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Micron AI-Speicher +57% Boom: Wie nachhaltig ist der Margen-Rekord?
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Micron AI-Speicher +57% Boom: Wie nachhaltig ist der Margen-Rekord?

ERWÄHNTER TICKER
Schlusskurs 429,00$ +2,63% 25.02.26 22:00 Uhr
Außerbörslich 423,47$ -1,29% 26.02.26 01:59 Uhr
Micron Technology, Inc.

Kann der Micron AI-Speicher-Boom mit ausverkauftem HBM und Margenrekord den brutalen Speicherzyklus dauerhaft aushebeln?

Micron Technology: Wie stark läuft das KI-Geschäft?

Micron Technology gehört zu den heißesten KI-Werten zum Start ins Jahr 2026. Nach einem Plus von rund 239 % im Jahr 2025 liegt die Performance 2026 bereits bei etwa 50 %. Der Schlusskurs von 429,00 US‑Dollar (Vortag: 418,01 US‑Dollar, +2,63 %) zeigt, dass Anleger weiter auf den Micron AI-Speicher setzen. Im nachbörslichen Handel gaben die Papiere leicht auf 423,47 US‑Dollar nach.

Fundamental profitiert Micron von einem massiven Nachfrageboom in seinen Kernmärkten DRAM und NAND. Rund 80 % des Umsatzes stammen aus DRAM, der Rest vor allem aus NAND-Flash. Beide Segmente sind inzwischen wieder in Angebotsknappheit, nachdem die Speicherpreise nach der Pandemie zunächst eingebrochen waren. Besonders dynamisch wächst der Markt für High-Bandwidth Memory (HBM), der direkt an GPUs wie die von Nvidia gekoppelt wird, um KI-Modelle mit extrem hohen Datenraten zu versorgen.

Microns HBM-Kapazität für dieses Jahr gilt als vollständig ausverkauft. Das Unternehmen verhandelt über mehrjährige Lieferverträge und baut seine Kapazitäten deutlich aus, um eine erwartete jährliche Nachfragezunahme von rund 40 % bis 2028 bedienen zu können. Der Micron AI-Speicher wird damit zu einem zentralen Baustein der globalen KI-Infrastruktur.

Micron Technology: Margensprung durch HBM und NAND

Der KI-Boom schlägt sich klar in den Zahlen nieder. Im jüngsten Quartal kletterte der Umsatz um 57 %, während die Bruttomarge von 38,4 % auf 56 % ansprang. Micron generierte zudem einen kräftigen freien Cashflow von 3,9 Milliarden US‑Dollar – ein deutlicher Turnaround nach der tiefen Speicherkrise der vergangenen Jahre.

Die Ursachen liegen nicht nur im Micron AI-Speicher-Segment HBM, sondern auch in der deutlichen Erholung des NAND-Geschäfts. Nachdem Flash-Speicher nach der Pandemie so stark im Überangebot war, dass teilweise unter Herstellungskosten verkauft werden musste, hatten die großen Hersteller ihre Kapazitäten radikal gekürzt. Inzwischen treibt der Aufbau riesiger KI-Rechenzentren den Bedarf an SSDs mit hoher Kapazität – und damit die Preise – wieder kräftig an.

Zusätzlich fokussieren sich die Speicherhersteller auf HBM, das etwa die dreifache Waferkapazität von Standard-DRAM benötigt und aufgrund größerer Chipflächen andere Produkte verdrängt. Diese Verengung des Angebots stützt die Preise im gesamten DRAM-Markt. Für den Micron AI-Speicher bedeutet das: bessere Mixeffekte, langlaufende Verträge und strukturell höhere Margen, wodurch der klassische zyklische Charakter des Geschäfts zumindest abgemildert wird.

Micron Technology AI-Speicherboom Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Micron AI-Speicher: Wie ist die Aktie bewertet?

Trotz des Kursaufschwungs wirkt Micron auf Basis der Gewinnschätzungen moderat bewertet. Die Aktie wird laut Konsens mit einem Forward-KGV von rund 12,5 auf das Geschäftsjahr 2026 und etwa 9,5 auf 2027 gehandelt. Für viele Anleger ist der Micron AI-Speicher daher ein Hebel auf das fortgesetzte Wachstum der KI-Infrastruktur, ohne Nvidia-ähnliche Bewertungsprämien zahlen zu müssen.

Allerdings zeigen Bewertungsmodelle ein gemischtes Bild: Während einige Marktteilnehmer ausgehend von hohen Wachstumsannahmen einen fairen Wert von über 500 US‑Dollar je Aktie ableiten, kommen konservativere Discounted-Cashflow-Analysen bei aktuellen 429 US‑Dollar eher zu deutlich niedrigeren Fair-Value-Schätzungen um knapp 190 US‑Dollar. Diese Spanne verdeutlicht, wie stark die Einschätzung des Micron AI-Speicher-Geschäfts von der Dauer und Intensität des KI-Booms abhängt.

Parallel treibt Micron seine US-Fertigung mit einem auf rund 50 Milliarden US‑Dollar veranschlagten Ausbau am Standort Boise voran. Die neuen Fabs sollen ab 2027 erste Speicherchips liefern und zielen darauf, die wachsende KI-Nachfrage mit heimischer Produktion zu bedienen – unterstützt durch Fördergelder aus dem CHIPS and Science Act. Damit stärkt der Konzern nicht nur seine technologische Position, sondern reduziert auch geopolitische Risiken in der Lieferkette.

Micron Technology: Was bedeutet das für Anleger?

Die jüngste Kursstärke von Micron fällt in eine Phase allgemeiner Rallys bei KI-Infrastrukturwerten. Zahlreiche Chipproduzenten und Ausrüster verzeichnen ähnliche Bewegungen, während der Markt gespannt auf die nächsten Zahlen von Nvidia blickt, die als Taktgeber für die gesamte Branche gelten. Positive Signale vom GPU-Markt würden den Absatz von Micron AI-Speicher weiter stützen.

Für Investoren bleibt die zentrale Frage, ob sich die aktuellen Rekordmargen und die extrem knappe Versorgungslage als struktureller Trend etablieren oder mittelfristig wieder in einen klassischen Speicherzyklus übergehen. Die Kombination aus ausverkauftem HBM, anziehenden NAND-Preisen, massiven US-Investitionen und einer im historischen Vergleich moderaten Bewertung macht Micron jedoch zu einem der spannendsten Profiteure des KI-Infrastruktur-Booms.

Fazit

Micron AI-Speicher ist zum Herzstück des globalen KI-Ausbaus geworden. Die Aktie profitiert von vollen Auftragsbüchern, hohen Margen und ambitionierten Kapazitätserweiterungen. Für Anleger, die an einen langen KI-Superzyklus glauben, bleibt Micron eine aussichtsreiche Möglichkeit, direkt am Wachstum von Rechenzentren und Speicherinfrastruktur zu partizipieren.

Weiterführende Quellen

Maik Kemper
Über den Autor
Maik Kemper

Finanzjournalist und Trader mit über 10 Jahren Erfahrung an den Märkten. Spezialisiert auf Aktienanalyse, Forex und makroökonomische Zusammenhänge.