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PayPal Übernahme +6,7%: Rallye durch Stripe-Fantasie und CEO-Wechsel
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PayPal Übernahme +6,7%: Rallye durch Stripe-Fantasie und CEO-Wechsel

ERWÄHNTER TICKER
Schlusskurs 47,02$ +6,74% 24.02.26 22:00 Uhr
Außerbörslich 47,07$ +0,11% 24.02.26 23:13 Uhr
PayPal Holdings, Inc.

Hebelt eine mögliche PayPal Übernahme durch Stripe den angeschlagenen Fintech-Pionier wieder nach oben – oder bleibt es nur Kursfantasie?

PayPal Übernahme: Wie stark treibt Stripe die Fantasie?

Berichte über ein mögliches Interesse von Stripe an einer PayPal Übernahme haben die Aktie regelrecht beflügelt. Der Kurs von PayPal Holdings, Inc. legte auf 47,02 US‑Dollar zu, nach 44,05 US‑Dollar am Vortag – ein Tagesplus von 6,74 %, während der außerbörsliche Handel das Niveau mit 47,07 US‑Dollar (+0,11 %) bestätigt. Damit notiert PayPal zwar weiterhin deutlich unter dem 52‑Wochen-Hoch von 79,50 US‑Dollar, entfernt sich aber spürbar vom Jahrestief bei 38,47 US‑Dollar.

Auslöser der Rally war ein Bericht, wonach der Zahlungsdienstleister Stripe eine vollständige oder teilweise Übernahme von PayPal auslotet. Die Gespräche befinden sich laut Insidern noch in einem frühen Stadium, eine verbindliche Offerte liegt nicht vor. Parallel kursieren am Markt bereits andere Szenarien – von interessierten Banken bis hin zu Technologie- und Kryptokonzernen, die sich einzelne Plattformbausteine wie Venmo, Braintree oder das Buy-now-pay-later-(BNPL)-Geschäft sichern könnten.

Mit einer Marktkapitalisierung von rund 42 Milliarden US‑Dollar und mehr als 400 bis 440 Millionen aktiven Konten wäre eine PayPal Übernahme ein Megadeal im globalen Fintech-Sektor. Das jährliche Zahlungsvolumen von knapp 2 Billionen US‑Dollar und die starke Marke gelten als zentrale Assets, auch wenn das Wachstum zuletzt deutlich abgekühlt ist.

PayPal Holdings, Inc.: Fundamentaldaten zwischen Chance und Skepsis

Operativ präsentiert sich PayPal Holdings, Inc. solide, aber weit entfernt von früheren Wachstumsraten. Für das laufende Jahr wird ein Umsatz von rund 34 Milliarden US‑Dollar und ein Gewinn vor Zinsen und Steuern von knapp 6 Milliarden US‑Dollar erwartet. Das Bewertungsniveau ist nach dem Kursverfall niedrig: Der Markt taxiert PayPal nur noch mit einem einstelligem Gewinnvielfachen, was Übernahmefantasie zusätzlich anheizt.

Gleichzeitig kämpft das Unternehmen mit strukturellem Gegenwind. Das Wachstum der aktiven Konten ist auf 1–2 % pro Jahr heruntergefahren, die Transaktionsvolumina wachsen nur noch im einstelligen Prozentbereich. Die Transaktionsmarge (Take Rate) bewegt sich mit etwa 1,6–1,7 % seit mehreren Quartalen seitwärts. Der einstige Wachstumsmotor Braintree wird zurückgefahren, um Margen zu stabilisieren, während PayPal mehr auf höherwertige Zahlungsströme über das eigene Checkout, Venmo und BNPL setzt.

Die schwächeren Q4‑2025-Zahlen haben dies zuletzt offengelegt: Der Umsatz stieg im Schlussquartal lediglich um gut 3–4 % auf 8,68 Milliarden US‑Dollar und verfehlte die Erwartungen, ebenso wie das EPS von 1,23 US‑Dollar. Analysten wie Jason Kupferberg von Wells Fargo reagierten zurückhaltend und bestätigten ein „Hold“-Rating bei gleichzeitig gesenktem Kursziel von 58 auf 48 US‑Dollar. Matthew Coad von Truist Financial stufte PayPal sogar auf „Sell“ ab und senkte sein Kursziel von 58 auf 39 US‑Dollar – ein deutliches Signal, dass nicht alle Experten die Übernahmefantasie teilen.

PayPal Holdings, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

PayPal Übernahme versus neuer CEO: Was wiegt schwerer?

Parallel zu den Spekulationen um eine PayPal Übernahme stellt sich das Unternehmen strategisch neu auf. Der Aufsichtsrat hat Enrique Lores, bisheriger Chef von HP, als neuen CEO und President berufen. Er soll ab Anfang März den Umbau vorantreiben, Effizienzhebel nutzen und die Innovationspipeline im Kerngeschäft wieder beleben. Einige Analysten verweisen darauf, dass die jüngsten Rückschläge eher auf Umsetzungsprobleme als auf ein strukturelles Branchenproblem zurückgehen.

Für Investoren ergibt sich damit ein Spannungsfeld: Auf der einen Seite lockt die Chance, dass ein strategischer Käufer wie Stripe, eine Großbank oder ein Tech-Gigant den Bewertungsabschlag mit einer Prämie aufhebt. Kursziele von 50 bis 70 US‑Dollar werden im Übernahmekontext diskutiert, wobei ein erneuter Anlauf in Richtung der Kurslücke bis etwa 61 US‑Dollar technisch möglich erscheint, sollte das jüngste Zwischenhoch um 45,70 US‑Dollar nachhaltig überwunden bleiben.

Auf der anderen Seite steht das Risiko, dass konkrete Gebote ausbleiben oder Spekulationen über eine PayPal Übernahme klar dementiert werden. In diesem Fall dürfte der Fokus der Börse rasch zurück auf den schleppenden Wachstumstrend, die laufenden Sammelklagen sowie den scharfen Wettbewerb im Zahlungsverkehr – inklusive Druck durch Krypto-Anbieter und potenziell KI-getriebene Payment-Lösungen – zurückschwenken.

Unterm Strich ist PayPal damit ein klassischer Turnaround- und Spekulationswert: Kurzfristig dominiert die Fantasie rund um eine PayPal Übernahme, mittelfristig entscheidet jedoch der neue CEO mit seiner Strategie, ob der Zahlungsriese aus eigener Kraft wieder in die Wachstumszone zurückkehren kann.

Fazit

Die Spekulation um eine mögliche PayPal Übernahme durch Stripe oder andere strategische Käufer hat der angeschlagenen Aktie von PayPal Holdings, Inc. kurzfristig kräftig Auftrieb gegeben. Entscheidend für Anleger wird sein, ob sich aus den losen Gesprächen ein echtes Angebot entwickelt oder ob am Ende doch der neue CEO Enrique Lores mit einem überzeugenden Turnaround-Plan den Bewertungsabschlag schließen muss. Für risikobereite Investoren bleibt PayPal damit ein spannender, aber volatiler Fintech-Titel, bei dem sowohl Übernahmeszenarien als auch interne Reformen die nächste Kursrichtung bestimmen werden.

Weiterführende Quellen