Kann Palantir Technologies Inc. sein rasantes KI-Wachstum wirklich in dauerhaft hohe Margen und stabile Cashflows verwandeln? Der Daten- und KI-Spezialist skaliert mit AIP rasant im US-Kommerzgeschäft, während Regierungskunden und Hedgefonds genau hinschauen.

Palantir Technologies Inc.: Woher kommt das KI-Momentum?
Palantir Technologies Inc. (PLTR) startet mit einem mehrmilliardenschweren Umsatzsockel, stark steigenden Margen und Rekord-Buchungen in das Jahr 2026. Herzstück des Palantir KI-Wachstum ist die Artificial Intelligence Platform (AIP), die nicht nur Analysen liefert, sondern als operative Schicht für Unternehmens-KI fungiert. AIP verbindet Datenquellen, steuert den Zugriff, orchestriert verschiedene Large Language Models und ermöglicht automatisierte Entscheidungen innerhalb klar definierter Richtlinien. Dadurch wandelt sich Palantir von einem Nischen-Analyseanbieter zu einem strategischen Infrastrukturpartner für KI-getriebene Organisationen.
Dieser Plattform-Ansatz schlägt sich bereits in den Kennzahlen nieder: Im dritten Quartal 2025 schloss Palantir 204 Deals über mehr als 1 Mio. US‑Dollar ab, davon 53 Verträge mit einem Volumen von über 10 Mio. US‑Dollar. Die Management-Strategie, produktiv einsetzbare KI-Lösungen statt langwieriger Pilotprojekte zu liefern, sorgt für rasch skalierende Kundenbeziehungen und legt das Fundament für anhaltendes Palantir KI-Wachstum in 2026.
Palantir Technologies Inc.: Wie stark boomt das US-Kommerzgeschäft?
Besonders dynamisch entwickelt sich die US-Kommerzsparte, die lange im Schatten des Regierungssegments stand. Im dritten Quartal legten die US-Kommerzumsätze um 121 % gegenüber dem Vorjahr auf 397 Mio. US‑Dollar zu – getrieben vor allem durch AIP, das zusätzliche Anwendungsfälle bei bestehenden Kunden erschließt und neue Kunden gewinnt. Ein wichtiger Hebel ist das sogenannte „Bootcamp“-Go-to-Market-Modell, bei dem Unternehmen die Plattform in kurzen, intensiven Workshops unmittelbar in produktionsnahen Szenarien testen. Das verkürzt Verkaufszyklen merklich und erhöht die Konversionsrate.
Marktbeobachter wie Morningstar betonen, dass Palantir mit seinen proprietären Plattformen eine führende Rolle bei der Optimierung datengetriebener Entscheidungen in Unternehmen und Behörden einnimmt, zugleich aber mit einem hohen Preis für Investoren einhergeht. Zacks Investment Research verweist darauf, dass die ambitionierte Bewertung nur dann gerechtfertigt bleibt, wenn das Palantir KI-Wachstum sowie die hohe Ausführungsqualität dauerhaft stabil bleiben. Für Anleger bedeutet das: Die operative Story überzeugt, doch die Messlatte liegt extrem hoch.

Palantir KI-Wachstum: Welche Rolle spielen Regierungen und Margen?
Im Regierungssegment wächst Palantir zwar langsamer als im Kommerzbereich, doch die Verträge werden tendenziell größer und langfristiger. Verteidigungs- und Geheimdienste verlagern sich zunehmend von reinen Analyse-Tools hin zu KI-gestützten Command-and-Control-Systemen, die in sicherheitskritischen Missionen eingesetzt werden. Steigende Verteidigungsbudgets und umfangreiche Modernisierungsprogramme könnten Palantir in den kommenden Jahren zusätzliche mehrjährige Rahmenverträge sichern. Citi-Analyst Tyler Radke erwartet für 2026 ein jährliches Wachstum der Regierungserlöse von rund 51 %, in bullischen Szenarien sogar über 70 %.
Auch auf der Profitabilitätsseite ist das Bild bemerkenswert: Palantir berichtete im dritten Quartal eine bereinigte operative Marge von 51 % und eine beeindruckende Rule-of-40-Kennzahl von 114 %. Während der Umsatz um 63 % kletterte, stieg der Personalbestand nur um 10 %. Ein wesentlicher Hebel hierfür ist der KI-gestützte „Forward Deployed Engineer“ (AI-FDE) innerhalb von AIP, der die Produktivität bei Entwicklung und Implementierung massiv erhöht. Damit kann das Palantir KI-Wachstum mit vergleichsweise schlanker Belegschaft bewältigt werden, was die Margen in der Spanne zwischen mittleren 40 % und niedrigen 50 % stabilisieren dürfte.
Palantir Technologies Inc.: Was machen Hedgefonds und wie ist PLTR bewertet?
Auf der institutionellen Seite zeigt sich ein gemischtes Bild. Eine Auswertung aktueller 13F-Berichte von 2.807 Fonds offenbart, dass die aggregierten Palantir-Bestände zwischen Ende 2024 und Ende März 2025 leicht um rund 0,52 % beziehungsweise 392.771 Aktien auf 74,56 Mio. Stück zurückgingen. Einzelne Adressen wie der New York State Common Retirement Fund und das Arizona State Retirement System bauten ihre Positionen hingegen deutlich aus, während andere Investoren im gleichen Zeitraum reduzierten. Unter den größten Haltern rangieren Bank of New York Mellon, Sumitomo Mitsui Trust Group und Rhumbline Advisers.
Die Bewertung bleibt der zentrale Streitpunkt. Aktuell wird Palantir mit dem Vielfachen von rund 174 auf den erwarteten Gewinn gehandelt. Das Unternehmen selbst rechnet für das vierte Quartal mit 61 % Umsatzwachstum auf etwa 1,33 Mrd. US‑Dollar und für das Gesamtjahr 2025 mit rund 4,4 Mrd. US‑Dollar Umsatz, was einem Plus von 53 % entspricht. Morningstar hebt die technologische Führungsrolle hervor, stuft die Aktie jedoch angesichts der hohen Multiples eher zurückhaltend ein. Zacks verweist darauf, dass eine Korrektur drohen könnte, falls das operative Momentum nachlässt – gleichzeitig sehen bullische Analysten angesichts der dominanten Marktstellung im Bereich Verteidigungs- und Unternehmens-KI weiterhin erhebliches Upside-Potenzial.
Für Anleger ergibt sich damit ein klares Profil: starkes Palantir KI-Wachstum, hohe Margen, wachsende Durchdringung bei Regierungs- und Kommerzkunden, aber auch eine Bewertung, die anhaltende makellose Execution voraussetzt und zu erhöhter Volatilität führt.