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Amazon Anthropic-Deal: 25-Milliarden-KI-Boom für AWS und Aktie
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Amazon Anthropic-Deal: 25-Milliarden-KI-Boom für AWS und Aktie

ERWÄHNTER TICKER
AMZN Amazon $248.28 -0.91% Schlusskurs: 20.04.26 22:00 Uhr MESZ
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Kann der Amazon Anthropic-Deal AWS zum großen KI-Gewinner machen und der Amazon-Aktie neuen langfristigen Schub geben?

Erwähnte Aktien
AMZN
Schlusskurs 248,28$ -0,91% 20.04.26 22:00 Uhr MESZ
Außerbörslich 254,99$ +2,70% 21.04.26 00:15 Uhr MESZ
Amazon

Warum bewegt der Amazon Anthropic-Deal Amazon?

Der neue Amazon Anthropic-Deal besteht aus zwei Hebeln: Amazon zahlt zunächst 5 Milliarden Dollar und kann später weitere 20 Milliarden Dollar investieren, sofern kommerzielle Meilensteine erreicht werden. Gleichzeitig bindet sich Anthropic eng an AWS und will seine Claude-Modelle über ein Jahrzehnt auf Amazon-Infrastruktur und Trainium-Chips betreiben. Für Amazon ist das mehr als eine Finanzbeteiligung: Es ist ein langfristig planbarer Nachfrageanker für Rechenleistung, Speicher, Netzwerke und eigenes Silizium.

An der Börse kamen die Neuigkeiten gut an. Die Amazon-Aktie schloss bei 248,28 Dollar nach 250,67 Dollar am Vortag, ein Minus von 0,91%. Nachbörslich drehte der Wert jedoch deutlich ins Plus auf 254,99 Dollar, was einem Aufschlag von 2,70% entspricht. Von einem bestätigten neuen Hoch kann dabei keine Rede sein; entscheidend ist vielmehr, dass die Aktie mit dem Deal zusätzlichen Rückenwind für die KI-Story bekommt.

Wie stark profitiert Amazon Web Services?

Für Amazon Web Services könnte der Amazon Anthropic-Deal unmittelbar in Umsatzwachstum übersetzt werden. KeyBanc-Analyst Justin Patterson sieht AWS durch Kapazitätsgewinne, die breitere Verbreitung von KI und neue Kunden in einer starken Position. Besonders relevant ist, dass Anthropics annualisierter Umsatz innerhalb weniger Monate von 9 Milliarden auf 30 Milliarden Dollar gestiegen ist. Wenn AWS einen großen Teil dieser Infrastruktur liefert, steigt die Chance auf ein Quartalswachstum von rund 30% deutlich.

AWS setzte 2025 bereits 128,7 Milliarden Dollar um, ein Plus von 20%. Nun kommen zusätzliche Signale hinzu: Anthropic sicherte sich bis zu 5 Gigawatt Kapazität für Training und Einsatz seiner Modelle und will bis Jahresende fast 1 Gigawatt Trainium2- und Trainium3-Kapazität online bringen. Damit stärkt Amazon nicht nur sein Cloudgeschäft, sondern auch seine Position gegen Microsoft, Google und OpenAI im Rennen um KI-Infrastruktur.

Amazon.com, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - April 2026

Was bedeutet das für Amazons Bewertung?

Bilanzseitig wird der Amazon Anthropic-Deal ebenfalls wichtig. Amazon hatte seit Ende 2023 bereits 8 Milliarden Dollar in Anthropic investiert. Im jüngsten Geschäftsbericht standen zudem 45,8 Milliarden Dollar an wandelbaren Schuldverschreibungen und 14,8 Milliarden Dollar an stimmrechtslosen Vorzugsaktien in Anthropic. Insgesamt ergab sich damit eine Position von 60,6 Milliarden Dollar. Bei der letzten Finanzierungsrunde im Februar wurde Anthropic mit 380 Milliarden Dollar bewertet.

Damit besitzt Amazon nicht nur einen bedeutenden Kunden, sondern auch ein potenziell sehr wertvolles strategisches Asset. Gleichzeitig setzt der Konzern weiter auf eigene Chips. Andy Jassy deutete bereits an, dass Trainium perspektivisch auch an Dritte verkauft werden könnte. Das wäre ein zusätzlicher Wachstumspfad neben AWS. Im Wettbewerb mit NVIDIA ist das relevant, weil kundenspezifische Chips günstiger und effizienter für bestimmte Workloads sein können.

Was erwarten Analysten jetzt von Amazon?

Vor den Zahlen am 29. April steigt der Optimismus. Bank of America bleibt positiv und sieht ein Kursziel von 298 Dollar. Die Bank erwartet, dass Amazon die Markterwartungen bei Umsatz und operativer Entwicklung übertreffen kann. KeyBanc ist ebenfalls konstruktiv und nennt sogar ein Kursziel von 325 Dollar. Beide Häuser verweisen vor allem auf stärkere AWS-Dynamik durch KI, auch wenn höhere Investitionen und Belastungen wie Treibstoffkosten oder das Satellitenprojekt Leo die Marge zeitweise drücken könnten.

Der Amazon Anthropic-Deal verstärkt damit genau die Erzählung, auf die Anleger derzeit achten: mehr KI-Nachfrage, mehr Auslastung für AWS und bessere Monetarisierung der hauseigenen Chipstrategie. Wenn sich das in den anstehenden Quartalszahlen bestätigt, könnte Amazon im Kreis der großen Technologiewerte wieder zu den stärkeren Titeln zählen. Für Anleger bleibt AWS der Schlüssel – und Anthropic der vielleicht wichtigste Beschleuniger.

Wie beeinflusst das die Amazon-Aktie?

Anthropic’s commitment to run its large language models on AWS Trainium for the next decade reflects the progress we’ve made together on custom silicon.
— Andy Jassy
Fazit

Wer Amazons KI-Strategie im größeren Zusammenhang verfolgen will, sollte auch den früheren Infrastrukturvorstoß beim Satellitengeschäft beachten: Die Analyse zur Amazon Globalstar-Übernahme zeigt, wie breit der Konzern seine Zukunftsplattformen ausbaut. Im Mobilitäts- und Lieferumfeld lohnt zudem ein Blick auf den Uber-Delivery-Hero-Deal, weil dort ebenfalls Milliarden in skalierbare Technologie- und Netzwerkmodelle fließen.

Maik Kemper
Über den Autor
Maik Kemper

Finanzjournalist und Trader mit über 10 Jahren Erfahrung an den Märkten. Spezialisiert auf Aktienanalyse, Forex und makroökonomische Zusammenhänge.