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Netflix Merger: -3% Crash & Mega-Deal Alarm

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Die Aktie von Netflix (NFLX) rutscht nach den Fusionsplänen mit Warner Bros. Discovery deutlich ab. Anleger fragen sich, ob der milliardenschwere Netflix Merger ein strategischer Befreiungsschlag oder ein riskanter Balanceakt wird. Im Fokus stehen der hohe Kaufpreis, die geplante Schuldenlast und mögliche kartellrechtliche Hürden – Faktoren, die den Kurs aktuell klar belasten.

Netflix Merger drückt NFLX-Aktie auf neues 52-Wochentief mit stark fallendem roten Chart
Erwähnte Aktien
NFLX
Schlusskurs 80,86$ -3,14% 03.02.26 17:41 Uhr
Netflix

Wie belastet der Netflix Merger den Aktienkurs von Netflix?

Netflix befindet sich seit einigen Monaten in einem klaren Abwärtstrend und ist vom Hoch um rund ein Drittel gefallen. Trader verweisen auf ein schwaches technisches Bild: Bricht der Kurs nachhaltig unter die Zone um 82 US‑Dollar, sehen einige Marktteilnehmer Raum für weitere Abgaben in Richtung 78 US‑Dollar. Diese Korrektur folgt auf nahezu drei Jahre fast ununterbrochenen Kursanstiegs von Mitte 2022 bis Mitte 2025, in denen die Bewertung der Aktie der fundamentalen Entwicklung deutlich vorausgeeilt war.

Auslöser der jüngsten Schwäche ist vor allem der geplante Netflix Merger mit Warner Bros. Discovery. Der Bieterwettstreit mit Paramount Skydance um Warner Bros. hat die Nervosität verstärkt und den Aktienkurs zusätzlich belastet. Die Sorgen der Anleger konzentrieren sich auf drei Punkte: den hohen Kaufpreis von rund 83 Milliarden US‑Dollar, die enorme geplante Schuldenaufnahme von 42 Milliarden US‑Dollar zur Finanzierung des Deals und die Unsicherheit, ob sich der Zusammenschluss für die Aktionäre überhaupt rechnet.

Was steckt strategisch hinter dem Plan von Netflix?

Strategisch würde der Netflix Merger mit Warner Bros. Discovery die ohnehin starke Marktstellung von Netflix weiter ausbauen. Das Unternehmen ist heute bereits der weltweit führende Streaming-Dienst mit etwa 325 Millionen Abonnenten. Durch die Übernahme kämen die Inhalte und Kunden von HBO Max hinzu, das mit rund 128 Millionen Nutzern zu den größten Plattformen im Markt gehört. Die Kombination aus Netflix-Originalen und HBO-Inhalten könnte den Content-Vorsprung im Wettbewerb deutlich vergrößern und die Verhandlungsmacht gegenüber Konsumenten wie Produzenten stärken.

Fundamental ist das Kerngeschäft robust: Der Jahresumsatz liegt bei rund 45 Milliarden US‑Dollar, und das Management peilt für 2026 eine operative Marge von 31,5 % an. Zudem hat sich der strategische Schwenk zu einem werbefinanzierten Abo-Modell ausgezahlt. Die 2022 eingeführte werbeunterstützte Stufe hat die Reichweite in preissensitiven Haushalten erhöht und neue Erlösquellen erschlossen. Die Werbeumsätze sind 2024 bereits stark gestiegen und lagen 2025 bei über 1,5 Milliarden US‑Dollar. Co‑CEO Greg Peters rechnet damit, dass dieses Geschäft bis 2026 nochmals auf rund 3 Milliarden US‑Dollar zulegen kann.

Netflix Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Welche Risiken birgt der Netflix Merger regulatorisch und finanziell?

Mit dem Netflix Merger rücken nun allerdings die Wettbewerbshüter in den Mittelpunkt. In den USA wächst der politische Widerstand gegen eine weitere Marktkonzentration im Streaming. Der Vorsitzende eines wichtigen kartellrechtlichen Unterausschusses im Senat hält es für wahrscheinlich, dass der Zusammenschluss den Wettbewerb erheblich einschränken könnte. Co‑CEO Ted Sarandos muss sich deshalb in Anhörungen kritischen Fragen dazu stellen, ob der Deal Preissteigerungen für Verbraucher und Nachteile für kleinere Wettbewerber nach sich ziehen könnte.

Fällt die Entscheidung der Behörden negativ aus, könnte der Netflix Merger komplett scheitern oder nur unter strengen Auflagen zustande kommen. Aus Marktsicht wäre ein Scheitern nicht zwangsläufig negativ: Ein Teil des jüngsten Kursdrucks wird ausdrücklich auf die Übernahmepläne zurückgeführt. Manche Investoren hoffen, dass ein Abbruch des Deals den Kurs entlastet, da die Schuldenaufnahme wegfallen und die Kapitalstruktur von Netflix stabiler bleiben würde. Historische Analysen zeigen zudem, dass viele sehr große Übernahmen langfristig eher Wert vernichten, was die Skepsis gegenüber dem Schritt verstärkt.

Wie attraktiv ist Netflix fundamental trotz der Fusionspläne?

Trotz der Unsicherheit um den Netflix Merger argumentieren optimistischere Anleger, dass die Aktie im Vergleich zu den vergangenen Jahren wieder vernünftiger bewertet ist. Nach dem Rückgang notiert Netflix beim etwa 27‑fachen der für 2026 erwarteten Gewinne, während Analysten das langfristige Gewinnwachstum auf rund 21 % pro Jahr schätzen. Sollte das Unternehmen seine Margenziele erreichen, die Werbeerlöse wie geplant verdoppeln und die globale Streaming-Nutzung weiter ausbauen – aktuell beansprucht Netflix nach eigenen Schätzungen weniger als 10 % der gesamten TV‑Sehzeit in den wichtigsten Märkten –, könnte sich das heutige Kursniveau für langfristige Investoren als Einstiegsgelegenheit erweisen.

Für kurzfristig orientierte Anleger dominiert jedoch das Risiko: Die Aktie notiert nahe dem 52‑Wochentief, das Chartbild bleibt angeschlagen und der Ausgang der kartellrechtlichen Prüfungen ist völlig offen. Zugleich wächst der operative Druck, etwa durch einen Boykott deutscher Synchronsprecherverbände wegen Vertragsklauseln zur Nutzung von Sprachaufnahmen für KI‑Training, der die Content-Produktion in wichtigen Märkten verkomplizieren kann.

Fazit

Der geplante Netflix Merger mit Warner Bros. Discovery stellt einen der größten und riskantesten Schritte in der Geschichte von Netflix, Inc. dar. Langfristige Anleger müssen abwägen, ob die potenziellen strategischen Synergien und Wachstumschancen die hohe Verschuldung und die kartellrechtlichen Stolpersteine rechtfertigen. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung wird sein, ob das Management den Regulierern überzeugend darlegt, dass der Netflix Merger den Wettbewerb nicht zerstört – und ob Anleger dem Konzern nach der Kurskorrektur wieder mehr Vertrauen schenken.