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Rigetti Computing Quartal mit -17% Umsatz: Einbruch-Warnung für spekulative Anleger
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Rigetti Computing Quartal mit -17% Umsatz: Einbruch-Warnung für spekulative Anleger

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Rigetti Computing, Inc.

Kann das aktuelle Rigetti Computing Quartal die hohe Bewertung rechtfertigen – oder droht spekulativen Anlegern ein böses Erwachen?

Rigetti Computing Quartal: Wie schwach fielen die Zahlen aus?

Im jüngsten Rigetti Computing Quartal ist klar geworden, dass das Wachstumstempo des Quantum-Spezialisten den hohen Erwartungen an der Börse hinterherhinkt. Der Umsatz sank um 17 % auf nur 1,9 Millionen US-Dollar und blieb damit spürbar unter den von Analysten erwarteten 2,3 Millionen US-Dollar. Parallel dazu verschlechterte sich die Profitabilität: Die Bruttomarge fiel von 44 % auf 35 %, während die operativen Aufwendungen um 19 % auf 23,2 Millionen US-Dollar zulegten.

In der Folge weitete sich der operative Verlust auf 22,6 Millionen US-Dollar aus. Auf bereinigter Basis lag der Nettoverlust bei 11,3 Millionen US-Dollar beziehungsweise 0,03 US-Dollar je Aktie, leicht abgefedert durch höhere Zinserträge. Trotz dieser schwachen Kennzahlen spiegelt die aktuelle Marktkapitalisierung von deutlich über 5 Milliarden US-Dollar eine Erwartungshaltung wider, die eher zu großen Tech-Namen wie NVIDIA oder Apple passt als zu einem Nischenplayer mit knapp 20 Millionen US-Dollar erwarteten Jahresumsatz 2026.

Damit steht das aktuelle Rigetti Computing Quartal sinnbildlich für die gesamte Investmentstory: ein spannendes Technologiefeld, aber bislang kaum belastbare Umsätze und ein sehr weiter Weg bis zu tragfähigen Geschäftsmodellen.

Rigetti Computing: Wo hakt es technologisch?

Quantum Computing leidet grundsätzlich unter hohen Fehlerraten, doch Rigetti Computing, Inc. kämpft stärker als einige Wettbewerber mit diesem Problem. Die Systeme arbeiten mit Qubits, die sehr empfindlich auf Umwelteinflüsse reagieren und damit Fehler produzieren. Während die Branche Fortschritte bei der Fehlerminimierung meldet, hinkt Rigetti im direkten Vergleich hinterher.

Im Januar musste das Unternehmen die Auslieferung seines Cepheus‑1‑108Q‑Systems wegen technischer Probleme verschieben. Die Plattform soll nun mit einer medianen Zwei‑Qubit‑Gate‑Fidelity von 99,5 % in Betrieb gehen. Zwar meldete Rigetti auch das Erreichen von 99,9 % Zwei‑Qubit‑Fidelity, doch Wettbewerber wie IonQ liegen mit 99,99 % sichtbar vorn. Im Hochtechnologiesegment sind Unterschiede auf der dritten oder vierten Nachkommastelle entscheidend für Skalierbarkeit und wirtschaftlichen Nutzen.

Positiv ist, dass Rigetti neben monolithischen 84‑Qubit‑Systemen auch eine chiplet‑basierte 36‑Qubit‑Architektur vorantreibt, die langfristig größere, skalierbare Quantencomputer ermöglichen soll. Dennoch zeigt das aktuelle Rigetti Computing Quartal, dass technologische Meilensteine bislang noch nicht in entsprechend starkes Umsatzwachstum übersetzen.

Rigetti Computing, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Maerz 2026

Rigetti Computing: Wie sieht der Auftragsbestand aus?

Trotz der schwachen Zahlen gibt es Lichtblicke im Auftragsbuch. Rigetti Computing, Inc. konnte zwei Novera‑Systeme im Gesamtwert von 5,7 Millionen US-Dollar verkaufen. Rund die Hälfte dieses Volumens soll im ersten Quartal 2026 umsatzwirksam werden, der Rest im weiteren Jahresverlauf. Zusätzlich liegt ein Auftrag über 8,4 Millionen US-Dollar vom indischen Centre for Development of Advanced Computing (C‑DAC) für ein 108‑Qubit‑On‑Premises‑System vor, das in der zweiten Jahreshälfte ausgeliefert werden soll.

Diese Deals sorgen für deutlich bessere Umsatzvisibilität: Für 2026 rechnen Beobachter mit Erlösen von etwa 20 Millionen US-Dollar – ein klarer Sprung gegenüber den aktuell erzielten 1,9 Millionen US-Dollar im vergangenen Quartal, aber immer noch eine sehr kleine Basis gemessen an der Bewertung. Zum Vergleich: Tech‑Schwergewichte wie Tesla oder NVIDIA generieren in einzelnen Quartalen zweistellige Milliardenumsätze, während Rigetti trotz hoher medialer Aufmerksamkeit weiter im frühen Kommerzialisierungsstadium verharrt.

Beim Blick auf das Kursniveau wird die Diskrepanz besonders deutlich: Die Aktie notiert mit 17,08 US-Dollar zwar deutlich über den Tiefs des vergangenen Jahres und immer noch rund 78 % höher als vor zwölf Monaten, liegt aber nach dem Kursrutsch der letzten Woche über 25 % im Minus seit Jahresbeginn. Das zeigt, wie nervös der Markt auf jede Enttäuschung im Rigetti Computing Quartal reagiert.

Rigetti Computing: Wie bewerten Analysten und Investoren die Aktie?

Trotz der operativen Schwächen bleibt das Sentiment im Analystenlager gemischt bis verhalten positiv. Mehrere Häuser sehen in der hohen Cash‑Position von rund 590 Millionen US-Dollar und der technologischen Basis einen gewissen Puffer für die nächsten Jahre. So wird Rigetti an der Wall Street teilweise mit einem “Moderate Buy” beziehungsweise “Buy” bewertet, auch wenn konkrete Kurszielanhebungen zuletzt ausgeblieben sind und einzelne Research‑Häuser ihre Kursziele nach den Q4‑Zahlen sogar reduziert haben.

Auf der institutionellen Seite hat unter anderem Orion Portfolio Solutions LLC jüngst eine neue Position über 95.376 Aktien im Wert von knapp 2,84 Millionen US-Dollar aufgebaut. Auch Schwergewichte wie Vanguard und State Street haben ihre Anteile erhöht. Das zeigt, dass professionelle Investoren bereit sind, das hohe Risiko des Geschäftsmodells zu tragen – in der Hoffnung, dass die technische Entwicklung irgendwann in ein skalierbares Geschäftsmodell mündet.

Gleichzeitig verweisen eher skeptische Beobachter auf die extreme Bewertung im Verhältnis zum erwarteten Umsatz. Gemessen an rund 20 Millionen US-Dollar Umsatzpotenzial 2026 erscheint eine Marktkapitalisierung von über 5 Milliarden US-Dollar ambitioniert. Das aktuelle Rigetti Computing Quartal liefert dafür kaum neue Argumente auf der Ertragsseite, sondern verstärkt eher den Eindruck, dass der Markt der Technologie deutlich vorausgeeilt ist.

Fazit

Für Anleger bleibt damit ein klares Chance‑Risiko‑Profil: Wer einsteigt, spekuliert weniger auf das nächste Rigetti Computing Quartal als vielmehr auf einen langfristigen technologischen Durchbruch im Quantencomputing.

Weiterführende Quellen

Maik Kemper
Über den Autor
Maik Kemper

Finanzjournalist und Trader mit über 10 Jahren Erfahrung an den Märkten. Spezialisiert auf Aktienanalyse, Forex und makroökonomische Zusammenhänge.