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Apple und Microsoft konsolidieren – Goldrallye bewegt Märkte

KURZ & KNAPP

Apple und Microsoft starten mit leichten Gewinnmitnahmen ins Jahr 2026, während Analyst Dan Ives weiter Wachstum im KI- und Cloud-Segment erwartet. Parallel setzt die Rallye bei Gold und Silber nach dem Rekordjahr 2025 neue Akzente. Hohe Notenbankkäufe und die schwächere Entwicklung des US-Dollar treiben die Edelmetalle. Anleger beobachten gespannt, ob 2026 eine Fortsetzung des Booms bringt.

Neben den US-Tech-Schwergewichten rücken Alphabet, Oracle und Novo Nordisk mit ihren jeweils eigenen KI- und Gesundheitsstories in den Mittelpunkt. Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum tendieren fester. Globale Aktienindizes von S&P 500 bis Hang Seng signalisieren zum Jahresauftakt vorsichtigen Risikoappetit.

In Europa zeigt der DAX 40 zum Start 2026 moderate Gewinne, während der Nikkei 225 und der China A50 von einer verbesserten Stimmung in Asien profitieren. Themen wie die wachsende US-Staatsverschuldung, die künftige Rolle von Fed-Chef Jerome Powell und mögliche Auswirkungen auf die Zinspolitik prägen die Makrolage. Auch der Ausblick für die globale Autoindustrie mit steigenden Neuwagenpreisen bleibt ein wichtiges Diskussionsthema.

DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

US-Tech-Schwergewichte (AAPL, MSFT) – Kommt 2026 die nächste Rallye-Welle?

Die großen US-Tech-Schwergewichte starten verhalten ins neue Jahr, doch einige Analysten sehen 2026 als weiteres Boomjahr für den Sektor. Die Aktie von Apple (AAPL, $273,02, -0,43%) liegt vorbörslich leicht im Minus, ebenso wie Microsoft (MSFT, $485,85, -0,80%), nachdem die Titel 2025 bereits kräftig gestiegen waren. Tech-Stratege Dan Ives rechnet dennoch damit, dass führende Technologiewerte 2026 noch einmal um rund 20% bis 25% zulegen könnten. Er verweist auf anhaltendes Wachstum in den Bereichen Cloud, Künstliche Intelligenz und Plattform-Geschäftsmodelle, von denen gerade Apple und Microsoft strukturell profitieren dürften. Trotz kurzfristiger Gewinnmitnahmen betrachtet er die aktuellen Rücksetzer eher als Verschnaufpause innerhalb eines längerfristigen Aufwärtstrends.

Bei Apple bleibt der Fokus auf dem Service-Geschäft, das sich zunehmend zu einem margenstarken Wachstumstreiber entwickelt und die Schwankungen im Hardware-Geschäft abfedern soll. Microsoft wiederum profitiert von der starken Position seiner Cloud-Plattform Azure und der tiefen Integration generativer KI in Produkte wie Office und GitHub. Ives sieht die großen US-Tech-Konzerne als zentrale Gewinner der KI-Investitionswelle, die sich mit zunehmender Verbreitung von Enterprise-KI-Anwendungen weiter beschleunigen dürfte. Viele institutionelle Investoren bleiben daher in den «Mega-Caps» engagiert, weil sie in einem Umfeld erhöhter Unsicherheit als defensive Wachstumswerte gelten. Die Kursdellen zum Jahresauftakt werden an der Wall Street vor diesem Hintergrund bislang nicht als Trendwechsel interpretiert.

Für Anleger stellt sich damit vor allem die Frage nach Einstiegspunkten und Gewichtung innerhalb des Tech-Sektors. Sollte sich das optimistische Szenario von Dan Ives bewahrheiten, könnten Pullbacks bei Apple und Microsoft im Laufe des Jahres als Kaufgelegenheiten angesehen werden. Gleichzeitig mahnen die leichten Kursverluste zu Beginn des Jahres zur Vorsicht, da viel Wachstum bereits in die Bewertungen eingepreist ist. Kurzfristig könnten Zinsdebatten und die Unsicherheit um die künftige Besetzung der Federal Reserve für Schwankungen sorgen. Mittel- bis langfristig bleibt die zentrale Frage, wie stark die großen Tech-Konzerne ihre KI-Investitionen in profitables Wachstum ummünzen können – genau darauf setzen optimistische Analysten für 2026.

Gold und Silber (GC=F) – Wie weit trägt die Rekordrallye der Edelmetalle?

Nach einem Ausnahmejahr 2025 setzen Gold und Silber ihre Rallye zum Jahresauftakt 2026 fort. Eine Feinunze Gold (GC=F, $4.383,40, +0,97%) notiert erneut deutlich über 4.300 Dollar, nachdem der Preis im vergangenen Jahr um knapp 65% zugelegt und damit das stärkste Jahresplus seit 1979 erzielt hatte. Kurz vor Weihnachten hatte Gold mit knapp 4.550 Dollar ein Rekordhoch markiert, bevor es zum Jahresende zu Gewinnmitnahmen kam. Silber klettert derweil wieder in Richtung der Marke von 80 Dollar je Unze, nachdem das Metall 2025 um 148% gestiegen war und erstmals die 80-Dollar-Schwelle überschritten hatte. Angetrieben wird der Höhenflug der Edelmetalle vor allem von der Schwäche des US-Dollars, massiven Notenbankkäufen sowie anhaltenden geopolitischen Spannungen.

Analysten verweisen zudem auf die wachsenden Sorgen um die US-Staatsverschuldung, die inzwischen rund 38 Billionen Dollar erreicht, und die nachlassende Nachfrage nach US-Staatsanleihen. Große Notenbanken, insbesondere aus Ländern, die ihre Abhängigkeit vom Dollar reduzieren wollen, schichten ihre Reserven verstärkt in Gold um. Für Silber kommt eine starke industrielle Nachfrage hinzu, etwa aus Elektromobilität, Künstlicher Intelligenz und Rüstungsindustrie, die das Angebot zusätzlich verknappt. Strategen von J.P. Morgan erwarten, dass der Gold-Boom 2026 und 2027 anhalten dürfte und sehen den Preis perspektivisch in Richtung 5.000 Dollar je Unze steigen. Gleichzeitig warnen Marktbeobachter vor der erhöhten Volatilität an Tagen mit dünnem Handel, an denen bereits kleinere Orders zu größeren Ausschlägen führen können – ein Umfeld, in dem Anleger besonders diszipliniert agieren sollten.

Novo Nordisk (NVO) – Ist die Wachstumsstory nach der Kurskorrektur noch intakt?

Die Aktie von Novo Nordisk (NVO, $51,50, -0,66%) hat nach einem Hype-Jahr 2025 deutlich an Höhe verloren. Über die vergangenen zwölf Monate hinweg büßten die Papiere knapp 42% ein, auch wenn sie sich im Dezember mit einem Monatsplus von gut 6% etwas stabilisieren konnten. Der dänische Pharmakonzern, bekannt für seine Medikamente gegen Diabetes und Adipositas, bleibt dennoch ein Kerninvestment für langfristig orientierte Wachstumsinvestoren wie Sustainable Growth Advisers (SGA). In ihrem jüngsten Quartalsbericht betonen die Manager, dass sie weiterhin auf qualitativ hochwertige Wachstumsunternehmen mit stabilen Erträgen und Cashflows setzen – Novo Nordisk zählt für sie weiterhin in diese Kategorie. Die operative Entwicklung des Unternehmens hat sich zuletzt als robuster erwiesen als die Kursbewegung vermuten lässt.

Die deutliche Underperformance der Aktie führen die SGA-Manager eher auf eine Marktrotation in zyklische und niedrig bewertete Werte zurück als auf eine Eintrübung der fundamentalen Perspektiven. Insbesondere die weltweite Nachfrage nach modernen Diabetes- und Adipositas-Therapien bleibt hoch, was langfristig zweistellige Wachstumsraten ermöglichen könnte. Für 2026 stellt sich damit weniger die Frage nach der Stabilität des Geschäftsmodells, sondern vielmehr nach der Bewertung und dem richtigen Einstiegsniveau nach der Korrektur. Institutionelle Investoren wie SGA nutzen derartige Rückgänge häufig, um Positionen in strukturellen Wachstumsstories schrittweise auszubauen. Ob sich diese Strategie auszahlt, hängt entscheidend davon ab, ob Novo Nordisk seine Wachstumsziele im Kerngeschäft in den kommenden Quartalen bestätigen kann.

Alphabet (GOOGL) – Warum bleibt die Google-Mutter Liebling der Großanleger?

Die Aktie von Alphabet (GOOGL, $315,97, -0,27%) startet mit leichten Gewinnmitnahmen ins neue Jahr, nachdem der Titel 2025 um rund 65% zugelegt hatte. Der Marktwert der Google-Mutter lag zum Jahresende 2025 bei rund 3,78 Billionen Dollar, was Alphabet zu einem der wertvollsten Unternehmen der Welt macht. Trotz der jüngsten Konsolidierung bleibt der Konzern ein Kernwert in vielen Wachstumsportfolios institutioneller Investoren. So hebt der Fonds Sustainable Growth Advisers (SGA) in seinem jüngsten Quartalsbericht die starke Position von Alphabet in den Bereichen Online-Werbung, Cloud-Computing und KI hervor. Die Kombination aus hohen Margen im Werbegeschäft und wachsendem Cloud-Segment überzeugt langfristig orientierte Anleger.

Auch die zunehmenden Investitionen in Künstliche Intelligenz, etwa über die Gemini-Modellfamilie und proprietäre TPU-Chips, stärken aus Sicht vieler Großanleger die strategische Position des Konzerns im Technologiewettlauf. Obwohl der starke Kursanstieg 2025 die Bewertung angehoben hat, setzen Investoren weiter darauf, dass Alphabet seine Plattformen erfolgreich monetarisieren und neue Ertragsquellen erschließen kann. Kurzfristige Rücksetzer werden daher bisher eher als Gelegenheit interpretiert, Engagements anzupassen, als als Signal eines fundamentalen Bruchs. Für 2026 steht vor allem im Fokus, wie schnell sich die massiven KI-Investitionen in steigenden Umsätzen und Gewinnen niederschlagen – ein entscheidender Faktor dafür, ob die Aktie ihre Outperformance fortsetzen kann.

Oracle (ORCL) – Bleibt der KI-Infrastruktur-Champion 2026 auf der Erfolgsspur?

Die Aktie von Oracle (ORCL, $197,29, -1,17%) blickt auf ein extrem schwankungsreiches Jahr 2025 zurück. Nach einem Kurssprung von 40% an einem Tag im September, ausgelöst durch starke Cloud-Zahlen und explodierende Auftragsbestände, gab der Kurs bis zum Jahresende sämtliche Gewinne wieder ab. Oracle positioniert sich als einer der zentralen Infrastruktur-Lieferanten der KI-Revolution und hat sich im Cloud-Geschäft hinter den drei großen Hyperscalern als vierter Player etabliert. Der Cloud-IaaS-Umsatz wuchs zuletzt um 68% auf 4,1 Milliarden Dollar im Quartal, was einem Jahresrunrate von rund 16,5 Milliarden Dollar entspricht. Besonders im Fokus steht ein Cloud-Auftragsbestand (RPO) von mehr als 500 Milliarden Dollar, der zu großen Teilen auf den KI-Pionier OpenAI zurückgeht.

Genau diese hohe Kundenkonzentration und die aggressive Schuldenaufnahme zur Finanzierung der Rechenzentrums-Offensive nähren jedoch Zweifel an der Tragfähigkeit der aktuellen Wachstumsstrategie. OpenAI soll allein für rund 300 Milliarden Dollar der Oracle-RPOs stehen, während das Start-up gleichzeitig hohe Verluste und enorme langfristige Ausgabeverpflichtungen schultern muss. Oracle selbst hat seine Bruttoverschuldung im Zuge der Investitionen von 96 auf fast 130 Milliarden Dollar erhöht und zuletzt einen negativen freien Cashflow von rund 10 Milliarden Dollar ausgewiesen. Zwar rechnet das Management langfristig mit attraktiven Margen im KI-spezifischen Cloud-Geschäft, doch der Spielraum für Fehlentwicklungen ist begrenzt. 2026 dürfte damit zum Lackmustest werden, ob der KI-Infrastrukturboom die mutige Wette von Oracle rechtfertigt – oder ob die Risiken aus Schuldenlast und Kundenzentrierung schwerer wiegen.

KURZNEWS

  • GC=F – Gold: Der Goldpreis setzt seine Rekordjagd fort und steigt am Morgen in London um rund 55 Dollar auf etwa 4.374 Dollar je Feinunze. Nach einem Jahresplus von rund 65% in 2025 bleibt das Edelmetall damit das dominierende Thema im Rohstoffsektor.
  • Silber: Silber verteuert sich zum Jahresstart um mehr als 3% auf 74,02 Dollar je Unze. Damit knüpft das Industriemetall an die fulminante Rally 2025 an, als sich der Preis von etwa 30 auf zeitweise über 80 Dollar mehr als verdoppelte.
  • DAX 40: Der deutsche Leitindex DAX 40 steigt am ersten Handelstag 2026 um rund 0,46% auf 24.624 Punkte. Nach einem Zuwachs von 23% im Vorjahr signalisiert der Auftakt anhaltenden Risikoappetit, wenn auch bei dünnem Volumen.
  • Hang Seng: Der Hongkonger Leitindex Hang Seng legt um 2,63% auf 26.344 Punkte zu. Die Erholung spiegelt eine verbesserte Stimmung gegenüber chinesischen und asiatischen Aktien wider.
  • Nikkei 225: Der japanische Nikkei 225 steigt um 1,65% auf 51.139 Punkte. Der Index profitiert weiter von der starken Performance japanischer Exportwerte und der lockeren Geldpolitik der Bank of Japan.
  • China A50: Der China A50-Index gewinnt 1,01% und notiert bei 15.463 Punkten. Anleger setzen damit auf eine Stabilisierung der chinesischen Konjunktur im neuen Jahr.
  • S&P 500: Der US-Leitindex S&P 500 steht vorbörslich bei 6.887 Punkten, ein Plus von 0,39%. Nach dem starken Vorjahr bleibt der Fokus auf der künftigen Zinspolitik der Federal Reserve.
  • NASDAQ 100: Der Tech-Index NASDAQ 100 gewinnt 0,78% auf 25.501 Punkte. Die Kursentwicklung spiegelt die anhaltende Zuversicht in Wachstumswerte trotz einzelner Gewinnmitnahmen bei Tech-Schwergewichten wider.
  • Bitcoin – BTC: Bitcoin (BTC, $89.115,72, +0,83%) nähert sich zum Jahresauftakt der Marke von 90.000 Dollar. Trader beobachten ein neues CME-Futures-Gap nach unten, das kurzfristig für erhöhte Volatilität sorgen könnte.
  • ETHUSD – Ethereum: Ethereum (ETHUSD, $3.043,01, +1,82%) steigt mit dem Gesamtmarkt der Kryptowährungen. Der Coin profitiert von der verbesserten Risikostimmung und der Stärke im DeFi- und Smart-Contract-Ökosystem.
  • AAPL – Apple: Apple (AAPL, $273,02, -0,43%) startet mit leichten Verlusten ins neue Jahr, bleibt aber ein zentraler Profiteur des KI- und Service-Booms. Analyst Dan Ives traut US-Tech-Werten wie Apple 2026 dennoch zweistellige Kursgewinne zu.
  • MSFT – Microsoft: Microsoft (MSFT, $485,85, -0,80%) verbucht zu Handelsbeginn einen moderaten Rücksetzer. Die Aktie steht dennoch im Fokus, da der Konzern mit Azure und KI-Anwendungen zu den wichtigsten Treibern des globalen Tech-Aufschwungs zählt.
  • NVO – Novo Nordisk: Novo Nordisk (NVO, $51,50, -0,66%) bleibt nach einem schwachen Jahr 2025 unter Druck. Langfristige Anleger wie Sustainable Growth Advisers sehen die Wachstumsstory im Bereich Diabetes- und Adipositas-Therapien dennoch intakt.
  • GOOGL – Alphabet: Alphabet (GOOGL, $315,97, -0,27%) konsolidiert nach einem Kursplus von mehr als 60% im vergangenen Jahr. Institutionelle Investoren setzen weiter auf die starke Marktstellung in Werbung, Cloud und KI.
  • ORCL – Oracle: Oracle (ORCL, $197,29, -1,17%) gibt nach seinem volatilen KI-Jahr 2025 zunächst nach. Der hohe Cloud-Auftragsbestand, maßgeblich getrieben durch OpenAI, sorgt gleichzeitig für Chancen und erhebliche Risiken.
  • Fed – Jerome Powell: An den US-Märkten wird intensiv spekuliert, ob Jerome Powell nach Ablauf seiner Amtszeit als Fed-Chef im Mai 2026 im Board der Federal Reserve verbleibt. Die Entscheidung könnte entscheidenden Einfluss auf die Unabhängigkeit der Notenbank und die künftige Zinspolitik haben.
  • US-Dollar: Devisenexperten der MUFG rechnen damit, dass der US-Dollar im ersten Halbjahr 2026 auf dem aktuell schwächeren Niveau konsolidieren könnte. Diese Entwicklung stützt tendenziell Rohstoffe wie Gold und Silber sowie ausgewählte Schwellenländeranlagen.
  • US-Staatsverschuldung: Die wachsende US-Staatsverschuldung von rund 38 Billionen Dollar und ein Haushaltsdefizit von etwa 1,8 Billionen Dollar rücken stärker in den Fokus der Märkte. Viele Investoren fürchten eine langfristige Entwertung des Dollars und suchen Absicherung in Sachwerten wie Gold.
  • US-Autoindustrie: Laut Kelley Blue Book könnte der durchschnittliche Neuwagenpreis in den USA in diesem Jahr die Marke von 50.000 Dollar erreichen. Steigende Finanzierungskosten und hohe Basispreise könnten die Nachfrage bremsen und den Druck auf Hersteller-Margen erhöhen.


Tesla: Was bringen die Tech-Prognosen 2026? – Amazon & Bitcoin

KURZ & KNAPP

Tesla zeigt sich an der Wall Street schwächer, bleibt in Tech-Prognosen für 2026 aber als Schlüsselspieler für Elektromobilität, autonomes Fahren und Softwareerlöse gesetzt. Parallel gewinnen Amazon, Oracle und andere US-Tech-Werte an Bedeutung, während Analysten Chancen und Risiken der nächsten Jahre abwägen. Auch Apple, Microsoft, Meta und Alphabet stehen wegen Zöllen, Lieferketten und KI-Investitionen im Rampenlicht. Der Artikel ordnet ein, wie die Bewertungen dieser Schwergewichte von Konjunktur, Regulierung und Technologie-Trends bis 2026 geprägt werden könnten.

Im Kryptomarkt geraten Bitcoin und Ethereum nach starken US-BIP-Daten und neuen ETHZilla-Verkäufen unter Druck. Kommentatoren diskutieren, ob es sich um eine kurzfristige Reaktion auf Zinsfantasie oder um eine breitere Stimmungswende handelt. Zudem rücken finanzielle Herausforderungen von Patchwork-Familien und die Rolle von Banken wie Wells Fargo und JPMorgan bei Krediten, Planung und Absicherung in den Vordergrund.

An den Leitbörsen legen der S&P 500, der DAX 40 und der japanische Nikkei 225 moderat zu, während der Hang Seng nachgibt und der China A50 kräftiger steigt. Rohstoffe wie Gold und Silber markieren neue Höchststände, während Gaspreise auf ein Mehrjahrestief fallen. Makrodaten wie das US-BIP und die Zinserwartungen zur Federal Reserve bleiben damit zentrale Treiber für Aktien-, Rohstoff- und Kryptomärkte.

RÜCKBLICK Handelstag

An der Wall Street legte der breite S&P 500 mit +0,18% auf 6.897 Punkte leicht zu, waehrend der technologielastige Nasdaq 100 mit einem Mini-Plus von +0,03% auf 25.507 Punkte nahezu unveraendert schloss. Bitcoin und Ethereum tendierten schwächer, was die Risikoaversion im Kryptobereich unterstrich, waehrend groeßere US-Tech-Werte wie Apple, Microsoft, Meta Platforms und Alphabet im Plus schlossen. Schwankungen in Einzeltiteln wie Tesla und Oracle sorgten fuer sektorinterne Rotation innerhalb des Tech-Universums.

In Europa schloss der DAX 40 mit einem Anstieg um +0,23% bei 24.384 Punkten und profitierte von der stabilen Wall-Street-Vorgabe und der anhaltend robusten Risikoneigung. Der groessere asiatische Kontext war gemischt: Der Nikkei 225 stieg um +0,50% auf 50.539 Punkte, waehrend der Hang Seng um -0,53% auf 25.732 Punkte nachgab; der chinesische China A50 legte um +0,69% auf 15.412 Punkte zu. Insgesamt zeigte sich das weltweite Aktienumfeld zum Wochenstart konstruktiv, wenn auch ohne klaren einheitlichen Trend.

WAS HEUTE WICHTIG WAR

Tesla (TSLA) – Was bedeuten die Tech-Prognosen 2026 fuer die Aktie?

Tesla (TSLA, $485,16, -0,65%) hat den Handelstag leichter im Minus beendet, obwohl die Aktie erneut im Fokus mehrerer Tech-Analysten und Strategen stand. In einem Marktumfeld, in dem US-Standardindizes wie der S&P 500 leicht zulegten, signalisiert die relative Schwaeche von Tesla eine gewisse Vorsicht der Anleger nach den starken Kursbewegungen der vergangenen Monate. In aktuellen Tech-Ausblicken fuer 2026 wird Tesla dennoch weiterhin als einer der zentralen Profiteure von Elektromobilitaet, autonomem Fahren und Software-Monetarisierung genannt. Zugleich verweisen Kommentatoren auf die zunehmende Konkurrenz durch traditionelle Autohersteller und neue EV-Player, was die Bewertungsfantasie begrenzt. Die Diskussion um die künftige Wachstumsgeschwindigkeit bleibt damit der entscheidende Faktor fuer die Kursentwicklung.

In denselben Prognoseformaten fuer 2026 werden auch andere Tech-Schwergewichte hervorgehoben, darunter Amazon (AMZN, $232,06, +1,62%), das mit einem deutlichen Kursplus aus dem Handel ging. Die Perspektiven fuer Amazon umfassen sowohl das Cloud-Geschaeft als auch das wachsende Werbesegment, die laut Beobachtern die Profitabilitaet weiter steigern koennten. Daneben wurde Oracle (ORCL, $195,23, -1,55%) erwaehnt, das trotz kurzfristiger Kursabschlaege als wichtiger Player im Cloud- und Datenbankmarkt gesehen wird. Die Korrektur bei Oracle spiegelt laut Marktexperten zum Teil Gewinnmitnahmen wider, nachdem der Titel zuvor kräftig gelaufen war, und zeigt, wie selektiv Investoren aktuell in Tech-Bluechips vorgehen. Gemeinsam zeichnen diese Einschätzungen ein Bild eines Tech-Sektors, in dem die Spreu im Jahr 2026 staerker vom Weizen getrennt werden duerfte.

Fuer Tesla bleibt laut den diskutierten 2026-Szenarien entscheidend, ob das Unternehmen die Erwartungshaltung bei Margen, Produktionskapazitaeten und Softwareerlösen erfuellen kann. Gelingt es, neue Wachstumsfelder wie Robotaxi-Dienste und KI-gestuetzte Fahrzeugfunktionen zu monetarisieren, sehen Optimisten weiter erhebliches Upside-Potenzial. Kritischer eingestellte Stimmen warnen jedoch vor Bewertungsrisiken, falls die globale Konjunktur abkuehlt oder politische Rahmenbedingungen – etwa Subventionen und Zoelle – unguenstig ausfallen. Anleger duerften daher in den kommenden Monaten genau verfolgen, wie sich Auftragslage, Auslieferungen und die Kommunikation des Managements entwickeln. Im Spannungsfeld zwischen Vision und Realitaet wird Tesla damit auch 2026 einer der meistdiskutierten Titel im Tech-Universum bleiben.

Apple (AAPL), Microsoft (MSFT), Meta (META), Alphabet (GOOGL) – Wie wirken sich Zoelle und KI-Boom auf Big Tech aus?

In einer aktuellen Markteinschaetzung zu Zoellen, KI, Risikokapital und dem IPO-Markt standen die groessten US-Tech-Konzerne einmal mehr im Mittelpunkt. Apple (AAPL, $272,31, +0,56%), Microsoft (MSFT, $486,72, +0,44%), Meta Platforms (META, $664,94, +0,52%) und Alphabet (GOOGL, $314,60, +1,48%) schlossen allesamt im Plus und zaehlten damit zu den Stuetzen des S&P 500. Kommentatoren diskutierten, wie neue oder bestehende Zoelle die globalen Lieferketten und Margen dieser Konzerne beeinflussen koennten und ob sich moegliche Zusatzkosten auf Endkundenpreise auswirken werden. Gleichzeitig spielt der KI-Boom eine zentrale Rolle, da alle vier Unternehmen massiv in Cloud-Infrastruktur, generative KI und neue Softwaredienste investieren.

Im Fokus steht zudem die Frage, wie sich diese Rahmenbedingungen auf die Bewertungen und das Gewinnwachstum bis 2026 auswirken. Hoehere Zoellasten und geopolitische Spannungen koennten die Expansion in bestimmten Regionen bremsen, waehrend KI-gestuetzte Produkte und Dienste neue Umsatzstroeme erschließen duerften. Fuer Wachstumsfinanzierung und den IPO-Markt ist Big Tech ebenfalls relevant, da ein stabiles Bewertungsumfeld Investorenmut fuer neue Boersengaenge staerken kann. Marktbeobachter sehen die vier Konzerne als zentrale Anker im globalen Tech-Ökosystem, deren Investitionsentscheide ma▀geblich Richtung und Tempo der KI-Adoption vorgeben. Entsprechend aufmerksam verfolgen Anleger neue Aussagen zu Investitionsbudgets, Regulierungsrisiken und moeglichen Auswirkungen von Zoellen auf Profitabilitaet und Standortentscheidungen.

Bitcoin (BTC-USD) – Warum drueckt das starke US-BIP den Kurs auf 87.000 Dollar?

Bitcoin (BTC-USD, $87.386,02, -1,00%) ist auf das Niveau um 87.000 Dollar zurueckgefallen, nachdem die juengsten US-BIP-Daten fuer das dritte Quartal deutlich staerker als erwartet ausgefallen waren. In einer Sendung von CNBC wurde hervorgehoben, dass das robuste Wirtschaftswachstum die Erwartung an baldige, aggressive Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve dämpfen koennte. Ein Umfeld mit laenger hoeheren Zinsen tendiert dazu, zinssensitive Risikoanlagen wie Kryptowaehrungen zu belasten, weil alternative Anlagen wie Anleihen relativ attraktiver werden. Entsprechend reagierten Krypto-Trader mit Zurueckhaltung, was sich in dem moderaten Rueckgang von Bitcoin widerspiegelte.

Marktbeobachter diskutieren nun, ob der Ruecksetzer lediglich eine kurzfristige Reaktion auf die BIP-Ueberraschung ist oder einen breiteren Stimmungsumschwung im Kryptomarkt signalisiert. Zudem stellt sich die Frage, wie sich moegliche Anpassungen der Fed-Kommunikation auf die Nachfrage institutioneller Investoren nach Bitcoin auswirken werden. Die Entwicklung der kommenden Wochen duerfte zeigen, ob das Niveau um 87.000 Dollar als neue Unterstuetzungszone haelt oder ob weitere Gewinnmitnahmen folgen. Bis klarer ist, wie sich Geldpolitik und Makrodaten einpendeln, bleibt der Krypto-Sektor ein Spielball von Konjunkturzahlen und Zinsfantasie.

Ethereum (ETH) – Was bedeuten ETHZilla-Verkaeufe und neue Regulierungsplaene?

Ethereum (ETHUSD, $2.921,66, -2,20%) hat am Markt nachgegeben, waehrend über einen weiteren groesseren Ether-Verkauf durch ETHZilla berichtet wurde. In einem Bloomberg-Kryptoformat wurde thematisiert, dass dieser zweite Verkauf von Ether-Positionen Fragen zur mittel- bis langfristigen Marktnachfrage und zur Rolle gro▀er Halter aufwirft. Gleichzeitig richten sich die Blicke der Anleger auf die Erwartungen an die Kryptoregulierung im Jahr 2026, die von vielen Marktteilnehmern als entscheidend fuer institutionelle Adoption und Marktstabilitaet gesehen wird. Die Kombination aus Verkaufsdruck einzelner Adressen und regulatorischer Unsicherheit belastete kurzfristig die Stimmung im Ether-Umfeld.

Diskutiert wird, ob strengere Regeln zu mehr Transparenz und Vertrauen fuehren oder Innovationen und Liquiditaet bremsen koennten. Ein klarer regulatorischer Rahmen wuerde aus Sicht vieler professioneller Investoren den Weg fuer mehr institutionelles Kapital freimachen, koennte aber bestimmte Geschaeftsmodelle im dezentralen Finanzsektor einschraenken. Die juengsten Kursbewegungen bei Ethereum spiegeln damit nicht nur technische Faktoren wider, sondern auch die anstehende Weichenstellung in der Kryptopolitik. Anleger werden daher besonders aufmerksam verfolgen, wie politische Entscheider, Aufsichtsbehoerden und gro▀e Marktakteure ihre Positionen im Hinblick auf 2026 justieren.

Wells Fargo (WFC), JPMorgan (JPM) – Welche Finanzluecke trifft Patchwork-Familien besonders?

Ein aktueller Beitrag beleuchtete, welche finanziellen Schritte Patchwork- und Stieffamilien haeufig versaeumen – haeufig genau dann, wenn Banken wie Wells Fargo (WFC, $94,47, +0,17%) oder JPMorgan (JPM, $326,10, +0,85%) einen Kreditantrag ablehnen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie betroffene Familien ihre Finanzplanung, Absicherung und Vermoegensstruktur anpassen koennen, wenn klassischer Bankkredit nicht verfuegbar ist. Der Beitrag machte deutlich, dass gerade in komplexen Familienkonstellationen Themen wie Nachlassplanung, Vollmachten und Versicherungsdeckungen haeufig zu spaet oder gar nicht geregelt werden. Dies kann im Ernstfall zu erheblichen finanziellen Belastungen fuehren, wenn etwa Unterhaltsfragen, Immobilienfinanzierung oder Ausbildungskosten ungeplant aufgeteilt werden muessen.

Als Konsequenz wird geraten, fruehzeitig professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen und alternative Finanzierungen oder Foerderprogramme zu prüfen, bevor wichtige Investitionsentscheidungen anstehen. Zugleich erinnerte der Beitrag daran, dass die Ablehnung durch eine Bank nicht das Ende aller Moeglichkeiten bedeutet, sondern ein Anlass sein kann, Budgetplanung und Risikostruktur grundlegend zu ueberdenken. Fuer Institute wie Wells Fargo und JPMorgan unterstreicht das Thema, wie wichtig transparente Kommunikation und zielgruppenspezifische Finanzbildung sind. Patchwork-Familien koennen so besser einschaetzen, welche Anforderungen Banken stellen und wie sie ihre eigene Finanzarchitektur widerstandsfaehiger gestalten.

KURZNEWS

  • K6PVpbX8rUk – Gold/Silber & Gaspreise: In einem Marktüberblick wurde berichtet, dass die Preise fuer Gold und Silber neue Rekordstaende erreicht haben. Gleichzeitig fielen die Gaspreise auf ein Vierjahrestief, waehrend Spekulationen auf eine laengere Pause bei weiteren Zinssenkungen aufkamen.
  • eV7lTpm_6wQ – Wegovy-Pille: Die US-Arzneimittelbehoerde FDA hat eine Pillenform des Abnehmmittels Wegovy zugelassen. In der Sendung “Open Interest” wurde diskutiert, welche Auswirkungen dies auf den stark wachsenden Markt fuer Adipositas-Therapien haben koennte.
  • uFJxdjaBdcQ – Saks: Der Luxus-Einzelhaendler Saks prueft laut einem Bericht einen moeglichen Antrag auf Insolvenzschutz. Die Meldung wirft Fragen nach der Zukunft des stationaeren Luxussegments und der Rolle des Online-Handels in diesem Markt auf.
  • bQ7RN2eTG_c – First Solar: In den “Calls of the Day” stand unter anderem First Solar im Fokus, wobei Analysten ihre Einschaetzungen zur Wachstumsdynamik im Solarsektor diskutierten. Dabei ging es vor allem um Projektpipelines, Foerderrahmen und moegliche Auswirkungen von Zinserwartungen auf Bewertungsniveaus.
  • bQ7RN2eTG_c – Live Nation: Ebenfalls thematisiert wurde Live Nation, das von anhaltend hoher Nachfrage nach Konzerten und Live-Events profitiert. Analysten diskutierten, inwieweit regulatorische Risiken und Kartellfragen das Geschaeftsmodell langfristig beeinflussen koennten.
  • bQ7RN2eTG_c – Estee Lauder: Bei Estee Lauder standen die Aussichten im Luxus-Kosmetikmarkt und die Erholung in wichtigen Reisemärkten im Vordergrund. Die Experten beleuchteten, wie sich Konsumtrends und Margendruck auf die Gewinnentwicklung auswirken.
  • bQ7RN2eTG_c – Ametek: Ametek wurde im Rahmen der Analysten-Calls als solider Industrie- und Technologieanbieter eingeordnet. Diskussionsthemen waren unter anderem die zyklische Nachfrage und die Positionierung in Nischenmärkten mit strukturellem Wachstum.
  • bQ7RN2eTG_c – FedEx: Bei FedEx ging es um die Perspektiven im Paket- und Logistikmarkt vor dem Hintergrund von E-Commerce-Trends und Kosteneinsparprogrammen. Analysten bewerteten, wie stark Produktivitaetssteigerungen und Preissetzungsmacht die Margen stuetzen koennen.
  • rgCbBjXfLE0 – Novo Nordisk: Ein Analyst von BMO aeusserte sich zu Novo Nordisk und den Wachstumsaussichten im kommenden Jahr, trotz des Booms bei Adipositas-Medikamenten. Dabei wurde betont, dass das Unternehmen weiterhin aufmerksam auf moegliche Risiken bei der Umsatzdynamik blickt.
  • Pg4ufPuuJ4k – Gold & Silber: In einem Marktkommentar wurden die Rekordstaende von Gold und Silber erneut herausgestellt. Der Beitrag ordnete die Entwicklung in den Kontext von Inflationssorgen, geopolitischen Risiken und der Suche nach sicheren Haefen ein.
  • Pg4ufPuuJ4k – Nvidia & Micron: Im selben Format wurden auch Nvidia und Micron als Schluesselwerte im Halbleiter- und KI-Bereich diskutiert. Die Diskussion drehte sich um die Frage, ob die starken Kursanstiege der vergangenen Monate bereits eine moegliche Nachfragesaettigung einpreisen.
  • 3j3klZBHbGE – Tech-Prognosen 2026: Ein weiterer Beitrag widmete sich Tech-Aktien-Prognosen fuer 2026, in denen verschiedene Bluechips und KI-Gewinner beleuchtet wurden. Der Fokus lag auf den Risiken einer moeglichen Ueberhitzung und auf Bewertungen, die stark von KI-Erwartungen getrieben sind.
  • KVzhpP_c8hk – KI-Blasenrisiko: In einem separaten Format wurde die Frage gestellt, ob sich im KI-Bereich bereits eine Blase bildet. Experten diskutierten, wie stark Umsaetze und Gewinne den rasanten Kursanstiegen im Tech-Sektor derzeit tatsaechlich hinterherhinken.
  • WfYJ2PeloY8 – Top-Restaurant-Aktien: Neben Makro- und Tarifthemen wurden in der Sendung auch ausgewaehlte Restaurant-Aktien mit guten Aussichten fuer 2026 vorgestellt. Dabei standen Konsumtrends, Preissetzungsmacht und die Rolle von Liefer- und Digitalkanaelen im Mittelpunkt.
  • dGYLUHwSbaE – Krypto-Marktreaktion: In der Krypto-Sendung zu den US-BIP-Zahlen wurde nicht nur Bitcoin, sondern der gesamte Sektor beleuchtet. Es wurde eroertert, wie stark makrooekonomische Daten kuenftig die Volatilitaet und Kapitalstroeme im Kryptomarkt bestimmen koennen.
  • GkyLObXM9Og – ETHZilla-Verkaeufe: Der erneute Ether-Verkauf von ETHZilla wurde im Detail analysiert, inklusive moeglicher Motive und Reaktionen anderer Marktteilnehmer. Kommentatoren fragten, ob gro▀e Einzeladressen mit solchen Schritten die Preisdynamik kurzfristig stark beeinflussen.
  • 51tiFg7aPPY – Finanzbildung fuer Patchwork-Familien: In einem Finanzratgeber-Beitrag wurde aufgezeigt, welche typischen Fehler Stieffamilien bei Vorsorge und Vermoegensplanung machen. Der Beitrag betonte, wie wichtig fruehzeitige Beratung und klare rechtliche Regelungen sind, um spaetere Konflikte zu vermeiden.


Nike nach China-Schock: Turnaround-Story – Oracle & Microsoft

KURZ & KNAPP

Nike steht nach schwachen Quartalszahlen und einem deutlichen Einbruch in China unter Druck, mehrere Analysten sprechen dennoch von einer möglichen Turnaround-Story. Die Marge bröckelt, Lagerbestände und Zölle belasten, während CEO Elliott Hill an einem länger angelegten Strategiewechsel arbeitet. Parallel sorgt der mögliche TikTok-Deal für neue Fantasie bei Oracle, das sich als Infrastrukturpartner der US-Daten und Cloud-Drehscheibe für KI positionieren will. Auch Microsoft und Nvidia profitieren weiter vom OpenAI-Hype und gigantischen Rechenzentrumsplänen.

Der Artikel beleuchtet zudem den Rüstungsboom bei Rheinmetall nach einem neuen Bundeswehr-Großauftrag. Bei Siemens Energy rückt der wachsende Strombedarf der KI-Rechenzentren als möglicher Kurstreiber in den Vordergrund. Kurznews reichen von Entwicklungen bei Puma, FedEx und Coinbase bis zu Einschätzungen von Goldman Sachs und Morgan Stanley zu Gold und Rohstoffen.

Auf der europäischen Seite stehen Banken wie Raiffeisen Bank International, Deutsche Bank und Banco BPM im Rampenlicht, die von Analysten vor allem mit Blick auf Kapitalquoten, Konsolidierung und Russland-Engagement bewertet werden. In Deutschland sorgt der Milliardenauftrag für Rheinmetall für Schlagzeilen. Makroseitig richten sich die Blicke auf die US-PCE-Inflationsdaten und eine geplante EU-Finanzhilfe für die Ukraine, die das Marktumfeld zusätzlich prägen.

AUSBLICK US-Märkte

  • Analysten zu NKE: Mehrere Häuser bestätigen trotz gesenkter Erwartungen eine positive Langfristsicht auf Nike (NKE) und verweisen auf den laufenden Turnaround unter CEO Elliott Hill. Kursziele bleiben überwiegend im Bereich von 90 bis 115 Dollar, wobei die Analysten Geduld bis mindestens 2026 einfordern.
  • Deutsche Bank zu BMW: Für BMW (BMW) werden Kursziele jenseits von 115 Euro bis hin zu 130 Euro im Jahr 2026 genannt, gestützt durch ein neues Aktienrückkaufprogramm über 625 Millionen Euro. Charttechnisch unterstreicht eine große inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation die angenommene Bodenbildung.
  • Analysten zu DHL Group: Die DHL Group (DHL) wird als Profiteur einer Erholung der Konsumnachfrage und des weiterhin starken E-Commerce gesehen. Kursziele von 55 bis 56 Euro im ersten Quartal würden einem Upside von etwa 20–25% vom aktuellen Niveau entsprechen.
  • Analysten zu Süss Microtec: Bei Süss Microtec (SMHN) sehen Experten nach operativ soliden Zahlen trotz kassierter Jahresprognose ein technisches Ausbruchsszenario. Erste Kursziele liegen bei rund 47 Euro, was einem Aufwärtspotenzial von etwa 21% entspricht.
  • Goldman Sachs zu Gold: Goldman Sachs stuft Gold im Rohstoffsektor klar bevorzugt ein und erwartet bis 2026 einen Preis von etwa 4.900 Dollar pro Unze. Begründet wird dies mit erwarteten Zinssenkungen der Federal Reserve und anhaltenden ETF-Zuflüssen.
  • Morgan Stanley zu Rohstoffen: Morgan Stanley zeigt sich für Gold ähnlich optimistisch mit einem Kursziel von rund 4.800 Dollar und sieht zusätzlich Aufwärtspotenzial bei Kupfer und Lithium. Für Öl (Brent) rechnet die Bank hingegen mit einem durchschnittlichen Preis von nur etwa 56 Dollar im Jahr 2026.
  • Analysten zu PayPal: Bei PayPal (PYPL) verweisen Analysten auf ein erwartetes Gewinnwachstum von rund 40% bis 2027 bei gleichzeitig niedrigem KGV von etwa 10. Im Vergleich zu Peers wie Block, Visa und Mastercard gilt die Aktie damit als deutlich unterbewertet.
  • Analysten zur Raiffeisen Bank International: Die Raiffeisen Bank International (RBI) wird mit einem KGV von rund 6 und einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,6 als klar unterbewertet gegenüber der europäischen Peergroup eingeschätzt. Analysten heben die solide Kapitalausstattung hervor und sehen zusätzlich Fantasie bei einer möglichen Lösung des Russland-Engagements.
  • Analysten zu Banco BPM: Banco BPM (BAMI) steht im Zentrum der erwarteten italienischen Bankenkonsolidierung und wird von Analysten mit einem KGV von rund 10 und einer Dividendenrendite von 5–6% als attraktiv bewertet. Die Fantasie um eine mögliche Fusion mit Monte dei Paschi und Mediobanca zu einem dritten Großplayer treibt die Bewertung.
  • Analysten zur Deutschen Bank: Die Deutsche Bank (DBK) hat ihren Kurs 2025 nahezu verdoppelt, und Analysten sehen dank der Strategie bis 2028 mit einer Eigenkapitalrendite von über 10% weiteres Potenzial. Der Ausbruch über die Marke von rund 31,95 Euro gilt charttechnisch als wichtiges Kaufsignal.

DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

Nike (NKE) – Turnaround-Chance oder Value Trap nach dem China-Schock?

Nike (NKE, $59,10, -0,09%) steht nach enttäuschenden Quartalszahlen und einem drastischen China-Rückgang massiv unter Druck. Die Bruttomarge sank auf 40,6%, rund drei Prozentpunkte unter Vorjahr, während der Umsatz nur um +1% auf 12,4 Milliarden Dollar zulegte und der Gewinn auf etwa 800 Millionen Dollar nahezu um ein Drittel einbrach. Die Aktie reagierte nachbörslich mit einem Einbruch von mehr als 10% und dürfte um die 60-Dollar-Marke den Handel aufnehmen. Besonders belastend wirkt das Geschäft in Greater China, wo die Erlöse um 17% zurückgingen, sowie die Kultmarke Converse mit einem Einbruch von rund 30%. Trotz der schwachen Zahlen werten mehrere Analysten das aktuelle Niveau als möglichen Bodenbildungsprozess und sehen mittelfristig Kursziele zwischen 90 und 115 Dollar.

Strategisch kämpft Nike an mehreren Fronten: In China hat der Konzern Probleme, überschüssige Altbestände abzubauen und gleichzeitig schnell genug neue, für den lokalen Geschmack maßgeschneiderte Produkte zu liefern. CEO Elliott Hill spricht von „mittleren Innings“ eines Turnarounds und will sich stärker auf Tier-1-Städte wie Peking und Shanghai fokussieren, während die Marke ihren Status als reine Lifestyle-Ikone zugunsten stärkerer Performance- und Tech-Orientierung neu justieren muss. Gleichzeitig belasten hohe Lagerbestände, verstärkte Rabattaktionen und Zölle auf die Produktion in Vietnam die Profitabilität; allein die Zollbelastung wird auf rund 1,5 Milliarden Dollar geschätzt und dürfte die Bruttomarge im laufenden Geschäftsjahr um bis zu 120 Basispunkte drücken. Positiv hebt das Management erste Fortschritte im nordamerikanischen Running-Segment und im Großhandel hervor, wo neue Partner wie Amazon und spezialisierte Laufhändler für Nachfrage sorgen. Allerdings verzichtet Nike weiterhin auf eine Gesamtjahresprognose und warnt vor weiteren Umsatzrückgängen in den kommenden Quartalen.

Für Anleger stellt sich die Frage, ob der aktuelle Absturz eine Einstiegschance darstellt oder ob der Umbau länger und schmerzhafter verläuft als bisher eingepreist. Mehrere Langfrist-Investoren betonen, dass Produktzyklen von 18 bis 24 Monaten bedeuten, dass sich neue Kollektionen und Innovationen erst 2026 vollständig in Umsatz und Margen niederschlagen werden. In China rechnet das Management mindestens in den nächsten zwei Quartalen mit weiteren Rückgängen im mittleren bis hohen Zehner-Prozentbereich, während der US-Markt bereits Zeichen einer Stabilisierung zeigt. Analysten, die Nike als Turnaround-Story sehen, verweisen auf bereinigte Lagerbestände in Nordamerika, eine schrittweise Verbesserung der Bruttomargen (ex Zölle) und eine stärkere Fokussierung auf Performance-Sport als Basis für eine spätere Lifestyle-Renaissance. Für kurzfristig orientierte Anleger bleiben die fehlende Visibilität und die anhaltende Schwäche in China allerdings ein erhebliches Risiko, zumal Wettbewerber mit technisch orientierten Produkten Marktanteile gewinnen. Geduldige Investoren könnten laut Einschätzungen bis 2026 belohnt werden, falls Nike den Spagat zwischen Bereinigung, Innovation und Preissetzungskraft erfolgreich schafft.

Oracle (ORCL) – Macht der TikTok-Deal die Aktie zum KI-Comeback-Kandidaten?

Oracle (ORCL, $188,09, +0,88%) erlebt nach monatelanger Schwäche einen spürbaren Stimmungsumschwung dank des geplanten TikTok-Deals. Eine von Oracle geführte Investorengruppe mit Silver Lake und MGX soll bis zu 50% an einem neuen US-Joint-Venture übernehmen, das die amerikanischen Aktivitäten von TikTok bündelt und mit rund 14 Milliarden Dollar bewertet wird. Oracle wird voraussichtlich etwa 15% an der Gesellschaft halten und sämtliche US-Nutzerdaten auf eigenen Servern hosten, während ByteDance rund 19,9% behält und den Algorithmus lizenziert. Vorbörslich legte die Aktie zeitweise um über +6% zu, nachdem bekannt wurde, dass China den Deal wohl akzeptieren könnte, da der Kern-Algorithmus Eigentum von ByteDance bleibt.

Der Deal ist auch politisch brisant, da er ein drohendes TikTok-Verbot in den USA abwenden und zugleich als Erfolg für die nationale Sicherheit verkauft werden soll – Beobachter sprechen teils von einem „politischen Geschenk“ an Präsident Donald Trump. Für Oracle könnte die Vereinbarung zum Wendepunkt im KI-Narrativ werden, nachdem die Aktie seit September etwa die Hälfte ihres Wertes eingebüßt hatte und Sorgen über hohe Schulden von über 100 Milliarden Dollar und massive KI-Rechenzentrumsinvestitionen dominierten. Parallel erhielt ein gigantisches Rechenzentrumsprojekt in Michigan mit 1,4 Gigawatt Leistung, das Oracle gemeinsam mit OpenAI realisieren will, grünes Licht der Behörden – ein weiterer Baustein in der Positionierung als zentraler Infrastrukturanbieter der KI-Ökonomie. Da alle US-Daten von TikTok künftig auf Oracle-Servern liegen und der Konzern den Algorithmus auf US-Daten trainieren und überwachen soll, sehen viele Marktteilnehmer in dem Paket einen langfristig lukrativen Cloud- und Datenvertrag, der die Rolle von Oracle im KI-Ökosystem deutlich stärkt.

Rheinmetall (RHM.DE) – Wie viel Aufwärtspotenzial bringt der 1,7-Milliarden-Bundeswehrauftrag?

Rheinmetall (RHM.DE, €1547,50, -0,16%) hat sich mit einem neuen Milliardenauftrag eindrucksvoll im Rüstungsboom positioniert. Die Bundeswehr vergab ein Volumen von rund 1,7 Milliarden Euro für weltraumgestützte Aufklärungsdaten, das Rheinmetall in Kooperation mit dem Spezialisten ICEYE umsetzen soll. Der Auftrag untermauert die Rolle des Konzerns als zentralen Profiteur der deutschen Zeitenwende im Verteidigungsbereich und stützt den Kurs, der sich weiterhin stabil oberhalb der Marke von 1.500 Euro hält.

Neben dem neuen Großprojekt treibt auch die geplante Veräußerung der Zivilsparte im ersten Quartal des kommenden Jahres die Fantasie, da sich Rheinmetall damit noch fokussierter als reiner Defense- und Sicherheitskonzern aufstellen könnte. Marktbeobachter spekulieren zudem auf einen möglichen Aktiensplit, um die Handelbarkeit der im absoluten Kursniveau sehr teuren Aktie zu verbessern und zusätzliche Anlegerkreise zu erschließen. Zusammengenommen nähren der Großauftrag, das Portfolio-Refining und die Split-Fantasie Erwartungen, dass Rheinmetall auch nach der starken Rally der vergangenen Jahre noch weiteres Kurspotenzial bieten könnte.

Siemens Energy (ENR.DE) – Wird der KI-Stromhunger zum versteckten Kurstreiber?

Siemens Energy (ENR.DE, €119,45, -0,13%) rückt als indirekter Profiteur des KI-Booms verstärkt ins Rampenlicht. Der gigantische Energiehunger neuer Rechenzentren, die für Anwendungen von OpenAI und Co. gebaut werden, lenkt Investoren-Blicke zunehmend auf Versorger- und Energietechniktitel, die beim Ausbau der Strominfrastruktur eine Schlüsselrolle spielen. Entsprechend konnte die Aktie die Verluste der Vortage zuletzt wieder wettmachen und zeitweise über 121 Euro klettern, getrieben von der Sektorstärke im Umfeld der Nasdaq-Rally.

Am aktuellen Verfallstag fungiert Siemens Energy zudem als Paradebeispiel für Hexensabbat-Volatilität: Marktteilnehmer berichten von täglichen Schwankungsbreiten von 5 bis 6 Euro, während Stillhalter offenbar versuchen, die Abrechnung in den Zonen um 115, 120 oder 125 Euro zu „pinnen“. Kurzfristig überlagert diese technische Dynamik zwar die Fundamentalerzählung, doch mittel- bis langfristig bleibt die Story vom strukturell steigenden Strombedarf durch KI-Rechenzentren ein wichtiger Investmenttreiber für Siemens Energy und den gesamten Energiesektor.

OpenAI-Hype treibt Microsoft (MSFT) und Nvidia (NVDA) – Kippt der KI-Boom am Flaschenhals Energie?

Microsoft (MSFT, $488,05, +1,65%) und Nvidia (NVDA, $176,61, +1,87%) profitieren weiter vom massiven Kapitalzufluss in die KI-Ökonomie rund um OpenAI. Berichten zufolge plant OpenAI eine neue Finanzierungsrunde über bis zu 100 Milliarden Dollar, die die Bewertung des Unternehmens auf bis zu 830 Milliarden Dollar heben könnte – eine Größenordnung, die es an die Schwelle zur Billionenmarke bringt. Die Umsätze von OpenAI sollen dabei von rund 4 Milliarden im Vorjahr auf 13 bis 14 Milliarden Dollar steigen, was den enormen Skalierungseffekt des KI-Geschäfts unterstreicht. Experten sehen den Markt aktuell in der „Infrastrukturphase“ einer neuen KI-Ökonomie, in der gigantische Investitionen in Rechenzentren und Halbleiter – mit Nvidia an der Spitze – den Takt vorgeben.

Gleichzeitig warnt Nvidia-CEO Jensen Huang, dass ohne Lösung der Energiefrage selbst modernste KI-Chips zu „leeren Hüllen“ würden, da ihnen die nötige Stromversorgung fehlt. Die politische Antwort darauf sind ambitionierte Pläne zum Bau neuer Atomreaktoren, etwa durch Westinghouse in den USA, deren Stückkosten bei rund 16 Milliarden Dollar liegen sollen, sowie Projekte im Bereich Fusionsenergie wie die Initiative von Trump Media mit TAE Technologies. Damit avanciert Energie zum zentralen Engpassfaktor der KI-Revolution – ein Umfeld, in dem nicht nur Chip-Giganten wie Nvidia, sondern auch Strom- und Infrastrukturwerte in den Fokus langfristiger Investoren rücken.

KURZNEWS

  • PUM – Puma: Puma geriet mit einem Kursrückgang von rund 2,3% unter Druck, nachdem Nike vor einer Nachfrageschwäche in China gewarnt hatte. Der wichtige Absatzmarkt China gilt für die gesamte Sportartikelbranche als zentral, sodass die Sorgen um Nike auf den Konkurrenten übergreifen.
  • RNO – Renault: Die Aktie von Renault legte um etwa +1,2% zu, nachdem S&P das Rating wieder auf Investment-Grade hochgestuft hatte. Begründet wurde der Schritt mit einer erfolgreichen Modelloffensive und einer stärkeren internationalen Präsenz, die künftige Absatzvolumina stützen soll.
  • DJT – Trump Media: Die Aktien von Trump Media zogen an, nachdem das Unternehmen eine Fusion mit dem Fusionskraft-Entwickler TAE Technologies angekündigt hatte. Die kombinierte Gesellschaft wird mit mehr als 6 Milliarden Dollar bewertet und plant bereits im kommenden Jahr mit dem Bau des ersten kommerziellen Fusionskraftwerks zu beginnen.
  • UBSG – UBS: UBS schloss in der Schweiz im Plus, nachdem bekannt wurde, dass die Bank Mitte Januar eine neue Runde von Stellenstreichungen einleiten will. Eine weitere Welle soll später im Jahr 2026 folgen, wenn IT-Systeme aus der Übernahme der Credit Suisse endgültig abgeschaltet werden.
  • FDX – FedEx: FedEx überraschte im zweiten Quartal positiv mit einem bereinigten Gewinn von 4,82 Dollar pro Aktie gegenüber erwarteten 4,12 Dollar und einem Umsatz von 23,5 Milliarden Dollar. Trotz temporärer Kostenüberschreitungen durch das Grounding von Flugzeugen und Netzwerkumbau hält das Management an ambitionierten Effizienzzielen fest und bestätigte die planmäßige Abspaltung von FedEx Freight bis zum 1. Juni 2026.
  • BBVA – BBVA: BBVA kündigte ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm über bis zu 3,96 Milliarden Euro an, das am 22. Dezember starten soll. Der Schritt wird als Signal an die Investoren nach der gescheiterten Übernahme der Banco Sabadell gewertet und stützte den Kurs um rund +0,7%.
  • GS – Goldman Sachs: Goldman Sachs gab einen sehr bullischen Rohstoffausblick und erwartet den Goldpreis bis 2026 auf etwa 4.900 Dollar je Unze steigen zu sehen. Für Öl (Brent) prognostiziert die Bank dagegen einen Preisrückgang auf durchschnittlich 56 Dollar je Barrel, bedingt durch ein drohendes Überangebot und schwächere Nachfrage aus China.
  • MS – Morgan Stanley: Morgan Stanley teilt die positive Sicht auf Gold mit einem Kursziel von rund 4.800 Dollar je Unze bis 2026 und zeigt sich zudem optimistisch für Kupfer und Lithium. Getrieben wird dies vom erwarteten Bedarf für KI-Rechenzentren und Batterien, während für den Ölmarkt ebenfalls eher Abwärtsrisiken gesehen werden.
  • BTC – Bitcoin: Bitcoin wird an der Wall Street zunehmend als fester Bestandteil des Finanzsystems angesehen, unterstützt durch neue Regulierungen für Stablecoins und die Zulassung von ETFs durch die SEC. Experten bezeichnen Bitcoin als „Apex Asset“ und digitalen Goldersatz, der als langfristiger Wertspeicher und Inflationsschutz dient, auch wenn die hohe Volatilität bleibt.
  • NFLX – Netflix: Händler setzen verstärkt darauf, dass Netflix im Übernahmekampf um Warner Bros. Discovery die Nase vorn haben könnte. Analystin Alicia Reese von Wedbush vergibt ein „Outperform“-Rating mit Kursziel 140 Dollar, warnt jedoch vor hohen regulatorischen Hürden für einen solchen Deal.
  • WBD – Warner Bros. Discovery: Warner Bros. Discovery steht im Zentrum eines Bietergefechts, nachdem das Board ein Angebot von Paramount abgelehnt hat. Stattdessen favorisieren die Verantwortlichen ein Zusammengehen mit Netflix, das als finanziell solider gilt, wenngleich wettbewerbsrechtliche Bedenken groß sind.
  • LYFT – Lyft: Die Aktie von Lyft verlor rund 3,75%, nachdem Wedbush das Papier herabgestuft hatte. Die Analysten sehen Lyft als Ridesharing-Anbieter mit dem größten strukturellen Risiko durch den Vormarsch autonomer Fahrzeuge, die das Geschäftsmodell langfristig untergraben könnten.
  • CVX – Chevron: Chevron bereitet den Export von rund 1 Million Barrel Rohöl aus Venezuela vor, obwohl die US-Regierung neue Sanktionen gegen bestimmte Tanker verhängt hat. Der Konzern operiert unter einer speziellen US-Lizenz und gilt damit als von der Blockade ausgenommen.
  • CHRW – C.H. Robinson: C.H. Robinson erreichte jüngst ein neues Allzeithoch, da Analysten das Unternehmen zunehmend als „AI-Play“ im Logistiksektor einstufen. Das asset-light Geschäftsmodell setzt stark auf Technologie zur Frachtvermittlung, was in einer zunehmend datengetriebenen Lieferkettenwelt als Wettbewerbsvorteil gesehen wird.
  • COIN – Coinbase: Coinbase erweitert sein Angebot um klassischen Aktienhandel, um Konkurrenten wie Robinhood frontal anzugreifen und neue Ertragsquellen etwa im Bereich Altersvorsorge zu erschließen. Mit rund 120 Millionen Kunden und strenger Regulierung sehen Analysten beträchtliches Wachstumspotenzial und verweisen auf eine charttechnische W-Formation als mögliches Trendumkehrsignal.
  • HOOD – Robinhood: Robinhood entwickelt sich stark im Bereich Prognosemärkte, denen die Deutsche Bank ein Volumen im Billionenbereich zutraut. Trotz eines Kursanstiegs von über 200% im Jahresverlauf sehen Analysten dank neuer Geschäftsfelder und der jüngsten Korrektur weiterhin Chancen für risikobereite Anleger.
  • CRM – Salesforce: Salesforce zählt 2025 zu den schwächsten Werten im Dow Jones mit einem Rückgang von über 22%, da Investoren die Monetarisierung der KI-Angebote anzweifeln. Das Produkt Agentforce blieb hinter den hohen Marketingversprechen zurück, und die Übernahme von Informatica wird kritisiert, weil sie vor allem Legacy-Daten adressiert und wenig Mehrwert für moderne LLM-Anwendungen bietet.
  • PYPL – PayPal: PayPal hat operativ zahlreiche Stellschrauben gedreht und sich mit Kooperationen mit Perplexity und OpenAI im Bereich KI-Agenten positioniert, doch der Aktienkurs spiegelt diese Fortschritte bislang kaum wider. Der Analystenkonsens erwartet zwischen 2024 und 2027 ein Gewinnwachstum von rund 40%, während das KGV von etwa 10 deutlich unter Werten von Peers wie Block, Visa oder Mastercard liegt.
  • RBI – Raiffeisen Bank International: Die Raiffeisen Bank International profitiert an der Börse von der Hoffnung auf eine Entspannung im Ukraine-Krieg, da sie unter den europäischen Großbanken am stärksten in Russland engagiert ist. Trotz sanktionierter, feststeckender Gewinne liegt die harte Kernkapitalquote auch bei vollständiger Abschreibung des Russland-Geschäfts über 15%, während Bewertungskennzahlen wie ein KGV von etwa 6 und ein KBV von 0,6 die Aktie im Sektorvergleich sehr günstig erscheinen lassen.

KALENDER Firmen & Unternehmen

EARNINGS

    MAKRO

    • US:
      • PCE-Inflationsdaten – Veröffentlichung 14:30 MEZ
    • EU:
      • EU-Darlehen für die Ukraine (90 Mrd. Euro) – politische Einigung, keine feste Uhrzeit

    IM BLICKPUNKT

    • Analysten zu NKE: Mehrere Häuser bestätigen trotz gesenkter Erwartungen eine positive Langfristsicht auf Nike (NKE) und verweisen auf den laufenden Turnaround unter CEO Elliott Hill. Kursziele bleiben überwiegend im Bereich von 90 bis 115 Dollar, wobei die Analysten Geduld bis mindestens 2026 einfordern.
    • Deutsche Bank zu BMW: Für BMW (BMW) werden Kursziele jenseits von 115 Euro bis hin zu 130 Euro im Jahr 2026 genannt, gestützt durch ein neues Aktienrückkaufprogramm über 625 Millionen Euro. Charttechnisch unterstreicht eine große inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation die angenommene Bodenbildung.
    • Analysten zu DHL Group: Die DHL Group (DHL) wird als Profiteur einer Erholung der Konsumnachfrage und des weiterhin starken E-Commerce gesehen. Kursziele von 55 bis 56 Euro im ersten Quartal würden einem Upside von etwa 20–25% vom aktuellen Niveau entsprechen.
    • Analysten zu Süss Microtec: Bei Süss Microtec (SMHN) sehen Experten nach operativ soliden Zahlen trotz kassierter Jahresprognose ein technisches Ausbruchsszenario. Erste Kursziele liegen bei rund 47 Euro, was einem Aufwärtspotenzial von etwa 21% entspricht.
    • Goldman Sachs zu Gold: Goldman Sachs stuft Gold im Rohstoffsektor klar bevorzugt ein und erwartet bis 2026 einen Preis von etwa 4.900 Dollar pro Unze. Begründet wird dies mit erwarteten Zinssenkungen der Federal Reserve und anhaltenden ETF-Zuflüssen.
    • Morgan Stanley zu Rohstoffen: Morgan Stanley zeigt sich für Gold ähnlich optimistisch mit einem Kursziel von rund 4.800 Dollar und sieht zusätzlich Aufwärtspotenzial bei Kupfer und Lithium. Für Öl (Brent) rechnet die Bank hingegen mit einem durchschnittlichen Preis von nur etwa 56 Dollar im Jahr 2026.
    • Analysten zu PayPal: Bei PayPal (PYPL) verweisen Analysten auf ein erwartetes Gewinnwachstum von rund 40% bis 2027 bei gleichzeitig niedrigem KGV von etwa 10. Im Vergleich zu Peers wie Block, Visa und Mastercard gilt die Aktie damit als deutlich unterbewertet.
    • Analysten zur Raiffeisen Bank International: Die Raiffeisen Bank International (RBI) wird mit einem KGV von rund 6 und einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,6 als klar unterbewertet gegenüber der europäischen Peergroup eingeschätzt. Analysten heben die solide Kapitalausstattung hervor und sehen zusätzlich Fantasie bei einer möglichen Lösung des Russland-Engagements.
    • Analysten zu Banco BPM: Banco BPM (BAMI) steht im Zentrum der erwarteten italienischen Bankenkonsolidierung und wird von Analysten mit einem KGV von rund 10 und einer Dividendenrendite von 5–6% als attraktiv bewertet. Die Fantasie um eine mögliche Fusion mit Monte dei Paschi und Mediobanca zu einem dritten Großplayer treibt die Bewertung.
    • Analysten zur Deutschen Bank: Die Deutsche Bank (DBK) hat ihren Kurs 2025 nahezu verdoppelt, und Analysten sehen dank der Strategie bis 2028 mit einer Eigenkapitalrendite von über 10% weiteres Potenzial. Der Ausbruch über die Marke von rund 31,95 Euro gilt charttechnisch als wichtiges Kaufsignal.

    Micron mit KI-Signal: Oracle wackelt – Microsoft reagiert

    KURZ & KNAPP

    Micron überzeugt mit starken Quartalszahlen und einem optimistischen Ausblick, der den KI-Infrastrukturboom untermauert. Dennoch kommt es an der Börse zu Gewinnmitnahmen und einer spürbaren Abkühlung der anfänglichen Euphorie. Gleichzeitig gerät Oracle nach dem Ausstieg eines wichtigen Finanzierers bei einem Milliarden-Rechenzentrumsprojekt unter Druck. Die Frage, wie belastbar die Finanzierung der KI-Datencenter ist, rückt damit in den Mittelpunkt.

    Auch andere Tech-Schwergewichte wie Microsoft reagieren auf das Zusammenspiel von schwächerer Stimmung einzelner Titel und robusten Inflationsdaten in den USA. Analysten wie Ryan Detrick verweisen auf eine zunehmende Marktbreite und stabile High-Yield-Märkte, was systemische Risiken im Tech- und KI-Sektor derzeit begrenzt erscheinen lässt. Kurzmeldungen zu Lululemon, Instacart und Accenture zeichnen zusätzlich ein gemischtes Bild des globalen Aktienmarkts.

    In Europa stehen unter anderem Rheinmetall, die Deutsche Bank, Infineon und Rational im Mittelpunkt der Berichterstattung. Die EZB belässt die Zinsen unverändert, während gleichzeitig hohe Staatsverschuldung und Konjunkturrisiken diskutiert werden. Wichtige Termine wie US-Arbeitsmarktdaten, Zentralbankentscheide in Großbritannien und Japan sowie anstehende Zahlen von FedEx und Nike prägen den weiteren Verlauf.

    AUSBLICK US-Märkte

    • UBS zu RAA: Die UBS hat Rational von „neutral“ auf „buy“ hochgestuft und das Kursziel angehoben, da die Bewertung inzwischen unter dem historischen Durchschnitt liegt und sich das Chartbild nach dem Sprung über den GD50 aufgehellt hat.
    • Unspecified zu IFX: Analysten bestätigen ihre positive Einschätzung für Infineon, sehen nach der Bestätigung der starken Speicherchip-Nachfrage durch Micron jedoch vor dem Jahreswechsel keinen akuten Handlungsbedarf und verweisen auf die etablierte Handelsspanne zwischen 32 und 38 Euro.
    • Ryan Detrick zum US-Markt: Marktstratege Ryan Detrick hebt hervor, dass trotz schwächerer Tech-Schwergewichte wie Oracle die Marktbreite zunimmt, mit mehr 52-Wochen-Hochs an der NYSE und einem steigenden Anteil der S&P-500-Titel über ihren 50- und 200-Tage-Linien.
    • Ryan Detrick zu High Yield: Detrick betont, dass echte systemische Risiken im Tech- und KI-Sektor sich in High-Yield-Unternehmensanleihen zeigen müssten, diese aber weniger als 1 % unter Allzeithoch notieren – ein Hinweis darauf, dass er derzeit keinen beginnenden Dominoeffekt sieht.
    • Ryan Detrick zu KI-Gewichtung: Er verweist zudem darauf, dass KI-Aktien inzwischen rund 46 % des S&P 500 ausmachen, gegenüber 27 % im Jahr 2022, und dennoch die Kursgewinne zuletzt breit auf Equal-Weight-Indizes, den Russell 2000 sowie internationale Märkte und Zykliker übergegriffen haben.

    DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

    Micron (MU) – Lackmustest für den KI-Infrastrukturboom?

    Micron Technology (MU, $257.41) hat mit seinen jüngsten Quartalszahlen und dem Ausblick ein deutliches Ausrufezeichen hinter den KI-Speicherboom gesetzt – und wird an der Börse dennoch abverkauft. Der Speicherchiphersteller meldete einen Umsatz von 13,64 Milliarden Dollar und ein Gewinn je Aktie von 4,78 Dollar, klar über den Konsenserwartungen von 12,8–12,9 Milliarden Dollar Umsatz und 3,90–4,00 Dollar EPS. Für das kommende Quartal stellte Micron sogar 18,7 Milliarden Dollar Umsatz, ein EPS von 8,42 Dollar und eine Bruttomarge von 68 % in Aussicht – eine Prognose, die die bisherigen Schätzungen um bis zu 80 % übertrifft. Dennoch nutzt der Markt diese außergewöhnlich starken Daten für Gewinnmitnahmen, was Analysten als typisches Muster einer Distributionsphase interpretieren. Besonders im Fokus steht der Bereich High Bandwidth Memory (HBM), in dem die Nachfrage die verfügbaren Kapazitäten von Micron bei weitem übersteigt.

    Führungskräfte von Micron betonten, dass die Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage im KI-Speichermarkt die größte sei, die man in den letzten 25 Jahren in der Branche gesehen habe. Kunden müssten auf Lieferungen warten, während das Unternehmen mit Hochdruck an der Erweiterung seiner Produktionskapazitäten arbeitet. Die enorme Knappheit bei Speicherchips für KI-Rechenzentren verschafft Micron erhebliche Preissetzungsmacht, was die Profitabilität deutlich nach oben treibt. Marktbeobachter sehen in den Zahlen eine Bestätigung dafür, dass der viel diskutierte „Picks-and-Shovels“-Trade im KI-Sektor – also Investitionen in Infrastrukturzulieferer statt in reine KI-Software-Player – weiterhin intakt ist. Gleichzeitig zeigt die schwache Kursreaktion trotz des starken Zahlenwerks, dass viele Investoren nach der Rally der vergangenen Monate bereits stark positioniert sind und gute Nachrichten für Positionsabbau nutzen.

    Im vorbörslichen Handel sprangen die Aktien von Micron zeitweise um über 11–14 % nach oben und zogen den gesamten Halbleitersektor mit nach oben, bevor sich die Euphorie im regulären Handel wieder abkühlte. Die starke Guidance gilt als wichtiges Gegengewicht zu Sorgen über eine Übertreibung bei KI-Bewertungen und liefert Rückenwind für verwandte Titel wie Infineon und Ixtron, die von der Bestätigung des Nachfragebooms profitieren. Gleichwohl bleibt die Frage, ob die extrem hohe Profitabilität im Zyklusverlauf gehalten werden kann, vor allem wenn sich die globale Konjunktur abkühlt oder die Finanzierung neuer Rechenzentren – wie im Fall von Oracle – schwieriger wird. Für Anleger ist Micron damit zum Lackmustest geworden: Hält die KI-Infrastrukturstory, könnten die aktuellen Rücksetzer als Einstiegschance gelten, kippt die Finanzierungskette, droht eine Neubewertung der gesamten Lieferkette. Kurzfristig dürfte der Titel stark von Stimmungsumschwüngen im KI-Sektor abhängen, während die operativen Fundamentaldaten so robust sind wie seit Jahren nicht mehr.

    Oracle (ORCL) – Kippt die Finanzierbarkeit der KI-Datencenter?

    Oracle (ORCL, $181.74) steht nach dem Rückzug von Blue Owl Capital aus der Finanzierung eines rund 10 Milliarden Dollar schweren Rechenzentrumsprojekts in Michigan massiv unter Druck. Der Kurssturz gilt als deutlichstes Misstrauensvotum seit einem Jahrzehnt gegenüber der aggressiven Cloud- und KI-Infrastrukturstrategie des Konzerns, der mit langfristigen Leasingverpflichtungen von fast einer Viertel Billion Dollar ohnehin hoch verschuldet ist. Parallel schossen die Credit Default Swaps auf Oracle-Schulden nach oben, was die Sorgen des Marktes vor steigenden Refinanzierungskosten und strukturellen Risiken im Geschäftsmodell widerspiegelt. Analysten ziehen bereits Parallelen zu WeWork, weil Oracle langfristige Miet- und Leasingverträge für Rechenzentren eingeht, die mit kurzfristigen Vermietungen von Nvidia-Chips an KI-Kunden gegenfinanziert werden. Bricht die kurzfristige Nachfrage weg oder werden Finanzierer selektiver, droht ein gefährlicher Hebeleffekt.

    Der Rückzug von Blue Owl wird an den Märkten als Wendepunkt in der Erzählung von scheinbar automatisch durchfinanzierten KI-Milliardenprojekten gewertet. Da Banken solche Mega-Rechenzentren oft nicht allein stemmen können, wird die Rolle privater Kreditgeber zum Nadelöhr für den weiteren Ausbau der globalen KI-Infrastruktur. Investoren beginnen zu hinterfragen, ob die bislang eingepreisten Wachstumsfantasien bei Oracle und entlang der gesamten Hardware-Wertschöpfungskette – von Nvidia über AMD und Broadcom bis hin zu Ausrüstern wie Vertiv und Arista Networks – tatsächlich realisiert werden können, wenn zentrale Projekte verzögert oder gestrichen werden. Kurzfristig signalisiert der Sprung in den CDS-Spreads und der Kursrutsch, dass der Markt eine höhere Risikoprämie für die KI-Offensive von Oracle verlangt, während der Sektor insgesamt sensibler auf Nachrichten zur Finanzierung von Rechenzentren reagieren dürfte.

    Rheinmetall (RHM) – Wird der reine Rüstungsplayer zum neuen DAX-Anker?

    Rheinmetall (RHM.DE, $1521.00, -0,39%) schärft sein Profil als Rüstungskonzern und kündigt den kompletten Ausstieg aus dem zivilen Geschäft an. Per Ad-hoc-Mitteilung teilte das Unternehmen mit, dass die verbliebenen zivilen Sparten, darunter etwa Aktivitäten rund um Ladestationen, verkauft werden sollen, der Abschluss wird für das erste Quartal erwartet. Damit reagiert Rheinmetall auf die stark steigende Nachfrage nach Verteidigungsgütern in Europa, die den Konzern noch tiefer in seine militärischen Kernmärkte zieht. Ohne das zivile Geschäft stellt das Management ein Umsatzwachstum von +30 bis +35 % sowie eine operative Marge von 18,5 bis 19 % in Aussicht, muss dafür allerdings eine Abschreibung von rund 350 Millionen Euro verkraften.

    Strategisch positioniert sich Rheinmetall damit als klarer Profiteur der anhaltend hohen Rüstungsbudgets europäischer Staaten und der unsicheren geopolitischen Lage, auch wenn Friedensinitiativen für zeitweise Volatilität im Kurs sorgen. Charttechnisch sehen Experten eine mögliche Stabilisierung am 50-Wochen-Durchschnitt, während die Aktie sich bislang oberhalb der Marke von 1.500 Euro behauptet. Angesichts prall gefüllter Auftragsbücher halten Analysten langfristige Kursziele von deutlich über 2.000 Euro für erreichbar, sofern die politischen Rahmenbedingungen und die Haushaltspläne der Nato-Staaten unverändert bleiben. Für den DAX könnte Rheinmetall damit zu einem neuen defensiven Anker im Verteidigungsboom werden – mit der Kehrseite, dass der Konzern nun vollständig vom Rüstungszyklus abhängig ist.

    Deutsche Bank (DBK) – Was bringt der EZB-Zinsstopp für den Finanzsektor?

    Die Deutsche Bank (DBK.DE, $32.16, +1,61%) profitiert von der Entscheidung der Europäischen Zentralbank, den Einlagenzins bei 2,0 % und den Refinanzierungssatz bei 2,15 % zu belassen. Präsidentin Christine Lagarde betonte einen datenabhängigen, eher konservativen Kurs und signalisierte, dass die Zinsen bei einer anziehenden Konjunktur auch wieder steigen könnten. Die aktualisierten Prognosen der EZB sehen die Inflation für 2025 bei 2,1 %, für 2026 bei 1,9 % und für 2028 bei rund 2 %, gleichzeitig wurde die Wachstumsprognose für die Eurozone 2026 auf 1,2 % angehoben. Dies schafft für Banken wie die Deutsche Bank ein Umfeld mit stabilen bis moderat steigenden Zinsen und der Aussicht auf eine schrittweise Konjunkturerholung.

    Belastungsfaktoren bleiben allerdings die geplanten Rekord-Neuverschuldungen in der Eurozone, darunter bis zu 140 Milliarden Euro in Deutschland, die die Anleiherenditen nach oben treiben und das Zinsumfeld volatiler machen könnten. Zudem verweist die EZB auf hartnäckige Dienstleistungsinflation und geopolitische Risiken, darunter der Ukraine-Krieg, die im Extremfall erneute Zinserhöhungen erzwingen könnten. Für den Bankensektor bedeutet der Zinsstopp kurzfristig Rückenwind durch stabile Margen, mittel- bis langfristig hängt die Story jedoch von der tatsächlichen Wachstumsdynamik im Euroraum und der Entwicklung der Staatsfinanzen ab. Anleger werten die aktuelle Gemengelage als vorsichtig positiv für zyklische Finanzwerte wie die Deutsche Bank, behalten aber die Risikoaufschläge auf europäische Staatsanleihen genau im Blick.

    Microsoft (MSFT) – Wie viel Rückenwind bringt die US-Inflation bei 2,7 %?

    Microsoft (MSFT, $479.51, -0,06%) steht stellvertretend für die großen US-Tech-Werte, die von den überraschend niedrigen US-Inflationsdaten potenziell profitieren könnten. Die Verbraucherpreise in den USA stiegen im November im Jahresvergleich um lediglich 2,7 %, deutlich unter der Erwartung von 3,1 %, während die Kerninflation bei 2,6 % statt der prognostizierten 3,0 % lag. An den Märkten wird dies als möglicher „Befreiungsschlag“ gewertet, der der US-Notenbank Federal Reserve zusätzlichen Spielraum für weitere Zinssenkungen verschafft, nachdem sie den Leitzins bereits dreimal in Folge um jeweils 25 Basispunkte gesenkt hat. Ein Umfeld fallender oder stabil niedriger Zinsen stützt typischerweise die Bewertungsniveaus wachstumsstarker Technologiewerte wie Microsoft, insbesondere im kapitalintensiven KI- und Cloud-Geschäft.

    Allerdings mahnen Ökonomen zur Vorsicht, da die Datenerhebung durch den Regierungs-Shutdown beeinträchtigt war und der Oktober mangels Daten faktisch mit 0,0 % in die Berechnung einging, was den November-Wert rechnerisch um rund 0,27 Prozentpunkte nach unten verzerren könnte. Zudem könnten Saisoneffekte rund um den Black Friday das Bild verschleiern, sodass sich der jüngste Inflationsrückgang als weniger robust erweisen könnte als auf den ersten Blick erscheint. Für Microsoft und den breiten Tech-Sektor bleibt der Trend dennoch klar: Solange die Fed eher die Beschäftigung schützt und bei konjunkturellen Risiken bereit ist gegenzusteuern, bleibt die Liquiditätskulisse günstig. Ob daraus ein nachhaltiger Schub für KI-Plattformen wie Azure und die Kooperation mit OpenAI wird, hängt jedoch davon ab, ob die Märkte den aktuellen Inflationspfad als glaubwürdig einstufen.

    KURZNEWS

    • BP: Der Ölkonzern holt Meg O’Neill, bisherige Chefin von Woodside Energy, als neue CEO an die Spitze und macht sie damit zur ersten Frau an der Spitze eines „Big Oil“-Unternehmens. Investoren werten ihre Ernennung als Signal für eine strategische Rückbesinnung auf das Kerngeschäft Öl und Gas, nachdem frühere Wetten auf erneuerbare Energien enttäuscht hatten.
    • Woodside Energy: Die Aktie von Woodside Energy geriet in Sydney unter Druck, nachdem bekannt wurde, dass CEO Meg O’Neill zum britischen Rivalen BP wechselt. Marktteilnehmer rechnen damit, dass der Abgang der Chefin eine strategische Neuaufstellung erzwingt, insbesondere im profitablen LNG-Geschäft.
    • Instacart: Die Aktien von Instacart fielen vorbörslich um mehr als 6 %, nachdem Reuters über eine FTC-Untersuchung zum Einsatz von KI-Preistools berichtete. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück, doch die Meldung unterstreicht, dass der Einsatz von KI in der Preisgestaltung zunehmend in den Fokus der US-Regulierer rückt.
    • Lululemon (LULU): Die Aktien von Lululemon sprangen im vorbörslichen Handel um über 5–6 % nach oben, nachdem der aktivistische Investor Elliott Management eine Beteiligung von mehr als 1 Milliarde Dollar offengelegt hatte. Elliott drängt offenbar auf einen strategischen Turnaround und bringt mit Jane Nielsen, einer früheren Ralph-Lauren-Managerin, eine mögliche neue CEO-Kandidatin ins Gespräch.
    • Nike (NKE): Nike legte vor den Quartalszahlen leicht um +0,44 % zu, während der Markt auf Hinweise zur strategischen Neuausrichtung unter dem neuen CEO Elliott Hill wartet. Analysten erwarten zwar einen Ergebnisbeat, sehen das Ziel von 10 % Wachstum bei steigenden Margen im aktuellen Konsumumfeld aber als äußerst ambitioniert an.
    • Accenture (ACN): Accenture übertraf im ersten Geschäftsquartal mit einem Gewinn je Aktie von 3,94 Dollar die Erwartung von 3,73 Dollar, lieferte insgesamt aber einen gemischten Bericht. Nach anfänglichen Gewinnen drehte die Aktie ins Minus, was auf Zurückhaltung der Investoren bei der weiteren Wachstumsdynamik im Beratungsgeschäft hindeutet.
    • FedEx (FDX): FedEx veröffentlicht nach Börsenschluss die Zahlen für das zweite Geschäftsquartal, der Markt rechnet mit einem Gewinn je Aktie von 4,10 Dollar bei 22,79 Milliarden Dollar Umsatz. Im vorbörslichen Handel blieb die Aktie weitgehend unbewegt, da Anleger auf frische Signale zur globalen Nachfrage und zu möglichen Effizienzprogrammen warten.
    • MillerKnoll (MLKN): Die Möbelgruppe MillerKnoll legte nach besser als erwarteten Zahlen für das zweite Quartal um rund +7,02 % zu. Besonders positiv aufgenommen wurde die robuste Prognose für das laufende Quartal, die auf anhaltende Stärke im Objekt- und Büromöbelgeschäft hindeutet.
    • Deutz: Deutz baut mit der Übernahme von Ferg-Aggregatebau sein Geschäft mit Notstromlösungen aus, finanziert über Fremdkapital und mit Abschluss im ersten Quartal. Nach einem kurzfristigen Kurssprung fiel die Aktie im schwachen Gesamtmarkt auf 8,37 Euro zurück, wobei Analysten eine Konsolidierung zwischen 8 und 9 Euro als Basis für einen möglichen Ausbruch über 10 Euro sehen.
    • Douglas: Die Aktie von Douglas verlor nach einem enttäuschenden Ausblick über 5 %, obwohl im abgelaufenen Geschäftsjahr 4,6 Milliarden Euro Umsatz und eine Marge von 16,8 % erzielt wurden. Im Schlussquartal machten sich eine höhere Preissensibilität der Kunden sowie stärkerer Rabatt- und Wettbewerbsdruck bemerkbar, was die Erwartungen für Umsatzwachstum und EBITDA-Marge dämpft.
    • Infineon (IFX): Bei Infineon sorgt der starke Zahlen- und Prognoseüberraschungseffekt bei Micron nur für eine Stabilisierung um die Marke von 35 Euro. Die Aktie steckt weiter in einer Handelsspanne zwischen 32 und 38 Euro fest, sodass Analysten vor dem Jahreswechsel keinen unmittelbaren Handlungsbedarf sehen.
    • Rational: Die Aktie von Rational legt deutlich zu, nachdem die UBS den Wert von „neutral“ auf „buy“ hochgestuft und das Kursziel angehoben hat. Charttechnisch hat sich das Bild mit dem Sprung über den 50-Tage-Durchschnitt aufgehellt, dennoch empfehlen Analysten für einen nachhaltigen Einstieg Kurse im Bereich von 655 bis 660 Euro abzuwarten.
    • GEA Group: Die GEA Group stärkt ihr Ventilgeschäft durch die Übernahme des skandinavischen Unternehmens Hydract, das auf wasserhydraulische Ventilantriebe spezialisiert ist. Diese Technologie soll Energie und Kosten sparen und das Portfolio in den Bereichen Getränke, Molkerei und Pharma ergänzen, während die Aktie trotz Erholungstendenzen weiterhin mit dem schwachen Gesamtmarkt kämpft.
    • BP (zweite Perspektive): Mehrere Analysten sehen in der Berufung von Meg O’Neill zur CEO von BP ein klares Bekenntnis zu LNG und Gas, nachdem sie bei Woodside Energy ähnliche Weichenstellungen vorgenommen hatte. Ihre Erfolge dort, darunter die Verlängerung der Northwest-Shelf-Gas-Facility bis 2070 und die Übernahme von Louisiana LNG, nähren Erwartungen an eine fokussiertere, renditeorientierte Strategie bei BP.
    • Warner Bros. Discovery (WBD): Bei den laufenden Übernahmeverhandlungen um Warner Bros. Discovery warnt Berater Roger Altman vor den Risiken des Angebots von Paramount, das als extremes, hochverschuldetes LBO ohne gesicherte Eigenkapitalzusage bewertet wird. Insbesondere die Unsicherheit rund um den sogenannten Ellison-Backstop eines widerruflichen Trusts lässt Zweifel an der Finanzierungssicherheit aufkommen, weshalb alternative Optionen mit stabilerer Kapitalbasis attraktiver erscheinen könnten.
    • Paramount (PARA): Paramount versucht trotz einer Marktkapitalisierung von nur rund 15 Milliarden Dollar eine potenziell 108 Milliarden Dollar schwere Transaktion mit Warner Bros. Discovery zu stemmen. Da das Unternehmen kaum freien Cashflow generiert und bisher keine rechtlich bindenden Eigenkapitalzusagen vorgelegt wurden, sehen Berater das Gebot als hochriskant und pochen auf klar definierte Equity-Backstops nach dem Vorbild des Twitter-Deals.
    • Evercore (EVR): Roger Altman von Evercore betont in der Debatte um die Warner-Deals die Komplexität milliardenschwerer M&A-Transaktionen, die zunehmend als stark fremdfinanzierte LBOs strukturiert sind. Er hebt hervor, dass gerade in Medien- und Tech-Deals die Qualität der Finanzierung – inklusive wasserdichter Eigenkapitalzusagen und der Struktur von Trusts – entscheidend für die Bewertung konkurrierender Angebote ist.
    • Lululemon (zweite Perspektive): Neben der Beteiligung von Elliott Management spielt auch der anstehende Führungswechsel bei Lululemon eine Rolle, da der aktuelle CEO seinen Rücktritt für Ende Januar angekündigt hat. Der Markt spekuliert, dass ein neuer Managementansatz helfen könnte, die Marke besser gegen wachsende Konkurrenz im Premium-Athleisure-Segment zu positionieren.
    • Micron (Sektor-Effekt): Die Aktie von Micron legte vorbörslich zeitweise um rund 10–14 % zu und war damit der größte Gewinner im S&P 500, bevor es im regulären Handel zu Gewinnmitnahmen kam. Analysten sehen in der positiven Überraschung eine Bestätigung für die Stärke des KI-Handels, zugleich aber auch eine gesunde Skepsis im Markt, der angesichts der Oracle-/Blue-Owl-Schlagzeilen genau hinschaut, wo die Grenzen des aktuellen Booms liegen.

    KALENDER Firmen & Unternehmen

    EARNINGS

    • FEDEX: FedEx (FDX) – Q2-Geschäftszahlen, nach US-Börsenschluss
    • NIKE: Nike (NKE) – Ergebnisse Q2 des Geschäftsjahres, nach US-Börsenschluss
    • ACCENTURE: Accenture (ACN) – Q1-Geschäftszahlen wurden vor US-Markteröffnung veröffentlicht

    MAKRO

    • USA_CPI: USA – Verbraucherpreise (CPI) November, bereits veröffentlicht; Headline 2,7 % J/J, Kernrate 2,6 % J/J
    • USA_JOBLESSCLAIMS: USA – Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, Veröffentlichung am Nachmittag (MEZ)
    • USA_PHILADELPHIAFED: USA – Philadelphia Fed Index, Veröffentlichung am Nachmittag (MEZ)
    • EUROZONE_EZB: Eurozone – Zinsentscheid der EZB, Einlagenzins unverändert bei 2,0 %, Refinanzierungssatz bei 2,15 %
    • UK_BOE: Großbritannien – Zinsentscheid der Bank of England, Markt erwartet Zinssenkung um 25 Basispunkte auf 3,75 %
    • JAPAN_BOJ: Japan – Anstehender Zinsentscheid der Bank of Japan, Markt spekuliert auf Zinserhöhung um 25 Basispunkte

    IM BLICKPUNKT

    • UBS zu RAA: Die UBS hat Rational von „neutral“ auf „buy“ hochgestuft und das Kursziel angehoben, da die Bewertung inzwischen unter dem historischen Durchschnitt liegt und sich das Chartbild nach dem Sprung über den GD50 aufgehellt hat.
    • Unspecified zu IFX: Analysten bestätigen ihre positive Einschätzung für Infineon, sehen nach der Bestätigung der starken Speicherchip-Nachfrage durch Micron jedoch vor dem Jahreswechsel keinen akuten Handlungsbedarf und verweisen auf die etablierte Handelsspanne zwischen 32 und 38 Euro.
    • Ryan Detrick zum US-Markt: Marktstratege Ryan Detrick hebt hervor, dass trotz schwächerer Tech-Schwergewichte wie Oracle die Marktbreite zunimmt, mit mehr 52-Wochen-Hochs an der NYSE und einem steigenden Anteil der S&P-500-Titel über ihren 50- und 200-Tage-Linien.
    • Ryan Detrick zu High Yield: Detrick betont, dass echte systemische Risiken im Tech- und KI-Sektor sich in High-Yield-Unternehmensanleihen zeigen müssten, diese aber weniger als 1 % unter Allzeithoch notieren – ein Hinweis darauf, dass er derzeit keinen beginnenden Dominoeffekt sieht.
    • Ryan Detrick zu KI-Gewichtung: Er verweist zudem darauf, dass KI-Aktien inzwischen rund 46 % des S&P 500 ausmachen, gegenüber 27 % im Jahr 2022, und dennoch die Kursgewinne zuletzt breit auf Equal-Weight-Indizes, den Russell 2000 sowie internationale Märkte und Zykliker übergegriffen haben.


    NVIDIA-Probleme in China: KI-Risiko für Salesforce & Snowflake – 5 heiße Investment-Chancen

    KURZ & KNAPP

    NVIDIA steht im Zentrum der geopolitischen KI-Schlacht: Gespräche in Washington zu Exportbeschränkungen für China-Chips könnten den gesamten Sektor drehen. Der Markt bewertet, ob mögliche Lockerungen den Absatz von KI-Prozessoren stützen oder neue Hürden die Rallye bremsen. Gleichzeitig meldet Salesforce unerwartet starke Nachfrage nach KI-Agenten und liefert einen optimistischen Ausblick. Das sorgt für Kursphantasie bei ausgewählten Softwarewerten, während andere Tech-Titel unter Druck bleiben.

    Parallel belasten schwächere Margenperspektiven bei Snowflake die KI-Euphorie und zeigen, wie sensibel Investoren auf Profitabilität reagieren. Boeing kämpft weiter mit Lieferkettenproblemen und einer möglichen Übernahme von Spirit Aerosystems, während Microsoft durch Berichte zu KI-Verkaufszielen verunsichert. Im Fokus stehen zudem Tesla, Amazon und Netflix, deren Strategien von Supercharger-Netzwerk über Drohnen bis Content-Deals das Sentiment im Wachstumssegment beeinflussen.

    In Asien rückt der Immobilienstress mit Country Garden und dem breiteren China-Sektor ins Zentrum, was die Wachstumsprognosen für die Region eintrübt. Der geplante Batterieausbau von BYD in Chile und die Debatte um Chiles Lithium-Politik zeigen, wie stark Rohstoffe und Geopolitik die Märkte verzahnen. Wichtige Makro- und Gerichtstermine in China/Hongkong sowie die heutigen US-Daten können die Risikoaversion weiter verschärfen oder kurzfristig für Entspannung sorgen.

    RÜCKSPIEGEL

    US-Nachbörse

    Die Futures signalisierten eine riskantere Stimmung nach US-Handelsschluss: Risikobereitschaft und ein deutlich schwächerer Dollar prägten die Reaktion, während Bitcoin parallel spürbar zulegte. Marktteilnehmer werteten vor allem überraschende Konjunkturhinweise und Gewinnmeldungen als Treiber der Volatilität. Die Hoffnung auf Zinssenkungen stützte zeitweise die Stimmung.

    SNOW (Snowflake): Die Aktie stürzte im späten Handel ab, nachdem der Ausblick für die operative Marge die Erwartungen verfehlte und Bedenken zur Rentabilität neuer KI-Produkte aufkamen. Anleger reagierten sensibel auf die Prognose und Abwärtsrisiken für die Profitabilität.
    CRM (Salesforce): Nachbörslich legte die Aktie zu, nachdem das Unternehmen einen besseren Ausblick für das laufende Quartal meldete und eine stärkere Adoption von KI-Agenten hervorhob. Der optimistischere Umsatzpfad dämpfte Sorgen über eine schwächere KI-Nachfrage.
    MSFT (Microsoft): Die Aktie geriet unter Druck, nachdem Berichte über reduzierte KI-Verkaufsziele kursierten; das Unternehmen widersprach später einigen Darstellungen, doch die Unsicherheit belastete die Stimmung. Analysten und Investoren beobachten nun die Nachfrage nach Microsofts KI-Tools besonders genau.
    BA (Boeing): Boeing-Aktien fielen nach Berichten über FTC-Forderungen im Zusammenhang mit der möglichen Übernahme von Spirit Aerosystems; zugleich laufen Gespräche, um Produktionsprobleme in der Lieferkette zu beheben.


    Asien-Übernacht

    Die asiatischen Leitindizes zeigten ein gemischtes Bild: Trotz eines starken Jahresverlaufs der Märkte in Asien blieb die Reaktion getrübt durch schwächere China-Daten und anhaltende Sorgen um den Immobiliensektor. Der Nikkei profitierte von globaler Risikoneigung, während der Hang Seng empfindlich auf Nachrichten zu China-Immobilien und Restrukturierungen reagierte. Der Shanghai Composite zeigte weiterhin Volatilität, nachdem offizielle Zahlen und S&P-PMI unterschiedliche Signale zur chinesischen Wirtschaft sendeten.

    BYD: Der chinesische EV-Riese plant eine Kathodenproduktionsanlage in Chile und sichert sich Vorzugsbehandlungen bei Lithiumkarbonat; das unterstreicht Chinas aggressive Globalisierung der Batterie-Wertschöpfungskette.
    Country Garden: Für heute wird erwartet, dass ein Gericht in Hongkong dem Offshore-Schuldenplan zustimmt, ein entscheidender Schritt nach mehr als zwei Jahren Umstrukturierungsgespräche und ein Gradmesser für Stabilität im Immobiliensektor.
    China Immobiliensektor: Marktteilnehmer zeigen sich besorgt über eine sich beschleunigende Verlangsamung; S&P-Global-PMI sank nominal von 51,8 auf 51,2 und offizielle Zahlen signalisierten bereits Schrumpfung – ein Risiko für Chinas Wachstumsaussichten.
    Taiwan / Investitionsgespräche: In Washington wird über große Investitionszusagen aus Taiwan diskutiert; die Frage nach Rahmenbedingungen und Einwanderungsprozessen für Fabrikbauer wie TSMC bleibt Thema in den Gesprächen.

    Makro/Geopolitik: Zudem belastete Chiles Vorschlag zu größerer staatlicher Rolle in der Lithiumindustrie die Rohstoffaktien, da Investoren die Aussicht auf stärkere staatliche Eingriffe und geopolitische Wettbewerbsszenarien, auch mit Blick auf China, bewerteten.

    DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

    NVIDIA und die China-Saga: Politische Gespräche, Chip-Restriktionen und Marktfolgen

    NVIDIA steht erneut im Zentrum geopolitischer und marktlicher Aufmerksamkeit: CEO Jensen Huang traf sich mit US-Gesetzgebern und konnte eine geplante Verschärfung in einem Verteidigungsgesetz abwenden, die Exporte fortschrittlicher KI-Chips nach China weiter eingeschränkt hätte. Die Gespräche auf Capitol Hill zeigen die enge Verzahnung von Technologiepolitik und Unternehmensstrategie und haben unmittelbare Bedeutung für die globale Lieferfähigkeit von KI-Prozessoren. Anleger beobachten nun, ob die Administration ältere Chipmodelle (etwa H200) künftig wieder zur Ausfuhr zulassen wird, nachdem bereits niedrigere Generationen in begrenztem Umfang genehmigt wurden. Huang selbst gab zu bedenken, dass unklar sei, ob China die angebotenen Chips tatsächlich akzeptieren würde, was die Unsicherheit über die Absatzchancen in einem wichtigen Markt erhöht.

    Der regulatorische Fahrplan hat direkte wirtschaftliche Konsequenzen: Nachfrage bleibt extrem stark und Angebot begrenzt, was zu einem anhaltenden Bewertungsaufschlag für führende Chiphersteller führt. Für Investoren bedeutet das: kurzfristig politische Volatilität, mittelfristig aber anhaltende Nachfrage nach KI-Hardware. Sollte Washington weitere Beschränkungen lockern, könnte dies die Absatzperspektiven für NVIDIA verbessern — bleibt aber abhängig von bilateralen Genehmigungen und Pekings Nachfrageentscheidung. Die Episode unterstreicht, dass geopolitische Ereignisse heute unmittelbare Gewinn- und Risikoquellen für Tech-Titel darstellen.


    Salesforce: KI-Agenten tragen zu positivem Ausblick und nachbörslichem Kursgewinn

    Salesforce überraschte die Märkte positiv: Das Unternehmen meldete eine stärkere Adoption seiner KI-Agenten und gab einen Ausblick für das vierte Quartal, der über den Schätzungen lag. Die Kombination aus robustem Umsatzpfad und schnellerer KI-Nutzung dämpfte frühere Sorgen über eine schwächere Nachfrage nach KI-Produkten. Anleger honorierten das mit Kursgewinnen im nachbörslichen Handel, was die Frage aufwirft, ob andere Softwareanbieter folgen können.

    Für den Handelstag bedeutet das: Softwarewerte mit glaubwürdiger KI-Monetarisierung könnten weiter profitieren, während Titel ohne klare Nachfragebelege unter Druck bleiben. Beobachter werden nun auf die Umsetzung und Kundenbindungsraten achten, um zu beurteilen, wie nachhaltig der positive Trend ist.


    Chinas Immobilienstress: Country Garden, Vanke und ein wachsender Wachstumsrisiko

    Der chinesische Immobiliensektor bleibt ein zentraler Risikofaktor für die Region: Für heute wird erwartet, dass Country Garden in Hongkong über seinen Offshore-Schuldenplan abstimmt — ein Ergebnis, das als Barometer für weitere Restrukturierungen gilt. Gleichzeitig signalisieren Quellen Widerstand bei Investoren gegenüber Rückzahlungsverschiebungen in Vanke-Anleihen, was die Fragmentierung der Gläubigerbasis zeigt. Das Zusammenspiel aus Gerichtsentscheidungen, Gläubigerverhalten und schwächeren PMI-Daten erhöht das Abwärtsrisiko für das chinesische Wachstum im kommenden Jahr.

    Für Anleger ist das relevant, weil eine anhaltende Verlangsamung im Immobiliensektor nicht nur finanzielle Verwerfungen in China auslösen, sondern auch globale Lieferketten und Rohstoffnachfrage beeinträchtigen könnte. Strategisch sinnvoll ist jetzt eine genaue Selektion von Engagements in China-exponierten Branchen und Aufmerksamkeit auf Signalereignisse aus den Restrukturierungsfällen.


    Snowflake: Margen-Ausblick trübt KI-Hoffnungen

    Snowflake geriet im späten Handel unter Druck, nachdem der Ausblick für die operative Marge die Erwartungen verfehlte und damit Zweifel an der Rentabilität neu eingeführter KI-Tools schürte. Die Reaktion zeigt, dass Anleger nicht nur Wachstum, sondern auch nachhaltige Profitabilität bei KI-Investitionen erwarten. Die kurzfristige Kursreaktion verdeutlicht die Sensitivität des Sektors gegenüber Margen- und Kapitalbindungsfragen.

    Für Trader heißt das: Volatilität bleibt hoch, und Aktien mit hohem KI-Exposure werden stärker auf Margenaussagen reagieren. Langfristanleger sollten prüfen, ob Snowflakes Wachstumspfad die Margenprobleme mittelfristig kompensieren kann.


    Boeing und Spirit Aerosystems: Lieferkette, FAA-Beschränkungen und Übernahmegedanken

    Boeing steht in Gesprächen über eine mögliche Übernahme von Spirit Aerosystems, um anhaltende Produktions- und Qualitätsprobleme in der Lieferkette zu beheben. Die FAA hat die Produktion der 737 MAX gedeckelt, und Spirit hat bereits Stellenabbau angekündigt; für Boeing wäre ein Rückkauf ein Schritt, um Fertigungsengpässe direkt zu kontrollieren. Allerdings rücken auch kartell- und regulatorische Bedenken in den Fokus, was die strategische Komplexität erhöht.

    KURZNEWS

    • NVDA – NVIDIA: CEO traf sich mit Gesetzgebern; mögliche Lockerung von Exportbeschränkungen bleibt unsicher.
    • CRM – Salesforce: Nachbörslich besserer Umsatzausblick dank stärkerer KI-Agenten-Adoption.
    • SNOW – Snowflake: Später Handelsverfall nach enttäuschendem Margenausblick und KI-Profitabilitätssorgen.
    • MSFT – Microsoft: Aktie belastet durch Berichte über reduzierte KI-Verkaufsziele, Firma widersprach Teilen der Berichterstattung.
    • TSLA – Tesla: Elon Musk entließ das Supercharger-Team; öffnet Netzwerk für Ford und GM, Wettbewerb in China wächst.
    • AMZN – Amazon: Prime Air-Ziele verfehlt; Drohnen-Projekt läuft hinter den Erwartungen zurück.
    • NFLX – Netflix: Aktie unter Druck wegen Spekulationen über Gebot für Teile von Warner Bros. Discovery.
    • BA – Boeing: Gespräche über Übernahme von Spirit Aerosystems zur Lösung von Produktionsproblemen.
    • BYD – BYD Company Ltd: Plant Kathodenfabrik in Chile; sichert sich Vorzugspreise für Lithiumkarbonat.
    • CG – Country Garden: Gericht in Hongkong soll heute über Offshore-Schuldenplan entscheiden.

    KALENDER Firmen & Unternehmen

    Earnings

    UnternehmenTickerEventZeitpunktErwartungVorheriger Wert
    KrogerQuartalszahlen / Ergebnisberichtvorbörslich
    Dollar GeneralQuartalszahlen / Ergebnisberichtvorbörslich
    Hormel FoodsQuartalszahlen / Ergebnisberichtvorbörslich
    UP FintechQuartalszahlen / Ergebnisberichtvorbörslich
    Build-A-Bear WorkshopQuartalszahlen / Ergebnisberichtvorbörslich
    CIBCQuartalszahlen / Ergebnisberichtvorbörslich
    SAICQuartalszahlen / Ergebnisberichtvorbörslich
    TD BankQuartalszahlen / Ergebnisberichtvorbörslich
    DonaldsonQuartalszahlen / Ergebnisberichtvorbörslich
    HovnanianQuartalszahlen / Ergebnisberichtvorbörslich
    Sportsman’s WarehouseQuartalszahlen / Ergebnisberichtvorbörslich
    RubrikErgebnis/Investor-Updatenachbörslich
    DocuSignErgebnis/Investor-Updatenachbörslich
    SentinelOneErgebnis/Investor-Updatenachbörslich
    SamsaraErgebnis/Investor-Updatenachbörslich
    ChargePointErgebnis/Investor-Updatenachbörslich
    Ulta BeautyErgebnis/Investor-Updatenachbörslich
    Hewlett Packard EnterpriseErgebnis/Investor-Updatenachbörslich
    CooperCompaniesErgebnis/Investor-Updatenachbörslich
    Argan, Inc.Ergebnis/Investor-Updatenachbörslich

    Makro-Termine

    Land/RegionIndikatorZeitpunktErwartungVorheriger WertWichtigkeit
    USAheute
    China / Hongkongheute

    IM BLICKPUNKT

    • William Blair zu Medtronic (MDT) – Analystenschätzung: schätzt etwa 150.000 US-CGM-Nutzer; hebt relative Rückstände gegenüber Dexcom und Abbott hervor.

    Microsoft-Schock und Nvidia unter Druck: KI-Markttrend mit Tesla & Oracle

    KURZ & KNAPP

    Microsoft gerät nach Berichten über angeblich gesenkte KI-Verkaufsquoten und Verkäufen aus dem Gates-Umfeld ins Visier, auch wenn das Management klar dementiert. Die Anleger fragen sich, ob die Enterprise-KI wirklich im erwarteten Tempo skaliert. Gleichzeitig steht Nvidia zwischen Exportkontrollen, China-Risiken und wachsendem Konkurrenzdruck bei KI-Chips. Unser Schluss-Signal ordnet ein, wie stark diese Schlagzeilen den gesamten KI-Markttrend heute wirklich bewegen.

    Während KI-Agenten an der Realität scheitern, gewinnen API-basierte Geschäftsmodelle rund um OpenAI und Anthropic massiv an Fahrt. Tesla bleibt ein polarisierender Wachstumswert zwischen Bewertungsdebatte und Optionsdynamik. Dazu zeigen US-Daten, Krypto-Werte und Konsumtitel wie Macy’s und Dollar Tree, wie selektiv Kapital aktuell rotiert.

    In Europa ziehen Rüstungsaktien wie Rheinmetall, Hensoldt und Renk dank geopolitischer Spannungen deutlich an, während Hugo Boss mit schwacher Prognose unter Druck steht. Zugleich rücken Energiepreise und mögliche Stromlücken als Risiko für den Industriestandort in den Fokus. Auf der Makro-Seite verschärfen der schwächere US-Arbeitsmarkt (ADP) und die bevorstehige FOMC-Sitzung die Zinssenkungsfantasie, während eine mögliche Zinswende in Japan und der stärkere Renminbi neue Impulse an den Devisen- und Anleihemärkten setzen.

    RÜCKBLICK Handelstag

    US-Handelstag

    Der US-Handel war heute von selektiver Volatilität und Rotationen zwischen großen Namen geprägt. Die Volatilität konzentriert sich auf einige Mega-Caps, während sich Small Caps weiterhin gegenüber Large Caps behaupten; S&P-Futures schossen phasenweise höher, verloren dann aber Dampf. Insgesamt zeigte sich ein Markt, in dem täglich neue Mega‑Cap‑Geschichten Kapital umschichten und Gewinner sowie Verlierer ausgesucht werden.

    Microsoft: Die Aktie geriet unter Druck, nachdem Berichte über gesenkte KI‑Verkaufsquoten die Nachfrageängste schürten; Microsoft dementierte später, die Quoten gesenkt zu haben, und stellte klar, dass Aggregate Verkaufsziele nicht reduziert wurden.
    Nvidia: CEO Jensen Huang war global unterwegs und trat auch vor dem US‑Kongress auf; Themen waren Exportkontrollen, China und die Rolle von Nvidia in den KI‑Lieferketten, während Marktteilnehmer zugleich nach kostengünstigeren Alternativen zu Nvidia‑Chips suchen.
    Tesla: Tesla blieb ein polarisierendes Thema — Kritik von Michael Burry und öffentliche Scharmützel mit anderen prominenten Investoren prägten die Diskussion, die Aktie zeigt sich dennoch weiter beweglich trotz Sorgen um Autoabsätze.
    Bitcoin & Krypto: BlackRock‑CEO Larry Fink bekräftigte seine Überzeugung in Bitcoin, während mit dem American Bitcoin‑Projekt starke kurzfristige Volatilität zu beobachten war; Coinbase und Binance agieren dabei weiter aktiv in Politik und Managementänderungen.
    Arbeitsmarkt (ADP): Der ADP‑Report zeigte einen überraschenden Rückgang der privaten Stellenzahlen im November um rund 32.000, ein Signal, das die Zinssenkungserwartungen vor dem FOMC nächste Woche stützt.

    Wichtige Makrothemen dominierten die Stimmung: Die Märkte blicken auf das FOMC nächste Woche, eine Zinssenkung wird weithin erwartet, und schwächere Arbeitsmarktdaten (ADP) nähren diese Erwartungen weiter.

    Deutschland/Europa

    Der europäische Handel war geprägt von Sektorumschichtungen: Der DAX und der Euro Stoxx 50 zeigten differenzierte Bewegungen, wobei einzelne Gewinner wie Airbus an der DAX‑Spitze standen. Der Aktienmarkt wurde von starken Einzelmeldungen getrieben; Dividendenprojektionen für den DAX deuten erstmals seit 2020 einen Rückgang an, während Versicherer an Bedeutung als Dividendenbringer gewinnen.

    Airbus: Die Aktie stand heute an der Spitze des DAX, nachdem der Konzern seine Ergebnis‑ und Cashflow‑Ziele für das Jahr bestätigt hat; zuvor war das Auslieferungsziel leicht gesenkt worden, doch die Finanzziele blieben intakt.
    Rheinmetall: Rüstungswerte kletterten, da bei Gesprächen im Kreml kein Kompromiss für ein Friedensabkommen erreicht wurde; Rheinmetall zog dabei deutlich an.
    Hensoldt: Auch Hensoldt profitierte von der starken Nachfrage bei Verteidigungswerten und verzeichnete zweistellige Tagesgewinne in der Spitze.
    Renk: Renk gehörte zu den Gewinnern im Sektor und stieg zeitweise deutlich.
    Hugo Boss: Im Gegenzug enttäuschte Hugo Boss die Anleger mit einem negativen Ausblick aufgrund eines Konzernumbaus, die Aktie verlor heute deutlich.

    Auf Makroebene stehen in Europa Energiefragen weiter im Fokus: Höhere Erdgaspreise und drohende Stromlücken werden als relevante Risiken für Industrie und Investoren genannt.

    Makro & Geld/Schuldenpolitik

    Die US‑Geldpolitik und Arbeitsmarktdaten bestimmten das Bild: Der ADP‑Report zeigte einen überraschenden Rückgang privater Stellen um etwa 32.000 im November, was die Erwartung einer Zinssenkung der Fed in der kommenden Woche stützt. Marktteilnehmer sehen eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit für Zinssenkungen beim nächsten FOMC, was die Bewegung an den Renditemärkten erklärt.

    Zusätzlich werden mögliche politische Einflüsse auf die Geldpolitik diskutiert: Nominierungen für Führungspositionen in der Fed und Debatten um eine lockere Geldpolitik sorgen für langfristige Diskussionen über Inflationsrisiken. International rücken Japan und China in den Blick: Hinweise auf Lohnwachstum in Japan könnten die BOJ zu einer Dezember‑Zinsentscheidung drängen, während der Renminbi eine nachhaltige Aufwertungstendenz zeigt.

    WAS HEUTE WICHTIG WAR

    Microsoft zwischen Dementi, Gates‑Verkäufen und AI‑Skepsis

    Microsoft stand heute im Zentrum eines Schlagabtauschs aus Medienberichten, Anlegerreaktionen und Unternehmensdementis. Vorbörslich und im frühen Handel belastete ein Bericht, wonach Microsoft seine Verkaufsquoten für KI‑Software gesenkt habe, den Kurs und löste breite Diskussionen über die Nachfrage nach Unternehmens‑KI aus. Das Management reagierte mit einer klaren Stellungnahme: Aggregate Verkaufsquoten seien nicht gesenkt worden, und das Unternehmen betonte seine Enterprise‑KI‑Strategie rund um OpenAI. Trotzdem zeigte sich Marktunsicherheit, da Analysten und Investoren zwischen kurzfristigen Sorgen um Quoten und der langfristigen strategischen Positionierung unterscheiden.

    Die Story gewinnt an Gewicht, weil Microsoft in den letzten Jahren massiv auf KI gebaut und seine Produkte an die große Office‑Kundenbasis adressiert hat. Parallel befeuern Veräußerungen aus dem Umfeld (Bill Gates verkauft einen Teil seiner Bestände) die Debatte über Kapitalallokation und Vertrauen in das Wachstumsszenario. Für Anleger ist wichtig: Kurzfristige Kursreaktionen reflektieren Sentiment‑ und Nachrichtengetriebene Volatilität, während die Frage, ob Unternehmens‑KI tatsächlich in dem erwarteten Tempo in Großkundenprojekte überführt wird, längerfristig zu bewerten ist. Sollte die Nachfrage schwächer ausfallen als erwartet, wären Tech‑Titel mit starker KI‑Exponierung besonders anfällig; bleiben die Enterprise‑Zyklen jedoch intakt, könnte Microsofts breite installierte Basis ein Vorteil sein. Im Ausblick bleibt die Beobachtung der Umsatzentwicklung bei KI‑Produkten und die weitere Kommunikation des Managements entscheidend für die Rückkehr nachhaltiger Zuversicht unter Investoren.

    Nvidia: Regulierung, China und die Suche nach Alternativen

    Nvidia dominiert weiter die KI‑Diskussion, aber das Bild ist nuanciert: CEO Jensen Huang suchte das Gespräch mit politischen Entscheidungsträgern und betonte die Notwendigkeit nationaler Sicherheitsüberlegungen bei Exportkontrollen, zugleich sprach er sich für eine föderale KI‑Regulierung aus. Auf dem Markt wächst die Diskussion über kostengünstigere Alternativen zu Nvidias Chips; Investoren prüfen, wie lange die Vormachtstellung andauern kann.

    Die Dynamik wird zusätzlich durch geopolitische Fragen verstärkt: Huang argumentiert, dass China auch ohne US‑Chips Fortschritte mache, was die Lieferketten‑ und Wettbewerbsdebatte verschärft. Kurzfristig bleibt Nvidia zentral für viele KI‑Prognosen, langfristig jedoch suchen Marktteilnehmer Diversifikationsmöglichkeiten, wodurch die Renditen und die Aktienbewertungen sensibel auf Nachrichten und Regulierungsdiskussionen reagieren dürften.

    Agenten vs. APIs: Das reale Tempo der Unternehmens‑KI

    Der Hype um KI‑Agenten trifft auf praktische Implementierungsprobleme: Marktkommentare heben hervor, dass Agenten komplexer sind als erwartet und Unternehmen derzeit stärker auf APIs und modellbasierte Nutzung setzen. Einige große KI‑Player, darunter OpenAI laut internen Memo, verlagern Ressourcen weg von Agenten, um das Kern‑Chat‑GPT‑Erlebnis zu stärken.

    Anthropic ist ein Gegenbeispiel: Ramp‑Daten zeigen einen starken Anstieg der Unternehmensadoption, vor allem beim API‑Umsatz, und Claude gilt als schnellstwachsende Unternehmenslösung. Die Folge für Anleger: Ein differenziertes Bild der Gewinnerlandschaft – nicht jeder KI‑Akteur profitiert gleich, und ein Bottom‑Up‑API‑Ansatz kann kurzfristig robuster sein als Top‑Down‑Agentenstrategien. Für den Markt bedeutet das, dass Investitionen in Infrastruktur, Cloud‑Partner und API‑Nutzung kurzfristig relevanter sein könnten als reine Agenten‑Wetten.

    Tesla‑Kontroverse: Kritik, Fehden und Marktdynamik

    Tesla bleibt ein Liebling der Debatten: Michael Burry bezeichnete die Marktkapitalisierung als massiv überbewertet und hat Short‑Positionen in mehreren Tech‑Wetten aufgebaut, was die Diskussion um Bewertung und aktienbasierte Vergütung schürt. Elon Musk reagierte öffentlich auf Vorwürfe und nutzte die Gelegenheit, ehemalige Gegner zu attackieren, was die mediale Aufmerksamkeit zusätzlich anheizte.

    Trotz kritischer Stimmen zeigt die Aktie weiterhin hohe interne Dynamik; Marktteilnehmer weisen darauf hin, dass Optionshandel und Positionierungsmechanismen Kurse kurzfristig stützen können, selbst wenn die Autoabsätze schwächer ausfallen. Für Investoren ist die Kernfrage, ob Tesla als Technologie‑ und KI‑Plattform oder primär als Autobauer bewertet wird — die Antwort beeinflusst Risiko‑ und Renditeerwartungen nachhaltig.

    Europa: Rüstungswerte im Aufwind, Bekleidung und Konsum divergieren

    In Europa gewinnen Rüstungsaktien an Momentum: Werte wie Rheinmetall, Hensoldt und Renk stiegen deutlich, getrieben von geopolitischen Unsicherheiten und andauernder Nachfrage nach Verteidigungs‑Technologie. Anleger verschieben Kapital in diesen Sektor, da Verhandlungen keine kurzfristige Entspannung bringen.

    Gleichzeitig zeigt sich eine Spreizung im Konsumbereich: Inditex realisierte starke Zahlen und sprang deutlich nach oben, während Hugo Boss mit einer Gewinn‑ und Umsatzerwartungssenkung für das nächste Jahr enttäuschte und heute deutlich verlor. Für Portfolios bedeutet das: Selektive Stock‑Picking ist gefragt, da Sektor‑Trends (Verteidigung vs. traditioneller Konsum) aktuell unterschiedliche Risikoprämien und Chancen bieten.

    KURZNEWS

    • MSFT – Microsoft: Geriet unter Druck nach Berichten über angeblich gesenkte KI‑Verkaufsquoten; das Unternehmen dementierte, Aggregate Verkaufsquoten seien nicht reduziert worden. Die Debatte unterstreicht die Sensitivität der Aktien auf KI‑Nachrichten und strategische Partnerschaften wie jene mit OpenAI.
    • NVDA – Nvidia: CEO Jensen Huang suchte das Gespräch mit Politikern und betonte die Balance zwischen Exportkontrollen und Marktzugang; Investoren diskutieren gleichzeitig kostengünstigere Alternativen zu Nvidias Chips.
    • TSLA – Tesla: Bleibt im Fokus nach öffentlichen Attacken und Kritik von Michael Burry; die Aktie zeigt weiter hohe Beweglichkeit, trotz Sorgen um Autoabsätze.
    • GOOGL – Alphabet (Google): Wird als potenzieller Gewinner im Konsumenten‑KI‑Bereich gesehen, da Google über zahlreiche Produkte mit großen Nutzerbasen und eigene Chips verfügt.
    • ORCL – Oracle: Wells Fargo initiierte ein ‘Overweight’ und sieht Oracle als großen KI‑Nutzer dank Kunden wie OpenAI und einem wachsenden Auftragsbestand im KI‑Bereich.
    • CRM – Salesforce: Eine Investorin reduzierte ihre Position vor den Quartalszahlen, die nachbörslich erwartet werden; Beobachter betonen, dass trotz solider operativer Daten die Aktie unter einem Nachfrage‑/Käufermangel leide.
    • ADBE – Adobe: Meldet nächste Woche; Investoren sehen eine Diskrepanz zwischen soliden operativen Ergebnissen und dem Aktienkurs, weshalb die Berichte erwartet werden.
    • SNOW – Snowflake: Steht kurz vor der Berichterstattung; die Aktie notierte heute höher, und das Unternehmen wird als Profiteur der Datenaufbereitung für KI gesehen.
    • MRVL – Marvell Technology: Stieg nach Quartalszahlen deutlich, nachdem EPS und Umsatz über den Schätzungen lagen; das Management prognostizierte ein starkes Wachstum im Rechenzentrumssegment und kündigte die Übernahme von Celestial AI an.
    • ORCL – Oracle: (Erneut) Analysten sehen Oracle Cloud Infrastructure als Chance, Marktanteile zu gewinnen; die Einschätzung stützt KI‑Narrative.
    • M – Macy’s: Heben die Jahresprognose an und berichteten starkes Same‑Store‑Sales‑Wachstum; die Aktie reagierte volatil auf den Ausblick für das vierte Quartal.
    • DLTR – Dollar Tree: Hatte ein starkes Quartal und hob den Ausblick an; das Unternehmen profitiert von nachfragekräftigeren Kundensegmenten.
    • AMZN – Amazon (AWS): AWS bleibt ein zentraler Cloud‑Partner für Unternehmen wie Anthropic und profitiert von steigender Unternehmensakzeptanz für Cloud‑Trainings und Modellbereitstellung.
    • ANP – Anthropic: Ramp‑Daten zeigen einen der größten monatlichen Zuwächse bei Unternehmensadoption, getrieben vom API‑Umsatz; Claude gilt als schnellstwachsende Unternehmenslösung.
    • GLB – BlackRock / Bitcoin: BlackRock‑CEO Larry Fink bekräftigte seinen Glauben an Bitcoin und sieht weiter einen bedeutenden Anwendungsfall; BlackRock bleibt der größte Emittent von Spot‑Bitcoin‑ETFs.
    • AMBC – American Bitcoin: Das mit der Trump‑Familie verbundene Projekt erholte sich leicht nach massiven Rückgängen, die mit dem Ablauf von Haltefristen zusammenhingen.
    • COIN – Coinbase: Paul Grewal reist nach Washington, um mit Gesetzgebern über Krypto‑Regulierung zu sprechen; Priorität hat eine Marktstrukturgesetzgebung.
    • BNCE – Binance: Ernannte Yi Hai zur Co‑CEO neben Richard Tang; das Management betont mehr Transparenz und Widerstandsfähigkeit des Ökosystems.
    • RHM – Rheinmetall: Rüstungswerte stiegen deutlich nach neuen geopolitischen Spannungen und fehlenden Friedenssignalen bei Gesprächen im Kreml.
    • BOSS – Hugo Boss: Enttäuschte Anleger mit einer Prognose für deutliche Umsatz‑ und Gewinnrückgänge im kommenden Jahr aufgrund eines Konzernumbaus; die Aktie verlor deutlich.

    KALENDER Firmen & Unternehmen

    Quartalszahlen

    DatumUnternehmenEventDetails
    nachbörslichSalesforce (CRM)QuartalsergebnisseInvestorin reduzierte Position vor den Ergebnissen
    nächste WocheAdobe (ADBE)QuartalsergebnisseBericht wird erwartet; Anleger sehen Diskrepanz zwischen operativen Ergebnissen und Kurs
    Snowflake (SNOW)QuartalsergebnisseUnternehmen steht kurz vor der Berichterstattung
    Marvell Technology (MRVL)QuartalsergebnisseEPS und Umsatz lagen über Schätzungen; Management prognostizierte starkes Rechenzentrumswachstum
    Macy’s (M)QuartalsergebnisseHob Jahresprognose an, starkes Same‑Store‑Sales‑Wachstum
    Dollar Tree (DLTR)QuartalsergebnisseHob den Ausblick nach starkem Quartal an

    Makrodaten

    DatumRegionEventDetails
    USAADP Private Payrolls (November)Signal für Arbeitsmarkt und Fed‑Erwartungen; Beitrag zur Einschätzung von Zinssenkungen
    nächste WocheUSAFOMC‑SitzungMarkt erwartet mit hoher Wahrscheinlichkeit Zinssenkung; zentral für Zins‑ und Renditeentwicklung
    Dezember (möglicherweise)JapanBOJ‑Entscheidung (mögliche Bewegung)Frühe Anzeichen für Lohnwachstum könnten die BOJ zu einer Zinserhöhung im Dezember drängen

    IM BLICKPUNKT

    • STLA – Stellantis: UBS hat die Aktie auf ‘Buy’ hochgestuft und sieht eine Trendwende in Nordamerika durch Marktanteilsgewinne und einen besseren Produktmix.
    • ORCL – Oracle: Wells Fargo initiierte die Aktie mit ‘Overweight’ und bezeichnet Oracle als großen KI‑Gewinner, gestützt auf Kundenbeziehungen und einen wachsenden Auftragsbestand.
    • UBER – Uber: Arete stufte Uber hoch und sieht das Unternehmen als klaren Marktführer, dem autonome Fahrzeuge eher helfen werden.
    • LYFT – Lyft: Arete stufte auch Lyft hoch, mit der Einschätzung, dass erschwingliche, großskalige autonome Fahrzeuge kaum realistisch sind und Plattformen wie Lyft profitieren können.
    • MSI – Motorola Solutions: North Coast Research hob die Aktie auf ‘Buy’ und nannte den jüngsten Ausverkauf eine Überreaktion; das Unternehmen melde zweistelliges Auftragswachstum und verstärkten KI‑Einsatz in Sicherheitsprodukten.