Reichen starke Airbus Jahreszahlen aus, um den aktuellen Kursrutsch und den verhaltenen Ausblick für 2026 zu rechtfertigen?
Airbus Jahreszahlen im Überblick
Airbus SE hat 2025 den Konzernumsatz um rund sechs Prozent auf 73,4 Milliarden Euro gesteigert. Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) legte um etwa ein Drittel auf gut 7,1 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich erzielte der Konzern einen Überschuss von rund 5,2 Milliarden Euro, knapp ein Viertel mehr als im Vorjahr. Je Aktie ergab sich damit ein Ergebnis von rund 6,61 Euro. Vorstandschef Guillaume Faury schlägt eine Erhöhung der Dividende von 3,00 auf 3,20 Euro je Aktie vor. Mit diesen Airbus Jahreszahlen übertraf der Flugzeugbauer die durchschnittlichen Analystenerwartungen bei Profitabilität und Ausschüttung.
Trotz Lieferkettenproblemen konnte Airbus 2025 insgesamt 793 Verkehrsflugzeuge ausliefern und damit das im Jahresverlauf auf 790 Maschinen reduzierte Ziel leicht übertreffen. Ursprünglich waren 820 Jets angepeilt worden, die Planung wurde aber wegen Qualitätsmängeln an Rumpfverkleidungen eines Zulieferers gekappt. Der Auftragsbestand im zivilen Flugzeuggeschäft erreichte Ende 2025 ein Rekordniveau von 8.754 Maschinen und unterstreicht die strukturell hohe Nachfrage nach Airbus-Jets.
Airbus SE: Rekordziele für 2026?
Für 2026 peilt Airbus SE die Auslieferung von rund 870 Verkehrsflugzeugen an. Damit würde der Konzern seinen bisherigen Bestwert von 863 Jets aus dem Jahr 2019 übertreffen und einen neuen Auslieferungsrekord aufstellen. Parallel soll das bereinigte EBIT auf etwa 7,5 Milliarden Euro steigen, der freie Cashflow vor Kundenfinanzierung wird auf rund 4,5 Milliarden Euro veranschlagt. Auf dem Papier deuten die Prognosen damit auf ein weiteres Rekordjahr hin, was die Airbus Jahreszahlen im Branchenvergleich hervorhebt.
Allerdings hatten viele Branchenexperten mehr erwartet: Der Konsens lag bei mehr als 900 ausgelieferten Maschinen und einem EBIT von über 8 Milliarden Euro. Bremsklotz bleibt vor allem die Knappheit an Triebwerken des US-Zulieferers Pratt & Whitney, einer Tochter von RTX. Faury spricht von einem „signifikanten Rückstand“, der sowohl die Prognose für 2026 als auch das Tempo des Produktionshochlaufs bei der A320neo-Familie belastet. Statt wie geplant 2027 stabil 75 Mittelstreckenjets pro Monat zu bauen, rechnet Airbus nun bis Ende 2027 nur mit 70 bis 75 Maschinen, eine dauerhafte Rate von 75 ist erst danach realistisch.

Airbus SE im Markt- und Wettbewerbsumfeld
An der Börse kommen Ausblick und neue Airbus Jahreszahlen zunächst schlecht an. Die Aktie von Airbus SE gab am Morgen auf Handelsplätzen wie Tradegate deutlich nach und lag mit rund 190 Euro beziehungsweise etwa 5 Prozent unter dem Vortagsschluss von gut 200 Euro. Vom Jahreshoch bei 221,25 Euro hat das Papier damit bereits spürbar korrigiert. Marktteilnehmer sprechen von einem „schwachen, wenn auch wohl konservativen“ Ausblick, der nach der vorangegangenen Rallye Gewinnmitnahmen auslöst.
Operativ bleibt Airbus jedoch klar vor dem US-Rivalen Boeing. 2025 lieferte Airbus 793 Verkehrsflugzeuge aus und damit 193 mehr als der Konkurrent, der bei 600 Maschinen landete und im Tagesgeschäft weiterhin Verluste schrieb. Allerdings holt Boeing bei Neuaufträgen zuletzt auf und lag 2025 erstmals seit 2018 wieder vorn. Im Januar 2026 verbuchte Boeing zudem mehr Auslieferungen und Nettoaufträge als Airbus. Für den europäischen Konzern steigt damit der Druck, den Produktionshochlauf trotz Lieferengpässen zu beschleunigen.
Wie werten Analysten die Airbus Jahreszahlen?
US-Investmentbanken wie Citigroup und RBC Capital Markets hatten im Vorfeld vor allem auf den Ausblick und den Produktionsplan von Airbus geschaut. Viele Analysten waren von einem ambitionierteren Zielpfad jenseits von 900 Auslieferungen ausgegangen und modellierten ein stärkeres EBIT-Wachstum. Vor diesem Hintergrund gilt der nun vorgestellte Plan als vorsichtig; mehrere Häuser sehen darin aber auch Spielraum für positive Überraschungen, falls sich die Lieferketten schneller normalisieren. Die von Airbus präsentierten Airbus Jahreszahlen selbst stützen diese Einschätzung, da Profitabilität und Cashflow bereits 2025 stärker zulegen konnten als erwartet.
Neben dem Kerngeschäft profitierten 2025 auch die Hubschraubersparte sowie die Rüstungs- und Raumfahrtsparte, die nach hohen Sonderbelastungen wieder in die Gewinnzone zurückkehrte. Mittel- bis langfristig will Airbus die starke Bilanz und den Cashflow nutzen, um die Entwicklung eines A320-Nachfolgers für die zweite Hälfte der 2030er Jahre zu finanzieren. Das Ziel sind Treibstoffeinsparungen von bis zu 25 Prozent je Sitz und damit ein weiterer Effizienzsprung im Kurz- und Mittelstreckenmarkt.
2025 war ein Meilensteinjahr, geprägt von sehr starker Nachfrage, einer Rekord-Finanzperformance und strategischen Fortschritten.
— Guillaume Faury, CEO Airbus SE
Fazit
Im Fazit untermauern die aktuellen Airbus Jahreszahlen die Ertragsstärke und Marktposition von Airbus SE, auch wenn der vorsichtige 2026-Ausblick kurzfristig auf die Stimmung drückt. Für Anleger bleiben die hohe Nachfrage, der Rekordauftragsbestand und die steigende Dividende zentrale Argumente für ein langfristiges Engagement. Entscheidend wird sein, ob Airbus die Lieferkettenprobleme in den kommenden Quartalen besser in den Griff bekommt und die avisierte Rekordproduktion tatsächlich erreichen kann.
