – ein Hinweis darauf, dass er derzeit keinen beginnenden Dominoeffekt sieht.
  • Ryan Detrick zu KI-Gewichtung: Er verweist zudem darauf, dass KI-Aktien inzwischen rund 46 % des S&P 500 ausmachen, gegenüber 27 % im Jahr 2022, und dennoch die Kursgewinne zuletzt breit auf Equal-Weight-Indizes, den Russell 2000 sowie internationale Märkte und Zykliker übergegriffen haben.

DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

Micron (MU) – Lackmustest für den KI-Infrastrukturboom?

Micron Technology (MU, $257.41) hat mit seinen jüngsten Quartalszahlen und dem Ausblick ein deutliches Ausrufezeichen hinter den KI-Speicherboom gesetzt – und wird an der Börse dennoch abverkauft. Der Speicherchiphersteller meldete einen Umsatz von 13,64 Milliarden Dollar und ein Gewinn je Aktie von 4,78 Dollar, klar über den Konsenserwartungen von 12,8–12,9 Milliarden Dollar Umsatz und 3,90–4,00 Dollar EPS. Für das kommende Quartal stellte Micron sogar 18,7 Milliarden Dollar Umsatz, ein EPS von 8,42 Dollar und eine Bruttomarge von 68 % in Aussicht – eine Prognose, die die bisherigen Schätzungen um bis zu 80 % übertrifft. Dennoch nutzt der Markt diese außergewöhnlich starken Daten für Gewinnmitnahmen, was Analysten als typisches Muster einer Distributionsphase interpretieren. Besonders im Fokus steht der Bereich High Bandwidth Memory (HBM), in dem die Nachfrage die verfügbaren Kapazitäten von Micron bei weitem übersteigt.

Führungskräfte von Micron betonten, dass die Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage im KI-Speichermarkt die größte sei, die man in den letzten 25 Jahren in der Branche gesehen habe. Kunden müssten auf Lieferungen warten, während das Unternehmen mit Hochdruck an der Erweiterung seiner Produktionskapazitäten arbeitet. Die enorme Knappheit bei Speicherchips für KI-Rechenzentren verschafft Micron erhebliche Preissetzungsmacht, was die Profitabilität deutlich nach oben treibt. Marktbeobachter sehen in den Zahlen eine Bestätigung dafür, dass der viel diskutierte „Picks-and-Shovels“-Trade im KI-Sektor – also Investitionen in Infrastrukturzulieferer statt in reine KI-Software-Player – weiterhin intakt ist. Gleichzeitig zeigt die schwache Kursreaktion trotz des starken Zahlenwerks, dass viele Investoren nach der Rally der vergangenen Monate bereits stark positioniert sind und gute Nachrichten für Positionsabbau nutzen.

Im vorbörslichen Handel sprangen die Aktien von Micron zeitweise um über 11–14 % nach oben und zogen den gesamten Halbleitersektor mit nach oben, bevor sich die Euphorie im regulären Handel wieder abkühlte. Die starke Guidance gilt als wichtiges Gegengewicht zu Sorgen über eine Übertreibung bei KI-Bewertungen und liefert Rückenwind für verwandte Titel wie Infineon und Ixtron, die von der Bestätigung des Nachfragebooms profitieren. Gleichwohl bleibt die Frage, ob die extrem hohe Profitabilität im Zyklusverlauf gehalten werden kann, vor allem wenn sich die globale Konjunktur abkühlt oder die Finanzierung neuer Rechenzentren – wie im Fall von Oracle – schwieriger wird. Für Anleger ist Micron damit zum Lackmustest geworden: Hält die KI-Infrastrukturstory, könnten die aktuellen Rücksetzer als Einstiegschance gelten, kippt die Finanzierungskette, droht eine Neubewertung der gesamten Lieferkette. Kurzfristig dürfte der Titel stark von Stimmungsumschwüngen im KI-Sektor abhängen, während die operativen Fundamentaldaten so robust sind wie seit Jahren nicht mehr.

Oracle (ORCL) – Kippt die Finanzierbarkeit der KI-Datencenter?

Oracle (ORCL, $181.74) steht nach dem Rückzug von Blue Owl Capital aus der Finanzierung eines rund 10 Milliarden Dollar schweren Rechenzentrumsprojekts in Michigan massiv unter Druck. Der Kurssturz gilt als deutlichstes Misstrauensvotum seit einem Jahrzehnt gegenüber der aggressiven Cloud- und KI-Infrastrukturstrategie des Konzerns, der mit langfristigen Leasingverpflichtungen von fast einer Viertel Billion Dollar ohnehin hoch verschuldet ist. Parallel schossen die Credit Default Swaps auf Oracle-Schulden nach oben, was die Sorgen des Marktes vor steigenden Refinanzierungskosten und strukturellen Risiken im Geschäftsmodell widerspiegelt. Analysten ziehen bereits Parallelen zu WeWork, weil Oracle langfristige Miet- und Leasingverträge für Rechenzentren eingeht, die mit kurzfristigen Vermietungen von Nvidia-Chips an KI-Kunden gegenfinanziert werden. Bricht die kurzfristige Nachfrage weg oder werden Finanzierer selektiver, droht ein gefährlicher Hebeleffekt.

Der Rückzug von Blue Owl wird an den Märkten als Wendepunkt in der Erzählung von scheinbar automatisch durchfinanzierten KI-Milliardenprojekten gewertet. Da Banken solche Mega-Rechenzentren oft nicht allein stemmen können, wird die Rolle privater Kreditgeber zum Nadelöhr für den weiteren Ausbau der globalen KI-Infrastruktur. Investoren beginnen zu hinterfragen, ob die bislang eingepreisten Wachstumsfantasien bei Oracle und entlang der gesamten Hardware-Wertschöpfungskette – von Nvidia über AMD und Broadcom bis hin zu Ausrüstern wie Vertiv und Arista Networks – tatsächlich realisiert werden können, wenn zentrale Projekte verzögert oder gestrichen werden. Kurzfristig signalisiert der Sprung in den CDS-Spreads und der Kursrutsch, dass der Markt eine höhere Risikoprämie für die KI-Offensive von Oracle verlangt, während der Sektor insgesamt sensibler auf Nachrichten zur Finanzierung von Rechenzentren reagieren dürfte.

Rheinmetall (RHM) – Wird der reine Rüstungsplayer zum neuen DAX-Anker?

Rheinmetall (RHM.DE, $1521.00, -0,39%) schärft sein Profil als Rüstungskonzern und kündigt den kompletten Ausstieg aus dem zivilen Geschäft an. Per Ad-hoc-Mitteilung teilte das Unternehmen mit, dass die verbliebenen zivilen Sparten, darunter etwa Aktivitäten rund um Ladestationen, verkauft werden sollen, der Abschluss wird für das erste Quartal erwartet. Damit reagiert Rheinmetall auf die stark steigende Nachfrage nach Verteidigungsgütern in Europa, die den Konzern noch tiefer in seine militärischen Kernmärkte zieht. Ohne das zivile Geschäft stellt das Management ein Umsatzwachstum von +30 bis +35 % sowie eine operative Marge von 18,5 bis 19 % in Aussicht, muss dafür allerdings eine Abschreibung von rund 350 Millionen Euro verkraften.

Strategisch positioniert sich Rheinmetall damit als klarer Profiteur der anhaltend hohen Rüstungsbudgets europäischer Staaten und der unsicheren geopolitischen Lage, auch wenn Friedensinitiativen für zeitweise Volatilität im Kurs sorgen. Charttechnisch sehen Experten eine mögliche Stabilisierung am 50-Wochen-Durchschnitt, während die Aktie sich bislang oberhalb der Marke von 1.500 Euro behauptet. Angesichts prall gefüllter Auftragsbücher halten Analysten langfristige Kursziele von deutlich über 2.000 Euro für erreichbar, sofern die politischen Rahmenbedingungen und die Haushaltspläne der Nato-Staaten unverändert bleiben. Für den DAX könnte Rheinmetall damit zu einem neuen defensiven Anker im Verteidigungsboom werden – mit der Kehrseite, dass der Konzern nun vollständig vom Rüstungszyklus abhängig ist.

Deutsche Bank (DBK) – Was bringt der EZB-Zinsstopp für den Finanzsektor?

Die Deutsche Bank (DBK.DE, $32.16, +1,61%) profitiert von der Entscheidung der Europäischen Zentralbank, den Einlagenzins bei 2,0 % und den Refinanzierungssatz bei 2,15 % zu belassen. Präsidentin Christine Lagarde betonte einen datenabhängigen, eher konservativen Kurs und signalisierte, dass die Zinsen bei einer anziehenden Konjunktur auch wieder steigen könnten. Die aktualisierten Prognosen der EZB sehen die Inflation für 2025 bei 2,1 %, für 2026 bei 1,9 % und für 2028 bei rund 2 %, gleichzeitig wurde die Wachstumsprognose für die Eurozone 2026 auf 1,2 % angehoben. Dies schafft für Banken wie die Deutsche Bank ein Umfeld mit stabilen bis moderat steigenden Zinsen und der Aussicht auf eine schrittweise Konjunkturerholung.

Belastungsfaktoren bleiben allerdings die geplanten Rekord-Neuverschuldungen in der Eurozone, darunter bis zu 140 Milliarden Euro in Deutschland, die die Anleiherenditen nach oben treiben und das Zinsumfeld volatiler machen könnten. Zudem verweist die EZB auf hartnäckige Dienstleistungsinflation und geopolitische Risiken, darunter der Ukraine-Krieg, die im Extremfall erneute Zinserhöhungen erzwingen könnten. Für den Bankensektor bedeutet der Zinsstopp kurzfristig Rückenwind durch stabile Margen, mittel- bis langfristig hängt die Story jedoch von der tatsächlichen Wachstumsdynamik im Euroraum und der Entwicklung der Staatsfinanzen ab. Anleger werten die aktuelle Gemengelage als vorsichtig positiv für zyklische Finanzwerte wie die Deutsche Bank, behalten aber die Risikoaufschläge auf europäische Staatsanleihen genau im Blick.

Microsoft (MSFT) – Wie viel Rückenwind bringt die US-Inflation bei 2,7 %?

Microsoft (MSFT, $479.51, -0,06%) steht stellvertretend für die großen US-Tech-Werte, die von den überraschend niedrigen US-Inflationsdaten potenziell profitieren könnten. Die Verbraucherpreise in den USA stiegen im November im Jahresvergleich um lediglich 2,7 %, deutlich unter der Erwartung von 3,1 %, während die Kerninflation bei 2,6 % statt der prognostizierten 3,0 % lag. An den Märkten wird dies als möglicher „Befreiungsschlag“ gewertet, der der US-Notenbank Federal Reserve zusätzlichen Spielraum für weitere Zinssenkungen verschafft, nachdem sie den Leitzins bereits dreimal in Folge um jeweils 25 Basispunkte gesenkt hat. Ein Umfeld fallender oder stabil niedriger Zinsen stützt typischerweise die Bewertungsniveaus wachstumsstarker Technologiewerte wie Microsoft, insbesondere im kapitalintensiven KI- und Cloud-Geschäft.

Allerdings mahnen Ökonomen zur Vorsicht, da die Datenerhebung durch den Regierungs-Shutdown beeinträchtigt war und der Oktober mangels Daten faktisch mit 0,0 % in die Berechnung einging, was den November-Wert rechnerisch um rund 0,27 Prozentpunkte nach unten verzerren könnte. Zudem könnten Saisoneffekte rund um den Black Friday das Bild verschleiern, sodass sich der jüngste Inflationsrückgang als weniger robust erweisen könnte als auf den ersten Blick erscheint. Für Microsoft und den breiten Tech-Sektor bleibt der Trend dennoch klar: Solange die Fed eher die Beschäftigung schützt und bei konjunkturellen Risiken bereit ist gegenzusteuern, bleibt die Liquiditätskulisse günstig. Ob daraus ein nachhaltiger Schub für KI-Plattformen wie Azure und die Kooperation mit OpenAI wird, hängt jedoch davon ab, ob die Märkte den aktuellen Inflationspfad als glaubwürdig einstufen.

KURZNEWS

  • BP: Der Ölkonzern holt Meg O’Neill, bisherige Chefin von Woodside Energy, als neue CEO an die Spitze und macht sie damit zur ersten Frau an der Spitze eines „Big Oil“-Unternehmens. Investoren werten ihre Ernennung als Signal für eine strategische Rückbesinnung auf das Kerngeschäft Öl und Gas, nachdem frühere Wetten auf erneuerbare Energien enttäuscht hatten.
  • Woodside Energy: Die Aktie von Woodside Energy geriet in Sydney unter Druck, nachdem bekannt wurde, dass CEO Meg O’Neill zum britischen Rivalen BP wechselt. Marktteilnehmer rechnen damit, dass der Abgang der Chefin eine strategische Neuaufstellung erzwingt, insbesondere im profitablen LNG-Geschäft.
  • Instacart: Die Aktien von Instacart fielen vorbörslich um mehr als 6 %, nachdem Reuters über eine FTC-Untersuchung zum Einsatz von KI-Preistools berichtete. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück, doch die Meldung unterstreicht, dass der Einsatz von KI in der Preisgestaltung zunehmend in den Fokus der US-Regulierer rückt.
  • Lululemon (LULU): Die Aktien von Lululemon sprangen im vorbörslichen Handel um über 5–6 % nach oben, nachdem der aktivistische Investor Elliott Management eine Beteiligung von mehr als 1 Milliarde Dollar offengelegt hatte. Elliott drängt offenbar auf einen strategischen Turnaround und bringt mit Jane Nielsen, einer früheren Ralph-Lauren-Managerin, eine mögliche neue CEO-Kandidatin ins Gespräch.
  • Nike (NKE): Nike legte vor den Quartalszahlen leicht um +0,44 % zu, während der Markt auf Hinweise zur strategischen Neuausrichtung unter dem neuen CEO Elliott Hill wartet. Analysten erwarten zwar einen Ergebnisbeat, sehen das Ziel von 10 % Wachstum bei steigenden Margen im aktuellen Konsumumfeld aber als äußerst ambitioniert an.
  • Accenture (ACN): Accenture übertraf im ersten Geschäftsquartal mit einem Gewinn je Aktie von 3,94 Dollar die Erwartung von 3,73 Dollar, lieferte insgesamt aber einen gemischten Bericht. Nach anfänglichen Gewinnen drehte die Aktie ins Minus, was auf Zurückhaltung der Investoren bei der weiteren Wachstumsdynamik im Beratungsgeschäft hindeutet.
  • FedEx (FDX): FedEx veröffentlicht nach Börsenschluss die Zahlen für das zweite Geschäftsquartal, der Markt rechnet mit einem Gewinn je Aktie von 4,10 Dollar bei 22,79 Milliarden Dollar Umsatz. Im vorbörslichen Handel blieb die Aktie weitgehend unbewegt, da Anleger auf frische Signale zur globalen Nachfrage und zu möglichen Effizienzprogrammen warten.
  • MillerKnoll (MLKN): Die Möbelgruppe MillerKnoll legte nach besser als erwarteten Zahlen für das zweite Quartal um rund +7,02 % zu. Besonders positiv aufgenommen wurde die robuste Prognose für das laufende Quartal, die auf anhaltende Stärke im Objekt- und Büromöbelgeschäft hindeutet.
  • Deutz: Deutz baut mit der Übernahme von Ferg-Aggregatebau sein Geschäft mit Notstromlösungen aus, finanziert über Fremdkapital und mit Abschluss im ersten Quartal. Nach einem kurzfristigen Kurssprung fiel die Aktie im schwachen Gesamtmarkt auf 8,37 Euro zurück, wobei Analysten eine Konsolidierung zwischen 8 und 9 Euro als Basis für einen möglichen Ausbruch über 10 Euro sehen.
  • Douglas: Die Aktie von Douglas verlor nach einem enttäuschenden Ausblick über 5 %, obwohl im abgelaufenen Geschäftsjahr 4,6 Milliarden Euro Umsatz und eine Marge von 16,8 % erzielt wurden. Im Schlussquartal machten sich eine höhere Preissensibilität der Kunden sowie stärkerer Rabatt- und Wettbewerbsdruck bemerkbar, was die Erwartungen für Umsatzwachstum und EBITDA-Marge dämpft.
  • Infineon (IFX): Bei Infineon sorgt der starke Zahlen- und Prognoseüberraschungseffekt bei Micron nur für eine Stabilisierung um die Marke von 35 Euro. Die Aktie steckt weiter in einer Handelsspanne zwischen 32 und 38 Euro fest, sodass Analysten vor dem Jahreswechsel keinen unmittelbaren Handlungsbedarf sehen.
  • Rational: Die Aktie von Rational legt deutlich zu, nachdem die UBS den Wert von „neutral“ auf „buy“ hochgestuft und das Kursziel angehoben hat. Charttechnisch hat sich das Bild mit dem Sprung über den 50-Tage-Durchschnitt aufgehellt, dennoch empfehlen Analysten für einen nachhaltigen Einstieg Kurse im Bereich von 655 bis 660 Euro abzuwarten.
  • GEA Group: Die GEA Group stärkt ihr Ventilgeschäft durch die Übernahme des skandinavischen Unternehmens Hydract, das auf wasserhydraulische Ventilantriebe spezialisiert ist. Diese Technologie soll Energie und Kosten sparen und das Portfolio in den Bereichen Getränke, Molkerei und Pharma ergänzen, während die Aktie trotz Erholungstendenzen weiterhin mit dem schwachen Gesamtmarkt kämpft.
  • BP (zweite Perspektive): Mehrere Analysten sehen in der Berufung von Meg O’Neill zur CEO von BP ein klares Bekenntnis zu LNG und Gas, nachdem sie bei Woodside Energy ähnliche Weichenstellungen vorgenommen hatte. Ihre Erfolge dort, darunter die Verlängerung der Northwest-Shelf-Gas-Facility bis 2070 und die Übernahme von Louisiana LNG, nähren Erwartungen an eine fokussiertere, renditeorientierte Strategie bei BP.
  • Warner Bros. Discovery (WBD): Bei den laufenden Übernahmeverhandlungen um Warner Bros. Discovery warnt Berater Roger Altman vor den Risiken des Angebots von Paramount, das als extremes, hochverschuldetes LBO ohne gesicherte Eigenkapitalzusage bewertet wird. Insbesondere die Unsicherheit rund um den sogenannten Ellison-Backstop eines widerruflichen Trusts lässt Zweifel an der Finanzierungssicherheit aufkommen, weshalb alternative Optionen mit stabilerer Kapitalbasis attraktiver erscheinen könnten.
  • Paramount (PARA): Paramount versucht trotz einer Marktkapitalisierung von nur rund 15 Milliarden Dollar eine potenziell 108 Milliarden Dollar schwere Transaktion mit Warner Bros. Discovery zu stemmen. Da das Unternehmen kaum freien Cashflow generiert und bisher keine rechtlich bindenden Eigenkapitalzusagen vorgelegt wurden, sehen Berater das Gebot als hochriskant und pochen auf klar definierte Equity-Backstops nach dem Vorbild des Twitter-Deals.
  • Evercore (EVR): Roger Altman von Evercore betont in der Debatte um die Warner-Deals die Komplexität milliardenschwerer M&A-Transaktionen, die zunehmend als stark fremdfinanzierte LBOs strukturiert sind. Er hebt hervor, dass gerade in Medien- und Tech-Deals die Qualität der Finanzierung – inklusive wasserdichter Eigenkapitalzusagen und der Struktur von Trusts – entscheidend für die Bewertung konkurrierender Angebote ist.
  • Lululemon (zweite Perspektive): Neben der Beteiligung von Elliott Management spielt auch der anstehende Führungswechsel bei Lululemon eine Rolle, da der aktuelle CEO seinen Rücktritt für Ende Januar angekündigt hat. Der Markt spekuliert, dass ein neuer Managementansatz helfen könnte, die Marke besser gegen wachsende Konkurrenz im Premium-Athleisure-Segment zu positionieren.
  • Micron (Sektor-Effekt): Die Aktie von Micron legte vorbörslich zeitweise um rund 10–14 % zu und war damit der größte Gewinner im S&P 500, bevor es im regulären Handel zu Gewinnmitnahmen kam. Analysten sehen in der positiven Überraschung eine Bestätigung für die Stärke des KI-Handels, zugleich aber auch eine gesunde Skepsis im Markt, der angesichts der Oracle-/Blue-Owl-Schlagzeilen genau hinschaut, wo die Grenzen des aktuellen Booms liegen.

KALENDER Firmen & Unternehmen

EARNINGS

  • FEDEX: FedEx (FDX) – Q2-Geschäftszahlen, nach US-Börsenschluss
  • NIKE: Nike (NKE) – Ergebnisse Q2 des Geschäftsjahres, nach US-Börsenschluss
  • ACCENTURE: Accenture (ACN) – Q1-Geschäftszahlen wurden vor US-Markteröffnung veröffentlicht

MAKRO

  • USA_CPI: USA – Verbraucherpreise (CPI) November, bereits veröffentlicht; Headline 2,7 % J/J, Kernrate 2,6 % J/J
  • USA_JOBLESSCLAIMS: USA – Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, Veröffentlichung am Nachmittag (MEZ)
  • USA_PHILADELPHIAFED: USA – Philadelphia Fed Index, Veröffentlichung am Nachmittag (MEZ)
  • EUROZONE_EZB: Eurozone – Zinsentscheid der EZB, Einlagenzins unverändert bei 2,0 %, Refinanzierungssatz bei 2,15 %
  • UK_BOE: Großbritannien – Zinsentscheid der Bank of England, Markt erwartet Zinssenkung um 25 Basispunkte auf 3,75 %
  • JAPAN_BOJ: Japan – Anstehender Zinsentscheid der Bank of Japan, Markt spekuliert auf Zinserhöhung um 25 Basispunkte

IM BLICKPUNKT

  • UBS zu RAA: Die UBS hat Rational von „neutral“ auf „buy“ hochgestuft und das Kursziel angehoben, da die Bewertung inzwischen unter dem historischen Durchschnitt liegt und sich das Chartbild nach dem Sprung über den GD50 aufgehellt hat.
  • Unspecified zu IFX: Analysten bestätigen ihre positive Einschätzung für Infineon, sehen nach der Bestätigung der starken Speicherchip-Nachfrage durch Micron jedoch vor dem Jahreswechsel keinen akuten Handlungsbedarf und verweisen auf die etablierte Handelsspanne zwischen 32 und 38 Euro.
  • Ryan Detrick zum US-Markt: Marktstratege Ryan Detrick hebt hervor, dass trotz schwächerer Tech-Schwergewichte wie Oracle die Marktbreite zunimmt, mit mehr 52-Wochen-Hochs an der NYSE und einem steigenden Anteil der S&P-500-Titel über ihren 50- und 200-Tage-Linien.
  • Ryan Detrick zu High Yield: Detrick betont, dass echte systemische Risiken im Tech- und KI-Sektor sich in High-Yield-Unternehmensanleihen zeigen müssten, diese aber weniger als 1 % unter Allzeithoch notieren – ein Hinweis darauf, dass er derzeit keinen beginnenden Dominoeffekt sieht.
  • Ryan Detrick zu KI-Gewichtung: Er verweist zudem darauf, dass KI-Aktien inzwischen rund 46 % des S&P 500 ausmachen, gegenüber 27 % im Jahr 2022, und dennoch die Kursgewinne zuletzt breit auf Equal-Weight-Indizes, den Russell 2000 sowie internationale Märkte und Zykliker übergegriffen haben.


NVIDIA: KI-Boom unter der Lupe – Oracle & Pfizer

KURZ & KNAPP

NVIDIA bleibt das Aushängeschild des KI-Booms, doch erste Zweifel an der Nachhaltigkeit der gigantischen Rechenzentrumsinvestitionen kommen auf. Parallel ringt Oracle mit hohem KI-Capex, negativem Free Cashflow und wachsender Verschuldung. Auch Pfizer gerät nach schwachem Ausblick und nachlassendem COVID-Sonderboom unter Druck. Der Artikel beleuchtet, wie diese Entwicklungen die Stimmung an Wall Street und in Tech-Sektoren prägen.

Daneben zeigen die Märkte ein gemischtes Bild mit leichten Rücksetzern bei S&P 500 und Nasdaq 100 sowie Gewinnmitnahmen nach dem starken Jahresverlauf. US-Konjunkturdaten zu Arbeitsmarkt, Löhnen und Konsum deuten auf nachlassenden Inflationsdruck hin und verschieben Zinssenkungserwartungen. Kurznews zu Tesla, Amazon, Alphabet, Zscaler, Micron und weiteren Werten runden den Marktüberblick ab.

In Deutschland rutscht der DAX, während Rüstungswerte wie Rheinmetall, TKMS, Renk und Hensoldt auf Waffenstillstands-Signale reagieren. Zugleich melden sich Zykliker wie Tui und Klöckner & Co mit Erholungsbewegungen zurück. Blick nach vorn: Wichtige Termine wie die US-Verbraucherpreise (CPI) und die anstehenden Quartalszahlen von Micron und Lennar könnten neue Impulse für Aktien und Zinsen liefern.

RÜCKBLICK Handelstag

Die Wall Street schloss schwächer, der S&P 500 gab um 0,46% auf 6.802 Punkte nach, der Nasdaq 100 verlor 0,04% auf 25.127 Punkte. Belastet wurde die Stimmung durch anhaltende Sorgen über die Nachhaltigkeit des KI-Investitionsbooms und die Korrektur bei einzelnen Highflyern wie Oracle, obwohl der jüngste US-Arbeitsmarktbericht die Erwartung perspektivisch sinkender Zinsen eher stützte. Anleger realisierten nach dem starken Jahresverlauf vermehrt Gewinne und positionierten sich zurückhaltend vor den anstehenden Zahlen von Micron und wichtigen Konjunkturdaten.

In Europa drehte der Markt nach dem freundlichen Wochenstart wieder ins Minus. Der DAX 40 schloss 0,6% tiefer bei 24.076,87 Punkten, aktuell stehen im Späthandel 24.139 Punkte zu Buche, während trübe Einkaufsmanagerindizes die Sorgen um die deutsche Konjunktur untermauerten. Rüstungswerte wie Rheinmetall, TKMS, Renk und Hensoldt gerieten nach Signalen möglicher Fortschritte in Richtung Waffenstillstand in der Ukraine mit Kursverlusten von bis zu rund viereinhalb Prozent unter Druck. Auf der Gewinnerseite standen dagegen Erholungskandidaten wie Tui mit weiterem Aufschlag nach einem Chartausbruch sowie Klöckner & Co dank anhaltender Übernahmefantasie.

WAS HEUTE WICHTIG WAR

NVDA – KI-Boom trifft auf erste Ermüdungserscheinungen im Compute-Rausch

Die Aktie von Nvidia (NVDA) legte im US-Handel leicht um 0,10% auf 177,39 Dollar zu und behauptete sich damit trotz eines schwächeren Gesamtmarktes. Der KI-Sektor steckt mitten in einem massiven Investitionszyklus, in dem die großen Hyperscaler zusammen über 200 Milliarden Dollar in Rechenzentren und KI-Infrastruktur pumpen. Nvidia bleibt mit einem geschätzten Marktanteil von rund 80% bei spezialisierten KI-Chips der zentrale Profiteur dieses Booms, während ein liquider Spotmarkt für H200-Chips zunehmend als Referenz für die Preisentwicklung dient.

Unternehmenschef Jensen Huang spricht von einer neuen industriellen Revolution, die durch generative KI und beschleunigtes Rechnen ausgelöst werde und quer durch Branchen zu Produktivitätsgewinnen führen soll. Neben Nvidia versucht auch AMD verstärkt, mit eigenen KI-Chips Marktanteile zu gewinnen, während TSMC als Auftragsfertiger von der hohen Nachfrage nach modernsten Produktionskapazitäten profitiert. Gleichzeitig mahnen Marktbeobachter, dass der Compute-Ausbau teils hoch verschuldet erfolgt und die zugrunde liegenden Assets – teure KI-Beschleuniger – rasch abschreiben, was die Kapitaldisziplin der Branche in den Fokus rückt.

Für Anleger bleibt entscheidend, wie lange der aktuelle Investitionszyklus in dieser Intensität anhält und ob die KI-Projekte der Hyperscaler tatsächlich die erwarteten Renditen liefern. Ein sinkender Spotpreis für H200-Chips würde zwar auf eine Entspannung der Angebotsknappheit hindeuten, könnte aber auch auf nachlassenden Preissetzungsspielraum und Margendruck hinweisen. Schlechte Zahlen oder Zurückhaltung bei Bestellungen – etwa von Speicherherstellern wie Micron – wären ein Warnsignal für die Nachhaltigkeit des KI-Booms und könnten die bisherige Dominanz von Nvidia an der Börse kurzfristig ins Wanken bringen.

ORCL – Hoher KI-Capex, negativer Cashflow: Oracle gerät unter Druck

Die Aktie von Oracle (ORCL) setzte ihre Korrektur fort und fiel um 0,85% auf 188,11 Dollar, nachdem bereits in den vergangenen Tagen ein deutlicher Abgabedruck eingesetzt hatte. Im jüngsten Quartal erzielte Oracle zwar einen Umsatz von 16,058 Milliarden Dollar mit einem kräftigen Plus von 14,2%, wobei die Cloud-Infrastruktur mit 4,079 Milliarden Dollar Umsatz um beeindruckende 67,6% zulegte. Gleichzeitig blieb der operative Cashflow mit nur 2 Milliarden Dollar deutlich hinter den massiven Investitionen in Rechenzentren von 12 Milliarden Dollar zurück, was zu einem negativen Free Cashflow von fast 10 Milliarden Dollar führte.

Die aggressive Ausbau-Strategie schlägt sich auch in der Bilanz nieder, denn die Nettoschulden von Oracle sind inzwischen auf rund 88,309 Milliarden Dollar angewachsen. Ein Bloomberg-Bericht, wonach der Bau mehrerer Rechenzentren für OpenAI angeblich von 2027 auf das Jahr 2088 verschoben worden sei, schürte zusätzlich Zweifel an der Tragfähigkeit der KI-Investitionen, zog die Aktie von Oracle sowie zeitweise auch Nvidia und den S&P 500 nach unten. Obwohl Oracle diesen Bericht dementierte und einen Teil der Verluste wieder aufholen konnte, blieben Anleger misstrauisch, nicht zuletzt weil die Renditen auf Oracle-Anleihen inzwischen über typischen Ramsch-Anleihen liegen und so die Skepsis des Kreditmarkts gegenüber dem massiven Capex signalisieren.

Aus Analystensicht überwiegen derzeit die Risiken der hoch verschuldeten KI-Ausbaustrategie von Oracle, weshalb auf Basis der aktuellen Trends klar zu Gewinnmitnahmen beziehungsweise Verkäufen geraten wird. Die Kombination aus negativem Free Cashflow, steigender Verschuldung und einem zunehmend kritischer beäugten KI-Hype erhöht die Anfälligkeit der Aktie für weitere Rückschläge, falls sich Wachstumsziele verzögern oder Margen unter Druck geraten. Sollte sich die bisherige Euphorie um KI-getriebene Rechenzentren weiter abkühlen, könnte Oracle vom Markt gezwungen werden, seine Investitionspläne zu straffen und stärker auf Kapitaldisziplin statt Wachstum um jeden Preis zu setzen.

RHM & Co. – Waffenstillstands-Hoffnung drückt deutsche Rüstungswerte

Deutsche Rüstungsaktien gerieten heute stark unter Druck, nachdem neue Signale aus Berlin und Kiew Hoffnungen auf Fortschritte in Richtung eines Waffenstillstands im russisch-ukrainischen Krieg nährten. Papiere von Unternehmen wie TKMS, Rheinmetall, Renk und Hensoldt verloren in der Spitze bis zu rund 4,5%, während der DAX insgesamt moderat nachgab. Anleger nahmen nach dem starken Lauf der Branche in den vergangenen Monaten vermehrt Gewinne mit, da ein Ende der akuten Kriegsphase kurzfristig als Belastungsfaktor für die Auftragsfantasie wahrgenommen wird.

Auslöser für die Kursabgaben waren Berichte über Gespräche in Berlin, in denen beteiligte Seiten die Verhandlungen über ein mögliches Ende des russischen Angriffskrieges als Fortschritt bezeichneten. Im Fokus stehen Sicherheitsgarantien für die Ukraine im Falle eines Waffenstillstands, nachdem sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj offenbar damit abgefunden hat, dass ein rascher NATO-Beitritt unrealistisch ist. Ein Sprecher aus dem Rüstungsumfeld argumentierte allerdings, dass gerade ein solcher Waffenstillstand mittel- bis langfristig zu verstärkten Investitionen in Rüstung durch Deutschland und andere NATO-Länder führen könnte, da Russland nicht verschossene Waffen für spätere Konflikte horten könnte.

Für Anleger zeichnet sich damit ein Spannungsfeld zwischen kurzfristigem Abwärtsdruck und langfristig intakten strukturellen Treibern ab. Kurzfristig dominiert die Erwartung eines Abwärtstrends bei deutschen und europäischen Rüstungsaktien, da politische Entspannungssignale die unmittelbare Kriegsprämie in den Bewertungen reduzieren. Mittel- bis langfristig könnten jedoch höhere Verteidigungsbudgets und eine verstärkte Sorge um die Sicherheit in Europa dafür sorgen, dass die Branche trotz der momentanen Korrektur ein zentraler Pfeiler in vielen Portfolios bleibt.

F – Ford vollzieht Kehrtwende bei E-Autos und setzt auf günstige EVs und Hybride

Die Aktie von Ford (F) bewegte sich nur leicht und schloss 0,2% im Minus, obwohl das Management eine tiefgreifende Neuausrichtung der Elektrostrategie bekanntgab. Der Autokonzern nimmt eine Abschreibung von insgesamt 19,5 Milliarden Dollar auf sein Elektrofahrzeug-Geschäft vor, die sich bis 2027 über mehrere Jahre erstreckt, und reagiert damit auf massive Verluste in diesem Segment. So verlor Ford zwischen 2021 und 2024 im EV-Geschäft insgesamt rund 13 Milliarden Dollar und kam zeitweise auf einen Verlust von etwa 132.000 Dollar pro verkauftem Elektrofahrzeug.

Vor acht Jahren hatte Ford noch eine „All-in“-Strategie für Elektrofahrzeuge ausgerufen, doch die Realität von hohen Kosten, schleppender Nachfrage und sich ändernden regulatorischen Rahmenbedingungen zwingt den Konzern nun zum Kurswechsel. CEO Jim Farley erklärte, dass man sich künftig auf einen preisgünstigeren 30.000-Dollar-EV-Pickup sowie auf ein deutlich erweitertes Angebot an Hybriden konzentrieren wolle, da große, teure EVs sich als nicht profitabel erwiesen hätten. Gleichzeitig plant Ford trotz der scharfen Einschnitte, bis 2030 rund 50% seines globalen Absatzvolumens über Hybride und Elektrofahrzeuge abzuwickeln, was einen Spagat zwischen Verbrennern, Hybriden und EVs erfordert.

Die Wall Street reagierte erleichtert darauf, dass Ford in einem schwierigen Umfeld konsequent durchgreift, zumal die EBITDA-Prognosen für 2025 trotz der Abschreibungen leicht angehoben wurden. Kritiker bezweifeln jedoch, ob der Konzern den Balanceakt zwischen der Profitabilität klassischer Verbrenner, dem wachsenden Hybridmarkt und dem globalen EV-Wettlauf gegen aggressive chinesische Wettbewerber erfolgreich meistern kann. Für Anleger bleibt die Frage, ob die Neuausrichtung Ford langfristig wieder auf einen profitableren Wachstumspfad bringt oder ob die Marke in der Transformation zwischen zwei Welten – Verbrenner und vollelektrisch – zerrieben wird.

PFE – Pfizer kämpft mit Wachstumsflaute nach dem COVID-Boom

Die Aktie von Pfizer (PFE) stand erneut unter Druck und verlor im Tagesverlauf rund 3,4% bis gut 5%, nachdem der Pharmariese einen enttäuschenden Ausblick für das kommende Jahr vorgelegt hatte. Für das nächste Jahr rechnet Pfizer nur mit geringem oder gar keinem Umsatzwachstum und peilt Erlöse von lediglich 59,5 bis 62,5 Milliarden Dollar an, deutlich unter den hohen Niveaus aus der Pandemiezeit. Beim bereinigten Gewinn je Aktie stellt das Unternehmen für das kommende Jahr lediglich 2,80 bis 3,00 Dollar in Aussicht und plant parallel Einsparungen von mehr als 7 Milliarden Dollar bis 2027, um die Profitabilität zu stabilisieren.

Seit dem Höhepunkt des COVID-Booms hat die Aktie von Pfizer inzwischen rund 50% an Wert verloren, da die temporären Impfstoff- und Medikamentenerlöse wegbrechen und neue Blockbuster in der Pipeline bislang nicht im selben Tempo nachrücken. Um die Produktpipeline zu erneuern, hat Pfizer in den vergangenen Jahren eine Reihe kostspieliger Übernahmen gestemmt, was zwar die langfristigen Forschungs- und Entwicklungsoptionen verbreitern soll, kurzfristig aber die Bilanz belastet. Die nun kommunizierte Bandbreite der erwarteten Einnahmen für 2026 von 5,5 bis 26,5 Milliarden Dollar liegt zudem unter dem Mittelwert der Analystenschätzungen, was bei Investoren Zweifel an der Wachstumsdynamik verstärkt.

Der Konzern versucht, mit dem Sparprogramm und der Integration der akquirierten Assets die Basis für eine profitablere Zeit nach der Pandemie zu legen. Entscheidend wird sein, ob die neuen Medikamente und Therapien aus der erweiterten Pipeline rechtzeitig und in ausreichender Breite auf den Markt kommen, um die Lücke der schrumpfenden COVID-Umsätze zu schließen. Bis dahin dürfte die Aktie von Pfizer vor allem von der Visibilität künftiger Cashflows, regulatorischen Meilensteinen und möglichen weiteren Restrukturierungsschritten abhängen.

KURZNEWS

  • US-ARBEITSMARKT – Makro: Die US-Wirtschaft schuf im November 64.000 neue Stellen und lag damit über den erwarteten 50.000, während die Arbeitslosenquote auf 4,6% stieg und damit etwas schlechter als prognostiziert ausfiel. Im Oktober gingen die Nonfarm Payrolls um 105.000 zurück, belastet durch den Abbau von insgesamt 167.000 Stellen im Regierungssektor über Oktober und November, was vermutlich den Anstieg der Arbeitslosigkeit mittrieb.
  • FED/ZINSEN – Makro: Ökonomen werten den Arbeitsmarktbericht als eher taubenhafte Entwicklung, da die durchschnittlichen Stundenlöhne im Monatsvergleich lediglich um 0,1% zulegten und damit weniger Inflationsdruck signalisieren. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im Januar liegt laut Markterwartung nur bei rund 24% (zuvor 22%), sodass weiter von einer Pause ausgegangen wird und größere Zinssenkungen in den USA tendenziell nach hinten verschoben werden.
  • RETAIL SALES – Makro: Die US-Einzelhandelsumsätze blieben im Oktober insgesamt flach, nachdem ein Rückgang der Autoverkäufe von rund 1,6–1,9% die Gesamtzahlen belastete. Bereinigt um Auto- und Autoteile stiegen die Umsätze jedoch um 0,4% und lagen damit über den erwarteten 0,2%.
  • US-KONSUM – Makro: Daten des Einzelhandelsverbands zeigen, dass die Umsätze im November gegenüber dem Vormonat weitgehend unverändert blieben, im Jahresvergleich aber um +4,7% zulegten. Besonders gefragt waren Bekleidung, Geschenkkarten und Spielzeug, während digitale Produkte um rund +15% gewannen, und Analysten sprechen von einer K-förmigen Wirtschaft, in der vor allem Haushalte mit höherem Einkommen die Ausgaben treiben.
  • NASDAQ – Marktstruktur: Die Nasdaq hat bei der US-Börsenaufsicht SEC beantragt, an Werktagen eine zusätzliche Sitzung nach dem regulären Nachbörsenhandel einzuführen und den Handel auf nahezu 24 Stunden auszuweiten. Hintergrund ist die starke Nachfrage von Privatanlegern, die bereits rund um die Uhr auf Plattformen wie Robinhood und im Kryptohandel aktiv sind, sowie von internationalen Investoren, die US-Aktien außerhalb der Kernhandelszeiten handeln wollen.
  • NASDAQ 24H – Marktstruktur: Ein weiterer Antrag der Nasdaq sieht konkret vor, den Aktienhandel ab der zweiten Jahreshälfte 2026 auf 23 Stunden täglich, fünf Tage pro Woche, auszuweiten. Marktteilnehmer diskutieren, inwieweit sich dadurch die Liquidität über den Tag strecken und ob es in den neuen Randzeiten zu wenig aussagekräftigen Kursschwankungen kommen könnte.
  • AMZN – Amazon: BMO Capital stufte Amazon mit einer Kaufempfehlung ein und setzte das Kursziel auf 304 Dollar fest. Die Analysten erwarten, dass das Wachstum im Cloud-Geschäft Amazon Web Services erneut an Dynamik gewinnt und im abgelaufenen Quartal bei rund 39% lag, mit einem ähnlichen Tempo von knapp 40% im ersten Quartal des kommenden Jahres.
  • GOOGL – Alphabet/Google: Auch Google wird von BMO zum Kauf empfohlen, mit einem auf 343 Dollar angehobenen Kursziel. Neben einem beschleunigten Wachstum im Cloud-Geschäft profitiert Alphabet von Chancen bei Waymo sowie von Ambitionen im Immobilienbereich, die unter anderem die Aktie von Zillow zuletzt belasteten.
  • ZS – Zscaler: Die Analysten von Mizuo stuften Zscaler auf Outperform hoch und setzten ein Kursziel von 310 Dollar. Sie sehen Rückenwind durch die starke Nachfrage nach Cloud-Security-Lösungen und gehen davon aus, dass das Unternehmen beim Wachstum über den bisherigen Erwartungen liegen kann.
  • TSLA – Tesla: Tesla erreichte zuletzt ein neues Rekordhoch, gestützt von optimistischen Einschätzungen zu Robotik und autonomem Fahren. Mitsuo hob das Kursziel auf 530 Dollar an, während Wedbush sogar 600 Dollar in Aussicht stellt und den Start der Robotaxi-Testphase ohne Begleitpersonen in Austin, Texas, sowie eine geplante Ausweitung auf weitere Städte als neue Ära für das Unternehmen bezeichnet.
  • F – Ford (Konsensreaktion): Trotz der Ankündigung massiver Abschreibungen auf das EV-Geschäft fiel die Aktie von Ford lediglich um 0,2%. Die Wall Street zeigte sich erleichtert, dass das Management konsequent reagiert und die EBITDA-Prognose für 2025 leicht anhebt, während es den Fokus auf günstigere Elektrofahrzeuge und Hybride verlagert.
  • CMCSA – Comcast: Die Aktie von Comcast sprang um 4,6% nach oben und war damit der Top-Gewinner im S&P 500. Auslöser waren Spekulationen von CNBC-Journalist David Faber über ein mögliches aktivistisches Engagement, gestützt auf auffällige Aktivitäten im Swaps- und Optionsmarkt, obwohl der Titel im laufenden Jahr trotz des Anstiegs noch rund 21% im Minus liegt.
  • NVDA – Nvidia (Intraday-Reaktion): Die Aktien von Nvidia zogen nach Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts kurzfristig um rund 0,4–0,5% an. Marktteilnehmer werten dies als Zeichen für anhaltende Stärke bei der Nachfrage nach KI- und Rechenzentrums-Hardware, trotz wachsender Diskussionen über die Nachhaltigkeit des Investitionsbooms.
  • NFLX – Netflix/Warner Bros. Discovery: Netflix steht im Fokus, seit Pläne für eine mögliche Übernahme der Streaming- und Studio-Sparte von Warner Bros. Discovery bekannt wurden, die die Aktie zeitweise belasteten. Neue Berichte von Semaphore deuten nun auf wachsenden Widerstand in Washington gegen einen solchen Deal hin, was bei einem Scheitern der Transaktion die Netflix-Aktie tendenziell stützen könnte.
  • NAVAN – Navan: Die Papiere des Geschäftsreise- und Spesenplattform-Anbieters Navan gaben nach der Vorlage des ersten Quartalsberichts als börsennotiertes Unternehmen deutlich nach. Für Verunsicherung sorgte zusätzlich die überraschende Ankündigung des CFO-Abgangs, während der Broker Needham die ausgegebene Prognose als sehr konservativ einstufte.
  • LEN – Lennar: Lennar gehört zu den größten Positionen im Fonds von Goodhaven Capital Management, dessen Manager Patkowski langfristig optimistisch für den US-Einfamilienhausmarkt ist. Das Unternehmen hat seine Bilanz durch die Auslagerung eines Großteils des Landes in die Gesellschaft Milrose gestrafft, um über den gesamten Zyklus hinweg höheren freien Cashflow und bessere Kapitalrenditen zu erzielen, auch wenn die kurzfristigen Quartalszahlen eher verhalten ausfallen könnten.
  • MU – Micron (Ausblick/Erwartungen): Für Micron werden starke Zahlen erwartet, da Analysten von einem Übertreffen der Umsatz- und Gewinnprognosen ausgehen. Steigende Speicherpreise und ein bis voraussichtlich 2027 anhaltender Angebotsengpass, getrieben durch KI-Nachfrage, stützen den Optimismus, auch wenn eine vorübergehende Abkühlung durch Lageraufbau bei Kunden zu Beginn des nächsten Jahres möglich erscheint.
  • ZF – Zscaler (zweite Referenz, nur Kontext): Die positive Einschätzung zu Zscaler spiegelt die zunehmende Bedeutung von Cloud-Security in einer Welt wider, in der Unternehmen ihre IT-Infrastrukturen verstärkt in Richtung Zero-Trust-Architekturen transformieren. Analysten sehen Spielraum für weiteres Wachstum, da sich Sicherheitsbudgets trotz makroökonomischer Unsicherheiten als relativ widerstandsfähig erweisen.

KALENDER Firmen & Unternehmen

EARNINGS

  • MICRON (MU): Quartalszahlen – Mittwochabend, nach US-Börsenschluss
  • LENNAR (LEN): Quartalszahlen – heute Abend, nach US-Börsenschluss

MAKRO

  • USA VERBRAUCHERPREISE (CPI): Donnerstag, 14:30 Uhr MEZ – vor Eröffnung der Wall Street

IM BLICKPUNKT

  • BMO Capital zu AMZN: Bestätigt Kaufempfehlung für Amazon und hebt das Kursziel auf 304 Dollar an, gestützt auf die Erwartung, dass das Wachstum bei Amazon Web Services im Cloud-Bereich auf rund 39–40% anziehen wird.
  • BMO Capital zu GOOGL: Stuften Google erneut mit „Kaufen“ ein und erhöhten das Kursziel auf 343 Dollar, da sie mit einer Beschleunigung des Cloud-Wachstums sowie zusätzlichen Impulsen durch Waymo und neue Initiativen im Immobilienbereich rechnen.
  • Mizuo zu TSLA: Hebt das Kursziel für Tesla auf 530 Dollar an und verweist auf den Beginn einer neuen Ära durch Robotaxis und autonome Fahrfunktionen, die zunächst in Austin, Texas, und perspektivisch in weiteren Städten ohne Sicherheitsfahrer getestet werden sollen.
  • Wedbush zu TSLA: Setzt ein Street-High-Kursziel von 600 Dollar für Tesla und betont die strategische Bedeutung von Robotics und Full Self-Driving als nächste Wachstumswelle für den Konzern.
  • Mizuo zu ZS: Stuften Zscaler von einer neutralen Einstufung auf Outperform hoch und sehen mit einem neuen Kursziel von 310 Dollar weiteres Aufwärtspotenzial, da die Nachfrage nach Cloud-Security und Zero-Trust-Lösungen hoch bleibt.
  • Morgan Stanley zu ROKU: Vergab ein doppeltes Upgrade für Roku von Underweight auf Overweight, da sich das Umsatzwachstum in der zweiten Jahreshälfte 2025 beschleunigt, die Nutzerbasis zunimmt und die Partnerschaften im Streaming-Ökosystem vertieft werden.
  • Bank of America zu EL: Setzt für Estee Lauder ein neues Street-High-Kursziel von 130 Dollar bei einer Kaufempfehlung und sieht das Unternehmen als Top-Pick im Beauty-Sektor für 2026, getragen vom „Beauty reimagined“-Plan und einer erwarteten Erholung des Beauty-Marktes in den USA und China.
  • Jefferies zu OPRA/OPTA: Jefferies stuft Opta von „Hold“ auf „Buy“ hoch und erhöht das Kursziel von 90 auf 125 Dollar, da eine bessere Go-to-Market-Ausführung, eine Stabilisierung im Kundendaten-Geschäft und wachsende Nachfrage nach agentic AI das Wachstum über den aktuellen Konsens treiben könnten.
  • Unbenannter Broker zu ORCL: Ein Sprecher rät angesichts des negativen Free Cashflows, der auf fast 10 Milliarden Dollar im letzten Quartal anwuchs, und der auf 88,309 Milliarden Dollar gestiegenen Nettoverschuldung klar zum Verkauf der Oracle-Aktie.
  • Marktkommentar zu NVDA/AI-Sektor: Analysten verweisen darauf, dass Nvidia mit einem Marktanteil von rund 80% an KI-Chips der größte Profiteur eines Investitionszyklus von über 200 Milliarden Dollar im Hyperscaler-Sektor bleibt, warnen jedoch vor zunehmender Hebelung und potenziell ineffizientem Kapitaleinsatz im KI-Bereich insgesamt.

Bitcoin-Schock: Strategy unter Druck – Nvidia als KI-Marktführer im Feuer

KURZ & KNAPP

Bitcoin rutscht zum Monatsauftakt deutlich ab und löst einen regelrechten Schock bei Risikoassets aus. Besonders im Fokus steht Strategy, das bei weiterem Kursdruck sogar Bitcoin-Verkäufe zur Dividendensicherung in den Raum stellt. Parallel dreht sich an der Wall Street alles um das KI-Rennen mit Schwergewichten wie NVIDIA und Google (Alphabet). Wir ordnen ein, wie stark diese Entwicklungen Portfolios und Risk-On-Strategien wirklich treffen.

Rohstoffe sorgen zusätzlich für Bewegung: OPEC Plus stützt mit der Aussetzung geplanter Förderausweitungen den Ölpreis, während Silber Rekordhochs markiert. Damit stehen Energie- und Minenwerte ebenso im Rampenlicht wie krypto-nahe Aktien. Zugleich bleiben US-Futures, Tech-Namen und Risikoassets wegen der Krypto-Turbulenzen und Gewinnmitnahmen in KI-Chips hochvolatil.

In Europa geraten der DAX und Titel wie Siemens Energy, SAP, Rheinmetall, Zalando und Airbus in den Fokus, während Qualitäts- und Lieferfragen sowie Streiks für Unsicherheit sorgen. Makroseitig rücken Inflationsdaten aus der Eurozone und die US-PCE-Inflation in den Vordergrund. Zudem deutet die Bank of Japan eine mögliche Zinswende an – ein Signal, das globale Renditen und Asset-Allokationen durcheinanderwirbeln kann.

AUSBLICK US-Märkte

Deutschland Europa

Der DAX startet den Monatsauftakt unter Druck: Nach dem November-Schluss bei 23.836 Punkten wird der Early-and-Late-DAX heute bei rund 23.680 indiziert, die Stimmung ist leicht negativ. Technisch bleibt die 50-Tage-Linie ein Reibungspunkt, die 200-Tage-Linie wurde zuletzt mehrfach verteidigt und ist weiter relevant für die mittelfristige Orientierung. Anleger bleiben angesichts der globalen Risikoindikatoren vorsichtig und beobachten, ob die jüngste Erholungsrallye haltbar ist.

Siemens Energy: Die Aktie bleibt laut Marktkommentaren sehr stark und notiert knapp unter dem Allzeithoch. Das Momentum zeigt weiter Stärke, was Anlegern Hoffnung auf Fortsetzung der Erholung gibt.
SAP: SAP kommt laut Einschätzungen wieder in Schwung und zeigt Anzeichen für eine technische Stabilisierung. Analysten sehen erste Erholungszeichen nach den jüngsten Rücksetzern.
Rheinmetall: Rheinmetall wurde heute Morgen hervorgehoben, weil das Unternehmen zu den 20 größten Rüstungskonzernen gehört; zugleich drückt die Erwartung auf Frieden in der Ukraine aktuell auf die Bewertung. Auf Tradegate notierte die Aktie schwächer, technische Belastung und Stimmen zu Margenwidersprüchen belasten die Kurse.
Airbus: Airbus hat am Wochenende ein wichtiges Software-Update für A320-Jets verteilt; mittlerweile berichten Fluggesellschaften, dass die meisten Korrekturen aufgespielt sind. Nach der Störung gab es zwischenzeitliche Belastungen, nun stehen Liefer- und Qualitätsfragen im Fokus.
Zalando: Bei Zalando sorgen heute Warnstreiks und Tarifdebatten für Belastung; die Aktie notiert nahe Jahrestiefs und bleibt unter Druck, solange Personal- und Kostenfragen ungelöst sind.

Auf europäischer Ebene zeigen die Märkte ein gemischtes Bild: Nach dem Rekordhoch Ende letzter Woche liegen die europäischen Aktien am Vormittag rund drei Zehntelprozent im Minus. Wichtige Impulse kommen heute Vormittag von der Airbus-Software-Thematik sowie von den Rohstoffmärkten, nachdem OPEC Plus die geplanten Produktionsausweitungen im ersten Quartal ausgesetzt hat und damit Ölpreise stützt.

US Ausblick

Die US-Futures signalisieren vorbörslich Schwäche: Nasdaq-Futures liegen unter Druck und zeigen einen Rückschlag, während auch die S&P-Futures leicht nachgeben. Das Umfeld bleibt volatil, beeinflusst von sinkenden Risiko-Assets wie Kryptowährungen und von Unsicherheit um Zinsentscheidungen der Notenbanken.

NVIDIA: Nvidia bleibt im Fokus der Futures-Sitzungen, nachdem Kommentare zu Hyperscalern und Chiplieferketten für kurzfristige Schwankungen gesorgt haben. Marktteilnehmer beobachten weiterhin die Positionierung der großen KI-Profiteure, gleichzeitig gibt es Gegenbewegungen nach jüngsten Gewinnmitnahmen.
Google: Alphabet hat zuletzt den Schritt vom Nachzügler zum Führer im KI-Bereich vollzogen, was die Diskussion um Wettbewerb zwischen großen Techern neu entfacht. Analysten sehen darin einen Grund für erhöhte Aufmerksamkeit in den Futures, da sich Allokationen Richtung KI-Profiteure verschieben.
Moderna: Moderna verzeichnet heute Morgen Schwäche nach einem Gerichtsurteil, das den Versuch des Unternehmens, eine Klage abzuweisen, zurückwies. Die rechtliche Belastung sorgt für vorbörslichen Druck und rückt Pharmathemen auf die Beobachtungsliste.

DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

Krypto-Schock: Bitcoin fällt – welche Risiken drohen für Strategy und Risikoassets?

Der Dezember beginnt riskant für Kryptowährungen: Bitcoin verlor heute Morgen deutlich an Wert und fiel von jüngsten Erholungszonen um 90.000–92.000 US-Dollar binnen kurzer Zeit zurück auf rund 86.000 US-Dollar, einzelne Berichte sprechen von Rückgängen von etwa fünf Prozent in der Sitzung. Das Momentum wirkt derzeit nicht auf der Seite der Bullen, und Marktteilnehmer sehen in Bitcoin zunehmend wieder einen Kurzfrist-Proxy für Risk-on/Risk-off-Bewegungen. Algorithmen, die auf Krypto-Signale reagieren, dürften kurzfristig die Volatilität an den Aktienmärkten verstärken und damit auch andere riskantere Titel belasten.

Besonders heikel ist die Lage für das krypto-exponierte Unternehmen Strategy (früher MicroStrategy): Mitarbeiter des Unternehmens äußerten, dass bei weiterem Druck auf den Aktienkurs mögliche Verkäufe von Bitcoin-Beständen zur Finanzierung von Dividendenzahlungen nicht ausgeschlossen sind. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass ein anhaltender Krypto-Ausverkauf direkt in Unternehmensbilanzen und Indexzugehörigkeiten überschwappen kann. Für Anleger ist das heute relevant, weil Solche Liquidationen zusätzlichen Verkaufsdruck generieren und zugleich als Warnsignal für andere börsennotierte Krypto-Exponierte dienen können; vorbörslich reagieren Risikopositionen bereits sensibel. Kurzfristig bedeutet das: erhöhte Volatilität, möglicher Abgabedruck bei Krypto- und Tech-Namen und die Notwendigkeit, Positionen auf Liquiditäts- und Finanzierungsrisiken zu prüfen.

KI-Rennen und Chipbau: Nvidia, Google und Micron treiben die Tech-Diskussion

Die Diskussion um Künstliche Intelligenz dominiert weiter die Märkte: NVIDIA bleibt das zentrale Synonym für den KI-Boom, doch Gewinnmitnahmen und Statements großer Investoren sorgen immer wieder für scharfe Kursbewegungen. Gleichzeitig sorgt die Ankündigung, dass Hyperscaler ihre Chipbeschaffungen umstrukturieren könnten, für Nervosität in Zulieferketten. Analysten und Marktteilnehmer fragen, wie nachhaltig die Bewertungsaufschläge für die führenden KI-Profiteure sind.

Parallel hat sich Google als unerwarteter Treiber etabliert: Aus Berichten geht hervor, dass Alphabet von Nachzügler zu einem Anführer geworden ist und mit eigenen KI-Angeboten Marktanteile attackiert, was die Konkurrenzsituation unter den großen Techfirmen verschärft. Auf der Produktionsseite bleibt Micron im Blickfeld: Berichte über Milliardeninvestitionen in neue Fabriken für KI-fähige Speicherchips – etwa in Japan – zeigen, dass die Branche die Lieferketten diversifizieren will. Für Anleger ist das wichtig, weil technologische Führerschaft, Lieferkettenstrategie und hohe Investitionen die Gewinner und Verlierer der nächsten Jahre bestimmen werden.

Öl und Edelmetalle: OPEC Plus stützt Öl, Silber markiert Rekorde

OPEC Plus hat entschieden, die geplanten Produktionsausweitungen im ersten Quartal auszusetzen, was den Ölpreis heute deutlich gestützt hat. Die Märkte reagierten mit Kursaufschlägen beim Rohöl, Brent notierte entsprechend höher und verhalf dem Energiesektor kurzfristig zu Erleichterungsgewinnen. Diese Entscheidung reflektiert die Sorge der Produzenten vor einem beginnenden Angebotsüberhang und sorgt für sofortige Marktbewegungen.

Gleichzeitig setzen die Edelmetalle ein deutliches Zeichen: Silber erreichte ein neues Rekordhoch und bleibt ein besonders dynamischer Sektor, getrieben von Angebotsengpässen und einer starken Nachfrage als Inflations-/Absicherungsinstrument. Für den Handel heute bedeutet das: Rohstoff-Exposure und Minenwerte können kurzfristig profitieren, Anleger sollten aber die höhere Volatilität und geopolitische Risiken im Auge behalten, die diese Rohstoffrallyes weiter antreiben können.

Airbus: Software-Update beruhigt, aber Qualitätsfragen bleiben

Airbus hat nach dem Wochenende mitgeteilt, dass die meisten A320-Jets inzwischen ein dringendes Software-Update erhalten haben, das zuvor zu Flugunterbrechungen geführt hatte. Fluggesellschaften berichten, dass die Mehrzahl der Flotten inzwischen wieder einsatzfähig ist, was kurzfristig Entspannung bringt. Dennoch bleiben die Folgen für Lieferpläne und Qualitätskontrolle ein Thema, das Anleger weiter beobachten.

Bank of Japan deutet Zinswende an – Markt reagiert auf höhere Renditen

Der Gouverneur der Bank of Japan hat die bislang deutlichsten Hinweise auf mögliche Zinserhöhungen gegeben, was zu steigenden Renditen japanischer Staatsanleihen geführt hat. Händler sehen eine spürbare Wahrscheinlichkeit für einen Schritt in den kommenden Wochen, was globale Fixed-Income-Strategien beeinflusst. Für europäische und US-Märkte erhöht das die Zinsdiskussion und könnte zu Anpassungen in Asset-Allokationen führen.

KURZNEWS

  • BTC – Bitcoin: Bitcoin geriet heute Morgen deutlich unter Druck und fiel von Erholungszonen um 90.000–92.000 US-Dollar zurück auf rund 86.000 US-Dollar; das drückt kurzfristig Risikoassets.
  • MSTR – Strategy: Mitarbeiter haben angedeutet, dass bei weiterem Kursdruck Bitcoin-Bestände des Unternehmens verkauft werden könnten, um Dividendenauszahlungen zu sichern.
  • NVDA – NVIDIA: Nvidia bleibt Markttreiber im KI-Umfeld; Gewinnmitnahmen und Neuordnungen bei Hyperscalern sorgen für kurzfristige Schwankungen.
  • GOOGL – Google (Alphabet): Alphabet wird inzwischen als führend im KI-Bereich wahrgenommen, was die Wettbewerbsdynamik im Big-Tech-Segment erhöht.
  • MU – Micron Technology: Micron plant laut Berichten große Investitionen in Speicherchip-Produktion außerhalb Taiwans, etwa in Japan, um Lieferketten zu diversifizieren.
  • ASML – ASML Holding: ASML kann von starken Bestellungen im vierten Quartal profitieren, Analysten sehen lange Lieferzeiten als Triebfeder für Auftragsvolumen.
  • AIRBUS – Airbus: Das Software-Update für A320-Jets wurde bei der Mehrheit der Flotten aufgespielt; kurzfristig gibt es Erleichterung, langfristig bleiben Qualitäts- und Lieferfragen relevant.
  • RHM – Rheinmetall: Rheinmetall ist technisch angeschlagen; Meldungen zur Rolle unter den 20 größten Rüstungskonzernen und aktuelle Friedensgespräche drücken die Stimmung.
  • SIE – Siemens Energy: Siemens Energy bleibt laut Marktkommentaren sehr stark und notiert nahe seinem Allzeithoch, was Investoren weiterhin anzieht.
  • SAP – SAP: SAP zeigt erste Anzeichen einer Erholung und kommt laut Einschätzungen wieder in Schwung.
  • ZAL – Zalando: Warnstreiks und Tariffragen belasten Zalando; die Aktie bewegt sich nahe Jahrestiefs.
  • XAG – Silber: Silber erreichte ein neues Rekordhoch und zeigt damit fortgesetztes Interesse als Absicherungs- und Industriemetall.
  • OPEC – OPEC Plus: OPEC Plus hält an der Aussetzung von Produktionsausweitungen im ersten Quartal fest, die Entscheidung stützt die Ölpreise.
  • MOD – Moderna: Moderna zeigt vorbörsliche Schwäche, nachdem ein Gericht einen Antrag des Unternehmens im Patentstreit nicht vollumfänglich stattgegeben hat.
  • MUDB – MicroStrategy (Index-Thema): Diskussionen über Indexzugehörigkeit und mögliche Streichungen sorgen für zusätzliche Volatilität bei krypto-exponierten Titeln.

KALENDER Firmen & Unternehmen

Quartalszahlen

DatumEventDetails
Montag – Vor Börsöffnung (HEUTE)Hafnia Vorbörsliche VeröffentlichungHafnia meldet heute vor Börsöffnung
Montag – Nach Börsenschluss (HEUTE)Credo, MongoDB, Simulations Plus, Vestis, Cango Nachbörsliche VeröffentlichungenWichtige Quartalszahlen und Events nach Handelsschluss

Makrodaten

DatumEventDetails
Dienstag (morgen)Eurozone Eurozone InflationsdatenDetaillierte Inflationsdaten für die Eurozone
Freitag (diese Woche)USA US PCE-InflationBevorzugte Inflationskennzahl der Fed – wichtig vor der Fed-Entscheidung

IM BLICKPUNKT

  • Schärferer Krypto-Ausverkauf: Der starke Rückgang von Bitcoin und die Andeutungen von Strategy, Bestände zu verkaufen, erhöhen das Risiko für krypto-nahe Aktien und breitere Risikoassets.
  • OPEC Plus und Rohstoffe: Die Entscheidung, Produktionsausweitungen auszusetzen, stützt Ölpreise und treibt Rohstoffmärkte – insbesondere Brent und Silber – was Sektorrotationen in Energie und Rohstoffen befeuern kann.
  • Geldpolitik in Asien: Die deutlicheren Hinweise der Bank of Japan auf Zinserhöhungen befeuern die Renditen und können globale Fixed-Income-Strategien beeinflussen.

Alphabet zieht, Novo Nordisk stürzt ab — Fed-Diskussion und Tesla, Broadcom und Micron

KURZ & KNAPP

Alphabet war der klare Treiber des Handelstages: Die Vorstellung von Gemini 3 katapultierte die Aktie auf ein neues Allzeithoch und setzte den AI-Trade wieder an die Spitze der Marktdiskussion. Diese Entwicklung verändert kurzzeitig die Marktstruktur: Investoren sehen Google nun verstärkt als Strukturfavoriten im KI-Ökosystem, während Zulieferer und Konkurrenten wie Nvidia in der Bewertung unter Druck geraten bzw. Fragen zu Exportgenehmigungen und technologischer Konkurrenz aufwerfen. Parallel dominierte in Europa und Pharma das Scheitern einer Alzheimer-Studie mit einem Wirkstoff aus dem GLP-1-Umfeld: Novo Nordisk verlor deutlich, während Eli Lilly und Bayer diverierend reagierten — Lilly profitiert weiter, Bayer gewährt Gegenwind durch positive Schlaganfalldaten. Asien blieb nicht außen vor: Alibaba legte einen Kursanstieg nach App-Downloads hin und steht vor Zahlen, Schwellenländerindizes zeigen starke Relative, und die Diskussion um Chip-Exporte nach China sowie TSMC-Themen bleiben relevant. Wichtige US-Daten (Einzelhandelsumsätze, PPI, Arbeitslosenanträge) stehen unmittelbar bevor und werden die Fed-Debatte um mögliche Zinssenkungen im Dezember weiter befeuern.

RÜCKBLICK Handelstag

US-Nachbörse

Kurz vor und nach Handelsschluss war Alphabet der dominierende Marktimpuls. Die Vorstellung von Gemini 3 trieb die Aktie in neue Hochs und zog Tech-Gewinne nach sich; Marktkommentare hoben Googles kombinierte Stärke aus Modellen, eigenen Chips (TPUs) und Cloud-Infrastruktur hervor. Nvidia zeigte sich leichter unter Druck: Diskussionen über mögliche Exportentscheidungen der US-Regierung für H200-Chips nach China sowie interne Konkurrenz bei Hyperscalern dämpften die Erholung. Im Pharmasektor sorgte das Scheitern einer Alzheimer-Studie mit einem Ozempic-Wirkstoff für deutliche Kursverluste bei Novo Nordisk; Eli Lilly und andere Alzheimer-Werte profitierten dagegen. Einzelne Europatitel stachen heraus: Bayer legte nach positiven Schlaganfalldaten kräftig zu. Zu den Unternehmensmeldungen: Amazon kündigte großvolumige Investitionen in KI- und Hochleistungs-Computing für Behörden an, und Agilent meldete Veröffentlichungspläne (Bericht nach Börsenschluss).

Asien-Übernacht

Asiatische Märkte und Unternehmen blieben thematisch präsent: Alibaba stieg nach Angaben zu App-Downloads und steht vor Ergebnisveröffentlichungen; Baidu wurde von Analysten positiv diskutiert. Schwellenländerindices verzeichnen starke Jahresgewinne, und Beobachter heben das Outperformance-Potenzial von MSCI Emerging Markets hervor. Zeitgleich bleibt die Debatte um Chipexporte nach China und TSMC-relevante Themen ein geopolitisches und marktliches Risiko, das die Asien-Handelssitzung beeinflussen dürfte.

Makro & Geld-/Schuldenpolitik

Die Fed-Debatte bestimmte weiter die Marktstimmung: Stimmen von Fed-Mitgliedern (u. a. Williams, Waller) erhöhten die Wahrscheinlichkeit, dass eine Zinssenkung im Dezember in den Marktpreisen berücksichtigt wird. Marktteilnehmer achten nun besonders auf kurzfristige US-Daten: Einzelhandelsumsätze (September), PPI und Arbeitslosenanträge stehen unmittelbar an. Diskussionen um die Arbeitsmarktentwicklung und steigende WARN-Meldungen unterstreichen die Unsicherheit für die Notenbankentscheidung.

WAS HEUTE WICHTIG WAR

Alphabet setzt den AI-Impulse: Gemini 3 katapultiert Aktie auf Allzeithoch

Alphabet war heute der klare Marktführer: Die Vorstellung von Gemini 3 wurde von Marktteilnehmern als signifikanter technischer Fortschritt gewertet und trieb die Aktie auf ein neues Allzeithoch. Analysten und Investoren sehen in der Kombination aus eigenen Modellen, TPUs und Cloud-Infrastruktur einen strukturellen Vorteil gegenüber Wettbewerbern. Die starke Kursbewegung ist eine direkte Folge der Einschätzung, dass Alphabet nicht nur ein Top-Modell, sondern auch preislich effizientere KI-Lösungen anbieten kann. Institutionelle Käufer identifizieren Alphabet zunehmend als strukturellen Gewinner des KI-Ökosystems. Diese Neubewertung wirkt sich auf die gesamte Tech-Sektorlage aus: Während einige Zulieferer profitieren, geraten andere, allen voran Nvidia, unter Bewertungsdruck, zumal politische Diskussionen über Exportrestriktionen für KI-Chips nach China im Raum stehen. Händler weisen darauf hin, dass Gemini 3 die Marktlogik verändern könnte, indem es die Kostenstruktur für KI-Dienste beeinflusst. Kurzfristig erzeugt das Momentum in Alphabet Rotationen innerhalb der Magnificent-Seven-Gruppen. Mittelfristig ist die Kernfrage, wie breit die Adoption von Gemini 3 ausfällt und ob das Investitions- und Ausgabenverhalten von Firmen den KI-Boom weiter stützt. Für Anleger bleibt wichtig, die Balance zwischen Erwartung an technologische Überlegenheit und makroökonomischer Einordnung zu wahren. Insgesamt ist Alphabet heute der Treiber der Rally, doch die Entwicklung erhöht zugleich die Sensitivität des Marktes gegenüber geopolitischen Chipfragen und Konkurrenzentwicklungen.

Asien: Alibaba, Schwellenländer und Chipfragen behalten Signalwirkung

In der Asien-Peripherie dominieren zwei Themen: chinesische Big-Tech-Reaktionen und die anhaltende Stärke der Emerging Markets. Alibaba kletterte nach positiven Hinweisen zu App-Downloads und geht mit Rückenwind in die morgige Ergebnisvorlage. Parallel dazu zeigen MSCI Emerging Markets starke Jahresgewinne; Marktkommentare heben die Attraktivität gegenüber US-Aktien hervor und nennen Dollarschwäche als einen unterstützenden Faktor. Analystenstimmen zu Einzelwerten wie Baidu werden positiv dargestellt, und Börsenteilnehmer rücken wieder in Schwellenländerallokationen. Auf geopolitischer Ebene bleibt die Frage zu entscheiden, ob und in welchem Umfang US-Entscheidungen Exportrestriktionen für fortschrittliche Chips nach China lockern oder verschärfen — ein Punkt, der unmittelbar Asien-Multinationals und Halbleiterketten betrifft. Taiwan-relevante Themen (TSMC) und die Diskussionen um Zugang zu moderner AI-Hardware werden das Handelsgeschehen in der Region weiter prägen. Für Anleger sind die kurzfristigen Treiber die anstehenden Quartalszahlen und die Marktstimmung gegenüber Risikoassets in Schwellenländern.

Pharma- und Biotech-Schock: Novo Nordisk-Studienausfall trifft Aktien, Lilly profitiert

Der Pharmasektor zeigte heute eine klare Zweiteilung: Novo Nordisk erlitt nach der Veröffentlichung von Studiendaten zur Pillenversion eines GLP-1-Wirkstoffs einen empfindlichen Rückschlag, nachdem der primäre Endpunkt zur Verlangsamung des Krankheitsverlaufs bei Alzheimer nicht erreicht wurde. Die Aktie fiel deutlich und berührte ein mehrjähriges Tief; das Management setzte eine geplante Studienverlängerung aus. Im Gegensatz dazu notierte Eli Lilly freundlich — Lilly gehört in diesem Jahr zu den Gewinnern im Sektor und profitierte weiter vom starken Produktmomentum. Parallel sorgten positive Schlaganfalldaten zu Bayers Assundexian für einen Kursanstieg beim deutschen Konzern, was die Divergenz innerhalb des Sektors unterstreicht. Für Anleger bedeutet das: Während einige Unternehmen die GLP-1-Diskussion strapazieren, werden Differenzierung in der Wirkstoffentwicklung und klinische Resultate kurzfristig stark bepreist. Die News zeigen, wie stark einzelne Studienergebnisse die Sektorbewertung bewegen können.

Fed-Debatte und kurzfristige Makroagenda: Markt preist mögliche Zinssenkung ein

Die Diskussion um die US-Geldpolitik bleibt zentral: Mehrere Fed-Mitglieder (u. a. Williams, Waller) haben Signale geliefert, die die Marktteilnehmer als Hinweis auf Spielraum für Zinssenkungen im Dezember interpretieren. Das hat die Wahrscheinlichkeiten für einen Ratecut in die Höhe getrieben und die Risikoaktiva gestützt. Zugleich sorgen Anzeichen eines sich abschwächenden Arbeitsmarktes — höhere WARN-Meldungen und Entlassungsankündigungen — für zusätzlichen Diskussionsstoff. Kurzfristig richten sich die Blicke nun auf eine Reihe anstehenden US-Daten: Einzelhandelsumsätze (September), PPI und die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe; diese Veröffentlichungen werden als Schlüsselsignale für die Fed-Entscheidung eingestuft. Sollte sich das Datenbild weiter eintrüben, erhöht das die Wahrscheinlichkeit von Notenbankschritten; sollten die Daten aber robust bleiben, droht eine Neubewertung der eingepreisten Zinssenkungen. Anleger sollten daher Volatilität in den Wochen bis zum Dezember-Meeting einplanen.

Halbleiter & AI-Hardware: Tesla, Broadcom, Micron und die Exportdebatte

Der Halbleitersektor zeigte sich uneinheitlich: Tesla sorgte mit Kommentaren zu Fortschritten bei eigenen AI-Chips (A15 kurz vor Abschluss, A16 in Entwicklung) für Aufmerksamkeit, was die Frage aufwirft, inwieweit Hyperscaler und Hersteller eigene Hardware anstelle von Nvidia-Lösungen forcieren könnten. Gleichzeitig verläuft die Marktreaktion auf Nvidia durchwachsen: Das Unternehmen bleibt hochprofitabel, sieht sich aber interner Konkurrenz und politischen Diskussionen über Chipexporte nach China gegenüber. Broadcom und Micron wurden als Kaufkandidaten genannt und zeigten Kaufinteresse, was den Sektor stützt. Marktteilnehmer heben hervor, dass die Infrastruktur- und Rechenzentrumsinvestitionen (AI-Compute) die Nachfrage nach Chips weiter anschieben — die Datenzentrumspipeline bleibt ein Wachstumstreiber. Für Investoren heißt das: Technologie- und Halbleiteraktien bleiben sensitiv gegenüber technologischen Pfadentscheidungen und geopolitischen Exportfragen.

KURZNEWS

  • GOOGL – Alphabet: Gemini 3 löste eine Rally aus; Aktie erreichte ein neues Allzeithoch, Marktteilnehmer loben die Kombination aus Modellen, TPUs und Cloud.
  • NVDA – Nvidia: Gemischte Reaktionen nach jüngsten Zahlen; Diskussionen über mögliche Exportgenehmigungen für H200-Chips nach China belasten die Erholung.
  • NVO – Novo Nordisk: Aktien fielen deutlich nach dem Fehlschlag einer Alzheimer-Studie mit einer Pillenversion von Ozempic; geplante Studienverlängerung wurde gestoppt.
  • LLY – Eli Lilly: Notiert freundlich; Lilly profitiert weiter im Bereich Alzheimer/GLP-1 und wurde jüngst als erstes Healthcare-Unternehmen als Billion-Dollar-Unternehmen beschrieben.
  • BAYERN – Bayer: Sprung nach vorn nach positiven Studiendaten zu Assundexian zur Schlaganfallprävention; Aktie war Tagesgewinner in Deutschland.
  • TSLA – Tesla: Elon Musk meldete Fortschritte bei firmeneigenen AI-Chips (A15 fast fertig, A16 in Arbeit), was die Aktie stützte.
  • AMZN – Amazon: Plant umfangreiche Investitionen in KI- und Hochleistungs-Computing für US-Behörden und kündigte dafür große Ausbaupläne an.
  • AAPL – Apple: Analystenkommentare und Produktpläne (iPhone-Saison, iOS-27/AI-Integration) unterstützen die positive Grundstimmung.
  • BABA – Alibaba: Aktie stieg nach Angaben zu App-Downloads; das Unternehmen steht vor der morgigen Ergebnismitteilung.
  • BIDU – Baidu: Wurde in Analystendiskussionen positiv erwähnt; China-Tech-Stories bleiben Marktimpulsgeber in Asien.
  • ORCL – Oracle: Kreditmärkte prüfen die Schuldenlast; CDS-Preise zogen an, Anleger hinterfragen Finanzierungspläne für KI-Investitionen.
  • AGIL – Agilent Technologies: Bericht wird nach Börsenschluss veröffentlicht (laut Pool-Infos).

KALENDER Firmen & Unternehmen

IM BLICKPUNKT

– Alphabet (GOOGL): Gemini 3 treibt neue Erwartungshaltung — BNP Paribas hatte zudem ein Outperform und Ziel genannt. – Eli Lilly (LLY): Bernstein hob das Kursziel in den Berichten hervor (1.300 USD Kursziel genannt). – Merck: Wells Fargo positioniert Merck mit Overweight / Kursziel in den Kommentaren. – Synopsys: Citigroup/City-Analysen sehen das Unternehmen als strukturellen Gewinner im AI-Kontext (Kaufempfehlung / Ziel genannt). – Regeneron: HSBC nannte Kaufen mit Kursziel in Analystenberichten. – Morgan Stanley: Wolfe Research hat die Aktie hochgestuft (Street-High-Kursziel genannt). – Fed-Stimmen: Williams und Waller signalisierten Spielraum für Zinssenkungen; Markt preist erhöhte Wahrscheinlichkeit für Dezember ein. – Kreditmärkte: Oracle-CDS und Fragen zur Finanzierung von KI-Ausgaben sorgen für erhöhte Aufmerksamkeit im Kreditbereich.