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Natural Gas Preisrallye: 5 Fakten zur Rallye-Sensation

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Wie konnte die Natural Gas Preisrallye den US-Markt in so kurzer Zeit derart in Bewegung versetzen? Der arktische Kälteeinbruch, massive Nachfrage und überraschende Lagerdaten treffen auf ein angespanntes Angebot – mit Folgen für den US Natural Gas Markt und mutige Trader.

Natural Gas Preisrallye mit steigendem US-Gaspreis und fokussierter Gasflamme im Trading-Umfeld
Erwähnte Aktien
NATGAS Erdgas
$4.35 +11.13%

Wie treibt der Kälteeinbruch die Natural Gas Preisrallye?

Im Zentrum der aktuellen Bewegung steht ein arktischer Kaltlufteinbruch, der große Teile der USA erfasst hat und die Nachfrage nach Heizenergie deutlich erhöht. Der März-Nymex-Kontrakt schloss am Freitag bei 4,35 US‑Dollar je MMBtu, nachdem er um 0,436 US‑Dollar beziehungsweise 11,13 % zugelegt hatte. Noch am Mittwoch hatte der Frontmonat ein Drei-Jahres-Hoch markiert; insgesamt sind die Notierungen binnen einer Woche um mehr als 120 % nach oben geschossen. Der außergewöhnlich starke Nachfrageimpuls zeigt sich in den Zahlen: Der Gasverbrauch in den zusammenhängenden 48 US-Bundesstaaten lag mit 128,7 Milliarden Kubikfuß pro Tag rund 38,4 % höher als vor einem Jahr. Parallel zu diesem Nachfrageboom kam es witterungsbedingt zu Einbußen auf der Angebotsseite, was die Natural Gas Preisrallye zusätzlich beschleunigt.

Wie stark belasten Produktionsausfälle den US Natural Gas Markt?

Die Kältewelle führte in wichtigen Förderregionen wie Texas zu „Freeze-offs“, also Einfrierungen von Gasquellen und Infrastruktur. Schätzungsweise 50 Milliarden Kubikfuß Erdgas waren zwischen Samstag und Montag offline, was rund 15 % der gesamten US-Produktion entspricht. Zwar lag die trockene Gasförderung in den Lower 48 am Freitag noch bei 110 Milliarden Kubikfuß pro Tag und damit 3,4 % über Vorjahr, doch die temporären Ausfälle verschärfen den Markt spürbar. Unterstützend wirkt zudem der mittelfristige Ausblick: Die Energiebehörde EIA hat ihre Prognose für die US-Trockengasproduktion 2026 von 109,11 auf 107,4 Milliarden Kubikfuß pro Tag gesenkt. Dieser Mix aus akuten Ausfällen und gesenkten Produktionsaussichten wird am Terminmarkt als bullischer Katalysator interpretiert und treibt die Natural Gas Preisrallye weiter voran, auch wenn die Produktion strukturell nahe Rekordniveau bleibt.

Erdgas Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026
Erdgas (GAS) – 252-Tage-Chart

Welche Signale senden die EIA-Lagerdaten zur Natural Gas Preisrallye?

Wesentlicher Rückenwind für die Bullen kommt von den jüngsten Lagerdaten. Für die Woche bis zum 23. Januar meldete die EIA einen Rückgang der US-Gasspeicher um 242 Milliarden Kubikfuß. Damit fiel der Abbau spürbar stärker aus als der Marktkonsens von 238 Milliarden Kubikfuß und lag deutlich über dem Fünfjahresdurchschnitt von 208 Milliarden Kubikfuß. Trotz der kräftigen Entnahme bleibt das Angebot aber zunächst komfortabel: Die Speicherbestände liegen immer noch 9,8 % über dem Vorjahresniveau und 5,3 % über dem Fünfjahresmittel. Entscheidend für die Fortsetzung der Natural Gas Preisrallye ist nun, ob die Kälteperiode länger anhält und weitere überdurchschnittliche Abzüge nach sich zieht. Prognosen sehen anhaltend unterdurchschnittliche Temperaturen in vielen Regionen, was für anhaltend hohe Heiznachfrage spricht.

Wie sollten sich Anleger im US Natural Gas Markt jetzt positionieren?

Auf der Exportseite wurden am Freitag netto 17,7 Milliarden Kubikfuß pro Tag an US-LNG-Terminals geleitet, rund 8,3 % weniger als in der Vorwoche. Das dämpft kurzfristig den Abfluss von Gas aus dem Binnenmarkt, ändert aber wenig am angespannten Bild während des Kälteeinbruchs. In Europa sind die Speicher derzeit zu etwa 43 % gefüllt und damit klar unter dem Fünfjahresdurchschnitt von 58 %, was den globalen Nachfragehintergrund stützt. Gleichzeitig signalisiert der leichte Anstieg der aktiven US-Gasbohranlagen auf 125 Rigs – nur knapp unter dem Zweieinhalbjahreshoch von 130 – eine mögliche Angebotsreaktion, falls das aktuelle Preisniveau anhält. Investmentbanken wie Goldman Sachs, Citigroup und RBC Capital Markets verweisen in ihren Rohstoffkommentaren auf die hohe Wetterabhängigkeit des Marktes und sehen kurzfristig erhöhtes Volatilitätspotenzial für natgas. Für Trader bleiben damit schnelle Richtungswechsel möglich, während strukturelle Investoren vor allem auf die Balance zwischen Produktion, Speicherpfad und Exportströmen achten.

Fazit

Im Fazit dürfte die laufende Natural Gas Preisrallye den US Natural Gas Markt auch in den kommenden Wochen dominieren, solange die Kälte und die Produktionsstörungen anhalten. Für Anleger bedeutet das attraktive, aber risikoreiche Chancen in einem stark wettergetriebenen Umfeld. Wer auf natgas setzt, sollte die weiteren EIA-Lagerdaten und Wettermodelle eng verfolgen, da sie den nächsten Impuls für den Gaspreis liefern werden.