SP500 7.716,08 +0,00%DJ30 53.866,98 -0,11%NAS100 29.428,21 +0,03%GER40 26.175,71 +0,01%EU50 6.498,16 -0,06%BTCUSD 64.423,83 -0,01%ETHUSD 1.905,46 -0,02%VIX 17,23 +0,75% SP500 7.716,08 +0,00%DJ30 53.866,98 -0,11%NAS100 29.428,21 +0,03%GER40 26.175,71 +0,01%EU50 6.498,16 -0,06%BTCUSD 64.423,83 -0,01%ETHUSD 1.905,46 -0,02%VIX 17,23 +0,75%
JETZT LIVEAKTIENREGIONENKRYPTOALGOTRADINGBROKER & TOOLS
Honeywell Aerospace Quartal: Prognose-Schock nach enttäuschenden Zahlen
HON
Video HD
AktienDaten

Honeywell Aerospace Quartal: Prognose-Schock nach enttäuschenden Zahlen

HON Honeywell International Inc.
$240.13 -7.38 (-2.97%)
Mkt Cap
P/E (FWD)
Yield
52W High
249.93

Warum schockt das erste eigenständige Quartalsergebnis von Honeywell Aerospace die Anleger, und welche drastischen Maßnahmen ergreift das Unternehmen jetzt?

Erwähnte Aktien
HON
Kurs bei Erstellung · 240,40$ +0,16%
Honeywell International Inc.

Enttäuschendes Honeywell Aerospace Quartal nach dem Spin-off

Das erste Quartalsergebnis von Honeywell Aerospace als eigenständiges Unternehmen, das unter dem Ticker HONA an der Nasdaq gehandelt wird, hat die Anleger kalt erwischt. Der Kurs der Aktie brach nach Bekanntgabe der Zahlen am Donnerstag um über 20 Prozent ein, nachdem er bereits seit dem Börsendebüt Ende Juni rund 8 Prozent verloren hatte. Die Erwartungen an den Luftfahrt- und Rüstungszulieferer waren hoch, doch die Realität der Q2 2026-Zahlen zeichnete ein anderes Bild.

Im zweiten Quartal 2026 verzeichnete Honeywell Aerospace einen Umsatz von 4,5 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Analysten hatten jedoch mit 4,6 Milliarden US-Dollar gerechnet. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank sogar um 7 Prozent auf 995 Millionen US-Dollar, deutlich unter den prognostizierten 1,1 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn pro Aktie lag bei 1,87 US-Dollar, verglichen mit 2,75 US-Dollar im Vorjahreszeitraum.

Warum senkt Honeywell Aerospace seine Jahresprognose so drastisch?

Die größte Enttäuschung für die Anleger war die unerwartete Senkung der Jahresprognose. Honeywell Aerospace erwartet nun für das Gesamtjahr ein organisches Umsatzwachstum von lediglich 4 bis 5 Prozent, nachdem zuvor ein Wachstum von 7 bis 9 Prozent in Aussicht gestellt wurde. Die Wall Street hatte sogar mit 8 Prozent gerechnet. Auch die Prognose für das bereinigte pro-forma EBIT wurde nach unten korrigiert, von 4,65 bis 4,75 Milliarden US-Dollar auf 4,35 bis 4,45 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn pro Aktie soll zwischen 7,60 und 7,90 US-Dollar liegen.

Als Hauptgrund für die Anpassung nannte CEO Jim Currier Lieferkettenengpässe, die die Produktion im zweiten Quartal eingeschränkt hätten. Currier betonte, dass man die Prognose an die “demonstrierten Fähigkeiten unserer Lieferkette am Ende des zweiten Quartals” anpasse und mit “Geschwindigkeit und Dringlichkeit für eine verbesserte Leistung in 2027 und darüber hinaus” agiere. Die Belastung durch Trennungskosten und Lagerbestandsabschreibungen in Höhe von rund 100 Millionen US-Dollar trug ebenfalls zum Rückgang des bereinigten EBIT bei.

Wie reagiert Honeywell Aerospace auf die Herausforderungen?

Um den Lieferkettenproblemen entgegenzuwirken, hat Honeywell Aerospace bereits Maßnahmen eingeleitet. Das Unternehmen qualifiziert derzeit über 50 neue Lieferanten und plant, weitere 50 in der zweiten Jahreshälfte hinzuzufügen. Zudem sollen die Investitionen in Lieferantenwerkzeuge in der zweiten Jahreshälfte um 20 Prozent gegenüber der ersten Jahreshälfte erhöht werden, mit einer geplanten Verdopplung der Ausgaben von 2025 bis 2027. Auch die Anzahl der von mehreren Quellen bezogenen Teile soll im laufenden Jahr um mehr als 15 Prozent gesteigert werden.

Trotz der aktuellen Schwierigkeiten wuchs der Auftragsbestand von Honeywell Aerospace um 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 18,2 Milliarden US-Dollar, und die Aufträge der letzten zwölf Monate stiegen um 8 Prozent, angeführt vom Bereich Verteidigung und Raumfahrt. Der Umsatz im kommerziellen Ersatzteilgeschäft stieg um 8 Prozent auf 2,0 Milliarden US-Dollar, während der Umsatz im Bereich kommerzielle Originalausrüstung um 6 Prozent auf 679 Millionen US-Dollar zulegte. Der Bereich Verteidigung und Raumfahrt verzeichnete ein Wachstum von 3 Prozent auf 1,8 Milliarden US-Dollar, wobei hier geringere internationale Volumina auf Lieferengpässe und das Auslaufen eines staatlichen Programms zurückzuführen waren.

Kritik an der Unternehmensführung und Ausblick

Die enttäuschenden Zahlen und die gesenkte Prognose haben auch Kritik an der Unternehmensführung hervorgerufen. Jim Cramer von CNBC äußerte sich enttäuscht über CEO Jim Currier, der seiner Meinung nach die Investoren nicht frühzeitig über die sich abzeichnenden Probleme informiert habe, obwohl es mehrere Gelegenheiten dazu gab. Die Frage nach der Glaubwürdigkeit des Managements steht nun im Raum.

Die Honeywell Aerospace Quartalsergebnisse zeigen, dass der Start als eigenständiges Unternehmen holprig verläuft. Während die Branche insgesamt gut dasteht und andere Unternehmen im Luftfahrtsektor positive Entwicklungen melden, kämpft Honeywell Aerospace mit hausgemachten Problemen. Die kommenden Quartale werden zeigen, ob die eingeleiteten Maßnahmen zur Behebung der Lieferkettenengpässe greifen und das Unternehmen seine ambitionierten Ziele für 2027 und darüber hinaus erreichen kann. Die Anleger werden genau beobachten, ob das Management die Glaubwürdigkeit wiederherstellen und den Turnaround schaffen kann.

Positive Entwicklungen im Sektor und bei ehemaligen Konzernteilen

Während Honeywell Aerospace mit Herausforderungen kämpft, zeigen andere Bereiche des ehemaligen Konzerns Stärke. So berichtete Honeywell International selbst kürzlich Rekordgewinne nach dem Spin-off, was die Strategie des Konzernumbaus unterstreicht. Auch im breiteren Sektor gibt es positive Signale, wie die Rekordzahlen und der starke Ausblick von Parker Hannifin beweisen, die die beeindruckende Wachstumsdynamik in der Industrie hervorheben.

Für die zweite Jahreshälfte 2026 halten wir es für prudent, unsere Prognose an die am Ende des zweiten Quartals demonstrierten Fähigkeiten unserer Lieferkette anzupassen. Wir handeln mit der notwendigen Geschwindigkeit und Dringlichkeit für eine verbesserte Leistung in 2027 und darüber hinaus.
— Jim Currier, CEO von Honeywell Aerospace
Fazit

Die ersten eigenständigen Quartalszahlen von Honeywell Aerospace haben die Erwartungen der Analysten und Anleger deutlich verfehlt und zu einer massiven Kurskorrektur geführt. Die drastische Senkung der Jahresprognose aufgrund von Lieferkettenengpässen stellt eine erhebliche Belastung für das Vertrauen in das Management dar. Für Anleger bedeutet dies eine erhöhte Unsicherheit, da die Fähigkeit des Unternehmens, die operativen Herausforderungen schnell zu meistern, entscheidend sein wird. Die kommenden Berichte werden zeigen, ob die eingeleiteten Maßnahmen greifen und Honeywell Aerospace zu einer stabileren Performance zurückfinden kann.

VIEW FULL HON PROFILE →
Maik Kemper

Maik Kemper ist Gründer und Chefredakteur von FOREXSignale.trade. Mit Börsenerfahrung seit dem 18. Lebensjahr handelt er aktiv Forex, Aktien und Kryptowährungen. Schwerpunkte: Quartalsanalysen, Unternehmensstrategien und makroökonomische Entwicklungen.

Related Stories