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Tesla Robotaxi Boom: Cybercab-Start, FSD-Risiken und Kursdruck

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Schlusskurs 410,17$ -1,74% 17.02.26 21:16 Uhr
Tesla

Wird das Tesla Robotaxi mit dem Cybercab-Start zum Game-Changer oder scheitert die Vision an Sicherheit und Regulierung?

Tesla Robotaxi: Was bedeutet der Cybercab-Start?

CEO Elon Musk hat auf X bestätigt, dass das lenkrad- und pedalfreie Cybercab im April in Produktion gehen soll. Der Zweisitzer ist konsequent auf das Tesla Robotaxi-Konzept zugeschnitten und soll primär in einem autonomen Ride-Sharing-Netzwerk laufen, statt als klassischer Privatwagen. Besitzer könnten das Fahrzeug ähnlich wie eine Airbnb-Unterkunft in Teslas Flotte einbuchen und an erzielten Umsätzen beteiligt werden.

Das Cybercab wurde erstmals auf dem “We, Robot”-Event im Oktober 2024 gezeigt. Auffällig sind die nach oben öffnenden Butterfly-Türen, die auf häufiges Ein- und Aussteigen im Flottenbetrieb optimiert sind. Musk hält an der Vision fest, dass nur noch 1 bis 5 Prozent der gefahrenen Kilometer künftig manuell absolviert werden, der Rest soll durch autonome Dienste wie Tesla Robotaxi abgedeckt werden. Offen bleibt jedoch, ob für ein so radikal minimalistisches Fahrzeug ohne klassische Bedienelemente ausreichend Nachfrage besteht.

Tesla: FSD-Boom, aber Sicherheitsdebatte

Parallel zum Cybercab wächst die installierte Basis des FSD-Softwarepakets. Laut Unternehmensangaben nutzen inzwischen rund 1,1 Millionen Kunden aktiv “Full Self-Driving (Supervised)”, ein Plus von 38 Prozent im Jahresvergleich. Damit gewinnt das Software- und Abo-Geschäft an Gewicht und stützt die Investmentstory, Tesla mittelfristig von einem reinen Autohersteller zu einer KI-getriebenen Mobilitäts- und Robotikplattform zu transformieren.

Gleichzeitig reißt die Kritik an der Technologie nicht ab. Ein Tesla-Besitzer berichtete jüngst, sein FSD-System habe mehrfach versucht, das Fahrzeug über eine Bootsrampe in einen See zu steuern – ein Vorgang, den er als reproduzierbar beschreibt. Die US-Verkehrsbehörde NHTSA untersucht bereits Millionen Fahrzeuge wegen möglicher Sicherheitsmängel bei Fahrerassistenzsystemen. Solche Vorfälle schüren Zweifel, ob das angestrebte Tesla Robotaxi-Netzwerk regulatorisch in absehbarer Zeit grünes Licht erhält.

Die strategische Stoßrichtung stößt an der Wall Street dennoch auf Interesse. So hat Tigress Financial Partners-Analyst Ivan Feinseth die Aktie mit “Buy” eingestuft und ein Kursziel von 550 US‑Dollar ausgerufen. Er verweist auf Teslas physische KI-Strategie rund um FSD, Robotaxis und humanoide Roboter als mehrjährige Wachstumstreiber, auch wenn kurzfristig schwächere Auslieferungszahlen in wichtigen Märkten belasten.

Tesla, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Tesla Robotaxi vs. Waymo und Lidar-Wette

Im Rennen um autonome Mobilität setzt Tesla mit dem Tesla Robotaxi-Ansatz konsequent auf Kameras und KI-gestützte Computer-Vision, während Wettbewerber wie Waymo Lidar, Radar und Kameras kombinieren. Die sechste Generation des Waymo Driver wurde mit deutlich aufgerüsteter Optik und günstigerem Lidar vorgestellt und soll besonders bei schlechten Witterungsbedingungen überzeugen.

Branchenstudien sehen Lidar aus Sicherheitsgründen tendenziell als bevorzugte Lösung, was Ford-Chef Jim Farley mit seiner Aussage “Lidar ist mission critical” unterstreicht. Gleichzeitig liegen die geschätzten Fahrzeugkosten von Waymo deutlich über denen eines Tesla Robotaxi, was Teslas skalierbarem, kostengünstigerem Ansatz in einem margenarmen Transportgeschäft einen Vorteil verschaffen könnte – vorausgesetzt, die reine Kamera-Strategie besteht regulatorische und sicherheitstechnische Härtetests.

Tesla: Kursdruck und Konflikt in Grünheide

An der Börse treten die Ambitionen derzeit auf die Bremse. Die Aktie von Tesla, Inc. fällt am Dienstag um 1,74 Prozent auf 410,17 US‑Dollar und liegt damit unter dem Vortagesschluss von 417,44 US‑Dollar. Nach einem kräftigen Rebound in den vergangenen Monaten mehren sich technische Warnsignale, einige Marktbeobachter sehen bei weiterem Druck sogar Korrekturpotenzial bis in den Bereich um 217 US‑Dollar.

Belastend wirkt auch der eskalierende Streit im Werk Grünheide. Die IG Metall hat gegen Werksleiter André Thierig Strafanzeige wegen übler Nachrede gestellt und eine einstweilige Verfügung beantragt. Hintergrund sind Vorwürfe, ein Gewerkschaftsvertreter habe eine Betriebsratssitzung heimlich aufgezeichnet – was die IG Metall als falsch zurückweist. Parallel wird eine Klage wegen Behinderung von Gewerkschaftsarbeit vorbereitet. Die anstehende Betriebsratswahl gilt als richtungsweisend für mögliche Erweiterungsinvestitionen in die einzige europäische Fabrik des Konzerns.

Fazit

Tesla treibt mit Cybercab und dem geplanten Tesla Robotaxi-Netzwerk seine Verwandlung in einen KI- und Mobilitätskonzern voran, sieht sich aber gleichzeitig wachsendem regulatorischen, sicherheitstechnischen und gewerkschaftlichen Gegenwind ausgesetzt. Für Anleger bleibt die Aktie ein Hochrisiko-Wert, bei dem enorme Software- und Robotikfantasie auf operative Baustellen und einen bereits hohen Bewertungsanspruch trifft. Wer investiert, sollte die weitere Entwicklung beim Tesla Robotaxi, die FSD-Sicherheitsdebatte und die Lage in Grünheide eng verfolgen.

Weiterführende Quellen