Treibt die SpaceX Übernahme von Cursor den Kurs weiter nach oben, oder ist die Rallye schon überhitzt?
Wie reagiert der Markt auf die SpaceX Uebernahme?
Die Reaktion war sofort und dramatisch: Vorbörslich stieg die SpaceX-Aktie am 16. Juni um 10,23 Prozent auf 212,19 Dollar – ein neuer Höchststand. Damit erreichte die Marktkapitalisierung 2,78 Billionen Dollar, was den Weltraumkonzern zum fünftgrößten börsennotierten Unternehmen weltweit macht. Der Kurs liegt damit 57 Prozent über dem IPO-Preis von 135 Dollar. Die Nachfrage wird von Retail-Investoren getragen: Vanda Research zählte allein am Montag 93,8 Millionen Dollar Netto-Kaufvolumen – 73 Prozent des gesamten Retail-Kaufs an Einzelaktien. Gleichzeitig startet am Dienstag der Optionshandel, was die Volatilität weiter erhöht. Hedgefonds berichten, dass keine Aktien zum Leihen verfügbar sind – ein deutliches Zeichen für extremen Short-Squeeze-Druck.
Warum Cursor – und warum jetzt?
Cursor, das KI-Coding-Startup mit dem beliebten Programmierassistenten, wird von SpaceX für 60 Milliarden Dollar übernommen – ein Preis, der deutlich über der zuletzt geschätzten 29,3-Milliarden-Dollar-Bewertung liegt. Der Grund: xAI, das im Februar mit SpaceX fusionierte, hinkt bei KI-gestütztem Software-Engineering hinter OpenAI und Anthropic her. Mit Cursor erhält SpaceX nicht nur führende Entwickler – zwei Cursor-Engineering-Heads wechselten bereits nach Austin – sondern auch direkten Zugang zu einer wachsenden Enterprise-Client-Basis. Reuters bestätigt, dass Cursor im vergangenen Jahr 2,6 Milliarden Dollar Umsatz erwirtschaftete. Die Übernahme ist ein klarer Schritt, um die von Elon Musk selbst benannte „Lücke im Coding“ zu schließen – und damit die gesamte SpaceX Uebernahme-Strategie zu untermauern.
Wie bewerten Analysten die SpaceX Uebernahme?
Die Bewertungen sind gespalten – aber die SpaceX Uebernahme von Cursor verstärkt beide Lager. CFRA-Analyst Keith Snyder hält nach wie vor an seinem „Verkaufen“-Rating fest und setzt ein Kursziel von 115 Dollar – ein potenzieller Rückgang um 46 Prozent vom vorbörslichen Kurs. Er sieht hohe Risiken bei Starship und bei xAI. Ganz anders Ron Baron von Baron Capital: Er erhöhte seine Position um eine Milliarde Dollar auf insgesamt 25 Milliarden Dollar und bezeichnete Musk als „zehn Jahre voraus“. Auch Gavin Baker von Altimeter sieht in SpaceX die „ultimative Token-Fabrik“ – nicht nur für Weltraum, sondern für AI-Infrastruktur. Goldman Sachs prognostiziert für 2030 einen Umsatz von 470 Milliarden Dollar, Morgan Stanley von 330 Milliarden Dollar. Die SpaceX Uebernahme von Cursor passt perfekt in dieses Szenario: Sie schafft eine vertikale Integration von Code-Entwicklung bis hin zu Rechenzentren im Weltraum.
Was bedeutet das für die Zukunft von SpaceX?
Die Kombination aus Cursors führendem Produkt und seiner Reichweite bei erfahrenen Softwareentwicklern mit dem Colossus-Supercomputer von SpaceX wird uns erlauben, die nützlichsten Modelle der Welt zu bauen.— SpaceX-Unternehmensmitteilung
Die SpaceX Uebernahme ist nur der Anfang. SpaceX erwartet den Abschluss im dritten Quartal 2026 – also noch vor der geplanten Aufnahme in den Nasdaq-100-Index am 6. Juli. Mit einer Free-Float-Rate von unter 5 Prozent und einer Greenshoe-Ausübung auf 85,7 Milliarden Dollar ist die Liquidität extrem knapp. Indexfonds wie Invesco QQQ werden bis zu 8 Milliarden Dollar in SpaceX-Aktien investieren müssen. Gleichzeitig laufen die ersten Lockup-Fristen ab: Insider können ab Mitte August verkaufen. Doch solange die AI-Narrative hält – und die SpaceX Uebernahme von Cursor sie untermauert – bleibt der Kurs auf Kollisionskurs mit Amazon und Microsoft. Die nächste Meilenstein-Entscheidung fällt im August mit der ersten Quartalsmeldung – der erste Blick auf die Fundamentaldaten nach dem Börsengang.



