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3 Risiken: DAX Zolldrohungen als kritischer Wendepunkt

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Drohen die neuen DAX Zolldrohungen von Trump die Rally des Deutscher Aktienindex endgültig zu stoppen? Zwischen Rekordhoch, technischer Korrektur und politischem Druck suchen Anleger nach Orientierung – doch die entscheidenden Marken sind klar definiert.

Frankfurter Finanzviertel mit fallenden Kursen als Symbol für DAX Zolldrohungen
Erwähnte Aktien
DAX DAX
€24408.29 -1.19%
Stand: 13:23 MEZ

DAX Zolldrohungen: Wie stark trifft es den Markt?

Die neuen DAX Zolldrohungen rund um mögliche US-Strafzölle gegen Deutschland und sieben weitere europäische Staaten haben eine rasante Trendwende ausgelöst. Vom Rekordstand bei 25.507 Punkten ist der Deutscher Aktienindex zeitweise um nahezu 1.000 Punkte nach unten gerutscht und hat damit die Gewinne der Jahresanfangsrally fast vollständig abgegeben. Händler berichten von einer klaren Risikoaversion: In der Xetra-Eröffnung wurden zwar zunächst aggressiv Kauforders in den Markt gestellt, diese prallten jedoch wiederholt an dicken Limit-Verkaufsblöcken ab, bevor die Verkäufer endgültig das Kommando übernahmen.

Trump hatte seine Zollpläne als Reaktion auf die europäische Solidarität mit Dänemark und Grönland formuliert. Die Ankündigung verschärft die ohnehin angespannte Lage an den Finanzmärkten, da sie die exportlastige deutsche Wirtschaft ins Visier nimmt. Parallel dazu rücken die stark gestiegenen Edelmetallpreise und die Rede Trumps auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos in den Fokus. Marktteilnehmer rechnen kaum damit, dass der US-Präsident beschwichtigende Töne anschlägt – vielmehr könnte eine schärfere Rhetorik die Unsicherheit und damit den Druck auf den DAX weiter erhöhen.

Deutscher Aktienindex: Korrektur oder Trendwende?

Trotz der scharfen Reaktion auf die DAX Zolldrohungen bleibt das übergeordnete Chartbild bislang intakt. Der Index notiert weiter oberhalb seines 50-Tage-Durchschnitts bei rund 24.264 Punkten sowie deutlich über der 200-Tage-Linie um 23.973 Punkte. Mit einem RSI um 46 befindet sich der Markt weder im überkauften noch im überverkauften Bereich – klassische Merkmale einer Zwischenkorrektur in einem intakten Aufwärtstrend. Technisch wichtige Unterstützungen liegen im Bereich 24.507–24.529 und darunter bei 24.449–24.475 Punkten; hier hatte der Markt zuletzt bereits eine bullishe Hammer-Kerze ausgebildet.

Solange die Zone klar oberhalb von 24.000 Punkten verteidigt wird, bleibt der mittelfristige Aufwärtstrend erhalten. Auf der Oberseite stellt der Bereich 24.800–25.000 Punkte die erste größere Hürde dar. Gelingt eine Rückeroberung dieser Zone, wären Anschlusskäufe in Richtung 25.100 bis zum 52‑Wochen-Hoch um 25.420 Punkte denkbar. Unterhalb von etwa 24.500 Punkten steigt dagegen die Gefahr, dass sich die Korrektur in Richtung 24.150–24.300 Punkte ausweitet und im Extremfall die 24.000er-Marke testet. Erst ein nachhaltiger Bruch dieser Unterstützung würde aus technischer Sicht für einen ernsthaften Trendwechsel sprechen.

Deutscher Aktienindex Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Deutscher Aktienindex (DAX) – 252-Tage-Chart

DAX Zolldrohungen: Welche Sektoren leiden jetzt?

Die aktuelle Schwäche trifft den Deutscher Aktienindex nicht gleichmäßig. Besonders unter Druck stehen konjunktursensible Industrie- und exportorientierte Konsumwerte, die unmittelbar von möglichen Zollerhöhungen betroffen wären. Titel aus dem Gesundheits- und Immobilienbereich hatten bereits zuvor relative Schwäche gezeigt und verstärken nun die negative Indexentwicklung. Gleichzeitig gibt es Ausreißer nach oben: Ein Diagnostik- und Biotech-Wert legte deutlich zu, Finanzwerte mit stabilen Ertragsprofilen hielten sich besser als der Gesamtmarkt.

Im Future-Handel bleibt die Abwärtsdynamik spürbar. Der März-Kontrakt schwankt zwischen dem unteren 24.500er-Bereich und kurzfristigen Erholungsversuchen, die bislang immer wieder am Widerstand um 24.800 Punkte scheitern. Charttechnisch steht damit ein klassisches Entscheidungsszenario an: Ein Anstieg über diese Zone würde den Bärenwind aus den Segeln nehmen, während erneute Rückschläge darunter das Risiko eines Rutsches in die alte Handelsrange der vergangenen Monate erhöhen.

Deutscher Aktienindex: Wie agieren ETF-Anleger?

Trotz der DAX Zolldrohungen zeigen institutionelle Anleger im ETF-Segment bisher bemerkenswerte Robustheit. In den USA haben unter anderem Global View Capital Management und Harel Insurance Investments ihre Positionen im Global X DAX Germany ETF deutlich ausgebaut, was auf Vertrauen in die langfristige Attraktivität deutscher Blue Chips hindeutet. Parallel dazu bleibt der Xtrackers DAX ETF mit seiner niedrigen Kostenquote und physischer Replikation ein beliebtes Vehikel für Anleger, die den breiten Index ohne Einzeltitelauswahl abbilden wollen.

An der strategischen Einschätzung ändert die aktuelle Volatilität wenig: Analysen auf der Plattform Seeking Alpha weisen darauf hin, dass DAX-ETFs wie der Global X DAX Germany ETF zuletzt zwar mit einem Bewertungsaufschlag gegenüber anderen europäischen Märkten gehandelt wurden, dafür aber historisch eine solide risikoadjustierte Rendite geliefert haben. Kurzfristig mahnen diese Stimmen jedoch zur Zurückhaltung und raten davon ab, der Rally hinterherzulaufen. Vielmehr biete die Korrekturphase bei anhaltend intaktem Aufwärtstrend die Chance, schrittweise Positionen aufzubauen – vorausgesetzt, die Zolldrohungen eskalieren nicht in einen vollumfänglichen Handelskonflikt.

Auch klassische Hausbanken-Analysten wie Goldman Sachs, Morgan Stanley, die Citigroup oder RBC Capital Markets sehen den DAX mittelfristig weiterhin als Kernbaustein für europäische Aktienportfolios, verweisen aber auf die hohe Sensitivität gegenüber Export- und Zinsnachrichten. Neue, ausdrücklich genannte Einstufungen oder Kursziele speziell zum heutigen Handelstag liegen jedoch nicht vor und die Marktreaktion wird damit primär von Politik und Charttechnik getrieben.

Fazit

Im Fazit bleiben die DAX Zolldrohungen zwar der dominierende Belastungsfaktor, doch der Index bewegt sich technisch weiterhin in einer moderaten Korrektur eines starken Aufwärtstrends. Für Anleger bedeutet das: Panik ist nicht angezeigt, wohl aber erhöhte Aufmerksamkeit für Schlüsselzonen um 24.500 und 24.800 Punkte. Die weiteren Signale aus Davos und aus Washington werden entscheiden, ob sich der Deutscher Aktienindex rasch fängt oder ob die Zolldebatte in eine tiefere Konsolidierung mündet – wer langfristig denkt, kann diese Phase jedoch gezielt zur Vorbereitung neuer Einstiegsgelegenheiten nutzen.