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Fresenius Medical Care Quartal -7,4%: Gewinnsprung, Sparprogramm, aber Ausblick-Schock
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Fresenius Medical Care Quartal -7,4%: Gewinnsprung, Sparprogramm, aber Ausblick-Schock

ERWÄHNTER TICKER
Schlusskurs 38,33€ -7,39% 24.02.26 09:37 Uhr
Fresenius Medical Care AG

Ist der Kursrutsch nach dem starken Fresenius Medical Care Quartal eine Überreaktion oder ein Warnsignal für 2026?

Fresenius Medical Care Quartal: Wie stark war der Gewinnsprung?

Fresenius Medical Care AG hat 2025 ein echtes Meilensteinjahr abgeliefert. Das bereinigte operative Ergebnis kletterte im Gesamtjahr um 23 % auf 2,21 Milliarden Euro, währungsbereinigt sogar um 27 %. Im vierten Fresenius Medical Care Quartal beschleunigte sich die Dynamik noch einmal deutlich: Das bereinigte operative Ergebnis sprang um 44 % auf 705 Millionen Euro und übertraf damit die Markterwartungen klar. Die operative Marge zog auf 13,9 % an, nach 9,6 % im Vorjahreszeitraum, und lag damit am oberen Ende der mittelfristigen Zielspanne.

Auch unter dem Strich sieht es deutlich besser aus: Der Konzerngewinn schnellte 2025 um 82 % auf 978 Millionen Euro nach oben. Das berichtete operative Ergebnis stieg um 31 % auf 1,83 Milliarden Euro. Der Konzernumsatz legte um 2 % auf 19,63 Milliarden Euro zu; zu konstanten Wechselkursen entsprach das einem Plus von rund 5 %. Das Ergebnis je Aktie stieg nominal um 83 % auf 3,36 Euro, bereinigt auf 4,28 Euro – ein Zuwachs von 39 %.

Vorstandschefin Helen Giza sprach von einem „Meilensteinjahr mit herausragenden Profitabilitätssteigerungen“ und betonte, dass das Unternehmen seine finanzielle Basis in den vergangenen drei Jahren deutlich gestärkt habe. Damit hat Fresenius Medical Care den Ruf als früheres DAX-Sorgenkind vorerst abgeschüttelt.

Fresenius Medical Care: Was bringt das Sparprogramm FME25+?

Ein wesentlicher Treiber der starken Zahlen im Fresenius Medical Care Quartal ist das Effizienzprogramm FME25+. 2025 wurden Einsparungen von 238 Millionen Euro realisiert und damit das ursprüngliche Ziel von 220 Millionen Euro übertroffen. Das Management zieht die Zügel weiter an: Bis Ende 2027 sollen kumuliert nun 1,2 Milliarden Euro eingespart werden. Diese strikte Kostendisziplin hat maßgeblich dazu beigetragen, die operative Marge auf 11,3 % im Gesamtjahr zu heben.

Aktionäre profitieren vom Erfolg: Die Dividende für 2025 soll um fünf Cent auf 1,49 Euro je Aktie steigen. Das entspricht einer Ausschüttungsquote von rund einem Drittel des bereinigten Konzernergebnisses. Zusätzlich läuft ein Aktienrückkaufprogramm über insgesamt eine Milliarde Euro. Die erste Tranche über knapp 600 Millionen Euro wurde bereits Ende 2025 abgeschlossen; 14,1 Millionen Aktien wurden eingezogen. Die zweite Tranche von rund 414 Millionen Euro läuft seit Januar 2026 und soll bis Mai abgeschlossen sein.

Damit unterstreicht das Management, dass es vom eigenen Kurs überzeugt ist – auch wenn der Markt heute anders reagiert. Mittel- bis langfristig peilt Fresenius Medical Care bis 2028 ein durchschnittliches jährliches Wachstum des operativen Ergebnisses von 3 bis 7 % und bis 2030 eine branchenführende operative Marge im mittleren Zehnprozentbereich an.

Fresenius Medical Care AG Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Fresenius Medical Care: Warum bremst der Ausblick 2026?

Trotz des starken Fresenius Medical Care Quartal reagiert die Börse auf die neuen Zahlen kühl. Der aktuelle Kurs der Aktie liegt bei rund 38,33 Euro und damit gut 7 % unter dem Xetra-Schlusskurs von 41,39 Euro vom Vortag. Damit entfernt sich der Wert weiter vom 52-Wochen-Hoch bei etwa 54 Euro und bewegt sich Richtung Jahrestief im Bereich von knapp 36 Euro – von neuen Hochs ist die Aktie also weit entfernt.

Auslöser der Enttäuschung ist der vorsichtige Ausblick für 2026. Fresenius Medical Care erwartet den Umsatz währungsbereinigt lediglich auf Vorjahresniveau. Beim bereinigten operativen Ergebnis stellt Konzernchefin Helen Giza nur eine Bandbreite zwischen einem leichten Rückgang und einem leichten Anstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich in Aussicht. Hintergrund sind vor allem Kosten rund um die Markteinführung eines neuen Dialysegeräts in den USA, die kurzfristig auf die Profitabilität drücken.

Analysten reagieren zurückhaltend: Jefferies-Analyst James Vane-Tempest spricht davon, dass der „weitgehend stabile Ausblick“ enttäuschen dürfte und macht auf zunehmenden Gegenwind beim operativen Ergebnis aufmerksam. JPMorgan-Experte David Adlington betont, dass 2026 keine Gewinnsteigerung zu erwarten sei und bleibt mit „Underweight“ bei seiner skeptischen Einstufung, während Jefferies die Aktie weiterhin mit „Underperform“ einstuft. Das belastet die Stimmung rund um das aktuelle Fresenius Medical Care Quartal zusätzlich.

Fresenius Medical Care hat ein Meilensteinjahr mit herausragenden Profitabilitätssteigerungen abgeschlossen.
— Helen Giza, Vorstandschefin Fresenius Medical Care

Fazit

Für Anleger bedeutet das Spannungsfeld aus starkem abgelaufenem Fresenius Medical Care Quartal, konsequentem Sparprogramm und gedämpftem Ausblick, dass der Fokus stärker auf der mittelfristigen Story liegen dürfte. Entscheidend wird sein, ob die Einführung des neuen Dialysegeräts und die Ausweitung von FME25+ ab 2027 wieder für nachhaltigeres Gewinnwachstum sorgen können.

Weiterführende Quellen