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Novo Nordisk CagriSema -15%: Studienschock lässt Aktie abstuerzen

ERWÄHNTER TICKER
Aktuell 47,42$ -2,13% 20.02.26 22:00 Uhr
Außerbörslich 40,17$ -15,29% 23.02.26 12:08 Uhr
Novo Nordisk

Droht Novo Nordisk nach den schwachen CagriSema-Daten im Duell mit Eli Lilly der Machtverlust im boomenden Adipositas-Markt?

Was belastet Novo Nordisk heute so stark?

Der unmittelbare Auslöser für den Kurssturz sind die heute veröffentlichten Topline-Ergebnisse der Phase‑3‑Studie REDEFINE‑4 mit Novo Nordisk CagriSema. In dieser offenen Kopf-an-Kopf-Studie wurde das Kombinationspräparat direkt mit Tirzepatid, dem Wirkstoff hinter Eli Lillys Blockbustern Zepbound und Mounjaro, verglichen. Nach 84 Wochen erreichten Patienten unter CagriSema eine durchschnittliche Gewichtsabnahme von 23,0 %, während Tirzepatid mit 25,5 % deutlich stärker abschnitt, sofern alle Teilnehmer die Behandlung einhielten.

Eigentlich sollte die Studie zeigen, dass CagriSema beim Gewichtsverlust mindestens gleichauf mit dem US-Konkurrenten liegt. Dieses Ziel – der primäre Endpunkt der Nicht-Unterlegenheitsanalyse – wurde jedoch klar verfehlt. Damit bestätigt sich, was Investoren seit ersten Daten im Dezember 2024 befürchtet hatten: Novo Nordisk CagriSema ist im reinen Wirksamkeitsvergleich nicht der erhoffte „Lilly-Killer“.

Zur Stunde notiert die US‑Aktie von Novo Nordisk bei 47,42 US‑Dollar nach 48,45 US‑Dollar am Freitag, ein Minus von 2,13 %. Vorbörslich bricht der Kurs jedoch auf 40,17 US‑Dollar ein, ein Einbruch von rund 15 %. Damit wird ein neues Vierjahrestief markiert und der Börsenwert des Konzerns in wenigen Handelsminuten um Milliarden reduziert.

Wie schlecht sind die CagriSema-Daten wirklich für Novo Nordisk?

Die nackten Zahlen sind für Anleger ein Schock, zumal der Adipositas-Markt als einer der größten Wachstumstreiber der Pharmaindustrie gilt. Laut Unternehmensangaben und den heute präsentierten Daten erzielte Novo Nordisk CagriSema zwar eine beachtliche Gewichtsreduktion von 23 %, doch gegenüber Tirzepatid fällt der Abstand von 2,5 Prozentpunkten klar negativ ins Gewicht. Reuters berichtet, dass der primäre Endpunkt einer Nichtunterlegenheit offiziell als verfehlt gilt, CNBC spricht von einem Scheitern bei der angestrebten Gleichwertigkeit der Gewichtsabnahme.

Dennoch versucht das Management, die Wogen zu glätten. Bereits im Dezember hatte Novo Nordisk auf Basis der zulassungsrelevanten REDEFINE‑1- und ‑2‑Studien den Zulassungsantrag für CagriSema bei der US‑Arzneimittelbehörde FDA eingereicht. Eine Entscheidung wird erst Ende 2026 erwartet. Das Unternehmen verweist darauf, dass CagriSema in anderen Studien starke Daten geliefert und zusätzliche Vorteile über das reine Gewicht hinaus gezeigt habe. Details dazu sollen im weiteren Jahresverlauf auf Fachkongressen vorgestellt werden.

Strategisch bleibt wichtig: Novo Nordisk ist mit seinen etablierten GLP‑1‑Produkten Wegovy und Ozempic bereits klar im Markt positioniert. Zuletzt meldete der Konzern eine sehr starke Nachfrage nach der neuen Wegovy-Pille, die den Zugang zur Therapie deutlich erleichtern dürfte. Damit verfügt Novo Nordisk zwar über einen attraktiven Produktmix, aber der erhoffte technologische Sprung von Novo Nordisk CagriSema gegenüber Eli Lilly bleibt vorerst aus – und genau das preist der Markt heute neu ein.

Novo Nordisk CagriSema Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Wie reagieren Anleger und Analysten auf Novo Nordisk CagriSema?

Die Stimmung an den Börsen ist entsprechend frostig. In Kopenhagen rutscht die Aktie am Vormittag um mehr als 10 % ab, auch in Europa dominiert tiefrotes Terrain. Beobachter sprechen von einem „Tiefschlag“, der das Vertrauen in die langfristige Dominanz von Novo Nordisk im Adipositas-Boom erschüttert. Während die Aktie des Rivalen Eli Lilly von der Meldung profitiert, drückt der CagriSema-Schock Novo Nordisk zurück in die Defensive.

Konkrete neue Kursziele von Investmentbanken wie Citigroup, Goldman Sachs oder RBC Capital Markets liegen am Montagvormittag noch nicht vor, doch die bisherigen Einstufungen standen bereits unter Beobachtung. Viele Analysten hatten in ihren Wachstumsmodellen für Novo Nordisk deutliche zusätzliche Umsätze durch Novo Nordisk CagriSema eingepreist. Nach dem klar verlorenen Kopf-an-Kopf-Vergleich mit Tirzepatid ist davon auszugehen, dass Bewertungsmodelle angepasst und mittelfristige Umsatzschätzungen gekürzt werden.

Auf der anderen Seite verweisen optimistischere Investoren auf strukturelle Trends: Der globale Adipositas-Markt wächst rasant, und die starke Nachfrage nach der Wegovy-Pille bestätigt, dass Novo Nordisk weiterhin ein zentraler Player bleibt – selbst wenn CagriSema eher eine ergänzende Rolle einnimmt und nicht die Spitze des Marktes erobert. Für langfristig orientierte Anleger dürfte nun entscheidend sein, ob das Management glaubhaft eine Strategie skizziert, wie der Rückstand auf Eli Lilly technologisch und kommerziell aufgeholt werden kann.

Fazit

Die heutigen REDEFINE‑4‑Daten sind ein herber Rückschlag für Novo Nordisk CagriSema und schicken die Aktie auf ein neues Vierjahrestief. Zwar bleiben Wegovy, Ozempic und die neue orale Wegovy-Formulierung starke Wachstumstreiber, doch der Vorsprung von Eli Lilly bei innovativen Adipositas-Therapien vergrößert sich spürbar. Die nächsten Monate mit detaillierten Studiendaten und möglichen Anpassungen der Analystenmodelle werden zeigen, ob CagriSema für Novo Nordisk doch noch zum Wachstumsjoker wird oder eine verpasste Chance bleibt.

Weiterführende Quellen