Zwischen historischem Starship-Flug und massiven Insider-Verkäufen – wohin steuert SpaceX als Nächstes?
Das war die Woche bei SpaceX
Im Mittelpunkt standen zwei gegenläufige Kräfte. Zum einen bereitet SpaceX den nächsten großen Schritt der Starship-Kampagne vor: Flight 14 soll am Montag starten und die Rakete erstmals vollständig in einen Erdorbit bringen – sechs Umrundungen in zehn Stunden, bevor sie westlich von Chile im Pazifik wassert. Zum anderen meldete Präsidentin und COO Gwynne Shotwell den Verkauf von 342.170 Class-A-Aktien im Wert von rund 52,55 Millionen Dollar. Hinzu kam ein gestaffelter Lock-up-Ablauf, der am Donnerstag bis zu 328,4 Millionen Aktien für den Handel freigab – ein Volumen von rund 48,7 Milliarden Dollar zum Mittwochsschluss.
SpaceX Nachrichten: Kursverlauf der Woche
Die Aktie startete am Montag bei 154,77 Dollar, erreichte im Wochenverlauf ein Hoch von 158,13 Dollar und ein Tief von 145,88 Dollar, bevor sie am Freitag bei 148,68 Dollar schloss. Das entspricht einem Wochenminus von 3,9 Prozent. Auffällig war der Mittwoch: Mit einem Rückgang von 4,1 Prozent markierte er den einzigen Ausreißertag der Woche. Auslöser waren die am Dienstag eingereichten SEC-Unterlagen zum Insider-Verkauf sowie der unmittelbar bevorstehende Lock-up-Ablauf. Zusätzlich belastete der Anstieg der zehnjährigen US-Rendite auf ein 19-Jahres-Hoch die Bewertung kapitalintensiver Wachstumsunternehmen. Bis Freitag gelang eine leichte Stabilisierung, der Schlusskurs lag mit 148,68 Dollar knapp über dem Wochentief.
Starship Flight 14 vor historischem Schritt
Für Montag ist der Start von Starship Flight 14 angesetzt. Nach 13 Testflügen, die stets suborbital verliefen, soll die Rakete diesmal sechs Erdumrundungen absolvieren. SpaceX hat nach eigenen Angaben Triebwerks- und Software-Anpassungen vorgenommen, um die Wiederzündungszuverlässigkeit zu erhöhen, und Hitzeschutzkacheln überarbeitet. CFO Bret Johnsen bezeichnet den Flug als erste kommerzielle, nicht-demonstrative Mission des Starship – mit 26 Starlink-V3-Satelliten an Bord. Starship ist derzeit das einzige Trägersystem, das diese Satelliten tragen kann; jeder V3-Satellit bietet eine Downloadkapazität von einem Terabyte pro Sekunde, das Zehnfache der V2-Mini-Generation.
Insider-Verkauf und Lock-up-Ablauf belasten
Shotwells Transaktion erfolgte im Rahmen eines Rule-10b5-1-Plans, den sie am 23. Juni eingerichtet hatte – der Verkauf war also vorab geplant. Die Aktien wurden zu Preisen zwischen rund 151 und 155 Dollar veräußert. Der Lock-up-Ablauf am Donnerstag umfasste etwa sieben Prozent der gesperrten Aktien; zwei weitere Tranchen folgen am 9. und 24. Oktober, eine größere nach den Q3-Zahlen, der Rest am 8. Dezember. Dann könnten rund 40 Prozent des Unternehmens handelbar sein. Die Beteiligung von CEO Elon Musk bleibt bis Mitte 2027 gesperrt.
Nasdaq-Aufstockung und Analystenstimmen
Ein Gegengewicht bot die Nasdaq-100-Neugewichtung: SpaceX’ Indexgewicht sollte sich laut Bloomberg-Daten von 1,28 auf 2,82 Prozent mehr als verdoppeln – ein Effekt, der passives Fondskapital in die Aktie lenkt. Die Analysten von Morgan Stanley sehen in der engen Verzahnung von SpaceX und Tesla einen strategischen Vorteil: Analyst Adam Jonas nennt elf Kooperationsfelder, darunter die Terafab-Halbleiterfabrik, die Integration von Starlink in Tesla-Fahrzeuge und die gemeinsame Entwicklung der Macrohard-KI-Plattform. Bei Fitch Ratings trägt SpaceX mit BBB+ eine Stufe mehr als Tesla (BBB) – begründet mit wiederkehrenden Starlink-Erlösen von 4,3 Milliarden Dollar im zweiten Quartal, ein Plus von 66 Prozent.
Was nächste Woche wichtig wird
SpaceX zwischen Indexaufstockung und Aktienflut
Wie sich das verdoppelte Nasdaq-Indexgewicht und der anstehende Lock-up-Ablauf auf die Kursentwicklung auswirken, analysiert der Beitrag SpaceX Nasdaq: Indexgewicht verdoppelt sich nach IPO und Lock-up-Ende. Im Verteidigungssektor zeigt der Fall Rheinmetall Auftrag: Aktie -2.8% trotz neuem Großauftrag, wie Auftragsmeldungen und gedämpfte Jahresziele aufeinandertreffen können.
Production on the Moon & Mars will accelerate by far more than double every year, until natural limits are encountered.— Elon Musk
Der Starship-Start am Montag ist der zentrale Katalysator. Gelingt der Orbit, dürfte das die technologische Führungsposition untermauern. Parallel rücken die nächsten Lock-up-Tranchen am 9. und 24. Oktober in den Blick, ebenso die Q3-Zahlen mit der finalen Freigabe des 28-Prozent-Blocks. Anlegern liefert Flight 14 zudem Hinweise darauf, ob CFO Johnsen mit der Aussage zur ‘revenue-generating flight’ eine Änderung der Erlösbilanzierung andeutet. Dazu kommen Makrodaten und die Entwicklung der US-Renditen, die zuletzt als Belastungsfaktor wirkten.



