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MicroStrategy Bitcoin-Strategie +5,7%: Rekordkäufe und Short-Schock
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MicroStrategy Bitcoin-Strategie +5,7%: Rekordkäufe und Short-Schock

ERWÄHNTER TICKER
Schlusskurs 131,77$ +5,74% 25.02.26 16:29 Uhr
MicroStrategy

Ist die radikale MicroStrategy Bitcoin-Strategie genialer Hebel auf den Kryptomarkt oder ein riskanter Balanceakt am Abgrund?

Wie entwickelt sich MicroStrategy an der Börse?

Die Aktie von MicroStrategy Incorporated (MSTR) legt am Mittwoch kräftig zu und notiert zuletzt bei rund 131,76 US-Dollar, nach 124,61 US-Dollar am Vortag. Das entspricht einem Tagesplus von 5,74 %. Damit entfernt sich der Titel etwas von der Unterstützungszone um 100 bis 110 US-Dollar, die in den vergangenen Wochen mehrfach getestet wurde. Von ihrem Hoch im November 2024 bei über 540 US-Dollar ist die Aktie jedoch weiterhin mehr als 75 % entfernt – von neuen Hochs kann also keine Rede sein.

Auf Zwölfmonatssicht steht ein Kursverlust von deutlich über 50 % zu Buche. Verschiedene Analysen verweisen darauf, dass MicroStrategy damit schwächer abgeschnitten hat als der Bitcoin selbst und viele klassische Tech-Werte. Dennoch bleibt der Titel ein Stellvertreter für den Kryptomarkt: Steigt der BTC-Kurs, reagiert die Aktie oft überproportional – fällt er, verstärkt die Hebelwirkung der Bilanzstruktur die Rückschläge.

Gleichzeitig bleibt die MicroStrategy Bitcoin-Strategie der zentrale Treiber der Investmentstory. Anleger bewerten die Aktie weniger nach klassischen Software-Kennzahlen, sondern zunehmend wie einen gehebelten Bitcoin-Proxy mit zusätzlichem Unternehmensrisiko.

Was bedeutet der 100. Bitcoin-Kauf für MicroStrategy?

Mit der jüngsten Transaktion hat MicroStrategy Incorporated die Marke von 100 offiziellen Kaufmeldungen seit August 2020 erreicht. Zwischen dem 17. und 22. Februar verkaufte das Unternehmen 297.940 Stammaktien und nahm damit netto rund 39,7 Millionen US-Dollar ein. Die gesamten Erlöse flossen in den Erwerb von 592 Bitcoin zu einem durchschnittlichen Preis von 67.286 US-Dollar je Coin.

Insgesamt hält MicroStrategy nun 717.722 Bitcoin, für die etwa 54,56 Milliarden US-Dollar bezahlt wurden. Der durchschnittliche Einstandspreis liegt bei rund 76.020 US-Dollar pro BTC. Bei einem aktuellen Bitcoin-Kurs leicht über 66.000 US-Dollar ergibt sich daraus ein Buchverlust von etwa 10.000 US-Dollar pro Coin – in Summe rund sieben bis acht Milliarden US-Dollar. Trotz dieser gewaltigen Differenz hält das Management an der MicroStrategy Bitcoin-Strategie fest und nutzt den Aktienverkauf weiter als primäre Finanzierungsquelle für Zukäufe.

Nach Unternehmensangaben stehen zusätzlich rund 7,84 Milliarden US-Dollar im Rahmen eines laufenden Aktien-ATM-Programms sowie weitere Milliarden über verschiedene Serien von ewigen Vorzugsaktien zur Verfügung. Das unterstreicht, dass die MicroStrategy Bitcoin-Strategie langfristig angelegt ist und das Unternehmen den BTC-Bestand weiter ausbauen will – unabhängig von kurzfristigen Kursschwankungen.

MicroStrategy Incorporated Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Warum ist MicroStrategy die meistgeshortete Large Cap?

Bemerkenswert ist, dass MicroStrategy Incorporated mittlerweile als am stärksten leerverkaufte Large-Cap-Aktie an der Wall Street gilt. Daten von Goldman Sachs und FactSet zufolge sind rund 14 % der Marktkapitalisierung leerverkauft und machen MicroStrategy derzeit zum Favoriten unter Short-Sellern, noch vor Coinbase. Die hohe Short-Quote ist jedoch weniger als Abstimmung über das Überleben des Unternehmens zu verstehen, sondern entspringt vor allem einem beliebten Arbitrage-Geschäft.

Viele Hedgefonds setzen auf den sogenannten Basis-Trade: Sie kaufen physisch hinterlegte Bitcoin-ETFs – etwa die großen US-Spot-ETFs – und verkaufen gleichzeitig MicroStrategy-Aktien leer. Hintergrund ist, dass die Aktie historisch häufig mit einem deutlichen Aufschlag zum reinen Wert des BTC-Bestands gehandelt wird. Professionelle Investoren spekulieren darauf, dass diese Prämie im Zeitverlauf zurückgeht.

Bisher ist diese Wette allerdings nicht vollständig aufgegangen. Während Bitcoin-ETFs seit Jahresbeginn teils über 25 % verloren, liegt der Rückgang bei MicroStrategy etwas darunter. Für Anleger bedeutet das: Neben der fundamentalen Diskussion um die MicroStrategy Bitcoin-Strategie spielt die Dynamik zwischen Long-ETF-Positionen und Short-Positionen in der Aktie eine zunehmend wichtige Rolle – ein möglicher Short-Squeeze bleibt damit ein Risiko für die Gegenseite.

Wie funktioniert das neue MicroStrategy-Yield-ETP?

Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält die MicroStrategy Bitcoin-Strategie durch ein neues börsengehandeltes Produkt von 21Shares. Das Unternehmen hat ein ETP lanciert, das europäischen Anlegern Zugang zu einer variablen, ewigen Vorzugsaktie von MicroStrategy verschafft. Diese sogenannte Variable Rate Series A Perpetual „Stretch“ Preferred Stock (STRC) ist mit dem Bitcoin-Bestand des Unternehmens besichert.

Das 21Shares Yield-ETP zielt darauf ab, als Cashflow-Brücke zwischen traditionellem Finanzsystem und dem BTC-Vermögen von MicroStrategy zu fungieren. Anleger erhalten eine auf 11,25 % p.a. ausgelegte variable Dividende, die im Hintergrund durch den großen Bitcoin-Schatz von MicroStrategy unterlegt ist. Damit erweitert sich das Ökosystem rund um die MicroStrategy Bitcoin-Strategie: Neben der Aktie und Optionen darauf steht Investoren nun ein strukturiertes Produkt zur Verfügung, das Ertrag und Krypto-Exposure kombiniert.

Parallel dazu bleiben Analysten vergleichsweise optimistisch. Mehrere Häuser wie Zacks berichten von überwiegend „Buy“-Einstufungen und einem mittleren Kursziel um 325 US-Dollar – deutlich über dem aktuellen Kurs. Investmentbanken wie Goldman Sachs analysieren vor allem die Short- und Arbitrage-Ströme in der Aktie, während klassische IT-Coverage angesichts der Dominanz des Bitcoin-Themas in den Hintergrund tritt.

Michael Saylor hat MicroStrategy faktisch in einen hochgehebelten Bitcoin-Fonds verwandelt – mit allen Chancen und Risiken, die dieses Modell mit sich bringt.
— Unabhängiger Marktbeobachter

Fazit

Unterm Strich bleibt die MicroStrategy Bitcoin-Strategie radikal und konsequent: Das Unternehmen nutzt jede Schwächephase des Marktes für weitere Käufe und akzeptiert hohe Buchverluste als Teil des Plans. Für Anleger bedeutet das ein hochvolatiles, aber klar positioniertes Investment, das deutlich stärker schwankt als Bitcoin selbst. Wer an einen langfristigen BTC-Superzyklus glaubt, findet in MicroStrategy einen gehebelten Proxy – die nächsten Quartalszahlen und die Entwicklung des Short-Interesses werden zeigen, ob diese Wette aufgeht.

Weiterführende Quellen

Maik Kemper
Über den Autor
Maik Kemper

Finanzjournalist und Trader mit über 10 Jahren Erfahrung an den Märkten. Spezialisiert auf Aktienanalyse, Forex und makroökonomische Zusammenhänge.