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Rheinmetall Prognose: -7% Absturz oder Chance?

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Die Aktie der Rheinmetall AG gerät nach der neuen Prognose für 2025 und dem ersten Ausblick auf 2026 kräftig unter Druck. Anleger fragen sich, ob der Kursrutsch von rund 7 Prozent ein Warnsignal für weitere Verluste ist – oder eine Gelegenheit, um bei der DAX-Rüstungsaktie günstiger einzusteigen. Im Fokus stehen nun die aktualisierten Umsatzziele, die Reaktionen der Analysten und die Rolle geopolitischer Entwicklungen für die weitere Kursentwicklung.

Rheinmetall Prognose im Fokus mit Aktie und Rüstungsprodukt als Symbol für fallenden Kurs und langfristige Chancen
Erwähnte Aktien
RHM
Schlusskurs 1.562,50€ -6,97% 05.02.26 11:29 Uhr
Rheinmetall AG

Rheinmetall Prognose: Was verunsichert die Anleger?

Auslöser der Verkaufswelle ist eine präzisierte Rheinmetall Prognose für das Geschäftsjahr 2025 sowie eine erste Umsatzaussage für 2026. Für 2025 stellt Rheinmetall AG nun einen Umsatz von rund 13,6 Milliarden Euro in Aussicht. Damit liegt das Management etwa zwölf Prozent unter den bisherigen Markterwartungen, die sich auf Datendiensten wie Visible Alpha ablesen lassen. Noch stärker ins Gewicht fällt, dass die Tonlage im Analystencall eher vorsichtig ausfiel, obwohl der Konzern weiterhin von einem robusten Wachstum des Verteidigungsgeschäfts ausgeht.

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Für 2026 nennt Rheinmetall einen operativen Umsatzkorridor von 15 bis 16 Milliarden Euro. Dabei verweist das Management auf einen Konsolidierungseffekt von rund zwölf Prozent, der den berichteten Umsatz um etwa 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro drücken dürfte. Gleichzeitig bestätigt der Konzern für das Verteidigungssegment 2025 ein Wachstum von 30 bis 35 Prozent bei einer operativen Marge von 18,5 bis 19 Prozent sowie einer Cash Conversion deutlich über 50 Prozent. Dennoch dominiert an der Börse zunächst die Enttäuschung darüber, dass die neue Rheinmetall Prognose klar hinter den ambitionierten Erwartungen vieler Investoren zurückbleibt.

Rheinmetall: Wie reagieren die Analysten?

Besonders deutlich fällt die Reaktion der großen Investmentbanken aus. Die US-Bank JPMorgan hat ihr Kursziel für die Aktie von Rheinmetall von 2.250 auf 2.130 Euro gesenkt, behält aber das Rating „Overweight“ bei. Analyst David Perry kürzte seine Gewinnschätzungen bis 2030 um bis zu 14 Prozent und begründet dies mit einem schwieriger als erwartet verlaufenden Produktionshochlauf. Gleichzeitig betont er jedoch, dass er weiterhin von einem außergewöhnlich starken Umsatz- und Ergebniswachstum in den kommenden fünf Jahren ausgeht und die Bewertung der Aktie trotz Rücksetzer als attraktiv einstuft.

Auch die Investmentbank Jefferies reagierte und reduzierte ihr Kursziel für Rheinmetall von 2.170 auf 2.060 Euro, die Einstufung „Buy“ bleibt aber bestehen. Analystin Chloe Lemarie verweist auf die nun kommunizierten Umsätze für 2025 und die Erlöserwartungen 2026, die klar unter den bisherigen Konsensschätzungen liegen. Zudem deuteten die Aussagen zur Profitabilität auf ein operatives Ergebnis unter Markterwartung hin. Die Mehrheit der Analysten bleibt trotz der Anpassungen positiv: Laut Erhebungen von Bloomberg empfehlen 24 von 28 Experten weiterhin den Kauf der Aktie, einige – darunter UBS und Morgan Stanley – sehen Kursziele von bis zu 2.500 Euro.

Rheinmetall AG Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Rheinmetall AG: Rolle von Geopolitik und Charttechnik

Neben der neuen Rheinmetall Prognose spielen auch geopolitische Faktoren eine Rolle. Die laufenden Gespräche zwischen Russland und der Ukraine in Abu Dhabi nähren Hoffnungen auf einen möglichen Waffenstillstand. Schon die Aussicht auf diplomatische Fortschritte reicht aus, um Rüstungswerte wie Rheinmetall, Hensoldt, Renk und TKMS unter Druck zu bringen. Marktteilnehmer verweisen darauf, dass ein nachhaltiger Rückgang der Kriegsintensität mittelfristig die Dynamik im Auftragsgeschäft bremsen könnte – auch wenn die NATO-Staaten weiterhin hohe Investitionsbedarfe in ihre Verteidigungsfähigkeiten haben.

Charttechnisch wirkt das Bild angeschlagen: Die Aktie von Rheinmetall AG ist unter die viel beachtete 200-Tage-Linie gefallen und notiert mit 1.562,50 Euro deutlich unter dem Vortagesschluss von 1.679,50 Euro, was einem Minus von rund 6,97 Prozent entspricht. Seit Mai vergangenen Jahres bewegt sich der Titel in einer breiten Seitwärtszone, deren Untergrenze nun wieder in Reichweite kommt. Trader sehen im Bruch der gleitenden Durchschnittslinie ein technisches Verkaufssignal, während langfristig orientierte Investoren den Rücksetzer als potenzielle Einstiegsgelegenheit werten könnten.

Rheinmetall Prognose: Chance oder Warnsignal für Anleger?

Im Hintergrund bleibt das strukturelle Wachstumsszenario intakt: Rheinmetall erwartet für die kommenden vier Quartale allein aus Deutschland Aufträge in Höhe von rund 67 Milliarden Euro, inklusive des umfangreichen „Arminius“-Boxer-Pakets. Für 2026 stellt der Konzern einen Auftragseingang von etwa 80 Milliarden Euro und einen Auftragsbestand von rund 135 Milliarden Euro in Aussicht. Insbesondere das Munitionsgeschäft soll bis 2026 von 3,5 auf etwa fünf Milliarden Euro wachsen und bleibt der profitabelste Bereich. Gleichzeitig arbeitet Rheinmetall an der Trennung vom Automotive-Geschäft und meldet, 2025 ohne Nettoverschuldung abgeschlossen zu haben.

Wir erwarten weiterhin ein außergewöhnlich starkes Umsatz- und Gewinnwachstum in den nächsten fünf Jahren, gehen aber nun davon aus, dass der Produktionshochlauf schwieriger wird als ursprünglich angenommen.
— David Perry, Analyst bei JPMorgan
Fazit

Für Anleger bedeutet die aktuelle Rheinmetall Prognose einen Spagat: Kurzfristig dominieren verfehlte Erwartungen, gesenkte Kursziele und charttechnische Schwäche, mittel- bis langfristig stützen jedoch volle Auftragsbücher und hohe Verteidigungsetats das Investment-Case. Wer bereits investiert ist, sollte die kommenden Quartalszahlen und mögliche weitere Anpassungen der Analystenschätzungen genau beobachten. Neueinsteiger können den Rücksetzer nutzen, sollten aber die erhöhte Volatilität und die starke Abhängigkeit von geopolitischen Entwicklungen einkalkulieren.

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