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UPS Quartal: +3,4% Sprung nach Zahlen-Wende

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Wie schafft es United Parcel Service, Inc., trotz sinkender Paketmengen den Gewinn je Aktie zu steigern und die Börse mit einem Kurssprung von über 3 Prozent zu überzeugen? Im aktuellen UPS Quartal zeigt der Logistikkonzern, wie radikal er sein Netzwerk umbaut – und welchen Kurs er bis 2026 einschlägt.

UPS Quartal mit Firmenzentrale und positiver Börsenstimmung nach besser als erwarteten Zahlen.
Erwähnte Aktien
UPS UPS
$110,63 +3.42%
Stand: 18:57 MEZ

UPS Quartal: Wie fallen die Zahlen im Überblick aus?

Im jüngsten UPS Quartal erzielte United Parcel Service, Inc. einen Konzernumsatz von 24,5 Milliarden US-Dollar nach 25,3 Milliarden US-Dollar im Vorjahr. Trotz des leichten Rückgangs lag der Wert über den Markterwartungen. Das bereinigte Ergebnis je Aktie kletterte auf 2,38 US-Dollar und übertraf damit deutlich den Konsens von rund 2,20 US-Dollar. Auf Jahressicht kam UPS 2025 auf 88,7 Milliarden US-Dollar Umsatz, ein Minus von 2,6 Prozent gegenüber 2024, und einen Nettogewinn von 5,57 Milliarden US-Dollar. Die konzernweite operative Marge lag bei 11,8 Prozent im Quartal und 9,8 Prozent im Gesamtjahr – ein Kernargument für Investoren, die das UPS Quartal weniger an Volumina als an Ertragsstärke messen.

An der Börse kam das Zahlenwerk gut an: Die Aktie von UPS legte im vorbörslichen US-Handel um rund 3 bis 4 Prozent zu und notiert aktuell bei 110,63 US-Dollar, was einem Tagesplus von 3,42 Prozent entspricht. Auch Wettbewerber wie FedEx konnten im Sog der starken Logistikwende zulegen.

Welche Strategie verfolgt United Parcel Service, Inc.?

Herzstück des aktuellen UPS Quartal ist der Strategiewechsel weg vom Volumenrennen hin zu höherwertigen Sendungen. Das Unternehmen hat 2025 die Paketmengen des Großkunden Amazon um rund 1 Million Stück pro Tag reduziert und will 2026 um weitere 1 Million pro Tag zurückfahren. Parallel wurden 93 Sortierstandorte in den USA geschlossen oder zusammengelegt und 57 Anlagen automatisiert. Insgesamt eliminierte UPS im vergangenen Jahr 48.000 operative Stellen, inklusive 15.000 saisonaler Jobs, und plant bis 2026 bis zu 30.000 weitere Stellen zu streichen.

Diese Maßnahmen schlugen sich im UPS Quartal in einer deutlich stärkeren Umsatzqualität nieder: In den USA stieg der Erlös je Paket im vierten Quartal um 8,3 Prozent, während das Volumen zweistellig zurückging. Das margenstarke B2B-Geschäft wuchs als Anteil am US-Volumen, ebenso der Anteil kleiner und mittelgroßer Firmenkunden, der im Gesamtjahr auf rund 32 Prozent kletterte. Parallel investiert UPS gezielt in wachstumsstarke Segmente wie internationale Lieferungen, Healthcare-Logistik und digitale Vertriebskanäle.

United Parcel Service, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
United Parcel Service, Inc. (UPS) – 252-Tage-Chart

UPS Quartal: Wie blickt United Parcel Service auf 2026?

Besonders aufmerksam verfolgten Anleger im aktuellen UPS Quartal den erstmals seit einem Jahr wieder vorgelegten Jahresausblick. Für 2026 stellt das Management einen Umsatz von rund 89,7 Milliarden US-Dollar in Aussicht und liegt damit klar über den bisherigen Analystenschätzungen von knapp 88 Milliarden US-Dollar. Die bereinigte operative Marge soll bei etwa 9,6 Prozent liegen. Während der US-Inlandsbereich beim Umsatz und bei der Marge zunächst eher stabil erwartet wird, sollen internationale Geschäfte und Supply-Chain-Lösungen wieder wachsen und Margen im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Bereich liefern.

Kurzfristig kalkuliert Finanzchef Brian Dykes allerdings mit Gegenwind: Für das erste Quartal 2026 rechnet UPS mit einem Gewinnrückgang von rund 30 Prozent, bevor sich die Profitabilität im Jahresverlauf verbessert. Belastend wirken dabei höhere Leasingkosten durch die Ausflottung der MD-11-Flotte, Übergangskosten beim Groundsaver-Programm und der weitere Rückbau des Amazon-Volumens. Ab der zweiten Jahreshälfte sollen die Kosteneinsparungen und die bessere Produktmischung jedoch zunehmend durchschlagen.

Welche Chancen und Risiken hat United Parcel Service?

Das UPS Quartal macht deutlich, dass die Story des Konzerns klar auf Margenoptimierung und fokussiertes Wachstum in renditestarken Nischen ausgerichtet ist. Die Healthcare-Sparte erzielte 2025 bereits 11,2 Milliarden US-Dollar Umsatz und stützt den Anspruch, führender Anbieter komplexer Gesundheitslogistik zu werden. Die internationale Sparte glänzte im vierten Quartal mit rund 5 Milliarden US-Dollar Umsatz und einer operativen Marge von etwa 18 Prozent. Hinzu kommt das schnell wachsende Digital-Access-Programm mit 4,1 Milliarden US-Dollar Umsatz und 25 Prozent Wachstum.

Risiken bleiben dennoch: Die massiven Stellenstreichungen und Standortschließungen bergen Reputations- und Ausführungsrisiken, wie mehrere Berichte zu bis zu 30.000 zusätzlichen Jobkürzungen im laufenden Jahr zeigen. Zudem drücken geopolitische Spannungen und unsichere Handelspolitik auf das weltweite Frachtaufkommen. Analystenhäuser wie Zacks Investment Research betonen zwar die solide Bilanzstruktur und den hohen freien Cashflow, verweisen aber zugleich auf die Notwendigkeit, dass die angestrebten Effizienzgewinne tatsächlich im Ergebnis ankommen. Konkrete neue Ratings von Häusern wie Citigroup oder RBC Capital Markets zu diesem UPS Quartal liegen bislang nicht vor und werden von Marktteilnehmern in den kommenden Tagen erwartet.

„2026 wird ein Wendepunkt in der Umsetzung unserer Strategie sein, um Wachstum und nachhaltige Margensteigerungen zu liefern.“
— Carol Tomé, CEO von UPS
Fazit

Das UPS Quartal unterstreicht, dass der Konzern den schmerzhaften Umbau seines Netzwerks nutzt, um sich für profitables Wachstum in 2026 zu positionieren. Für Anleger bleibt UPS damit ein dividendenstarker Blue Chip, der aktuell vor allem als Turnaround- und Margenstory gespielt wird. Die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, ob der Übergang vom Schrumpfen zum Wachstum gelingt und das Unternehmen seinen optimistischen Ausblick bestätigen kann – dann dürfte das Stichwort UPS Quartal auch künftig für positive Überraschungen stehen.