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SoftBank plant KI-Infrastruktur-Deal – DigitalBridge & Berkshire

KURZ & KNAPP

SoftBank und die US-Investmentfirma DigitalBridge verhandeln laut Berichten ueber einen milliardenschweren Einstieg in die globale KI-Infrastruktur. Im Raum steht die Uebernahme eines Asset-Managers mit rund 108 Milliarden Dollar verwaltetem Vermoegen. Parallel baut SoftBank sein Oekosystem von Rechenzentren bis zu KI-Software weiter aus. Zudem ringen Investoren mit der Frage, wie Berkshire Hathaway seinen riesigen Cashbestand unter dem kuenftigen Chef Greg Abel strategisch einsetzen wird.

Neben diesen Mega-Themen bestimmen geopolitische Spannungen und Rohstoffknappheit die Maerkte. Deutsche Ruestungswerte wie Rheinmetall und Hensoldt reagieren empfindlich auf Spekulationen um einen moeglichen Ukraine-Deal. Zugleich bewegen Bitcoin, Silber und andere Rohstoffe die Kurse, waehrend der klassische 60/40-Ansatz in der Vermoegensaufteilung von Strategen wie Morgan Stanley zunehmend hinterfragt wird.

Fuer Deutschland rueckt ein moeglicher struktureller Jobabbau ab 2026 in den Vordergrund, was die Perspektiven vieler DAX-Konzerne truebt. In Europa und den USA stehen zudem Konjunkturpfad, Energiepreise und die Zinspolitik der Federal Reserve im Mittelpunkt. Die Kombination aus KI-Investitionswelle, Deindustrialisierungs-Angst und laufenden Verhandlungen zu globalen Konflikten schafft ein fragiles, aber dynamisches Boersenumfeld.

AUSBLICK US-Märkte

  • Morgan Stanley zu GOLD: Chief Investment Officer Mike Wilson rückt von der traditionellen 60/40-Allokation ab und empfiehlt ein Portfolio aus 60 % Aktien, 20 % Anleihen und 20 % Gold, da er Gold und hochwertige Aktien als beste Hedges gegen Inflation einstuft.

DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

SoftBank (SFTBY) und DigitalBridge (DBRG) – Zündet Son den nächsten KI-Infrastruktur-Megadeal?

SoftBank (SFTBY, $56.76, +1.61%) und die US-Investmentfirma DigitalBridge Group (DBRG, $15.29, +2.20%) stehen laut Berichten vor einem möglichen Milliarden-Deal im Zentrum des globalen KI-Infrastrukturbooms. Nach Informationen von Bloomberg laufen fortgeschrittene Gespräche über eine Übernahme von DigitalBridge, die bereits jetzt ein verwaltetes Vermögen von rund 108 Milliarden Dollar im Bereich digitaler Infrastruktur betreut. Im vorbörslichen US-Handel war die Aktie von DigitalBridge zeitweise um bis zu 50% nach oben geschossen, bevor sie einen Teil der Gewinne wieder abgab und zuletzt rund 34% im Plus lag. Die Marktkapitalisierung von DigitalBridge liegt aktuell bei etwa 2,5 Milliarden Dollar, der Unternehmenswert inklusive Schulden bei rund 3,8 Milliarden Dollar. Allein die Übernahmespekulationen reichen aus, um die Titel beider Unternehmen deutlich zu bewegen und den Markt erneut auf den strategischen Wert von Rechenzentren, Glasfasernetzen und Funktürmen aufmerksam zu machen.

Strategisch wäre der Schritt ein weiterer Baustein in der aggressiven KI-Offensive von Masayoshi Son, der sein Portfolio in den vergangenen Jahren radikal auf Zukunftstechnologien ausgerichtet hat. Während Akteure wie OpenAI die Schlagzeilen dominieren, verlagert sich der entscheidende Engpass zunehmend auf die physische Ebene: Rechenzentren, Stromversorgung, Glasfaser und Türme als „Schaufeln“ im KI-Goldrausch. DigitalBridge hält Beteiligungen an Plattformen wie AIMS, AtlasEdge, DataBank, Switch, Vantage Data Centers und der Yondr Group und ist damit tief in der globalen Dateninfrastruktur verankert. Für SoftBank wäre das kein Neuland – der Konzern hatte bereits 2017 die Fortress Investment Group übernommen und später wieder verkauft und kennt damit das Asset-Management-Geschäft. Parallel arbeitet SoftBank mit OpenAI, Oracle und Abu Dhabis MGX am gigantischen Datenzentrumsprojekt „Stargate“, das jedoch derzeit durch Finanzierungs- und Standortfragen gebremst wird. Vor diesem Hintergrund hatte Son unlängst ein Nvidia-Paket im Wert von 5,8 Milliarden Dollar veräußert, um Kapital für KI-Investments freizusetzen.

Noch ist der Deal nicht final, doch bereits die laufenden Verhandlungen senden eine starke Signalwirkung an den Markt. Sollte SoftBank den Zuschlag erhalten, würde der Konzern sich einen zentralen Hebel auf die globale KI-Infrastruktur sichern – von Software-Beteiligungen wie OpenAI bis hin zu Beton, Stahl und Glasfaser in Form von Datenzentren und Netzen. Investoren werten die mögliche Transaktion als konsequenten Schritt, um die gesamte Wertschöpfungskette der KI-Ökonomie stärker zu kontrollieren und den Aufbau des eigenen Ökosystems zu beschleunigen. Gleichzeitig erhöht ein solcher, mutmaßlich stark kreditfinanzierter Kauf den Druck, die in Aussicht gestellte Rendite auch tatsächlich zu liefern, insbesondere vor dem Hintergrund hoher Zinsen und zunehmender Skepsis gegenüber überschuldeten Wachstumsmodellen. Ob der erwartete Mega-Deal tatsächlich bereits zu Wochenbeginn verkündet wird, ist offen – die Marktteilnehmer haben sich jedoch bereits klar positioniert: KI-Infrastruktur bleibt einer der begehrtesten Hebel im aktuellen Bullenmarkt.

Berkshire Hathaway (BRK.B) – Nutzt Greg Abel den 382-Milliarden-Cashberg für einen Bitcoin-Schwenk?

Berkshire Hathaway (BRK.B, $498.40, 0.00%) wird laut Marktbeobachtern derzeit mit einem sogenannten „Succession Discount“ gehandelt, weil Investoren die künftige Performance unter dem designierten Nachfolger Greg Abel abwarten. Unter Warren Buffett hat die Holding mehr als 6 Millionen Prozent Rendite erzielt, dennoch sorgt die anstehende Übergabe dafür, dass selbst Ultra-High-Net-Worth-Investoren eine gewisse Bewertungslücke einpreisen. Gleichzeitig sitzt Berkshire Hathaway auf einem gewaltigen Barbestand von rund 382 Milliarden Dollar, der im aktuellen Zinsumfeld zwar 4–5 % risikofreie Rendite bringt, aber höhere Opportunitätskosten gegenüber produktiven Investments erzeugt. Für das Jahr 2026 erwarten Marktteilnehmer deshalb deutlich größere Allokationsentscheidungen, die über die strategische Handschrift von Abel entscheiden werden. Besonders im Fokus stehen dabei Sektoren wie Energie, Transport (insbesondere Eisenbahnen), Industrie und Verteidigung, wo Berkshire bereits heute starke Positionen hält.

Spekuliert wird zudem über einen möglichen Kurswechsel bei digitalen Assets, vor allem bei Bitcoin (BTC-USD, $87,327.14, -0.28%) und Ethereum (ETHUSD, $2,922.72, -0.49%), die von vielen Investoren wegen ihrer programmierten Knappheit geschätzt werden. Ein Einstieg von Berkshire Hathaway in Bitcoin oder Ethereum würde als klarer Bruch mit Buffetts bisher strikt ablehnender Haltung gelten und könnte als „Breakout Move“ von Abel interpretiert werden, um eine eigene strategische Identität zu markieren. Befürworter argumentieren, dass digitale Währungen sich langfristig ähnlich durchsetzen könnten wie das Internet gegenüber der klassischen Briefpost und daher als Beimischung für große Vermögen sinnvoll sind. Parallel dazu sehen Experten in den Bereichen Energie und Verteidigung erhebliches Aufwärtspotenzial für die kommenden ein bis zwei Jahre, was auch zu Abels beruflichem Hintergrund im Energiesektor passt. Sollte er hier größere Akquisitionen oder Kapitalspritzen vornehmen, könnte dies den Cashberg schrittweise in produktive Assets verwandeln – und damit den wahrgenommenen Nachfolger-Rabatt reduzieren.

Rheinmetall (RHM.DE) und Hensoldt (HAG.DE) – Warum belasten Ukraine-Deal-Spekulationen die deutschen Rüstungsaktien?

Deutsche und europäische Rüstungswerte geraten heute deutlich unter Druck, weil die Märkte auf Berichte über mögliche „Ukraine-Deal“-Verhandlungen zwischen Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj in Mar-a-Lago reagieren. Rheinmetall (RHM.DE, $1505.50, -2.30%) und Hensoldt (HAG.DE, $72.00, -1.64%) zählen dabei zu den klaren Verlierern im DAX- und Nebenwertesegment. Anstatt über einen klar umrissenen Friedensplan zu sprechen, soll laut den vorliegenden Einschätzungen über Einflusszonen, Zahlungsströme und Nachkriegsrenditen verhandelt werden, was aus Sicht institutioneller Investoren hohe geopolitische Unsicherheit erzeugt. Diese Unklarheit trifft ausgerechnet jene Aktien, die in den vergangenen Quartalen stark von der Aufrüstung in Europa und steigenden Verteidigungsbudgets profitiert haben.

Die Nervosität der Märkte erklärt sich vor allem daraus, dass unklare Nachkriegsarrangements die Planbarkeit langfristiger Beschaffungsprogramme infrage stellen könnten. Gleichzeitig betonen Experten, dass ein möglicher Deal keineswegs automatisch sinkende Verteidigungsausgaben in Europa bedeuten muss, sondern eher eine Neujustierung der Prioritäten. Dennoch nutzen kurzfristig orientierte Anleger die Schlagzeilen, um Gewinne in den stark gelaufenen Papieren mitzunehmen und Risiko zu reduzieren. Für mittel- bis langfristig orientierte Investoren bleibt entscheidend, ob die politischen Verhandlungen zu verlässlichen Rahmenbedingungen führen – oder ob das aktuelle Kursminus nur eine Zwischenkorrektur in einem strukturell intakten Aufwärtstrend der europäischen Verteidigungsindustrie darstellt.

DAX 40 – Droht ab 2026 ein struktureller Jobschock für den Standort Deutschland?

Wirtschaftsverbände warnen zunehmend lautstark vor einem massiven strukturellen Jobabbau in Deutschland ab dem Jahr 2026, der weit über einen normalen Konjunkturzyklus hinausgehen soll. Als zentrale Gründe werden eine Erosion der Standortqualität durch hohe Energiepreise, ausufernde Bürokratie, hohe Abgabenlast und politische Fehlentscheidungen genannt. In der Industrie sei bereits heute ein Verlust an Substanz und Investitionsbereitschaft spürbar, was von einigen Beobachtern als eine Art „kontrollierter Abriss“ des bisherigen Geschäftsmodells interpretiert wird. Für den DAX 40 (24.368 Punkte, -0,17%) könnte dies mittelfristig bedeuten, dass die Gewinndynamik der klassischen Industriewerte unter Druck gerät und sich die Bewertungsunterschiede zu stärker digitalisierten Märkten weiter vergrößern.

Besonders kritisch sehen die Verbände, dass strukturelle Reformen bei Energie- und Standortkosten nur schleppend vorankommen, während internationale Wettbewerber aggressiv um Produktionskapazitäten werben. Investoren beobachten daher genau, ob die Politik in den kommenden Jahren Kurskorrekturen vornimmt, um eine Deindustrialisierung zu verhindern. Für den Kapitalmarkt stellt sich die Frage, ob Deutschland vom Qualitäts- zum Hochkostenstandort wird – oder ob es gelingt, die Transformation hin zu einer stärker technologie- und dienstleistungsgetriebenen Wirtschaft ohne flächendeckende Arbeitsplatzverluste zu bewältigen. Die heute vergleichsweise gelassenen DAX-Kurse spiegeln diese Langfristgefahren bislang nur teilweise wider.

Bitcoin (BTC-USD) und Silber (SI=F) – Wie spekuliert der Markt auf Zinssenkungen und Rohstoffknappheit?

Bitcoin (BTC-USD, $87,327.14, -0.28%) nähert sich erneut der psychologisch wichtigen Marke von 90.000 Dollar, auch wenn der Kurs heute etwas nachgibt. Treiber des laufenden Zyklus ist weniger die technologische Adaption als vielmehr die massive Spekulation auf baldige Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve und eine anhaltend hohe Marktliquidität. Bitcoin wird dabei zunehmend als integraler Bestandteil des Finanzsystems wahrgenommen und nicht mehr als dessen Gegenmodell – Rücksetzer werden von vielen Investoren als Kaufchance interpretiert. Parallel dazu erlebt der Silbermarkt eine spektakuläre Rally: Silber-Futures (SI=F, $72.63, -5.92%) korrigieren zwar heute scharf, nachdem der Preis in der Nacht erstmals die Marke von 80 Dollar je Unze überschritten hat, liegen aber auf Jahressicht immer noch bei einem Plus von über 155%. Das Gold-Silber-Ratio ist auf historisch niedrige 55 gefallen, physisches Silber ist bei vielen Händlern ausverkauft und es mehren sich Warnungen vor möglichen Handelsbeschränkungen für Privatanleger.

Fundamental wird die Knappheit durch ein strukturelles Angebotsdefizit und eine explodierende Nachfrage in Bereichen wie Photovoltaik, Halbleiter, E-Mobilität, Militär und KI-Infrastruktur getrieben. Experten verweisen zudem darauf, dass JPMorgan mit geschätzten 750 Millionen Unzen über Bestände in der Größenordnung von fast drei Vierteln einer Weltjahresproduktion verfügen soll und damit erheblichen Einfluss auf den Markt ausübt. In Kombination mit der Zinssenkungsfantasie der Fed entsteht ein Umfeld, in dem Risikoassets – von Kryptowährungen bis zu Industriemetallen – wie mit einem Adrenalinstoß nach oben getrieben werden. Kritiker sehen darin ein Signal systemischer Nervosität: Liquidität wird ins System gepumpt, während parallel der Umbau vom klassischen Fiat-System hin zu digitalen Währungen vorangetrieben wird. Für Trader bedeutet das: Momentum-Trends können länger laufen als erwartet, sind aber zunehmend anfällig für abrupte Gegenbewegungen wie den jüngsten Rückschlag bei Silber.

KURZNEWS

  • TSLA – Tesla: Tesla steht unter erheblichem betriebswirtschaftlichem Druck, weil die Margen im Fahrzeuggeschäft durch notwendige Preissenkungen bei nachlassender Nachfrage erodieren. Ein ehemals großer Zuliefervertrag ist nahezu kollabiert und weist nur noch ein Volumen von rund 7.386 Dollar auf, während gleichzeitig die stark gestiegenen Silberpreise das Unternehmen als großen Verbraucher zusätzlich belasten.
  • TSLA – Tesla: Parallel dazu treibt Tesla Tests für das autonome Fahren mit dem System FSD in Deutschland und Europa voran. Trotz der kurzfristigen Margenprobleme setzt der Konzern damit klar auf Software- und Technologiekompetenz als künftigen Werttreiber.
  • TSLA – Tesla: In einer technisch orientierten Analyse beschreibt Jens Glatt einen Swing-Trade in Tesla auf Basis des Ausbruchs über die Marke von 360 Dollar, flankiert von Auslieferungszahlen Anfang Oktober, Earnings am 22.10. und der Aktionärsversammlung am 06.11. Der Trade wurde jedoch geschlossen, nachdem der Kurs unter den durchschnittlichen Einstiegspreis um 420–425 Dollar fiel und damit das Setup invalidierte, auch wenn die 500-Dollar-Marke als langfristiges Ziel im Blick bleibt.
  • TSLA – Tesla: Das extrem ambitionierte Vergütungspaket von Elon Musk für Tesla wird als zentraler Kurstreiber diskutiert: Es zielt auf eine Marktkapitalisierung von 8,5 Billionen Dollar bis etwa 2030/2035 und ein EBITDA von über 400 Milliarden Dollar. Bei einem Bewertungsmultiple von 40 wäre theoretisch eine Marktkapitalisierung von 16 Billionen Dollar denkbar, weshalb die Abstimmung darüber am 06.11. als Schlüsselereignis gilt.
  • TGT – Target: Beim US-Einzelhändler Target greifen aktivistische Investoren ein und fordern umfassende Kostensenkungen, Effizienzprogramme und einen strategischen Umbau. Hintergrund ist die Verunsicherung durch preissensible Verbraucher sowie Margendruck im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld.
  • TGT – Target: Die Intervention der Aktivisten bei Target wird von Marktbeobachtern als Symptom einer breiteren systemischen Nervosität im US-Einzelhandel gewertet. Händler stehen zwischen steigenden Kosten und Konsumenten, die immer stärker auf Preise achten, wodurch klassische Geschäftsmodelle unter Anpassungsdruck geraten.
  • BP – BP: BP steht trotz Milliardeneinnahmen aus dem Verkauf der Marke Castrol unter erheblichem strategischem Druck. Das Unternehmen wird zwischen seiner fossilen Vergangenheit und den Anforderungen einer grünen Zukunft zerrieben, wobei Analysten weiteres Abwärtspotenzial für die Aktie sehen.
  • BP – BP: Kritisch hinterfragt wird vor allem die Rentabilität der grünen Projekte von BP im Vergleich zum traditionellen Ölgeschäft. Solange die Renditeaussichten der neuen Sparte nicht klar überzeugen, droht ein anhaltender Bewertungsabschlag gegenüber klassisch ausgerichteten Ölkonzernen.
  • SI=F – Silber-Futures: Die fundamentale Nachfrage nach Silber bleibt sehr stark und wird vom Ausbau im Energiebereich, der KI-Infrastruktur und der Elektromobilität getrieben. Marktteilnehmer spekulieren über einen möglichen Short Squeeze, der den bereits stark gestiegenen Silberpreis weiter nach oben treiben könnte.
  • SI=F – Silber-Futures: Experten warnen, dass im derzeitigen Silbermarkt das Momentum nicht unterschätzt werden darf, da einmal gestartete Trends häufig lange anhalten. Die strukturelle Angebotsknappheit in Verbindung mit neuen technologischen Einsatzfeldern verschiebt die Nachfragemuster nachhaltig.
  • CL=F – Rohöl: Für den Ölmarkt wird im kommenden Jahr eine Besserung erwartet, sofern sich die globale Wirtschaft stabilisiert und der negative Einfluss von Zöllen nachlässt. Zusätzliche Nachfrageimpulse kommen aus dem wachsenden Energiebedarf von KI-Rechenzentren und der Elektromobilität, was den Ausbau der Energie- und Strominfrastruktur in den Fokus vieler Investoren rückt.
  • ROHSTOFFE – Divers: Generell wird die fundamentale Nachfrage nach Rohstoffen durch den massiven Ausbau der KI-Infrastruktur und von Rechenzentren angetrieben. Die erwarteten Produktivitätsgewinne durch KI könnten Unternehmensgewinne beflügeln, führen aber gleichzeitig zu steigenden Anforderungen an Energie und Metalle wie Silber.
  • MEGA-CAPS – US-Tech: Der Markt hat aufgehört, die „Magnificent Seven“ als homogene Gruppe zu handeln, und beginnt, Gewinner und Verlierer anhand ihrer Fähigkeit zur Monetarisierung von KI zu unterscheiden. Entscheidendes Kriterium sind die enormen Investitionsausgaben der Hyperscaler von über 400 Milliarden Dollar in diesem Jahr, wovon rund 75 % in KI-Infrastruktur flossen.
  • GOOGL – Alphabet: Alphabet führt das Feld im KI-Wettlauf mit einem Vorsprung von rund 60 Prozentpunkten an und zeigt Stärke über den gesamten Stack – von eigenen KI-Chips über die Cloud-Distribution bis hin zum LLM Gemini, das wichtige Benchmarks anführt. Bedeutende Cloud-Verträge, unter anderem mit Meta und Anthropic, untermauern die Strategie, die hohen CapEx-Ausgaben durch reales Umsatzwachstum zu rechtfertigen.
  • AMZN – Amazon: Amazon wird derzeit als Nachzügler im KI-Infrastrukturwettbewerb gesehen, da AWS langsamer wächst als Azure und Google Cloud. Der Versuch, mit dem eigenen KI-Chip Trainium über Kostenvorteile zu punkten, hat bislang nicht die erhoffte Dynamik ausgelöst, zudem liegen die zukünftigen Leistungsverpflichtungen mit 200 Milliarden Dollar deutlich hinter denen von Microsoft.
  • META – Meta Platforms: Meta verfügt über keinen eigenen Cloud-Dienst, was die Argumentation für direkten KI-Umsatz erschwert. Zwar verbessert KI die Werbealgorithmen und Zielgruppenansprache deutlich, doch dieser indirekte Return on Investment ist für den Markt schwerer zu bewerten; für Infrastrukturvorhaben nutzt Meta zudem Kapazitäten von Google Cloud.
  • AAPL – Apple: Apple hält sich weitgehend aus dem kostspieligen KI-Infrastrukturwettbewerb heraus und investierte im letzten Quartal lediglich rund 3 Milliarden Dollar. Der Konzern setzt stattdessen darauf, dass am Ende Distribution und direkter Zugang zum Endnutzer entscheidender sind als das beste Basismodell im Hintergrund.
  • MSFT – Microsoft: Microsoft Azure weist mit zukünftigen Leistungsverpflichtungen von rund 400 Milliarden Dollar eine deutlich stärkere Dynamik als AWS auf. Dies festigt die marktbeherrschende Rolle von Microsoft bei der Bereitstellung von KI-Infrastruktur für Unternehmen und stärkt das Vertrauen der Investoren in die künftige Umsatzentwicklung.
  • PORTFOLIO – Asset Allocation: Laut Morgan Stanley-Stratege Mike Wilson verliert das klassische 60/40-Portfolio an Attraktivität, weshalb er nun eine Aufteilung von 60 % Aktien, 20 % Anleihen und 20 % Gold bevorzugt. Hintergrund ist der Inflationsdruck auf Anleihen, deren fixe Zahlungen in realer Kaufkraft erodieren, während Gold und hochwertige Aktien als bessere Inflationsschutzbausteine gelten.

KALENDER Firmen & Unternehmen

EARNINGS

    MAKRO

      IM BLICKPUNKT

      • Morgan Stanley zu GOLD: Chief Investment Officer Mike Wilson rückt von der traditionellen 60/40-Allokation ab und empfiehlt ein Portfolio aus 60 % Aktien, 20 % Anleihen und 20 % Gold, da er Gold und hochwertige Aktien als beste Hedges gegen Inflation einstuft.

      Nike nach China-Schock: Turnaround-Story – Oracle & Microsoft

      KURZ & KNAPP

      Nike steht nach schwachen Quartalszahlen und einem deutlichen Einbruch in China unter Druck, mehrere Analysten sprechen dennoch von einer möglichen Turnaround-Story. Die Marge bröckelt, Lagerbestände und Zölle belasten, während CEO Elliott Hill an einem länger angelegten Strategiewechsel arbeitet. Parallel sorgt der mögliche TikTok-Deal für neue Fantasie bei Oracle, das sich als Infrastrukturpartner der US-Daten und Cloud-Drehscheibe für KI positionieren will. Auch Microsoft und Nvidia profitieren weiter vom OpenAI-Hype und gigantischen Rechenzentrumsplänen.

      Der Artikel beleuchtet zudem den Rüstungsboom bei Rheinmetall nach einem neuen Bundeswehr-Großauftrag. Bei Siemens Energy rückt der wachsende Strombedarf der KI-Rechenzentren als möglicher Kurstreiber in den Vordergrund. Kurznews reichen von Entwicklungen bei Puma, FedEx und Coinbase bis zu Einschätzungen von Goldman Sachs und Morgan Stanley zu Gold und Rohstoffen.

      Auf der europäischen Seite stehen Banken wie Raiffeisen Bank International, Deutsche Bank und Banco BPM im Rampenlicht, die von Analysten vor allem mit Blick auf Kapitalquoten, Konsolidierung und Russland-Engagement bewertet werden. In Deutschland sorgt der Milliardenauftrag für Rheinmetall für Schlagzeilen. Makroseitig richten sich die Blicke auf die US-PCE-Inflationsdaten und eine geplante EU-Finanzhilfe für die Ukraine, die das Marktumfeld zusätzlich prägen.

      AUSBLICK US-Märkte

      • Analysten zu NKE: Mehrere Häuser bestätigen trotz gesenkter Erwartungen eine positive Langfristsicht auf Nike (NKE) und verweisen auf den laufenden Turnaround unter CEO Elliott Hill. Kursziele bleiben überwiegend im Bereich von 90 bis 115 Dollar, wobei die Analysten Geduld bis mindestens 2026 einfordern.
      • Deutsche Bank zu BMW: Für BMW (BMW) werden Kursziele jenseits von 115 Euro bis hin zu 130 Euro im Jahr 2026 genannt, gestützt durch ein neues Aktienrückkaufprogramm über 625 Millionen Euro. Charttechnisch unterstreicht eine große inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation die angenommene Bodenbildung.
      • Analysten zu DHL Group: Die DHL Group (DHL) wird als Profiteur einer Erholung der Konsumnachfrage und des weiterhin starken E-Commerce gesehen. Kursziele von 55 bis 56 Euro im ersten Quartal würden einem Upside von etwa 20–25% vom aktuellen Niveau entsprechen.
      • Analysten zu Süss Microtec: Bei Süss Microtec (SMHN) sehen Experten nach operativ soliden Zahlen trotz kassierter Jahresprognose ein technisches Ausbruchsszenario. Erste Kursziele liegen bei rund 47 Euro, was einem Aufwärtspotenzial von etwa 21% entspricht.
      • Goldman Sachs zu Gold: Goldman Sachs stuft Gold im Rohstoffsektor klar bevorzugt ein und erwartet bis 2026 einen Preis von etwa 4.900 Dollar pro Unze. Begründet wird dies mit erwarteten Zinssenkungen der Federal Reserve und anhaltenden ETF-Zuflüssen.
      • Morgan Stanley zu Rohstoffen: Morgan Stanley zeigt sich für Gold ähnlich optimistisch mit einem Kursziel von rund 4.800 Dollar und sieht zusätzlich Aufwärtspotenzial bei Kupfer und Lithium. Für Öl (Brent) rechnet die Bank hingegen mit einem durchschnittlichen Preis von nur etwa 56 Dollar im Jahr 2026.
      • Analysten zu PayPal: Bei PayPal (PYPL) verweisen Analysten auf ein erwartetes Gewinnwachstum von rund 40% bis 2027 bei gleichzeitig niedrigem KGV von etwa 10. Im Vergleich zu Peers wie Block, Visa und Mastercard gilt die Aktie damit als deutlich unterbewertet.
      • Analysten zur Raiffeisen Bank International: Die Raiffeisen Bank International (RBI) wird mit einem KGV von rund 6 und einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,6 als klar unterbewertet gegenüber der europäischen Peergroup eingeschätzt. Analysten heben die solide Kapitalausstattung hervor und sehen zusätzlich Fantasie bei einer möglichen Lösung des Russland-Engagements.
      • Analysten zu Banco BPM: Banco BPM (BAMI) steht im Zentrum der erwarteten italienischen Bankenkonsolidierung und wird von Analysten mit einem KGV von rund 10 und einer Dividendenrendite von 5–6% als attraktiv bewertet. Die Fantasie um eine mögliche Fusion mit Monte dei Paschi und Mediobanca zu einem dritten Großplayer treibt die Bewertung.
      • Analysten zur Deutschen Bank: Die Deutsche Bank (DBK) hat ihren Kurs 2025 nahezu verdoppelt, und Analysten sehen dank der Strategie bis 2028 mit einer Eigenkapitalrendite von über 10% weiteres Potenzial. Der Ausbruch über die Marke von rund 31,95 Euro gilt charttechnisch als wichtiges Kaufsignal.

      DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

      Nike (NKE) – Turnaround-Chance oder Value Trap nach dem China-Schock?

      Nike (NKE, $59,10, -0,09%) steht nach enttäuschenden Quartalszahlen und einem drastischen China-Rückgang massiv unter Druck. Die Bruttomarge sank auf 40,6%, rund drei Prozentpunkte unter Vorjahr, während der Umsatz nur um +1% auf 12,4 Milliarden Dollar zulegte und der Gewinn auf etwa 800 Millionen Dollar nahezu um ein Drittel einbrach. Die Aktie reagierte nachbörslich mit einem Einbruch von mehr als 10% und dürfte um die 60-Dollar-Marke den Handel aufnehmen. Besonders belastend wirkt das Geschäft in Greater China, wo die Erlöse um 17% zurückgingen, sowie die Kultmarke Converse mit einem Einbruch von rund 30%. Trotz der schwachen Zahlen werten mehrere Analysten das aktuelle Niveau als möglichen Bodenbildungsprozess und sehen mittelfristig Kursziele zwischen 90 und 115 Dollar.

      Strategisch kämpft Nike an mehreren Fronten: In China hat der Konzern Probleme, überschüssige Altbestände abzubauen und gleichzeitig schnell genug neue, für den lokalen Geschmack maßgeschneiderte Produkte zu liefern. CEO Elliott Hill spricht von „mittleren Innings“ eines Turnarounds und will sich stärker auf Tier-1-Städte wie Peking und Shanghai fokussieren, während die Marke ihren Status als reine Lifestyle-Ikone zugunsten stärkerer Performance- und Tech-Orientierung neu justieren muss. Gleichzeitig belasten hohe Lagerbestände, verstärkte Rabattaktionen und Zölle auf die Produktion in Vietnam die Profitabilität; allein die Zollbelastung wird auf rund 1,5 Milliarden Dollar geschätzt und dürfte die Bruttomarge im laufenden Geschäftsjahr um bis zu 120 Basispunkte drücken. Positiv hebt das Management erste Fortschritte im nordamerikanischen Running-Segment und im Großhandel hervor, wo neue Partner wie Amazon und spezialisierte Laufhändler für Nachfrage sorgen. Allerdings verzichtet Nike weiterhin auf eine Gesamtjahresprognose und warnt vor weiteren Umsatzrückgängen in den kommenden Quartalen.

      Für Anleger stellt sich die Frage, ob der aktuelle Absturz eine Einstiegschance darstellt oder ob der Umbau länger und schmerzhafter verläuft als bisher eingepreist. Mehrere Langfrist-Investoren betonen, dass Produktzyklen von 18 bis 24 Monaten bedeuten, dass sich neue Kollektionen und Innovationen erst 2026 vollständig in Umsatz und Margen niederschlagen werden. In China rechnet das Management mindestens in den nächsten zwei Quartalen mit weiteren Rückgängen im mittleren bis hohen Zehner-Prozentbereich, während der US-Markt bereits Zeichen einer Stabilisierung zeigt. Analysten, die Nike als Turnaround-Story sehen, verweisen auf bereinigte Lagerbestände in Nordamerika, eine schrittweise Verbesserung der Bruttomargen (ex Zölle) und eine stärkere Fokussierung auf Performance-Sport als Basis für eine spätere Lifestyle-Renaissance. Für kurzfristig orientierte Anleger bleiben die fehlende Visibilität und die anhaltende Schwäche in China allerdings ein erhebliches Risiko, zumal Wettbewerber mit technisch orientierten Produkten Marktanteile gewinnen. Geduldige Investoren könnten laut Einschätzungen bis 2026 belohnt werden, falls Nike den Spagat zwischen Bereinigung, Innovation und Preissetzungskraft erfolgreich schafft.

      Oracle (ORCL) – Macht der TikTok-Deal die Aktie zum KI-Comeback-Kandidaten?

      Oracle (ORCL, $188,09, +0,88%) erlebt nach monatelanger Schwäche einen spürbaren Stimmungsumschwung dank des geplanten TikTok-Deals. Eine von Oracle geführte Investorengruppe mit Silver Lake und MGX soll bis zu 50% an einem neuen US-Joint-Venture übernehmen, das die amerikanischen Aktivitäten von TikTok bündelt und mit rund 14 Milliarden Dollar bewertet wird. Oracle wird voraussichtlich etwa 15% an der Gesellschaft halten und sämtliche US-Nutzerdaten auf eigenen Servern hosten, während ByteDance rund 19,9% behält und den Algorithmus lizenziert. Vorbörslich legte die Aktie zeitweise um über +6% zu, nachdem bekannt wurde, dass China den Deal wohl akzeptieren könnte, da der Kern-Algorithmus Eigentum von ByteDance bleibt.

      Der Deal ist auch politisch brisant, da er ein drohendes TikTok-Verbot in den USA abwenden und zugleich als Erfolg für die nationale Sicherheit verkauft werden soll – Beobachter sprechen teils von einem „politischen Geschenk“ an Präsident Donald Trump. Für Oracle könnte die Vereinbarung zum Wendepunkt im KI-Narrativ werden, nachdem die Aktie seit September etwa die Hälfte ihres Wertes eingebüßt hatte und Sorgen über hohe Schulden von über 100 Milliarden Dollar und massive KI-Rechenzentrumsinvestitionen dominierten. Parallel erhielt ein gigantisches Rechenzentrumsprojekt in Michigan mit 1,4 Gigawatt Leistung, das Oracle gemeinsam mit OpenAI realisieren will, grünes Licht der Behörden – ein weiterer Baustein in der Positionierung als zentraler Infrastrukturanbieter der KI-Ökonomie. Da alle US-Daten von TikTok künftig auf Oracle-Servern liegen und der Konzern den Algorithmus auf US-Daten trainieren und überwachen soll, sehen viele Marktteilnehmer in dem Paket einen langfristig lukrativen Cloud- und Datenvertrag, der die Rolle von Oracle im KI-Ökosystem deutlich stärkt.

      Rheinmetall (RHM.DE) – Wie viel Aufwärtspotenzial bringt der 1,7-Milliarden-Bundeswehrauftrag?

      Rheinmetall (RHM.DE, €1547,50, -0,16%) hat sich mit einem neuen Milliardenauftrag eindrucksvoll im Rüstungsboom positioniert. Die Bundeswehr vergab ein Volumen von rund 1,7 Milliarden Euro für weltraumgestützte Aufklärungsdaten, das Rheinmetall in Kooperation mit dem Spezialisten ICEYE umsetzen soll. Der Auftrag untermauert die Rolle des Konzerns als zentralen Profiteur der deutschen Zeitenwende im Verteidigungsbereich und stützt den Kurs, der sich weiterhin stabil oberhalb der Marke von 1.500 Euro hält.

      Neben dem neuen Großprojekt treibt auch die geplante Veräußerung der Zivilsparte im ersten Quartal des kommenden Jahres die Fantasie, da sich Rheinmetall damit noch fokussierter als reiner Defense- und Sicherheitskonzern aufstellen könnte. Marktbeobachter spekulieren zudem auf einen möglichen Aktiensplit, um die Handelbarkeit der im absoluten Kursniveau sehr teuren Aktie zu verbessern und zusätzliche Anlegerkreise zu erschließen. Zusammengenommen nähren der Großauftrag, das Portfolio-Refining und die Split-Fantasie Erwartungen, dass Rheinmetall auch nach der starken Rally der vergangenen Jahre noch weiteres Kurspotenzial bieten könnte.

      Siemens Energy (ENR.DE) – Wird der KI-Stromhunger zum versteckten Kurstreiber?

      Siemens Energy (ENR.DE, €119,45, -0,13%) rückt als indirekter Profiteur des KI-Booms verstärkt ins Rampenlicht. Der gigantische Energiehunger neuer Rechenzentren, die für Anwendungen von OpenAI und Co. gebaut werden, lenkt Investoren-Blicke zunehmend auf Versorger- und Energietechniktitel, die beim Ausbau der Strominfrastruktur eine Schlüsselrolle spielen. Entsprechend konnte die Aktie die Verluste der Vortage zuletzt wieder wettmachen und zeitweise über 121 Euro klettern, getrieben von der Sektorstärke im Umfeld der Nasdaq-Rally.

      Am aktuellen Verfallstag fungiert Siemens Energy zudem als Paradebeispiel für Hexensabbat-Volatilität: Marktteilnehmer berichten von täglichen Schwankungsbreiten von 5 bis 6 Euro, während Stillhalter offenbar versuchen, die Abrechnung in den Zonen um 115, 120 oder 125 Euro zu „pinnen“. Kurzfristig überlagert diese technische Dynamik zwar die Fundamentalerzählung, doch mittel- bis langfristig bleibt die Story vom strukturell steigenden Strombedarf durch KI-Rechenzentren ein wichtiger Investmenttreiber für Siemens Energy und den gesamten Energiesektor.

      OpenAI-Hype treibt Microsoft (MSFT) und Nvidia (NVDA) – Kippt der KI-Boom am Flaschenhals Energie?

      Microsoft (MSFT, $488,05, +1,65%) und Nvidia (NVDA, $176,61, +1,87%) profitieren weiter vom massiven Kapitalzufluss in die KI-Ökonomie rund um OpenAI. Berichten zufolge plant OpenAI eine neue Finanzierungsrunde über bis zu 100 Milliarden Dollar, die die Bewertung des Unternehmens auf bis zu 830 Milliarden Dollar heben könnte – eine Größenordnung, die es an die Schwelle zur Billionenmarke bringt. Die Umsätze von OpenAI sollen dabei von rund 4 Milliarden im Vorjahr auf 13 bis 14 Milliarden Dollar steigen, was den enormen Skalierungseffekt des KI-Geschäfts unterstreicht. Experten sehen den Markt aktuell in der „Infrastrukturphase“ einer neuen KI-Ökonomie, in der gigantische Investitionen in Rechenzentren und Halbleiter – mit Nvidia an der Spitze – den Takt vorgeben.

      Gleichzeitig warnt Nvidia-CEO Jensen Huang, dass ohne Lösung der Energiefrage selbst modernste KI-Chips zu „leeren Hüllen“ würden, da ihnen die nötige Stromversorgung fehlt. Die politische Antwort darauf sind ambitionierte Pläne zum Bau neuer Atomreaktoren, etwa durch Westinghouse in den USA, deren Stückkosten bei rund 16 Milliarden Dollar liegen sollen, sowie Projekte im Bereich Fusionsenergie wie die Initiative von Trump Media mit TAE Technologies. Damit avanciert Energie zum zentralen Engpassfaktor der KI-Revolution – ein Umfeld, in dem nicht nur Chip-Giganten wie Nvidia, sondern auch Strom- und Infrastrukturwerte in den Fokus langfristiger Investoren rücken.

      KURZNEWS

      • PUM – Puma: Puma geriet mit einem Kursrückgang von rund 2,3% unter Druck, nachdem Nike vor einer Nachfrageschwäche in China gewarnt hatte. Der wichtige Absatzmarkt China gilt für die gesamte Sportartikelbranche als zentral, sodass die Sorgen um Nike auf den Konkurrenten übergreifen.
      • RNO – Renault: Die Aktie von Renault legte um etwa +1,2% zu, nachdem S&P das Rating wieder auf Investment-Grade hochgestuft hatte. Begründet wurde der Schritt mit einer erfolgreichen Modelloffensive und einer stärkeren internationalen Präsenz, die künftige Absatzvolumina stützen soll.
      • DJT – Trump Media: Die Aktien von Trump Media zogen an, nachdem das Unternehmen eine Fusion mit dem Fusionskraft-Entwickler TAE Technologies angekündigt hatte. Die kombinierte Gesellschaft wird mit mehr als 6 Milliarden Dollar bewertet und plant bereits im kommenden Jahr mit dem Bau des ersten kommerziellen Fusionskraftwerks zu beginnen.
      • UBSG – UBS: UBS schloss in der Schweiz im Plus, nachdem bekannt wurde, dass die Bank Mitte Januar eine neue Runde von Stellenstreichungen einleiten will. Eine weitere Welle soll später im Jahr 2026 folgen, wenn IT-Systeme aus der Übernahme der Credit Suisse endgültig abgeschaltet werden.
      • FDX – FedEx: FedEx überraschte im zweiten Quartal positiv mit einem bereinigten Gewinn von 4,82 Dollar pro Aktie gegenüber erwarteten 4,12 Dollar und einem Umsatz von 23,5 Milliarden Dollar. Trotz temporärer Kostenüberschreitungen durch das Grounding von Flugzeugen und Netzwerkumbau hält das Management an ambitionierten Effizienzzielen fest und bestätigte die planmäßige Abspaltung von FedEx Freight bis zum 1. Juni 2026.
      • BBVA – BBVA: BBVA kündigte ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm über bis zu 3,96 Milliarden Euro an, das am 22. Dezember starten soll. Der Schritt wird als Signal an die Investoren nach der gescheiterten Übernahme der Banco Sabadell gewertet und stützte den Kurs um rund +0,7%.
      • GS – Goldman Sachs: Goldman Sachs gab einen sehr bullischen Rohstoffausblick und erwartet den Goldpreis bis 2026 auf etwa 4.900 Dollar je Unze steigen zu sehen. Für Öl (Brent) prognostiziert die Bank dagegen einen Preisrückgang auf durchschnittlich 56 Dollar je Barrel, bedingt durch ein drohendes Überangebot und schwächere Nachfrage aus China.
      • MS – Morgan Stanley: Morgan Stanley teilt die positive Sicht auf Gold mit einem Kursziel von rund 4.800 Dollar je Unze bis 2026 und zeigt sich zudem optimistisch für Kupfer und Lithium. Getrieben wird dies vom erwarteten Bedarf für KI-Rechenzentren und Batterien, während für den Ölmarkt ebenfalls eher Abwärtsrisiken gesehen werden.
      • BTC – Bitcoin: Bitcoin wird an der Wall Street zunehmend als fester Bestandteil des Finanzsystems angesehen, unterstützt durch neue Regulierungen für Stablecoins und die Zulassung von ETFs durch die SEC. Experten bezeichnen Bitcoin als „Apex Asset“ und digitalen Goldersatz, der als langfristiger Wertspeicher und Inflationsschutz dient, auch wenn die hohe Volatilität bleibt.
      • NFLX – Netflix: Händler setzen verstärkt darauf, dass Netflix im Übernahmekampf um Warner Bros. Discovery die Nase vorn haben könnte. Analystin Alicia Reese von Wedbush vergibt ein „Outperform“-Rating mit Kursziel 140 Dollar, warnt jedoch vor hohen regulatorischen Hürden für einen solchen Deal.
      • WBD – Warner Bros. Discovery: Warner Bros. Discovery steht im Zentrum eines Bietergefechts, nachdem das Board ein Angebot von Paramount abgelehnt hat. Stattdessen favorisieren die Verantwortlichen ein Zusammengehen mit Netflix, das als finanziell solider gilt, wenngleich wettbewerbsrechtliche Bedenken groß sind.
      • LYFT – Lyft: Die Aktie von Lyft verlor rund 3,75%, nachdem Wedbush das Papier herabgestuft hatte. Die Analysten sehen Lyft als Ridesharing-Anbieter mit dem größten strukturellen Risiko durch den Vormarsch autonomer Fahrzeuge, die das Geschäftsmodell langfristig untergraben könnten.
      • CVX – Chevron: Chevron bereitet den Export von rund 1 Million Barrel Rohöl aus Venezuela vor, obwohl die US-Regierung neue Sanktionen gegen bestimmte Tanker verhängt hat. Der Konzern operiert unter einer speziellen US-Lizenz und gilt damit als von der Blockade ausgenommen.
      • CHRW – C.H. Robinson: C.H. Robinson erreichte jüngst ein neues Allzeithoch, da Analysten das Unternehmen zunehmend als „AI-Play“ im Logistiksektor einstufen. Das asset-light Geschäftsmodell setzt stark auf Technologie zur Frachtvermittlung, was in einer zunehmend datengetriebenen Lieferkettenwelt als Wettbewerbsvorteil gesehen wird.
      • COIN – Coinbase: Coinbase erweitert sein Angebot um klassischen Aktienhandel, um Konkurrenten wie Robinhood frontal anzugreifen und neue Ertragsquellen etwa im Bereich Altersvorsorge zu erschließen. Mit rund 120 Millionen Kunden und strenger Regulierung sehen Analysten beträchtliches Wachstumspotenzial und verweisen auf eine charttechnische W-Formation als mögliches Trendumkehrsignal.
      • HOOD – Robinhood: Robinhood entwickelt sich stark im Bereich Prognosemärkte, denen die Deutsche Bank ein Volumen im Billionenbereich zutraut. Trotz eines Kursanstiegs von über 200% im Jahresverlauf sehen Analysten dank neuer Geschäftsfelder und der jüngsten Korrektur weiterhin Chancen für risikobereite Anleger.
      • CRM – Salesforce: Salesforce zählt 2025 zu den schwächsten Werten im Dow Jones mit einem Rückgang von über 22%, da Investoren die Monetarisierung der KI-Angebote anzweifeln. Das Produkt Agentforce blieb hinter den hohen Marketingversprechen zurück, und die Übernahme von Informatica wird kritisiert, weil sie vor allem Legacy-Daten adressiert und wenig Mehrwert für moderne LLM-Anwendungen bietet.
      • PYPL – PayPal: PayPal hat operativ zahlreiche Stellschrauben gedreht und sich mit Kooperationen mit Perplexity und OpenAI im Bereich KI-Agenten positioniert, doch der Aktienkurs spiegelt diese Fortschritte bislang kaum wider. Der Analystenkonsens erwartet zwischen 2024 und 2027 ein Gewinnwachstum von rund 40%, während das KGV von etwa 10 deutlich unter Werten von Peers wie Block, Visa oder Mastercard liegt.
      • RBI – Raiffeisen Bank International: Die Raiffeisen Bank International profitiert an der Börse von der Hoffnung auf eine Entspannung im Ukraine-Krieg, da sie unter den europäischen Großbanken am stärksten in Russland engagiert ist. Trotz sanktionierter, feststeckender Gewinne liegt die harte Kernkapitalquote auch bei vollständiger Abschreibung des Russland-Geschäfts über 15%, während Bewertungskennzahlen wie ein KGV von etwa 6 und ein KBV von 0,6 die Aktie im Sektorvergleich sehr günstig erscheinen lassen.

      KALENDER Firmen & Unternehmen

      EARNINGS

        MAKRO

        • US:
          • PCE-Inflationsdaten – Veröffentlichung 14:30 MEZ
        • EU:
          • EU-Darlehen für die Ukraine (90 Mrd. Euro) – politische Einigung, keine feste Uhrzeit

        IM BLICKPUNKT

        • Analysten zu NKE: Mehrere Häuser bestätigen trotz gesenkter Erwartungen eine positive Langfristsicht auf Nike (NKE) und verweisen auf den laufenden Turnaround unter CEO Elliott Hill. Kursziele bleiben überwiegend im Bereich von 90 bis 115 Dollar, wobei die Analysten Geduld bis mindestens 2026 einfordern.
        • Deutsche Bank zu BMW: Für BMW (BMW) werden Kursziele jenseits von 115 Euro bis hin zu 130 Euro im Jahr 2026 genannt, gestützt durch ein neues Aktienrückkaufprogramm über 625 Millionen Euro. Charttechnisch unterstreicht eine große inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation die angenommene Bodenbildung.
        • Analysten zu DHL Group: Die DHL Group (DHL) wird als Profiteur einer Erholung der Konsumnachfrage und des weiterhin starken E-Commerce gesehen. Kursziele von 55 bis 56 Euro im ersten Quartal würden einem Upside von etwa 20–25% vom aktuellen Niveau entsprechen.
        • Analysten zu Süss Microtec: Bei Süss Microtec (SMHN) sehen Experten nach operativ soliden Zahlen trotz kassierter Jahresprognose ein technisches Ausbruchsszenario. Erste Kursziele liegen bei rund 47 Euro, was einem Aufwärtspotenzial von etwa 21% entspricht.
        • Goldman Sachs zu Gold: Goldman Sachs stuft Gold im Rohstoffsektor klar bevorzugt ein und erwartet bis 2026 einen Preis von etwa 4.900 Dollar pro Unze. Begründet wird dies mit erwarteten Zinssenkungen der Federal Reserve und anhaltenden ETF-Zuflüssen.
        • Morgan Stanley zu Rohstoffen: Morgan Stanley zeigt sich für Gold ähnlich optimistisch mit einem Kursziel von rund 4.800 Dollar und sieht zusätzlich Aufwärtspotenzial bei Kupfer und Lithium. Für Öl (Brent) rechnet die Bank hingegen mit einem durchschnittlichen Preis von nur etwa 56 Dollar im Jahr 2026.
        • Analysten zu PayPal: Bei PayPal (PYPL) verweisen Analysten auf ein erwartetes Gewinnwachstum von rund 40% bis 2027 bei gleichzeitig niedrigem KGV von etwa 10. Im Vergleich zu Peers wie Block, Visa und Mastercard gilt die Aktie damit als deutlich unterbewertet.
        • Analysten zur Raiffeisen Bank International: Die Raiffeisen Bank International (RBI) wird mit einem KGV von rund 6 und einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,6 als klar unterbewertet gegenüber der europäischen Peergroup eingeschätzt. Analysten heben die solide Kapitalausstattung hervor und sehen zusätzlich Fantasie bei einer möglichen Lösung des Russland-Engagements.
        • Analysten zu Banco BPM: Banco BPM (BAMI) steht im Zentrum der erwarteten italienischen Bankenkonsolidierung und wird von Analysten mit einem KGV von rund 10 und einer Dividendenrendite von 5–6% als attraktiv bewertet. Die Fantasie um eine mögliche Fusion mit Monte dei Paschi und Mediobanca zu einem dritten Großplayer treibt die Bewertung.
        • Analysten zur Deutschen Bank: Die Deutsche Bank (DBK) hat ihren Kurs 2025 nahezu verdoppelt, und Analysten sehen dank der Strategie bis 2028 mit einer Eigenkapitalrendite von über 10% weiteres Potenzial. Der Ausbruch über die Marke von rund 31,95 Euro gilt charttechnisch als wichtiges Kaufsignal.

        Micron mit KI-Signal: Oracle wackelt – Microsoft reagiert

        KURZ & KNAPP

        Micron überzeugt mit starken Quartalszahlen und einem optimistischen Ausblick, der den KI-Infrastrukturboom untermauert. Dennoch kommt es an der Börse zu Gewinnmitnahmen und einer spürbaren Abkühlung der anfänglichen Euphorie. Gleichzeitig gerät Oracle nach dem Ausstieg eines wichtigen Finanzierers bei einem Milliarden-Rechenzentrumsprojekt unter Druck. Die Frage, wie belastbar die Finanzierung der KI-Datencenter ist, rückt damit in den Mittelpunkt.

        Auch andere Tech-Schwergewichte wie Microsoft reagieren auf das Zusammenspiel von schwächerer Stimmung einzelner Titel und robusten Inflationsdaten in den USA. Analysten wie Ryan Detrick verweisen auf eine zunehmende Marktbreite und stabile High-Yield-Märkte, was systemische Risiken im Tech- und KI-Sektor derzeit begrenzt erscheinen lässt. Kurzmeldungen zu Lululemon, Instacart und Accenture zeichnen zusätzlich ein gemischtes Bild des globalen Aktienmarkts.

        In Europa stehen unter anderem Rheinmetall, die Deutsche Bank, Infineon und Rational im Mittelpunkt der Berichterstattung. Die EZB belässt die Zinsen unverändert, während gleichzeitig hohe Staatsverschuldung und Konjunkturrisiken diskutiert werden. Wichtige Termine wie US-Arbeitsmarktdaten, Zentralbankentscheide in Großbritannien und Japan sowie anstehende Zahlen von FedEx und Nike prägen den weiteren Verlauf.

        AUSBLICK US-Märkte

        • UBS zu RAA: Die UBS hat Rational von „neutral“ auf „buy“ hochgestuft und das Kursziel angehoben, da die Bewertung inzwischen unter dem historischen Durchschnitt liegt und sich das Chartbild nach dem Sprung über den GD50 aufgehellt hat.
        • Unspecified zu IFX: Analysten bestätigen ihre positive Einschätzung für Infineon, sehen nach der Bestätigung der starken Speicherchip-Nachfrage durch Micron jedoch vor dem Jahreswechsel keinen akuten Handlungsbedarf und verweisen auf die etablierte Handelsspanne zwischen 32 und 38 Euro.
        • Ryan Detrick zum US-Markt: Marktstratege Ryan Detrick hebt hervor, dass trotz schwächerer Tech-Schwergewichte wie Oracle die Marktbreite zunimmt, mit mehr 52-Wochen-Hochs an der NYSE und einem steigenden Anteil der S&P-500-Titel über ihren 50- und 200-Tage-Linien.
        • Ryan Detrick zu High Yield: Detrick betont, dass echte systemische Risiken im Tech- und KI-Sektor sich in High-Yield-Unternehmensanleihen zeigen müssten, diese aber weniger als 1 % unter Allzeithoch notieren – ein Hinweis darauf, dass er derzeit keinen beginnenden Dominoeffekt sieht.
        • Ryan Detrick zu KI-Gewichtung: Er verweist zudem darauf, dass KI-Aktien inzwischen rund 46 % des S&P 500 ausmachen, gegenüber 27 % im Jahr 2022, und dennoch die Kursgewinne zuletzt breit auf Equal-Weight-Indizes, den Russell 2000 sowie internationale Märkte und Zykliker übergegriffen haben.

        DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

        Micron (MU) – Lackmustest für den KI-Infrastrukturboom?

        Micron Technology (MU, $257.41) hat mit seinen jüngsten Quartalszahlen und dem Ausblick ein deutliches Ausrufezeichen hinter den KI-Speicherboom gesetzt – und wird an der Börse dennoch abverkauft. Der Speicherchiphersteller meldete einen Umsatz von 13,64 Milliarden Dollar und ein Gewinn je Aktie von 4,78 Dollar, klar über den Konsenserwartungen von 12,8–12,9 Milliarden Dollar Umsatz und 3,90–4,00 Dollar EPS. Für das kommende Quartal stellte Micron sogar 18,7 Milliarden Dollar Umsatz, ein EPS von 8,42 Dollar und eine Bruttomarge von 68 % in Aussicht – eine Prognose, die die bisherigen Schätzungen um bis zu 80 % übertrifft. Dennoch nutzt der Markt diese außergewöhnlich starken Daten für Gewinnmitnahmen, was Analysten als typisches Muster einer Distributionsphase interpretieren. Besonders im Fokus steht der Bereich High Bandwidth Memory (HBM), in dem die Nachfrage die verfügbaren Kapazitäten von Micron bei weitem übersteigt.

        Führungskräfte von Micron betonten, dass die Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage im KI-Speichermarkt die größte sei, die man in den letzten 25 Jahren in der Branche gesehen habe. Kunden müssten auf Lieferungen warten, während das Unternehmen mit Hochdruck an der Erweiterung seiner Produktionskapazitäten arbeitet. Die enorme Knappheit bei Speicherchips für KI-Rechenzentren verschafft Micron erhebliche Preissetzungsmacht, was die Profitabilität deutlich nach oben treibt. Marktbeobachter sehen in den Zahlen eine Bestätigung dafür, dass der viel diskutierte „Picks-and-Shovels“-Trade im KI-Sektor – also Investitionen in Infrastrukturzulieferer statt in reine KI-Software-Player – weiterhin intakt ist. Gleichzeitig zeigt die schwache Kursreaktion trotz des starken Zahlenwerks, dass viele Investoren nach der Rally der vergangenen Monate bereits stark positioniert sind und gute Nachrichten für Positionsabbau nutzen.

        Im vorbörslichen Handel sprangen die Aktien von Micron zeitweise um über 11–14 % nach oben und zogen den gesamten Halbleitersektor mit nach oben, bevor sich die Euphorie im regulären Handel wieder abkühlte. Die starke Guidance gilt als wichtiges Gegengewicht zu Sorgen über eine Übertreibung bei KI-Bewertungen und liefert Rückenwind für verwandte Titel wie Infineon und Ixtron, die von der Bestätigung des Nachfragebooms profitieren. Gleichwohl bleibt die Frage, ob die extrem hohe Profitabilität im Zyklusverlauf gehalten werden kann, vor allem wenn sich die globale Konjunktur abkühlt oder die Finanzierung neuer Rechenzentren – wie im Fall von Oracle – schwieriger wird. Für Anleger ist Micron damit zum Lackmustest geworden: Hält die KI-Infrastrukturstory, könnten die aktuellen Rücksetzer als Einstiegschance gelten, kippt die Finanzierungskette, droht eine Neubewertung der gesamten Lieferkette. Kurzfristig dürfte der Titel stark von Stimmungsumschwüngen im KI-Sektor abhängen, während die operativen Fundamentaldaten so robust sind wie seit Jahren nicht mehr.

        Oracle (ORCL) – Kippt die Finanzierbarkeit der KI-Datencenter?

        Oracle (ORCL, $181.74) steht nach dem Rückzug von Blue Owl Capital aus der Finanzierung eines rund 10 Milliarden Dollar schweren Rechenzentrumsprojekts in Michigan massiv unter Druck. Der Kurssturz gilt als deutlichstes Misstrauensvotum seit einem Jahrzehnt gegenüber der aggressiven Cloud- und KI-Infrastrukturstrategie des Konzerns, der mit langfristigen Leasingverpflichtungen von fast einer Viertel Billion Dollar ohnehin hoch verschuldet ist. Parallel schossen die Credit Default Swaps auf Oracle-Schulden nach oben, was die Sorgen des Marktes vor steigenden Refinanzierungskosten und strukturellen Risiken im Geschäftsmodell widerspiegelt. Analysten ziehen bereits Parallelen zu WeWork, weil Oracle langfristige Miet- und Leasingverträge für Rechenzentren eingeht, die mit kurzfristigen Vermietungen von Nvidia-Chips an KI-Kunden gegenfinanziert werden. Bricht die kurzfristige Nachfrage weg oder werden Finanzierer selektiver, droht ein gefährlicher Hebeleffekt.

        Der Rückzug von Blue Owl wird an den Märkten als Wendepunkt in der Erzählung von scheinbar automatisch durchfinanzierten KI-Milliardenprojekten gewertet. Da Banken solche Mega-Rechenzentren oft nicht allein stemmen können, wird die Rolle privater Kreditgeber zum Nadelöhr für den weiteren Ausbau der globalen KI-Infrastruktur. Investoren beginnen zu hinterfragen, ob die bislang eingepreisten Wachstumsfantasien bei Oracle und entlang der gesamten Hardware-Wertschöpfungskette – von Nvidia über AMD und Broadcom bis hin zu Ausrüstern wie Vertiv und Arista Networks – tatsächlich realisiert werden können, wenn zentrale Projekte verzögert oder gestrichen werden. Kurzfristig signalisiert der Sprung in den CDS-Spreads und der Kursrutsch, dass der Markt eine höhere Risikoprämie für die KI-Offensive von Oracle verlangt, während der Sektor insgesamt sensibler auf Nachrichten zur Finanzierung von Rechenzentren reagieren dürfte.

        Rheinmetall (RHM) – Wird der reine Rüstungsplayer zum neuen DAX-Anker?

        Rheinmetall (RHM.DE, $1521.00, -0,39%) schärft sein Profil als Rüstungskonzern und kündigt den kompletten Ausstieg aus dem zivilen Geschäft an. Per Ad-hoc-Mitteilung teilte das Unternehmen mit, dass die verbliebenen zivilen Sparten, darunter etwa Aktivitäten rund um Ladestationen, verkauft werden sollen, der Abschluss wird für das erste Quartal erwartet. Damit reagiert Rheinmetall auf die stark steigende Nachfrage nach Verteidigungsgütern in Europa, die den Konzern noch tiefer in seine militärischen Kernmärkte zieht. Ohne das zivile Geschäft stellt das Management ein Umsatzwachstum von +30 bis +35 % sowie eine operative Marge von 18,5 bis 19 % in Aussicht, muss dafür allerdings eine Abschreibung von rund 350 Millionen Euro verkraften.

        Strategisch positioniert sich Rheinmetall damit als klarer Profiteur der anhaltend hohen Rüstungsbudgets europäischer Staaten und der unsicheren geopolitischen Lage, auch wenn Friedensinitiativen für zeitweise Volatilität im Kurs sorgen. Charttechnisch sehen Experten eine mögliche Stabilisierung am 50-Wochen-Durchschnitt, während die Aktie sich bislang oberhalb der Marke von 1.500 Euro behauptet. Angesichts prall gefüllter Auftragsbücher halten Analysten langfristige Kursziele von deutlich über 2.000 Euro für erreichbar, sofern die politischen Rahmenbedingungen und die Haushaltspläne der Nato-Staaten unverändert bleiben. Für den DAX könnte Rheinmetall damit zu einem neuen defensiven Anker im Verteidigungsboom werden – mit der Kehrseite, dass der Konzern nun vollständig vom Rüstungszyklus abhängig ist.

        Deutsche Bank (DBK) – Was bringt der EZB-Zinsstopp für den Finanzsektor?

        Die Deutsche Bank (DBK.DE, $32.16, +1,61%) profitiert von der Entscheidung der Europäischen Zentralbank, den Einlagenzins bei 2,0 % und den Refinanzierungssatz bei 2,15 % zu belassen. Präsidentin Christine Lagarde betonte einen datenabhängigen, eher konservativen Kurs und signalisierte, dass die Zinsen bei einer anziehenden Konjunktur auch wieder steigen könnten. Die aktualisierten Prognosen der EZB sehen die Inflation für 2025 bei 2,1 %, für 2026 bei 1,9 % und für 2028 bei rund 2 %, gleichzeitig wurde die Wachstumsprognose für die Eurozone 2026 auf 1,2 % angehoben. Dies schafft für Banken wie die Deutsche Bank ein Umfeld mit stabilen bis moderat steigenden Zinsen und der Aussicht auf eine schrittweise Konjunkturerholung.

        Belastungsfaktoren bleiben allerdings die geplanten Rekord-Neuverschuldungen in der Eurozone, darunter bis zu 140 Milliarden Euro in Deutschland, die die Anleiherenditen nach oben treiben und das Zinsumfeld volatiler machen könnten. Zudem verweist die EZB auf hartnäckige Dienstleistungsinflation und geopolitische Risiken, darunter der Ukraine-Krieg, die im Extremfall erneute Zinserhöhungen erzwingen könnten. Für den Bankensektor bedeutet der Zinsstopp kurzfristig Rückenwind durch stabile Margen, mittel- bis langfristig hängt die Story jedoch von der tatsächlichen Wachstumsdynamik im Euroraum und der Entwicklung der Staatsfinanzen ab. Anleger werten die aktuelle Gemengelage als vorsichtig positiv für zyklische Finanzwerte wie die Deutsche Bank, behalten aber die Risikoaufschläge auf europäische Staatsanleihen genau im Blick.

        Microsoft (MSFT) – Wie viel Rückenwind bringt die US-Inflation bei 2,7 %?

        Microsoft (MSFT, $479.51, -0,06%) steht stellvertretend für die großen US-Tech-Werte, die von den überraschend niedrigen US-Inflationsdaten potenziell profitieren könnten. Die Verbraucherpreise in den USA stiegen im November im Jahresvergleich um lediglich 2,7 %, deutlich unter der Erwartung von 3,1 %, während die Kerninflation bei 2,6 % statt der prognostizierten 3,0 % lag. An den Märkten wird dies als möglicher „Befreiungsschlag“ gewertet, der der US-Notenbank Federal Reserve zusätzlichen Spielraum für weitere Zinssenkungen verschafft, nachdem sie den Leitzins bereits dreimal in Folge um jeweils 25 Basispunkte gesenkt hat. Ein Umfeld fallender oder stabil niedriger Zinsen stützt typischerweise die Bewertungsniveaus wachstumsstarker Technologiewerte wie Microsoft, insbesondere im kapitalintensiven KI- und Cloud-Geschäft.

        Allerdings mahnen Ökonomen zur Vorsicht, da die Datenerhebung durch den Regierungs-Shutdown beeinträchtigt war und der Oktober mangels Daten faktisch mit 0,0 % in die Berechnung einging, was den November-Wert rechnerisch um rund 0,27 Prozentpunkte nach unten verzerren könnte. Zudem könnten Saisoneffekte rund um den Black Friday das Bild verschleiern, sodass sich der jüngste Inflationsrückgang als weniger robust erweisen könnte als auf den ersten Blick erscheint. Für Microsoft und den breiten Tech-Sektor bleibt der Trend dennoch klar: Solange die Fed eher die Beschäftigung schützt und bei konjunkturellen Risiken bereit ist gegenzusteuern, bleibt die Liquiditätskulisse günstig. Ob daraus ein nachhaltiger Schub für KI-Plattformen wie Azure und die Kooperation mit OpenAI wird, hängt jedoch davon ab, ob die Märkte den aktuellen Inflationspfad als glaubwürdig einstufen.

        KURZNEWS

        • BP: Der Ölkonzern holt Meg O’Neill, bisherige Chefin von Woodside Energy, als neue CEO an die Spitze und macht sie damit zur ersten Frau an der Spitze eines „Big Oil“-Unternehmens. Investoren werten ihre Ernennung als Signal für eine strategische Rückbesinnung auf das Kerngeschäft Öl und Gas, nachdem frühere Wetten auf erneuerbare Energien enttäuscht hatten.
        • Woodside Energy: Die Aktie von Woodside Energy geriet in Sydney unter Druck, nachdem bekannt wurde, dass CEO Meg O’Neill zum britischen Rivalen BP wechselt. Marktteilnehmer rechnen damit, dass der Abgang der Chefin eine strategische Neuaufstellung erzwingt, insbesondere im profitablen LNG-Geschäft.
        • Instacart: Die Aktien von Instacart fielen vorbörslich um mehr als 6 %, nachdem Reuters über eine FTC-Untersuchung zum Einsatz von KI-Preistools berichtete. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück, doch die Meldung unterstreicht, dass der Einsatz von KI in der Preisgestaltung zunehmend in den Fokus der US-Regulierer rückt.
        • Lululemon (LULU): Die Aktien von Lululemon sprangen im vorbörslichen Handel um über 5–6 % nach oben, nachdem der aktivistische Investor Elliott Management eine Beteiligung von mehr als 1 Milliarde Dollar offengelegt hatte. Elliott drängt offenbar auf einen strategischen Turnaround und bringt mit Jane Nielsen, einer früheren Ralph-Lauren-Managerin, eine mögliche neue CEO-Kandidatin ins Gespräch.
        • Nike (NKE): Nike legte vor den Quartalszahlen leicht um +0,44 % zu, während der Markt auf Hinweise zur strategischen Neuausrichtung unter dem neuen CEO Elliott Hill wartet. Analysten erwarten zwar einen Ergebnisbeat, sehen das Ziel von 10 % Wachstum bei steigenden Margen im aktuellen Konsumumfeld aber als äußerst ambitioniert an.
        • Accenture (ACN): Accenture übertraf im ersten Geschäftsquartal mit einem Gewinn je Aktie von 3,94 Dollar die Erwartung von 3,73 Dollar, lieferte insgesamt aber einen gemischten Bericht. Nach anfänglichen Gewinnen drehte die Aktie ins Minus, was auf Zurückhaltung der Investoren bei der weiteren Wachstumsdynamik im Beratungsgeschäft hindeutet.
        • FedEx (FDX): FedEx veröffentlicht nach Börsenschluss die Zahlen für das zweite Geschäftsquartal, der Markt rechnet mit einem Gewinn je Aktie von 4,10 Dollar bei 22,79 Milliarden Dollar Umsatz. Im vorbörslichen Handel blieb die Aktie weitgehend unbewegt, da Anleger auf frische Signale zur globalen Nachfrage und zu möglichen Effizienzprogrammen warten.
        • MillerKnoll (MLKN): Die Möbelgruppe MillerKnoll legte nach besser als erwarteten Zahlen für das zweite Quartal um rund +7,02 % zu. Besonders positiv aufgenommen wurde die robuste Prognose für das laufende Quartal, die auf anhaltende Stärke im Objekt- und Büromöbelgeschäft hindeutet.
        • Deutz: Deutz baut mit der Übernahme von Ferg-Aggregatebau sein Geschäft mit Notstromlösungen aus, finanziert über Fremdkapital und mit Abschluss im ersten Quartal. Nach einem kurzfristigen Kurssprung fiel die Aktie im schwachen Gesamtmarkt auf 8,37 Euro zurück, wobei Analysten eine Konsolidierung zwischen 8 und 9 Euro als Basis für einen möglichen Ausbruch über 10 Euro sehen.
        • Douglas: Die Aktie von Douglas verlor nach einem enttäuschenden Ausblick über 5 %, obwohl im abgelaufenen Geschäftsjahr 4,6 Milliarden Euro Umsatz und eine Marge von 16,8 % erzielt wurden. Im Schlussquartal machten sich eine höhere Preissensibilität der Kunden sowie stärkerer Rabatt- und Wettbewerbsdruck bemerkbar, was die Erwartungen für Umsatzwachstum und EBITDA-Marge dämpft.
        • Infineon (IFX): Bei Infineon sorgt der starke Zahlen- und Prognoseüberraschungseffekt bei Micron nur für eine Stabilisierung um die Marke von 35 Euro. Die Aktie steckt weiter in einer Handelsspanne zwischen 32 und 38 Euro fest, sodass Analysten vor dem Jahreswechsel keinen unmittelbaren Handlungsbedarf sehen.
        • Rational: Die Aktie von Rational legt deutlich zu, nachdem die UBS den Wert von „neutral“ auf „buy“ hochgestuft und das Kursziel angehoben hat. Charttechnisch hat sich das Bild mit dem Sprung über den 50-Tage-Durchschnitt aufgehellt, dennoch empfehlen Analysten für einen nachhaltigen Einstieg Kurse im Bereich von 655 bis 660 Euro abzuwarten.
        • GEA Group: Die GEA Group stärkt ihr Ventilgeschäft durch die Übernahme des skandinavischen Unternehmens Hydract, das auf wasserhydraulische Ventilantriebe spezialisiert ist. Diese Technologie soll Energie und Kosten sparen und das Portfolio in den Bereichen Getränke, Molkerei und Pharma ergänzen, während die Aktie trotz Erholungstendenzen weiterhin mit dem schwachen Gesamtmarkt kämpft.
        • BP (zweite Perspektive): Mehrere Analysten sehen in der Berufung von Meg O’Neill zur CEO von BP ein klares Bekenntnis zu LNG und Gas, nachdem sie bei Woodside Energy ähnliche Weichenstellungen vorgenommen hatte. Ihre Erfolge dort, darunter die Verlängerung der Northwest-Shelf-Gas-Facility bis 2070 und die Übernahme von Louisiana LNG, nähren Erwartungen an eine fokussiertere, renditeorientierte Strategie bei BP.
        • Warner Bros. Discovery (WBD): Bei den laufenden Übernahmeverhandlungen um Warner Bros. Discovery warnt Berater Roger Altman vor den Risiken des Angebots von Paramount, das als extremes, hochverschuldetes LBO ohne gesicherte Eigenkapitalzusage bewertet wird. Insbesondere die Unsicherheit rund um den sogenannten Ellison-Backstop eines widerruflichen Trusts lässt Zweifel an der Finanzierungssicherheit aufkommen, weshalb alternative Optionen mit stabilerer Kapitalbasis attraktiver erscheinen könnten.
        • Paramount (PARA): Paramount versucht trotz einer Marktkapitalisierung von nur rund 15 Milliarden Dollar eine potenziell 108 Milliarden Dollar schwere Transaktion mit Warner Bros. Discovery zu stemmen. Da das Unternehmen kaum freien Cashflow generiert und bisher keine rechtlich bindenden Eigenkapitalzusagen vorgelegt wurden, sehen Berater das Gebot als hochriskant und pochen auf klar definierte Equity-Backstops nach dem Vorbild des Twitter-Deals.
        • Evercore (EVR): Roger Altman von Evercore betont in der Debatte um die Warner-Deals die Komplexität milliardenschwerer M&A-Transaktionen, die zunehmend als stark fremdfinanzierte LBOs strukturiert sind. Er hebt hervor, dass gerade in Medien- und Tech-Deals die Qualität der Finanzierung – inklusive wasserdichter Eigenkapitalzusagen und der Struktur von Trusts – entscheidend für die Bewertung konkurrierender Angebote ist.
        • Lululemon (zweite Perspektive): Neben der Beteiligung von Elliott Management spielt auch der anstehende Führungswechsel bei Lululemon eine Rolle, da der aktuelle CEO seinen Rücktritt für Ende Januar angekündigt hat. Der Markt spekuliert, dass ein neuer Managementansatz helfen könnte, die Marke besser gegen wachsende Konkurrenz im Premium-Athleisure-Segment zu positionieren.
        • Micron (Sektor-Effekt): Die Aktie von Micron legte vorbörslich zeitweise um rund 10–14 % zu und war damit der größte Gewinner im S&P 500, bevor es im regulären Handel zu Gewinnmitnahmen kam. Analysten sehen in der positiven Überraschung eine Bestätigung für die Stärke des KI-Handels, zugleich aber auch eine gesunde Skepsis im Markt, der angesichts der Oracle-/Blue-Owl-Schlagzeilen genau hinschaut, wo die Grenzen des aktuellen Booms liegen.

        KALENDER Firmen & Unternehmen

        EARNINGS

        • FEDEX: FedEx (FDX) – Q2-Geschäftszahlen, nach US-Börsenschluss
        • NIKE: Nike (NKE) – Ergebnisse Q2 des Geschäftsjahres, nach US-Börsenschluss
        • ACCENTURE: Accenture (ACN) – Q1-Geschäftszahlen wurden vor US-Markteröffnung veröffentlicht

        MAKRO

        • USA_CPI: USA – Verbraucherpreise (CPI) November, bereits veröffentlicht; Headline 2,7 % J/J, Kernrate 2,6 % J/J
        • USA_JOBLESSCLAIMS: USA – Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, Veröffentlichung am Nachmittag (MEZ)
        • USA_PHILADELPHIAFED: USA – Philadelphia Fed Index, Veröffentlichung am Nachmittag (MEZ)
        • EUROZONE_EZB: Eurozone – Zinsentscheid der EZB, Einlagenzins unverändert bei 2,0 %, Refinanzierungssatz bei 2,15 %
        • UK_BOE: Großbritannien – Zinsentscheid der Bank of England, Markt erwartet Zinssenkung um 25 Basispunkte auf 3,75 %
        • JAPAN_BOJ: Japan – Anstehender Zinsentscheid der Bank of Japan, Markt spekuliert auf Zinserhöhung um 25 Basispunkte

        IM BLICKPUNKT

        • UBS zu RAA: Die UBS hat Rational von „neutral“ auf „buy“ hochgestuft und das Kursziel angehoben, da die Bewertung inzwischen unter dem historischen Durchschnitt liegt und sich das Chartbild nach dem Sprung über den GD50 aufgehellt hat.
        • Unspecified zu IFX: Analysten bestätigen ihre positive Einschätzung für Infineon, sehen nach der Bestätigung der starken Speicherchip-Nachfrage durch Micron jedoch vor dem Jahreswechsel keinen akuten Handlungsbedarf und verweisen auf die etablierte Handelsspanne zwischen 32 und 38 Euro.
        • Ryan Detrick zum US-Markt: Marktstratege Ryan Detrick hebt hervor, dass trotz schwächerer Tech-Schwergewichte wie Oracle die Marktbreite zunimmt, mit mehr 52-Wochen-Hochs an der NYSE und einem steigenden Anteil der S&P-500-Titel über ihren 50- und 200-Tage-Linien.
        • Ryan Detrick zu High Yield: Detrick betont, dass echte systemische Risiken im Tech- und KI-Sektor sich in High-Yield-Unternehmensanleihen zeigen müssten, diese aber weniger als 1 % unter Allzeithoch notieren – ein Hinweis darauf, dass er derzeit keinen beginnenden Dominoeffekt sieht.
        • Ryan Detrick zu KI-Gewichtung: Er verweist zudem darauf, dass KI-Aktien inzwischen rund 46 % des S&P 500 ausmachen, gegenüber 27 % im Jahr 2022, und dennoch die Kursgewinne zuletzt breit auf Equal-Weight-Indizes, den Russell 2000 sowie internationale Märkte und Zykliker übergegriffen haben.


        Micron Technology: KI-Speicherboom treibt Story – Oracle & Nvidia

        KURZ & KNAPP

        Micron Technology meldet starke Quartalszahlen, übertrifft die Erwartungen deutlich und setzt auf anhaltende Knappheit bei HBM-Speichern für KI-Rechenzentren. Der Ausblick signalisiert weiter hohe Nachfrage nach Speicherlösungen und stützt die Diskussion um einen möglichen KI-Superzyklus. Gleichzeitig gerät Oracle wegen Unsicherheiten um die Finanzierung eines Milliarden-Rechenzentrumsprojekts unter Druck. Der Markt ringt damit, wie tragfähig die massiven KI-Investitionen tatsächlich sind.

        An den US-Börsen belasten Gewinnmitnahmen im Tech- und KI-Sektor die Leitindizes, während die starken Zahlen von Micron einen Gegenpol zur Skepsis liefern. Der KI-Komplex von Nvidia über Alphabet bis Microsoft steht nach Bewertungsrekorden auf dem Prüfstand. Parallel rücken Energie- und Infrastrukturwerte wie GE Vernova, E.ON und RWE als Gewinner des stromhungrigen KI-Ausbaus in den Vordergrund.

        In Asien sorgt die mögliche Schieflage von China Vanke für Sorgen im Immobilien- und Bankensektor, während Indizes wie Nikkei 225 und Hang Seng schwankungsanfällig bleiben. Europäische Rüstungswerte wie Rheinmetall bewegen sich in einem intakten Aufwärtstrend, getrieben von geopolitischen Spannungen. Zudem richten sich die Blicke auf die heutigen EZB– und US-Inflationsdaten, die neue Hinweise für den künftigen Kurs der Federal Reserve liefern könnten.

        RÜCKSPIEGEL

        Die US-Börsen haben den Mittwoch mit deutlichen Verlusten beendet: Der Dow Jones schloss -0,5% tiefer bei 47.885,97 Punkten, der S&P 500 gab -1,2% auf 6.721,43 Punkte ab und der technologie­lastige Nasdaq 100 rutschte -1,9% auf 24.647,61 Punkte ab. Belastet wurde vor allem der KI- und Chipsektor, nachdem Berichte über stockende Finanzierungen bei Oracle (ORCL, $179,28, -5,40%) die Sorge schürten, dass der KI-Investitionszyklus zu teuer werden könnte. Nachbörslich sorgte dagegen Micron Technology (MU, $247,68, -3,01%) mit sehr starken Quartalszahlen und einem deutlich über den Erwartungen liegenden Ausblick für positive Überraschungen im Speicherchip-Segment.

        In Asien setzten sich die Abgaben der Wall Street am Donnerstagmorgen fort: Der japanische Leitindex Nikkei 225 liegt zuletzt bei 49.142 Punkten und damit +0,19%, nachdem er zuvor deutlicher unter Druck gestanden hatte. In China notiert der China A50 bei 15.186 Punkten (+0,20%), während der Hang Seng in Hongkong bei 25.486 Punkten um +0,90% zulegt, gestützt von Einzelwerten aus dem Finanz- und Energiebereich. Die Unsicherheit rund um den angeschlagenen Immobilienentwickler China Vanke (000002.SZ, kein Kurs angegeben) belastet jedoch weiterhin das Sentiment im asiatischen Immobilien- und Bankensektor.

        Am frühen Morgen zeigen sich die europäischen Futures verhalten: Der DAX 40 wurde von IG bei rund 23.934 Punkten und damit leicht unter dem gestrigen Schluss von 23.960,59 Punkten taxiert; im Kassa-Handel steht der Index aktuell bei 23.983 Punkten (+0,31%). Im Fokus stehen heute die Zinsentscheidungen der Europäischen Zentralbank und anderer europäischer Notenbanken sowie die US-Inflationsdaten für November, die wichtige Hinweise auf den weiteren Kurs der US-Notenbank Federal Reserve geben dürften. Parallel bleiben die starken Bewegungen an den Krypto- und Rohstoffmärkten ein zusätzlicher Volatilitätstreiber.

        DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

        Micron Technology (MU) – Wie lange trägt der KI-Speicherboom die Aktie?

        Micron Technology (MU, $247,68, -3,01%) hat mit seinen Zahlen zum ersten Quartal des Fiskaljahres 2026 die Erwartungen der Wall Street deutlich übertroffen und den KI-Sektor trotz genereller Skepsis neu befeuert. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit $4,78 deutlich über den erwarteten $3,95, der Umsatz stieg auf $13,64 Mrd. gegenüber prognostizierten rund $12,84–12,95 Mrd. und legte im Jahresvergleich um 57% zu. Besonders dynamisch wuchsen der Cloud-Speicherumsatz auf $5,28 Mrd. (Verdopplung) und die Speicherlösungen für Rechenzentren auf $2,38 Mrd. (+4% YoY), getrieben durch höhere Preise für Speicherprodukte. Für das laufende Quartal stellt Micron nun einen Umsatzkorridor von $18,3–19,1 Mrd. in Aussicht – weit über dem Marktkonsens von rund $14,2–14,4 Mrd. – bei erwarteten Bruttomargen von 67–69% und einem bereinigten EPS von etwa $8,42. Die Aktie legte im nachbörslichen Handel zeitweise bis zu +8% zu und zog auch asiatische Wettbewerber wie SK Hynix mit nach oben.

        CEO Sanjay Mehrotra betonte in der Analystenkonferenz, dass der Boom im Bereich der KI-Rechenzentren zu einem massiven Anstieg der Nachfrage nach leistungsstarkem und speicherintensivem Speicher führt. Besonders gefragt ist HBM (High Bandwidth Memory), der für moderne KI-Modelle essenziell ist; Micron rechnet hier mit einer anhaltenden Knappheit bis weit ins Jahr 2026 hinein. Laut Management wächst die Nachfrage nach Server-Einheiten im Jahr 2025 um „hohe zweistellige“ Prozentsätze, während gleichzeitig das Angebot an Speicherchips „quasi ausverkauft“ sei – das stärkste Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage seit 25 Jahren. Diese Engpässe erlauben dem Unternehmen, deutlich höhere Preise durchzusetzen und unterstreichen die Rolle von Micron als „essentieller KI-Enabler“ im aktuellen Investitionszyklus. Die starke Prognose stützte nicht nur den gesamten Speichersegment-Komplex, sondern diente vielen Anlegern auch als Gegenpol zu den jüngsten Sorgen um eine Überdehnung der KI-Bewertungen.

        Gleichzeitig bleibt der Markt wachsam, weil die Speicherindustrie strukturell stark zyklisch ist und Analysten vor Übertreibungen warnen. Während Micron kurzfristig klar von Versorgungsengpässen und hoher KI-Nachfrage profitiert, erinnern Experten daran, dass frühere Superzyklen im Speicherbereich oft in scharfe Korrekturen mündeten, sobald neue Kapazitäten ans Netz kamen. Hinzu kommt, dass große KI-Infrastrukturprojekte – etwa bei Oracle (ORCL, $179,28, -5,40%) oder den Hyperscalern – enorme CapEx und wachsende Verschuldung erfordern, was die Debatte um eine mögliche KI-Blase anheizt. Für Anleger bedeutet dies: Die kurzfristige Story von Micron ist so stark wie seit Jahrzehnten nicht, doch das Chance-Risiko-Profil hängt zunehmend davon ab, ob der KI-getriebene Speicher-Superzyklus länger anhält als frühere Aufschwünge. In diesem Umfeld dürfte die Aktie stark auf jede Veränderung der Nachfrageindikatoren im KI-Sektor und auf Signale zu möglichen Kapazitätserweiterungen reagieren.

        Oracle (ORCL) – Kippt die KI-Investitionsstory nach dem Finanzierungs-Schock?

        Oracle (ORCL, $179,28, -5,40%) geriet zur Wochenmitte massiv unter Druck, nachdem ein Bericht der Financial Times Zweifel an der Finanzierung eines rund $10 Mrd. schweren Rechenzentrumsprojekts in Michigan aufkommen ließ. Demnach soll der langjährige Finanzierungspartner Blue Owl Capital kein Eigenkapital für die geplante 1-Gigawatt-Anlage bereitstellen, die als Infrastrukturprojekt für OpenAI vorgesehen ist. Obwohl Oracle und der Entwicklungspartner Related Digital betonen, dass das Projekt weiterläuft und lediglich ein anderer Eigenkapitalpartner gewählt worden sei, löste die Nachricht einen Kursrutsch von mehr als 5% aus. Die Marktteilnehmer fürchten, dass die aggressiven KI-Ausbaupläne wegen steigender Verschuldung und Leasingverpflichtungen die Profitabilität von Oracle auf Jahre belasten könnten.

        Besonders kritisch sehen Investoren, dass sich die langfristigen Leasing- und Kapazitätsverpflichtungen für Rechenzentren bei Oracle inzwischen auf rund $248 Mrd. über 15 bis 19 Jahre summieren und die Gesamtverbindlichkeiten inklusive Schulden mehr als $120 Mrd. betragen. Bereits in der Vorwoche hatte Oracle zusätzliche CapEx von $15 Mrd. für das laufende Geschäftsjahr angekündigt, während parallel die enge Verknüpfung mit Großkunden wie OpenAI ein Klumpenrisiko birgt. Vor diesem Hintergrund wird das Michigan-Projekt zum Symbol für die breitere Debatte: Sind die gigantischen KI-Infrastrukturinvestitionen, die häufig über Schulden und außerbilanzielle Konstruktionen finanziert werden, langfristig tragfähig? An der Börse hat sich die Oracle-Aktie seit ihrem Allzeithoch im September bereits fast halbiert; kurzfristig bleibt sie ein Gradmesser dafür, ob der Markt die KI-CapEx-Welle als nachhaltigen Wachstumstreiber oder als Vorboten einer Blase interpretiert.

        China Vanke (000002.SZ) – Wird die nächste Immobilien-Schieflage zum Bankenproblem?

        Der chinesische Immobilienriese China Vanke (000002.SZ, kein Kurs angegeben) steht vor entscheidenden Tagen und ringt mit seinen Gläubigern um Aufschub von Zins- und Tilgungszahlungen, um einen Zahlungsausfall zu vermeiden. Das Unternehmen hat Banken gebeten, verzögerte Zinszahlungen zu akzeptieren, und den Anleihehaltern vorgeschlagen, die Rückzahlung einer 2-Milliarden-Yuan-Anleihe um zwölf Monate zu verschieben. Für eine Annahme des Vorschlags ist eine Zustimmung von 90% der Anleihehalter erforderlich; Experten warnen vor einem möglichen Default bereits am kommenden Montag, sollte keine Einigung zustande kommen. Die angespannten Verhandlungen verdeutlichen, wie eng die Liquiditätsreserven des lange als staatlich gestützt geltenden Entwicklers inzwischen geworden sind.

        Ein Zahlungsausfall von China Vanke hätte nach Einschätzung von Analysten weitreichende Folgen für den chinesischen Finanzsektor und das Vertrauen der Hauskäufer. Viele lokale Banken sind sowohl über Kredite als auch über Anleihen stark in Vanke engagiert, sodass eine Restrukturierung oder Insolvenz das Risiko von Abschreibungen und neuen Kapitalbedarfen erhöhen könnte. Besonders kritisch wäre, dass ein solcher Fall die bisherige Annahme erschüttern würde, staatlich kontrollierte Bauträger seien deutlich sicherer als rein private Wettbewerber – mit potenziell negativer Signalwirkung auf Vorverkäufe und Finanzierungskosten im gesamten Sektor. Für asiatische Märkte insgesamt bleibt die Immobilienkrise damit ein zentraler Belastungsfaktor, der trotz Zwischenerholungen immer wieder Druck auf Banken und Infrastrukturwerte ausübt.

        Rheinmetall (RHM.DE) – Wie lange trägt der Rüstungsboom nach gescheiterten Friedensgesprächen?

        Rheinmetall (RHM.DE, $1.520,50, -0,43%) und andere europäische Rüstungswerte bleiben im Fokus, nachdem Friedensgespräche im Ukraine-Krieg gescheitert sind und die Hoffnung auf eine Waffenruhe vor Weihnachten zerplatzt ist. Der Konzern will sich künftig vollständig auf den Rüstungsbereich konzentrieren und plant den Verkauf seiner zivilen Sparte Power Systems, die Komponenten für die Automobil- und Energiewirtschaft herstellt. Nach Unternehmensangaben laufen seit April Gespräche mit zwei Bietern, ein Abschluss wird für das erste Quartal 2026 angestrebt. An der Börse wurde die strategische Fokussierung positiv aufgenommen, zeitweise legte die Aktie um +2,6% zu, bevor sie zuletzt konsolidierte.

        Charttechnisch konsolidiert Rheinmetall seit Oktober innerhalb eines intakten langfristigen Aufwärtstrends, der durch die anhaltend hohe Nachfrage nach Munition, Fahrzeugen und Systemen aus NATO-Staaten gestützt wird. Auch andere deutsche Rüstungswerte wie Hensoldt (HAG.DE, $71,85, +0,14%) und Renk profitieren von der verschärften Sicherheitslage und steigenden Verteidigungsbudgets. Für Anleger bleibt jedoch die Frage, ob die hohen Erwartungen an künftige Aufträge bereits weitgehend eingepreist sind oder ob zusätzliche politische Impulse – etwa neue Unterstützungsprogramme für die Ukraine – weiteres Upside freisetzen. Kurzfristig könnte die Volatilität hoch bleiben, da geopolitische Nachrichten und Exportentscheidungen immer wieder zu abrupten Richtungswechseln führen.

        OpenAI, Nvidia & Alphabet – Droht dem KI-Sektor nach Bewertungsrekorden eine Korrektur?

        Im KI-Ökosystem erreichen Bewertungen und Investitionsvolumina neue Rekorde, während die Börse gleichzeitig eine Phase der Neubewertung einleitet. OpenAI strebt Berichten zufolge eine neue Finanzierungsrunde mit einer Bewertung von rund $750 Mrd. an – ein Plus von 50% seit Oktober – und verhandelt parallel mit Amazon über eine mögliche Investition von mehr als $10 Mrd.. Gleichzeitig bleiben börsennotierte Schwergewichte wie Nvidia (NVDA, $172,19, -3,81%) und Alphabet (GOOGL, $298,27, -3,21%) unter Druck, da Investoren die hohen Erwartungen an die Monetarisierung von KI-Diensten gegen die massiven CapEx für Rechenzentren und Chips abwägen. Der NASDAQ 100 steht mit 24.801 Punkten (+0,13%) zwar noch nahe seinen Hochs, doch der Druck auf die „Mag 7“ und KI-Leader nimmt zu.

        Inhaltlich verschärft sich der Wettbewerb: Laut Daten von 100X hat Claude von Anthropic bei Nutzerzufriedenheit und Weiterempfehlungswahrscheinlichkeit erstmals ChatGPT von OpenAI überholt, während Google mit Gemini 3.0 die Lücke im Spitzenfeld nahezu geschlossen hat. Damit wird die bisherige Bewertung von OpenAI zunehmend hinterfragt, zumal der einstige technologische Vorsprung schrumpft und Kunden stärker auf Zuverlässigkeit und Referenzen achten. Parallel bleibt der Investitionszyklus für KI-Infrastruktur enorm – Schätzungen sprechen von $150–175 Mrd. Schuldenfinanzierung pro Jahr – was am Anleihemarkt Sorgen vor „Circular Financing“ weckt, falls die Erträge nicht schnell genug nachziehen. Für Anleger zeichnet sich damit eine Spaltung ab: Während Speicher- und Energieinfrastrukturwerte wie Micron und Versorger profitieren, geraten die hoch bewerteten KI-Frontwerte verstärkt unter Rechtfertigungsdruck.

        KURZNEWS

        • BTC – Bitcoin: Bitcoin (BTC, $86.930,59, +1,11%) schwankt weiter heftig zwischen $86.000 und $90.000, nachdem er jüngst von rund $88.000 um etwa 2% zurückgefallen ist. Analysten sehen die Zone um $75.000 als wichtige Unterstützung, während die heute anstehenden US-Inflationsdaten den kurzfristigen Trend entscheidend beeinflussen könnten.
        • COIN – Coinbase: Bei Coinbase (COIN, kein Kurs angegeben) hofft das Management auf Rückenwind durch regulatorische Fortschritte in den USA, insbesondere den sogenannten Clarity Act. Chefjurist Paul Grewal erwartet, dass dadurch erstmals eine klare Marktstruktur für Krypto-Assets entsteht und die wachsende Akzeptanz von Stablecoins durch Banken die institutionelle Adoption beschleunigt.
        • MSFT – Microsoft: Microsoft (MSFT, $478,16, -0,06%) bleibt zentraler Cloud- und KI-Partner von OpenAI, geriet aber im Tech-Sektor mit in den Sog der allgemeinen KI-Skepsis. Investoren beobachten genau, wie sich die enormen Rechenzentrumsinvestitionen auf Margen und Free Cashflow auswirken, während gleichzeitig politische Diskussionen um niedrigere Zinsen die Bewertung stützen.
        • HSBC – HSBC: Die Großbank HSBC (HSBC, $76,78, +1,93%) gilt als potenziell exponiert gegenüber der chinesischen Immobilienkrise rund um China Vanke. Bisher profitiert die Aktie jedoch von der allgemeinen Erholung im asiatischen Finanzsektor, während Investoren die Risiken im Kreditbuch und Engagements im Immobiliensektor aufmerksam analysieren.
        • GEV – GE Vernova: GE Vernova (kein Ticker/Kurs angegeben) wird von Analysten als Kernholding für Large-Cap-Wachstumsportfolios im Kontext der Rechenzentrums-Elektrifizierung empfohlen. Das Unternehmen erzeugt rund 50% der weltweiten Elektronen (außerhalb Chinas) über seine Turbinen, die Preise je Kilowatt-Leistung haben sich in drei Jahren von etwa $800 auf bis zu $2.500 verdreifacht – mit zusätzlichem Potenzial durch die Integration der Prolec-Übernahme ab 2026.
        • E.ON – E.ON: Versorger wie E.ON (kein Ticker/Kurs angegeben) werden als langfristige Profiteure des KI-Booms gesehen, da Rechenzentren enorme Strommengen benötigen. Neben klassischen Utilities rücken dabei auch Hersteller von Erneuerbaren-Technik wie Wechselrichter- und Windkraftanbieter verstärkt in den Fokus thematischer Anleger.
        • RWE – RWE: Ähnlich wie E.ON positioniert sich RWE (kein Ticker/Kurs angegeben) als Infrastrukturgewinner des KI-getriebenen Stromhungers. Analysten verweisen darauf, dass ohne massive Investitionen in grundlastfähige Kapazitäten – von Gas bis Kernkraft – der Ausbau von Rechenzentren und Onshoring von Halbleiterfertigung kaum zu bewältigen ist.
        • BP – BP: Der Ölkonzern BP (BP, kein Kurs angegeben) hat mit Meg O’Neill, bisherige CEO von Woodside Energy, eine neue Vorstandschefin ernannt und sich damit erstmals eine Frau an die Spitze eines Big-Oil-Unternehmens geholt. Der Schritt wird als Signal gewertet, dass sich BP wieder stärker auf das Kerngeschäft Öl und Gas fokussieren könnte, nachdem frühere Strategien im Bereich erneuerbare Energien hinter den Erwartungen zurückblieben.
        • WDS – Woodside Energy: Bei Woodside Energy (WDS, kein Kurs angegeben) sorgte der überraschende Abgang von CEO Meg O’Neill in Richtung BP für Kursverluste von rund 2% in Sydney. Unter ihrer Führung hatte Woodside die BHP-Petroleum-Sparte übernommen und sich als globaler LNG-Player positioniert; interimistisch übernimmt Liz Westcott die Leitung.
        • LULU – Lululemon: Der aktivistische Investor Elliott Investment Management hat eine Beteiligung von über $1 Mrd. an Lululemon (LULU, kein Kurs angegeben) aufgebaut. Nach Qualitätsproblemen und einem Kurssturz von über 60% arbeitet Elliott an einem Turnaround-Plan und bringt mit Jane Nielsen bereits eine mögliche CEO-Kandidatin ins Spiel, was die Aktie im späten Handel um rund +4% nach oben trieb.
        • MEDL – Medline: Der Medtech-Zulieferer Medline (MEDL, $35,98, +23,6% ggü. IPO-Preis) legte ein starkes Börsendebüt hin und ist mit einem Emissionserlös von bis zu $7 Mrd. der größte US-IPO seit Rivian. Das Unternehmen, das medizinische Verbrauchsgüter wie Handschuhe und Kittel vertreibt und seine Lieferkette weitgehend selbst kontrolliert, profitiert von der aktuellen Rotation der Anleger in defensive, profitable Titel.
        • NKE – Nike: Nike (NKE, kein Kurs angegeben) legt heute nach US-Börsenschluss Quartalszahlen vor, die als wichtiger Stimmungsindikator für den gesamten Sport- und Konsumsektor gelten. Analysten rechnen kurzfristig mit einem leichten Umsatzrückgang, hoffen aber auf Signale für eine Belebung in China, im Direct-to-Consumer-Geschäft sowie auf Fortschritte beim Abbau der Lagerbestände.
        • TSM – TSMC (Onshoring-Kontext): Im Zuge des US-Onshoring-Trends wird der Ausbau der Halbleiterfertigung von TSMC (TSM, kein Kurs angegeben) in Arizona eng mit der Rechenzentrumswelle verknüpft. Ökonomen verweisen darauf, dass dieser „Production for Security“-Ansatz sowohl den Chipsektor als auch die Nachfrage nach Energie- und Strominfrastruktur strukturell antreibt.
        • AMZN – Amazon: Amazon (AMZN, kein Kurs angegeben) steht einerseits wegen Debatten um gefälschte Produktrezensionen unter Druck, andererseits wegen wachsender Konkurrenz durch Walmart Plus. Gleichzeitig verhandelt der Konzern laut Berichten über eine mögliche Investition von mehr als $10 Mrd. in OpenAI, um seiner Cloud-Tochter AWS und der hauseigenen Halbleitersparte einen strategischen KI-Schub zu geben.
        • WMT – Walmart: Walmart (WMT, kein Kurs angegeben) forciert mit Walmart Plus und der Partnerschaft mit Shopify seinen Angriff auf Amazon im Online-Handel. Für $98 Jahresgebühr bietet Walmart unbegrenzte Same-Day-Lebensmittellieferungen und nutzt sein Netz von über 4.700 Filialen, um eine jüngere, urbane Kundschaft anzusprechen.
        • TMUS – T-Mobile US: T-Mobile US (TMUS, kein Kurs angegeben) hat laut aktuellen Daten die Lücke zu Verizon beim Netz fast geschlossen und übertrifft den Rivalen inzwischen bei Preis, Preis-Leistungs-Verhältnis, Tarifoptionen und Filialerlebnis. Die schnelle Verschiebung der Marktanteile zeigt, dass selbst etablierte Marktführer angreifbar sind, wenn Konsumenten stärker auf „Value“ statt bloß auf Netzabdeckung achten.
        • PARA – Paramount Skydance: Paramount Skydance (kein Ticker/Kurs angegeben) hat ein feindliches Übernahmeangebot für Warner Bros. Discovery vorgelegt, das vom dortigen Management jedoch abgelehnt wird. Dennoch legte die Paramount-Skydance-Aktie um rund +2,6% zu, da Anleger auf mögliche weitere Konsolidierungsschritte in der Medienbranche spekulieren.
        • WBD – Warner Bros. Discovery: Warner Bros. Discovery (WBD, kein Kurs angegeben) rät seinen Aktionären, das feindliche Angebot von Paramount Skydance abzulehnen und stattdessen an der strategischen Kooperation mit Netflix festzuhalten. Im Zuge der Ablehnung gab die WBD-Aktie etwa 2% nach, während der Markt die industrielle Logik möglicher künftiger Zusammenschlüsse im Streaming-Sektor diskutiert.
        • NFLX – Netflix: Netflix (NFLX, kein Kurs angegeben) profitiert kurzfristig von der vertieften Zusammenarbeit mit Warner Bros. Discovery und legte zuletzt um rund +1,3% zu. Die Partnerschaft gilt als wichtiger Schritt, um gegen die wachsende Dominanz von YouTube bei der Nutzungszeit, insbesondere jüngerer Zielgruppen, anzukämpfen.

        KALENDER Firmen & Unternehmen

        EARNINGS

        • NIKE (NKE): Quartalszahlen Q2 – nach US-Handelsschluss
        • BERTRANDT (KEIN TICKER): Geschäftszahlen – im Tagesverlauf
        • DOUGLAS (KEIN TICKER): Geschäftszahlen – im Tagesverlauf
        • STMICROELECTRONICS (KEIN TICKER): Quartalszahlen – im Tagesverlauf
        • FEDEX (KEIN TICKER): Quartalszahlen – im Tagesverlauf
        • BIRKENSTOCK (KEIN TICKER): Quartalszahlen – im Tagesverlauf
        • MICRON TECHNOLOGY (MU): Zahlen wurden bereits am Vorabend nach US-Börsenschluss veröffentlicht

        MAKRO

        • EZB-ZINSENTSCHEID: Eurozone – heute Nachmittag
        • US-INFLATIONSDATEN (CPI NOVEMBER): USA – heute 14:30 MEZ
        • BOJ-SITZUNG (ERWARTETE ZINSERHOEHUNG): Japan – Freitag, genaue Uhrzeit lokal

        IM BLICKPUNKT

        • JPMorgan zu SQM: Die Analysten von JPMorgan haben ihre Einschätzung für SQM (kein Ticker/Kurs angegeben) von „Neutral“ auf „Overweight“ angehoben und das Kursziel von $41,00 auf $79,00 fast verdoppelt. Begründet wird dies mit der Erwartung eines strukturellen Angebotsdefizits von rund 130.000 Tonnen Lithium pro Jahr in den kommenden fünf Jahren, was höhere Preise und Margen stützen dürfte.
        • Analysten zu GE Vernova: Mehrere Häuser empfehlen GE Vernova (kein Ticker/Kurs angegeben) als Kernposition für wachstumsorientierte Portfolios im Bereich Elektrifizierung und Energieinfrastruktur. Trotz einer Rally von rund +88% im Vorjahr sehen sie weiteres Aufwärtspotenzial, da die Skalierung der Aufträge und die langfristigen Serviceverträge im Kurs noch nicht voll reflektiert seien.
        • Marktkommentar zu NVIDIA: Im Rahmen der Debatte um technologische Monopole wird NVIDIA (NVDA, $172,19, -3,81%) von Analyst David Miller als Paradebeispiel für einen starken „Moat“ im Bereich Hochleistungs-KI-Chips genannt. Die kaum zu erreichende Performance der Blackwell-Serie ermögliche weiterhin außergewöhnliche Margen, auch wenn der Markt zunehmend prüft, ob die massiven KI-Infrastrukturinvestitionen nachhaltig sind.
        • Marktkommentar zu Alphabet: Alphabet (GOOGL, $298,27, -3,21%) wird in der Monopol-Diskussion als „blühendes Monopol“ in den Bereichen Suche, YouTube und Cloud beschrieben. Trotz kartellrechtlicher Risiken sehen viele Investoren den Konzern als Kerninvestment, da er mit Gemini im KI-Rennen aufgeholt hat und von starken Netzwerkeffekten profitiert.
        • Sektor-View KI & Infrastruktur: Strategen verweisen darauf, dass der KI-Boom trotz kurzfristiger Bewertungssorgen ein säkularer Trend bleibt, der sich 2026 breiter auf Sektoren wie Versorger, Industrie und Logistik ausweiten dürfte. Besonders Energieversorger wie E.ON und RWE sowie Infrastruktur-Player wie GE Vernova werden als strukturelle Profiteure der hohen Stromnachfrage durch Rechenzentren hervorgehoben.

        Tesla Allzeithoch durch Robo-Taxis – Amazon & Nvidia

        KURZ & KNAPP

        Tesla erreicht an der Wall Street ein neues Allzeithoch, getragen von Erwartungen an Robo-Taxis und Full Self-Driving. Gleichzeitig droht in Kalifornien ein temporäres Verkaufsverbot wegen Streit um die Bezeichnung der Assistenzsysteme. Amazon sorgt mit möglichen Milliardeninvestitionen in OpenAI und dem Einsatz eigener Trainium-Chips für Gesprächsstoff. Der geplante Deal könnte die Kräfteverhältnisse im globalen KI-Cloud-Markt deutlich verschieben.

        Im Tech-Sektor steht Nvidia wegen der KI-Infrastruktur-Dynamik und den anstehenden Zahlen von Micron im Mittelpunkt. Zudem bewegen die Fusionspläne von Netflix und Warner Bros. Discovery sowie Spekulationen um Paramount Skydance den Streaming-Markt. Kurznews reichen von Pfizer über Meta bis hin zu Palantir und Ford, die jeweils mit eigenen Unternehmensmeldungen Schlagzeilen machen.

        In Europa rückt Rheinmetall mit dem diskutierten 50-Milliarden-Euro-Paket für die Bundeswehr und möglichen Großaufträgen in den Vordergrund. Der geplante Börsengang des Panzerbauers KNDS könnte den europäischen Rüstungssektor weiter verändern. Gleichzeitig bleiben strukturelle Verteidigungsinvestitionen und geopolitische Entwicklungen zentrale Themen für die europäischen Märkte.

        AUSBLICK US-Märkte

        • Bank of America zu NVDA, AVGO, LRCX, ADI, CDNS: Die Analysten von Bank of America sehen den KI-Investitionszyklus erst im frühen bis mittleren Stadium und erwarten 2026 ein Wachstum der KI-Chip-Umsätze von über 50%. Sie empfehlen die Qualitätsführer Nvidia (NVDA, Kursziel $275), Broadcom (AVGO, Kursziel $500), Lam Research (LRCX, Kursziel $195), Analog Devices (ADI, Kursziel $320) und Cadence Design Systems (CDNS, Kursziel $400) als Kernprofiteure des strukturellen KI-Booms.
        • KBW zu HSBC: Das Analysehaus KBW hat HSBC aufgewertet und rechnet dank besserem Zinsumfeld, Kapitalstärke und Fortschritten bei der Neuausrichtung mit weiterem Kurspotenzial. Die Aktie reagierte mit einem Plus von fast +3% auf das neue Votum.

        DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

        Tesla (TSLA) – Allzeithoch dank Robo-Taxis trotz Kalifornien-Drohung?

        Tesla (TSLA, $487,06, +3,07%) hat an der Wall Street ein neues Allzeithoch markiert und ist im laufenden Jahr bereits rund +21% im Plus. Der Schlusskurs lag bei knapp $489, nachdem die Aktie im Tagesverlauf kurz über $488 gestiegen war. Treiber der Rally ist weniger das Kerngeschäft mit Elektroautos, dessen Absätze zuletzt unter Druck standen, sondern die Fantasie rund um Full Self-Driving (FSD) und ein künftiges Robo-Taxi-Netzwerk. Positive Einschätzungen von Analysten und optimistische Aussagen von Elon Musk zu den Fortschritten bei FSD haben Kursziele bis in den Bereich von $520–$540 befeuert.

        Parallel forciert Tesla seine industrielle Basis in Europa: In Grünheide bei Berlin soll ab 2027 eine komplette Batteriezellfertigung mit einer Kapazität von bis zu 8 Gigawattstunden pro Jahr aufgebaut werden. Dafür sind Investitionen von rund 1 Milliarde Euro geplant, die gesamte Wertschöpfungskette von der Zelle bis zum Auto soll künftig weitgehend in Europa stattfinden, statt Zellen aus den USA zu importieren. Damit positioniert sich Tesla als Schlüsselinvestor in der europäischen Batteriewertschöpfung, in einem Markt, in dem Asien und die USA bislang dominieren. Für Anleger verstärkt dies die Story eines vertikal integrierten E‑Mobilitäts- und Softwarekonzerns, der nicht nur Autos verkauft, sondern eine Plattform für autonome Mobilität aufbaut.

        Doch der Höhenflug kommt nicht ohne regulatorische Risiken: Die kalifornische Verkehrsbehörde DMV droht, den Verkauf von Tesla-Fahrzeugen im Heimatmarkt Kalifornien für 30 Tage auszusetzen, falls der Konzern seine Marketingpraxis für „Autopilot“ und „Full Self-Driving“ nicht anpasst. Behörden und Gerichte werfen Tesla irreführende Werbung vor, weil die Systeme trotz ihrer Bezeichnung nur Fahrerassistenz und kein vollautonomes Fahren bieten. Tesla hat nun rund 90 Tage Zeit, zu reagieren oder Berufung einzulegen; ein tatsächliches Verkaufsverbot im wichtigsten US-Bundesstaat wäre ein deutliches Warnsignal. Der Markt blendet dieses Risiko bisher aus, setzt aber klar darauf, dass Musk den Spagat zwischen aggressivem Technologiemarketing und regulatorischer Compliance schafft – eine Annahme, die in den kommenden Monaten auf die Probe gestellt werden dürfte.

        Amazon (AMZN) – Bringt ein 10-Milliarden-Deal mit OpenAI die KI-Wende?

        Amazon (AMZN, $225,09, +0,01%) rückt mit Berichten über einen möglichen Mega-Deal mit OpenAI in den KI-Fokus. Das KI-Unternehmen soll in Gesprächen stehen, mindestens 10 Milliarden Dollar von Amazon aufzunehmen – bei einer Bewertung von über 500 Milliarden Dollar. Im Gegenzug würde OpenAI in großem Stil die hauseigenen Trainium-Chips sowie Cloud-Kapazitäten von AWS nutzen. Für Amazon wäre das ein strategischer Coup: Der Konzern ist im klassischen Cloud-Geschäft zwar Marktführer, liegt bei KI-spezifischem Cloud-Computing aber hinter Microsoft und dessen Partnerschaft mit OpenAI zurück.

        Für OpenAI ist der Deal Teil einer klaren Diversifizierungsstrategie. Bislang stützt sich der Konzern bei Hochleistungschips fast vollständig auf NVIDIA-GPUs, hat aber bereits angekündigt, auch AMD-Hardware einzusetzen. Ein Einstieg von Amazon würde die Abhängigkeit von NVIDIA weiter reduzieren, die Einkaufsmacht von OpenAI stärken und die massiven Infrastrukturverpflichtungen – zuletzt summierten sich Zusagen an Cloud- und Chip-Partner auf mehr als 1,4 Billionen Dollar – besser verteilen. Für Amazon bietet eine solche Partnerschaft nicht nur Volumen für die eigene Chip-Sparte, sondern vor allem ein starkes Signal an KI-Kunden, dass Trainium und AWS in der ersten Liga der KI-Inbieter mitspielen.

        Nvidia (NVDA) – Hält Micron den KI-Infrastruktur-Boom am Laufen?

        Nvidia (NVDA, $177,06, +0,81%) bleibt der dominante Profiteur des KI-Chip-Booms, steht aber zunehmend unter Beobachtung: Nach eher verhalten aufgenommenen Zahlen von Oracle und Broadcom fragen Investoren, ob der enorme KI-Infrastrukturzyklus in dieser Schlagzahl weitergehen kann. Besonders wichtig wird daher heute Abend der Quartalsbericht von Micron Technology, einem der Schlüsselanbieter von High Bandwidth Memory für moderne KI-Systeme. Die Aktie von Micron ist in diesem Jahr um mehr als 170% gestiegen – ein Kursverlauf, der bereits sehr viel künftiges Wachstum eingepreist hat.

        Analysten erwarten bei Micron Umsätze von 12,5–12,8 Milliarden Dollar, was einem Plus von rund 45% gegenüber dem Vorjahr entspräche, sowie einen Gewinn je Aktie von knapp $3,80–$3,90. Liefert Micron diese Zahlen und einen robusten Ausblick, wäre das eine indirekte Bestätigung, dass die Nachfrage nach KI-Hardware – und damit nach Nvidia-GPUs – hoch bleibt und die zuletzt gesehene Konsolidierung eher eine Verschnaufpause ist. Enttäuschungen dagegen könnten eine breitere Neubewertung des Sektors anstoßen, gerade weil Investoren zunehmend genauer hinschauen, ob die extremen Investitionsausgaben der Hyperscaler in Rechenzentren bereits in entsprechend hohe Umsätze und Margen umschlagen. Für Nvidia wird der Micron-Report damit zum Stimmungsbarometer für die nächste Etappe der KI-Rally.

        Rheinmetall (RHM) – Profitiert der Rüstungsboom vom 50-Milliarden-Bundeswehrpaket?

        Die Aktien von Rheinmetall (RHM, $1544,50, +2,83%) legen deutlich zu, nachdem der Bundestag ein neues Rüstungspaket von mehr als 50 Milliarden Euro für die Bundeswehr berät. Rund 20 Milliarden Euro davon entfallen auf Spezialausrüstung und Bekleidung, der Rest auf Großprojekte wie Schützenpanzer vom Typ Puma, Munition und Satellitensysteme, bei denen Rheinmetall und Partner zum Zuge kommen dürften. Nach deutlichen Kursabschlägen in den letzten Tagen, ausgelöst durch die Hoffnung auf einen Waffenstillstand in der Ukraine, nutzen Anleger die neuen Haushaltszahlen für einen Wiedereinstieg in den Sektor.

        Der jüngste Rücksetzer hatte gezeigt, wie sensibel die Bewertungsniveaus von Rüstungswerten auf geopolitische Schlagzeilen reagieren. Mittelfristig stützen jedoch strukturelle Trends: Viele NATO-Staaten wollen ihre Verteidigungsausgaben dauerhaft deutlich oberhalb von 2% des BIP etablieren, und Europa baut seine Munitions- und Fahrzeugkapazitäten nach Jahren der Unterinvestition massiv aus. Für Rheinmetall und auch den Sensorik-Spezialisten Hensoldt bedeutet das eine gut gefüllte Pipeline – allerdings mit erhöhter politischer und regulatorischer Abhängigkeit.

        Netflix (NFLX) & Warner Bros. Discovery (WBD) – Wer gewinnt den Streaming-Showdown?

        Im Übernahmekrimi um Warner Bros. Discovery (WBD, $28,55, -2,73%) zeichnet sich eine klare Wendung ab: Der Verwaltungsrat bereitet sich darauf vor, das feindliche Barangebot von Paramount Skydance über $30 je Aktie abzulehnen. Ausschlaggebend sind massive Zweifel an der Finanzierung, nachdem Jared Kushners Investmentfirma Affinity Partners als wichtiger Eigenkapitalgeber ausgestiegen ist und sich die zugesagte Ellison-Finanzierung als „undurchsichtiger widerruflicher Trust“ entpuppt hat. Stattdessen favorisiert Warner den bereits vereinbarten Fusionsplan mit Netflix, der aus Sicht des Boards mehr Bargeld, höhere Abschluss-Sicherheit und eine hohe Kündigungsgebühr bietet.

        Die Aktie von Netflix (NFLX, $96,19, +0,85%) reagierte mit Kursgewinnen, da der Markt die Wahrscheinlichkeit eines Deals mit Warner wieder höher einschätzt. Ein Zusammenschluss von Netflix mit den Warner-Studios und HBO würde einen globalen Streaming-Giganten schaffen, der in vielen Märkten eine dominante Content- und Distributionsmacht hätte – entsprechend heikel wären die kartellrechtlichen Prüfungen, vor allem in den USA und Europa. Dennoch sieht der Warner-Vorstand das regulatorische Risiko im Vergleich zu Paramount nicht als wesentlich höher an. Für die Branche steht viel auf dem Spiel: Die Entscheidung, ob Inhalte in einem Plattform-Ökosystem wie bei Netflix gebündelt oder zwischen mehreren Studios fragmentiert bleiben, dürfte den Wettbewerb im Streaming für Jahre prägen.

        KURZNEWS

        • PFIZER – Pfizer: Pfizer senkt seinen Ausblick für das kommende Jahr, da die Umsätze mit Covid-Impfstoffen weiter zurückgehen und hohe Investitionen in neue Produkte drücken. Das Ergebnis je Aktie soll zurückgehen, die Erlöse stagnieren – die Aktie reagierte mit einem Rückgang von mehr als 3%, auch die Titel von Moderna und Biontech gaben zeitweise rund 2% nach.
        • MU – Micron Technology: Vor den Zahlen nach US-Börsenschluss steht Micron im Zentrum der KI-Diskussion. Analysten erwarten Umsätze von rund 12,5–12,8 Milliarden Dollar und ein Gewinnplus von etwa 45% gegenüber dem Vorjahr; die Aktie ist im laufenden Jahr bereits um rund 180% gestiegen, was die Latte für positive Überraschungen hoch legt.
        • ORCL – Oracle: Nach dem jüngsten Quartalsbericht von Oracle wächst die Sorge, dass die KI-Investitionen des Konzerns die Ertragskraft überstrapazieren. Laut CDS-Preisen sieht ein Analyst eine implizite Insolvenz-Wahrscheinlichkeit von gut 12%, zudem soll Finanzierer Blue Owl den Support für ein geplantes 10-Milliarden-Dollar-Rechenzentrum zurückgezogen haben, das primär OpenAI dienen sollte.
        • META – Meta Platforms: Meta verfehlte jüngst die Erwartungen und verlor an einem Tag rund 11–12% an Börsenwert. Anleger kritisieren, dass die extrem hohen KI- und Infrastrukturinvestitionen bisher nicht ausreichend Ertrag liefern, während die CapEx der Hyperscaler inzwischen bei etwa 60% des operativen Cashflows liegen – ähnlich wie in Spitzenzeiten der Ölindustrie.
        • PLTR – Palantir: Palantir wird heute nach Handelsschluss mit Spannung erwartet, nachdem ein Broker das Potenzial für eine Billionen-Dollar-Bewertung skizziert hat. Kritiker verweisen jedoch darauf, dass die Firma aktuell nur rund 1 Milliarde Dollar Umsatz pro Quartal erzielt und mit einem Vielfachen von rund 250x Umsatz bewertet ist – ein Setup, bei dem jede Enttäuschung beim Wachstum hart bestraft werden könnte.
        • LEN – Lennar: Der US-Hausbauer Lennar hat die Gewinnschätzungen im vierten Quartal verfehlt; die Aktie sackte vorbörslich um etwa 5% ab. Das Management verweist auf hohe Kosten, verunsicherte Käufer und eine Erosion der Kaufkraft – Zinssenkungen allein reichen demnach nicht, um die Nachfrage im von hohen Preisen und Lebenshaltungskosten belasteten US-Häusermarkt wieder kräftig anzuschieben.
        • F – Ford: Ford vollzieht eine strategische Kehrtwende und schichtet Kapazitäten von reinen Elektrofahrzeugen zurück zu benzinbetriebenen Trucks und Hybridkonzepten. Ein großer EV-Batterievertrag mit LG im Volumen von mehr als einem Drittel des LG-Jahresumsatzes wurde gekündigt, insgesamt fallen bei Ford Sonderbelastungen von rund 19,5 Milliarden Dollar an.
        • WBD – Warner Bros. Discovery: Der Verwaltungsrat von Warner Bros. Discovery rät den Aktionären, das feindliche 30-Dollar-All-Cash-Gebot von Paramount Skydance abzulehnen. Hauptkritikpunkt sind fehlende, bedingungslose Finanzierungszusagen der Familie Ellison und eine komplexe Struktur über einen widerruflichen Trust, während man den bestehenden Fusionsvertrag mit Netflix als finanziell und operativ überlegen ansieht.
        • PARA – Paramount Global: Paramount Skydance steht mit seinem Übernahmeangebot für Warner Bros. vor dem Scheitern, nachdem Finanzier Affinity Partners von Jared Kushner ausgestiegen ist. Paramount beklagt einen unfairen Prozess und verweist auf insgesamt sechs Gebote, während der Warner-Board der Gegenseite Irreführung bei der Darstellung der Ellison-Finanzierung vorwirft.
        • SPOT – Spotify: Spotify gerät wegen möglicher US-Gegenmaßnahmen zur europäischen Digitalsteuer ins Visier der Trump-Regierung. Bloomberg-Analysten rechnen mit einem potenziellen Gegenwind von rund 200 Millionen Dollar, was die Aktie bereits im US-Handel belastet hat.
        • HSBC – HSBC: Die Aktie von HSBC legte um fast +3% zu, nachdem KBW die Bank hochgestuft hat. Analysten würdigen das verbesserte Zinsumfeld, die Kapitalstärke und die fortschreitende Restrukturierung als Treiber für höhere Erträge und Ausschüttungen.
        • GSK – GSK: GSK meldet eine US-Zulassung für ein neues Medikament zur Behandlung von schwerem Asthma, das nur zweimal jährlich verabreicht werden muss. Die Firma sieht in dem Mittel einen potenziellen Blockbuster, der in den kommenden Jahren maßgeblich zum Wachstum beitragen könnte.
        • KNDS – KNDS (nicht börsennotiert, IPO-Planung): Der deutsch-französische Panzerbauer KNDS bereitet einen Börsengang vor, der ab 2026 mit einer möglichen Dual-Listung in Paris und Frankfurt erfolgen könnte. Die anvisierte Bewertung von rund 20 Milliarden Euro würde KNDS auf einen Schlag zu einem der größten Werte im europäischen Aerospace-&-Defense-Sektor machen.
        • HASH – Hashkey: Die lizenzierte Kryptobörse Hashkey ist in Hongkong erfolgreich an die Börse gegangen, notiert aber trotz hoher Erwartungen zeitweise leicht im Minus. Das Unternehmen ist in mehreren Jurisdiktionen reguliert, schreibt jedoch noch Verluste und will die IPO-Erlöse in den Ausbau der Infrastruktur und die Expansion auf neue Märkte investieren.
        • QSR – Restaurant Brands International: Restaurant Brands International (u.a. Burger King, Tim Hortons) gehört laut mehreren Analysten zu den Top-Ideen im Schnellrestaurantsektor, die Konsens-Kursziele signalisieren bis zu +36% Aufwärtspotenzial. Nach Einschätzung von RBC und Argus stützen bessere Preise im Inflationsumfeld, die laufende Burger-King-Sanierung in den USA und eine aggressive Expansion in China die Investmentstory.
        • CRH – CRH plc: Der Baustoffkonzern CRH gilt als einer der Favoriten im Infrastrukturzyklus und könnte laut Jefferies zusätzlich von einem möglichen Aufstieg in den S&P 500 profitieren. Das Kursziel von $140 entspricht einem Aufschlag von rund 30%, getragen von starken US-Infrastrukturinvestitionen, einem möglichen Nachfrage-Comeback in Europa und potenziellen M&A-Chancen.
        • WTW – Willis Towers Watson: Willis Towers Watson bleibt trotz leichter Zielsenkung durch Wells Fargo mit einem Kursziel von $356 auf „Overweight“. Neben organischem Wachstum sollen Akquisitionen wie der Zukauf des britischen Pensionsspezialisten Cushon – mit 4 Milliarden Pfund Assets under Management und 730.000 Kunden – die Marktposition im Bereich betrieblicher Altersvorsorge ausbauen.
        • FRNT – Frontier Group: Die Aktie von Frontier Airlines sprang vorbörslich um bis zu +9%, nachdem neue Fusionsgespräche mit der angeschlagenen Spirit Airlines bekannt wurden. Ein Zusammenschluss würde die fünftgrößte US-Airline formen und könnte rund 5% Kapazität aus dem Markt nehmen, was in überfüllten Discount-Strecken tendenziell stützend auf Ticketpreise wirken dürfte.
        • JPM – JPMorgan Chase: J.P. Morgan hat seit 2023 fast 350 Milliarden Dollar an Überschussliquidität von seinem Konto bei der Federal Reserve abgezogen und in US-Staatsanleihen umgeschichtet. Die Bank sichert sich damit höhere Renditen in Erwartung von Zinssenkungen und sendet zugleich ein Vertrauenssignal in die Funktionsfähigkeit und Liquidität des US-Anleihemarktes.

        IM BLICKPUNKT

        • Bank of America zu NVDA, AVGO, LRCX, ADI, CDNS: Die Analysten von Bank of America sehen den KI-Investitionszyklus erst im frühen bis mittleren Stadium und erwarten 2026 ein Wachstum der KI-Chip-Umsätze von über 50%. Sie empfehlen die Qualitätsführer Nvidia (NVDA, Kursziel $275), Broadcom (AVGO, Kursziel $500), Lam Research (LRCX, Kursziel $195), Analog Devices (ADI, Kursziel $320) und Cadence Design Systems (CDNS, Kursziel $400) als Kernprofiteure des strukturellen KI-Booms.
        • KBW zu HSBC: Das Analysehaus KBW hat HSBC aufgewertet und rechnet dank besserem Zinsumfeld, Kapitalstärke und Fortschritten bei der Neuausrichtung mit weiterem Kurspotenzial. Die Aktie reagierte mit einem Plus von fast +3% auf das neue Votum.


        Microsoft-Schock und Nvidia unter Druck: KI-Markttrend mit Tesla & Oracle

        KURZ & KNAPP

        Microsoft gerät nach Berichten über angeblich gesenkte KI-Verkaufsquoten und Verkäufen aus dem Gates-Umfeld ins Visier, auch wenn das Management klar dementiert. Die Anleger fragen sich, ob die Enterprise-KI wirklich im erwarteten Tempo skaliert. Gleichzeitig steht Nvidia zwischen Exportkontrollen, China-Risiken und wachsendem Konkurrenzdruck bei KI-Chips. Unser Schluss-Signal ordnet ein, wie stark diese Schlagzeilen den gesamten KI-Markttrend heute wirklich bewegen.

        Während KI-Agenten an der Realität scheitern, gewinnen API-basierte Geschäftsmodelle rund um OpenAI und Anthropic massiv an Fahrt. Tesla bleibt ein polarisierender Wachstumswert zwischen Bewertungsdebatte und Optionsdynamik. Dazu zeigen US-Daten, Krypto-Werte und Konsumtitel wie Macy’s und Dollar Tree, wie selektiv Kapital aktuell rotiert.

        In Europa ziehen Rüstungsaktien wie Rheinmetall, Hensoldt und Renk dank geopolitischer Spannungen deutlich an, während Hugo Boss mit schwacher Prognose unter Druck steht. Zugleich rücken Energiepreise und mögliche Stromlücken als Risiko für den Industriestandort in den Fokus. Auf der Makro-Seite verschärfen der schwächere US-Arbeitsmarkt (ADP) und die bevorstehige FOMC-Sitzung die Zinssenkungsfantasie, während eine mögliche Zinswende in Japan und der stärkere Renminbi neue Impulse an den Devisen- und Anleihemärkten setzen.

        RÜCKBLICK Handelstag

        US-Handelstag

        Der US-Handel war heute von selektiver Volatilität und Rotationen zwischen großen Namen geprägt. Die Volatilität konzentriert sich auf einige Mega-Caps, während sich Small Caps weiterhin gegenüber Large Caps behaupten; S&P-Futures schossen phasenweise höher, verloren dann aber Dampf. Insgesamt zeigte sich ein Markt, in dem täglich neue Mega‑Cap‑Geschichten Kapital umschichten und Gewinner sowie Verlierer ausgesucht werden.

        Microsoft: Die Aktie geriet unter Druck, nachdem Berichte über gesenkte KI‑Verkaufsquoten die Nachfrageängste schürten; Microsoft dementierte später, die Quoten gesenkt zu haben, und stellte klar, dass Aggregate Verkaufsziele nicht reduziert wurden.
        Nvidia: CEO Jensen Huang war global unterwegs und trat auch vor dem US‑Kongress auf; Themen waren Exportkontrollen, China und die Rolle von Nvidia in den KI‑Lieferketten, während Marktteilnehmer zugleich nach kostengünstigeren Alternativen zu Nvidia‑Chips suchen.
        Tesla: Tesla blieb ein polarisierendes Thema — Kritik von Michael Burry und öffentliche Scharmützel mit anderen prominenten Investoren prägten die Diskussion, die Aktie zeigt sich dennoch weiter beweglich trotz Sorgen um Autoabsätze.
        Bitcoin & Krypto: BlackRock‑CEO Larry Fink bekräftigte seine Überzeugung in Bitcoin, während mit dem American Bitcoin‑Projekt starke kurzfristige Volatilität zu beobachten war; Coinbase und Binance agieren dabei weiter aktiv in Politik und Managementänderungen.
        Arbeitsmarkt (ADP): Der ADP‑Report zeigte einen überraschenden Rückgang der privaten Stellenzahlen im November um rund 32.000, ein Signal, das die Zinssenkungserwartungen vor dem FOMC nächste Woche stützt.

        Wichtige Makrothemen dominierten die Stimmung: Die Märkte blicken auf das FOMC nächste Woche, eine Zinssenkung wird weithin erwartet, und schwächere Arbeitsmarktdaten (ADP) nähren diese Erwartungen weiter.

        Deutschland/Europa

        Der europäische Handel war geprägt von Sektorumschichtungen: Der DAX und der Euro Stoxx 50 zeigten differenzierte Bewegungen, wobei einzelne Gewinner wie Airbus an der DAX‑Spitze standen. Der Aktienmarkt wurde von starken Einzelmeldungen getrieben; Dividendenprojektionen für den DAX deuten erstmals seit 2020 einen Rückgang an, während Versicherer an Bedeutung als Dividendenbringer gewinnen.

        Airbus: Die Aktie stand heute an der Spitze des DAX, nachdem der Konzern seine Ergebnis‑ und Cashflow‑Ziele für das Jahr bestätigt hat; zuvor war das Auslieferungsziel leicht gesenkt worden, doch die Finanzziele blieben intakt.
        Rheinmetall: Rüstungswerte kletterten, da bei Gesprächen im Kreml kein Kompromiss für ein Friedensabkommen erreicht wurde; Rheinmetall zog dabei deutlich an.
        Hensoldt: Auch Hensoldt profitierte von der starken Nachfrage bei Verteidigungswerten und verzeichnete zweistellige Tagesgewinne in der Spitze.
        Renk: Renk gehörte zu den Gewinnern im Sektor und stieg zeitweise deutlich.
        Hugo Boss: Im Gegenzug enttäuschte Hugo Boss die Anleger mit einem negativen Ausblick aufgrund eines Konzernumbaus, die Aktie verlor heute deutlich.

        Auf Makroebene stehen in Europa Energiefragen weiter im Fokus: Höhere Erdgaspreise und drohende Stromlücken werden als relevante Risiken für Industrie und Investoren genannt.

        Makro & Geld/Schuldenpolitik

        Die US‑Geldpolitik und Arbeitsmarktdaten bestimmten das Bild: Der ADP‑Report zeigte einen überraschenden Rückgang privater Stellen um etwa 32.000 im November, was die Erwartung einer Zinssenkung der Fed in der kommenden Woche stützt. Marktteilnehmer sehen eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit für Zinssenkungen beim nächsten FOMC, was die Bewegung an den Renditemärkten erklärt.

        Zusätzlich werden mögliche politische Einflüsse auf die Geldpolitik diskutiert: Nominierungen für Führungspositionen in der Fed und Debatten um eine lockere Geldpolitik sorgen für langfristige Diskussionen über Inflationsrisiken. International rücken Japan und China in den Blick: Hinweise auf Lohnwachstum in Japan könnten die BOJ zu einer Dezember‑Zinsentscheidung drängen, während der Renminbi eine nachhaltige Aufwertungstendenz zeigt.

        WAS HEUTE WICHTIG WAR

        Microsoft zwischen Dementi, Gates‑Verkäufen und AI‑Skepsis

        Microsoft stand heute im Zentrum eines Schlagabtauschs aus Medienberichten, Anlegerreaktionen und Unternehmensdementis. Vorbörslich und im frühen Handel belastete ein Bericht, wonach Microsoft seine Verkaufsquoten für KI‑Software gesenkt habe, den Kurs und löste breite Diskussionen über die Nachfrage nach Unternehmens‑KI aus. Das Management reagierte mit einer klaren Stellungnahme: Aggregate Verkaufsquoten seien nicht gesenkt worden, und das Unternehmen betonte seine Enterprise‑KI‑Strategie rund um OpenAI. Trotzdem zeigte sich Marktunsicherheit, da Analysten und Investoren zwischen kurzfristigen Sorgen um Quoten und der langfristigen strategischen Positionierung unterscheiden.

        Die Story gewinnt an Gewicht, weil Microsoft in den letzten Jahren massiv auf KI gebaut und seine Produkte an die große Office‑Kundenbasis adressiert hat. Parallel befeuern Veräußerungen aus dem Umfeld (Bill Gates verkauft einen Teil seiner Bestände) die Debatte über Kapitalallokation und Vertrauen in das Wachstumsszenario. Für Anleger ist wichtig: Kurzfristige Kursreaktionen reflektieren Sentiment‑ und Nachrichtengetriebene Volatilität, während die Frage, ob Unternehmens‑KI tatsächlich in dem erwarteten Tempo in Großkundenprojekte überführt wird, längerfristig zu bewerten ist. Sollte die Nachfrage schwächer ausfallen als erwartet, wären Tech‑Titel mit starker KI‑Exponierung besonders anfällig; bleiben die Enterprise‑Zyklen jedoch intakt, könnte Microsofts breite installierte Basis ein Vorteil sein. Im Ausblick bleibt die Beobachtung der Umsatzentwicklung bei KI‑Produkten und die weitere Kommunikation des Managements entscheidend für die Rückkehr nachhaltiger Zuversicht unter Investoren.

        Nvidia: Regulierung, China und die Suche nach Alternativen

        Nvidia dominiert weiter die KI‑Diskussion, aber das Bild ist nuanciert: CEO Jensen Huang suchte das Gespräch mit politischen Entscheidungsträgern und betonte die Notwendigkeit nationaler Sicherheitsüberlegungen bei Exportkontrollen, zugleich sprach er sich für eine föderale KI‑Regulierung aus. Auf dem Markt wächst die Diskussion über kostengünstigere Alternativen zu Nvidias Chips; Investoren prüfen, wie lange die Vormachtstellung andauern kann.

        Die Dynamik wird zusätzlich durch geopolitische Fragen verstärkt: Huang argumentiert, dass China auch ohne US‑Chips Fortschritte mache, was die Lieferketten‑ und Wettbewerbsdebatte verschärft. Kurzfristig bleibt Nvidia zentral für viele KI‑Prognosen, langfristig jedoch suchen Marktteilnehmer Diversifikationsmöglichkeiten, wodurch die Renditen und die Aktienbewertungen sensibel auf Nachrichten und Regulierungsdiskussionen reagieren dürften.

        Agenten vs. APIs: Das reale Tempo der Unternehmens‑KI

        Der Hype um KI‑Agenten trifft auf praktische Implementierungsprobleme: Marktkommentare heben hervor, dass Agenten komplexer sind als erwartet und Unternehmen derzeit stärker auf APIs und modellbasierte Nutzung setzen. Einige große KI‑Player, darunter OpenAI laut internen Memo, verlagern Ressourcen weg von Agenten, um das Kern‑Chat‑GPT‑Erlebnis zu stärken.

        Anthropic ist ein Gegenbeispiel: Ramp‑Daten zeigen einen starken Anstieg der Unternehmensadoption, vor allem beim API‑Umsatz, und Claude gilt als schnellstwachsende Unternehmenslösung. Die Folge für Anleger: Ein differenziertes Bild der Gewinnerlandschaft – nicht jeder KI‑Akteur profitiert gleich, und ein Bottom‑Up‑API‑Ansatz kann kurzfristig robuster sein als Top‑Down‑Agentenstrategien. Für den Markt bedeutet das, dass Investitionen in Infrastruktur, Cloud‑Partner und API‑Nutzung kurzfristig relevanter sein könnten als reine Agenten‑Wetten.

        Tesla‑Kontroverse: Kritik, Fehden und Marktdynamik

        Tesla bleibt ein Liebling der Debatten: Michael Burry bezeichnete die Marktkapitalisierung als massiv überbewertet und hat Short‑Positionen in mehreren Tech‑Wetten aufgebaut, was die Diskussion um Bewertung und aktienbasierte Vergütung schürt. Elon Musk reagierte öffentlich auf Vorwürfe und nutzte die Gelegenheit, ehemalige Gegner zu attackieren, was die mediale Aufmerksamkeit zusätzlich anheizte.

        Trotz kritischer Stimmen zeigt die Aktie weiterhin hohe interne Dynamik; Marktteilnehmer weisen darauf hin, dass Optionshandel und Positionierungsmechanismen Kurse kurzfristig stützen können, selbst wenn die Autoabsätze schwächer ausfallen. Für Investoren ist die Kernfrage, ob Tesla als Technologie‑ und KI‑Plattform oder primär als Autobauer bewertet wird — die Antwort beeinflusst Risiko‑ und Renditeerwartungen nachhaltig.

        Europa: Rüstungswerte im Aufwind, Bekleidung und Konsum divergieren

        In Europa gewinnen Rüstungsaktien an Momentum: Werte wie Rheinmetall, Hensoldt und Renk stiegen deutlich, getrieben von geopolitischen Unsicherheiten und andauernder Nachfrage nach Verteidigungs‑Technologie. Anleger verschieben Kapital in diesen Sektor, da Verhandlungen keine kurzfristige Entspannung bringen.

        Gleichzeitig zeigt sich eine Spreizung im Konsumbereich: Inditex realisierte starke Zahlen und sprang deutlich nach oben, während Hugo Boss mit einer Gewinn‑ und Umsatzerwartungssenkung für das nächste Jahr enttäuschte und heute deutlich verlor. Für Portfolios bedeutet das: Selektive Stock‑Picking ist gefragt, da Sektor‑Trends (Verteidigung vs. traditioneller Konsum) aktuell unterschiedliche Risikoprämien und Chancen bieten.

        KURZNEWS

        • MSFT – Microsoft: Geriet unter Druck nach Berichten über angeblich gesenkte KI‑Verkaufsquoten; das Unternehmen dementierte, Aggregate Verkaufsquoten seien nicht reduziert worden. Die Debatte unterstreicht die Sensitivität der Aktien auf KI‑Nachrichten und strategische Partnerschaften wie jene mit OpenAI.
        • NVDA – Nvidia: CEO Jensen Huang suchte das Gespräch mit Politikern und betonte die Balance zwischen Exportkontrollen und Marktzugang; Investoren diskutieren gleichzeitig kostengünstigere Alternativen zu Nvidias Chips.
        • TSLA – Tesla: Bleibt im Fokus nach öffentlichen Attacken und Kritik von Michael Burry; die Aktie zeigt weiter hohe Beweglichkeit, trotz Sorgen um Autoabsätze.
        • GOOGL – Alphabet (Google): Wird als potenzieller Gewinner im Konsumenten‑KI‑Bereich gesehen, da Google über zahlreiche Produkte mit großen Nutzerbasen und eigene Chips verfügt.
        • ORCL – Oracle: Wells Fargo initiierte ein ‘Overweight’ und sieht Oracle als großen KI‑Nutzer dank Kunden wie OpenAI und einem wachsenden Auftragsbestand im KI‑Bereich.
        • CRM – Salesforce: Eine Investorin reduzierte ihre Position vor den Quartalszahlen, die nachbörslich erwartet werden; Beobachter betonen, dass trotz solider operativer Daten die Aktie unter einem Nachfrage‑/Käufermangel leide.
        • ADBE – Adobe: Meldet nächste Woche; Investoren sehen eine Diskrepanz zwischen soliden operativen Ergebnissen und dem Aktienkurs, weshalb die Berichte erwartet werden.
        • SNOW – Snowflake: Steht kurz vor der Berichterstattung; die Aktie notierte heute höher, und das Unternehmen wird als Profiteur der Datenaufbereitung für KI gesehen.
        • MRVL – Marvell Technology: Stieg nach Quartalszahlen deutlich, nachdem EPS und Umsatz über den Schätzungen lagen; das Management prognostizierte ein starkes Wachstum im Rechenzentrumssegment und kündigte die Übernahme von Celestial AI an.
        • ORCL – Oracle: (Erneut) Analysten sehen Oracle Cloud Infrastructure als Chance, Marktanteile zu gewinnen; die Einschätzung stützt KI‑Narrative.
        • M – Macy’s: Heben die Jahresprognose an und berichteten starkes Same‑Store‑Sales‑Wachstum; die Aktie reagierte volatil auf den Ausblick für das vierte Quartal.
        • DLTR – Dollar Tree: Hatte ein starkes Quartal und hob den Ausblick an; das Unternehmen profitiert von nachfragekräftigeren Kundensegmenten.
        • AMZN – Amazon (AWS): AWS bleibt ein zentraler Cloud‑Partner für Unternehmen wie Anthropic und profitiert von steigender Unternehmensakzeptanz für Cloud‑Trainings und Modellbereitstellung.
        • ANP – Anthropic: Ramp‑Daten zeigen einen der größten monatlichen Zuwächse bei Unternehmensadoption, getrieben vom API‑Umsatz; Claude gilt als schnellstwachsende Unternehmenslösung.
        • GLB – BlackRock / Bitcoin: BlackRock‑CEO Larry Fink bekräftigte seinen Glauben an Bitcoin und sieht weiter einen bedeutenden Anwendungsfall; BlackRock bleibt der größte Emittent von Spot‑Bitcoin‑ETFs.
        • AMBC – American Bitcoin: Das mit der Trump‑Familie verbundene Projekt erholte sich leicht nach massiven Rückgängen, die mit dem Ablauf von Haltefristen zusammenhingen.
        • COIN – Coinbase: Paul Grewal reist nach Washington, um mit Gesetzgebern über Krypto‑Regulierung zu sprechen; Priorität hat eine Marktstrukturgesetzgebung.
        • BNCE – Binance: Ernannte Yi Hai zur Co‑CEO neben Richard Tang; das Management betont mehr Transparenz und Widerstandsfähigkeit des Ökosystems.
        • RHM – Rheinmetall: Rüstungswerte stiegen deutlich nach neuen geopolitischen Spannungen und fehlenden Friedenssignalen bei Gesprächen im Kreml.
        • BOSS – Hugo Boss: Enttäuschte Anleger mit einer Prognose für deutliche Umsatz‑ und Gewinnrückgänge im kommenden Jahr aufgrund eines Konzernumbaus; die Aktie verlor deutlich.

        KALENDER Firmen & Unternehmen

        Quartalszahlen

        DatumUnternehmenEventDetails
        nachbörslichSalesforce (CRM)QuartalsergebnisseInvestorin reduzierte Position vor den Ergebnissen
        nächste WocheAdobe (ADBE)QuartalsergebnisseBericht wird erwartet; Anleger sehen Diskrepanz zwischen operativen Ergebnissen und Kurs
        Snowflake (SNOW)QuartalsergebnisseUnternehmen steht kurz vor der Berichterstattung
        Marvell Technology (MRVL)QuartalsergebnisseEPS und Umsatz lagen über Schätzungen; Management prognostizierte starkes Rechenzentrumswachstum
        Macy’s (M)QuartalsergebnisseHob Jahresprognose an, starkes Same‑Store‑Sales‑Wachstum
        Dollar Tree (DLTR)QuartalsergebnisseHob den Ausblick nach starkem Quartal an

        Makrodaten

        DatumRegionEventDetails
        USAADP Private Payrolls (November)Signal für Arbeitsmarkt und Fed‑Erwartungen; Beitrag zur Einschätzung von Zinssenkungen
        nächste WocheUSAFOMC‑SitzungMarkt erwartet mit hoher Wahrscheinlichkeit Zinssenkung; zentral für Zins‑ und Renditeentwicklung
        Dezember (möglicherweise)JapanBOJ‑Entscheidung (mögliche Bewegung)Frühe Anzeichen für Lohnwachstum könnten die BOJ zu einer Zinserhöhung im Dezember drängen

        IM BLICKPUNKT

        • STLA – Stellantis: UBS hat die Aktie auf ‘Buy’ hochgestuft und sieht eine Trendwende in Nordamerika durch Marktanteilsgewinne und einen besseren Produktmix.
        • ORCL – Oracle: Wells Fargo initiierte die Aktie mit ‘Overweight’ und bezeichnet Oracle als großen KI‑Gewinner, gestützt auf Kundenbeziehungen und einen wachsenden Auftragsbestand.
        • UBER – Uber: Arete stufte Uber hoch und sieht das Unternehmen als klaren Marktführer, dem autonome Fahrzeuge eher helfen werden.
        • LYFT – Lyft: Arete stufte auch Lyft hoch, mit der Einschätzung, dass erschwingliche, großskalige autonome Fahrzeuge kaum realistisch sind und Plattformen wie Lyft profitieren können.
        • MSI – Motorola Solutions: North Coast Research hob die Aktie auf ‘Buy’ und nannte den jüngsten Ausverkauf eine Überreaktion; das Unternehmen melde zweistelliges Auftragswachstum und verstärkten KI‑Einsatz in Sicherheitsprodukten.