Steht das nächste Bitcoin Allzeithoch kurz bevor, oder endet die aktuelle Rallye schon an der 80.000-Dollar-Marke?
Warum rückt das Bitcoin Allzeithoch wieder näher?
Bitcoin legt am Mittwoch um 4,10% auf 78.905,70 Dollar zu und zeigt damit erneut relative Stärke gegenüber schwächeren Teilen des Gesamtmarkts. Von einem neuen Bitcoin Allzeithoch kann dennoch keine Rede sein: Das historische Rekordniveau liegt weiterhin deutlich höher bei 126.198,07 Dollar. Auffällig ist aber, dass sich die Marktstruktur verbessert hat. Zwischen 76.000 und 78.000 Dollar wurden in kurzer Zeit Short-Positionen im Volumen von rund 1,8 Milliarden Dollar liquidiert. Das hat den Aufwärtsdruck zusätzlich verstärkt. Technisch gilt der Bereich um 79.000 bis 80.000 Dollar nun als nächste Hürde. Mehrere Marktbeobachter sehen darüber Raum in Richtung 81.000, 85.000 oder sogar 86.000 Dollar, sofern Käufer die Kontrolle behalten.
Was macht BlackRock für Bitcoin so wichtig?
Ein zentraler Impuls kommt von BlackRock. Der weltgrößte Vermögensverwalter hat innerhalb von fünf Tagen Bitcoin im Wert von mehr als 900 Millionen Dollar gekauft und damit den Großteil der wöchentlichen Zuflüsse in den ETF-Markt auf sich vereint. Das stärkt die These, dass die Institutionalisierung des Sektors weiter voranschreitet. Neben BlackRock bauen auch Strategy und Metaplanet ihre Bestände aus. Strategy hält inzwischen rund 830.000 Bitcoin. Gleichzeitig haben große Wallets mit 100 bis 10.000 Bitcoin in den vergangenen Monaten mehr als 1 Million Bitcoin akkumuliert. Das schnellste Kauftempo seit 2025 deutet darauf hin, dass kapitalkräftige Investoren den Bereich unterhalb eines möglichen Bitcoin Allzeithochs aktiv nutzen. Selbst optimistische Stimmen wie Cathie Wood argumentieren inzwischen, dass extreme Einbrüche früherer Zyklen mit zunehmender institutioneller Verankerung weniger wahrscheinlich werden.
Wie verändert Coinbase das Angebotsbild?
Entscheidend ist nicht nur die Nachfrage, sondern auch das knapper werdende Angebot. Auf Handelsplätzen liegen derzeit nur noch rund 2,6 Millionen Bitcoin. Diese sinkenden Börsenbestände gelten als klassisches Signal für einen möglichen Angebotsschock, wenn die Nachfrage weiter anzieht. Parallel dazu bleibt die neu entstehende Menge gering: Die Mining-Rate liegt nur bei etwa 3,1 Bitcoin je zehn Minuten. Auch die Derivatemärkte senden gemischte, aber eher konstruktive Signale. Trotz steigender Kurse waren Funding-Raten zwischenzeitlich negativ, was auf anhaltende Skepsis und bestehende Short-Positionierungen hindeutet. Genau diese Konstellation kann Rallyes verlängern. Krypto-Aktien wie Coinbase oder Mining-Werte profitieren davon grundsätzlich mit, auch wenn die Kursreaktionen einzelner Titel zuletzt nicht immer Schritt hielten. Für das Narrativ Bitcoin Allzeithoch ist vor allem wichtig, dass die verfügbare Liquidität am Spotmarkt knapper wird.
Bleibt Tesla ein Signal für Risikofreude?
Makroseitig profitiert Bitcoin zusätzlich von einem freundlicheren Risikoappetit. Die Verlängerung einer Waffenruhe im Nahen Osten wurde an den Märkten als Entspannungssignal interpretiert. Gleichzeitig sorgen positive Aussagen aus dem US-Umfeld zu Krypto und Stablecoins für Rückenwind. Der Crypto Fear & Greed Index ist auf 61 gestiegen und liegt damit im Bereich Gier. Das mahnt kurzfristig zur Vorsicht, spricht aber auch für ein klar verbessertes Sentiment. Aus charttechnischer Sicht hat der Kurs wichtige Durchschnitte verteidigt und die jüngste Erholung stabilisiert. Ein unmittelbares Bitcoin Allzeithoch ist wegen des großen Abstands zum Rekord zwar noch nicht in Sicht. Sollte der Bereich um 80.000 Dollar aber nachhaltig überwunden werden, würde die Diskussion über 85.000 Dollar schnell lauter werden.
Unterm Strich bleibt Bitcoin Allzeithoch vorerst ein Thema der Perspektive, nicht der Gegenwart: Der Kurs ist weit vom Rekord entfernt, nähert sich aber einer charttechnisch wichtigen Zone. Für Anleger zählen jetzt vor allem 80.000 Dollar als Ausbruchsschwelle und 72.000 Dollar als wichtige Unterstützung. Gelingt der Sprung über den Widerstand, könnte der Markt den Weg in Richtung 85.000 Dollar zügig testen.
Wie ordnet sich die Rallye jetzt ein?
Wer die jüngste Bewegung besser einordnen will, findet im Rückblick auf den Winter mit dieser Analyse zum Bitcoin-Bärenmarkt nach dem fast 40-prozentigen Rückgang wichtige Marken und Risiken. Direkt anschlussfähig ist auch der Blick auf die Bitcoin-Institutionalisierung durch ETFs und BlackRock, weil genau dieser Nachfrageblock die aktuelle Dynamik mitprägt.
