Kann das starke MTU Aero Engines Quartal den aktuellen Kursrutsch stoppen oder droht Anlegern 2026 weiterer Gegenwind?
MTU Aero Engines Quartal: Wie stark war 2025?
Die MTU Aero Engines AG hat im abgelaufenen Jahr 2025 operativ deutlich zugelegt. Der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn (Ebit) stieg um 29 Prozent auf rund 1,35 Milliarden Euro. Der Überschuss zog noch kräftiger an und kletterte um etwa 60 Prozent auf gut eine Milliarde Euro. Treiber waren vor allem das Geschäft mit neuen Triebwerken, höhermargigen Ersatzteilen und ein boomender Wartungsbereich.
Damit erfüllte der DAX-Konzern nicht nur seine bereits im Vorjahr angehobene Prognose, sondern lag auch im Rahmen der Markterwartungen. Vorstandschef Johannes Bussmann sprach davon, die Marktchancen 2025 „optimal genutzt“ zu haben und den Erfolgskurs trotz anhaltender Branchenherausforderungen fortgesetzt zu haben. Besonders die Instandhaltung profitierte von der Rückrufaktion für Getriebefan(GTF)-Triebwerke des Partners Pratt & Whitney, die den Umsatz in der Sparte zweistellig nach oben trieb.
MTU Aero Engines: Dividende im Fokus der Anleger?
Auf Basis des starken Ergebnisses will die MTU Aero Engines AG ihre Aktionäre überdurchschnittlich beteiligen. Die Dividende soll von 2,20 auf 3,60 Euro je Aktie steigen und damit deutlich stärker als von vielen Analysten prognostiziert. Das signalisiert Vertrauen des Managements in die Ertragskraft und den künftigen Cashflow, obwohl der GTF-Rückruf bilanziell noch bis Ende 2026 nachwirkt.
An der Börse fällt die Reaktion zunächst verhalten aus: Die Aktie von MTU (MTX.DE) notiert am Dienstagmorgen bei rund 382,20 Euro und damit etwa 3,85 Prozent unter dem Vortagsschluss von 397,50 Euro. Vom Jahreshoch bei 404,50 Euro ist der Kurs damit ein Stück entfernt, allerdings liegt er weiterhin klar über dem Jahrestief von 239,10 Euro. Die Zahlen zum MTU Aero Engines Quartal waren zu einem guten Teil eingepreist, einige kurzfristig orientierte Investoren nutzen die Stärke offenbar für Gewinnmitnahmen.

MTU Aero Engines: Was plant das Management für 2026?
Für 2026 peilt die MTU Aero Engines AG weiteres Wachstum an. Der bereinigte Umsatz soll von 8,7 Milliarden auf 9,2 bis 9,7 Milliarden Euro steigen. Beim bereinigten operativen Gewinn plant das Management mit einer Spanne von 1,35 bis 1,45 Milliarden Euro. Besonders stark wachsen soll das Geschäft mit neuen Triebwerken für Verkehrsflugzeuge, wo Bussmann ein Plus von 15 bis 19 Prozent erwartet.
Gleichzeitig arbeitet MTU intensiv an der nächsten Generation des Getriebefan-Motors, um Effizienz und Zuverlässigkeit zu verbessern. Trotz der Belastungen aus der GTF-Rückrufaktion konnte der Free Cashflow auf 378 Millionen Euro gesteigert werden, was zusätzlichen finanziellen Spielraum für Forschung und Entwicklung sowie Dividendenzahlungen schafft. Damit unterstreicht das aktuelle MTU Aero Engines Quartal, dass der Konzern operativ wieder deutlich Tritt gefasst hat.
MTU Aero Engines: Wie ambitioniert ist der 2030-Ausblick?
Langfristig bleibt der Kurs klar auf Wachstum ausgerichtet. Bis 2030 strebt die MTU Aero Engines AG einen Umsatz von 13 bis 14 Milliarden Euro an, bei einer bereinigten Ebit-Marge von 14,5 bis 15,5 Prozent. Ein Auftragsbestand von rund 29,5 Milliarden Euro zum Jahresende liefert dabei gute Visibilität für die kommenden Jahre.
Im Branchenkontext sehen große Investmentbanken wie Goldman Sachs, Morgan Stanley und die Citigroup MTU traditionell als Profiteur des strukturellen Wachstums im Luftverkehr und des hohen Bedarfs an effizienteren Triebwerken. Auch Häuser wie Deutsche Bank und RBC Capital Markets verweisen in ihren Einschätzungen regelmäßig auf das margenstarke Wartungsgeschäft und die technologische Schlüsselrolle beim Getriebefan-Konzept. Vor diesem Hintergrund bleibt das MTU Aero Engines Quartal ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu den ehrgeizigen 2030-Zielen.
„Die langfristigen Wachstumsaussichten für unsere Branche sind positiv, und wir sehen uns hervorragend positioniert, davon zu profitieren.“
— Johannes Bussmann, CEO MTU Aero Engines AG
Fazit
Das aktuelle MTU Aero Engines Quartal unterstreicht mit Gewinnsprung, erhöhter Dividende und solidem Free Cashflow die wiedergewonnene Stärke des Triebwerksbauers. Für Anleger bleiben die Kombination aus wachsender Ausschüttung und klar definiertem Wachstumspfad bis 2030 ein zentrales Argument für ein langfristiges Engagement. Die kommenden Quartale werden zeigen, ob MTU die ambitionierten Ziele beim Umsatz und bei der Profitabilität konsequent in steigende Kurse ummünzen kann.
Weiterführende Quellen
- MTU Aero Engines AG – Geschäftsbericht und Kennzahlen 2025 (MTU Aero Engines AG)
- Luftfahrt- und Triebwerksmarkt – Ausblick bis 2035 (IATA)
- Global Commercial Aerospace Outlook 2026 (Goldman Sachs)
- MTU Aero Engines AG bei Yahoo Finance (Yahoo Finance)

