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Apple und Microsoft konsolidieren – Goldrallye bewegt Märkte

KURZ & KNAPP

Apple und Microsoft starten mit leichten Gewinnmitnahmen ins Jahr 2026, während Analyst Dan Ives weiter Wachstum im KI- und Cloud-Segment erwartet. Parallel setzt die Rallye bei Gold und Silber nach dem Rekordjahr 2025 neue Akzente. Hohe Notenbankkäufe und die schwächere Entwicklung des US-Dollar treiben die Edelmetalle. Anleger beobachten gespannt, ob 2026 eine Fortsetzung des Booms bringt.

Neben den US-Tech-Schwergewichten rücken Alphabet, Oracle und Novo Nordisk mit ihren jeweils eigenen KI- und Gesundheitsstories in den Mittelpunkt. Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum tendieren fester. Globale Aktienindizes von S&P 500 bis Hang Seng signalisieren zum Jahresauftakt vorsichtigen Risikoappetit.

In Europa zeigt der DAX 40 zum Start 2026 moderate Gewinne, während der Nikkei 225 und der China A50 von einer verbesserten Stimmung in Asien profitieren. Themen wie die wachsende US-Staatsverschuldung, die künftige Rolle von Fed-Chef Jerome Powell und mögliche Auswirkungen auf die Zinspolitik prägen die Makrolage. Auch der Ausblick für die globale Autoindustrie mit steigenden Neuwagenpreisen bleibt ein wichtiges Diskussionsthema.

DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

US-Tech-Schwergewichte (AAPL, MSFT) – Kommt 2026 die nächste Rallye-Welle?

Die großen US-Tech-Schwergewichte starten verhalten ins neue Jahr, doch einige Analysten sehen 2026 als weiteres Boomjahr für den Sektor. Die Aktie von Apple (AAPL, $273,02, -0,43%) liegt vorbörslich leicht im Minus, ebenso wie Microsoft (MSFT, $485,85, -0,80%), nachdem die Titel 2025 bereits kräftig gestiegen waren. Tech-Stratege Dan Ives rechnet dennoch damit, dass führende Technologiewerte 2026 noch einmal um rund 20% bis 25% zulegen könnten. Er verweist auf anhaltendes Wachstum in den Bereichen Cloud, Künstliche Intelligenz und Plattform-Geschäftsmodelle, von denen gerade Apple und Microsoft strukturell profitieren dürften. Trotz kurzfristiger Gewinnmitnahmen betrachtet er die aktuellen Rücksetzer eher als Verschnaufpause innerhalb eines längerfristigen Aufwärtstrends.

Bei Apple bleibt der Fokus auf dem Service-Geschäft, das sich zunehmend zu einem margenstarken Wachstumstreiber entwickelt und die Schwankungen im Hardware-Geschäft abfedern soll. Microsoft wiederum profitiert von der starken Position seiner Cloud-Plattform Azure und der tiefen Integration generativer KI in Produkte wie Office und GitHub. Ives sieht die großen US-Tech-Konzerne als zentrale Gewinner der KI-Investitionswelle, die sich mit zunehmender Verbreitung von Enterprise-KI-Anwendungen weiter beschleunigen dürfte. Viele institutionelle Investoren bleiben daher in den «Mega-Caps» engagiert, weil sie in einem Umfeld erhöhter Unsicherheit als defensive Wachstumswerte gelten. Die Kursdellen zum Jahresauftakt werden an der Wall Street vor diesem Hintergrund bislang nicht als Trendwechsel interpretiert.

Für Anleger stellt sich damit vor allem die Frage nach Einstiegspunkten und Gewichtung innerhalb des Tech-Sektors. Sollte sich das optimistische Szenario von Dan Ives bewahrheiten, könnten Pullbacks bei Apple und Microsoft im Laufe des Jahres als Kaufgelegenheiten angesehen werden. Gleichzeitig mahnen die leichten Kursverluste zu Beginn des Jahres zur Vorsicht, da viel Wachstum bereits in die Bewertungen eingepreist ist. Kurzfristig könnten Zinsdebatten und die Unsicherheit um die künftige Besetzung der Federal Reserve für Schwankungen sorgen. Mittel- bis langfristig bleibt die zentrale Frage, wie stark die großen Tech-Konzerne ihre KI-Investitionen in profitables Wachstum ummünzen können – genau darauf setzen optimistische Analysten für 2026.

Gold und Silber (GC=F) – Wie weit trägt die Rekordrallye der Edelmetalle?

Nach einem Ausnahmejahr 2025 setzen Gold und Silber ihre Rallye zum Jahresauftakt 2026 fort. Eine Feinunze Gold (GC=F, $4.383,40, +0,97%) notiert erneut deutlich über 4.300 Dollar, nachdem der Preis im vergangenen Jahr um knapp 65% zugelegt und damit das stärkste Jahresplus seit 1979 erzielt hatte. Kurz vor Weihnachten hatte Gold mit knapp 4.550 Dollar ein Rekordhoch markiert, bevor es zum Jahresende zu Gewinnmitnahmen kam. Silber klettert derweil wieder in Richtung der Marke von 80 Dollar je Unze, nachdem das Metall 2025 um 148% gestiegen war und erstmals die 80-Dollar-Schwelle überschritten hatte. Angetrieben wird der Höhenflug der Edelmetalle vor allem von der Schwäche des US-Dollars, massiven Notenbankkäufen sowie anhaltenden geopolitischen Spannungen.

Analysten verweisen zudem auf die wachsenden Sorgen um die US-Staatsverschuldung, die inzwischen rund 38 Billionen Dollar erreicht, und die nachlassende Nachfrage nach US-Staatsanleihen. Große Notenbanken, insbesondere aus Ländern, die ihre Abhängigkeit vom Dollar reduzieren wollen, schichten ihre Reserven verstärkt in Gold um. Für Silber kommt eine starke industrielle Nachfrage hinzu, etwa aus Elektromobilität, Künstlicher Intelligenz und Rüstungsindustrie, die das Angebot zusätzlich verknappt. Strategen von J.P. Morgan erwarten, dass der Gold-Boom 2026 und 2027 anhalten dürfte und sehen den Preis perspektivisch in Richtung 5.000 Dollar je Unze steigen. Gleichzeitig warnen Marktbeobachter vor der erhöhten Volatilität an Tagen mit dünnem Handel, an denen bereits kleinere Orders zu größeren Ausschlägen führen können – ein Umfeld, in dem Anleger besonders diszipliniert agieren sollten.

Novo Nordisk (NVO) – Ist die Wachstumsstory nach der Kurskorrektur noch intakt?

Die Aktie von Novo Nordisk (NVO, $51,50, -0,66%) hat nach einem Hype-Jahr 2025 deutlich an Höhe verloren. Über die vergangenen zwölf Monate hinweg büßten die Papiere knapp 42% ein, auch wenn sie sich im Dezember mit einem Monatsplus von gut 6% etwas stabilisieren konnten. Der dänische Pharmakonzern, bekannt für seine Medikamente gegen Diabetes und Adipositas, bleibt dennoch ein Kerninvestment für langfristig orientierte Wachstumsinvestoren wie Sustainable Growth Advisers (SGA). In ihrem jüngsten Quartalsbericht betonen die Manager, dass sie weiterhin auf qualitativ hochwertige Wachstumsunternehmen mit stabilen Erträgen und Cashflows setzen – Novo Nordisk zählt für sie weiterhin in diese Kategorie. Die operative Entwicklung des Unternehmens hat sich zuletzt als robuster erwiesen als die Kursbewegung vermuten lässt.

Die deutliche Underperformance der Aktie führen die SGA-Manager eher auf eine Marktrotation in zyklische und niedrig bewertete Werte zurück als auf eine Eintrübung der fundamentalen Perspektiven. Insbesondere die weltweite Nachfrage nach modernen Diabetes- und Adipositas-Therapien bleibt hoch, was langfristig zweistellige Wachstumsraten ermöglichen könnte. Für 2026 stellt sich damit weniger die Frage nach der Stabilität des Geschäftsmodells, sondern vielmehr nach der Bewertung und dem richtigen Einstiegsniveau nach der Korrektur. Institutionelle Investoren wie SGA nutzen derartige Rückgänge häufig, um Positionen in strukturellen Wachstumsstories schrittweise auszubauen. Ob sich diese Strategie auszahlt, hängt entscheidend davon ab, ob Novo Nordisk seine Wachstumsziele im Kerngeschäft in den kommenden Quartalen bestätigen kann.

Alphabet (GOOGL) – Warum bleibt die Google-Mutter Liebling der Großanleger?

Die Aktie von Alphabet (GOOGL, $315,97, -0,27%) startet mit leichten Gewinnmitnahmen ins neue Jahr, nachdem der Titel 2025 um rund 65% zugelegt hatte. Der Marktwert der Google-Mutter lag zum Jahresende 2025 bei rund 3,78 Billionen Dollar, was Alphabet zu einem der wertvollsten Unternehmen der Welt macht. Trotz der jüngsten Konsolidierung bleibt der Konzern ein Kernwert in vielen Wachstumsportfolios institutioneller Investoren. So hebt der Fonds Sustainable Growth Advisers (SGA) in seinem jüngsten Quartalsbericht die starke Position von Alphabet in den Bereichen Online-Werbung, Cloud-Computing und KI hervor. Die Kombination aus hohen Margen im Werbegeschäft und wachsendem Cloud-Segment überzeugt langfristig orientierte Anleger.

Auch die zunehmenden Investitionen in Künstliche Intelligenz, etwa über die Gemini-Modellfamilie und proprietäre TPU-Chips, stärken aus Sicht vieler Großanleger die strategische Position des Konzerns im Technologiewettlauf. Obwohl der starke Kursanstieg 2025 die Bewertung angehoben hat, setzen Investoren weiter darauf, dass Alphabet seine Plattformen erfolgreich monetarisieren und neue Ertragsquellen erschließen kann. Kurzfristige Rücksetzer werden daher bisher eher als Gelegenheit interpretiert, Engagements anzupassen, als als Signal eines fundamentalen Bruchs. Für 2026 steht vor allem im Fokus, wie schnell sich die massiven KI-Investitionen in steigenden Umsätzen und Gewinnen niederschlagen – ein entscheidender Faktor dafür, ob die Aktie ihre Outperformance fortsetzen kann.

Oracle (ORCL) – Bleibt der KI-Infrastruktur-Champion 2026 auf der Erfolgsspur?

Die Aktie von Oracle (ORCL, $197,29, -1,17%) blickt auf ein extrem schwankungsreiches Jahr 2025 zurück. Nach einem Kurssprung von 40% an einem Tag im September, ausgelöst durch starke Cloud-Zahlen und explodierende Auftragsbestände, gab der Kurs bis zum Jahresende sämtliche Gewinne wieder ab. Oracle positioniert sich als einer der zentralen Infrastruktur-Lieferanten der KI-Revolution und hat sich im Cloud-Geschäft hinter den drei großen Hyperscalern als vierter Player etabliert. Der Cloud-IaaS-Umsatz wuchs zuletzt um 68% auf 4,1 Milliarden Dollar im Quartal, was einem Jahresrunrate von rund 16,5 Milliarden Dollar entspricht. Besonders im Fokus steht ein Cloud-Auftragsbestand (RPO) von mehr als 500 Milliarden Dollar, der zu großen Teilen auf den KI-Pionier OpenAI zurückgeht.

Genau diese hohe Kundenkonzentration und die aggressive Schuldenaufnahme zur Finanzierung der Rechenzentrums-Offensive nähren jedoch Zweifel an der Tragfähigkeit der aktuellen Wachstumsstrategie. OpenAI soll allein für rund 300 Milliarden Dollar der Oracle-RPOs stehen, während das Start-up gleichzeitig hohe Verluste und enorme langfristige Ausgabeverpflichtungen schultern muss. Oracle selbst hat seine Bruttoverschuldung im Zuge der Investitionen von 96 auf fast 130 Milliarden Dollar erhöht und zuletzt einen negativen freien Cashflow von rund 10 Milliarden Dollar ausgewiesen. Zwar rechnet das Management langfristig mit attraktiven Margen im KI-spezifischen Cloud-Geschäft, doch der Spielraum für Fehlentwicklungen ist begrenzt. 2026 dürfte damit zum Lackmustest werden, ob der KI-Infrastrukturboom die mutige Wette von Oracle rechtfertigt – oder ob die Risiken aus Schuldenlast und Kundenzentrierung schwerer wiegen.

KURZNEWS

  • GC=F – Gold: Der Goldpreis setzt seine Rekordjagd fort und steigt am Morgen in London um rund 55 Dollar auf etwa 4.374 Dollar je Feinunze. Nach einem Jahresplus von rund 65% in 2025 bleibt das Edelmetall damit das dominierende Thema im Rohstoffsektor.
  • Silber: Silber verteuert sich zum Jahresstart um mehr als 3% auf 74,02 Dollar je Unze. Damit knüpft das Industriemetall an die fulminante Rally 2025 an, als sich der Preis von etwa 30 auf zeitweise über 80 Dollar mehr als verdoppelte.
  • DAX 40: Der deutsche Leitindex DAX 40 steigt am ersten Handelstag 2026 um rund 0,46% auf 24.624 Punkte. Nach einem Zuwachs von 23% im Vorjahr signalisiert der Auftakt anhaltenden Risikoappetit, wenn auch bei dünnem Volumen.
  • Hang Seng: Der Hongkonger Leitindex Hang Seng legt um 2,63% auf 26.344 Punkte zu. Die Erholung spiegelt eine verbesserte Stimmung gegenüber chinesischen und asiatischen Aktien wider.
  • Nikkei 225: Der japanische Nikkei 225 steigt um 1,65% auf 51.139 Punkte. Der Index profitiert weiter von der starken Performance japanischer Exportwerte und der lockeren Geldpolitik der Bank of Japan.
  • China A50: Der China A50-Index gewinnt 1,01% und notiert bei 15.463 Punkten. Anleger setzen damit auf eine Stabilisierung der chinesischen Konjunktur im neuen Jahr.
  • S&P 500: Der US-Leitindex S&P 500 steht vorbörslich bei 6.887 Punkten, ein Plus von 0,39%. Nach dem starken Vorjahr bleibt der Fokus auf der künftigen Zinspolitik der Federal Reserve.
  • NASDAQ 100: Der Tech-Index NASDAQ 100 gewinnt 0,78% auf 25.501 Punkte. Die Kursentwicklung spiegelt die anhaltende Zuversicht in Wachstumswerte trotz einzelner Gewinnmitnahmen bei Tech-Schwergewichten wider.
  • Bitcoin – BTC: Bitcoin (BTC, $89.115,72, +0,83%) nähert sich zum Jahresauftakt der Marke von 90.000 Dollar. Trader beobachten ein neues CME-Futures-Gap nach unten, das kurzfristig für erhöhte Volatilität sorgen könnte.
  • ETHUSD – Ethereum: Ethereum (ETHUSD, $3.043,01, +1,82%) steigt mit dem Gesamtmarkt der Kryptowährungen. Der Coin profitiert von der verbesserten Risikostimmung und der Stärke im DeFi- und Smart-Contract-Ökosystem.
  • AAPL – Apple: Apple (AAPL, $273,02, -0,43%) startet mit leichten Verlusten ins neue Jahr, bleibt aber ein zentraler Profiteur des KI- und Service-Booms. Analyst Dan Ives traut US-Tech-Werten wie Apple 2026 dennoch zweistellige Kursgewinne zu.
  • MSFT – Microsoft: Microsoft (MSFT, $485,85, -0,80%) verbucht zu Handelsbeginn einen moderaten Rücksetzer. Die Aktie steht dennoch im Fokus, da der Konzern mit Azure und KI-Anwendungen zu den wichtigsten Treibern des globalen Tech-Aufschwungs zählt.
  • NVO – Novo Nordisk: Novo Nordisk (NVO, $51,50, -0,66%) bleibt nach einem schwachen Jahr 2025 unter Druck. Langfristige Anleger wie Sustainable Growth Advisers sehen die Wachstumsstory im Bereich Diabetes- und Adipositas-Therapien dennoch intakt.
  • GOOGL – Alphabet: Alphabet (GOOGL, $315,97, -0,27%) konsolidiert nach einem Kursplus von mehr als 60% im vergangenen Jahr. Institutionelle Investoren setzen weiter auf die starke Marktstellung in Werbung, Cloud und KI.
  • ORCL – Oracle: Oracle (ORCL, $197,29, -1,17%) gibt nach seinem volatilen KI-Jahr 2025 zunächst nach. Der hohe Cloud-Auftragsbestand, maßgeblich getrieben durch OpenAI, sorgt gleichzeitig für Chancen und erhebliche Risiken.
  • Fed – Jerome Powell: An den US-Märkten wird intensiv spekuliert, ob Jerome Powell nach Ablauf seiner Amtszeit als Fed-Chef im Mai 2026 im Board der Federal Reserve verbleibt. Die Entscheidung könnte entscheidenden Einfluss auf die Unabhängigkeit der Notenbank und die künftige Zinspolitik haben.
  • US-Dollar: Devisenexperten der MUFG rechnen damit, dass der US-Dollar im ersten Halbjahr 2026 auf dem aktuell schwächeren Niveau konsolidieren könnte. Diese Entwicklung stützt tendenziell Rohstoffe wie Gold und Silber sowie ausgewählte Schwellenländeranlagen.
  • US-Staatsverschuldung: Die wachsende US-Staatsverschuldung von rund 38 Billionen Dollar und ein Haushaltsdefizit von etwa 1,8 Billionen Dollar rücken stärker in den Fokus der Märkte. Viele Investoren fürchten eine langfristige Entwertung des Dollars und suchen Absicherung in Sachwerten wie Gold.
  • US-Autoindustrie: Laut Kelley Blue Book könnte der durchschnittliche Neuwagenpreis in den USA in diesem Jahr die Marke von 50.000 Dollar erreichen. Steigende Finanzierungskosten und hohe Basispreise könnten die Nachfrage bremsen und den Druck auf Hersteller-Margen erhöhen.


Nike nach China-Schock: Turnaround-Story – Oracle & Microsoft

KURZ & KNAPP

Nike steht nach schwachen Quartalszahlen und einem deutlichen Einbruch in China unter Druck, mehrere Analysten sprechen dennoch von einer möglichen Turnaround-Story. Die Marge bröckelt, Lagerbestände und Zölle belasten, während CEO Elliott Hill an einem länger angelegten Strategiewechsel arbeitet. Parallel sorgt der mögliche TikTok-Deal für neue Fantasie bei Oracle, das sich als Infrastrukturpartner der US-Daten und Cloud-Drehscheibe für KI positionieren will. Auch Microsoft und Nvidia profitieren weiter vom OpenAI-Hype und gigantischen Rechenzentrumsplänen.

Der Artikel beleuchtet zudem den Rüstungsboom bei Rheinmetall nach einem neuen Bundeswehr-Großauftrag. Bei Siemens Energy rückt der wachsende Strombedarf der KI-Rechenzentren als möglicher Kurstreiber in den Vordergrund. Kurznews reichen von Entwicklungen bei Puma, FedEx und Coinbase bis zu Einschätzungen von Goldman Sachs und Morgan Stanley zu Gold und Rohstoffen.

Auf der europäischen Seite stehen Banken wie Raiffeisen Bank International, Deutsche Bank und Banco BPM im Rampenlicht, die von Analysten vor allem mit Blick auf Kapitalquoten, Konsolidierung und Russland-Engagement bewertet werden. In Deutschland sorgt der Milliardenauftrag für Rheinmetall für Schlagzeilen. Makroseitig richten sich die Blicke auf die US-PCE-Inflationsdaten und eine geplante EU-Finanzhilfe für die Ukraine, die das Marktumfeld zusätzlich prägen.

AUSBLICK US-Märkte

  • Analysten zu NKE: Mehrere Häuser bestätigen trotz gesenkter Erwartungen eine positive Langfristsicht auf Nike (NKE) und verweisen auf den laufenden Turnaround unter CEO Elliott Hill. Kursziele bleiben überwiegend im Bereich von 90 bis 115 Dollar, wobei die Analysten Geduld bis mindestens 2026 einfordern.
  • Deutsche Bank zu BMW: Für BMW (BMW) werden Kursziele jenseits von 115 Euro bis hin zu 130 Euro im Jahr 2026 genannt, gestützt durch ein neues Aktienrückkaufprogramm über 625 Millionen Euro. Charttechnisch unterstreicht eine große inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation die angenommene Bodenbildung.
  • Analysten zu DHL Group: Die DHL Group (DHL) wird als Profiteur einer Erholung der Konsumnachfrage und des weiterhin starken E-Commerce gesehen. Kursziele von 55 bis 56 Euro im ersten Quartal würden einem Upside von etwa 20–25% vom aktuellen Niveau entsprechen.
  • Analysten zu Süss Microtec: Bei Süss Microtec (SMHN) sehen Experten nach operativ soliden Zahlen trotz kassierter Jahresprognose ein technisches Ausbruchsszenario. Erste Kursziele liegen bei rund 47 Euro, was einem Aufwärtspotenzial von etwa 21% entspricht.
  • Goldman Sachs zu Gold: Goldman Sachs stuft Gold im Rohstoffsektor klar bevorzugt ein und erwartet bis 2026 einen Preis von etwa 4.900 Dollar pro Unze. Begründet wird dies mit erwarteten Zinssenkungen der Federal Reserve und anhaltenden ETF-Zuflüssen.
  • Morgan Stanley zu Rohstoffen: Morgan Stanley zeigt sich für Gold ähnlich optimistisch mit einem Kursziel von rund 4.800 Dollar und sieht zusätzlich Aufwärtspotenzial bei Kupfer und Lithium. Für Öl (Brent) rechnet die Bank hingegen mit einem durchschnittlichen Preis von nur etwa 56 Dollar im Jahr 2026.
  • Analysten zu PayPal: Bei PayPal (PYPL) verweisen Analysten auf ein erwartetes Gewinnwachstum von rund 40% bis 2027 bei gleichzeitig niedrigem KGV von etwa 10. Im Vergleich zu Peers wie Block, Visa und Mastercard gilt die Aktie damit als deutlich unterbewertet.
  • Analysten zur Raiffeisen Bank International: Die Raiffeisen Bank International (RBI) wird mit einem KGV von rund 6 und einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,6 als klar unterbewertet gegenüber der europäischen Peergroup eingeschätzt. Analysten heben die solide Kapitalausstattung hervor und sehen zusätzlich Fantasie bei einer möglichen Lösung des Russland-Engagements.
  • Analysten zu Banco BPM: Banco BPM (BAMI) steht im Zentrum der erwarteten italienischen Bankenkonsolidierung und wird von Analysten mit einem KGV von rund 10 und einer Dividendenrendite von 5–6% als attraktiv bewertet. Die Fantasie um eine mögliche Fusion mit Monte dei Paschi und Mediobanca zu einem dritten Großplayer treibt die Bewertung.
  • Analysten zur Deutschen Bank: Die Deutsche Bank (DBK) hat ihren Kurs 2025 nahezu verdoppelt, und Analysten sehen dank der Strategie bis 2028 mit einer Eigenkapitalrendite von über 10% weiteres Potenzial. Der Ausbruch über die Marke von rund 31,95 Euro gilt charttechnisch als wichtiges Kaufsignal.

DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

Nike (NKE) – Turnaround-Chance oder Value Trap nach dem China-Schock?

Nike (NKE, $59,10, -0,09%) steht nach enttäuschenden Quartalszahlen und einem drastischen China-Rückgang massiv unter Druck. Die Bruttomarge sank auf 40,6%, rund drei Prozentpunkte unter Vorjahr, während der Umsatz nur um +1% auf 12,4 Milliarden Dollar zulegte und der Gewinn auf etwa 800 Millionen Dollar nahezu um ein Drittel einbrach. Die Aktie reagierte nachbörslich mit einem Einbruch von mehr als 10% und dürfte um die 60-Dollar-Marke den Handel aufnehmen. Besonders belastend wirkt das Geschäft in Greater China, wo die Erlöse um 17% zurückgingen, sowie die Kultmarke Converse mit einem Einbruch von rund 30%. Trotz der schwachen Zahlen werten mehrere Analysten das aktuelle Niveau als möglichen Bodenbildungsprozess und sehen mittelfristig Kursziele zwischen 90 und 115 Dollar.

Strategisch kämpft Nike an mehreren Fronten: In China hat der Konzern Probleme, überschüssige Altbestände abzubauen und gleichzeitig schnell genug neue, für den lokalen Geschmack maßgeschneiderte Produkte zu liefern. CEO Elliott Hill spricht von „mittleren Innings“ eines Turnarounds und will sich stärker auf Tier-1-Städte wie Peking und Shanghai fokussieren, während die Marke ihren Status als reine Lifestyle-Ikone zugunsten stärkerer Performance- und Tech-Orientierung neu justieren muss. Gleichzeitig belasten hohe Lagerbestände, verstärkte Rabattaktionen und Zölle auf die Produktion in Vietnam die Profitabilität; allein die Zollbelastung wird auf rund 1,5 Milliarden Dollar geschätzt und dürfte die Bruttomarge im laufenden Geschäftsjahr um bis zu 120 Basispunkte drücken. Positiv hebt das Management erste Fortschritte im nordamerikanischen Running-Segment und im Großhandel hervor, wo neue Partner wie Amazon und spezialisierte Laufhändler für Nachfrage sorgen. Allerdings verzichtet Nike weiterhin auf eine Gesamtjahresprognose und warnt vor weiteren Umsatzrückgängen in den kommenden Quartalen.

Für Anleger stellt sich die Frage, ob der aktuelle Absturz eine Einstiegschance darstellt oder ob der Umbau länger und schmerzhafter verläuft als bisher eingepreist. Mehrere Langfrist-Investoren betonen, dass Produktzyklen von 18 bis 24 Monaten bedeuten, dass sich neue Kollektionen und Innovationen erst 2026 vollständig in Umsatz und Margen niederschlagen werden. In China rechnet das Management mindestens in den nächsten zwei Quartalen mit weiteren Rückgängen im mittleren bis hohen Zehner-Prozentbereich, während der US-Markt bereits Zeichen einer Stabilisierung zeigt. Analysten, die Nike als Turnaround-Story sehen, verweisen auf bereinigte Lagerbestände in Nordamerika, eine schrittweise Verbesserung der Bruttomargen (ex Zölle) und eine stärkere Fokussierung auf Performance-Sport als Basis für eine spätere Lifestyle-Renaissance. Für kurzfristig orientierte Anleger bleiben die fehlende Visibilität und die anhaltende Schwäche in China allerdings ein erhebliches Risiko, zumal Wettbewerber mit technisch orientierten Produkten Marktanteile gewinnen. Geduldige Investoren könnten laut Einschätzungen bis 2026 belohnt werden, falls Nike den Spagat zwischen Bereinigung, Innovation und Preissetzungskraft erfolgreich schafft.

Oracle (ORCL) – Macht der TikTok-Deal die Aktie zum KI-Comeback-Kandidaten?

Oracle (ORCL, $188,09, +0,88%) erlebt nach monatelanger Schwäche einen spürbaren Stimmungsumschwung dank des geplanten TikTok-Deals. Eine von Oracle geführte Investorengruppe mit Silver Lake und MGX soll bis zu 50% an einem neuen US-Joint-Venture übernehmen, das die amerikanischen Aktivitäten von TikTok bündelt und mit rund 14 Milliarden Dollar bewertet wird. Oracle wird voraussichtlich etwa 15% an der Gesellschaft halten und sämtliche US-Nutzerdaten auf eigenen Servern hosten, während ByteDance rund 19,9% behält und den Algorithmus lizenziert. Vorbörslich legte die Aktie zeitweise um über +6% zu, nachdem bekannt wurde, dass China den Deal wohl akzeptieren könnte, da der Kern-Algorithmus Eigentum von ByteDance bleibt.

Der Deal ist auch politisch brisant, da er ein drohendes TikTok-Verbot in den USA abwenden und zugleich als Erfolg für die nationale Sicherheit verkauft werden soll – Beobachter sprechen teils von einem „politischen Geschenk“ an Präsident Donald Trump. Für Oracle könnte die Vereinbarung zum Wendepunkt im KI-Narrativ werden, nachdem die Aktie seit September etwa die Hälfte ihres Wertes eingebüßt hatte und Sorgen über hohe Schulden von über 100 Milliarden Dollar und massive KI-Rechenzentrumsinvestitionen dominierten. Parallel erhielt ein gigantisches Rechenzentrumsprojekt in Michigan mit 1,4 Gigawatt Leistung, das Oracle gemeinsam mit OpenAI realisieren will, grünes Licht der Behörden – ein weiterer Baustein in der Positionierung als zentraler Infrastrukturanbieter der KI-Ökonomie. Da alle US-Daten von TikTok künftig auf Oracle-Servern liegen und der Konzern den Algorithmus auf US-Daten trainieren und überwachen soll, sehen viele Marktteilnehmer in dem Paket einen langfristig lukrativen Cloud- und Datenvertrag, der die Rolle von Oracle im KI-Ökosystem deutlich stärkt.

Rheinmetall (RHM.DE) – Wie viel Aufwärtspotenzial bringt der 1,7-Milliarden-Bundeswehrauftrag?

Rheinmetall (RHM.DE, €1547,50, -0,16%) hat sich mit einem neuen Milliardenauftrag eindrucksvoll im Rüstungsboom positioniert. Die Bundeswehr vergab ein Volumen von rund 1,7 Milliarden Euro für weltraumgestützte Aufklärungsdaten, das Rheinmetall in Kooperation mit dem Spezialisten ICEYE umsetzen soll. Der Auftrag untermauert die Rolle des Konzerns als zentralen Profiteur der deutschen Zeitenwende im Verteidigungsbereich und stützt den Kurs, der sich weiterhin stabil oberhalb der Marke von 1.500 Euro hält.

Neben dem neuen Großprojekt treibt auch die geplante Veräußerung der Zivilsparte im ersten Quartal des kommenden Jahres die Fantasie, da sich Rheinmetall damit noch fokussierter als reiner Defense- und Sicherheitskonzern aufstellen könnte. Marktbeobachter spekulieren zudem auf einen möglichen Aktiensplit, um die Handelbarkeit der im absoluten Kursniveau sehr teuren Aktie zu verbessern und zusätzliche Anlegerkreise zu erschließen. Zusammengenommen nähren der Großauftrag, das Portfolio-Refining und die Split-Fantasie Erwartungen, dass Rheinmetall auch nach der starken Rally der vergangenen Jahre noch weiteres Kurspotenzial bieten könnte.

Siemens Energy (ENR.DE) – Wird der KI-Stromhunger zum versteckten Kurstreiber?

Siemens Energy (ENR.DE, €119,45, -0,13%) rückt als indirekter Profiteur des KI-Booms verstärkt ins Rampenlicht. Der gigantische Energiehunger neuer Rechenzentren, die für Anwendungen von OpenAI und Co. gebaut werden, lenkt Investoren-Blicke zunehmend auf Versorger- und Energietechniktitel, die beim Ausbau der Strominfrastruktur eine Schlüsselrolle spielen. Entsprechend konnte die Aktie die Verluste der Vortage zuletzt wieder wettmachen und zeitweise über 121 Euro klettern, getrieben von der Sektorstärke im Umfeld der Nasdaq-Rally.

Am aktuellen Verfallstag fungiert Siemens Energy zudem als Paradebeispiel für Hexensabbat-Volatilität: Marktteilnehmer berichten von täglichen Schwankungsbreiten von 5 bis 6 Euro, während Stillhalter offenbar versuchen, die Abrechnung in den Zonen um 115, 120 oder 125 Euro zu „pinnen“. Kurzfristig überlagert diese technische Dynamik zwar die Fundamentalerzählung, doch mittel- bis langfristig bleibt die Story vom strukturell steigenden Strombedarf durch KI-Rechenzentren ein wichtiger Investmenttreiber für Siemens Energy und den gesamten Energiesektor.

OpenAI-Hype treibt Microsoft (MSFT) und Nvidia (NVDA) – Kippt der KI-Boom am Flaschenhals Energie?

Microsoft (MSFT, $488,05, +1,65%) und Nvidia (NVDA, $176,61, +1,87%) profitieren weiter vom massiven Kapitalzufluss in die KI-Ökonomie rund um OpenAI. Berichten zufolge plant OpenAI eine neue Finanzierungsrunde über bis zu 100 Milliarden Dollar, die die Bewertung des Unternehmens auf bis zu 830 Milliarden Dollar heben könnte – eine Größenordnung, die es an die Schwelle zur Billionenmarke bringt. Die Umsätze von OpenAI sollen dabei von rund 4 Milliarden im Vorjahr auf 13 bis 14 Milliarden Dollar steigen, was den enormen Skalierungseffekt des KI-Geschäfts unterstreicht. Experten sehen den Markt aktuell in der „Infrastrukturphase“ einer neuen KI-Ökonomie, in der gigantische Investitionen in Rechenzentren und Halbleiter – mit Nvidia an der Spitze – den Takt vorgeben.

Gleichzeitig warnt Nvidia-CEO Jensen Huang, dass ohne Lösung der Energiefrage selbst modernste KI-Chips zu „leeren Hüllen“ würden, da ihnen die nötige Stromversorgung fehlt. Die politische Antwort darauf sind ambitionierte Pläne zum Bau neuer Atomreaktoren, etwa durch Westinghouse in den USA, deren Stückkosten bei rund 16 Milliarden Dollar liegen sollen, sowie Projekte im Bereich Fusionsenergie wie die Initiative von Trump Media mit TAE Technologies. Damit avanciert Energie zum zentralen Engpassfaktor der KI-Revolution – ein Umfeld, in dem nicht nur Chip-Giganten wie Nvidia, sondern auch Strom- und Infrastrukturwerte in den Fokus langfristiger Investoren rücken.

KURZNEWS

  • PUM – Puma: Puma geriet mit einem Kursrückgang von rund 2,3% unter Druck, nachdem Nike vor einer Nachfrageschwäche in China gewarnt hatte. Der wichtige Absatzmarkt China gilt für die gesamte Sportartikelbranche als zentral, sodass die Sorgen um Nike auf den Konkurrenten übergreifen.
  • RNO – Renault: Die Aktie von Renault legte um etwa +1,2% zu, nachdem S&P das Rating wieder auf Investment-Grade hochgestuft hatte. Begründet wurde der Schritt mit einer erfolgreichen Modelloffensive und einer stärkeren internationalen Präsenz, die künftige Absatzvolumina stützen soll.
  • DJT – Trump Media: Die Aktien von Trump Media zogen an, nachdem das Unternehmen eine Fusion mit dem Fusionskraft-Entwickler TAE Technologies angekündigt hatte. Die kombinierte Gesellschaft wird mit mehr als 6 Milliarden Dollar bewertet und plant bereits im kommenden Jahr mit dem Bau des ersten kommerziellen Fusionskraftwerks zu beginnen.
  • UBSG – UBS: UBS schloss in der Schweiz im Plus, nachdem bekannt wurde, dass die Bank Mitte Januar eine neue Runde von Stellenstreichungen einleiten will. Eine weitere Welle soll später im Jahr 2026 folgen, wenn IT-Systeme aus der Übernahme der Credit Suisse endgültig abgeschaltet werden.
  • FDX – FedEx: FedEx überraschte im zweiten Quartal positiv mit einem bereinigten Gewinn von 4,82 Dollar pro Aktie gegenüber erwarteten 4,12 Dollar und einem Umsatz von 23,5 Milliarden Dollar. Trotz temporärer Kostenüberschreitungen durch das Grounding von Flugzeugen und Netzwerkumbau hält das Management an ambitionierten Effizienzzielen fest und bestätigte die planmäßige Abspaltung von FedEx Freight bis zum 1. Juni 2026.
  • BBVA – BBVA: BBVA kündigte ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm über bis zu 3,96 Milliarden Euro an, das am 22. Dezember starten soll. Der Schritt wird als Signal an die Investoren nach der gescheiterten Übernahme der Banco Sabadell gewertet und stützte den Kurs um rund +0,7%.
  • GS – Goldman Sachs: Goldman Sachs gab einen sehr bullischen Rohstoffausblick und erwartet den Goldpreis bis 2026 auf etwa 4.900 Dollar je Unze steigen zu sehen. Für Öl (Brent) prognostiziert die Bank dagegen einen Preisrückgang auf durchschnittlich 56 Dollar je Barrel, bedingt durch ein drohendes Überangebot und schwächere Nachfrage aus China.
  • MS – Morgan Stanley: Morgan Stanley teilt die positive Sicht auf Gold mit einem Kursziel von rund 4.800 Dollar je Unze bis 2026 und zeigt sich zudem optimistisch für Kupfer und Lithium. Getrieben wird dies vom erwarteten Bedarf für KI-Rechenzentren und Batterien, während für den Ölmarkt ebenfalls eher Abwärtsrisiken gesehen werden.
  • BTC – Bitcoin: Bitcoin wird an der Wall Street zunehmend als fester Bestandteil des Finanzsystems angesehen, unterstützt durch neue Regulierungen für Stablecoins und die Zulassung von ETFs durch die SEC. Experten bezeichnen Bitcoin als „Apex Asset“ und digitalen Goldersatz, der als langfristiger Wertspeicher und Inflationsschutz dient, auch wenn die hohe Volatilität bleibt.
  • NFLX – Netflix: Händler setzen verstärkt darauf, dass Netflix im Übernahmekampf um Warner Bros. Discovery die Nase vorn haben könnte. Analystin Alicia Reese von Wedbush vergibt ein „Outperform“-Rating mit Kursziel 140 Dollar, warnt jedoch vor hohen regulatorischen Hürden für einen solchen Deal.
  • WBD – Warner Bros. Discovery: Warner Bros. Discovery steht im Zentrum eines Bietergefechts, nachdem das Board ein Angebot von Paramount abgelehnt hat. Stattdessen favorisieren die Verantwortlichen ein Zusammengehen mit Netflix, das als finanziell solider gilt, wenngleich wettbewerbsrechtliche Bedenken groß sind.
  • LYFT – Lyft: Die Aktie von Lyft verlor rund 3,75%, nachdem Wedbush das Papier herabgestuft hatte. Die Analysten sehen Lyft als Ridesharing-Anbieter mit dem größten strukturellen Risiko durch den Vormarsch autonomer Fahrzeuge, die das Geschäftsmodell langfristig untergraben könnten.
  • CVX – Chevron: Chevron bereitet den Export von rund 1 Million Barrel Rohöl aus Venezuela vor, obwohl die US-Regierung neue Sanktionen gegen bestimmte Tanker verhängt hat. Der Konzern operiert unter einer speziellen US-Lizenz und gilt damit als von der Blockade ausgenommen.
  • CHRW – C.H. Robinson: C.H. Robinson erreichte jüngst ein neues Allzeithoch, da Analysten das Unternehmen zunehmend als „AI-Play“ im Logistiksektor einstufen. Das asset-light Geschäftsmodell setzt stark auf Technologie zur Frachtvermittlung, was in einer zunehmend datengetriebenen Lieferkettenwelt als Wettbewerbsvorteil gesehen wird.
  • COIN – Coinbase: Coinbase erweitert sein Angebot um klassischen Aktienhandel, um Konkurrenten wie Robinhood frontal anzugreifen und neue Ertragsquellen etwa im Bereich Altersvorsorge zu erschließen. Mit rund 120 Millionen Kunden und strenger Regulierung sehen Analysten beträchtliches Wachstumspotenzial und verweisen auf eine charttechnische W-Formation als mögliches Trendumkehrsignal.
  • HOOD – Robinhood: Robinhood entwickelt sich stark im Bereich Prognosemärkte, denen die Deutsche Bank ein Volumen im Billionenbereich zutraut. Trotz eines Kursanstiegs von über 200% im Jahresverlauf sehen Analysten dank neuer Geschäftsfelder und der jüngsten Korrektur weiterhin Chancen für risikobereite Anleger.
  • CRM – Salesforce: Salesforce zählt 2025 zu den schwächsten Werten im Dow Jones mit einem Rückgang von über 22%, da Investoren die Monetarisierung der KI-Angebote anzweifeln. Das Produkt Agentforce blieb hinter den hohen Marketingversprechen zurück, und die Übernahme von Informatica wird kritisiert, weil sie vor allem Legacy-Daten adressiert und wenig Mehrwert für moderne LLM-Anwendungen bietet.
  • PYPL – PayPal: PayPal hat operativ zahlreiche Stellschrauben gedreht und sich mit Kooperationen mit Perplexity und OpenAI im Bereich KI-Agenten positioniert, doch der Aktienkurs spiegelt diese Fortschritte bislang kaum wider. Der Analystenkonsens erwartet zwischen 2024 und 2027 ein Gewinnwachstum von rund 40%, während das KGV von etwa 10 deutlich unter Werten von Peers wie Block, Visa oder Mastercard liegt.
  • RBI – Raiffeisen Bank International: Die Raiffeisen Bank International profitiert an der Börse von der Hoffnung auf eine Entspannung im Ukraine-Krieg, da sie unter den europäischen Großbanken am stärksten in Russland engagiert ist. Trotz sanktionierter, feststeckender Gewinne liegt die harte Kernkapitalquote auch bei vollständiger Abschreibung des Russland-Geschäfts über 15%, während Bewertungskennzahlen wie ein KGV von etwa 6 und ein KBV von 0,6 die Aktie im Sektorvergleich sehr günstig erscheinen lassen.

KALENDER Firmen & Unternehmen

EARNINGS

    MAKRO

    • US:
      • PCE-Inflationsdaten – Veröffentlichung 14:30 MEZ
    • EU:
      • EU-Darlehen für die Ukraine (90 Mrd. Euro) – politische Einigung, keine feste Uhrzeit

    IM BLICKPUNKT

    • Analysten zu NKE: Mehrere Häuser bestätigen trotz gesenkter Erwartungen eine positive Langfristsicht auf Nike (NKE) und verweisen auf den laufenden Turnaround unter CEO Elliott Hill. Kursziele bleiben überwiegend im Bereich von 90 bis 115 Dollar, wobei die Analysten Geduld bis mindestens 2026 einfordern.
    • Deutsche Bank zu BMW: Für BMW (BMW) werden Kursziele jenseits von 115 Euro bis hin zu 130 Euro im Jahr 2026 genannt, gestützt durch ein neues Aktienrückkaufprogramm über 625 Millionen Euro. Charttechnisch unterstreicht eine große inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation die angenommene Bodenbildung.
    • Analysten zu DHL Group: Die DHL Group (DHL) wird als Profiteur einer Erholung der Konsumnachfrage und des weiterhin starken E-Commerce gesehen. Kursziele von 55 bis 56 Euro im ersten Quartal würden einem Upside von etwa 20–25% vom aktuellen Niveau entsprechen.
    • Analysten zu Süss Microtec: Bei Süss Microtec (SMHN) sehen Experten nach operativ soliden Zahlen trotz kassierter Jahresprognose ein technisches Ausbruchsszenario. Erste Kursziele liegen bei rund 47 Euro, was einem Aufwärtspotenzial von etwa 21% entspricht.
    • Goldman Sachs zu Gold: Goldman Sachs stuft Gold im Rohstoffsektor klar bevorzugt ein und erwartet bis 2026 einen Preis von etwa 4.900 Dollar pro Unze. Begründet wird dies mit erwarteten Zinssenkungen der Federal Reserve und anhaltenden ETF-Zuflüssen.
    • Morgan Stanley zu Rohstoffen: Morgan Stanley zeigt sich für Gold ähnlich optimistisch mit einem Kursziel von rund 4.800 Dollar und sieht zusätzlich Aufwärtspotenzial bei Kupfer und Lithium. Für Öl (Brent) rechnet die Bank hingegen mit einem durchschnittlichen Preis von nur etwa 56 Dollar im Jahr 2026.
    • Analysten zu PayPal: Bei PayPal (PYPL) verweisen Analysten auf ein erwartetes Gewinnwachstum von rund 40% bis 2027 bei gleichzeitig niedrigem KGV von etwa 10. Im Vergleich zu Peers wie Block, Visa und Mastercard gilt die Aktie damit als deutlich unterbewertet.
    • Analysten zur Raiffeisen Bank International: Die Raiffeisen Bank International (RBI) wird mit einem KGV von rund 6 und einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,6 als klar unterbewertet gegenüber der europäischen Peergroup eingeschätzt. Analysten heben die solide Kapitalausstattung hervor und sehen zusätzlich Fantasie bei einer möglichen Lösung des Russland-Engagements.
    • Analysten zu Banco BPM: Banco BPM (BAMI) steht im Zentrum der erwarteten italienischen Bankenkonsolidierung und wird von Analysten mit einem KGV von rund 10 und einer Dividendenrendite von 5–6% als attraktiv bewertet. Die Fantasie um eine mögliche Fusion mit Monte dei Paschi und Mediobanca zu einem dritten Großplayer treibt die Bewertung.
    • Analysten zur Deutschen Bank: Die Deutsche Bank (DBK) hat ihren Kurs 2025 nahezu verdoppelt, und Analysten sehen dank der Strategie bis 2028 mit einer Eigenkapitalrendite von über 10% weiteres Potenzial. Der Ausbruch über die Marke von rund 31,95 Euro gilt charttechnisch als wichtiges Kaufsignal.

    Micron mit KI-Signal: Oracle wackelt – Microsoft reagiert

    KURZ & KNAPP

    Micron überzeugt mit starken Quartalszahlen und einem optimistischen Ausblick, der den KI-Infrastrukturboom untermauert. Dennoch kommt es an der Börse zu Gewinnmitnahmen und einer spürbaren Abkühlung der anfänglichen Euphorie. Gleichzeitig gerät Oracle nach dem Ausstieg eines wichtigen Finanzierers bei einem Milliarden-Rechenzentrumsprojekt unter Druck. Die Frage, wie belastbar die Finanzierung der KI-Datencenter ist, rückt damit in den Mittelpunkt.

    Auch andere Tech-Schwergewichte wie Microsoft reagieren auf das Zusammenspiel von schwächerer Stimmung einzelner Titel und robusten Inflationsdaten in den USA. Analysten wie Ryan Detrick verweisen auf eine zunehmende Marktbreite und stabile High-Yield-Märkte, was systemische Risiken im Tech- und KI-Sektor derzeit begrenzt erscheinen lässt. Kurzmeldungen zu Lululemon, Instacart und Accenture zeichnen zusätzlich ein gemischtes Bild des globalen Aktienmarkts.

    In Europa stehen unter anderem Rheinmetall, die Deutsche Bank, Infineon und Rational im Mittelpunkt der Berichterstattung. Die EZB belässt die Zinsen unverändert, während gleichzeitig hohe Staatsverschuldung und Konjunkturrisiken diskutiert werden. Wichtige Termine wie US-Arbeitsmarktdaten, Zentralbankentscheide in Großbritannien und Japan sowie anstehende Zahlen von FedEx und Nike prägen den weiteren Verlauf.

    AUSBLICK US-Märkte

    • UBS zu RAA: Die UBS hat Rational von „neutral“ auf „buy“ hochgestuft und das Kursziel angehoben, da die Bewertung inzwischen unter dem historischen Durchschnitt liegt und sich das Chartbild nach dem Sprung über den GD50 aufgehellt hat.
    • Unspecified zu IFX: Analysten bestätigen ihre positive Einschätzung für Infineon, sehen nach der Bestätigung der starken Speicherchip-Nachfrage durch Micron jedoch vor dem Jahreswechsel keinen akuten Handlungsbedarf und verweisen auf die etablierte Handelsspanne zwischen 32 und 38 Euro.
    • Ryan Detrick zum US-Markt: Marktstratege Ryan Detrick hebt hervor, dass trotz schwächerer Tech-Schwergewichte wie Oracle die Marktbreite zunimmt, mit mehr 52-Wochen-Hochs an der NYSE und einem steigenden Anteil der S&P-500-Titel über ihren 50- und 200-Tage-Linien.
    • Ryan Detrick zu High Yield: Detrick betont, dass echte systemische Risiken im Tech- und KI-Sektor sich in High-Yield-Unternehmensanleihen zeigen müssten, diese aber weniger als 1 % unter Allzeithoch notieren – ein Hinweis darauf, dass er derzeit keinen beginnenden Dominoeffekt sieht.
    • Ryan Detrick zu KI-Gewichtung: Er verweist zudem darauf, dass KI-Aktien inzwischen rund 46 % des S&P 500 ausmachen, gegenüber 27 % im Jahr 2022, und dennoch die Kursgewinne zuletzt breit auf Equal-Weight-Indizes, den Russell 2000 sowie internationale Märkte und Zykliker übergegriffen haben.

    DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

    Micron (MU) – Lackmustest für den KI-Infrastrukturboom?

    Micron Technology (MU, $257.41) hat mit seinen jüngsten Quartalszahlen und dem Ausblick ein deutliches Ausrufezeichen hinter den KI-Speicherboom gesetzt – und wird an der Börse dennoch abverkauft. Der Speicherchiphersteller meldete einen Umsatz von 13,64 Milliarden Dollar und ein Gewinn je Aktie von 4,78 Dollar, klar über den Konsenserwartungen von 12,8–12,9 Milliarden Dollar Umsatz und 3,90–4,00 Dollar EPS. Für das kommende Quartal stellte Micron sogar 18,7 Milliarden Dollar Umsatz, ein EPS von 8,42 Dollar und eine Bruttomarge von 68 % in Aussicht – eine Prognose, die die bisherigen Schätzungen um bis zu 80 % übertrifft. Dennoch nutzt der Markt diese außergewöhnlich starken Daten für Gewinnmitnahmen, was Analysten als typisches Muster einer Distributionsphase interpretieren. Besonders im Fokus steht der Bereich High Bandwidth Memory (HBM), in dem die Nachfrage die verfügbaren Kapazitäten von Micron bei weitem übersteigt.

    Führungskräfte von Micron betonten, dass die Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage im KI-Speichermarkt die größte sei, die man in den letzten 25 Jahren in der Branche gesehen habe. Kunden müssten auf Lieferungen warten, während das Unternehmen mit Hochdruck an der Erweiterung seiner Produktionskapazitäten arbeitet. Die enorme Knappheit bei Speicherchips für KI-Rechenzentren verschafft Micron erhebliche Preissetzungsmacht, was die Profitabilität deutlich nach oben treibt. Marktbeobachter sehen in den Zahlen eine Bestätigung dafür, dass der viel diskutierte „Picks-and-Shovels“-Trade im KI-Sektor – also Investitionen in Infrastrukturzulieferer statt in reine KI-Software-Player – weiterhin intakt ist. Gleichzeitig zeigt die schwache Kursreaktion trotz des starken Zahlenwerks, dass viele Investoren nach der Rally der vergangenen Monate bereits stark positioniert sind und gute Nachrichten für Positionsabbau nutzen.

    Im vorbörslichen Handel sprangen die Aktien von Micron zeitweise um über 11–14 % nach oben und zogen den gesamten Halbleitersektor mit nach oben, bevor sich die Euphorie im regulären Handel wieder abkühlte. Die starke Guidance gilt als wichtiges Gegengewicht zu Sorgen über eine Übertreibung bei KI-Bewertungen und liefert Rückenwind für verwandte Titel wie Infineon und Ixtron, die von der Bestätigung des Nachfragebooms profitieren. Gleichwohl bleibt die Frage, ob die extrem hohe Profitabilität im Zyklusverlauf gehalten werden kann, vor allem wenn sich die globale Konjunktur abkühlt oder die Finanzierung neuer Rechenzentren – wie im Fall von Oracle – schwieriger wird. Für Anleger ist Micron damit zum Lackmustest geworden: Hält die KI-Infrastrukturstory, könnten die aktuellen Rücksetzer als Einstiegschance gelten, kippt die Finanzierungskette, droht eine Neubewertung der gesamten Lieferkette. Kurzfristig dürfte der Titel stark von Stimmungsumschwüngen im KI-Sektor abhängen, während die operativen Fundamentaldaten so robust sind wie seit Jahren nicht mehr.

    Oracle (ORCL) – Kippt die Finanzierbarkeit der KI-Datencenter?

    Oracle (ORCL, $181.74) steht nach dem Rückzug von Blue Owl Capital aus der Finanzierung eines rund 10 Milliarden Dollar schweren Rechenzentrumsprojekts in Michigan massiv unter Druck. Der Kurssturz gilt als deutlichstes Misstrauensvotum seit einem Jahrzehnt gegenüber der aggressiven Cloud- und KI-Infrastrukturstrategie des Konzerns, der mit langfristigen Leasingverpflichtungen von fast einer Viertel Billion Dollar ohnehin hoch verschuldet ist. Parallel schossen die Credit Default Swaps auf Oracle-Schulden nach oben, was die Sorgen des Marktes vor steigenden Refinanzierungskosten und strukturellen Risiken im Geschäftsmodell widerspiegelt. Analysten ziehen bereits Parallelen zu WeWork, weil Oracle langfristige Miet- und Leasingverträge für Rechenzentren eingeht, die mit kurzfristigen Vermietungen von Nvidia-Chips an KI-Kunden gegenfinanziert werden. Bricht die kurzfristige Nachfrage weg oder werden Finanzierer selektiver, droht ein gefährlicher Hebeleffekt.

    Der Rückzug von Blue Owl wird an den Märkten als Wendepunkt in der Erzählung von scheinbar automatisch durchfinanzierten KI-Milliardenprojekten gewertet. Da Banken solche Mega-Rechenzentren oft nicht allein stemmen können, wird die Rolle privater Kreditgeber zum Nadelöhr für den weiteren Ausbau der globalen KI-Infrastruktur. Investoren beginnen zu hinterfragen, ob die bislang eingepreisten Wachstumsfantasien bei Oracle und entlang der gesamten Hardware-Wertschöpfungskette – von Nvidia über AMD und Broadcom bis hin zu Ausrüstern wie Vertiv und Arista Networks – tatsächlich realisiert werden können, wenn zentrale Projekte verzögert oder gestrichen werden. Kurzfristig signalisiert der Sprung in den CDS-Spreads und der Kursrutsch, dass der Markt eine höhere Risikoprämie für die KI-Offensive von Oracle verlangt, während der Sektor insgesamt sensibler auf Nachrichten zur Finanzierung von Rechenzentren reagieren dürfte.

    Rheinmetall (RHM) – Wird der reine Rüstungsplayer zum neuen DAX-Anker?

    Rheinmetall (RHM.DE, $1521.00, -0,39%) schärft sein Profil als Rüstungskonzern und kündigt den kompletten Ausstieg aus dem zivilen Geschäft an. Per Ad-hoc-Mitteilung teilte das Unternehmen mit, dass die verbliebenen zivilen Sparten, darunter etwa Aktivitäten rund um Ladestationen, verkauft werden sollen, der Abschluss wird für das erste Quartal erwartet. Damit reagiert Rheinmetall auf die stark steigende Nachfrage nach Verteidigungsgütern in Europa, die den Konzern noch tiefer in seine militärischen Kernmärkte zieht. Ohne das zivile Geschäft stellt das Management ein Umsatzwachstum von +30 bis +35 % sowie eine operative Marge von 18,5 bis 19 % in Aussicht, muss dafür allerdings eine Abschreibung von rund 350 Millionen Euro verkraften.

    Strategisch positioniert sich Rheinmetall damit als klarer Profiteur der anhaltend hohen Rüstungsbudgets europäischer Staaten und der unsicheren geopolitischen Lage, auch wenn Friedensinitiativen für zeitweise Volatilität im Kurs sorgen. Charttechnisch sehen Experten eine mögliche Stabilisierung am 50-Wochen-Durchschnitt, während die Aktie sich bislang oberhalb der Marke von 1.500 Euro behauptet. Angesichts prall gefüllter Auftragsbücher halten Analysten langfristige Kursziele von deutlich über 2.000 Euro für erreichbar, sofern die politischen Rahmenbedingungen und die Haushaltspläne der Nato-Staaten unverändert bleiben. Für den DAX könnte Rheinmetall damit zu einem neuen defensiven Anker im Verteidigungsboom werden – mit der Kehrseite, dass der Konzern nun vollständig vom Rüstungszyklus abhängig ist.

    Deutsche Bank (DBK) – Was bringt der EZB-Zinsstopp für den Finanzsektor?

    Die Deutsche Bank (DBK.DE, $32.16, +1,61%) profitiert von der Entscheidung der Europäischen Zentralbank, den Einlagenzins bei 2,0 % und den Refinanzierungssatz bei 2,15 % zu belassen. Präsidentin Christine Lagarde betonte einen datenabhängigen, eher konservativen Kurs und signalisierte, dass die Zinsen bei einer anziehenden Konjunktur auch wieder steigen könnten. Die aktualisierten Prognosen der EZB sehen die Inflation für 2025 bei 2,1 %, für 2026 bei 1,9 % und für 2028 bei rund 2 %, gleichzeitig wurde die Wachstumsprognose für die Eurozone 2026 auf 1,2 % angehoben. Dies schafft für Banken wie die Deutsche Bank ein Umfeld mit stabilen bis moderat steigenden Zinsen und der Aussicht auf eine schrittweise Konjunkturerholung.

    Belastungsfaktoren bleiben allerdings die geplanten Rekord-Neuverschuldungen in der Eurozone, darunter bis zu 140 Milliarden Euro in Deutschland, die die Anleiherenditen nach oben treiben und das Zinsumfeld volatiler machen könnten. Zudem verweist die EZB auf hartnäckige Dienstleistungsinflation und geopolitische Risiken, darunter der Ukraine-Krieg, die im Extremfall erneute Zinserhöhungen erzwingen könnten. Für den Bankensektor bedeutet der Zinsstopp kurzfristig Rückenwind durch stabile Margen, mittel- bis langfristig hängt die Story jedoch von der tatsächlichen Wachstumsdynamik im Euroraum und der Entwicklung der Staatsfinanzen ab. Anleger werten die aktuelle Gemengelage als vorsichtig positiv für zyklische Finanzwerte wie die Deutsche Bank, behalten aber die Risikoaufschläge auf europäische Staatsanleihen genau im Blick.

    Microsoft (MSFT) – Wie viel Rückenwind bringt die US-Inflation bei 2,7 %?

    Microsoft (MSFT, $479.51, -0,06%) steht stellvertretend für die großen US-Tech-Werte, die von den überraschend niedrigen US-Inflationsdaten potenziell profitieren könnten. Die Verbraucherpreise in den USA stiegen im November im Jahresvergleich um lediglich 2,7 %, deutlich unter der Erwartung von 3,1 %, während die Kerninflation bei 2,6 % statt der prognostizierten 3,0 % lag. An den Märkten wird dies als möglicher „Befreiungsschlag“ gewertet, der der US-Notenbank Federal Reserve zusätzlichen Spielraum für weitere Zinssenkungen verschafft, nachdem sie den Leitzins bereits dreimal in Folge um jeweils 25 Basispunkte gesenkt hat. Ein Umfeld fallender oder stabil niedriger Zinsen stützt typischerweise die Bewertungsniveaus wachstumsstarker Technologiewerte wie Microsoft, insbesondere im kapitalintensiven KI- und Cloud-Geschäft.

    Allerdings mahnen Ökonomen zur Vorsicht, da die Datenerhebung durch den Regierungs-Shutdown beeinträchtigt war und der Oktober mangels Daten faktisch mit 0,0 % in die Berechnung einging, was den November-Wert rechnerisch um rund 0,27 Prozentpunkte nach unten verzerren könnte. Zudem könnten Saisoneffekte rund um den Black Friday das Bild verschleiern, sodass sich der jüngste Inflationsrückgang als weniger robust erweisen könnte als auf den ersten Blick erscheint. Für Microsoft und den breiten Tech-Sektor bleibt der Trend dennoch klar: Solange die Fed eher die Beschäftigung schützt und bei konjunkturellen Risiken bereit ist gegenzusteuern, bleibt die Liquiditätskulisse günstig. Ob daraus ein nachhaltiger Schub für KI-Plattformen wie Azure und die Kooperation mit OpenAI wird, hängt jedoch davon ab, ob die Märkte den aktuellen Inflationspfad als glaubwürdig einstufen.

    KURZNEWS

    • BP: Der Ölkonzern holt Meg O’Neill, bisherige Chefin von Woodside Energy, als neue CEO an die Spitze und macht sie damit zur ersten Frau an der Spitze eines „Big Oil“-Unternehmens. Investoren werten ihre Ernennung als Signal für eine strategische Rückbesinnung auf das Kerngeschäft Öl und Gas, nachdem frühere Wetten auf erneuerbare Energien enttäuscht hatten.
    • Woodside Energy: Die Aktie von Woodside Energy geriet in Sydney unter Druck, nachdem bekannt wurde, dass CEO Meg O’Neill zum britischen Rivalen BP wechselt. Marktteilnehmer rechnen damit, dass der Abgang der Chefin eine strategische Neuaufstellung erzwingt, insbesondere im profitablen LNG-Geschäft.
    • Instacart: Die Aktien von Instacart fielen vorbörslich um mehr als 6 %, nachdem Reuters über eine FTC-Untersuchung zum Einsatz von KI-Preistools berichtete. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück, doch die Meldung unterstreicht, dass der Einsatz von KI in der Preisgestaltung zunehmend in den Fokus der US-Regulierer rückt.
    • Lululemon (LULU): Die Aktien von Lululemon sprangen im vorbörslichen Handel um über 5–6 % nach oben, nachdem der aktivistische Investor Elliott Management eine Beteiligung von mehr als 1 Milliarde Dollar offengelegt hatte. Elliott drängt offenbar auf einen strategischen Turnaround und bringt mit Jane Nielsen, einer früheren Ralph-Lauren-Managerin, eine mögliche neue CEO-Kandidatin ins Gespräch.
    • Nike (NKE): Nike legte vor den Quartalszahlen leicht um +0,44 % zu, während der Markt auf Hinweise zur strategischen Neuausrichtung unter dem neuen CEO Elliott Hill wartet. Analysten erwarten zwar einen Ergebnisbeat, sehen das Ziel von 10 % Wachstum bei steigenden Margen im aktuellen Konsumumfeld aber als äußerst ambitioniert an.
    • Accenture (ACN): Accenture übertraf im ersten Geschäftsquartal mit einem Gewinn je Aktie von 3,94 Dollar die Erwartung von 3,73 Dollar, lieferte insgesamt aber einen gemischten Bericht. Nach anfänglichen Gewinnen drehte die Aktie ins Minus, was auf Zurückhaltung der Investoren bei der weiteren Wachstumsdynamik im Beratungsgeschäft hindeutet.
    • FedEx (FDX): FedEx veröffentlicht nach Börsenschluss die Zahlen für das zweite Geschäftsquartal, der Markt rechnet mit einem Gewinn je Aktie von 4,10 Dollar bei 22,79 Milliarden Dollar Umsatz. Im vorbörslichen Handel blieb die Aktie weitgehend unbewegt, da Anleger auf frische Signale zur globalen Nachfrage und zu möglichen Effizienzprogrammen warten.
    • MillerKnoll (MLKN): Die Möbelgruppe MillerKnoll legte nach besser als erwarteten Zahlen für das zweite Quartal um rund +7,02 % zu. Besonders positiv aufgenommen wurde die robuste Prognose für das laufende Quartal, die auf anhaltende Stärke im Objekt- und Büromöbelgeschäft hindeutet.
    • Deutz: Deutz baut mit der Übernahme von Ferg-Aggregatebau sein Geschäft mit Notstromlösungen aus, finanziert über Fremdkapital und mit Abschluss im ersten Quartal. Nach einem kurzfristigen Kurssprung fiel die Aktie im schwachen Gesamtmarkt auf 8,37 Euro zurück, wobei Analysten eine Konsolidierung zwischen 8 und 9 Euro als Basis für einen möglichen Ausbruch über 10 Euro sehen.
    • Douglas: Die Aktie von Douglas verlor nach einem enttäuschenden Ausblick über 5 %, obwohl im abgelaufenen Geschäftsjahr 4,6 Milliarden Euro Umsatz und eine Marge von 16,8 % erzielt wurden. Im Schlussquartal machten sich eine höhere Preissensibilität der Kunden sowie stärkerer Rabatt- und Wettbewerbsdruck bemerkbar, was die Erwartungen für Umsatzwachstum und EBITDA-Marge dämpft.
    • Infineon (IFX): Bei Infineon sorgt der starke Zahlen- und Prognoseüberraschungseffekt bei Micron nur für eine Stabilisierung um die Marke von 35 Euro. Die Aktie steckt weiter in einer Handelsspanne zwischen 32 und 38 Euro fest, sodass Analysten vor dem Jahreswechsel keinen unmittelbaren Handlungsbedarf sehen.
    • Rational: Die Aktie von Rational legt deutlich zu, nachdem die UBS den Wert von „neutral“ auf „buy“ hochgestuft und das Kursziel angehoben hat. Charttechnisch hat sich das Bild mit dem Sprung über den 50-Tage-Durchschnitt aufgehellt, dennoch empfehlen Analysten für einen nachhaltigen Einstieg Kurse im Bereich von 655 bis 660 Euro abzuwarten.
    • GEA Group: Die GEA Group stärkt ihr Ventilgeschäft durch die Übernahme des skandinavischen Unternehmens Hydract, das auf wasserhydraulische Ventilantriebe spezialisiert ist. Diese Technologie soll Energie und Kosten sparen und das Portfolio in den Bereichen Getränke, Molkerei und Pharma ergänzen, während die Aktie trotz Erholungstendenzen weiterhin mit dem schwachen Gesamtmarkt kämpft.
    • BP (zweite Perspektive): Mehrere Analysten sehen in der Berufung von Meg O’Neill zur CEO von BP ein klares Bekenntnis zu LNG und Gas, nachdem sie bei Woodside Energy ähnliche Weichenstellungen vorgenommen hatte. Ihre Erfolge dort, darunter die Verlängerung der Northwest-Shelf-Gas-Facility bis 2070 und die Übernahme von Louisiana LNG, nähren Erwartungen an eine fokussiertere, renditeorientierte Strategie bei BP.
    • Warner Bros. Discovery (WBD): Bei den laufenden Übernahmeverhandlungen um Warner Bros. Discovery warnt Berater Roger Altman vor den Risiken des Angebots von Paramount, das als extremes, hochverschuldetes LBO ohne gesicherte Eigenkapitalzusage bewertet wird. Insbesondere die Unsicherheit rund um den sogenannten Ellison-Backstop eines widerruflichen Trusts lässt Zweifel an der Finanzierungssicherheit aufkommen, weshalb alternative Optionen mit stabilerer Kapitalbasis attraktiver erscheinen könnten.
    • Paramount (PARA): Paramount versucht trotz einer Marktkapitalisierung von nur rund 15 Milliarden Dollar eine potenziell 108 Milliarden Dollar schwere Transaktion mit Warner Bros. Discovery zu stemmen. Da das Unternehmen kaum freien Cashflow generiert und bisher keine rechtlich bindenden Eigenkapitalzusagen vorgelegt wurden, sehen Berater das Gebot als hochriskant und pochen auf klar definierte Equity-Backstops nach dem Vorbild des Twitter-Deals.
    • Evercore (EVR): Roger Altman von Evercore betont in der Debatte um die Warner-Deals die Komplexität milliardenschwerer M&A-Transaktionen, die zunehmend als stark fremdfinanzierte LBOs strukturiert sind. Er hebt hervor, dass gerade in Medien- und Tech-Deals die Qualität der Finanzierung – inklusive wasserdichter Eigenkapitalzusagen und der Struktur von Trusts – entscheidend für die Bewertung konkurrierender Angebote ist.
    • Lululemon (zweite Perspektive): Neben der Beteiligung von Elliott Management spielt auch der anstehende Führungswechsel bei Lululemon eine Rolle, da der aktuelle CEO seinen Rücktritt für Ende Januar angekündigt hat. Der Markt spekuliert, dass ein neuer Managementansatz helfen könnte, die Marke besser gegen wachsende Konkurrenz im Premium-Athleisure-Segment zu positionieren.
    • Micron (Sektor-Effekt): Die Aktie von Micron legte vorbörslich zeitweise um rund 10–14 % zu und war damit der größte Gewinner im S&P 500, bevor es im regulären Handel zu Gewinnmitnahmen kam. Analysten sehen in der positiven Überraschung eine Bestätigung für die Stärke des KI-Handels, zugleich aber auch eine gesunde Skepsis im Markt, der angesichts der Oracle-/Blue-Owl-Schlagzeilen genau hinschaut, wo die Grenzen des aktuellen Booms liegen.

    KALENDER Firmen & Unternehmen

    EARNINGS

    • FEDEX: FedEx (FDX) – Q2-Geschäftszahlen, nach US-Börsenschluss
    • NIKE: Nike (NKE) – Ergebnisse Q2 des Geschäftsjahres, nach US-Börsenschluss
    • ACCENTURE: Accenture (ACN) – Q1-Geschäftszahlen wurden vor US-Markteröffnung veröffentlicht

    MAKRO

    • USA_CPI: USA – Verbraucherpreise (CPI) November, bereits veröffentlicht; Headline 2,7 % J/J, Kernrate 2,6 % J/J
    • USA_JOBLESSCLAIMS: USA – Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, Veröffentlichung am Nachmittag (MEZ)
    • USA_PHILADELPHIAFED: USA – Philadelphia Fed Index, Veröffentlichung am Nachmittag (MEZ)
    • EUROZONE_EZB: Eurozone – Zinsentscheid der EZB, Einlagenzins unverändert bei 2,0 %, Refinanzierungssatz bei 2,15 %
    • UK_BOE: Großbritannien – Zinsentscheid der Bank of England, Markt erwartet Zinssenkung um 25 Basispunkte auf 3,75 %
    • JAPAN_BOJ: Japan – Anstehender Zinsentscheid der Bank of Japan, Markt spekuliert auf Zinserhöhung um 25 Basispunkte

    IM BLICKPUNKT

    • UBS zu RAA: Die UBS hat Rational von „neutral“ auf „buy“ hochgestuft und das Kursziel angehoben, da die Bewertung inzwischen unter dem historischen Durchschnitt liegt und sich das Chartbild nach dem Sprung über den GD50 aufgehellt hat.
    • Unspecified zu IFX: Analysten bestätigen ihre positive Einschätzung für Infineon, sehen nach der Bestätigung der starken Speicherchip-Nachfrage durch Micron jedoch vor dem Jahreswechsel keinen akuten Handlungsbedarf und verweisen auf die etablierte Handelsspanne zwischen 32 und 38 Euro.
    • Ryan Detrick zum US-Markt: Marktstratege Ryan Detrick hebt hervor, dass trotz schwächerer Tech-Schwergewichte wie Oracle die Marktbreite zunimmt, mit mehr 52-Wochen-Hochs an der NYSE und einem steigenden Anteil der S&P-500-Titel über ihren 50- und 200-Tage-Linien.
    • Ryan Detrick zu High Yield: Detrick betont, dass echte systemische Risiken im Tech- und KI-Sektor sich in High-Yield-Unternehmensanleihen zeigen müssten, diese aber weniger als 1 % unter Allzeithoch notieren – ein Hinweis darauf, dass er derzeit keinen beginnenden Dominoeffekt sieht.
    • Ryan Detrick zu KI-Gewichtung: Er verweist zudem darauf, dass KI-Aktien inzwischen rund 46 % des S&P 500 ausmachen, gegenüber 27 % im Jahr 2022, und dennoch die Kursgewinne zuletzt breit auf Equal-Weight-Indizes, den Russell 2000 sowie internationale Märkte und Zykliker übergegriffen haben.


    Micron Technology: KI-Speicherboom treibt Story – Oracle & Nvidia

    KURZ & KNAPP

    Micron Technology meldet starke Quartalszahlen, übertrifft die Erwartungen deutlich und setzt auf anhaltende Knappheit bei HBM-Speichern für KI-Rechenzentren. Der Ausblick signalisiert weiter hohe Nachfrage nach Speicherlösungen und stützt die Diskussion um einen möglichen KI-Superzyklus. Gleichzeitig gerät Oracle wegen Unsicherheiten um die Finanzierung eines Milliarden-Rechenzentrumsprojekts unter Druck. Der Markt ringt damit, wie tragfähig die massiven KI-Investitionen tatsächlich sind.

    An den US-Börsen belasten Gewinnmitnahmen im Tech- und KI-Sektor die Leitindizes, während die starken Zahlen von Micron einen Gegenpol zur Skepsis liefern. Der KI-Komplex von Nvidia über Alphabet bis Microsoft steht nach Bewertungsrekorden auf dem Prüfstand. Parallel rücken Energie- und Infrastrukturwerte wie GE Vernova, E.ON und RWE als Gewinner des stromhungrigen KI-Ausbaus in den Vordergrund.

    In Asien sorgt die mögliche Schieflage von China Vanke für Sorgen im Immobilien- und Bankensektor, während Indizes wie Nikkei 225 und Hang Seng schwankungsanfällig bleiben. Europäische Rüstungswerte wie Rheinmetall bewegen sich in einem intakten Aufwärtstrend, getrieben von geopolitischen Spannungen. Zudem richten sich die Blicke auf die heutigen EZB– und US-Inflationsdaten, die neue Hinweise für den künftigen Kurs der Federal Reserve liefern könnten.

    RÜCKSPIEGEL

    Die US-Börsen haben den Mittwoch mit deutlichen Verlusten beendet: Der Dow Jones schloss -0,5% tiefer bei 47.885,97 Punkten, der S&P 500 gab -1,2% auf 6.721,43 Punkte ab und der technologie­lastige Nasdaq 100 rutschte -1,9% auf 24.647,61 Punkte ab. Belastet wurde vor allem der KI- und Chipsektor, nachdem Berichte über stockende Finanzierungen bei Oracle (ORCL, $179,28, -5,40%) die Sorge schürten, dass der KI-Investitionszyklus zu teuer werden könnte. Nachbörslich sorgte dagegen Micron Technology (MU, $247,68, -3,01%) mit sehr starken Quartalszahlen und einem deutlich über den Erwartungen liegenden Ausblick für positive Überraschungen im Speicherchip-Segment.

    In Asien setzten sich die Abgaben der Wall Street am Donnerstagmorgen fort: Der japanische Leitindex Nikkei 225 liegt zuletzt bei 49.142 Punkten und damit +0,19%, nachdem er zuvor deutlicher unter Druck gestanden hatte. In China notiert der China A50 bei 15.186 Punkten (+0,20%), während der Hang Seng in Hongkong bei 25.486 Punkten um +0,90% zulegt, gestützt von Einzelwerten aus dem Finanz- und Energiebereich. Die Unsicherheit rund um den angeschlagenen Immobilienentwickler China Vanke (000002.SZ, kein Kurs angegeben) belastet jedoch weiterhin das Sentiment im asiatischen Immobilien- und Bankensektor.

    Am frühen Morgen zeigen sich die europäischen Futures verhalten: Der DAX 40 wurde von IG bei rund 23.934 Punkten und damit leicht unter dem gestrigen Schluss von 23.960,59 Punkten taxiert; im Kassa-Handel steht der Index aktuell bei 23.983 Punkten (+0,31%). Im Fokus stehen heute die Zinsentscheidungen der Europäischen Zentralbank und anderer europäischer Notenbanken sowie die US-Inflationsdaten für November, die wichtige Hinweise auf den weiteren Kurs der US-Notenbank Federal Reserve geben dürften. Parallel bleiben die starken Bewegungen an den Krypto- und Rohstoffmärkten ein zusätzlicher Volatilitätstreiber.

    DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

    Micron Technology (MU) – Wie lange trägt der KI-Speicherboom die Aktie?

    Micron Technology (MU, $247,68, -3,01%) hat mit seinen Zahlen zum ersten Quartal des Fiskaljahres 2026 die Erwartungen der Wall Street deutlich übertroffen und den KI-Sektor trotz genereller Skepsis neu befeuert. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit $4,78 deutlich über den erwarteten $3,95, der Umsatz stieg auf $13,64 Mrd. gegenüber prognostizierten rund $12,84–12,95 Mrd. und legte im Jahresvergleich um 57% zu. Besonders dynamisch wuchsen der Cloud-Speicherumsatz auf $5,28 Mrd. (Verdopplung) und die Speicherlösungen für Rechenzentren auf $2,38 Mrd. (+4% YoY), getrieben durch höhere Preise für Speicherprodukte. Für das laufende Quartal stellt Micron nun einen Umsatzkorridor von $18,3–19,1 Mrd. in Aussicht – weit über dem Marktkonsens von rund $14,2–14,4 Mrd. – bei erwarteten Bruttomargen von 67–69% und einem bereinigten EPS von etwa $8,42. Die Aktie legte im nachbörslichen Handel zeitweise bis zu +8% zu und zog auch asiatische Wettbewerber wie SK Hynix mit nach oben.

    CEO Sanjay Mehrotra betonte in der Analystenkonferenz, dass der Boom im Bereich der KI-Rechenzentren zu einem massiven Anstieg der Nachfrage nach leistungsstarkem und speicherintensivem Speicher führt. Besonders gefragt ist HBM (High Bandwidth Memory), der für moderne KI-Modelle essenziell ist; Micron rechnet hier mit einer anhaltenden Knappheit bis weit ins Jahr 2026 hinein. Laut Management wächst die Nachfrage nach Server-Einheiten im Jahr 2025 um „hohe zweistellige“ Prozentsätze, während gleichzeitig das Angebot an Speicherchips „quasi ausverkauft“ sei – das stärkste Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage seit 25 Jahren. Diese Engpässe erlauben dem Unternehmen, deutlich höhere Preise durchzusetzen und unterstreichen die Rolle von Micron als „essentieller KI-Enabler“ im aktuellen Investitionszyklus. Die starke Prognose stützte nicht nur den gesamten Speichersegment-Komplex, sondern diente vielen Anlegern auch als Gegenpol zu den jüngsten Sorgen um eine Überdehnung der KI-Bewertungen.

    Gleichzeitig bleibt der Markt wachsam, weil die Speicherindustrie strukturell stark zyklisch ist und Analysten vor Übertreibungen warnen. Während Micron kurzfristig klar von Versorgungsengpässen und hoher KI-Nachfrage profitiert, erinnern Experten daran, dass frühere Superzyklen im Speicherbereich oft in scharfe Korrekturen mündeten, sobald neue Kapazitäten ans Netz kamen. Hinzu kommt, dass große KI-Infrastrukturprojekte – etwa bei Oracle (ORCL, $179,28, -5,40%) oder den Hyperscalern – enorme CapEx und wachsende Verschuldung erfordern, was die Debatte um eine mögliche KI-Blase anheizt. Für Anleger bedeutet dies: Die kurzfristige Story von Micron ist so stark wie seit Jahrzehnten nicht, doch das Chance-Risiko-Profil hängt zunehmend davon ab, ob der KI-getriebene Speicher-Superzyklus länger anhält als frühere Aufschwünge. In diesem Umfeld dürfte die Aktie stark auf jede Veränderung der Nachfrageindikatoren im KI-Sektor und auf Signale zu möglichen Kapazitätserweiterungen reagieren.

    Oracle (ORCL) – Kippt die KI-Investitionsstory nach dem Finanzierungs-Schock?

    Oracle (ORCL, $179,28, -5,40%) geriet zur Wochenmitte massiv unter Druck, nachdem ein Bericht der Financial Times Zweifel an der Finanzierung eines rund $10 Mrd. schweren Rechenzentrumsprojekts in Michigan aufkommen ließ. Demnach soll der langjährige Finanzierungspartner Blue Owl Capital kein Eigenkapital für die geplante 1-Gigawatt-Anlage bereitstellen, die als Infrastrukturprojekt für OpenAI vorgesehen ist. Obwohl Oracle und der Entwicklungspartner Related Digital betonen, dass das Projekt weiterläuft und lediglich ein anderer Eigenkapitalpartner gewählt worden sei, löste die Nachricht einen Kursrutsch von mehr als 5% aus. Die Marktteilnehmer fürchten, dass die aggressiven KI-Ausbaupläne wegen steigender Verschuldung und Leasingverpflichtungen die Profitabilität von Oracle auf Jahre belasten könnten.

    Besonders kritisch sehen Investoren, dass sich die langfristigen Leasing- und Kapazitätsverpflichtungen für Rechenzentren bei Oracle inzwischen auf rund $248 Mrd. über 15 bis 19 Jahre summieren und die Gesamtverbindlichkeiten inklusive Schulden mehr als $120 Mrd. betragen. Bereits in der Vorwoche hatte Oracle zusätzliche CapEx von $15 Mrd. für das laufende Geschäftsjahr angekündigt, während parallel die enge Verknüpfung mit Großkunden wie OpenAI ein Klumpenrisiko birgt. Vor diesem Hintergrund wird das Michigan-Projekt zum Symbol für die breitere Debatte: Sind die gigantischen KI-Infrastrukturinvestitionen, die häufig über Schulden und außerbilanzielle Konstruktionen finanziert werden, langfristig tragfähig? An der Börse hat sich die Oracle-Aktie seit ihrem Allzeithoch im September bereits fast halbiert; kurzfristig bleibt sie ein Gradmesser dafür, ob der Markt die KI-CapEx-Welle als nachhaltigen Wachstumstreiber oder als Vorboten einer Blase interpretiert.

    China Vanke (000002.SZ) – Wird die nächste Immobilien-Schieflage zum Bankenproblem?

    Der chinesische Immobilienriese China Vanke (000002.SZ, kein Kurs angegeben) steht vor entscheidenden Tagen und ringt mit seinen Gläubigern um Aufschub von Zins- und Tilgungszahlungen, um einen Zahlungsausfall zu vermeiden. Das Unternehmen hat Banken gebeten, verzögerte Zinszahlungen zu akzeptieren, und den Anleihehaltern vorgeschlagen, die Rückzahlung einer 2-Milliarden-Yuan-Anleihe um zwölf Monate zu verschieben. Für eine Annahme des Vorschlags ist eine Zustimmung von 90% der Anleihehalter erforderlich; Experten warnen vor einem möglichen Default bereits am kommenden Montag, sollte keine Einigung zustande kommen. Die angespannten Verhandlungen verdeutlichen, wie eng die Liquiditätsreserven des lange als staatlich gestützt geltenden Entwicklers inzwischen geworden sind.

    Ein Zahlungsausfall von China Vanke hätte nach Einschätzung von Analysten weitreichende Folgen für den chinesischen Finanzsektor und das Vertrauen der Hauskäufer. Viele lokale Banken sind sowohl über Kredite als auch über Anleihen stark in Vanke engagiert, sodass eine Restrukturierung oder Insolvenz das Risiko von Abschreibungen und neuen Kapitalbedarfen erhöhen könnte. Besonders kritisch wäre, dass ein solcher Fall die bisherige Annahme erschüttern würde, staatlich kontrollierte Bauträger seien deutlich sicherer als rein private Wettbewerber – mit potenziell negativer Signalwirkung auf Vorverkäufe und Finanzierungskosten im gesamten Sektor. Für asiatische Märkte insgesamt bleibt die Immobilienkrise damit ein zentraler Belastungsfaktor, der trotz Zwischenerholungen immer wieder Druck auf Banken und Infrastrukturwerte ausübt.

    Rheinmetall (RHM.DE) – Wie lange trägt der Rüstungsboom nach gescheiterten Friedensgesprächen?

    Rheinmetall (RHM.DE, $1.520,50, -0,43%) und andere europäische Rüstungswerte bleiben im Fokus, nachdem Friedensgespräche im Ukraine-Krieg gescheitert sind und die Hoffnung auf eine Waffenruhe vor Weihnachten zerplatzt ist. Der Konzern will sich künftig vollständig auf den Rüstungsbereich konzentrieren und plant den Verkauf seiner zivilen Sparte Power Systems, die Komponenten für die Automobil- und Energiewirtschaft herstellt. Nach Unternehmensangaben laufen seit April Gespräche mit zwei Bietern, ein Abschluss wird für das erste Quartal 2026 angestrebt. An der Börse wurde die strategische Fokussierung positiv aufgenommen, zeitweise legte die Aktie um +2,6% zu, bevor sie zuletzt konsolidierte.

    Charttechnisch konsolidiert Rheinmetall seit Oktober innerhalb eines intakten langfristigen Aufwärtstrends, der durch die anhaltend hohe Nachfrage nach Munition, Fahrzeugen und Systemen aus NATO-Staaten gestützt wird. Auch andere deutsche Rüstungswerte wie Hensoldt (HAG.DE, $71,85, +0,14%) und Renk profitieren von der verschärften Sicherheitslage und steigenden Verteidigungsbudgets. Für Anleger bleibt jedoch die Frage, ob die hohen Erwartungen an künftige Aufträge bereits weitgehend eingepreist sind oder ob zusätzliche politische Impulse – etwa neue Unterstützungsprogramme für die Ukraine – weiteres Upside freisetzen. Kurzfristig könnte die Volatilität hoch bleiben, da geopolitische Nachrichten und Exportentscheidungen immer wieder zu abrupten Richtungswechseln führen.

    OpenAI, Nvidia & Alphabet – Droht dem KI-Sektor nach Bewertungsrekorden eine Korrektur?

    Im KI-Ökosystem erreichen Bewertungen und Investitionsvolumina neue Rekorde, während die Börse gleichzeitig eine Phase der Neubewertung einleitet. OpenAI strebt Berichten zufolge eine neue Finanzierungsrunde mit einer Bewertung von rund $750 Mrd. an – ein Plus von 50% seit Oktober – und verhandelt parallel mit Amazon über eine mögliche Investition von mehr als $10 Mrd.. Gleichzeitig bleiben börsennotierte Schwergewichte wie Nvidia (NVDA, $172,19, -3,81%) und Alphabet (GOOGL, $298,27, -3,21%) unter Druck, da Investoren die hohen Erwartungen an die Monetarisierung von KI-Diensten gegen die massiven CapEx für Rechenzentren und Chips abwägen. Der NASDAQ 100 steht mit 24.801 Punkten (+0,13%) zwar noch nahe seinen Hochs, doch der Druck auf die „Mag 7“ und KI-Leader nimmt zu.

    Inhaltlich verschärft sich der Wettbewerb: Laut Daten von 100X hat Claude von Anthropic bei Nutzerzufriedenheit und Weiterempfehlungswahrscheinlichkeit erstmals ChatGPT von OpenAI überholt, während Google mit Gemini 3.0 die Lücke im Spitzenfeld nahezu geschlossen hat. Damit wird die bisherige Bewertung von OpenAI zunehmend hinterfragt, zumal der einstige technologische Vorsprung schrumpft und Kunden stärker auf Zuverlässigkeit und Referenzen achten. Parallel bleibt der Investitionszyklus für KI-Infrastruktur enorm – Schätzungen sprechen von $150–175 Mrd. Schuldenfinanzierung pro Jahr – was am Anleihemarkt Sorgen vor „Circular Financing“ weckt, falls die Erträge nicht schnell genug nachziehen. Für Anleger zeichnet sich damit eine Spaltung ab: Während Speicher- und Energieinfrastrukturwerte wie Micron und Versorger profitieren, geraten die hoch bewerteten KI-Frontwerte verstärkt unter Rechtfertigungsdruck.

    KURZNEWS

    • BTC – Bitcoin: Bitcoin (BTC, $86.930,59, +1,11%) schwankt weiter heftig zwischen $86.000 und $90.000, nachdem er jüngst von rund $88.000 um etwa 2% zurückgefallen ist. Analysten sehen die Zone um $75.000 als wichtige Unterstützung, während die heute anstehenden US-Inflationsdaten den kurzfristigen Trend entscheidend beeinflussen könnten.
    • COIN – Coinbase: Bei Coinbase (COIN, kein Kurs angegeben) hofft das Management auf Rückenwind durch regulatorische Fortschritte in den USA, insbesondere den sogenannten Clarity Act. Chefjurist Paul Grewal erwartet, dass dadurch erstmals eine klare Marktstruktur für Krypto-Assets entsteht und die wachsende Akzeptanz von Stablecoins durch Banken die institutionelle Adoption beschleunigt.
    • MSFT – Microsoft: Microsoft (MSFT, $478,16, -0,06%) bleibt zentraler Cloud- und KI-Partner von OpenAI, geriet aber im Tech-Sektor mit in den Sog der allgemeinen KI-Skepsis. Investoren beobachten genau, wie sich die enormen Rechenzentrumsinvestitionen auf Margen und Free Cashflow auswirken, während gleichzeitig politische Diskussionen um niedrigere Zinsen die Bewertung stützen.
    • HSBC – HSBC: Die Großbank HSBC (HSBC, $76,78, +1,93%) gilt als potenziell exponiert gegenüber der chinesischen Immobilienkrise rund um China Vanke. Bisher profitiert die Aktie jedoch von der allgemeinen Erholung im asiatischen Finanzsektor, während Investoren die Risiken im Kreditbuch und Engagements im Immobiliensektor aufmerksam analysieren.
    • GEV – GE Vernova: GE Vernova (kein Ticker/Kurs angegeben) wird von Analysten als Kernholding für Large-Cap-Wachstumsportfolios im Kontext der Rechenzentrums-Elektrifizierung empfohlen. Das Unternehmen erzeugt rund 50% der weltweiten Elektronen (außerhalb Chinas) über seine Turbinen, die Preise je Kilowatt-Leistung haben sich in drei Jahren von etwa $800 auf bis zu $2.500 verdreifacht – mit zusätzlichem Potenzial durch die Integration der Prolec-Übernahme ab 2026.
    • E.ON – E.ON: Versorger wie E.ON (kein Ticker/Kurs angegeben) werden als langfristige Profiteure des KI-Booms gesehen, da Rechenzentren enorme Strommengen benötigen. Neben klassischen Utilities rücken dabei auch Hersteller von Erneuerbaren-Technik wie Wechselrichter- und Windkraftanbieter verstärkt in den Fokus thematischer Anleger.
    • RWE – RWE: Ähnlich wie E.ON positioniert sich RWE (kein Ticker/Kurs angegeben) als Infrastrukturgewinner des KI-getriebenen Stromhungers. Analysten verweisen darauf, dass ohne massive Investitionen in grundlastfähige Kapazitäten – von Gas bis Kernkraft – der Ausbau von Rechenzentren und Onshoring von Halbleiterfertigung kaum zu bewältigen ist.
    • BP – BP: Der Ölkonzern BP (BP, kein Kurs angegeben) hat mit Meg O’Neill, bisherige CEO von Woodside Energy, eine neue Vorstandschefin ernannt und sich damit erstmals eine Frau an die Spitze eines Big-Oil-Unternehmens geholt. Der Schritt wird als Signal gewertet, dass sich BP wieder stärker auf das Kerngeschäft Öl und Gas fokussieren könnte, nachdem frühere Strategien im Bereich erneuerbare Energien hinter den Erwartungen zurückblieben.
    • WDS – Woodside Energy: Bei Woodside Energy (WDS, kein Kurs angegeben) sorgte der überraschende Abgang von CEO Meg O’Neill in Richtung BP für Kursverluste von rund 2% in Sydney. Unter ihrer Führung hatte Woodside die BHP-Petroleum-Sparte übernommen und sich als globaler LNG-Player positioniert; interimistisch übernimmt Liz Westcott die Leitung.
    • LULU – Lululemon: Der aktivistische Investor Elliott Investment Management hat eine Beteiligung von über $1 Mrd. an Lululemon (LULU, kein Kurs angegeben) aufgebaut. Nach Qualitätsproblemen und einem Kurssturz von über 60% arbeitet Elliott an einem Turnaround-Plan und bringt mit Jane Nielsen bereits eine mögliche CEO-Kandidatin ins Spiel, was die Aktie im späten Handel um rund +4% nach oben trieb.
    • MEDL – Medline: Der Medtech-Zulieferer Medline (MEDL, $35,98, +23,6% ggü. IPO-Preis) legte ein starkes Börsendebüt hin und ist mit einem Emissionserlös von bis zu $7 Mrd. der größte US-IPO seit Rivian. Das Unternehmen, das medizinische Verbrauchsgüter wie Handschuhe und Kittel vertreibt und seine Lieferkette weitgehend selbst kontrolliert, profitiert von der aktuellen Rotation der Anleger in defensive, profitable Titel.
    • NKE – Nike: Nike (NKE, kein Kurs angegeben) legt heute nach US-Börsenschluss Quartalszahlen vor, die als wichtiger Stimmungsindikator für den gesamten Sport- und Konsumsektor gelten. Analysten rechnen kurzfristig mit einem leichten Umsatzrückgang, hoffen aber auf Signale für eine Belebung in China, im Direct-to-Consumer-Geschäft sowie auf Fortschritte beim Abbau der Lagerbestände.
    • TSM – TSMC (Onshoring-Kontext): Im Zuge des US-Onshoring-Trends wird der Ausbau der Halbleiterfertigung von TSMC (TSM, kein Kurs angegeben) in Arizona eng mit der Rechenzentrumswelle verknüpft. Ökonomen verweisen darauf, dass dieser „Production for Security“-Ansatz sowohl den Chipsektor als auch die Nachfrage nach Energie- und Strominfrastruktur strukturell antreibt.
    • AMZN – Amazon: Amazon (AMZN, kein Kurs angegeben) steht einerseits wegen Debatten um gefälschte Produktrezensionen unter Druck, andererseits wegen wachsender Konkurrenz durch Walmart Plus. Gleichzeitig verhandelt der Konzern laut Berichten über eine mögliche Investition von mehr als $10 Mrd. in OpenAI, um seiner Cloud-Tochter AWS und der hauseigenen Halbleitersparte einen strategischen KI-Schub zu geben.
    • WMT – Walmart: Walmart (WMT, kein Kurs angegeben) forciert mit Walmart Plus und der Partnerschaft mit Shopify seinen Angriff auf Amazon im Online-Handel. Für $98 Jahresgebühr bietet Walmart unbegrenzte Same-Day-Lebensmittellieferungen und nutzt sein Netz von über 4.700 Filialen, um eine jüngere, urbane Kundschaft anzusprechen.
    • TMUS – T-Mobile US: T-Mobile US (TMUS, kein Kurs angegeben) hat laut aktuellen Daten die Lücke zu Verizon beim Netz fast geschlossen und übertrifft den Rivalen inzwischen bei Preis, Preis-Leistungs-Verhältnis, Tarifoptionen und Filialerlebnis. Die schnelle Verschiebung der Marktanteile zeigt, dass selbst etablierte Marktführer angreifbar sind, wenn Konsumenten stärker auf „Value“ statt bloß auf Netzabdeckung achten.
    • PARA – Paramount Skydance: Paramount Skydance (kein Ticker/Kurs angegeben) hat ein feindliches Übernahmeangebot für Warner Bros. Discovery vorgelegt, das vom dortigen Management jedoch abgelehnt wird. Dennoch legte die Paramount-Skydance-Aktie um rund +2,6% zu, da Anleger auf mögliche weitere Konsolidierungsschritte in der Medienbranche spekulieren.
    • WBD – Warner Bros. Discovery: Warner Bros. Discovery (WBD, kein Kurs angegeben) rät seinen Aktionären, das feindliche Angebot von Paramount Skydance abzulehnen und stattdessen an der strategischen Kooperation mit Netflix festzuhalten. Im Zuge der Ablehnung gab die WBD-Aktie etwa 2% nach, während der Markt die industrielle Logik möglicher künftiger Zusammenschlüsse im Streaming-Sektor diskutiert.
    • NFLX – Netflix: Netflix (NFLX, kein Kurs angegeben) profitiert kurzfristig von der vertieften Zusammenarbeit mit Warner Bros. Discovery und legte zuletzt um rund +1,3% zu. Die Partnerschaft gilt als wichtiger Schritt, um gegen die wachsende Dominanz von YouTube bei der Nutzungszeit, insbesondere jüngerer Zielgruppen, anzukämpfen.

    KALENDER Firmen & Unternehmen

    EARNINGS

    • NIKE (NKE): Quartalszahlen Q2 – nach US-Handelsschluss
    • BERTRANDT (KEIN TICKER): Geschäftszahlen – im Tagesverlauf
    • DOUGLAS (KEIN TICKER): Geschäftszahlen – im Tagesverlauf
    • STMICROELECTRONICS (KEIN TICKER): Quartalszahlen – im Tagesverlauf
    • FEDEX (KEIN TICKER): Quartalszahlen – im Tagesverlauf
    • BIRKENSTOCK (KEIN TICKER): Quartalszahlen – im Tagesverlauf
    • MICRON TECHNOLOGY (MU): Zahlen wurden bereits am Vorabend nach US-Börsenschluss veröffentlicht

    MAKRO

    • EZB-ZINSENTSCHEID: Eurozone – heute Nachmittag
    • US-INFLATIONSDATEN (CPI NOVEMBER): USA – heute 14:30 MEZ
    • BOJ-SITZUNG (ERWARTETE ZINSERHOEHUNG): Japan – Freitag, genaue Uhrzeit lokal

    IM BLICKPUNKT

    • JPMorgan zu SQM: Die Analysten von JPMorgan haben ihre Einschätzung für SQM (kein Ticker/Kurs angegeben) von „Neutral“ auf „Overweight“ angehoben und das Kursziel von $41,00 auf $79,00 fast verdoppelt. Begründet wird dies mit der Erwartung eines strukturellen Angebotsdefizits von rund 130.000 Tonnen Lithium pro Jahr in den kommenden fünf Jahren, was höhere Preise und Margen stützen dürfte.
    • Analysten zu GE Vernova: Mehrere Häuser empfehlen GE Vernova (kein Ticker/Kurs angegeben) als Kernposition für wachstumsorientierte Portfolios im Bereich Elektrifizierung und Energieinfrastruktur. Trotz einer Rally von rund +88% im Vorjahr sehen sie weiteres Aufwärtspotenzial, da die Skalierung der Aufträge und die langfristigen Serviceverträge im Kurs noch nicht voll reflektiert seien.
    • Marktkommentar zu NVIDIA: Im Rahmen der Debatte um technologische Monopole wird NVIDIA (NVDA, $172,19, -3,81%) von Analyst David Miller als Paradebeispiel für einen starken „Moat“ im Bereich Hochleistungs-KI-Chips genannt. Die kaum zu erreichende Performance der Blackwell-Serie ermögliche weiterhin außergewöhnliche Margen, auch wenn der Markt zunehmend prüft, ob die massiven KI-Infrastrukturinvestitionen nachhaltig sind.
    • Marktkommentar zu Alphabet: Alphabet (GOOGL, $298,27, -3,21%) wird in der Monopol-Diskussion als „blühendes Monopol“ in den Bereichen Suche, YouTube und Cloud beschrieben. Trotz kartellrechtlicher Risiken sehen viele Investoren den Konzern als Kerninvestment, da er mit Gemini im KI-Rennen aufgeholt hat und von starken Netzwerkeffekten profitiert.
    • Sektor-View KI & Infrastruktur: Strategen verweisen darauf, dass der KI-Boom trotz kurzfristiger Bewertungssorgen ein säkularer Trend bleibt, der sich 2026 breiter auf Sektoren wie Versorger, Industrie und Logistik ausweiten dürfte. Besonders Energieversorger wie E.ON und RWE sowie Infrastruktur-Player wie GE Vernova werden als strukturelle Profiteure der hohen Stromnachfrage durch Rechenzentren hervorgehoben.

    MICRON Earnings rasiert: KI-Zweifel treffen Oracle & Nvidia

    KURZ & KNAPP

    Nvidia gerät an der Wall Street unter Druck, weil Anleger die hohen Investitionen in KI-Rechenzentren und deren Finanzierung neu bewerten. Gleichzeitig steigen bei Oracle die Kreditabsicherungskosten, was Fragen zur Stabilität großer Infrastrukturprojekte aufwirft. Demgegenüber meldet Micron Technology starke Zahlen und einen überraschend optimistischen Ausblick zur KI-getriebenen Speicher-Nachfrage. Der Handelstag war zudem von schwächeren US-Indizes und erhöhter Nervosität rund um den KI-Komplex geprägt.

    Neben Tech bestimmten auch Bitcoin mit heftigen Derivateliquidationen und der Ölpreis mit geopolitisch getriebenen Gegenbewegungen das Bild. Versorger wie GE Vernova, Vistra und Constellation Energy litten unter Sorgen um die künftige Auslastung durch Rechenzentren. Zudem zeigt sich am US-Aktienmarkt die hohe Konzentration der Indizes auf einige Mega-Caps wie die „Mag 7“.

    In Europa schloss der DAX 40 schwächer, belastet durch das negative Technologiesentiment und die Abhängigkeit von wenigen Schwergewichten. Makroseitig rücken die anstehenden US-Inflationsdaten (CPI) und mögliche Reaktionen der Federal Reserve in den Mittelpunkt. Sie könnten die weitere Entwicklung an Aktien-, Anleihe- und Kryptomärkten in den kommenden Tagen entscheidend prägen.

    RÜCKBLICK Handelstag

    Die Wall Street schloss schwächer: Der S&P 500 fiel um 0,92% auf 6.741 Punkte, der technologielastige Nasdaq 100 verlor 1,53% auf 24.751 Punkte. Belastet wurde vor allem der KI- und Chipkomplex, nachdem Sorgen um die Finanzierung großer Rechenzentrumsprojekte aufkamen und Oracle-Schlagzeilen den Sektor durchrüttelten. Stark im Fokus standen dabei Micron, das nachbörslich mit einem massiven Ergebnis-Beat positiv überraschte, sowie Nvidia (NVDA, $170,91, -3,81%), das im Sog der AI-Skepsis deutlich unter Druck geriet.

    In Europa schloss der DAX 40 bei 23.939 Punkten mit einem Minus von 0,69%, während der Euro Stoxx 50 vom schwächeren Technologiesentiment und der allgemeinen Risikoaversion mit belastet wurde. Die Nervosität rund um den US-KI-Infrastrukturkomplex – von Rechenzentren bis Energieversorger – strahlte auch auf europäische Tech- und Industrieaktien aus. Parallel dazu vertieften sich die Diskussionen um die hohe Konzentration der Indexgewinne auf wenige Mega-Caps, was die Anfälligkeit für Rückschläge erhöht.

    Am Kryptomarkt sorgte Bitcoin mit einer heftigen Intraday-Achterbahnfahrt und einem Rückgang auf rund 85.905,74 Dollar (-2,11%) für Schlagzeilen; Derivate-Liquidationen in dreistelliger Millionenhöhe unterstrichen die erhöhte Volatilität. Im Rohstoffsektor erholte sich Öl leicht von Mehrjahrestiefs, nachdem eine von Donald Trump angekündigte Blockade sanktionierter venezolanischer Tanker das Angebotsszenario verknappte. Für die kommenden Tage richten sich die Blicke auf frische US-Inflationsdaten und darauf, ob sich die heute angestoßene Korrektur im KI- und Kryptokomplex fortsetzt oder als kurze Schrecksekunde verbucht wird.

    WAS HEUTE WICHTIG WAR

    Nvidia (NVDA) – Kippt jetzt die KI-Euphorie an der Börse?

    Nvidia (NVDA, $170,91, -3,81%) stand einmal mehr im Zentrum der Marktbewegungen, diesmal allerdings auf der Verliererseite. Der Chiphersteller geriet zusammen mit anderen AI-Gewinnern wie Broadcom und Oracle stark unter Druck, nachdem Zweifel an der Nachhaltigkeit des hyperdynamischen KI-Booms lauter wurden. Ein Rückgang des Bloomberg Mag 7 Index um 1,1% machte sichtbar, wie stark sich der Abwärtsdruck bei den führenden Technologie-Bluechips aufgebaut hat. Die Kursverluste bei Nvidia wurden zusätzlich dadurch verschärft, dass Marktteilnehmer den massiven CapEx-Bedarf für Rechenzentren und AI-Infrastruktur zunehmend kritischer hinterfragen. Gleichzeitig wackeln einzelne Finanzierungssäulen, etwa rund um große Rechenzentrumsprojekte, was die Anfälligkeit des gesamten Ökosystems offenlegt. Der heutige Rückgang der Aktie ist damit weniger ein isoliertes Ereignis, sondern ein Symptom für eine breiter werdende Skepsis gegenüber überzogenen Bewertungsfantasien im KI-Segment.

    Der Druck auf Nvidia fiel zusammen mit neuen Schlagzeilen zu Oracle, wo ins Stocken geratene Datenzentrums-Finanzierungen und steigende Credit Default Swaps die Risikoaversion gegenüber AI-Infrastrukturprojekten erhöhten. Investoren hinterfragen zunehmend, ob sich die gigantischen Investitionen in Rechenzentren tatsächlich im erhofften Tempo monetarisieren lassen. Vor diesem Hintergrund wurden nicht nur klassische KI-Profiteure wie Nvidia verkauft, sondern auch Zulieferer und Peripheriewerte im Strom- und Infrastruktursegment stark abgewertet. Parallel dazu sah man in den USA eine Rotation innerhalb des KI-Universums hin zu Akteuren, die ihre eigenen Chips und Modelle – etwa Alphabet mit Gemini und den hauseigenen TPUs – stärker ins Schaufenster stellen. Diese Verschiebung schürt die Sorge, dass sich der Marktanteil im KI-Rechenzentrumsmarkt stärker fragmentieren und damit den bisherigen Dominanzanspruch von Nvidia relativieren könnte.

    Gleichzeitig zeigt der Blick auf Micron, dass die fundamentale Nachfrage nach Speicher und Hochbandbreitenspeicher (HBM) für Rechenzentren unverändert hoch bleibt und damit die strukturelle KI-Story weiter intakt ist. Dennoch markiert der heutige Handelstag eine Zäsur in der Art, wie Investoren KI-Risiken einpreisen: Bewertungsniveau, Refinanzierungskosten und Projektumsetzung werden wieder stärker ins Zentrum gestellt. Für die Aktie von Nvidia könnte dies bedeuten, dass kurzfristig höhere Volatilität und eine sensiblere Reaktion auf negative Nachrichten zum neuen Normal werden. Mittel- bis langfristig entscheidet sich der Kursverlauf daran, ob das Unternehmen den hohen Erwartungen an Margen und Wachstum im KI-Zeitalter gerecht werden kann – und ob der Markt die aktuelle Korrektur als gesunde Konsolidierung oder Beginn einer tieferen Neubewertung interpretiert. Anleger sollten daher nicht nur auf die nächsten Quartalszahlen, sondern auch auf Signale zur Investitionsdisziplin der großen Cloud- und Rechenzentrumsbetreiber achten.

    Oracle (ORCL) – Wie gefährlich sind die steigenden Kredit-Ausfallversicherungen?

    Rund um Oracle hat sich die Nachrichtenlage deutlich eingetrübt, nachdem ein geplanter Rechenzentrums-Deal mit Blue Owl ins Stocken geraten ist und Fragen zur Finanzierung groß angelegter KI-Infrastrukturprojekte aufwirft. Im Fokus stehen die stark steigenden Kosten für die Absicherung von Unternehmensanleihen, die über Credit Default Swaps (CDS) gemessen werden und sich von früher 50–60 Basispunkten auf aktuell etwa 150 Basispunkte erhöht haben. Dies geschieht vor dem Hintergrund einer ohnehin hohen Verschuldung von Oracle mit einer Zins-Schuldenquote von 64% und insgesamt 85%. Der Markt reagiert darauf mit spürbarem Verkaufsdruck, die Aktie verliert laut Handelskommentaren rund 5,5% und zieht aufgrund ihrer Rolle im KI-Stack andere Tech-Titel mit nach unten.

    Besondere Brisanz erhält die Situation, weil an Oracles Rechenzentrums- und KI-Plänen ein ganzer Rattenschwanz hängt, darunter prominente Partner wie Nvidia und OpenAI. Sollte sich die finanzielle Lage von Oracle deutlich verschlechtern oder Projekte substanziell verzögert werden, könnte dies die Ausbaupläne im globalen KI-Infrastrukturmarkt bremsen. Analysten mahnen zwar zur Vorsicht, warnen aber gleichzeitig davor, das Szenario einer Unternehmenskrise vorschnell zu dramatisieren, da eine Einigung mit Blue Owl die CDS-Spreads rasch wieder entspannen könnte. Kurzfristig bleibt die Aktie jedoch ein Brennglas für die Nervosität im Markt: Jede neue Schlagzeile zu Projektfinanzierungen oder Ausfallrisiken dürfte unmittelbar auf den gesamten Tech- und KI-Komplex abstrahlen.

    Micron Technology (MU) – Was sagt der Mega-Beat über die KI-Nachfrage aus?

    Micron Technology (MU) lieferte nachbörslich einen kräftigen Paukenschlag und übertraf die ohnehin extrem hohen Erwartungen deutlich. Der Gewinn pro Aktie lag mit $4,78 klar über den prognostizierten rund $3,96, der Umsatz erreichte $13,6 Milliarden statt der erwarteten $13 Milliarden. Noch eindrucksvoller war der Ausblick: Für das laufende Quartal stellt Micron einen Umsatz von $18,3–19,1 Milliarden in Aussicht, während der Konsens bisher bei etwa $14,3 Milliarden lag. Das bereinigte EPS soll am oberen Ende bei $8,62 liegen, beinahe doppelt so hoch wie die erwarteten $4,71–4,78, bei Bruttomargen von 67–69%. Die Aktie reagierte nachbörslich mit einem Kurssprung von bis zu 7%.

    CEO Sanjay Mehrotra bezeichnete Micron als „wesentlichen KI-Enabler“ und verwies auf die extrem starke Nachfrage nach Speicherlösungen für Rechenzentren, die Kapazitäten bis 2026 weitgehend auslastet. Besonders Hochbandbreitenspeicher (HBM) erweist sich als Engpassfaktor, da er deutlich mehr Wafer als herkömmliche DRAMs benötigt und damit die Versorgung traditioneller Produkte verknappt. Diese Knappheit treibt die Preise und Margen, was sich in den außergewöhnlich starken Kennzahlen widerspiegelt. Für den Markt ist das Ergebnis ein wichtiges Signal: Trotz kurzfristiger Skepsis gegenüber KI-Bewertungen bleibt die reale Nachfrage nach Speicher und Infrastruktur ungebrochen hoch. Die Zahlen von Micron unterstreichen damit, dass der KI-Boom in der industriellen Wertschöpfung angekommen ist – und liefern zugleich einen Belastungstest für all jene, die auf eine schnelle Abkühlung dieser Investitionswelle setzen.

    Bitcoin (BTC) – Wie gefährlich ist die Derivate-Achterbahn für den Kryptomarkt?

    Bitcoin (BTC, $85.905,74, -2,11%) erlebte im Tagesverlauf eine extreme Achterbahnfahrt: Der Kurs schoss zunächst von etwa $87.000 kurzzeitig über $90.000, nur um anschließend wieder scharf in den Bereich um $87.000 und darunter zurückzufallen. Dieser schnelle Richtungswechsel fiel zeitlich mit abrupten Verlusten bei US-Tech- und KI-Aktien zusammen und löste eine Welle an Liquidationen im Derivatemarkt aus. Binnen vier Stunden wurden laut Handelsdaten rund $190 Millionen an Krypto-Positionen zwangsliquidiert, davon etwa $72 Millionen Longs und $121 Millionen Shorts. In einem anderen Set an Kommentaren ist von rund $120 Millionen an Short- und $200 Millionen an Long-Liquidationen die Rede – gemeinsam zeichnen die Zahlen das Bild einer massiven Bereinigung, die viele kurzfristig positionierte Marktteilnehmer aus dem Markt gespült hat.

    Charttechnisch drücken die jüngsten Bewegungen Bitcoin wieder in Richtung wichtiger Unterstützungszonen; im Wochenchart fällt der Kurs zurück auf den Durchschnittspreis, im Tageschart hinterlässt die heutige Kerze ein unruhiges Bild. Trader verweisen auf eine neue Unterstützungszone knapp unterhalb von $87.000 und eine wichtige Linie im Sand bei rund $75.000, während ein kurzfristiges Abwärtsziel von etwa 5% unterhalb der aktuellen Niveaus ins Auge gefasst wird. Trotz der Intraday-Turbulenzen bleiben einige Marktteilnehmer langfristig konstruktiv und sehen das aktuelle Niveau als Chance, um Engagements in Bitcoin taktisch aufzustocken. Kurzfristig dominiert jedoch die Vorsicht: Solche „Intraday-Strohfeuer“ mahnen dazu, die nächsten Handelstage und die Entwicklung der Derivatemärkte genau zu beobachten, bevor neue größere Positionen aufgebaut werden.

    Ölpreis (WTI) – Dreht der Markt nach Trumps Blockade-Drohung?

    Am Ölmarkt kam es nach einer längeren Schwächephase zu einer moderaten Erholung, nachdem der Preis für WTI zuvor auf den niedrigsten Stand seit 2021 gefallen war. Berichte, wonach Donald Trump eine vollständige Seeblockade für sanktionierte venezolanische Tankschiffe angeordnet haben soll, schürten Sorgen über Angebotsengpässe und sorgten kurzfristig für Kaufinteresse. In der Folge legte der Ölpreis um rund 1,3% zu, auch wenn genaue Referenzniveaus im Tagesverlauf stark schwankten. Parallel dazu dämpften Meldungen über enttäuschende Fortschritte in den Friedensbemühungen in der Ukraine die Hoffnung auf eine rasche geopolitische Entspannung, was den Risikoaufschlag bei Energie erneut anheizte.

    Dennoch bleibt das dominierende Narrativ am Ölmarkt das eines strukturellen Überangebots: Die IEA rechnet für das kommende Jahr mit einer Angebotswelle von rund 3,8 Millionen Barrel pro Tag, die auf den Markt zurollt. Diese Perspektive begrenzt das Aufwärtspotenzial des Preises, solange es nicht zu massiven neuen Angebotsausfällen oder überraschend starken Nachfrageimpulsen kommt. Kurzfristig dürfte der Markt daher sensibel auf jede neue Schlagzeile zu Sanktionen, Transportwegen und OPEC-Politik reagieren, während die heute gesehene Erholung vor allem als technische Gegenbewegung in einem überverkauften Umfeld zu interpretieren ist.

    KURZNEWS

    • GE Vernova: Die Aktie von GE Vernova fiel im Handel um über 10%, nachdem der breite Ausverkauf bei AI-Werten auch Anbieter von Strom für Rechenzentren erfasste. Trotz sehr starker Quartalszahlen lasteten Spekulationen um mögliche Verzögerungen bei KI-Infrastrukturprojekten im Umfeld von Oracle schwer auf der Stimmung.
    • Vistra: Vistra gehörte mit einem Minus von fast 8% zu den größten Verlierern im Segment der Stromversorger für Rechenzentren. Die Sorgen um die Finanzierung und den Zeitplan großer KI-Projekte lösten eine rasche Neubewertung dieses zuvor stark gelaufenen Themas aus.
    • Constellation Energy: Auch Constellation Energy geriet im Sog der Abgaben bei Power-for-AI-Titeln stark unter Druck. Anleger fürchten, dass Verzögerungen bei Rechenzentrumsbauten die kurzfristigen Wachstumserwartungen dämpfen könnten.
    • GE Vernova – Re-Anchoring-Story: Mittelfristig wird GE Vernova dennoch als Kernholding für Portfolios gesehen, die auf das „Re-Anchoring“ der US-Wirtschaft um Energie und Strom setzen. Das Unternehmen profitiert stark von Rechenzentrumsbauten und der Rückverlagerung energieintensiver Industrien wie Halbleiterfabriken und Stahlwerke in die USA.
    • GE-Turbinen: Nach Unternehmensangaben werden außerhalb Chinas rund 50% aller Elektronen weltweit durch eine GE-Turbine erzeugt. GE Vernova hat seine Kapazitäten verdoppelt, während sich die Turbinenpreise in den vergangenen drei Jahren verdreifacht haben und durch langfristige Serviceverträge ein stabileres, profitableres Geschäftsmodell entsteht.
    • TSMC-Fabs/US-Halbleiter: Die Rückverlagerung der Halbleiterproduktion in die USA, etwa mit den TSMC-Fabs in Arizona, treibt den Bedarf an zuverlässiger Grundlastenergie massiv voran. Davon profitieren vor allem Energie- und Infrastrukturtitel, die den Aufbau dieser großskaligen Industrieprojekte begleiten.
    • Jabil (JBL): Jabil meldete Quartalszahlen, die die Gewinn- und Umsatzerwartungen übertrafen, und hob gleichzeitig die Jahresprognose an. Getrieben wurde das Wachstum durch eine starke Nachfrage von Kunden aus den Bereichen künstliche Intelligenz und Cloud-Computing-Infrastruktur.
    • Hut 8 (HUT): Die Aktien von Hut 8 sprangen deutlich an, nachdem das Unternehmen einen $7 Milliarden-Deal für den Bau eines 245-Megawatt-Rechenzentrums als Teil einer größeren Vereinbarung mit Anthropic vermeldete. Das Projekt soll über 15 Jahre laufen und unterstreicht die strategische Neuausrichtung des Unternehmens in Richtung KI-Infrastruktur.
    • Hut 8/Anthropic-Deal: Konkret arbeitet Hut 8 mit Fluid Stack an einem KI-Rechenzentrum für Anthropic in Louisiana, abgesichert durch einen 15-jährigen Mietvertrag über $7 Milliarden und eine finanzielle Garantie von Google für die Basismietdauer. J.P. Morgan und Goldman Sachs sollen die Finanzierung strukturieren.
    • GE Vernova – Empfehlung: In Analystenkommentaren wird GE Vernova als zentrale Position für Investoren mit Fokus auf Energieinfrastruktur und Reindustrialisierung der USA empfohlen. Der Mix aus wachsendem Turbinengeschäft und margenstarken Serviceverträgen gilt als attraktiver Hebel auf den anhaltenden Boom bei Rechenzentren und Industrieansiedlungen.
    • S&P 500/Nasdaq-Struktur: Marktstrategen verweisen darauf, dass die Top-10-Aktien inzwischen rund 32% der Gewinne im S&P 500 beisteuern und über 41% der gesamten Marktkapitalisierung ausmachen. Diese starke Konzentration verstärkt die Anfälligkeit der Indizes, wenn einzelne Mega-Caps wie die „Mag 7“ stärker korrigieren.
    • Mag-7-Gewichtung: Die sogenannten „Mag 7“-Unternehmen machen inzwischen 40–50% des Nasdaq aus und sind damit wesentliche Kurstreiber. Viele Anleger sind über passive Produkte stärker in diesen Titeln investiert, als ihnen bewusst ist, was die jüngste Korrektur in Tech und KI zusätzlich brisant macht.
    • Alphabet/Google-Komplex: Innerhalb des KI-Sektors bildet sich ein eigener „Google-Komplex“ heraus, getragen vom Gemini-Modell und den firmeneigenen Google TPUs. Investoren honorieren die klare KI-Strategie von Alphabet, was in den letzten drei Monaten zu einer Outperformance gegenüber anderen Mitgliedern der „Mag 7“ geführt hat.
    • GE Vernova – Strom für Rechenzentren: Die wachsende Zahl an Rechenzentren und neuen Halbleiterfabriken erhöht die Nachfrage nach gesicherter Stromversorgung dramatisch. GE Vernova positioniert sich hier als Schlüsselspieler, da seine Turbinen und Serviceleistungen direkt vom Ausbau dieser Infrastruktur profitieren.
    • Jabil – KI-Nachfrage: Die starke Jahresperformance von Jabil, die Aktie liegt etwa 60% im Plus, spiegelt die anhaltend hohe Nachfrage aus der KI- und Cloud-Infrastruktur wider. Das Unternehmen sieht sich als zentralen Fertigungspartner für Elektronikkomponenten, die in Hochleistungsrechenzentren verbaut werden.
    • Coinbase (COIN): Die Deutsche Bank nahm die Coverage von Coinbase mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von $340 auf. Der Analyst erwartet, dass der Kryptobörsenbetreiber seine Marktstellung in eine breitere On-Chain-Plattform überführen und davon finanziell überproportional profitieren kann.
    • Arbeitsmarkt USA: Ökonomen weisen darauf hin, dass die Arbeitsnachfrage in den USA spürbar nachlässt, mit Online-Stellenanzeigen und angebotenen Gehältern auf Viereinhalbjahrestiefs. Trotz einer auf 4,6% gestiegenen Arbeitslosenquote sehen Häuser wie Morgan Stanley jedoch nur eine „kleine Schwächephase“ und erwarten eine Erholung, sobald Belastungsfaktoren im ersten Quartal nachlassen.
    • AI-Jenseits von Mega-Tech: Einige Portfoliomanager suchen KI-Chancen zunehmend außerhalb der prominenten Big-Tech-Namen und richten den Blick auf Branchen wie Kreditkarten, großen Einzelhandel und Cybersicherheit. Dort sollen bestehende Datenbestände und KI genutzt werden, um Prozesse, Vertrieb und Sicherheit zu verbessern – häufig zu deutlich attraktiveren Bewertungen als im eng gefassten KI-Hype-Segment.
    • Bitcoin-ETFs: Im Kryptobereich kam es in den vergangenen drei Wochen zu Abflüssen von rund $10 Milliarden aus Bitcoin– und Ether-ETFs. Beobachter sehen darin vor allem Gewinnmitnahmen und eine Rotation in andere Anlageklassen, während für 2026 mit neuen Absicherungsinstrumenten wie einem Bitcoin-Volatilitätsindex (CME CFBVX) gerechnet wird.

    KALENDER Firmen & Unternehmen

    EARNINGS

    • INHALT:
      • Micron Technology, Inc. (MU): Quartalszahlen für das am 30. November 2025 beendete Quartal, Veröffentlichung nach US-Börsenschluss. Der Konsens der Analysten erwartete im Vorfeld ein EPS von $3,67, was einem Anstieg von rund 126,54% gegenüber dem Vorjahr entspricht.
      • Enerpac Tool Group Corp. (EPAC): Ergebnisbericht für das Quartal zum 30. November 2025, nachbörslich. Der Konsens liegt bei einem EPS von $0,38, rund 5% weniger als im Vorjahresquartal.
      • Worthington Steel, Inc. (WS): Quartalszahlen für das am 30. November 2025 beendete Quartal, nach Handelsschluss erwartet. Analysten rechnen mit einem EPS von $0,48, was einem Plus von rund 152,63% gegenüber dem Vorjahr entspricht.
      • MillerKnoll, Inc. (MLKN): Zahlen zum Quartal bis 30. November 2025, Veröffentlichung nach Börsenschluss. Der Markt erwartet ein EPS von $0,41, etwa 25,45% unter dem Vorjahreswert.

    MAKRO

    • INHALT:
      • USA – Verbraucherpreisindex (CPI) November: Veröffentlichung am Donnerstag. Erwartet wird ein Anstieg der Gesamtinflation um 3,1% sowie der Kernrate (ohne Nahrung/Energie) um ebenfalls 3,0% gegenüber dem Vorjahr.
      • USA – Inflationsausblick und Fed-Politik: Die November-CPI-Daten gelten als wichtiger Taktgeber für die weitere Zinspolitik der US-Notenbank Federal Reserve. Eine Zinssenkung bereits im Januar ist laut Marktpreisen weitgehend ausgepreist, sodass Abweichungen von den Erwartungen starke Marktreaktionen auslösen könnten.

    IM BLICKPUNKT

    • Deutsche Bank zu COIN: Die Deutsche Bank startete die Coverage von Coinbase (COIN) mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von $340. Der Analyst erwartet, dass Coinbase in die nächste Entwicklungsphase eintritt und seine Position als führende Kryptobörse in eine breitere On-Chain-Plattform mit zusätzlichen Ertragsquellen transformiert.

    NVIDIA: KI-Boom unter der Lupe – Oracle & Pfizer

    KURZ & KNAPP

    NVIDIA bleibt das Aushängeschild des KI-Booms, doch erste Zweifel an der Nachhaltigkeit der gigantischen Rechenzentrumsinvestitionen kommen auf. Parallel ringt Oracle mit hohem KI-Capex, negativem Free Cashflow und wachsender Verschuldung. Auch Pfizer gerät nach schwachem Ausblick und nachlassendem COVID-Sonderboom unter Druck. Der Artikel beleuchtet, wie diese Entwicklungen die Stimmung an Wall Street und in Tech-Sektoren prägen.

    Daneben zeigen die Märkte ein gemischtes Bild mit leichten Rücksetzern bei S&P 500 und Nasdaq 100 sowie Gewinnmitnahmen nach dem starken Jahresverlauf. US-Konjunkturdaten zu Arbeitsmarkt, Löhnen und Konsum deuten auf nachlassenden Inflationsdruck hin und verschieben Zinssenkungserwartungen. Kurznews zu Tesla, Amazon, Alphabet, Zscaler, Micron und weiteren Werten runden den Marktüberblick ab.

    In Deutschland rutscht der DAX, während Rüstungswerte wie Rheinmetall, TKMS, Renk und Hensoldt auf Waffenstillstands-Signale reagieren. Zugleich melden sich Zykliker wie Tui und Klöckner & Co mit Erholungsbewegungen zurück. Blick nach vorn: Wichtige Termine wie die US-Verbraucherpreise (CPI) und die anstehenden Quartalszahlen von Micron und Lennar könnten neue Impulse für Aktien und Zinsen liefern.

    RÜCKBLICK Handelstag

    Die Wall Street schloss schwächer, der S&P 500 gab um 0,46% auf 6.802 Punkte nach, der Nasdaq 100 verlor 0,04% auf 25.127 Punkte. Belastet wurde die Stimmung durch anhaltende Sorgen über die Nachhaltigkeit des KI-Investitionsbooms und die Korrektur bei einzelnen Highflyern wie Oracle, obwohl der jüngste US-Arbeitsmarktbericht die Erwartung perspektivisch sinkender Zinsen eher stützte. Anleger realisierten nach dem starken Jahresverlauf vermehrt Gewinne und positionierten sich zurückhaltend vor den anstehenden Zahlen von Micron und wichtigen Konjunkturdaten.

    In Europa drehte der Markt nach dem freundlichen Wochenstart wieder ins Minus. Der DAX 40 schloss 0,6% tiefer bei 24.076,87 Punkten, aktuell stehen im Späthandel 24.139 Punkte zu Buche, während trübe Einkaufsmanagerindizes die Sorgen um die deutsche Konjunktur untermauerten. Rüstungswerte wie Rheinmetall, TKMS, Renk und Hensoldt gerieten nach Signalen möglicher Fortschritte in Richtung Waffenstillstand in der Ukraine mit Kursverlusten von bis zu rund viereinhalb Prozent unter Druck. Auf der Gewinnerseite standen dagegen Erholungskandidaten wie Tui mit weiterem Aufschlag nach einem Chartausbruch sowie Klöckner & Co dank anhaltender Übernahmefantasie.

    WAS HEUTE WICHTIG WAR

    NVDA – KI-Boom trifft auf erste Ermüdungserscheinungen im Compute-Rausch

    Die Aktie von Nvidia (NVDA) legte im US-Handel leicht um 0,10% auf 177,39 Dollar zu und behauptete sich damit trotz eines schwächeren Gesamtmarktes. Der KI-Sektor steckt mitten in einem massiven Investitionszyklus, in dem die großen Hyperscaler zusammen über 200 Milliarden Dollar in Rechenzentren und KI-Infrastruktur pumpen. Nvidia bleibt mit einem geschätzten Marktanteil von rund 80% bei spezialisierten KI-Chips der zentrale Profiteur dieses Booms, während ein liquider Spotmarkt für H200-Chips zunehmend als Referenz für die Preisentwicklung dient.

    Unternehmenschef Jensen Huang spricht von einer neuen industriellen Revolution, die durch generative KI und beschleunigtes Rechnen ausgelöst werde und quer durch Branchen zu Produktivitätsgewinnen führen soll. Neben Nvidia versucht auch AMD verstärkt, mit eigenen KI-Chips Marktanteile zu gewinnen, während TSMC als Auftragsfertiger von der hohen Nachfrage nach modernsten Produktionskapazitäten profitiert. Gleichzeitig mahnen Marktbeobachter, dass der Compute-Ausbau teils hoch verschuldet erfolgt und die zugrunde liegenden Assets – teure KI-Beschleuniger – rasch abschreiben, was die Kapitaldisziplin der Branche in den Fokus rückt.

    Für Anleger bleibt entscheidend, wie lange der aktuelle Investitionszyklus in dieser Intensität anhält und ob die KI-Projekte der Hyperscaler tatsächlich die erwarteten Renditen liefern. Ein sinkender Spotpreis für H200-Chips würde zwar auf eine Entspannung der Angebotsknappheit hindeuten, könnte aber auch auf nachlassenden Preissetzungsspielraum und Margendruck hinweisen. Schlechte Zahlen oder Zurückhaltung bei Bestellungen – etwa von Speicherherstellern wie Micron – wären ein Warnsignal für die Nachhaltigkeit des KI-Booms und könnten die bisherige Dominanz von Nvidia an der Börse kurzfristig ins Wanken bringen.

    ORCL – Hoher KI-Capex, negativer Cashflow: Oracle gerät unter Druck

    Die Aktie von Oracle (ORCL) setzte ihre Korrektur fort und fiel um 0,85% auf 188,11 Dollar, nachdem bereits in den vergangenen Tagen ein deutlicher Abgabedruck eingesetzt hatte. Im jüngsten Quartal erzielte Oracle zwar einen Umsatz von 16,058 Milliarden Dollar mit einem kräftigen Plus von 14,2%, wobei die Cloud-Infrastruktur mit 4,079 Milliarden Dollar Umsatz um beeindruckende 67,6% zulegte. Gleichzeitig blieb der operative Cashflow mit nur 2 Milliarden Dollar deutlich hinter den massiven Investitionen in Rechenzentren von 12 Milliarden Dollar zurück, was zu einem negativen Free Cashflow von fast 10 Milliarden Dollar führte.

    Die aggressive Ausbau-Strategie schlägt sich auch in der Bilanz nieder, denn die Nettoschulden von Oracle sind inzwischen auf rund 88,309 Milliarden Dollar angewachsen. Ein Bloomberg-Bericht, wonach der Bau mehrerer Rechenzentren für OpenAI angeblich von 2027 auf das Jahr 2088 verschoben worden sei, schürte zusätzlich Zweifel an der Tragfähigkeit der KI-Investitionen, zog die Aktie von Oracle sowie zeitweise auch Nvidia und den S&P 500 nach unten. Obwohl Oracle diesen Bericht dementierte und einen Teil der Verluste wieder aufholen konnte, blieben Anleger misstrauisch, nicht zuletzt weil die Renditen auf Oracle-Anleihen inzwischen über typischen Ramsch-Anleihen liegen und so die Skepsis des Kreditmarkts gegenüber dem massiven Capex signalisieren.

    Aus Analystensicht überwiegen derzeit die Risiken der hoch verschuldeten KI-Ausbaustrategie von Oracle, weshalb auf Basis der aktuellen Trends klar zu Gewinnmitnahmen beziehungsweise Verkäufen geraten wird. Die Kombination aus negativem Free Cashflow, steigender Verschuldung und einem zunehmend kritischer beäugten KI-Hype erhöht die Anfälligkeit der Aktie für weitere Rückschläge, falls sich Wachstumsziele verzögern oder Margen unter Druck geraten. Sollte sich die bisherige Euphorie um KI-getriebene Rechenzentren weiter abkühlen, könnte Oracle vom Markt gezwungen werden, seine Investitionspläne zu straffen und stärker auf Kapitaldisziplin statt Wachstum um jeden Preis zu setzen.

    RHM & Co. – Waffenstillstands-Hoffnung drückt deutsche Rüstungswerte

    Deutsche Rüstungsaktien gerieten heute stark unter Druck, nachdem neue Signale aus Berlin und Kiew Hoffnungen auf Fortschritte in Richtung eines Waffenstillstands im russisch-ukrainischen Krieg nährten. Papiere von Unternehmen wie TKMS, Rheinmetall, Renk und Hensoldt verloren in der Spitze bis zu rund 4,5%, während der DAX insgesamt moderat nachgab. Anleger nahmen nach dem starken Lauf der Branche in den vergangenen Monaten vermehrt Gewinne mit, da ein Ende der akuten Kriegsphase kurzfristig als Belastungsfaktor für die Auftragsfantasie wahrgenommen wird.

    Auslöser für die Kursabgaben waren Berichte über Gespräche in Berlin, in denen beteiligte Seiten die Verhandlungen über ein mögliches Ende des russischen Angriffskrieges als Fortschritt bezeichneten. Im Fokus stehen Sicherheitsgarantien für die Ukraine im Falle eines Waffenstillstands, nachdem sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj offenbar damit abgefunden hat, dass ein rascher NATO-Beitritt unrealistisch ist. Ein Sprecher aus dem Rüstungsumfeld argumentierte allerdings, dass gerade ein solcher Waffenstillstand mittel- bis langfristig zu verstärkten Investitionen in Rüstung durch Deutschland und andere NATO-Länder führen könnte, da Russland nicht verschossene Waffen für spätere Konflikte horten könnte.

    Für Anleger zeichnet sich damit ein Spannungsfeld zwischen kurzfristigem Abwärtsdruck und langfristig intakten strukturellen Treibern ab. Kurzfristig dominiert die Erwartung eines Abwärtstrends bei deutschen und europäischen Rüstungsaktien, da politische Entspannungssignale die unmittelbare Kriegsprämie in den Bewertungen reduzieren. Mittel- bis langfristig könnten jedoch höhere Verteidigungsbudgets und eine verstärkte Sorge um die Sicherheit in Europa dafür sorgen, dass die Branche trotz der momentanen Korrektur ein zentraler Pfeiler in vielen Portfolios bleibt.

    F – Ford vollzieht Kehrtwende bei E-Autos und setzt auf günstige EVs und Hybride

    Die Aktie von Ford (F) bewegte sich nur leicht und schloss 0,2% im Minus, obwohl das Management eine tiefgreifende Neuausrichtung der Elektrostrategie bekanntgab. Der Autokonzern nimmt eine Abschreibung von insgesamt 19,5 Milliarden Dollar auf sein Elektrofahrzeug-Geschäft vor, die sich bis 2027 über mehrere Jahre erstreckt, und reagiert damit auf massive Verluste in diesem Segment. So verlor Ford zwischen 2021 und 2024 im EV-Geschäft insgesamt rund 13 Milliarden Dollar und kam zeitweise auf einen Verlust von etwa 132.000 Dollar pro verkauftem Elektrofahrzeug.

    Vor acht Jahren hatte Ford noch eine „All-in“-Strategie für Elektrofahrzeuge ausgerufen, doch die Realität von hohen Kosten, schleppender Nachfrage und sich ändernden regulatorischen Rahmenbedingungen zwingt den Konzern nun zum Kurswechsel. CEO Jim Farley erklärte, dass man sich künftig auf einen preisgünstigeren 30.000-Dollar-EV-Pickup sowie auf ein deutlich erweitertes Angebot an Hybriden konzentrieren wolle, da große, teure EVs sich als nicht profitabel erwiesen hätten. Gleichzeitig plant Ford trotz der scharfen Einschnitte, bis 2030 rund 50% seines globalen Absatzvolumens über Hybride und Elektrofahrzeuge abzuwickeln, was einen Spagat zwischen Verbrennern, Hybriden und EVs erfordert.

    Die Wall Street reagierte erleichtert darauf, dass Ford in einem schwierigen Umfeld konsequent durchgreift, zumal die EBITDA-Prognosen für 2025 trotz der Abschreibungen leicht angehoben wurden. Kritiker bezweifeln jedoch, ob der Konzern den Balanceakt zwischen der Profitabilität klassischer Verbrenner, dem wachsenden Hybridmarkt und dem globalen EV-Wettlauf gegen aggressive chinesische Wettbewerber erfolgreich meistern kann. Für Anleger bleibt die Frage, ob die Neuausrichtung Ford langfristig wieder auf einen profitableren Wachstumspfad bringt oder ob die Marke in der Transformation zwischen zwei Welten – Verbrenner und vollelektrisch – zerrieben wird.

    PFE – Pfizer kämpft mit Wachstumsflaute nach dem COVID-Boom

    Die Aktie von Pfizer (PFE) stand erneut unter Druck und verlor im Tagesverlauf rund 3,4% bis gut 5%, nachdem der Pharmariese einen enttäuschenden Ausblick für das kommende Jahr vorgelegt hatte. Für das nächste Jahr rechnet Pfizer nur mit geringem oder gar keinem Umsatzwachstum und peilt Erlöse von lediglich 59,5 bis 62,5 Milliarden Dollar an, deutlich unter den hohen Niveaus aus der Pandemiezeit. Beim bereinigten Gewinn je Aktie stellt das Unternehmen für das kommende Jahr lediglich 2,80 bis 3,00 Dollar in Aussicht und plant parallel Einsparungen von mehr als 7 Milliarden Dollar bis 2027, um die Profitabilität zu stabilisieren.

    Seit dem Höhepunkt des COVID-Booms hat die Aktie von Pfizer inzwischen rund 50% an Wert verloren, da die temporären Impfstoff- und Medikamentenerlöse wegbrechen und neue Blockbuster in der Pipeline bislang nicht im selben Tempo nachrücken. Um die Produktpipeline zu erneuern, hat Pfizer in den vergangenen Jahren eine Reihe kostspieliger Übernahmen gestemmt, was zwar die langfristigen Forschungs- und Entwicklungsoptionen verbreitern soll, kurzfristig aber die Bilanz belastet. Die nun kommunizierte Bandbreite der erwarteten Einnahmen für 2026 von 5,5 bis 26,5 Milliarden Dollar liegt zudem unter dem Mittelwert der Analystenschätzungen, was bei Investoren Zweifel an der Wachstumsdynamik verstärkt.

    Der Konzern versucht, mit dem Sparprogramm und der Integration der akquirierten Assets die Basis für eine profitablere Zeit nach der Pandemie zu legen. Entscheidend wird sein, ob die neuen Medikamente und Therapien aus der erweiterten Pipeline rechtzeitig und in ausreichender Breite auf den Markt kommen, um die Lücke der schrumpfenden COVID-Umsätze zu schließen. Bis dahin dürfte die Aktie von Pfizer vor allem von der Visibilität künftiger Cashflows, regulatorischen Meilensteinen und möglichen weiteren Restrukturierungsschritten abhängen.

    KURZNEWS

    • US-ARBEITSMARKT – Makro: Die US-Wirtschaft schuf im November 64.000 neue Stellen und lag damit über den erwarteten 50.000, während die Arbeitslosenquote auf 4,6% stieg und damit etwas schlechter als prognostiziert ausfiel. Im Oktober gingen die Nonfarm Payrolls um 105.000 zurück, belastet durch den Abbau von insgesamt 167.000 Stellen im Regierungssektor über Oktober und November, was vermutlich den Anstieg der Arbeitslosigkeit mittrieb.
    • FED/ZINSEN – Makro: Ökonomen werten den Arbeitsmarktbericht als eher taubenhafte Entwicklung, da die durchschnittlichen Stundenlöhne im Monatsvergleich lediglich um 0,1% zulegten und damit weniger Inflationsdruck signalisieren. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im Januar liegt laut Markterwartung nur bei rund 24% (zuvor 22%), sodass weiter von einer Pause ausgegangen wird und größere Zinssenkungen in den USA tendenziell nach hinten verschoben werden.
    • RETAIL SALES – Makro: Die US-Einzelhandelsumsätze blieben im Oktober insgesamt flach, nachdem ein Rückgang der Autoverkäufe von rund 1,6–1,9% die Gesamtzahlen belastete. Bereinigt um Auto- und Autoteile stiegen die Umsätze jedoch um 0,4% und lagen damit über den erwarteten 0,2%.
    • US-KONSUM – Makro: Daten des Einzelhandelsverbands zeigen, dass die Umsätze im November gegenüber dem Vormonat weitgehend unverändert blieben, im Jahresvergleich aber um +4,7% zulegten. Besonders gefragt waren Bekleidung, Geschenkkarten und Spielzeug, während digitale Produkte um rund +15% gewannen, und Analysten sprechen von einer K-förmigen Wirtschaft, in der vor allem Haushalte mit höherem Einkommen die Ausgaben treiben.
    • NASDAQ – Marktstruktur: Die Nasdaq hat bei der US-Börsenaufsicht SEC beantragt, an Werktagen eine zusätzliche Sitzung nach dem regulären Nachbörsenhandel einzuführen und den Handel auf nahezu 24 Stunden auszuweiten. Hintergrund ist die starke Nachfrage von Privatanlegern, die bereits rund um die Uhr auf Plattformen wie Robinhood und im Kryptohandel aktiv sind, sowie von internationalen Investoren, die US-Aktien außerhalb der Kernhandelszeiten handeln wollen.
    • NASDAQ 24H – Marktstruktur: Ein weiterer Antrag der Nasdaq sieht konkret vor, den Aktienhandel ab der zweiten Jahreshälfte 2026 auf 23 Stunden täglich, fünf Tage pro Woche, auszuweiten. Marktteilnehmer diskutieren, inwieweit sich dadurch die Liquidität über den Tag strecken und ob es in den neuen Randzeiten zu wenig aussagekräftigen Kursschwankungen kommen könnte.
    • AMZN – Amazon: BMO Capital stufte Amazon mit einer Kaufempfehlung ein und setzte das Kursziel auf 304 Dollar fest. Die Analysten erwarten, dass das Wachstum im Cloud-Geschäft Amazon Web Services erneut an Dynamik gewinnt und im abgelaufenen Quartal bei rund 39% lag, mit einem ähnlichen Tempo von knapp 40% im ersten Quartal des kommenden Jahres.
    • GOOGL – Alphabet/Google: Auch Google wird von BMO zum Kauf empfohlen, mit einem auf 343 Dollar angehobenen Kursziel. Neben einem beschleunigten Wachstum im Cloud-Geschäft profitiert Alphabet von Chancen bei Waymo sowie von Ambitionen im Immobilienbereich, die unter anderem die Aktie von Zillow zuletzt belasteten.
    • ZS – Zscaler: Die Analysten von Mizuo stuften Zscaler auf Outperform hoch und setzten ein Kursziel von 310 Dollar. Sie sehen Rückenwind durch die starke Nachfrage nach Cloud-Security-Lösungen und gehen davon aus, dass das Unternehmen beim Wachstum über den bisherigen Erwartungen liegen kann.
    • TSLA – Tesla: Tesla erreichte zuletzt ein neues Rekordhoch, gestützt von optimistischen Einschätzungen zu Robotik und autonomem Fahren. Mitsuo hob das Kursziel auf 530 Dollar an, während Wedbush sogar 600 Dollar in Aussicht stellt und den Start der Robotaxi-Testphase ohne Begleitpersonen in Austin, Texas, sowie eine geplante Ausweitung auf weitere Städte als neue Ära für das Unternehmen bezeichnet.
    • F – Ford (Konsensreaktion): Trotz der Ankündigung massiver Abschreibungen auf das EV-Geschäft fiel die Aktie von Ford lediglich um 0,2%. Die Wall Street zeigte sich erleichtert, dass das Management konsequent reagiert und die EBITDA-Prognose für 2025 leicht anhebt, während es den Fokus auf günstigere Elektrofahrzeuge und Hybride verlagert.
    • CMCSA – Comcast: Die Aktie von Comcast sprang um 4,6% nach oben und war damit der Top-Gewinner im S&P 500. Auslöser waren Spekulationen von CNBC-Journalist David Faber über ein mögliches aktivistisches Engagement, gestützt auf auffällige Aktivitäten im Swaps- und Optionsmarkt, obwohl der Titel im laufenden Jahr trotz des Anstiegs noch rund 21% im Minus liegt.
    • NVDA – Nvidia (Intraday-Reaktion): Die Aktien von Nvidia zogen nach Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts kurzfristig um rund 0,4–0,5% an. Marktteilnehmer werten dies als Zeichen für anhaltende Stärke bei der Nachfrage nach KI- und Rechenzentrums-Hardware, trotz wachsender Diskussionen über die Nachhaltigkeit des Investitionsbooms.
    • NFLX – Netflix/Warner Bros. Discovery: Netflix steht im Fokus, seit Pläne für eine mögliche Übernahme der Streaming- und Studio-Sparte von Warner Bros. Discovery bekannt wurden, die die Aktie zeitweise belasteten. Neue Berichte von Semaphore deuten nun auf wachsenden Widerstand in Washington gegen einen solchen Deal hin, was bei einem Scheitern der Transaktion die Netflix-Aktie tendenziell stützen könnte.
    • NAVAN – Navan: Die Papiere des Geschäftsreise- und Spesenplattform-Anbieters Navan gaben nach der Vorlage des ersten Quartalsberichts als börsennotiertes Unternehmen deutlich nach. Für Verunsicherung sorgte zusätzlich die überraschende Ankündigung des CFO-Abgangs, während der Broker Needham die ausgegebene Prognose als sehr konservativ einstufte.
    • LEN – Lennar: Lennar gehört zu den größten Positionen im Fonds von Goodhaven Capital Management, dessen Manager Patkowski langfristig optimistisch für den US-Einfamilienhausmarkt ist. Das Unternehmen hat seine Bilanz durch die Auslagerung eines Großteils des Landes in die Gesellschaft Milrose gestrafft, um über den gesamten Zyklus hinweg höheren freien Cashflow und bessere Kapitalrenditen zu erzielen, auch wenn die kurzfristigen Quartalszahlen eher verhalten ausfallen könnten.
    • MU – Micron (Ausblick/Erwartungen): Für Micron werden starke Zahlen erwartet, da Analysten von einem Übertreffen der Umsatz- und Gewinnprognosen ausgehen. Steigende Speicherpreise und ein bis voraussichtlich 2027 anhaltender Angebotsengpass, getrieben durch KI-Nachfrage, stützen den Optimismus, auch wenn eine vorübergehende Abkühlung durch Lageraufbau bei Kunden zu Beginn des nächsten Jahres möglich erscheint.
    • ZF – Zscaler (zweite Referenz, nur Kontext): Die positive Einschätzung zu Zscaler spiegelt die zunehmende Bedeutung von Cloud-Security in einer Welt wider, in der Unternehmen ihre IT-Infrastrukturen verstärkt in Richtung Zero-Trust-Architekturen transformieren. Analysten sehen Spielraum für weiteres Wachstum, da sich Sicherheitsbudgets trotz makroökonomischer Unsicherheiten als relativ widerstandsfähig erweisen.

    KALENDER Firmen & Unternehmen

    EARNINGS

    • MICRON (MU): Quartalszahlen – Mittwochabend, nach US-Börsenschluss
    • LENNAR (LEN): Quartalszahlen – heute Abend, nach US-Börsenschluss

    MAKRO

    • USA VERBRAUCHERPREISE (CPI): Donnerstag, 14:30 Uhr MEZ – vor Eröffnung der Wall Street

    IM BLICKPUNKT

    • BMO Capital zu AMZN: Bestätigt Kaufempfehlung für Amazon und hebt das Kursziel auf 304 Dollar an, gestützt auf die Erwartung, dass das Wachstum bei Amazon Web Services im Cloud-Bereich auf rund 39–40% anziehen wird.
    • BMO Capital zu GOOGL: Stuften Google erneut mit „Kaufen“ ein und erhöhten das Kursziel auf 343 Dollar, da sie mit einer Beschleunigung des Cloud-Wachstums sowie zusätzlichen Impulsen durch Waymo und neue Initiativen im Immobilienbereich rechnen.
    • Mizuo zu TSLA: Hebt das Kursziel für Tesla auf 530 Dollar an und verweist auf den Beginn einer neuen Ära durch Robotaxis und autonome Fahrfunktionen, die zunächst in Austin, Texas, und perspektivisch in weiteren Städten ohne Sicherheitsfahrer getestet werden sollen.
    • Wedbush zu TSLA: Setzt ein Street-High-Kursziel von 600 Dollar für Tesla und betont die strategische Bedeutung von Robotics und Full Self-Driving als nächste Wachstumswelle für den Konzern.
    • Mizuo zu ZS: Stuften Zscaler von einer neutralen Einstufung auf Outperform hoch und sehen mit einem neuen Kursziel von 310 Dollar weiteres Aufwärtspotenzial, da die Nachfrage nach Cloud-Security und Zero-Trust-Lösungen hoch bleibt.
    • Morgan Stanley zu ROKU: Vergab ein doppeltes Upgrade für Roku von Underweight auf Overweight, da sich das Umsatzwachstum in der zweiten Jahreshälfte 2025 beschleunigt, die Nutzerbasis zunimmt und die Partnerschaften im Streaming-Ökosystem vertieft werden.
    • Bank of America zu EL: Setzt für Estee Lauder ein neues Street-High-Kursziel von 130 Dollar bei einer Kaufempfehlung und sieht das Unternehmen als Top-Pick im Beauty-Sektor für 2026, getragen vom „Beauty reimagined“-Plan und einer erwarteten Erholung des Beauty-Marktes in den USA und China.
    • Jefferies zu OPRA/OPTA: Jefferies stuft Opta von „Hold“ auf „Buy“ hoch und erhöht das Kursziel von 90 auf 125 Dollar, da eine bessere Go-to-Market-Ausführung, eine Stabilisierung im Kundendaten-Geschäft und wachsende Nachfrage nach agentic AI das Wachstum über den aktuellen Konsens treiben könnten.
    • Unbenannter Broker zu ORCL: Ein Sprecher rät angesichts des negativen Free Cashflows, der auf fast 10 Milliarden Dollar im letzten Quartal anwuchs, und der auf 88,309 Milliarden Dollar gestiegenen Nettoverschuldung klar zum Verkauf der Oracle-Aktie.
    • Marktkommentar zu NVDA/AI-Sektor: Analysten verweisen darauf, dass Nvidia mit einem Marktanteil von rund 80% an KI-Chips der größte Profiteur eines Investitionszyklus von über 200 Milliarden Dollar im Hyperscaler-Sektor bleibt, warnen jedoch vor zunehmender Hebelung und potenziell ineffizientem Kapitaleinsatz im KI-Bereich insgesamt.

    DAX vor Alltime-High und Oracle: KI-Zweifel belasten Datencenter – Broadcom & Nvidia

    KURZ & KNAPP

    Oracle und Broadcom stehen wegen schwächerer KI- und Datencenter-Signale unter Beobachtung. Analysten kritisieren Einmaleffekte in der Gewinnrechnung und warnen vor überdehnten Capex-Plänen. Zugleich bleiben Zweifel an der Tragfähigkeit der hochgehebelten KI-Infrastruktur. Die Federal Reserve sorgt mit erneuten Zinssenkungen und zusätzlichen T-Bill-Käufen für reichlich Liquidität und Fragen nach Systemrisiken.

    An den US-Börsen erzeugt die Rotation von Tech hin zu Industrie-, Finanz- und Value-Titeln spürbare Verschiebungen. Edelmetalle wie Gold und vor allem Silber sowie Industrierohstoffe wie Kupfer markieren markante Marken, während Öl und Gas technisch uneinheitlich wirken. Kryptowährungen wie Bitcoin bleiben trotz Rücksetzern in einem übergeordneten Aufwärtstrend.

    In Europa klettert der DAX auf neue Rekordbereiche, getragen von Zyklikern wie Siemens, Daimler Truck und Bilfinger. Auch Konsum- und Sportartikelwerte wie Adidas, Puma und Nike melden sich zurück. Strategen heben zudem die Bedeutung von Emerging Markets, der globalen Rohstoffstory und der anhaltenden Debatte um Staatsverschuldung und Refinanzierungsbedarf der USA hervor.

    AUSBLICK US-Märkte

    • Diverse Analysten zu KI- und Cloud-Sektor (u.a. ORCL, AVGO, KI-Infra): Nach den enttäuschenden Ergebnissen von Oracle und Broadcom warnen mehrere Häuser vor einem möglichen „Platzen der KI-Datencenter-Blase“ und sehen die Qualität der Gewinne – etwa bei Broadcoms EPS, das ohne Einmaleffekte eher bei 0,46 US-Dollar statt 1,95 US-Dollar liegen soll – kritisch. Investoren werden zu mehr Selektivität und Fokus auf solide Cashflows statt aggressiv fremdfinanzierter Capex-Storys aufgerufen.
    • Makro- und Bankenstrategen zur Fed und US-Finanzsystem: Kommentatoren interpretieren die neuen T-Bill-Käufe der Fed in Höhe von rund 40 Milliarden US-Dollar pro Monat und die Aufhebung der 500-Milliarden-Grenze für die Standing Repo Facility als Zeichen latenter Spannungen im Bankensystem. Zugleich wird darauf hingewiesen, dass rund 80% der US-Gesamtschulden bis 2026 refinanziert werden müssen, was die Rolle der Fed als Käufer und Stabilisator von Staatsanleihen weiter aufwertet.
    • Rohstoff-Analysten zu Silber: Marktbeobachter stellen fest, dass Silber gemessen an verschiedenen Indikatoren – inklusive des Silber-zu-S&P-500-Verhältnisses – so überkauft ist wie seit 45 Jahren nicht mehr. Trotz eines weiterhin positiven strukturellen Ausblicks sehen sie kurzfristig erhöhtes Rückschlagsrisiko und empfehlen vorsichtiges Positionsmanagement.
    • Strategen zu Emerging Markets (JP Morgan): JP Morgan stuft Emerging Markets als dauerhaftes Kernthema bis mindestens 2026 ein, mit erwarteten Wachstumsraten von etwa 2,0% für die USA, 1,5% für die EU, 4–5% für China und 3,3% für EM ex-China. Die Bank betont, dass massive KI-Investitionen, US-Steuersenkungen und eine nur temporär starke Dynamik in China (vor allem im ersten Halbjahr 2026) die relative Attraktivität ausgewählter Schwellenländer erhöhen.
    • Strategen zu Rohstoffen allgemein: Einige Häuser sehen Rohstoffe in einem strukturellen Aufwärtstrend, da sie zentrale Inputfaktoren der technologischen Transformation sind und die Preisseite im Energiesektor nach unten begrenzt erscheint. Besonders im Fokus stehen neben Öl auch Metalle wie Kupfer, dessen jüngster Rekordlauf als Indikator für stärkere Nachfrage nach Ende des Fed-Zinserhöhungszyklus gewertet wird.

    DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

    DAX auf Rekordkurs: Jahresendrallye, Branchenrotation und zyklische Gewinner

    Der DAX 40 hat in den vergangenen Tagen einen massiven Kursschub erlebt und dabei den Abwärtstrend vom Allzeithoch klar nach oben durchbrochen. Der Index kletterte auf rund 24.300 Punkte und ließ die psychologisch wichtige Marke von 24.000 deutlich hinter sich, beflügelt von der US-Zinssenkung und einer freundlichen Stimmung an den asiatischen Tech-Märkten. Aktuell notiert der DAX um 24.4 und visiert kurzfristig die Marke von 24.500 Punkten an; im weiteren Verlauf bis Jahresende sehen Trader gutes Potenzial für ein Anlaufen des Allzeithochs bei 24.771 Punkten. Ein Wochenschluss über 24.400 wird als starkes technisches Signal gewertet, das die Chancen auf eine Verlängerung der Rallye nach Norden deutlich erhöht.

    Besonders interessant ist die Branchenrotation, die sich parallel zur Bewegung in den USA zeigt. Während der techlastige Nasdaq teilweise im Minus tendiert, gewinnen zyklische und dividendenstarke Titel im DAX an Bedeutung. Die jüngste Leitzinssenkung der Fed sowie steigende Anleiherenditen – etwa 4,15–4,17% in den USA – begünstigen klassische Zykliker und Industriedienstleister wie Bilfinger, die durch das Überwinden charttechnischer Widerstände neue Kaufsignale geliefert haben. Auch große Industrie-Bluechips wie Siemens werden als Profiteure eines erwarteten Konjunkturaufschwungs gesehen und könnten nach Ansicht von Analysten bis Jahresende wieder Kurse um 250 Euro erreichen. Hinzu kommen Nutzfahrzeughersteller wie Daimler Truck mit Kurszielen von 42 bis im Best Case 45 Euro, die die zyklische Erholung bereits im Kursverlauf widerspiegeln.

    Aus saisonaler Sicht kommt dem DAX zugute, dass der Index historisch besonders starke Monate im Januar, April, Juli und Dezember aufweist, was die Hoffnung auf eine Jahresend-Rallye trotz anhaltender Skepsis am Markt nährt. Statistisch sind neue Allzeithochs im Dezember gut untermauert, sofern das technische Bild intakt bleibt und Schlüsselunterstützungen – insbesondere 24.200 und 24.150 – nicht signifikant unterschritten werden. Der sehr niedrige VDAX um 15,09 deutet zudem auf eine Rallye ohne große Pausen hin, könnte aber bei unerwarteten Schocks schnell anspringen. Für Trader bleibt der DAX damit ein klar bullischer Markt, in dem Rücksetzer eher als Einstiegschancen gesehen werden. Strukturell profitieren neben Industriewerten auch ausgewählte Konsum- und Luftfahrtaktien, etwa Lufthansa, die von ungebrochener Reiselust und einem möglichen Ausbruch über den Widerstand bei 8,30–8,35 Euro träumt, was ein technisches Ziel bis 9,20–9,50 Euro eröffnen würde.

    Rotation nach der Fed: Von Tech zur Old Economy – Dow stark, Nasdaq wackelt

    Die dritte Zinssenkung der Federal Reserve in Folge hat die große Sektor-Rotation an der Wall Street weiter befeuert. Während die großen US-Indizes neue oder nahe Allzeithochs markierten, stieg der Dow Jones am Donnerstag um mehr als 600 Punkte, getrieben von Industriewerten, Materialien und Finanztiteln. Gleichzeitig gerieten Technologie– und Kommunikationsdienstleister unter Druck, was sich insbesondere in schwächeren Nasdaq-Futures widerspiegelt, die vor der heutigen US-Eröffnung mit bis zu -0,56% im Minus liegen. Die Rotation weg von hoch bewerteten Tech-Namen wird von manchen Marktteilnehmern als Trend gesehen, der sich bis 2026 fortsetzen könnte, vor dem Hintergrund höherer Zinsen, steigender Kapitalbindung und einer Neubewertung der KI-Euphorie.

    Fundamental wird diese Entwicklung durch ein Umfeld getragen, in dem monetäre und fiskalische Stimuli weiterhin aktiv sind, aber die Renditen am langen Ende – etwa die 10-jährige US-Treasury mit 4,17% – eine attraktive Alternative zu riskanten Growth-Stories bieten. Gleichzeitig verweisen Strategen auf einen möglichen „Superzyklus“ bei Investitionsausgaben, M&A-Aktivitäten und Infrastruktur, der vor allem klassischen Zyklikern und Finanzwerten zugutekommen soll. Die S&P 500 liegt auf Jahressicht nahe einem Plus von +20% – zum dritten Mal in Folge –, wobei die Marktbreite zuletzt zunahm und nicht mehr ausschließlich von Mega-Cap-Tech getrieben wird. Historische Daten zeigen zudem, dass Zinssenkungszyklen bei robustem Wachstum häufig Rückenwind für Aktien liefern, auch wenn das Bewertungsniveau bereits anspruchsvoll ist.

    Für Trader bedeutet die aktuelle Konstellation, dass reine Tech- und KI-Beta-Strategien erstmals seit Monaten ernsthafte Konkurrenz durch Value- und Zykliker-Allokationen bekommen. Das Argument, ein überkaufter Markt müsse zwangsläufig sofort korrigieren, wird von einigen Häusern explizit zurückgewiesen: Überkaufte Zustände könnten laut ihnen eher eine Bedingung darstellen, die über längere Zeit anhalten kann, anstatt ein direktes Verkaufssignal. Kurzfristig könnte die Underperformance des Nasdaq anhalten, solange Enttäuschungen bei Einzelwerten wie Oracle und Broadcom nachwirken und Anleger Gewinne in Highflyern realisieren. Mittel- bis langfristig rückt damit die Frage in den Vordergrund, ob Investoren ihre Portfolios stärker diversifizieren und Cashflows aus Gewinnersektoren wie Industrie, Energie und Finanzwerte nutzen, um Rücksetzer in qualitativ hochwertigen Wachstums- und KI-Werten selektiv einzukaufen.

    Fed schneidet Zinsen, pumpt Liquidität – Rallye auf Rekordständen, aber Systemfragen nehmen zu

    Die US-Notenbank hat ihre dritte Zinssenkung in Folge vollzogen und zugleich die Wachstumsprognose leicht nach oben sowie die Inflationserwartung moderat nach unten angepasst, was die Risikofreude an den Märkten weiter angeheizt hat. Gleichzeitig startete die Fed am 12. Dezember mit monatlichen Käufen von etwa 40 Milliarden US-Dollar in kurzlaufenden Staatsanleihen (T-Bills), um das Finanzsystem zu stützen und Banken zusätzliche Liquidität zu verschaffen. Parallel wurde die Obergrenze von 500 Milliarden US-Dollar für die Standing Repo Facility aufgehoben – ein Notfenster, an das sich Institute wenden, wenn sie anderweitig keine Refinanzierung mehr bekommen. Die unmittelbare Reaktion an den Geldmärkten war ein deutlicher Rückgang der SOFR-Rate auf etwa 3,9%, den niedrigsten Stand seit drei Jahren, was auf eine Entspannung im kurzfristigen Funding deutet.

    Hinter der offensichtlichen Börsen-Euphorie sehen einige Marktbeobachter aber auch Alarmzeichen. Zum einen ist die Margin Debt, also die Verschuldung auf Wertpapierdepots, auf einem absoluten Rekordhoch, was auf eine außergewöhnlich hohe Hebelung im System hindeutet. Zum anderen weist die Fed-Liquiditätsoffensive darauf hin, dass die Notenbank angesichts der Tatsache, dass rund 80% der US-Gesamtschulden bis 2026 refinanziert werden müssen, einen reibungslosen Ablauf am Markt für Staatsanleihen sicherstellen will. Kritische Stimmen sprechen bereits von zwei parallelen Spielfeldern: einer verdeckten Bankenrettung und einer Unterstützung der Regierung bei der massiven Neuemission von Schuldtiteln. Hinzu kommen interne Differenzen im FOMC, wo etwa Austin Goolsbee für eine Zinspause plädierte, während andere Mitglieder aus Sorge um den Arbeitsmarkt weitere Lockerungsschritte rechtfertigten.

    Trotz dieser Spannungsfelder bleiben Aktien auf oder nahe Allzeithochs, was die Frage aufwirft, wie nachhaltig der aktuelle Bullenmarkt ist, wenn er durch geldpolitische Stützungsmaßnahmen und hohe Hebelung angetrieben wird. Sollte das Vertrauen in die Tragfähigkeit der US-Staatsfinanzen oder in die Funktionsfähigkeit der Geldmärkte erodieren, könnten die derzeitigen Liquiditätsspritzen als Frühindikator für tieferliegende Systemrisiken interpretiert werden. Für Anleger erhöht sich damit die Bedeutung eines konsequenten Risikomanagements: Neben einer sektoral breiter aufgestellten Aktienallokation rücken Liquiditätsqualität, Laufzeitenstruktur bei Anleihen und das Exposure zu hoch verschuldeten Vehikeln stärker in den Fokus. Kurzfristig überwiegt zwar der Rückenwind durch die Fed und die Aussicht auf weitere, wenn auch moderatere Zinssenkungen im kommenden Jahr, doch mittel- bis langfristig steigt die Abhängigkeit der Märkte von einer fortgesetzten Bereitschaft der Notenbank, als Sicherheitsnetz für Banken- und Staatsschulden zu fungieren.

    KI-Infrastruktur unter Druck: Oracle-Enttäuschung, Broadcom-Schock und Zweifel an der Datacenter-Rallye

    Die hochgejubelte KI-Datencenter-Story bekommt erste tiefe Risse: Nach den als „Desaster“ bezeichneten Zahlen von Oracle hat nun auch Broadcom Anleger deutlich enttäuscht. Broadcom meldete zwar auf den ersten Blick einen GAAP-Profit von 8,5 Milliarden US-Dollar, doch darin steckte eine einmalige Steuergutschrift von 3 Milliarden US-Dollar, wodurch der „reale“ Gewinn pro Aktie nur bei etwa 0,46 US-Dollar liegen soll statt der kommunizierten 1,95 US-Dollar. Besonders kritisch bewertet wurde der vage Ausblick für das AI-Chip-Geschäft: CEO Hock Tan sprach von einem Auftragsbestand von 73 Milliarden US-Dollar an AI-Produkten über die nächsten sechs Quartale, ohne jedoch einen klaren Jahresumsatz für das Segment zu nennen. Zudem sollen die Umsätze mit neuen XPU-Lösungen erst zwischen 2027 und 2029 in nennenswerter Höhe anlaufen, nicht schon 2026, wie von vielen Investoren erhofft.

    Bei Oracle sorgten bereits zuvor hohe Investitionspläne in KI-Infrastruktur bei gleichzeitig enttäuschenden Prognosen für eine deutliche Ausweitung der Credit Default Swaps und wachsende Zweifel an der Tragfähigkeit des Geschäftsmodells. Mehrere Analysten warnen inzwischen, dass der Ausbau der KI-Infrastruktur zunehmend über Fremdkapital finanziert wird und die Margen unter Druck geraten: KI bringe zwar enormen Volumen-Zuwachs, „fresse“ aber den Profit. Datenzentren entwickelten sich von Cashflow-Maschinen zu hochgehebelten Finanzvehikeln, was Parallelen zu früheren Phasen exzessiver Finanzinnovation aufwerfe. Dazu kommt die Kritik an „zirkulären Deals“ im AI-Ökosystem – etwa bei Nvidia und OpenAI –, bei denen Beteiligungen und Gegengeschäfte die Transparenz der tatsächlichen Nachfrage und Profitabilität verwässern könnten; selbst Microsofts AI-Chef beobachtet diese Strukturen sehr genau.

    Auf Makro-Ebene verschärfen Energie- und Infrastrukturengpässe die Zweifel an einer friktionslosen Skalierung der KI-Revolution: Während China derzeit an 30 Atomreaktoren baut, wurden in den USA in jüngerer Zeit keine neuen Projekte dieser Größenordnung gestartet, und immer mehr Energievorhaben für Rechenzentren werden wegen steigender Strompreise storniert. Das wirft die Frage auf, ob die ambitionierten KI-Capex-Pläne überhaupt physisch und wirtschaftlich umsetzbar sind, ohne die Profitabilität massiv zu beeinträchtigen. Für Investoren bedeutet das keinen Abgesang auf KI als Langfrist-Thema – viele Häuser sehen den strukturellen Trend über 10–15 Jahre weiter intakt –, aber eine klare Mahnung zur Selektivität. Anstatt blind auf die nächsten Posterchilds zu setzen, rückt eine breitere Sicht auf das Ökosystem in den Vordergrund, inklusive asiatischer Zulieferer in Süd Korea, Japan und ASEAN, die in Assembly & Testing tätig sind. Kurzfristig könnte aber das Narrativ eines „Platzens der KI-Datacenter-Blase“ die Bewertungsfantasie vieler Highflyer begrenzen und Volatilität deutlich erhöhen.

    Rohstoffe im Fokus: Rekord-Gold, Silber-Extrem, Öl- und Kupferpreissignale

    Am Rohstoffmarkt häufen sich Signale eines neuen Aufschwungs, angeführt von Gold, das jüngst ein neues Allzeithoch markiert hat. In einem vierstündigen Chartbild hat der Goldpreis den entscheidenden Widerstand der sogenannten „Welle 1“ nach oben durchbrochen, was technisch als klares Kaufsignal gilt. Analysten, die bereits long positioniert sind, haben ihre Stopps über den Einstiegskurs nachgezogen, um Gewinne zu sichern, und sehen damit den Trend eindeutig bestätigt. Parallel dazu ist Silber in einen historischen Extrembereich gelaufen: Nach Einschätzung eines Marktbeobachters ist Silber so überkauft wie seit 45 Jahren nicht mehr, wenn man etwa das Verhältnis Silber zu S&P 500 betrachtet.

    Auch bei Industrierohstoffen zeigt sich eine deutliche Dynamik. Kupfer hat ein frisches Rekordhoch markiert, mit Notierungen von rund 11.940 US-Dollar je Tonne und damit nahe der Marke von 12.000 US-Dollar. Der Preisanstieg um +0,6% allein am Berichtstag krönt eine dreiwöchige Rallye, die durch eine Kombination aus knappem Angebot und der Erwartung höherer Nachfrage nach der Fed-Zinssenkung getrieben wird. Vorziehende Lieferungen in die USA vor möglichen neuen Trump-Tarifen auf Kupfer verknappen das Angebot im Rest der Welt zusätzlich. Beim Öl wiederum hat sich der Preis von seinem niedrigsten Schlusskurs seit fast zwei Monaten erholt, gestützt durch eine vom IEA erstmals seit Monaten nach oben angepasste Einschätzung des Marktausgleichs.

    Die Diskrepanz zwischen physischem Markt und „Papiermarkt“ bleibt dabei ein zentrales Thema: Laut Analystin Sara Bakshuri reagieren Algorithmen hochsensibel auf Nachrichten und Schlagzeilen, wodurch die Preisbildung manchmal stärker von Sentiment als von realen Flussdaten bestimmt wird. Dennoch habe OPEC durch marktbasierte Entscheidungen und eine realitätsnahe Datapolitik wesentlich zur vergleichsweise geringen Volatilität bei Öl im Jahr 2025 beigetragen – trotz geopolitischer Spannungen in der Ukraine, verschärfter US-Sanktionen gegen Venezuela und globaler Wachstumssorgen. Für Investoren sehen einige Häuser Rohstoffe insgesamt in einem strukturellen Aufwärtstrend, da sie zentrale Inputfaktoren für die technologische Transformation – von Elektromobilität bis hin zu Rechenzentren – darstellen. Gleichzeitig warnen Techniker bei Silber vor der Gefahr einer Korrektur aus einem extrem überkauften Zustand und erwarten im Edelmetallkomplex zwischenzeitliche Rücksetzer, bevor der übergeordnete Bullenmarkt weiterläuft. Im Energiesegment bleibt WTI charttechnisch „auf der Kippe“, weshalb viele Trader nur auf klare Signale agieren, während Natural Gas nach einem heftigen Absturz erst die Ausbildung einer Welle-B-Gegenbewegung abwarten, bevor neue Short- oder Long-Setups attraktiv erscheinen.

    KURZNEWS

    • BTC – Bitcoin: Die größte Kryptowährung notiert nach einem Rückgang von -0,67% bei rund 92.235 US-Dollar und hält sich weiterhin in einem intakten Aufwärtstrend. Analysten erwarten bei einem Bruch des Wochenhochs im Bereich 94.000–95.000 US-Dollar weiteres Potenzial, während die Zone um 90.000 US-Dollar als wichtige Unterstützung gilt, gestützt durch ETF-Zuflüsse und institutionelle Nachfrage.
    • MUV2 – Münchener Rück: Die Aktie des Rückversicherers liegt in einem Cap-Zertifikat (VK 3 8 L 9) rund +35% im Plus und notiert aktuell bei etwa 562,20 Euro, also oberhalb des Cap-Niveaus von 550 Euro mit einer Maximalrendite von +28% im Zertifikat. Trotz Einstufungen US-amerikanischer Analysten als „Hold“ oder „Reduce“ und einer Überbewertung über dem ermittelten fairen Wert überzeugt das Unternehmen mit einem Gewinnsprung von 1,2 Milliarden Euro im Jahr 2022 auf über 6 Milliarden Euro in nur vier Jahren.
    • BFL – Bilfinger: Die Aktie des Industriedienstleisters gilt als Profiteur des erwarteten Konjunkturaufschwungs in Deutschland, den die Deutsche Bank mit einem Wachstum von rund +1,5% veranschlagt. Bilfinger hat jüngst den Widerstand aus dem Oktober überwunden und damit ein technisches Kaufsignal generiert, was weiteren Spielraum nach oben eröffnet.
    • SHL – Siemens Healthineers / SIE – Siemens (Fokus Siemens): Siemens als klassischer Zykliker könnte nach Einschätzung von Marktbeobachtern bis zum Jahresende wieder Kurse um 250 Euro erreichen. Die Aktie profitiert von der zyklischen Erholung und der Renaissance industrieller Investitionen, die durch niedrigere Zinsen und verstärkte Infrastrukturprogramme unterstützt werden.
    • DTG – Daimler Truck: Der Nutzfahrzeughersteller gefällt Analysten charttechnisch sehr gut, mit einem Kursziel von rund 42 Euro, was etwa +10% Potenzial bedeutet. Im Best-Case-Szenario werden in den kommenden Wochen Kurse bis 45 Euro (rund +18–20%) für möglich gehalten, da sich die Konjunkturerholung im Kursverlauf widerspiegelt.
    • LHA – Lufthansa: Die Airline profitiert weiterhin von einer ungebrochenen Reiselust und könnte bei einem Ausbruch über den Widerstand bei 8,30–8,35 Euro technisch Luft bis in den Bereich von 9,20–9,50 Euro haben. Trader sehen hier ein Aufwärtspotenzial von etwa +12–13% in den kommenden Wochen und erwägen kleine Trading-Positionen.
    • DOUG – Douglas: Der Parfümerie- und Beautykonzern nähert sich einem massiven charttechnischen Widerstand und steht daher auf vielen Watchlists. Ein nachhaltiger Sprung über die Marke von 13 Euro würde ein Kaufsignal mit Kurszielen zwischen 14 und 14,50 Euro liefern, wobei das kommende Weihnachtsgeschäft als zusätzlicher Kurstreiber gesehen wird.
    • BMW – BMW: Die Aktie des Münchener Autobauers ist zuletzt wieder gefragt, gestützt durch eine neue Modellpalette und eine Neubewertung des Verbrenner-Themas in der EU. Ein signifikanter Kursanstieg über 91 Euro wurde zunächst von einer Konsolidierung gefolgt, dennoch wird BMW aktuell sogar als „Hotstock“ im Aktionär-Magazin geführt.
    • ADS – Adidas: Nach einem schwachen Jahr zählt die Aktie zu den Verlierern, hat aber in der Zone zwischen 155 und 160 Euro eine solide Unterstützungsbasis ausgebildet. Aktuell greift Adidas die Marke von 165–166 Euro an; bei einem positiven Wochenschluss werden Erholungen in Richtung 175–188 Euro erwartet, unterstützt von starken Zahlen des US-Konkurrenten Lululemon, insbesondere aus China.
    • PUM – Puma: Puma profitiert von einem optimistischen Branchenausblick und der Erwartung, dass sich auch andere Sportartikelhersteller stabilisieren. Ein laufendes Zertifikat (MM5 NGN) auf die Aktie liegt bereits rund +5,5% im Plus, während Kursziele im Bereich von 22,80–23,00 Euro sowie potenzielle Übernahmefantasie die Story abrunden.
    • SU – Schneider Electric: Der französische Elektrotechnik- und Infrastrukturspezialist wird von Analysten als Wert mit sehr großem Kurspotenzial gesehen. In einem gehebelten Produkt (MM5 NGN, Hebel knapp 4) liegt die Position rund +13,5% im Plus, während Häuser wie Bernstein Research das Kursziel auf 275 Euro angehoben haben (aktueller Kurs etwa 240 Euro), gestützt auf eine starke Position im lukrativen Rechenzentrumsmarkt.
    • NKE – Nike: Die Aktie des Sportartikelriesen zeigt nach mehreren schwachen Jahren seit der Pandemie Anzeichen eines Turnarounds und legte zuletzt um knapp +3% zu. Analysten sehen ein Kurspotenzial von rund +22% bis etwa 83 US-Dollar, mit besonders bullischen Szenarien, die Kurse bis 120 US-Dollar ins Spiel bringen, während die kommenden Quartalszahlen am 18. Dezember als Weichensteller für 2026 gelten.
    • LLY – Eli Lilly: Die Aktie des Pharmakonzerns verzeichnete nach der Vorstellung eines neuen, noch wirksameren Abnehm-Medikaments einen Rückgang von etwa -10%. Dennoch bleibt der übergeordnete Trend klar aufwärtsgerichtet: Seit August hat die Aktie insgesamt um +40–50% zugelegt, was die hohe Erwartungshaltung des Marktes an das Adipositas-Geschäft widerspiegelt.
    • COST – Costco: Der Discounter übertraf in seinen jüngsten Zahlen die Erwartungen, insbesondere bei den Same-Store-Sales. Das Wachstum basiert allerdings weniger auf Konsumfreude als auf einem durch Inflation und Preisdruck erzwungenen Sparverhalten der Kunden, die gezielt nach günstigen Angeboten suchen und größere, effizientere Einkäufe tätigen – ein Muster, das auch Walmart und Dollar Tree zeigen.
    • LULU – Lululemon: Nach CEO-Abgang und Berichten über interne Machtkämpfe legte die Aktie kurzfristig deutlich zu und schnitt besser ab als befürchtet. Strukturell erkennen Analysten allerdings typische Spätzyklusphänomene: interne Konflikte um Strategie und Markenidentität könnten darauf hindeuten, dass das Wachstum in eine reifere Phase eintritt.
    • TLRY – Tilray (Cannabis-Sektor): Cannabis-Aktien wie Tilray steigen im vorbörslichen US-Handel stark, Tilray liegt nach Medienberichten um etwa +28% im Plus. Auslöser sind Signale, dass US-Präsident Trump Marihuana von der höchsten Risikostufe auf eine niedrigere umstufen will, was Vertrieb, Besteuerung und Zugang zu Bankdienstleistungen für den Sektor erleichtern könnte.
    • ASML – ASML: Der CEO des europäischen Chipmaschinenbauers bezeichnet das aktuelle KI-Investitionsumfeld als „Arms Race“, sieht aber keine Blase im Sektor. Zugleich warnt er, dass Europa beim globalen Halbleitergeschäft mit nur 1–2% Marktanteil klar zurückliegt und fordert deutlich bessere Rahmenbedingungen, um das Ökosystem wieder stärker auf den Kontinent zu holen.
    • SPACE – SpaceX (privat): Elon Musk hat Berichte bestätigt, dass SpaceX im Jahr 2026 an die Börse gehen will, und reagierte damit auf einen Kommentar, wonach nun der richtige Zeitpunkt für ein IPO sei. Über die Bewertung kursieren Spekulationen von bis zu 1,5 Billionen US-Dollar, wobei Musk selbst Schätzungen von 800 Milliarden US-Dollar zurückwies; sein Anteil von über 40% könnte damit höher bewertet sein als seine Beteiligung an Tesla.

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    Land/RegionIndikatorZeitpunktErwartungVorheriger WertWichtigkeit

    IM BLICKPUNKT

    • Diverse Analysten zu KI- und Cloud-Sektor (u.a. ORCL, AVGO, KI-Infra): Nach den enttäuschenden Ergebnissen von Oracle und Broadcom warnen mehrere Häuser vor einem möglichen „Platzen der KI-Datencenter-Blase“ und sehen die Qualität der Gewinne – etwa bei Broadcoms EPS, das ohne Einmaleffekte eher bei 0,46 US-Dollar statt 1,95 US-Dollar liegen soll – kritisch. Investoren werden zu mehr Selektivität und Fokus auf solide Cashflows statt aggressiv fremdfinanzierter Capex-Storys aufgerufen.
    • Makro- und Bankenstrategen zur Fed und US-Finanzsystem: Kommentatoren interpretieren die neuen T-Bill-Käufe der Fed in Höhe von rund 40 Milliarden US-Dollar pro Monat und die Aufhebung der 500-Milliarden-Grenze für die Standing Repo Facility als Zeichen latenter Spannungen im Bankensystem. Zugleich wird darauf hingewiesen, dass rund 80% der US-Gesamtschulden bis 2026 refinanziert werden müssen, was die Rolle der Fed als Käufer und Stabilisator von Staatsanleihen weiter aufwertet.
    • Rohstoff-Analysten zu Silber: Marktbeobachter stellen fest, dass Silber gemessen an verschiedenen Indikatoren – inklusive des Silber-zu-S&P-500-Verhältnisses – so überkauft ist wie seit 45 Jahren nicht mehr. Trotz eines weiterhin positiven strukturellen Ausblicks sehen sie kurzfristig erhöhtes Rückschlagsrisiko und empfehlen vorsichtiges Positionsmanagement.
    • Strategen zu Emerging Markets (JP Morgan): JP Morgan stuft Emerging Markets als dauerhaftes Kernthema bis mindestens 2026 ein, mit erwarteten Wachstumsraten von etwa 2,0% für die USA, 1,5% für die EU, 4–5% für China und 3,3% für EM ex-China. Die Bank betont, dass massive KI-Investitionen, US-Steuersenkungen und eine nur temporär starke Dynamik in China (vor allem im ersten Halbjahr 2026) die relative Attraktivität ausgewählter Schwellenländer erhöhen.
    • Strategen zu Rohstoffen allgemein: Einige Häuser sehen Rohstoffe in einem strukturellen Aufwärtstrend, da sie zentrale Inputfaktoren der technologischen Transformation sind und die Preisseite im Energiesektor nach unten begrenzt erscheint. Besonders im Fokus stehen neben Öl auch Metalle wie Kupfer, dessen jüngster Rekordlauf als Indikator für stärkere Nachfrage nach Ende des Fed-Zinserhöhungszyklus gewertet wird.


    Oracle: KI-Zweifel belasten Cloud-Gigant – Synopsys & Adobe stark

    KURZ & KNAPP

    Oracle sorgt nach den juengsten Quartalszahlen fuer Unruhe an der Wall Street: Sonderertraege verzerren den Gewinn, waehrend das Cloud-Wachstum hinter den Erwartungen bleibt. Massive Investitionen in KI-Rechenzentren schueren Sorgen vor einem Ueberinvestitionszyklus. Die Aktie geraet deutlich unter Druck und wird zum Symbol fuer wachsende Zweifel an einem moeglichen KI-Hype. Zugleich rueckt Synopsys mit einem kraeftigen Umsatzplus und optimistischer Prognose als Profiteur des KI-Chip-Booms in den Vordergrund.

    Auch Adobe und Ciena melden starke Ergebnisse und unterstreichen ihre Rolle als strukturelle Gewinner des KI-Infrastrukturaufbaus. Small Caps wie im Russell 2000 und S&P 600 holen gegenueber den „Magnificent Seven“ auf und deuten eine breitere Marktteilnahme an. Gleichzeitig bleiben Nvidia und AMD angesichts der Debatte um den KI-Investitionszyklus unter genauer Beobachtung.

    Der S&P 500 und der DAX 40 setzen ihre Rally fort, gestuetzt durch die juengste Zinssenkung der Federal Reserve und neue Anleihekaeufe. Makrodaten zu Arbeitslosenhilfe und Grosshandelslagern zeigen jedoch erste Bremsspuren in der Realwirtschaft. Nachboerslich richten sich die Blicke auf die Zahlen von Broadcom und Costco sowie auf kommende US-Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten.

    RÜCKBLICK Handelstag

    Der Handelstag stand ganz im Zeichen einer nach wie vor robusten Aktienrally, die trotz punktueller Rückschläge in einzelnen Tech-Schwergewichten intakt bleibt. In den USA drehten sich die Indizes nach schwachem Start deutlich ins Plus, angeführt von zyklischen Werten, während defensive Versorger zurückblieben und der S&P 500 letztlich +0,49% höher bei 6.928 Punkten schloss. In Europa setzte der DAX 40 seine Aufwärtsbewegung fort und gewann +0,92% auf 24.412 Zähler, getragen von der Aussicht auf längerfristig niedrigere Zinsen und eine stabilere Konjunktur. Im Hintergrund prägte die dritte Zinssenkung der Federal Reserve in diesem Jahr um insgesamt 75 Basispunkte das Sentiment, flankiert von der Ankündigung neuer Käufe kurzlaufender US-Staatsanleihen in Höhe von rund 40 Milliarden US-Dollar pro Monat. Gleichzeitig sendeten Makrodaten gemischte Signale: Steigende Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und höhere Großhandelslagerbestände bei rückläufigen Verkäufen deuten auf eine moderat nachlassende Dynamik hin, ohne bislang den Aufschwung zu gefährden. Insgesamt bleiben die Märkte damit in einem Spannungsfeld aus geldpolitischer Unterstützung, KI-getriebenem Wachstum und ersten Ermüdungserscheinungen in Teilen der Realwirtschaft.

    WAS HEUTE WICHTIG WAR

    Warum steht Oracle im Zentrum der KI-Debatte an der Wall Street?

    Oracle sorgte nach den Zahlen für einen Paukenschlag und drückte den technologielastigen Nasdaq deutlich, obwohl der ausgewiesene Gewinn je Aktie mit 2,26 US-Dollar zunächst stark aussah. Anleger blickten jedoch genauer hin und stellten fest, dass ein Großteil des Gewinns aus einem Sonderertrag von rund 2,7 Milliarden US-Dollar aus dem Verkauf einer Beteiligung an Ampere stammt, während das operative Geschäft enttäuschte. Die Umsätze wuchsen währungsbereinigt nur um +13% und verfehlten damit die Erwartung von +14,6%, auch die Cloud-Sparte blieb mit +33% Zuwachs hinter den Prognosen zurück. Zusätzlich verschreckten massive Investitionen in neue KI-Rechenzentren und Infrastruktur, die sich bislang noch nicht in entsprechend höheren Cloud-Erlösen niederschlagen. In der Folge stürzte die Aktie im regulären Handel zeitweise um rund -15% ab und lag zuletzt immer noch zweistellig im Minus, wenn auch etwas über den Tagestiefs. Damit wurde Oracle zum Bremsklotz für den gesamten KI- und Cloud-Komplex.

    Strategisch vollzieht Oracle zugleich eine Kehrtwende bei der Chip-Strategie und verabschiedet sich von eigenen Prozessorplänen, um künftig verstärkt auf Lösungen externer Anbieter wie Nvidia und AMD zu setzen. Dieser Schritt signalisiert einerseits Realismus, da die Eigenentwicklung von Hochleistungs-Chips extrem kapitalintensiv ist, andererseits erhöht er die Abhängigkeit von den etablierten Playern der Branche. Die Ankündigung gewaltiger KI-Investitionen weckt an der Wall Street zudem die Sorge, dass sich ein neuer Überinvestitionszyklus aufbaut, der Erinnerungen an frühere Tech-Blasen wachruft. Mehrere Beobachter sprechen bereits von wieder aufkeimenden Ängsten vor einer möglichen „KI-Blase“, da der Kapitaleinsatz in Milliardenhöhe den Umsatzfortschritt momentan deutlich übersteigt. Für Anleger ist Oracle damit zum Lackmustest geworden, ob die KI-Infrastrukturwette sich schnell genug in profitables Cloud-Wachstum verwandeln lässt. Gelingt dies nicht, könnte der Markt seine hohen Bewertungsaufschläge für viele KI-Gewinner insgesamt stärker hinterfragen.

    Wie profitiert Synopsys vom globalen KI-Chip-Boom?

    Synopsys präsentierte starke Zahlen und positioniert sich als einer der wichtigsten Profiteure des weltweiten Booms bei KI-Chips und -Systemen. Im vierten Quartal stiegen die Erlöse um beeindruckende +38% gegenüber dem Vorjahr und übertrafen damit deutlich die Erwartungen. Für das laufende Geschäftsjahr prognostiziert der Hersteller von Chip-Design-Software einen weiteren Umsatzrekord und sieht sich angesichts zahlreicher Projekte im Bereich KI-Hardware hervorragend aufgestellt. Der Gewinn je Aktie lag zuletzt bei 2,90 US-Dollar, und für das kommende Jahr peilt das Unternehmen eine Spanne von 14,32 bis 14,40 US-Dollar je Aktie an – klar über der bisherigen Konsensschätzung von 14,11 US-Dollar. CEO Sasine Ghazi betonte, dass Synopsys „essentielle Lösungen“ für Unternehmen liefert, die KI-Chips oder komplette KI-Systeme entwickeln, was sich direkt in dem kräftigen Wachstum widerspiegelt. Mit einem Jahresumsatz von mehr als 7 Milliarden US-Dollar hat die Gesellschaft nach eigenen Angaben ein Rekordjahr hinter sich.

    Auf Analystenseite sorgte die starke Performance von Synopsys für spürbare Euphorie, mehrere Häuser hoben Einstufungen und Kursziele an. Bank of America erhöhte das Kursziel auf 560 US-Dollar und bleibt klar bullish für die Aktie. J.P. Morgan stufte den Titel mit „Übergewichten“ und einem Kursziel von 650 US-Dollar ein, was weiteres Upside aus Analystensicht signalisiert. Auch KeyBanc schloss sich mit einer Übergewichten-Empfehlung an und unterstreicht damit die breite Unterstützung im Research-Lager. Entscheidend für Anleger ist, dass Synopsys nicht direkt zyklischen Schwankungen des Chipmarktes ausgesetzt ist, sondern als „Pick-and-Shovel“-Zulieferer vom gesamten Ausbau der KI-Infrastruktur profitiert. Die Kombination aus hohem Wachstumstempo, starker Preissetzungsmacht und Rückenwind durch die KI-Revolution macht die Aktie zu einem der spannendsten strukturellen Gewinner im Halbleiter-Ökosystem.

    Wie stark treibt Adobe seine Wachstumsstory mit KI voran?

    Adobe legte überzeugende Quartalszahlen vor und unterstreicht damit, wie stark KI-Funktionen die Nachfrage nach seinen Software-Abos ankurbeln. Der Gewinn je Aktie lag im abgelaufenen Quartal mit rund 5,50 US-Dollar klar über den Erwartungen, auch der Umsatz übertraf die Konsensschätzungen leicht. Besonders beeindruckend fiel der Zuwachs bei den wiederkehrenden Umsätzen aus, die um +614 Millionen US-Dollar anwuchsen; die Freemium-Produkte verzeichneten ein Plus von +35% bei den wiederkehrenden Nutzern auf insgesamt 70 Millionen. Das Management hob hervor, dass KI-gestützte Tools wie Photoshop mit generativen Funktionen, Adobe Express und Acrobat für ChatGPT bei Kunden auf starke Resonanz stoßen. Für das Geschäftsjahr 2026 stellt Adobe einen GAAP-Gewinn je Aktie von 17,90 bis 18,10 US-Dollar in Aussicht, deutlich über der Markterwartung von 16,56 US-Dollar. Zudem peilt der Konzern ein Wachstum der jährlich wiederkehrenden Erlöse von mehr als +10% an und verweist auf eine äußerst solide Marge von rund 45%.

    Am Markt fiel die Kursreaktion mit einem Plus von lediglich +0,62% erstaunlich verhalten aus, obwohl die Zahlen und der Ausblick klar positiv waren. Beobachter führen dies darauf zurück, dass die Aktie im Vorfeld bereits stark gelaufen war und ein Teil der guten Nachrichten eingepreist schien. Dennoch reagierten Analysten optimistisch: So hob etwa Jefferies das Kursziel auf 500 US-Dollar an und würdigte die robuste Guidance für 2026 samt starkem ersten Quartal. Entscheidend ist, dass Adobe seine KI-Innovationen nahtlos in bestehende Workflows integriert und damit zusätzliches Monetarisierungspotenzial aus dem bestehenden Kundenstamm hebt. Für Anleger bleibt die Aktie damit ein Qualitätswert mit planbaren Cashflows, hoher Profitabilität und strukturellem Wachstumstreiber durch KI-gestützte Kreativ- und Dokumentenlösungen. Die heutige Konsolidierung könnte sich langfristig eher als Verschnaufpause in einem intakten Aufwärtstrend erweisen.

    Welche Rolle spielt Ciena beim Ausbau der globalen KI-Infrastruktur?

    Ciena überzeugte mit starken Zahlen zum ersten Quartal und zeigte, wie sehr Netzwerkausrüster vom laufenden KI-Investitionszyklus profitieren. Das Unternehmen meldete einen Gewinn je Aktie von 0,91 US-Dollar, klar über den Schätzungen, bei Umsätzen von 1,35 Milliarden US-Dollar, was ebenfalls über den Erwartungen lag. Besonders positiv hoben Analysten die verbesserte Bruttomarge und eine operative Marge hervor, die um +320 Basispunkte zulegte. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Ciena nun mit Umsätzen von rund 5,9 Milliarden US-Dollar und einer operativen Marge von etwa 17%, während auch der Ausblick auf das angelaufene erste Quartal über den Konsensschätzungen liegt. Bloomberg Intelligence betonte, dass die Ergebnisse die starke Positionierung von Ciena beim Aufbau der globalen KI- und Cloud-Netzwerkinfrastruktur unterstreichen. Die Aktie reagierte mit einem kräftigen, hocheinstelligen Kursplus und setzt ihren Aufwärtstrend damit eindrucksvoll fort.

    Wie verändert sich die Marktrolle von Small Caps gegenüber den „Magnificent Seven“?

    Anleger beobachten derzeit eine bemerkenswerte Verschiebung an den US-Aktienmärkten: Small Caps holen gegenüber den viel beachteten „Magnificent Seven“ sichtbar auf. Der Russell 2000 hat seit seinem Ausbruch im September zwei neue Allzeithochs markiert, während der qualitativ ausgerichtete S&P 600 nun ebenfalls kurz davorsteht, Rekordstände zu erreichen. Marktbeobachter weisen darauf hin, dass Small Caps in Summe derzeit auf Niveaus notieren, die zuletzt im November 2021 erreicht wurden – der mehrjährige Seitwärtstrend droht damit nach oben aufgelöst zu werden. Parallel dazu zeigen einige Mega-Caps Schwächesignale: Nvidia handelt zuletzt „etwas schwächer“, und Meta ist sogar unter seine 200-Tage-Linie gefallen, deren Verlauf sich nach unten zu neigen beginnt. Das Verhältnis von Small Caps zu den „Magnificent Seven“ beginnt damit, eine mehrjährige Abwärtstrendlinie nach oben zu durchbrechen. Gelingt dieser Regimewechsel nachhaltig, könnte sich die Marktbreite weiter verbessern und die Dominanz weniger Tech-Giganten im Index deutlich verringern.

    KURZNEWS

    • ADBE – Adobe: Die Aktie legte trotz starker Q4-Zahlen und einer angehobenen Prognose für 2026 nur um +0,62% zu, nachdem der Gewinn je Aktie und die wiederkehrenden Umsätze die Erwartungen klar übertroffen hatten.
    • SNPS – Synopsys: Nach einem Umsatzplus von +38% im vierten Quartal und einer optimistischen Gewinnprognose für das kommende Jahr bleibt der EDA-Spezialist einer der Favoriten im KI-Halbleiter-Ökosystem.
    • CIEN – Ciena: Die Papiere des Netzwerkausrüsters sprangen deutlich an, nachdem Umsatz und Gewinn im ersten Quartal über den Konsensschätzungen lagen und der Ausblick für 2026 mit 5,9 Milliarden US-Dollar Umsatz überzeugte.
    • COST – Costco: Die Aktie von Costco notierte vor Veröffentlichung der Quartalszahlen leicht im Plus bei rund +0,18%, Analysten erwarten einen Gewinn von 5,39 US-Dollar je Aktie bei 6,11 Milliarden US-Dollar Umsatz.
    • AVGO – Broadcom: Broadcom gab vor den nachbörslich anstehenden Zahlen -1,98% nach, der Markt blickt gespannt auf einen erwarteten Gewinn von 186 US-Dollar je Aktie bei Erlösen von 17,149 Milliarden US-Dollar.
    • PL – Planet Labs: Die Aktie von Planet Labs schoss um +16,42% nach oben, nachdem das Unternehmen mit einem Q3-Umsatz von 81,25 Millionen US-Dollar die Analystenschätzungen deutlich übertroffen hatte.
    • KI-Investitionszyklus: Die massiven Ausgabenpläne führender Tech- und Cloud-Unternehmen für KI-Infrastruktur nähren erneut Sorgen an der Wall Street, dass sich eine mögliche KI-Blase bilden könnte.
    • NVIDIA – Nvidia: Nvidia zeigte sich zuletzt technisch angeschlagen, da die Aktie schwächer tendiert und Investoren Gewinne in großen KI-Gewinnern realisieren.
    • AMD – Advanced Micro Devices: AMD geriet im Sog der Verunsicherung um den KI-Investitionsboom unter Druck, bleibt aber als wichtiger Chip-Lieferant strategischer Partner großer Cloud-Anbieter.
    • MU – Micron Technology: Bei Micron hob UBS das Kursziel auf 295 US-Dollar an, nachdem die Analysten ihre Gewinnschätzungen für 2027 auf 38 US-Dollar je Aktie nach oben revidiert hatten.
    • Kryptomarkt – Bitcoin: Bitcoin notiert nach einer Rally der vergangenen Tage wieder knapp über der Marke von 92.000 US-Dollar und schwankt damit um einen wichtigen technischen Supportbereich.
    • Kryptoregulierung USA: In Washington diskutierten große US-Bankchefs mit Senatoren parteiübergreifend über ein umfassendes Gesetzespaket zur Regulierung des Kryptomarktes, dessen Verabschiedung näher rückt.
    • EssilorLuxottica: Der Brillenriese EssilorLuxottica bleibt mit rund 28 Milliarden US-Dollar Umsatz und einer Marktkapitalisierung von etwa 100 Milliarden US-Dollar klarer Branchenprimus gegenüber Herausforderern wie Warby Parker.

    KALENDER Firmen & Unternehmen

    EARNINGS KALENDER

    Nach Börsenschluss in den USA rücken heute vor allem Broadcom (AVGO) und Costco (COST) mit ihren Ergebnissen in den Mittelpunkt. Bei Broadcom werden Quartalszahlen erwartet, für die Analysten im Konsens mit einem Gewinn von 186 US-Dollar je Aktie und einem Umsatz von rund 17,149 Milliarden US-Dollar rechnen; die Aktie war im Vorfeld um -1,98% gefallen. Costco legt ebenfalls nachbörslich seine Zahlen vor, der Markt erwartet einen Gewinn von 5,39 US-Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 6,11 Milliarden US-Dollar. Beide Unternehmen gelten als Stimmungsbarometer – Broadcom für den KI- und Halbleiterkomplex, Costco für die Konsumlaune der US-Verbraucher. Überraschungen bei diesen Schwergewichten könnten entsprechend deutliche Kursreaktionen in den jeweiligen Sektoren auslösen. Trader sollten die After-Hours-Notierungen aufmerksam verfolgen, da die Daten bereits Impulse für die morgige Eröffnung geben können.

    MAKRO KALENDER

    Im makroökonomischen Kalender hallt vor allem die jüngste Zinsentscheidung der Federal Reserve nach, die den Leitzins um 25 Basispunkte senkte und ihn nun in einer Spanne von 3,5% bis 3,75% verortet. Parallel dazu hat die Fed die Wiederaufnahme von Käufen kurzlaufender US-Staatsanleihen im Umfang von etwa 40 Milliarden US-Dollar pro Monat angekündigt, was als Signal für eine lockerere Geldpolitik gewertet wird. Auf der Datenfront sorgten die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe mit dem stärksten Anstieg seit 2020 für Aufmerksamkeit, bestätigten laut Analysten aber weiterhin das Bild eines Arbeitsmarktes mit wenig Einstellungen und wenig Entlassungen. Zudem zeigten die neuesten Zahlen zu Großhandelsinventaren mit einem Plus von +0,5% bei gleichzeitig um -0,2% rückläufigen Verkäufen erste Anzeichen für mögliche Nachfrageschwächen. Diese Konstellation aus nachlassender Dynamik in Teilen der Realwirtschaft und einer Fed, die wieder stärker auf Wachstumsrisiken achtet, prägt die Erwartungen für die kommenden Sitzungen der Notenbanken weltweit. Anleger sollten die nächsten Veröffentlichungen zu Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten genau beobachten, da sie entscheidend dafür sind, ob der Zinssenkungspfad der Fed bestätigt oder infrage gestellt wird.

    IM BLICKPUNKT

    Synopsys (SNPS): Mehrere Analystenhäuser reagierten mit deutlichen Kurszielanhebungen auf die starken Zahlen und den optimistischen Ausblick des EDA-Spezialisten; Bank of America erhöhte das Kursziel auf 560 US-Dollar, während J.P. Morgan den Wert mit „Übergewichten“ und einem Kursziel von 650 US-Dollar einstuft und auch KeyBanc mit einer Übergewichten-Empfehlung nachzieht. Adobe (ADBE): Die Analysten von Jefferies hoben nach den überzeugenden Quartalszahlen und der robusten Guidance für 2026 ihr Kursziel auf 500 US-Dollar an und betonen das anhaltend zweistellige Wachstum der wiederkehrenden Umsätze. Micron Technology (MU): UBS zeigte sich für den Speicherchiphersteller besonders optimistisch und schraubte das Kursziel auf 295 US-Dollar nach oben, nachdem die Gewinnschätzungen für 2027 auf 38 US-Dollar je Aktie angehoben wurden. Insgesamt unterstreichen die neuen Kursziele, dass Analysten vor allem in Titeln mit direktem Bezug zu KI-Infrastruktur und Software weiterhin erhebliches Potenzial sehen, trotz kurzfristiger Volatilität im Sektor. Für Anleger liefern diese Einschätzungen wichtige Orientierungspunkte in einem Markt, der zunehmend zwischen klaren KI-Gewinnern und Nachzüglern differenziert.

    Oracle Gewinnwarnung belastet KI-Sektor – Nvidia & Bitcoin

    KURZ & KNAPP

    Oracle sorgt mit schwächeren Cloud-Umsätzen, massiv erhöhten KI-Investitionen und hoher Verschuldung für Unruhe im Markt. Die Aktie gerät deutlich unter Druck und wirft Fragen nach der Tragfähigkeit des KI-Investitionsbooms auf. Parallel bricht Bitcoin ein und wird erneut als sensibler Risikoindikator wahrgenommen. Der Vertrauensschock reicht bis in Tech- und Krypto-Werte hinein.

    Während die US-Indizes nach der jüngsten Fed-Zinssenkung ringen, hält sich der DAX überraschend stabil. Deutsche Mid Caps wie Nordex und Delivery Hero bewegen sich stark auf basis konkreter Unternehmensmeldungen. Kurznews zu Nvidia, Microsoft, Meta und weiteren Schwergewichten zeigen, wie sensibel der Markt auf jede KI- und Regulierungsschlagzeile reagiert.

    In Europa und Deutschland rücken Termine wie die Zahlen von Carl Zeiss Meditec und Capital Markets Days von BNP Paribas und Schneider Electric in den Vordergrund. Makroseitig dominieren die Fed-Entscheidung, Diskussionen um Stagflation und neue ifo-Prognosen das Bild. Geopolitische Spannungen rund um Venezuela und den Ukraine-Krieg wirken zusätzlich auf Energiepreise und Risikoprämien.

    AUSBLICK US-Märkte

    Im Blickpunkt steht heute der Machtkampf um die Medien- und Streaminglandschaft: Warner Bros. Discovery ist zum Übernahmeziel gleich mehrerer Schwergewichte geworden, während Netflix eine Abspaltung der Kabelkanäle plant und Paramount ein Barangebot von $30 je Aktie auf den Tisch legt. Die politische Dimension verschärft die Unsicherheit: Präsident Trump signalisiert, dass er Deals skeptisch gegenübersteht, die nicht mit einem Eigentümerwechsel bei CNN einhergehen – ein ungewöhnlicher Eingriff, der M&A-Risiken in der Branche erhöht. Parallel dazu gewinnt das Thema Space-Ökonomie an Fahrt: SpaceX arbeitet laut Berichten an einem IPO für 2026 mit einer möglichen Bewertung von bis zu $1,5 Billionen, getragen vom rasanten Wachstum des Starlink-Geschäfts und den Fortschritten bei der Starship-Rakete. Für Anleger eröffnen sich damit zwei große strukturelle Investmentthemen – Streaming-Konsolidierung und Raumfahrt/Kommunikation –, die langfristig erhebliches Kurspotenzial, aber auch regulatorische und politische Fallstricke bergen.

    DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

    Warum stürzt Oracle ab und was bedeutet das für den KI-Investitionsboom?

    Die Aktie von Oracle (ORCL) gerät heute massiv unter Druck und fällt im laufenden Handel auf rund $191,45, ein Einbruch von etwa -14,15%, nachdem der Softwarekonzern schwächere Cloud-Umsätze und einen aggressiven Ausbau seiner KI-Investitionen gemeldet hat. Oracle hat im letzten Quartal bereits rund $12 Milliarden an CapEx ausgegeben und plant nun, die Investitionen für KI-Rechenzentren bis zum Geschäftsjahresende 2026 auf insgesamt $50 Milliarden hochzufahren – deutlich mehr als die vom Markt erwarteten $35 Milliarden. Gleichzeitig blieb der Quartalsumsatz mit $16,06 Milliarden hinter den Prognosen von $16,21 Milliarden zurück, während der bereinigte Gewinn je Aktie mit $2,26 zwar über den Schätzungen von $1,64 lag, aber nicht ausreichte, um die Sorgen um die Profitabilität zu dämpfen. Kritisch sehen Investoren, dass Oracle bereits rund $127 Milliarden an Schulden in der Bilanz hat, wovon $25 Milliarden in den nächsten drei Jahren fällig werden, und zugleich ein negativer Free Cashflow von etwa -$13 Milliarden ausgewiesen wurde. Kommentatoren sprechen von einem „Dokument des Scheiterns“ und einem „Kostengrab“, weil Oracle viel Geld in KI-Kapazitäten steckt, ohne dass die Erlöse bislang Schritt halten. Besonders problematisch wirkt die starke Abhängigkeit von wenigen KI-Großkunden wie OpenAI, die zwar enormes Potenzial, aber bislang noch keine entsprechend großen, stabilen Umsätze liefern.

    Für den Markt insgesamt wird der Fall Oracle zum Lackmustest, wie nachhaltig der gigantische KI-Investitionszyklus tatsächlich ist, denn die Aktie hatte sich zuvor im Sog der KI-Euphorie in Richtung Allzeithoch katapultiert. Analysten warnen nun, dass die massive Verschuldung und die um $15 Milliarden nach oben geschraubten CapEx-Pläne den Cashflow belasten und Oracle faktisch zwingen, sich im KI-Rennen über Kredite zu finanzieren – in einem Feld, das von Kapital-Supermächten wie Microsoft (MSFT), Amazon (AMZN) und Alphabet (GOOGL) dominiert wird. Während einige Strategen noch argumentieren, die Aufrüstung der Rechenzentren sei Teil einer „produktiven Blase“, die langfristig nötig sei, um die KI-Infrastruktur aufzubauen, sehen andere im Oracle-Debakel das „Posterchild“ einer Übertreibung, bei der Investitionen in Datacenter physikalisch und rechnerisch kaum mehr wirtschaftlich darstellbar sind. Die Wirkung auf andere Tech-Werte ist bereits spürbar: In Asien gerieten heute Tech-Titel wie SoftBank mit Kursverlusten von über -6% stark unter Druck, weil sie ebenfalls als hochriskante Wetten auf einen fernen KI-Ertrag gelten. Auch in Europa stehen KI- und Cloud-Exposer auf dem Prüfstand, während gleichzeitig Stimmen wie der CEO von ASML darauf pochen, dass gerade jetzt hohe Investitionen nötig seien, um im KI-Wettrüsten nicht zurückzufallen. Für Anleger stellt sich damit die zentrale Frage, ob Oracle ein Einzelfall eines überforderten „Old Tech“-Players ist – oder der erste Riss in einer überdehnten KI-Bewertungsblase.

    Wie signalisiert der Bitcoin-Crash steigende Risikoaversion an den Märkten?

    Bitcoin (BTC) rutscht am Nachmittag deutlich ab und notiert aktuell bei rund $89.818, was einem Tagesverlust von etwa -2,74% entspricht, nachdem der Kurs gestern im Hoch nach der Fed-Entscheidung noch knapp $94.600 erreicht hatte. Marktbeobachter sprechen von Bitcoin als überempfindlichem „Rauchmelder“ des Finanzsystems: Sobald irgendwo „etwas brennt“, reagiere die Kryptowährung – diesmal allerdings mit einem kräftigen Schlag nach unten, ausgelöst durch den Vertrauensschock nach den enttäuschenden Quartalszahlen von Oracle. In den letzten 24 Stunden kam es im Zuge der Abwärtsbewegung zu gehebelten Zwangsliquidationen im Volumen von über $100 Millionen auf der Unterseite, was den Verkaufsdruck zusätzlich beschleunigte. Auffällig ist, dass Bitcoin damit eine klare Divergenz zu den Aktienmärkten zeigt: Während große Indizes wie S&P 500 und Nasdaq 100 nur moderat nachgeben, reagiert BTC mit einer weitaus höheren Volatilität. Kommentatoren sehen darin ein Zeichen dafür, dass professionelle Trader Bitcoin zunehmend als Frühindikator für Risikoaversion und Liquiditätsspannungen nutzen. Die enge Korrelation zwischen der Oracle-Enttäuschung und dem BTC-Sturz nährt zudem die These, dass Krypto inzwischen stark in das gleiche Risikoregime wie Tech- und KI-Werte eingebettet ist.

    Technisch betrachtet wirkt die Zone um $90.000 nun als psychologische Marke: Der Bruch darunter zeigt, dass kurzfristige Momentum- und Hebelpositionen abgebaut werden, während langfristige „Hodler“ vorerst an der Seitenlinie bleiben. Nach der Zinssenkung der Federal Reserve war Bitcoin zunächst als Profiteur der zusätzlichen Liquidität gefeiert worden, doch die nun einsetzende Umschichtung legt offen, wie schnell das Narrativ von „digitalem Gold“ zu einem klassischen Risk-Asset kippen kann. Parallel tobt in den USA eine regulatorische Debatte: Indexanbieter wie MSCI erwägen, Firmen mit zu hohem Krypto-Bestand – etwa MicroStrategy mit mehr als 660.000 Bitcoin – aus wichtigen Indizes zu verbannen, was zusätzlichen Druck auf den breiteren Krypto-Komplex ausüben könnte. Für Anleger bedeutet das: Bitcoin bleibt ein hochempfindlicher Seismograf für Stimmungen im KI- und Tech-Sektor und ein Vehikel, über das sich Risiko sehr schnell entladen kann – mit entsprechenden Chancen, aber auch massiven Drawdown-Risiken. Wer BTC als Diversifikationsbaustein nutzt, muss die enge Kopplung an das globale Tech- und Zinsthema stärker denn je im Blick behalten.

    Wie verändert die jüngste Fed-Zinssenkung den Kurs für US-Märkte und Konjunktur?

    Die Federal Reserve hat gestern zum dritten Mal in Folge den Leitzins um 25 Basispunkte gesenkt und die Spanne damit auf 3,5% bis 3,75% reduziert, sendet aber gleichzeitig das klare Signal einer nun folgenden Pause. Der neue Dot-Plot sieht für das kommende Jahr nur noch eine weitere Zinssenkung vor, während die Märkte bislang mit zwei Schritten gerechnet hatten – eine Diskrepanz, die heute für Nervosität an den Börsen sorgt. Fed-Chef Jerome Powell betonte in der Pressekonferenz das Spannungsfeld zwischen einem sich abkühlenden Arbeitsmarkt und weiterhin leicht über dem Ziel liegender Inflation von rund 3%, die vor allem durch Zölle getrieben werde. Parallel kündigte die Fed überraschend Käufe von kurzlaufenden T-Bills im Umfang von $40 Milliarden pro Monat an, um Spannungen im Bankensystem zu entschärfen und sicherzustellen, dass die Zinssenkungen in der Realwirtschaft ankommen. Kritiker wie Michael Burry sehen darin weniger ein Zeichen der Stärke als ein Eingeständnis, dass die Liquidität im US-Bankensystem ohne diese „Lebenshilfen“ nicht ausreichen würde. Einige Marktbeobachter sprechen bereits von einer de facto Stagflation: abkühlender Arbeitsmarkt, zähes Wachstum, aber nur langsam fallende Preise.

    Trotz dieser Risiken zeichnet die Fed in ihren Projektionen ein vergleichsweise freundliches Bild: Für 2026 erwartet sie ein Wachstum des US-Bruttoinlandsprodukts von rund +2,3%, bei sinkender Inflation und stabiler Arbeitslosigkeit – ein „Goldilocks“-Szenario, das nicht zuletzt von einem Produktivitätsschub durch Künstliche Intelligenz getragen werden soll. Zugleich verschiebt sich der Fokus der Notenbanker spürbar weg von der Inflationsbekämpfung hin zur Stützung des Arbeitsmarktes, wie das geänderte Wording in der Erklärung und die drei Dissenting Votes im FOMC verdeutlichen. Für Aktienmärkte wie den S&P 500, der gestern nach der Entscheidung zunächst um +0,7% zulegte und nahe Rekordständen notiert, bedeutet das einen Spagat zwischen Zinsfantasie und Konjunktursorgen. Besonders stark profitierten zunächst zinssensitive Segmente wie der Russell 2000 und hochverschuldete Mid Caps, bevor die Tech-Schwäche und der Oracle-Schock heute die Stimmung eintrübten. Anleger müssen sich darauf einstellen, dass die nächsten Monate von einem zähen Ringen zwischen der Hoffnung auf KI-getriebene Produktivität und der Furcht vor einem weicheren, aber anhaltenden Abschwung geprägt sein werden – mit höherer Volatilität, sobald Konjunktur- oder Arbeitsmarktdaten die Fed-Erwartungen erneut in Frage stellen.

    Welche deutschen Mid Caps sorgen im Wind- und Konsumsektor für Schlagzeilen?

    Im deutschen Nebenwerte-Segment sorgten heute vor allem Titel aus den Bereichen erneuerbare Energien und E-Commerce für kräftige Bewegungen. Die Aktien von Nordex legten zuletzt im MDAX um rund +8% zu, befeuert von Branchengerüchten über einen potenziellen Großauftrag aus den USA, der die Auslastung für die kommenden Jahre deutlich verbessern könnte. Die Kursreaktion zeigt, wie stark Investoren auf konkrete Projektperspektiven in der Windbranche achten, nachdem der Sektor lange unter Margendruck und Lieferkettenproblemen gelitten hatte. Gleichzeitig schoss Delivery Hero im MDAX um fast +14% nach oben, nachdem das Management angesichts der schwachen Bewertung weitere Verkäufe von Beteiligungen in seinem weltweit über 70 Länder umfassenden Portfolio prüft. In einem Brief an die Aktionäre äußerte sich das Unternehmen enttäuscht über die aktuelle Marktkapitalisierung und stellte in Aussicht, durch Portfolio-Optimierungen neue Kurstreiber in den kommenden Monaten zu setzen. Für Anleger unterstreichen diese Bewegungen, wie stark stock-picking-getriebene Storys im Mid-Cap-Bereich bleiben, selbst wenn der DAX als Gesamtmarkt nur moderat schwankt.

    Wie beeinflussen neue Spannungen um Venezuela den Ölmarkt und die Geopolitik?

    Die Spannungen zwischen den USA und Venezuela spitzen sich zu, nachdem amerikanische Streitkräfte einen sanktionierten Öltanker vor der venezolanischen Küste beschlagnahmt haben. Caracas bezeichnete den Vorgang als „ungeheuerlichen Diebstahl“ und „Akt internationaler Piraterie“, zumal der Tanker nach Berichten eigentlich Öl für Kuba transportierte, das die Ladung auf dem Schwarzmarkt weiterverkaufen könnte. Die Aktion ist Teil einer verschärften Sanktionspolitik Washingtons gegen das Maduro-Regime und soll dessen Finanzströme weiter austrocknen, während die US-Militärpräsenz in der Karibik erhöht wird. Für den Ölmarkt bedeutet die Tanker-Beschlagnahmung kurzfristig Unterstützung für die Preise, weil Lieferkettenrisiken und Ausfallängste wieder stärker eingepreist werden. Mittel- bis langfristig könnte ein möglicher Regimewechsel in Venezuela und eine spätere Aufhebung der Sanktionen jedoch zusätzliches Ölangebot freisetzen und damit eher preisdämpfend wirken. Trader müssen damit rechnen, dass geopolitische Schlagzeilen aus der Region vorerst ein wichtiger Volatilitätstreiber für Energieaktien und Rohöl bleiben.

    KURZNEWS

    • Nvidia (NVDA): Die Aktie verliert im US-Handel rund -3,39% auf etwa $177,55, nachdem Berichte über überzogene Erwartungen an KI-Ausgaben und Zweifel an der Durchsetzbarkeit von US-Exportkontrollen erneut für Unsicherheit sorgen; zudem steht Nvidia im Fokus von Vorwürfen, dass verbotene Blackwell-Chips über Umwege in China landen.
    • Microsoft (MSFT): Der Konzern will in Indien binnen vier Jahren mehr als $17 Milliarden in KI und Cloud investieren und gleichzeitig 20 Millionen Menschen im Land mit KI-Skills qualifizieren; an der Börse steht die Aktie zuletzt dennoch unter Druck, nachdem Berichte über schwächere Verkäufe von KI-Produkten wie Azure Foundry und Copilot auftauchten, die Microsoft jedoch bestreitet.
    • Meta Platforms (META): Die Aktie notiert aktuell bei rund $648,13 leicht im Minus mit -0,31%, nachdem bekannt wurde, dass Meta seine KI-Strategie stärker auf Modelle ausrichten will, die sich besser monetarisieren lassen und Kunden klarere Anwendungsfälle bieten – ein Schritt hin zu mehr Effizienz nach dem teuren Aufbau der Infrastruktur.
    • ASML (ASML): Der CEO des Chipanlagenbauers verteidigt die global gewaltigen KI-Investitionen und betont, dass Hyperscaler ohne massiven Kapitaleinsatz im KI-Wettrüsten zurückfallen würden; ASML bleibt damit als Ausrüster für Kunden wie Nvidia, Apple und TSMC ein zentraler Profiteur der KI-Infrastrukturwelle.
    • Volkswagen (VOW3): Die EU erwägt eine bis zu fünfjährige Verschiebung des Verbrenner-Verbots, wovon klassische Autohersteller wie VW profitieren; zusätzlich prüft Volkswagen, in Europa und den USA Elektrofahrzeuge mit Range-Extender-Technologie anzubieten, um Reichweitenangst zu reduzieren und neue Kundengruppen zu erschließen.
    • American Airlines (AAL): CEO Robert Isom erwartet ein starkes erstes Quartal 2026 und spricht von robusten Buchungen für die bevorstehende Weihnachts- und Neujahrssaison; American will vor allem internationale Strecken und Premium-Angebote ausbauen, sieht sich aber weiter abhängig von pünktlichen Flugzeuglieferungen durch Boeing und Airbus.
    • United Airlines (UAL): Die Airline verweist auf ihre im Branchenschnitt jüngste Flotte, die durch Investitionen von über $30 Milliarden zwischen 2014 und 2020 aufgebaut wurde; United will das Angebot an Lie-Flat- und Premium-Sitzen in den kommenden Jahren deutlich ausweiten und setzt damit auf zahlungskräftige Geschäfts- und Privatreisende.
    • Netflix (NFLX): Die Aktie zählt vorbörslich zu den wenigen Tech-Gewinnern, während der Streamingriese Interesse an einer Übernahme von Warner Bros. Discovery zeigt; Netflix plant laut Berichten, im Fall eines Deals die Kabelkanäle abzuspalten und so das Kerngeschäft im Streaming zu stärken.
    • Paramount Global (PARA): Paramount versucht, Warner Bros. Discovery für $30 je Aktie komplett zu übernehmen und damit einen Medien-Giganten mit gebündelter Content-Power zu schaffen; politische Risiken bleiben, da Präsident Trump Deals kritisch sieht, die nicht mit einem Verkauf von CNN einhergehen.
    • PDD Holdings (PDD): Die Aktie des Temu-Eigners verliert im vorbörslichen Handel etwa -1,6% bis -2,2%, nachdem Berichte über Handgreiflichkeiten zwischen chinesischen Regulierern und Mitarbeitern im Zuge einer Untersuchung mutmaßlich betrügerischer Lieferungen publik wurden; der Vorfall schürt Sorgen vor verschärfter Aufsicht im chinesischen E-Commerce-Sektor.
    • Gemini (Krypto-Börse): Die von den Winklevoss-Brüdern geführte Plattform erhält von der CFTC eine Lizenz zum Start einer Derivatebörse für Vorhersagemärkte in den USA; die Aktie springt im vorbörslichen Handel um mehr als +14% bis +16% nach oben und signalisiert die wachsende Bedeutung regulierter Kryptoangebote.
    • Eli Lilly (LLY): Die Aktie gewinnt fast +2%, nachdem eine Studie zum neuen Adipositas-Medikament gezeigt hat, dass Patienten im Schnitt fast ein Viertel ihres Körpergewichts verlieren und gleichzeitig ihre Knieschmerzen deutlich reduzieren; einige Probanden nahmen so stark ab, dass sie die Studie vorzeitig beendeten.
    • Coca-Cola (KO): Der Getränkekonzern vollzieht einen Führungswechsel und befördert COO Henrique Braun zum neuen CEO, der den bisherigen Chef James Quincey Ende März ablösen wird; Quincey hinterlässt nach fast neun Jahren eine Aktie, die in seiner Amtszeit über +60% zugelegt hat, und wechselt in die Rolle des Executive Chairman.

    KALENDER Firmen & Unternehmen

    UNTERNEHMENSKALENDER

    Auf Unternehmensseite richten sich die Blicke heute vor allem auf die anstehenden Zahlen von Broadcom, die nach US-Börsenschluss gemeldet werden und als entscheidender Stimmungstest für den gesamten KI-Infrastruktur-Komplex gelten. Ebenfalls auf der Agenda stehen Quartalsupdates von Costco und Lululemon, die wichtige Hinweise darauf liefern, wie solide der US-Konsument in einem Umfeld sinkender Zinsen, aber zunehmender Konjunktursorgen bleibt. In Deutschland rücken die Jahreszahlen von Carl Zeiss Meditec sowie die Quartalszahlen der Siena Corporation in den Blick, die Impulse für den Medtech- und Technologiebereich des DAX-Umfelds liefern können. Zusätzlich veranstalten europäische Finanzwerte wie BNP Paribas und Schneider Electric Capital Markets Days, auf denen Strategien und Mittelfristziele erläutert werden – ein wichtiger Gradmesser für Bewertungsfantasie und Kapitalallokation. Insgesamt ist der Unternehmenskalender damit gut gefüllt und verspricht, nach dem Fed- und Oracle-Schock neue Akzente für Sektorrotation und Stock Picking zu setzen.

    MAKRODATEN

    Makroseitig wirkt die gestrige Fed-Entscheidung mit der Zinssenkung um 25 Basispunkte und dem Start von monatlichen T-Bill-Käufen über $40 Milliarden weiterhin nach, da Investoren die Implikationen für Liquidität, Inflation und Wachstum einpreisen. Der aktualisierte Dot-Plot mit nur einer weiteren Zinssenkung im kommenden Jahr sowie die gespaltene FOMC-Abstimmung (drei Gegenstimmen) sorgen für anhaltende Diskussionen über den weiteren geldpolitischen Kurs. In Europa wartet der Markt auf die neue Winterprognose des ifo-Instituts, die Klarheit bringen soll, ob das schuldenfinanzierte 500-Milliarden-Euro-Programm der Bundesregierung mehr als ein kurzfristiger Stimulus ist. Geopolitische Entwicklungen – insbesondere der Ukraine-Krieg mit einem neuen 20-Punkte-Friedensplan und die Debatte über die Nutzung eingefrorener russischer Vermögenswerte – bleiben ebenso im Fokus wie die jüngste Eskalation zwischen den USA und Venezuela durch die Beschlagnahmung eines Öltankers. Hinzu kommen handelspolitische Signale wie neue mexikanische Zölle von bis zu 50% auf asiatische Importe, die die Dynamik der globalen Lieferketten und das Narrativ einer „stillen Entkoppelung“ weiter anheizen.

    IM BLICKPUNKT

    Im Blickpunkt steht heute der Machtkampf um die Medien- und Streaminglandschaft: Warner Bros. Discovery ist zum Übernahmeziel gleich mehrerer Schwergewichte geworden, während Netflix eine Abspaltung der Kabelkanäle plant und Paramount ein Barangebot von $30 je Aktie auf den Tisch legt. Die politische Dimension verschärft die Unsicherheit: Präsident Trump signalisiert, dass er Deals skeptisch gegenübersteht, die nicht mit einem Eigentümerwechsel bei CNN einhergehen – ein ungewöhnlicher Eingriff, der M&A-Risiken in der Branche erhöht. Parallel dazu gewinnt das Thema Space-Ökonomie an Fahrt: SpaceX arbeitet laut Berichten an einem IPO für 2026 mit einer möglichen Bewertung von bis zu $1,5 Billionen, getragen vom rasanten Wachstum des Starlink-Geschäfts und den Fortschritten bei der Starship-Rakete. Für Anleger eröffnen sich damit zwei große strukturelle Investmentthemen – Streaming-Konsolidierung und Raumfahrt/Kommunikation –, die langfristig erhebliches Kurspotenzial, aber auch regulatorische und politische Fallstricke bergen.