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SAP Quartalszahlen: -15,7% Crash-Drama an der Börse

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Wie kann die Aktie von SAP SE fast 16 % einbrechen, obwohl Gewinn und Cashflow deutlich steigen? Die neuen SAP Quartalszahlen sorgen für ein Kursbeben – vor allem wegen der Cloud-Ziele und des milliardenschweren Rückkaufprogramms.

SAP Quartalszahlen mit starkem Kurssturz der SAP Aktie und Fokus auf Cloud-Geschäft
Erwähnte Aktien
SAP SAP
€165,38 -15.68%
Stand: 16:54 MEZ

Wie stark überraschen die SAP Quartalszahlen?

SAP SE hat das Jahr 2025 mit einem kräftigen Wachstum abgeschlossen. Der Konzernumsatz stieg im Gesamtjahr um rund acht Prozent auf 36,8 Milliarden Euro, wobei Währungseffekte – insbesondere der schwache Dollar – den Zuwachs um rund drei Prozentpunkte gedrückt haben. Auf Basis konstanter Wechselkurse lag das Wachstum damit im niedrigen zweistelligen Bereich, was die solide Nachfrage nach Unternehmenssoftware und Cloud-Lösungen unterstreicht.

Das bereinigte operative Ergebnis legte dank Effizienzmaßnahmen und dem zuvor angekündigten Personalumbau um 28 % auf 10,4 Milliarden Euro zu und übertraf damit die durchschnittlichen Analystenschätzungen leicht. Unter dem Strich verdoppelte sich der Nettogewinn sogar auf 7,5 Milliarden Euro, nachdem im Vorjahr hohe Restrukturierungskosten belastet hatten. Die SAP Quartalszahlen für Q4 2025 zeigen damit klar: Profitabilität und Cashflow entwickeln sich deutlich besser als noch vor einem Jahr.

Im Kerngeschäft mit Cloud-Software blieb SAP wachstumsstark, verfehlte aber knapp die eigene Messlatte: Der Current Cloud Backlog (CCB), also der über die nächsten zwölf Monate vertraglich gesicherte Cloud-Umsatz, wuchs währungsbereinigt um rund 25 % – Erwartung und interne Zielgröße lagen bei etwa 26 %. Der Total Cloud Backlog legte um rund 22 % zu. Operativ ist das nach wie vor dynamisch, an der Börse zählt jedoch die kleine Abweichung vom Plan.

Warum stürzt die SAP Aktie nach den Zahlen ab?

Die SAP Quartalszahlen lösen eine der heftigsten Kursreaktionen seit der Corona-Pandemie aus. Die Aktie verliert im Tagesverlauf zeitweise fast 15 % und verzeichnet damit den größten Einbruch seit Oktober 2020. Auslöser ist nicht ein Gewinneinbruch, sondern eine Kombination aus Cloud-Bremse, hohen Erwartungen und einem ohnehin angeschlagenen Sektorumfeld für Software- und KI-Werte.

Einige große Cloud-Deals verschoben sich laut Finanzchef Dominik Asam wegen ihrer Komplexität in die Zukunft oder sind noch nicht vollständig im Vertragsbestand sichtbar. Gleichzeitig signalisiert SAP, dass der Zuwachs beim kurzfristigen Cloud-Backlog 2026 etwas langsamer ausfallen könnte als in den Rekordjahren zuvor. Das reicht im aktuellen Marktumfeld, um eine deutliche Neubewertung auszulösen.

Analysten heben hervor, dass es vor allem um die zukünftige Wachstumsdynamik geht. Goldman Sachs-Analyst Mohammed Moawalla rechnet zwar nur mit leicht sinkenden Umsatzerwartungen für 2026 und sieht den Ergebniskonsens weitgehend stabil, dennoch dominiert an der Börse die Sorge vor einer strukturellen Abkühlung im Enterprise-Software-Sektor. JPMorgan-Analyst Toby Ogg lobt den überraschend starken freien Cashflow, kritisiert aber ebenfalls den verfehlten Cloud-Vertragsbestand und die leicht unter Konsens liegende Cloud-Umsatzprognose.

SAP SE Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
SAP SE (SAP) – 252-Tage-Chart

Wie beeinflussen Rückkauf und Ausblick SAP SE?

Trotz des Kurssturzes senden Management und SAP Quartalszahlen ein offensives Wachstums- und Renditesignal. SAP-Chef Christian Klein bestätigt das Ziel, den Produktumsatz aus Cloud und klassischen Lizenzen bis 2026 währungsbereinigt um 12 bis 13 % zu steigern. Die Cloud-Umsätze allein sollen im gleichen Zeitraum sogar um 23 bis 25 % pro Jahr wachsen. Parallel dazu plant der Konzern, das bereinigte EBIT währungsbereinigt um 14 bis 18 % zu erhöhen, was eine weitere Margenverbesserung impliziert.

Zur Unterstützung des Aktienkurses und zur Ausschüttung überschüssiger Mittel kündigt SAP ein neues Aktienrückkaufprogramm über 10 Milliarden Euro mit einer Laufzeit von zwei Jahren an. Rund 1,5 bis 2 Milliarden Euro pro Jahr werden traditionell für aktienbasierte Vergütungen der Mitarbeitenden genutzt, der Rest kommt direkt den Aktionären zugute. Gerade große institutionelle Investoren bewerten solche Rückkaufprogramme meist positiv, da sie den Gewinn je Aktie erhöhen und als Vertrauensbeweis in die eigene Bewertung gelten.

Die SAP Quartalszahlen und der deutliche Kursrückgang haben zugleich eine Bewertungskorrektur ausgelöst: Nach dem Rücksetzer notiert die Aktie deutlich unter den Bewertungs-Medianen der vergangenen Jahre. Während manche Marktteilnehmer von einer anhaltenden Schwächephase von Softwarewerten ausgehen, sehen optimistische Analysten in der Kombination aus zweistelligem Cloud-Wachstum, steigender Profitabilität und massiven Rückkäufen eine potenziell attraktive Einstiegsgelegenheit für langfristig orientierte Anleger.

Fazit

Die aktuellen SAP Quartalszahlen zeigen ein profitables Cloud- und Softwaregeschäft mit klaren Wachstumsambitionen, werden aber von einem minimal verfehlten Cloud-Backlog und KI-Sorgen überlagert. Für Anleger steht nun die Frage im Raum, ob der Kurssturz nach dem Rückkaufprogramm und der bestätigten Wachstumsstrategie eher Übertreibung oder Vorbote einer längeren Neubewertungsphase ist. Die nächsten SAP Quartalszahlen und die Entwicklung des Cloud-Backlogs dürften entscheidend sein, ob sich die Aktie vom Crash erholt oder der Druck auf den Softwaresektor anhält.