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Modernes Rechenzentrum mit leuchtenden Server-Racks, die Dell KI-Infrastruktur für neuronale Netze symbolisieren.
DELL
AktienGlobal

Dell KI: Aktie steigt um 0,93% trotz Verkaufsankündigungen – Cramer sieht Boom

DELL Dell Technologies Inc.
$569.93 +19.78 (+3.64%)
Mkt Cap
P/E (FWD)
Yield
52W High
576.75

Trotz massiver Insider-Verkäufe trotzt die Dell-Aktie dem Trend – ist Jim Cramers These zur anhaltenden KI-Nachfrage der wahre Grund für die Stärke?

Erwähnte Aktien
DELL
Kurs bei Erstellung · 570,37$ +0,93%
Dell Technologies Inc.

Dell Technologies trotzt Verkaufsankündigungen

Dell Technologies Inc. (DELL) konnte sich am jüngsten Handelstag mit einem Plus von 0,93% auf 570,37 US-Dollar behaupten, während der Gesamtmarkt eine leichte Erholung im Technologiesektor zeigte. Dies geschah trotz einer Reihe von Verkaufsankündigungen durch Großaktionäre wie Silver Lake Technology Investors und SL SPV-2 LP, die beträchtliche Mengen an Dell-Aktien veräußerten. Auch Director Egon Durban registrierte den Verkauf von 5.300 Aktien. Diese Verkäufe, die über Form 144 bei der SEC gemeldet wurden, signalisieren die Absicht, innerhalb von 90 Tagen zu verkaufen.

Jim Cramer interpretiert die Kursentwicklung von Dell als klares Signal gegen die Annahme einer nachlassenden KI-Nachfrage. Er betont die Fungibilität von Server- und Netzwerkausrüstung: Sollte ein großer Kunde seine Bestellungen reduzieren, stünden sofort andere Käufer bereit, die diese Kapazitäten übernehmen. Dies ist ein struktureller Punkt, der die Resilienz des Hardware-Marktes für KI-Infrastruktur unterstreicht.

Warum die Fungibilität ein starkes Argument ist

Cramers Argumentation basiert auf der Beobachtung, dass KI-Serverkapazitäten als fungible Infrastruktur gehandelt werden. Bestellungen sind oft mit langen Lieferzeiten verbunden, da Komponenten wie DRAM, NAND, CPUs und optische Komponenten knapp sind. Jeff Clarke von Dell bestätigte diese Situation, indem er erklärte, dass die Nachfrage das Angebot übersteigt. Die Zahlen untermauern dies: Dell verzeichnete im letzten Quartal Rekord-KI-Bestellungen in Höhe von 60,9 Milliarden US-Dollar und beendete das Quartal mit einem Rekordauftragsbestand von 95 Milliarden US-Dollar im KI-Bereich.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Hewlett Packard Enterprise (HPE), das ebenfalls einen Rekordauftragsbestand meldete, wobei die Bestellungen schneller wuchsen als die Umsätze. Dies deutet darauf hin, dass die Nachfrage nach der physischen Infrastruktur, die für den Betrieb von KI-Anwendungen erforderlich ist, weiterhin stark ist, unabhängig von einzelnen Kundenentscheidungen.

Die Diskrepanz zwischen Behauptung und Beweis bei anderen Werten

Während Dell Cramers These stützt, zeigten andere von ihm genannte Unternehmen eine gegenteilige Entwicklung. Broadcom (AVGO), das laut Cramer die „Erzählung übernehmen“ sollte, fiel am selben Tag um 1,58% und verzeichnete über den Monat einen Rückgang von 13,67%. Auch Hewlett Packard Enterprise (HPE) gab im Monatsverlauf nach, belastet durch eine Herabstufung von Evercore auf „In Line“.

Cramer sieht in der Kursentwicklung von Dell ein Zeichen dafür, dass die Annahme, Hardware könnte auf Lager liegen bleiben, wenn große KI-Labore wie OpenAI oder Anthropic ihre Bestellungen drosseln, nicht zutrifft. Die Fungibilität schützt Hardware-Anbieter, wenn einzelne Kunden zurücktreten. Sie bietet jedoch keinen Schutz, wenn die aggregierten Kapitalausgaben schrumpfen, da dann alle Positionen in der Warteschlange gleichzeitig leer würden.

Was entscheidet die zukünftige Entwicklung?

Die entscheidende Variable für die Zukunft ist das gesamte Investitionsvolumen der Hyperscaler und Neo-Cloud-Anbieter sowie die Umwandlung des Auftragsbestands bei allen drei Anbietern. Hock Tan von Broadcom prognostizierte für das Geschäftsjahr 2027 KI-Umsätze von etwa 115 Milliarden US-Dollar und für 2028 rund 230 Milliarden US-Dollar. Sollten sich diese Prognosen bewahrheiten und die Branchenbudgets nicht schrumpfen, würde das Fungibilitätsargument greifen und die Zulieferer von Stromversorgung, Kühlung und Netzwerklösungen weiterhin Aufträge erhalten.

Die Bullen-Argumentation für die Dell-Aktie stützt sich auf die angehobene Prognose. Dell erhöhte die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2027 um 25 Milliarden US-Dollar auf 192 Milliarden US-Dollar und prognostizierte 74 Milliarden US-Dollar Umsatz mit KI-optimierten Servern, was einem Anstieg von 200% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das Non-GAAP EPS wurde auf 25,50 US-Dollar prognostiziert. Das Analystenziel liegt bei 570,48 US-Dollar. Die Bären-Argumentation konzentriert sich hingegen auf die Qualität des Wachstums und den Preis. Der freie Cashflow fiel im Jahresvergleich um 47% auf 986 Millionen US-Dollar, obwohl der Umsatz Rekordwerte erreichte. Das Eigenkapital ist negativ, und der beeindruckende Jahresgewinn von 335,81% preist eine anhaltende Beschleunigung ein. Die nächsten Quartalszahlen und Kommentare zu den Kapitalausgaben der Hyperscaler werden weitere Klarheit schaffen.

Insider-Verkäufe bei Dell und anderen Unternehmen

Die jüngsten Insider-Verkäufe bei Dell Technologies Inc. werfen Fragen auf, die auch im Zusammenhang mit ähnlichen Entwicklungen bei anderen Unternehmen betrachtet werden können. So beleuchtet der Artikel Dell Insider-Verkäufe: Was bedeuten die Gewinnmitnahmen der Großaktionäre? die Gründe hinter den Transaktionen bei Dell. Ein breiterer Blick auf den Markt bietet der Bericht Rivian Insiderverkauf: Manager trennt sich von Aktien – Was bedeutet das?, der die Bedeutung von Insider-Verkäufen im Kontext des Elektroauto-Herstellers Rivian analysiert und Parallelen zu den aktuellen Ereignissen bei Dell aufzeigen könnte.

„Wenn Sie sich entscheiden – und ich habe mit vielen Führungskräften gesprochen, die in der Lieferkette tätig sind –, dass Sie keine Ausrüstung wollen, ist die Ausrüstung für alle anderen gut verfügbar, und sie werden sie nehmen.“
— Jim Cramer
Fazit

Trotz der jüngsten Verkaufsankündigungen durch Großaktionäre und einer allgemeinen Marktunsicherheit bleibt die Nachfrage nach KI-Infrastruktur, insbesondere bei Dell Technologies Inc., robust. Jim Cramer sieht dies als klaren Beleg dafür, dass Befürchtungen einer nachlassenden KI-Investitionswelle unbegründet sind. Für Anleger bedeutet dies, dass die strukturelle Fungibilität der Hardware den Konzern vor Nachfrageschwankungen einzelner Kunden schützt. Die kommenden Quartalszahlen und die Entwicklung der Kapitalausgaben bei Hyperscalern werden zeigen, ob dieser positive Trend anhält und die ehrgeizigen Prognosen erfüllt werden können.

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Maik Kemper

Maik Kemper ist Gründer und Chefredakteur von FOREXSignale.trade. Mit Börsenerfahrung seit dem 18. Lebensjahr handelt er aktiv Forex, Aktien und Kryptowährungen. Schwerpunkte: Quartalsanalysen, Unternehmensstrategien und makroökonomische Entwicklungen.

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