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Adyen Prognose nach Kurssturz um rund 20 Prozent: Was hinter dem Einbruch steckt und wie es jetzt weitergehen koennte

Die Adyen Prognose sorgt erneut für Unruhe am Markt: Nach einem gesenkten Umsatzausblick rauscht die Aktie des niederlaendischen Payment-Spezialisten deutlich nach unten. Zwar bleiben Margen und Profitabilitaet stark, doch das nachlassende Wachstumstempo im Kerngeschaeft verunsichert viele Anleger. Wie ernst ist der Einbruch zu nehmen, was sagen Analysten – und welche Perspektiven hat Adyen mittelfristig noch?

Adyen Prognose: Was hat den Kurssturz ausgelöst?

Im Zentrum der Turbulenzen steht die aktualisierte Adyen Prognose für das Umsatzwachstum. Der Zahlungsdienstleister erwartet für das laufende Jahr einen Nettoumsatzanstieg von lediglich 20 bis 22 Prozent auf konstanter Währungsbasis. Zuvor hatte das Management ein Plus im niedrigen bis mittleren 20-Prozent-Bereich in Aussicht gestellt, während Analysten im Schnitt mit rund 22,8 Prozent gerechnet hatten. Parallel dazu signalisiert das Unternehmen, dass die operative Marge 2026 in etwa auf dem Vorjahresniveau verharren dürfte.

Die Börse reagiert heftig: Die Aktie von Adyen N.V. fällt an der Amsterdamer Börse in der Spitze auf etwa 920 Euro und damit auf den tiefsten Stand seit Ende 2023. Zwischenzeitlich summiert sich das Minus auf rund 20 Prozent, womit der Titel zu den größten Verlierern im EuroStoxx 50 zählt. Auslöser ist weniger die Profitabilität als das nachlassende Wachstumsmomentum im Kerngeschäft.

Adyen: Zahlen stark – Wachstumstempo schwächer

Operativ liefert Adyen durchaus respektable Ergebnisse. Der bereinigte Erlös legte im Gesamtjahr um 21 Prozent auf 2,36 Milliarden Euro zu. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg sogar um 26 Prozent auf 1,25 Milliarden Euro, die Marge erreichte kräftige 53 Prozent. Im zweiten Halbjahr 2025 wuchs der Nettoumsatz um 17 Prozent auf 1,27 Milliarden Euro, damit knapp unter den Markterwartungen.

Beim Transaktionsvolumen zeigt sich jedoch ein Riss im Wachstumsbild: Das verarbeitete Zahlungsvolumen erhöhte sich im zweiten Halbjahr um 19 Prozent auf 745 Milliarden Euro und blieb damit unter Schätzungen von rund 771 Milliarden Euro. Analysten verweisen darauf, dass zwar höhere Gebühren pro Transaktion einen Teil ausgleichen, Investoren das schwächere Volumenwachstum aber als Zeichen einer abflauenden Dynamik deuten. Besonders das Geschäft mit Online-Händlern im asiatisch-pazifischen Raum wächst mit nur 14 Prozent langsamer, während EMEA und Nordamerika um jeweils 17 Prozent zulegen.

Adyen Prognose unter Druck: Was sagen die Analysten?

Die neue Adyen Prognose für Umsatz und Marge sorgt quer durch das Analystenlager für Zurückhaltung. JPMorgan betont zwar, dass die präsentierten Zahlen besser als erwartet ausgefallen seien, weist aber darauf hin, dass der Ausblick klar unter den bisherigen Erwartungen liege. Goldman Sachs – konkret Analyst Mohammed Moawalla – rechnet damit, dass die Konsensschätzungen für das Ebitda nun im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich nach unten angepasst werden.

Die Citigroup verweist auf das schwächere Zahlungsvolumen und die nur moderaten Fortschritte bei der Profitabilität und sieht darin eine Erklärung für die scharfe Marktreaktion, auch wenn der langfristige Investment-Case intakt bleiben könnte. Barclays spricht von „schwächeren als erwarteten“ Kennzahlen, betont aber ebenso, dass das Geschäftsmodell strukturell attraktiv bleibe. Insgesamt dominiert kurzfristig die Sorge, dass Adyen in einem ohnehin nervösen Payment-Sektor weniger Spielraum für positive Überraschungen hat.

Adyen: Wie geht es für den Payment-Giganten weiter?

Trotz der eingetrübten Adyen Prognose setzt das Management auf langfristiges Wachstum. Bis 2028 soll die Marge auf über 55 Prozent steigen, getragen von Skaleneffekten und einem weiter wachsenden Transaktionsvolumen. Kurzfristig drücken jedoch mehrere Faktoren auf die Stimmung: ein schwächerer US-Dollar, der rund 27 Prozent des Umsatzes aus Nordamerika belastet, eine abkühlende Konsumnachfrage in den USA sowie geringeres Wachstum bei Kunden im asiatisch-pazifischen Raum.

Positiv ist, dass Adyen seine Position im stationären Handel ausbaut: Das über Terminals abgewickelte Volumen stieg zuletzt um 26 Prozent auf 173 Milliarden Euro, gestützt durch Partnerschaften mit Großkunden wie Starbucks und Uber. Gleichzeitig investiert der Konzern kräftig in Personal – geplant sind 550 bis 650 neue Mitarbeiter, vor allem in den USA und globalen Tech-Hubs. Für Anleger bedeutet der Kurssturz: Die Bewertung ist deutlich gefallen, bleibt aber eng mit der Glaubwürdigkeit der Adyen Prognose verknüpft. Wer einsteigt, wettet darauf, dass der aktuelle Wachstumsdämpfer vorübergehend ist und das Management seine mittelfristigen Ziele tatsächlich erreicht.

Ein Teil unseres Wachstums kommt vom Wachstum unserer eigenen Kunden.
— Ethan Tandowsky, CFO von Adyen

Fazit

Die gesenkte Adyen Prognose hat einen regelrechten Kurs-Schock ausgelöst, obwohl der Zahlungsdienstleister weiterhin profitabel und zweistellig wächst. Für kurzfristig orientierte Anleger überwiegen vorerst die Risiken, doch langfristig könnte der Mix aus starker Marktposition, wachsendem Zahlungsvolumen und bestätigter Margenstrategie Chancen eröffnen. Entscheidend wird sein, ob Adyen in den kommenden Quartalen beweist, dass die aktuelle Verlangsamung nur eine Pause in der Wachstumsstory ist.

Weiterführende Quellen