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Coinbase Quartal mit 667 Mio. Dollar Verlust: Warum die Aktie 7,9% einbricht und starke Abo-Erlöse trotzdem Hoffnung machen

ERWÄHNTER TICKER
Schlusskurs 141,09$ -7,90% 12.02.26 22:00 Uhr
Außerbörslich 144,20$ +2,20% 13.02.26 00:27 Uhr
Coinbase

Das aktuelle Coinbase Quartal sorgt für Unruhe am Kryptomarkt: Nach acht profitablen Perioden in Folge rutscht die größte US-Kryptoboerse wieder in die Verlustzone. Gleichzeitig wachsen die wiederkehrenden Abo- und Serviceerloese kraeftig und Rueckkaeufe in Milliardenhoehe stutzen den Aktienkurs. Wie passt das zusammen – und was bedeutet das für Anleger?

Coinbase Quartal: Wie schwach fiel Q4 wirklich aus?

Coinbase Global, Inc. hat im vierten Quartal 2025 einen Nettoverlust von 667 Millionen US-Dollar ausgewiesen und damit eine Serie von acht profitablen Quartalen in Folge beendet. Das Ergebnis je Aktie lag bereinigt bei 0,66 US-Dollar und damit klar unter den zuvor erwarteten rund 0,90 bis 1,15 US-Dollar. Der Markt hatte mit einem Gewinn gerechnet – entsprechend galt das Coinbase Quartal als negative Überraschung.

Der Nettoerlös sank im Jahresvergleich um etwa 21 bis 22 Prozent auf rund 1,78 bis 1,8 Milliarden US-Dollar und blieb damit unter den Konsensschätzungen von etwa 1,83 bis 1,9 Milliarden Dollar. Besonders belastete der Einbruch der Kryptopreise: Bitcoin fiel vom Oktoberhoch um rund 30 Prozent bis Jahresende und im laufenden Jahr bislang um mehr als 25 Prozent, was Handelsvolumen und -erträge deutlich dämpfte und zu Wertberichtigungen auf eigene Kryptobestände führte.

Die Börse reagierte zunächst mit Verkäufen: Die Aktie schloss den regulären Handel bei 141,09 US-Dollar, ein Minus von 7,90 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss von 153,20 Dollar. Nachbörslich erholte sich das Papier jedoch zeitweise um knapp drei Prozent, was zeigt, dass ein Teil der Enttäuschung über das Coinbase Quartal bereits eingepreist war.

Coinbase: Starke Abo-Erlöse als Gegenpol zum Handelsrückgang?

Im Kerngeschäft mit Transaktionsgebühren verzeichnete Coinbase Global, Inc. im vierten Quartal einen deutlichen Rückgang. Die Transaktionsumsätze sanken im Jahresvergleich um fast 37 Prozent auf rund 983 Millionen US-Dollar und blieben damit unter den Erwartungen von etwas über einer Milliarde Dollar. Der anhaltende Krypto-Winter mit scharfen Kurskorrekturen und sinkendem Retail-Interesse traf das Geschäftsmodell unmittelbar.

Positiv entwickelte sich dagegen das Segment Abonnements und Dienstleistungen. Hier erzielte Coinbase im vierten Quartal 727,4 Millionen US-Dollar, ein Plus von gut 13 Prozent zum Vorjahr, wenn auch leicht unter den Prognosen von knapp 750 Millionen Dollar. Auf Jahressicht wuchs dieses Segment auf 2,8 Milliarden US-Dollar, ein Zuwachs von 23 Prozent und mittlerweile fast das Fünfeinhalbfache des Spitzenwerts aus dem Zyklus 2021. Das Management betont, dass inzwischen zwölf Produkte jeweils einen annualisierten Umsatz von über 100 Millionen Dollar erzielen.

Damit verschiebt sich das Profil des Unternehmens weiter weg von volatilen Handelsgebühren hin zu wiederkehrenden Erlösen aus Angeboten wie Coinbase One, Staking, Custody, USDC-Zinserträgen und institutionellen Services. Für das laufende Q1 2026 stellt Coinbase Abo- und Serviceumsätze von 550 bis 630 Millionen US-Dollar in Aussicht – eine Spanne, die zwar niedrigere Kryptopreise und Staking-Renditen reflektiert, aber den strukturellen Wachstumstrend bestätigt. Genau diese Entwicklung macht das aktuelle Coinbase Quartal trotz Verlust für viele Langfristinvestoren interessant.

Coinbase Global, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Coinbase Global, Inc.: Rueckkaeufe, Bitcoin-Käufe und Insiderverkäufe

Parallel zum schwierigen Coinbase Quartal setzt das Management ein aggressives Kapitalrückführungsprogramm um. Coinbase Global, Inc. verfügt über 11,3 Milliarden US-Dollar an liquiden Mitteln und Barmitteläquivalenten und hat im vierten Quartal sowie bis Anfang Februar bereits eigene Aktien im Volumen von 1,7 Milliarden US-Dollar zurückgekauft. Im Januar erweiterte der Verwaltungsrat die Rückkauf- und Schuldentilgungsbefugnis um weitere 2 Milliarden US-Dollar. Zudem hat das Unternehmen seine Bitcoin-Bestände 2025 nach eigenen Angaben etwa verdoppelt.

Diese Maßnahmen stehen im Kontrast zu umfangreichen Insiderverkäufen von CEO Brian Armstrong. Zwischen April 2025 und Januar 2026 veräußerte Armstrong rund 1,5 Millionen Aktien im Gesamtwert von etwa 545 bis 550 Millionen US-Dollar, darunter ein großes Paket zu über 355 Dollar je Aktie im Juni 2025. Auch Cathie Woods Ark Invest reduzierte ihre Position und investierte teilweise in den Wettbewerber Bullish. Die Kombination aus schwachen Kursen, Insiderverkäufen und dem nun gemeldeten Verlust verstärkt die Skepsis mancher Anleger gegenüber dem Coinbase Quartal.

Wie bewerten Analysten das Coinbase Quartal?

Trotz der schwachen Zahlen zum Coinbase Quartal bleiben einige große Häuser zuversichtlich. Goldman Sachs stufte die Aktie jüngst auf „Buy“ hoch und sieht ein Kursziel von rund 303 US-Dollar, gestützt auf das wachsende Ertragspotenzial außerhalb des klassischen Trading-Geschäfts. JPMorgan senkte sein Kursziel zwar von 399 auf 290 US-Dollar, hält aber an der Einstufung „Overweight“ fest und verweist auf den Rückgang der Handelsvolumina und die Abkühlung im Stablecoin-Sektor.

Operativ positioniert sich Coinbase mit der Vision der „Everything Exchange“ breiter: Neben Krypto will das Unternehmen langfristig auch Aktien, Prognosemärkte und tokenisierte Wertpapiere über eine einheitliche Infrastruktur anbieten. Die Einführung von Agentic Wallets für KI-Agenten und das Rekordhoch bei in Coinbase-Produkten gehaltenem USDC unterstreichen diesen Plattformansatz. Rund 12 Prozent aller weltweiten Krypto-Assets lagen 2025 zeitweise bei Coinbase, was die Rolle als zentrale Infrastruktur für den Sektor festigt.

In 2025, more than 12% of all crypto in the world resided on Coinbase. We’re building and connecting more products to facilitate customers doing more with their assets.
— Brian Armstrong, CEO von Coinbase

Fazit

Das Coinbase Quartal bringt einen schmerzhaften Rückschlag bei Gewinn und Umsatz, zeigt aber zugleich die zunehmende Bedeutung stabiler Abo- und Serviceerlöse sowie die finanzielle Stärke für massive Rückkäufe. Für Anleger bleibt die Aktie ein hochvolatiler Spielball der Kryptomärkte, aber auch ein Hebel auf die weitere institutionelle Adoption von Blockchain. Entscheidend wird sein, ob die nächsten Quartale den Übergang zu einem robusteren, weniger zyklischen Geschäftsmodell bestätigen.

Weiterführende Quellen