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Rheinmetall Projektverzögerungen: -1.72% Schock nach Kritik an Lieferzeiten
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Rheinmetall Projektverzögerungen: -1.72% Schock nach Kritik an Lieferzeiten

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Drohen Rheinmetall bei Schlüsselprojekten weitere Verzögerungen, oder sind die aktuellen Berichte nur ein Sturm im Wasserglas?

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Rheinmetall Projektverzögerungen bei Schlüsselprojekten?

Interne Unterlagen der Bundeswehr und des Beschaffungsamtes BAAINBw offenbaren Kritik an Rheinmetall bezüglich der Verzögerungen bei zwei zentralen Rüstungsprojekten. Betroffen sind das Drohnenabwehrsystem Skyranger und der Schwere Waffenträger Infanterie. Ursprünglich war die Auslieferung der ersten Serienfahrzeuge des Schweren Waffenträgers Infanterie, von dem Deutschland 123 Exemplare im Wert von 2,7 Milliarden Euro bestellt hat, für das Jahr 2025 geplant. Laut einem Bericht des Wirtschaftsmagazins „Capital“ wird jedoch mit einem „Verzug von mindestens 11 Monaten gemäß Vertrag“ gerechnet. Als Gründe werden „ungenügende Reife und Qualität“ genannt.

Auch beim Skyranger, der Lücken in der mobilen Flugabwehr schließen soll, verschiebt sich die Abnahme des Flakpanzers. Das Beschaffungsamt teilte mit, dass die Skyranger-30-Systeme voraussichtlich ab Mitte 2027 ausgeliefert werden, obwohl der ursprüngliche Lieferbeginn für Mitte 2026 avisiert war. Die Bundeswehr habe demnach derzeit keine verlässliche Kenntnis über die genauen Fähigkeiten des Skyranger bis Mitte 2027, da die „Systemleistung“ noch nicht abschließend bewertbar sei. Die Performance des Auftragnehmers wird in den Dokumenten als „stark verbesserungswürdig“ bezeichnet.

Wie reagiert Rheinmetall auf die Kritik?

Rheinmetall weist die Kritik an den Rheinmetall Projektverzögerungen teilweise zurück. Ein Sprecher des Unternehmens erklärte auf Anfrage der dpa, dass bei den Skyranger-30-Systemen die Serienauslieferung insgesamt nur fünf Monate später abgeschlossen sein werde als ursprünglich geplant. Dies sei auf eine vom Kunden gewünschte Anpassung des Boxer-Fahrmoduls auf einen modernisierten künftigen Standard zurückzuführen. Die vollständige Auslieferung der Serie finde planmäßig in den Jahren 2027 und 2028 statt, und „weitere Verzögerungen sind nicht zu erwarten“.

Bezüglich des Schweren Waffenträgers Infanterie gab Rheinmetall an, bereits im Jahr 2025 ein erstes Serienfahrzeug an die Bundeswehr übergeben zu haben. Bis Ende 2026 plane das Unternehmen die Auslieferung von 24 weiteren Fahrzeugen. Einen vertraglichen Verzug von elf Monaten könne Rheinmetall nicht bestätigen. Diese Stellungnahme deutet auf eine unterschiedliche Einschätzung der Sachlage zwischen dem Hersteller und dem Beschaffungsamt hin.

Technologische Erfolge und strategische Bedeutung

Trotz der Diskussion um Lieferverzögerungen konnte Rheinmetall einen wichtigen technologischen Meilenstein verkünden. Gemeinsam mit Hensoldt wurde während der Luftwaffenübung „Timber Express 2026“ die erfolgreiche Integration des Passivradars Twinvis von Hensoldt in das Führungs- und Waffeneinsatzsystem Skymaster von Rheinmetall demonstriert. Diese Kombination aus Passivradar und Führungssystem gilt als entscheidender Baustein für moderne, integrierte Luftverteidigungsarchitekturen, die von NATO-Streitkräften zunehmend gefordert werden.

Der erfolgreiche Test unterstreicht Rheinmetalls Fähigkeit, nicht nur einzelne Waffensysteme, sondern komplette vernetzte Verteidigungslösungen anzubieten. Dies ist ein strategisch wichtiges Feld, das angesichts wachsender Verteidigungsbudgets in Europa an Bedeutung gewinnt. Erst kürzlich hatte Rheinmetall zudem den Abruf von 149 mobilen Rettungsstationen durch die Bundeswehr im Volumen von über 500 Millionen Euro bestätigt, was als größter Einzelauftrag in der Geschichte der Tochtergesellschaft Rheinmetall Project Solutions gilt und die operative Stärke des Unternehmens unterstreicht.

Analysten uneins über die Zukunft der Rheinmetall-Aktie

Die Aktie von Rheinmetall zeigte sich am Donnerstag unbeeindruckt von den technologischen Fortschritten und notierte bei 1157,60 Euro, einem Minus von 1,72 Prozent gegenüber dem Vortag. Sie liegt damit 41 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 2007,00 Euro, das Anfang Oktober letzten Jahres erreicht wurde. Gleichzeitig liegt der Kurs rund 30 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 902,50 Euro vom Juni.

Analysten sind hinsichtlich der langfristigen Aussichten gespalten. JPMorgan-Analyst David Perry bestätigte seine Einstufung „Neutral“ mit einem Kursziel von 1.350 Euro und verweist auf Risiken für die Umsatzentwicklung im Zeitraum 2027 bis 2030, die aus angepassten Investitionserwartungen resultieren. Er hatte bereits zuvor Klärungsbedarf bei den langfristigen Auftragszielen angemahnt. Im Gegensatz dazu zeigte sich Jefferies-Analystin Chloe Lemarie optimistischer und hob ihr Kursziel Mitte des Monats von 1.300 auf 1.350 Euro an, wobei sie ihr „Buy“-Rating bestätigte. Die Bandbreite der Kursziele verdeutlicht die unterschiedliche Einschätzung der langfristigen Wachstumsperspektiven des Konzerns.

Optimismus im Biotechnologie-Sektor

Während Rheinmetall mit Projektverzögerungen kämpft, zeigt sich der Biotechnologie-Sektor weiterhin dynamisch. So hob die UBS in einer aktuellen Analyse ihr Kursziel für Sartorius Stedim Biotech deutlich an, was eine beachtliche Rallye der Aktie zur Folge hatte und die positive Marktstimmung in diesem Segment unterstreicht.

Fazit

Trotz interner Kritik der Bundeswehr an den Rheinmetall Projektverzögerungen bei Schlüsselprojekten wie dem Skyranger und dem Schweren Waffenträger Infanterie, zeigt der Konzern technologische Stärke durch die erfolgreiche Integration des Twinvis-Radars in das Skymaster-System.Für Anleger bleibt die Einschätzung der langfristigen Wachstumsperspektiven geteilt, wobei Analysten wie JPMorgan vorsichtig bleiben, während andere wie Jefferies optimistischere Kursziele setzen.Die kommenden Quartale werden zeigen, ob Rheinmetall die Lieferverzögerungen aufholen und neue Aufträge im Bereich vernetzter Verteidigungstechnologien akquirieren kann, um die Erwartungen der Investoren zu erfüllen.

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Maik Kemper

Maik Kemper ist Gründer und Chefredakteur von FOREXSignale.trade. Mit Börsenerfahrung seit dem 18. Lebensjahr handelt er aktiv Forex, Aktien und Kryptowährungen. Schwerpunkte: Quartalsanalysen, Unternehmensstrategien und makroökonomische Entwicklungen.

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