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The Trade Desk Prognose: Kokai und Analystendruck

Kann die jüngste Kursrally von gut 4,22 % den Trend bei The Trade Desk KI-Plattform und Analystendruck wirklich drehen? Zwischen Kokai-Rollout, skeptischen Analysten und engen Vorgaben für das nächste Quartal stellt sich die Frage, ob die aktuelle Bewertung Chance oder Risiko ist.

The Trade Desk Prognose mit stilisiertem Kurschart, der nach längerer Schwäche eine mögliche Trendwende andeutet.
Erwähnte Aktien
TTD TTD
$36,51 +4.22%
Stand: 08:51 MEZ

Wie passt die The Trade Desk Prognose zur Rallye?

Nach einem schwachen Wochenauftakt konnte sich The Trade Desk zuletzt erholen und schloss bei rund 36,51 bis 36,82 US‑Dollar, was einem Tagesplus von gut 4,22 % entspricht. Dennoch notiert die Aktie des Adtech-Spezialisten weit unter den Niveaus der vergangenen zwölf Monate und liegt rund 69 % unter dem 52‑Wochen-Hoch von 118,90 US‑Dollar. Die Diskrepanz zwischen langfristiger Wachstumsstory und kurzfristiger Schwäche prägt damit maßgeblich die aktuelle The Trade Desk Prognose.

Operativ arbeitet das Unternehmen weiterhin profitabel, gleichzeitig sorgten die letzten Quartale 2025 für Enttäuschung: Ein verfehltes Umsatzziel im Schlussquartal und ein skeptischer Markt führten dazu, dass der Kurs trotz solider Zahlen immer wieder unter Druck geriet. Anleger fragen sich nun, ob das aktuell wieder erreichte Kursniveau aus dem Jahr 2020 einen attraktiven Einstieg oder ein Warnsignal darstellt.

Wie stark belastet Analystendruck The Trade Desk?

Die jüngste Schwächephase wurde deutlich durch mehrere Abstufungen großer Investmenthäuser verschärft. Bank of America bestätigte ihr Rating „Underperform“ und senkte das Kursziel auf 40 US‑Dollar. Parallel dazu kappte UBS ihr Kursziel auf 50 US‑Dollar, hält formal aber an einer Kaufempfehlung fest. Ebenfalls skeptischer zeigt sich Guggenheim, das sein Ziel ebenfalls auf 50 US‑Dollar reduzierte. Diese Kombination aus herabgesetzten Kurszielen und ohnehin schwacher Kursentwicklung drückte die Bewertung auf Mehrjahrestiefs.

Die Marktstimmung ist damit fragil: Einerseits sehen viele Investoren ein strukturelles Wachstum im offenen Internet-Werbemarkt, andererseits dominiert kurzfristig die Angst, dass sich die negative Kette aus verfehlten Erwartungen und Kursrücksetzern fortsetzt. Für die The Trade Desk Prognose bedeutet das, dass positive operative Signale derzeit stärker sein müssen als üblich, um gegen das skeptische Analystenumfeld anzukommen.

The Trade Desk KI-Plattform und Analystendruck Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
The Trade Desk KI-Plattform und Analystendruck (TTD) – 252-Tage-Chart

Welche Rolle spielt Kokai in der The Trade Desk Prognose?

Strategisch setzt The Trade Desk alles auf die neue KI-Plattform Kokai, die Werbekunden automatisierte, datengetriebene Kampagnensteuerung ermöglicht. Nach Unternehmensangaben nutzen bereits rund 85 % der Kunden standardmäßig Kokai, womit der Rollout im Jahr 2025 weitgehend abgeschlossen ist. Entscheidende Frage für Investoren ist nun, ob dies nur eine technische Migration oder tatsächlich ein Wachstumstreiber mit höheren Budgets und Margen ist.

Hinzu kommt der Ausbau der internationalen Präsenz: Rund 13 % des Umsatzes werden inzwischen im Ausland erzielt, dieses Segment wächst schneller als das Geschäft in den USA. Gerade hier sehen viele Beobachter einen der wichtigsten Hebel der aktuellen The Trade Desk Prognose. Gleichzeitig positioniert sich CEO Jeff Green mit der Identity-Lösung UID2 weiter als Alternative zu geschlossenen Werbe-Ökosystemen großer Plattformen. Ob dieses Narrativ im Umfeld knapper Werbebudgets durchschlägt, bleibt die zentrale operative Wette.

Was bedeutet der 18. Februar für die The Trade Desk Prognose?

Der nächste entscheidende Termin ist der 18. Februar 2026, wenn The Trade Desk seine neuen Quartalszahlen vorlegt. Der Konsens der Wall Street erwartet einen Umsatz von rund 841 Millionen US‑Dollar bei einem Gewinn je Aktie von 0,34 US‑Dollar. Das Management hatte zuvor eine Untergrenze von mindestens 840 Millionen US‑Dollar kommuniziert – die Messlatte ist also klar, aber eng gesetzt.

Charttechnisch bleibt das Bild trotz der jüngsten Erholung angeschlagen: Der Schlusskurs bewegt sich nur knapp über dem 50‑Tage-Durchschnitt von 35,15 US‑Dollar, während der Abstand zum 200‑Tage-Durchschnitt von 48,59 US‑Dollar mit über 20 % deutlich ist. Technische Analysten verweisen außerdem auf die Ichimoku-Kijun-Linie um 37,45 US‑Dollar; ein nachhaltiger Ausbruch darüber würde als erstes Signal einer Trendwende gewertet. Parallel dazu unterstreicht das um 500 Millionen US‑Dollar erweiterte Aktienrückkaufprogramm den Vertrauensbeweis des Managements in die eigene Bewertung.

Fazit

Die The Trade Desk Prognose hängt kurzfristig stark an der Stabilisierung über den jüngsten Tiefs und am erfolgreichen Test der charttechnischen Widerstände, während mittelfristig der Quartalsbericht am 18. Februar zum entscheidenden Vertrauensbeweis für die Wachstumsstory nach Kokai-Rollout und Analystendruck wird. Für langfristig orientierte Anleger bleibt der strukturelle Trend hin zur KI-gestützten Werbeplattform im offenen Internet ein spannendes Thema. Wer einsteigen will, könnte schrittweise Positionen aufbauen und die kommenden Zahlen als Orientierung für die weitere Gewichtung nutzen.