Meta Quartalszahlen im Detail: Was belastet den Gewinn?
Meta Platforms konnte im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 60,8 Milliarden US-Dollar erzielen, was einem Anstieg von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Damit übertraf das Unternehmen die Analystenschätzungen von 60,21 Milliarden US-Dollar leicht. Das Werbegeschäft, das weiterhin rund 98 Prozent der Gesamterlöse ausmacht, zeigte sich robust, mit einem Wachstum der Anzeigenimpressionen um 14 Prozent und einem Anstieg des durchschnittlichen Anzeigenpreises um 12 Prozent. Auch die Nutzerzahlen stiegen: 3,6 Milliarden Menschen nutzten im Juni mindestens eine Meta-App täglich.
Dennoch enttäuschte der Gewinn je Aktie (EPS) mit 6,18 US-Dollar deutlich die Erwartungen von 7,22 US-Dollar. Dies ist der erste Gewinnrückgang seit über drei Jahren. Ein wesentlicher Grund für das Verfehlen der Prognosen waren einmalige Belastungen: Meta Platforms musste Rückstellungen in Höhe von 2,4 Milliarden US-Dollar für Rechtsstreitigkeiten bilden, insbesondere im Zusammenhang mit Klagen wegen unzureichenden Schutzes junger Nutzer. Zusätzlich fielen 1,18 Milliarden US-Dollar für Abfindungszahlungen nach den Stellenstreichungen im Mai an. Der Nettogewinn sank im Jahresvergleich um 14 Prozent auf 15,8 Milliarden US-Dollar.
KI-Investitionen: Ein langfristiges Wagnis für Meta Platforms?
Die größten Sorgen bereiten den Anlegern die massiven Investitionen in die KI-Infrastruktur. Der freie Cashflow brach im zweiten Quartal um über 90 Prozent auf lediglich 784 Millionen US-Dollar ein, verglichen mit 8,55 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Dies ist der niedrigste Wert seit Ende 2022. Die Kapitalausgaben (CapEx) stiegen im Quartal auf 31,1 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von über 50 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Für das Gesamtjahr 2026 hob Meta Platforms die Untergrenze seiner CapEx-Prognose erneut an, von 125 Milliarden auf 130 Milliarden US-Dollar, während die Obergrenze bei 145 Milliarden US-Dollar verharrte.
CEO Mark Zuckerberg verteidigte die hohen Ausgaben und betonte, die Investitionen in KI würden jeden wichtigen Teil des Kerngeschäfts beschleunigen. Er signalisierte zudem die Möglichkeit, überschüssige Rechenkapazitäten an andere Unternehmen zu verkaufen, um ein neues Cloud-Geschäft aufzubauen. Es gebe bereits „zahlreiche Angebote“ von Firmen, die bereit seien, einen deutlichen Aufpreis für Rechenleistung zu zahlen. Diese Strategie soll langfristig neue Einnahmequellen neben dem Werbegeschäft erschließen. Im Gegensatz dazu konnte Microsoft seine KI-Investitionen bereits über sein Cloud-Geschäft monetarisieren, was bei den Anlegern von Meta Platforms noch zu wünschen übrig lässt.
Welche Reaktionen zeigen Markt und Analysten auf die Meta Quartalszahlen?
Die Reaktion des Marktes auf die **Meta Quartalszahlen** war deutlich negativ. Die Aktie von Meta Platforms fiel nachbörslich um bis zu 10 Prozent und schloss den erweiterten Handel mit einem Minus von 7,45 Prozent bei 542,00 US-Dollar, während der Vortag bei 585,61 US-Dollar endete. Aktuell notiert die Aktie bei 535,00 US-Dollar, ein Rückgang von 8,64 Prozent. Die Umsatzprognose für das dritte Quartal von 61 bis 64 Milliarden US-Dollar lag zudem leicht unter den Analystenerwartungen von 63,2 Milliarden US-Dollar.
Unsere Investitionen in KI beschleunigen jeden wichtigen Teil unseres Kerngeschäfts.— Mark Zuckerberg, CEO Meta Platforms
Analysten nahmen die Ergebnisse gemischt auf. RBC Capital Markets bestätigte die Einstufung auf „Outperform“ mit einem Kursziel von 810 US-Dollar, verwies aber auf höhere Rechtskosten und Abfindungen als Belastungsfaktoren. Die US-Bank JPMorgan senkte ihr Kursziel für Meta Platforms von 725 auf 640 US-Dollar, beließ die Einstufung jedoch auf „Neutral“. Analyst Doug Anmuth hob zwar die anhaltende Stärke des Werbegeschäfts hervor, bemängelte aber die eingeschränkten Einblicke in neuere Formen der KI-Monetarisierung und die deutliche Anhebung der Investitionsausgaben für 2027.



