Alphabet Inc. schaltet im KI-Wettlauf in den Turbo: Der Google-Mutterkonzern will seine Investitionen in Rechenzentren und Chips bis 2026 nahezu verdoppeln. Während die Umsätze und Gewinne neue Rekorde erreichen, reagiert die Börse zunächst mit Skepsis – die Alphabet-Aktie gibt nach. Was steckt hinter den massiven Alphabet KI-Investitionen, wie belastbar ist das Wachstum und was bedeutet der CapEx-Sprung für Anleger?
Alphabet KI-Investitionen: Wie groß ist der Sprung wirklich?
Alphabet Inc. hat mit seinem Ausblick für 2026 ein deutliches Zeichen im KI-Wettlauf gesetzt. Der Konzern rechnet mit Kapitalausgaben zwischen 175 und 185 Milliarden US-Dollar, nach rund 91 Milliarden im Jahr 2025. Der Schwerpunkt dieser Alphabet KI-Investitionen liegt klar auf KI-Rechenzentren und High-End-Chips, um die Nachfrage nach Modellen wie Gemini zu bedienen. Damit reiht sich Alphabet in eine Investitionsoffensive der Tech-Giganten ein: Gemeinsam mit Amazon, Meta und Microsoft summieren sich die geplanten KI-Ausgaben der Branche auf etwa 650 Milliarden Dollar im Jahr 2026.
An der Wall Street sorgte diese Ankündigung für einen Stimmungsumschwung. Direkt nach den Zahlen rutschte die Alphabet-Aktie im nachbörslichen Handel um fast fünf Prozent ab. Im regulären Handel notiert die Aktie aktuell bei 325,29 US-Dollar, ein Rückgang von 1,83 Prozent gegenüber dem Vortag. Der gesamte Tech-Sektor leidet unter der wachsenden Furcht vor einer KI-Blase, was sich in einem breiten Ausverkauf bei Big Tech widerspiegelt.
Alphabet: Zahlen stark, Stimmung schwach?
Operativ präsentierte Alphabet ein sehr robustes Bild. Im vierten Quartal 2025 stieg der Umsatz auf 113,83 Milliarden US-Dollar, der Gewinn je Aktie auf 2,82 Dollar – beide Werte übertrafen die Analystenschätzungen. Auf Jahressicht überschritt der Konzern erstmals die Marke von 400 Milliarden Dollar Umsatz, der Quartalsgewinn kletterte um 30 Prozent. CEO Sundar Pichai verwies auf explosionsartiges Wachstum der Gemini-3-Modelle mit hunderten Millionen aktiven Nutzern und Milliarden verarbeiteter Tokens pro Minute.
Besonders dynamisch entwickelte sich Google Cloud: Die Sparte legte im vierten Quartal um 48 Prozent auf 17,7 Milliarden Dollar zu, bei deutlich verbesserten Margen von über 30 Prozent. Auch das klassische Suchgeschäft zeigte sich widerstandsfähig – die Werbeerlöse aus Google Search stiegen um gut 16 Prozent, getrieben von KI-Funktionen wie AI Overviews. Damit wird deutlich, dass die bisherigen Alphabet KI-Investitionen bereits messbar zu höherem Umsatz und Profitabilität beitragen.
Trotz dieser Zahlen lastet der massive CapEx-Sprung auf der Bewertung. Anleger fragen sich, ob Ausgaben, die zeitweise über dem aktuellen Gewinnniveau liegen, die Margen zu stark belasten könnten. Parallel ziehen indirekte Profiteure wie Broadcom an, deren Aktie nach den Alphabet-Plänen deutlich zulegte, da der Chiphersteller maßgeblich von der Ausrüstungswelle in KI-Rechenzentren profitiert.

Alphabet: Was sagen die Analysten?
Während kurzfristige Investoren nervös reagieren, bleiben viele Analysten klar auf der Käuferseite. Wedbush erhöhte das Kursziel für Alphabet auf 370 US-Dollar und bestätigte das Rating „Outperform“. Die Experten sehen in den Alphabet KI-Investitionen zusätzliche Monetarisierungschancen, insbesondere durch neue Werbeformate im KI-Modus von Search und ersten Anzeigentests innerhalb der Gemini-Plattform.
Auch Needham, Canaccord Genuity und RBC Capital haben ihre Kursziele angehoben, teils bis in eine Spanne von 400 bis 415 US-Dollar. Sie verweisen auf den starken Cloud-Backlog, die wachsende Rolle von Gemini als Basis für Unternehmensanwendungen und die strategische Partnerschaft mit Apple, das seine nächste Siri-Generation auf Geminis Modellen aufbauen will. Parallel berichten Vermögensverwalter wie Grandfield & Dodd von Aufstockungen ihrer Alphabet-Positionen, während andere Adressen wie iA Global Asset Management Teilgewinne mitnehmen – ein Zeichen für eine laufende Neubewertung im Fondsuniversum.
Auch aus Anlegersicht spricht die Bilanzkraft für Geduld: Alphabet verfügt über mehr als 120 Milliarden Dollar an liquiden Mitteln und generiert pro Quartal hohen zweistelligen Milliarden-Free-Cashflow. Damit sind die Alphabet KI-Investitionen finanzierbar, ohne dass die Bilanz ins Risiko gerät.
Alphabet: Chancen und Risiken für Anleger
Die zentrale Unsicherheit bleibt der Zeithorizont, in dem sich die Alphabet KI-Investitionen auszahlen. Kurzfristig drücken höhere Abschreibungen und laufende Betriebskosten auf die Margen. Mittel- bis langfristig könnten jedoch mehrere Wachstumstreiber wirken: ein weiter skalierendes Cloud-Geschäft, KI-gestützte Werbeformate in Search und YouTube sowie neue Erlösquellen aus Gemini im Unternehmensumfeld. Hinzu kommen Optionen wie Waymo im Robotaxi-Markt, die vom steigenden Bedarf an KI-Infrastruktur indirekt profitieren.
Dem gegenüber stehen Risiken: Sollte der KI-Boom abflauen, regulatorischer Druck steigen oder günstige Konkurrenzmodelle von Anbietern wie Anthropic Marktanteile gewinnen, könnten sich die rekordhohen CapEx als zu ambitioniert erweisen. Zudem erhöht die Branchendynamik den Druck, beim Innovationstempo keinen Rückschritt zuzulassen – ein Wettrüsten, das Investoren derzeit kritisch beobachten.
Die Investitionen, die wir in KI tätigen, übersetzen sich bereits heute in starke Performance über das gesamte Geschäft hinweg.
— Anat Ashkenazi, CFO von Alphabet Inc.
Fazit
Für langfristig orientierte Anleger bleibt entscheidend, ob sie Alphabet als einen der strukturellen Gewinner dieses KI-Zyklus sehen. Gemessen an Marktposition, Technologie-Stack und Finanzkraft spricht vieles dafür, dass die Alphabet KI-Investitionen eher den Burggraben verbreitern als die Grundlage für eine Blase zu legen.
Weiterführende Quellen
- Alphabet Inc. (GOOGL) bei Yahoo Finance (Yahoo Finance)
- 5 Reasons to Buy Google Parent Alphabet Stock on the Dip (The Motley Fool)
- Big Tech sees over $1 trillion wiped from stocks as fears of AI bubble ignite sell-off (CNBC)
- Grandfield & Dodd LLC Boosts Stock Position in Alphabet Inc. GOOGL (MarketBeat)