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Netflix Merger 72-Milliarden-Deal: DOJ-Schock für Anleger

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Netflix

Droht der Netflix Merger mit Warner am harten Widerstand der US-Kartellwächter und der Politik zu scheitern?

Warum steht Netflix im Mittelpunkt des Warner-Deals?

Netflix, Inc. kämpft derzeit um die Übernahme der Studios und Streaming-Netzwerke von Warner Brothers Discovery – ein Netflix Merger, der die Machtverhältnisse in Hollywood grundlegend verschieben könnte. Das Gebot von etwa 72 Milliarden Dollar zielt darauf ab, Filmstudios, Serienbibliotheken und zusätzliche Streaming-Rechte unter einem Dach zu bündeln. Netflix-Co-CEO Ted Sarandos argumentiert, der Zukauf würde das Angebot erweitern und damit Wachstum für die gesamte Branche ermöglichen, da Netflix bislang keine eigenen großen klassischen Studios besitzt.

Parallel dazu versucht Paramount Skydance, sich Warner Brothers über einen umfassenderen Deal einzuverleiben, der auch schwächelnde lineare TV-Sender umfasst. Während Paramounts Offerte nominell höher ausfällt, betont Sarandos, dass dieses Modell eher zu Kostensenkungen und einem Schrumpfen der Industrie führen könnte, während der Netflix Merger auf Skalierung im Streaming und neue Inhalte setze.

Für Anleger ist entscheidend: Der Wettbewerb um Warner erhöht sowohl die strategischen Chancen als auch die regulatorischen Risiken – und beides spiegelt sich aktuell in einer deutlich höheren Volatilität der Netflix-Aktie wider.

Wie hart greift das US-Justizministerium durch?

Das US-Justizministerium (DOJ) hat eine formelle Kartellprüfung des Netflix Merger eingeleitet. Im Zentrum stehen Fragen, ob eine Kombination von Netflix und Warner Brothers ein faktisches Monopol im Premium-Streaming und bei prestigeträchtigen Filmproduktionen schaffen könnte. Die Ermittler beleuchten nicht nur die Überlappung bei Inhalten, sondern auch die bisherigen Geschäftspraktiken von Netflix, Inc. und mögliche Wettbewerbsnachteile für andere Studios und Filmemacher.

In den internen Unterlagen werden nach Medienberichten sowohl der Sherman Act als auch der Clayton Act zitiert, also jene US-Gesetze, die bei monopolistischem Verhalten und wettbewerbsverzerrenden Fusionen angewendet werden. Dass diese Regelwerke explizit herangezogen werden, zeigt, wie ernst die Behörden den Fall nehmen. Beobachter rechnen damit, dass die Prüfung Wochen bis Monate dauern könnte.

Eine längere Verzögerung spielt Paramount direkt in die Karten: Warner Brothers hatte dem Konkurrenten ein enges Zeitfenster bis Montag, 23:59 Uhr Eastern Time gesetzt, um ein „best and final“-Angebot vorzulegen. Je tiefer das DOJ in den Netflix Merger einsteigt, desto attraktiver könnte eine vermeintlich regulatorisch einfachere Paramount-Lösung für Warner-Aktionäre erscheinen.

Netflix, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Welche Rolle spielt Donald Trump im Konflikt?

Zusätzliche Brisanz erhält die Causa durch die Einmischung von Donald Trump. Der ehemalige US-Präsident attackierte Netflix, Inc. am Wochenende scharf und forderte öffentlich, Vorstandsmitglied Susan Rice „sofort“ zu entlassen. Rice, ehemalige Botschafterin bei den Vereinten Nationen und früherer Sicherheitsberaterin unter Barack Obama, hatte in einem Podcast Unternehmen davor gewarnt, sich politisch zu stark auf Trumps Seite zu schlagen, da sie bei einem Machtwechsel „zur Rechenschaft gezogen“ werden könnten.

Trump bezeichnete Rice als „rassistisch“ und „Trump-derangiert“ und drohte Netflix mit nicht näher benannten „Konsequenzen“, falls sie im Board bleibe – eine Drohung, die viele Beobachter mit Blick auf die laufende Fusionsprüfung interpretieren. Ted Sarandos konterte, es handle sich beim Netflix Merger um „einen Business-Deal, nicht um einen politischen Deal“, und gab sich demonstrativ gelassen gegenüber dem Druck des Ex-Präsidenten.

Für Investoren erhöht der politische Lärm dennoch die Unsicherheit: Er könnte die öffentliche Wahrnehmung des Deals belasten und die ohnehin strenge DOJ-Prüfung zusätzlich aufladen.

Warum fällt die Aktie – und was bedeutet das für Anleger?

Am Montag verliert die Aktie von Netflix, Inc. auf 76,11 US‑Dollar und damit 3,25 % gegenüber dem Vortag. Neben den Fusionsrisiken sorgt ein neues Research-Papier von Citrini Research für Nervosität. Demnach könnten sogenannte AI-Agents, die automatisiert Abos verwalten, Flugtickets buchen oder Online-Shopping optimieren, das Geschäftsmodell abonnementbasierter Dienste unter Druck setzen. Wenn intelligente Assistenten Nutzer regelmäßig zwischen Streaming-Angeboten hin- und herschalten, dürfte die Kundenbindung sinken und die Kündigungsrate bei Diensten wie Netflix steigen.

Citrini skizziert ein Extrem-Szenario mit hoher Arbeitslosigkeit, massivem Wirtschaftseinbruch und einem deutlichen Rückgang des S&P 500, in dem Unternehmen mit Abo-Modell besonders leiden würden. Solche Prognosen sind hoch umstritten, doch sie treffen auf einen Markt, der ohnehin durch den Netflix Merger, die DOJ-Prüfung und den politischen Streit um Susan Rice verunsichert ist. Das erklärt, warum selbst moderate Impulse heute zu deutlichen Kursausschlägen bei Tech- und Streaming-Werten führen.

Gleichzeitig verweisen optimistischere Stimmen darauf, dass Netflix historisch immer wieder kräftige Kurserholungen gezeigt hat, sobald regulatorische und sentimentgetriebene Risiken aus dem Markt herausgepreist waren. Konkrete neue Einstufungen von Häusern wie Citigroup, Goldman Sachs oder RBC Capital Markets liegen zu diesem speziellen Fusionsszenario aktuell jedoch nicht vor, viele Analysten warten die nächsten Schritte des DOJ und die Abstimmung der Warner-Aktionäre im April ab.

„Das ist ein Business-Deal, kein politischer Deal.“
— Ted Sarandos, Co-CEO von Netflix

Fazit

Der Netflix Merger mit Warner Brothers steht damit an der Schnittstelle von Kartellrecht, Politik und Technologiewandel und macht die Aktie aktuell besonders schwankungsanfällig. Für Anleger bedeutet das kurzfristig erhöhte Risiken, mittelfristig aber auch die Chance auf einen deutlichen Rebound, sollte die Fusion mit Auflagen durchgewinkt werden. Entscheidend wird nun, wie das DOJ seine Prüfung ausweitet und ob Paramount mit einem letzten Gegenangebot den Showdown um Warner noch drehen kann.

Weiterführende Quellen