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Serverräume eines modernen Datenzentrums, die die technische Herausforderung der Oracle Force Majeure verdeutlichen.
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Oracle Force Majeure: -5% Schock durch Datenzentrum-Zoff in New Mexico

ORCL Oracle Corporation
$138.42 -6.14 (-4.25%)
Mkt Cap
P/E (FWD)
Yield
52W High
139.30

Warum gerät Oracles Milliarden-Projekt in New Mexico ins Stocken und welche Auswirkungen hat die Force-Majeure-Mitteilung auf die Aktie?

Erwähnte Aktien
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Kurs bei Erstellung · 137,32$ -5,03%
Oracle Corporation

Was hinter der Mitteilung steckt

Ein Bericht vom Donnerstagmorgen brachte die Oracle Corporation (ORCL) gehörig ins Rutschen. Der Konzern hat dem Projektentwickler des Rechenzentrums in New Mexico, einer Tochtergesellschaft des Vermögensverwalters Blue Owl Capital, eine Mitteilung über höhere Gewalt zugestellt. Der Schritt, der als Oracle Force Majeure durch die Schlagzeilen geht, soll das Unternehmen vor zusätzlichen Kosten und Verzögerungen schützen, falls der als „Project Jupiter“ bezeichnete Campus nicht wie geplant im Jahr 2028 ans Netz geht.

Wichtig: Es geht nicht um einen Ausstieg als Hauptmieter. Oracle will lediglich Zahlungen aufschieben können, sollte das Projekt aus der Bahn geraten. Der Konzern reagierte prompt und erklärte, „Project Jupiter bleibt auf unserem geplanten Zeitplan. Wir bekennen uns uneingeschränkt zu New Mexico und sind zuversichtlich, dass wir vorankommen.“ Auch Blue Owl betonte, die Mitteilung ändere nichts an den finanziellen Verpflichtungen des mehrjährigen Projekts.

Warum das Projekt ins Stocken gerät

Die Gründe für die Absicherung liegen auf der Hand. Der Campus im Doña-Ana-County erstreckt sich über rund 1.400 Acre und soll eine Leistung von 2,45 Gigawatt bereitstellen – genug Strom für etwa 1,8 Millionen Haushalte. Doch das Vorhaben kämpft mit erheblichen Rückschlägen: Eine wichtige Genehmigung für die Energieversorgung wurde verweigert, hinzu kommen Klagen von Umweltgruppen, lokaler Widerstand und Sorgen um Wasserverbrauch sowie Emissionen. Eine geplante Erdgasleitung, die das Rechenzentrum mit Strom versorgen soll, hängt ebenfalls in der Schwebe.

Das Projekt ist Teil der Stargate-Initiative, die US-Präsident Donald Trump gemeinsam mit Oracle, OpenAI und der SoftBank Group vorgestellt hatte. Es gilt als Symbol für den wachsenden Widerstand gegen den KI-Rechenzentrums-Boom – und wird im Vorfeld der US-Zwischenwahlen zunehmend zum politischen Brennpunkt.

Oracle Corporation Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - September 2026

Die Finanzierung gerät unter Druck

Besonders brisant: Die Finanzierung des Projekts zeigt bereits Stressspuren. Rund 20 Banken hatten einen Kredit über 18 Milliarden US-Dollar für den Bau bereitgestellt. Die zugehörigen Anleihen werden inzwischen unter 90 Cent je Dollar gehandelt – ein klares Signal wachsender Zweifel an Baufortschritt und Rückzahlungssicherheit. Für die Kreditgeber, die bislang auf die sicheren Mieteinnahmen der Rechenzentren vertraut hatten, ist das ein Warnsignal.

Der Schritt dürfte auch grundsätzliche Fragen zur Beständigkeit von Rechenzentrums-Mietverträgen aufwerfen. Solche Verträge enthalten oft Klauseln, die es Kunden erlauben, Zahlungen auszusetzen, wenn der Betrieb nicht wie geplant aufgenommen wird. Klauseln über höhere Gewalt, in der Energiebranche längst üblich, kommen laut einem aktuellen Kundenhinweis der Kanzlei Quinn Emanuel Urquhart & Sullivan LLP nun auch bei Rechenzentrumsprojekten zunehmend zum Einsatz.

Analysten bleiben mehrheitlich optimistisch

Trotz der Turbulenzen halten viele Analysten an ihrer Zuversicht fest. Freedom Broker bestätigte am 14. September das Buy-Rating, senkte das Kursziel jedoch auf 205 Dollar. Argus Research behielt ebenfalls das Buy-Rating und ein Kursziel von 225 Dollar bei. Stifel hielt am 11. September an der Kaufempfehlung fest, reduzierte das Kursziel aber auf 200 Dollar. Der Konsens der Analysten liegt bei einem durchschnittlichen Kursziel von rund 249 Dollar.

Der Konzern selbst meldete zuletzt starke Zahlen: Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 stieg der Umsatz um 29,6 Prozent, das Cloud-Infrastrukturgeschäft legte sogar um 121 Prozent zu. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen erreichten 664 Milliarden Dollar. Allerdings fiel der freie Cashflow mit minus 5,4 Milliarden Dollar deutlich negativ aus, während die Investitionen auf 28,5 Milliarden Dollar stiegen.

Was Anleger jetzt wissen müssen

Die Aktie notierte zuletzt bei 137,32 Dollar und damit rund 5 Prozent im Minus. Sie liegt damit weit unter ihrem 52-Wochen-Hoch und hat seit Jahresbeginn rund 29 Prozent verloren. Die Unsicherheit rund um Project Jupiter trifft einen Wert, der ohnehin schon unter Druck stand. Ob sich die Lage entspannt, hängt maßgeblich davon ab, ob die ausstehenden Genehmigungen erteilt werden und der Zeitplan eingehalten werden kann.

Oracle zwischen Tiefststand und KI-Offensive

Die jüngste Schwächephase der Aktie ist kein Einzelfall: Bereits in der vergangenen Woche stand die Frage im Raum, ob Oracle nach den zuletzt erreichten Tiefstständen wieder nachhaltig durchstarten kann – eine Einordnung dazu liefert der Beitrag Oracle KI: Comeback nach Tiefststand – Chance im Cloud- und KI-Boom?. Dass der Druck auf den gesamten KI-Sektor derzeit zunimmt, zeigt sich auch an anderer Stelle, etwa bei den Sicherheitsbemühungen rund um außer Kontrolle geratene KI-Systeme, die im Artikel Okta KI Sicherheit: Neue Allianz gegen Rogue-AI und Branchenschock beleuchtet werden. Beide Themen verdeutlichen, wie eng die Schicksale der Unternehmen im derzeitigen KI-Boom miteinander verflochten sind.

Project Jupiter remains on our planned schedule. We are fully committed to New Mexico and confident in our path forward.
— Sprecher der Oracle Corporation
Fazit

Oracle steht nach der Force-Majeure-Mitteilung für sein New-Mexico-Rechenzentrum unter erheblichem Druck, während das Cloud-Wachstum und der milliardenschwere KI-Auftragsbestand intakt bleiben. Für Anleger bedeutet das eine Abwägung zwischen einem weiterhin starken operativen Geschäft und erheblichen Unsicherheiten bei der Finanzierung des ehrgeizigen Ausbaus. Die nächsten Quartalszahlen und der Fortgang der Genehmigungsverfahren werden zeigen, ob sich die Zuversicht des Managements bestätigt.

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Maik Kemper

Maik Kemper ist Gründer und Chefredakteur von FOREXSignale.trade. Mit Börsenerfahrung seit dem 18. Lebensjahr handelt er aktiv Forex, Aktien und Kryptowährungen. Schwerpunkte: Quartalsanalysen, Unternehmensstrategien und makroökonomische Entwicklungen.

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