Kann Mercedes-Benz im Elektro-SUV-Segment zu BMW aufschließen, oder bleibt der Konkurrent uneinholbar vorn?
Wie groß ist der Vorsprung von BMW?
Die Zulassungszahlen zeigen einen deutlichen Abstand zwischen den beiden Elektromodellen. Im August verringerte sich die Lücke allerdings: Der iX3 kam auf rund 6.700 Neuzulassungen, der GLC auf 5.400. Im Juli war die Differenz noch mehr als doppelt so groß. Seit Juni ziehen die GLC-Zulassungen deutlich an, nachdem zuvor Lieferprobleme die Produktion gebremst hatten.
Im Frühjahr fehlten dem Werk Bremen Batteriezellen des chinesischen Zulieferers CATL; außerdem gab es Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Bordnetzen. Diese Engpässe seien inzwischen behoben. Die starke Aufholbewegung im August ändert jedoch nichts daran, dass der BMW-SUV im Gesamtzeitraum bisher klar vorn liegt.
Der Absatz bleibt in China unter Druck
Der Rückgang der Gesamtauslieferungen unterstreicht die Belastung für den Konzern. Die Verkäufe von Mercedes-Benz-Pkw fielen im dritten Quartal um 8 Prozent auf 407.200 Fahrzeuge. In China gingen sie um 6 Prozent zurück, während die Verkäufe außerhalb des Landes um 2 Prozent stiegen. Der schwächere chinesische Markt glich damit Zuwächse in Europa und den USA aus.
Gleichzeitig legten die Verkäufe batterieelektrischer Fahrzeuge im Quartal um 52 Prozent zu. Jedes vierte verkaufte Fahrzeug war laut Dow Jones entweder ein Plug-in-Hybrid oder ein batterieelektrisches Modell. Das starke Wachstum bei den Stromern reicht bislang also nicht aus, um den Rückgang bei den Gesamtverkäufen auszugleichen.
Kann der GLC bis Jahresende weiter aufholen?
Für die weitere Entwicklung zählt, ob Mercedes den Produktionshochlauf stabil hält und die Nachfrage in zusätzliche Auslieferungen umsetzen kann. Die GLC-Produktion in Bremen läuft laut Handelsblatt im Dreischichtbetrieb; die elektrischen Modelle seien bis Jahresende ausverkauft. BMW verweist dagegen auf mehr als 100.000 Vorbestellungen für den iX3 und ein weit ins zweite Quartal des kommenden Jahres gefülltes Orderbuch. Mercedes veröffentlicht keine vergleichbaren Vorbestellungszahlen.
Auch der Aktienkurs spiegelt den Druck wider: Die Mercedes-Benz-Aktie notierte am Donnerstag bei 39,05 Euro, nach 39,83 Euro am Vortag, ein Minus von 1,97 Prozent. Der Absatzvergleich zeigt damit zwei gegenläufige Punkte: BMW führt im bisherigen Gesamtzeitraum, während Mercedes im August näher herangerückt ist.
BMW liegt bei den europäischen Neuzulassungen des Elektro-SUV bislang deutlich vor Mercedes-Benz, doch der GLC holte im August auf und die Verkäufe batterieelektrischer Fahrzeuge wuchsen im dritten Quartal kräftig. Für Anleger bleibt entscheidend, ob dieser Zuwachs den Rückgang des Gesamtabsatzes und die Schwäche in China abfedern kann. Die nächsten Auslieferungszahlen werden zeigen, ob Mercedes den Aufwärtstrend des GLC fortsetzt und den Abstand zum iX3 weiter verkleinert.



