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Paramount Skydance Übernahme: 31$ Gebot-Schock im Bieterduell
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Paramount Skydance Übernahme: 31$ Gebot-Schock im Bieterduell

Wird die Paramount Skydance Übernahme von Warner Bros. Discovery zum teuren Poker oder zum strategischen Volltreffer?

Paramount Skydance Übernahme: Wie weit geht das Gebot?

Die Paramount Skydance Corporation hat ihr feindliches Übernahmeangebot für Warner Bros. Discovery auf 31 US‑Dollar je Aktie in bar angehoben. Damit liegt das Gebot deutlich über der bisherigen Offerte von Netflix, die bei 27,75 US‑Dollar pro Aktie liegen soll. Nach einer ersten Prüfung signalisierte das Board von Warner Bros., dass das neue Angebot von Paramount als potenziell „überlegen“ gegenüber dem Netflix-Deal eingestuft werden könnte.

Warner Bros. hat Paramount ein siebentägiges Zeitfenster eingeräumt, um ein „bestes und finales“ Angebot vorzulegen. Sollte Paramount Skydance noch einmal nachlegen, hätte Netflix anschließend vier Tage Zeit, sein Gebot anzupassen und gleichzuziehen. Prognosemärkte sehen die Chancen für einen erfolgreichen Abschluss der Paramount Skydance Übernahme aktuell bei rund 49 % – ein Zeichen dafür, wie offen der Ausgang dieses Bieterkampfs bleibt.

Interessanterweise legte die Netflix-Aktie seit Bekanntwerden des erhöhten Gebots über 8 % zu. Anleger scheinen darauf zu spekulieren, dass Netflix entweder günstig aus einem kostspieligen Bietergefecht aussteigt oder sich durch einen Deal mit Warner strategisch massiv stärkt.

Paramount Skydance Corporation: Was sagen die Zahlen?

Operativ meldete die Paramount Skydance Corporation für das vierte Quartal 2025 einen moderaten Umsatzanstieg, zugleich aber deutlich höhere Verluste. Der Konzernumsatz wuchs um etwa 2 % auf rund 8,15 Milliarden US‑Dollar, während der Verlust je Aktie sich von 0,31 auf 0,52 US‑Dollar ausweitete. Für das Gesamtjahr peilt das Management rund 30 Milliarden US‑Dollar Umsatz an, ein Plus von etwa 4 %.

Im Fokus steht klar das Direct‑to‑Consumer‑Geschäft: Paramount+ steigerte seine Streaming-Erlöse um mehr als 17 % und bleibt der wichtigste Wachstumstreiber. Besonders hervor hob das Management den UFC‑Deal: Das Event UFC 324 erreichte etwa 7 Millionen Haushalte in den USA und Lateinamerika und war damit die bislang größte exklusive Live-Übertragung der Plattform. Parallel dazu erwartet der Konzern eine spürbare Erholung der Werbeerlöse im Streaminggeschäft 2026, unterstützt durch starke Werbenachfrage rund um UFC-Inhalte und Investitionen in Adtech.

Beim Ergebnis bekräftigte das Management eine Prognose für ein bereinigtes EBITDA von 3,8 Milliarden US‑Dollar, zuzüglich 300 Millionen US‑Dollar aktienbasierter Vergütung. Über alle Geschäftsbereiche hinweg sollen zudem mehr als 33 Milliarden US‑Dollar an Synergien realisiert werden – inklusive Effekten aus neuen Technologie- und KI-Initiativen.

Paramount Skydance: Risiken im traditionellen Geschäft?

Trotz des Streaming-Wachstums bleibt das klassische Geschäft eine Belastung. Die TV‑Sparte leidet unter dem strukturellen Rückgang im Pay‑TV-Markt, was auch die Umsatzprognose für das laufende Quartal unter die Erwartungen von Wall Street drückt. Die Unternehmensführung rechnet zwar mit stabilen Margen durch Kostendisziplin und effizienteren Werbeverkauf, dennoch bleibt das Segment ein klarer Gegenwind für die Investmentstory.

Auch im Filmstudio-Geschäft erwartet die Paramount Skydance Corporation kurzfristig Gegenläufe: Nach dem starken Vorjahr mit einem Blockbuster wie „Mission: Impossible“ dürfte der Beitrag großer Eventfilme 2026 geringer ausfallen. Gleichzeitig wird der Output deutlich erhöht: Statt acht vererbter Titel sollen nun 16 Filme ins Kino kommen, langfristig zielt der Konzern auf mehr als 15 Filme pro Jahr. Zur Unterstützung dieser Strategie stieg der Content-Aufwand um rund 1,5 Milliarden US‑Dollar, unter anderem für neue Serien und erweiterte Sportrechte.

Die werbefinanzierte Streaming-Sparte jenseits von Paramount+ – vor allem Pluto TV – hinkt dagegen hinterher: Die Erlöse sanken um 16 %, obwohl die Nutzungsdauer zulegte. Das Management führt dies unter anderem auf frühere Unterinvestitionen zurück und will hier schrittweise nachsteuern.

Paramount Skydance Übernahme: Gamechanger für die Strategie?

Strategisch bezeichnet das Management die geplante Paramount Skydance Übernahme von Warner Bros. Discovery als „Beschleuniger“ des eigenen Turnarounds. Ein Zusammenschluss würde eines der größten Content-Portfolios Hollywoods, renommierte Filmstudios und starke Marken unter einem Dach bündeln und könnte die Skalenvorteile im Streaming deutlich vergrößern. Gleichzeitig wäre der Deal eine Wette darauf, dass Direct‑to‑Consumer-Umsätze die anhaltenden Rückgänge im klassischen TV mehr als ausgleichen.

Finanziell bleibt Disziplin ein erklärtes Ziel: Kürzlich wurden über 300 Millionen US‑Dollar Schulden zurückgeführt, bis 2027 strebt der Konzern Investment‑Grade‑Kennzahlen an. Restrukturierungskosten von rund 800 Millionen US‑Dollar drücken zwar kurzfristig die Free‑Cash‑Flow‑Marge (aktuell etwa 5 % ohne Restrukturierung), sollen aber die Profitabilität des DTC-Geschäfts nachhaltig verbessern. Für Anleger dürfte entscheidend sein, ob Paramount Skydance den Warner-Deal zu vertretbaren Bedingungen durchsetzt – oder ob Netflix am Ende die besseren politischen und regulatorischen Karten ausspielt.

Fazit

Die Paramount Skydance Übernahme von Warner Bros. Discovery steht im Zentrum einer tiefgreifenden Neuordnung der Medienlandschaft und trifft auf einen Konzern, der operativ klar in Richtung Streaming marschiert, aber noch Altlasten aus dem TV‑Zeitalter schultern muss. Für Investoren bietet der Bieterkampf Chancen auf deutliche Skaleneffekte, birgt jedoch Integrations-, Schulden- und Regulierungsrisiken. Die nächsten Wochen, in denen über das finale Angebot und eine mögliche Einigung entschieden wird, dürften damit richtungsweisend für die Bewertung der Paramount Skydance Corporation bleiben.

Weiterführende Quellen

Maik Kemper
Über den Autor
Maik Kemper

Finanzjournalist und Trader mit über 10 Jahren Erfahrung an den Märkten. Spezialisiert auf Aktienanalyse, Forex und makroökonomische Zusammenhänge.