Warum Fresenius die restlichen Anteile an mAbxience übernimmt und welche strategischen Ziele der Gesundheitskonzern damit verfolgt, erfahren Sie hier.
Der Kaufpreis ist teilweise an Zulassungen geknüpft
Die Transaktion mit den bisherigen Anteilseignern Insud Pharma und Invim Corporativo wurde am 30. September unterzeichnet und vollzogen. Behördliche Genehmigungen waren nicht erforderlich. Fresenius hielt seit August 2022 bereits 55 Prozent an mAbxience; die Gesellschaft wurde seither voll konsolidiert.
Der bedingte Kaufpreisanteil von 50 Millionen Euro wird nur fällig, wenn bestimmte Produktionsstätten zugelassen werden. mAbxience betreibt drei Mehrprodukt-Produktionsstätten in Spanien und Lateinamerika und beschäftigt mehr als 1.300 Menschen. 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von mehr als 320 Millionen Euro.
Was soll die vollständige Kontrolle bewirken?
Mit dem Erwerb der restlichen Anteile bündelt Fresenius die Biosimilars-Plattform vollständig im Biopharma-Geschäft von Fresenius Kabi. Nach Unternehmensangaben deckt sie damit die gesamte Wertschöpfungskette von der Entwicklung bis zur Vermarktung ab. Die vollständige Kontrolle soll außerdem die Steuerung von Investitionen, Produktionskapazitäten und Entscheidungen erleichtern.
mAbxience entwickelt und produziert biosimilare monoklonale Antikörper und bietet Partnern Dienstleistungen in der Auftragsentwicklung und -herstellung an. Fresenius beziffert das mögliche Volumen des Biosimilars-Markts bis 2035 auf mehr als 180 Milliarden Euro. Konzernchef Michael Sen bezeichnete den Abschluss als nächsten Meilenstein beim Aufbau eines vertikal integrierten Biopharma-Geschäfts.
Die Aktie gibt am Donnerstag nach
Die Fresenius-Aktie notierte am Donnerstag bei 44,05 Euro und damit 1,58 Prozent unter dem Vortagesschluss von 44,75 Euro. Die Übernahme ist eine strategische Weichenstellung; eine unmittelbare positive Kursreaktion ist in den aktuellen Kursdaten nicht zu sehen. Entscheidend für die weitere Bewertung dürfte sein, wie sich die Plattform und ihre Marktchancen im Geschäft von Fresenius Kabi entwickeln.
Mit dem Abschluss der Übernahme von mAbxience erreichen wir den nächsten Meilenstein beim Aufbau eines führenden, vertikal integrierten Biopharma-Geschäfts von relevanter Größe.— Michael Sen
Fresenius hat mAbxience vollständig übernommen und bündelt damit die Biosimilars-Plattform samt Entwicklung, Produktion und Vermarktung im Biopharma-Geschäft von Fresenius Kabi. Für Anleger ist der Schritt strategisch relevant, doch der Kurs gab am Donnerstag nach und der Kaufpreis hängt teilweise von Zulassungen ab. Die weitere Entwicklung wird zeigen, ob die vollständige Kontrolle die Umsetzung der Wachstumspläne stärkt und die Marktchancen der Plattform besser erschließt.



