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Salesforce Earnings Q4: Aktie legt 4,3% Rallye hin trotz KI-Schock
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Salesforce Earnings Q4: Aktie legt 4,3% Rallye hin trotz KI-Schock

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Schlusskurs 185,85$ +4,32% 24.02.26 19:20 Uhr
Salesforce, Inc.

Kann Salesforce mit Agentforce und der Anthropic-Partnerschaft den KI-Zweifeln trotzen und das Wachstum nach den Earnings neu entfachen?

Was steht bei Salesforce vor den Earnings auf dem Spiel?

Mit den anstehenden Salesforce Earnings für das vierte Quartal steigt der Druck auf das Management, einen belastbaren KI-Fahrplan zu liefern. Analysten erwarten laut aktuellen Konsensschätzungen einen Umsatz von rund 11,19 Milliarden US-Dollar und ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von etwa 3,05 US-Dollar. Das entspräche einem Umsatzplus von knapp 12 % und einem Zuwachs beim bereinigten Gewinn von rund 10 %; der Nettogewinn dürfte dagegen um etwa 15 % zurückgehen.

Besonders im Fokus steht der Auftragsbestand, also die Remaining Performance Obligation (RPO). Wedbush-Analyst Dan Ives hält die Erwartungen bei Umsatz, Gewinn und Marge für “schlagbar” und verweist auf diese Kennzahl als Schlüsselindikator dafür, ob das Wachstum in den nächsten 12 bis 18 Monaten wieder in Richtung zweistellige Raten anziehen kann. Parallel achten Anleger auf weitere Fortschritte bei der Integration der Informatica-Übernahme und den daraus erwarteten Synergien.

An der Börse sorgt der Kursanstieg auf 185,85 US-Dollar für etwas Entspannung, nachdem die Aktie seit Jahresbeginn zeitweise rund 30 % verloren hatte. Dennoch liegt der Kurs deutlich unter den in den vergangenen Monaten immer wieder gesenkten Kurszielen großer Häuser.

Wie bewerten Analysten Salesforce und Agentforce?

Die Einschätzungen der Wall Street zu Salesforce Inc. sind derzeit gespalten. Während Morgan Stanley, Wells Fargo, Oppenheimer, Stifel und Mizuho ihre Kursziele zuletzt teils deutlich nach unten angepasst haben, bleiben die meisten Research-Häuser in ihrer Einstufung überwiegend positiv. So hält die KeyBanc trotz eines reduzierten Kursziels an ihrem Rating “Übergewichten” fest und spricht von einem “Multiple Reset” statt von fundamentalen Problemen.

Wedbush-Analyst Dan Ives geht sogar deutlich weiter: Er sieht den massiven Abverkauf als Fehlwahrnehmung des Marktes im Zuge des von ihm geprägten Begriffs “AI ghost trade”. In diesem Narrativ würden Softwarewerte pauschal verkauft, aus Angst, dass KI-Agenten klassische Unternehmenssoftware verdrängen. Bei Salesforce sei diese Sorge übertrieben, da das Unternehmen mit seinem über Jahrzehnte aufgebauten, strukturierten Kundendatenfundus und Produkten wie Agentforce strukturell anders aufgestellt sei als viele andere SaaS-Anbieter.

Auch andere Analysten, etwa auf Plattformen wie Seeking Alpha, betonen, dass KI bei Salesforce eher als Profitabilitäts- und Margentreiber wirken könnte, selbst wenn das Umsatzwachstum kurzfristig nur moderat beschleunigt. Entscheidend sei, ob Agentforce-Pilotprojekte in skalierbare, wiederkehrende Verträge überführt werden.

Salesforce Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Welche Rolle spielt KI-Partner Anthropic für Salesforce?

Speziell die KI-Strategie prägt die Erwartung an die Salesforce Earnings. Ein Auslöser für die jüngste Erholungsrallye im Softwaresektor war die Bekanntgabe neuer Partnerschaften mit dem KI-Spezialisten Anthropic, der auch mit Salesforce zusammenarbeitet. Die Nachricht sorgte für eine spürbare Entlastung im gesamten IGV-Software-ETF, der zuvor von massiven Abflüssen geprägt war.

Die Kooperation mit Anthropic soll Salesforce helfen, generative KI-Modelle tiefer in die hauseigenen Plattformen wie Data Cloud, Einstein und Agentforce einzubetten. Der Kern des bullischen Arguments: Salesforce besitzt nicht nur Zugang zu starken Modellen, sondern vor allem zu den dafür kritischen, sauberen und domänenspezifischen Unternehmensdaten von mehr als 150.000 Kunden, darunter über 90 % der Fortune-500-Konzerne. Diese Kombination aus Modellen und proprietären Daten soll Agentforce ermöglichen, KI-Agenten mit deterministischem, geschäftslogikbasiertem Verhalten bereitzustellen, das viele generische KI-Anbieter so nicht liefern können.

Zugleich mahnen skeptische Stimmen, etwa bei MarketWatch und Forbes, dass Salesforce bereits zwei Mal innerhalb weniger Wochen mehr als 30 % an Börsenwert eingebüßt hat und Anleger die Zyklik der Aktie nicht unterschätzen sollten. Jim Cramer räumte jüngst ein, er fühle sich mit seiner bisherigen Salesforce-Positionierung “auf der falschen Seite der Geschichte”, obwohl er die Agentforce-Plattform als stark einschätzt.

Was bedeuten die Salesforce Earnings für Anleger?

Für Anleger werden die Salesforce Earnings zum Realitätscheck: Gelingt es dem Management, mit klaren Zahlen und belastbarer KI-Monetarisierung die verbreiteten Verdrängungsängste zu entkräften, könnte die Aktie Spielraum für eine Neubewertung nach oben haben. Viele Kursziele – darunter das 375-US-Dollar-Target von Wedbush – liegen weit über dem aktuellen Niveau, während der Markt derzeit vor allem Risiko statt Chance einpreist.

Fallen die Zahlen oder der Ausblick hingegen schwächer aus, droht die aktuelle Erholungsbewegung schnell zu verpuffen. Entscheidend wird sein, ob Salesforce im Earnings Call konkrete Kennziffern zu Agentforce-Umsätzen, KI-bezogenen Deal-Pipelines und Margenbeiträgen liefert. Im Softwaresektor insgesamt spekulieren Investoren darauf, dass sich der zuletzt beobachtete Bodenbildungsprozess im IGV-ETF bestätigt und sich KI nicht als strukturelle, sondern als evolutionäre Disruption erweist.

Die zentrale Frage dieser Salesforce Earnings ist nicht, ob KI ein Risiko darstellt, sondern ob Salesforce seine Datenbasis in einen nachhaltigen KI-Margenvorteil verwandeln kann.
— Redaktion Börsenblog

Fazit

Unterm Strich werden die anstehenden Salesforce Earnings zum Lackmustest dafür, ob die KI-Wette Agentforce den aktuellen Pessimismus widerlegen kann. Für Anleger steht eine mögliche Neubewertung zwischen Multiple-Reset und KI-Prämie im Raum. Die nächsten Quartalszahlen und Updates zur KI-Monetarisierung werden zeigen, ob Salesforce vom Opfer des “AI ghost trade” zum Profiteur des nächsten Softwarezyklus wird.

Weiterführende Quellen