Kann der gigantische AMD Meta-Deal über Milliarden und Gigawatt KI-Leistung den aktuellen Kursrutsch der Aktie überstrahlen?
Was steckt hinter dem AMD Meta-Deal?
Im Rahmen des AMD Meta-Deal verpflichtet sich Meta, über fünf Jahre hinweg Rechenzentrums-Hardware von AMD zu beziehen – vor allem KI-Beschleuniger der Instinct-Serie sowie EPYC-Serverprozessoren. Das Volumen der Vereinbarung beläuft sich auf bis zu 60 Milliarden US-Dollar, womit sich Meta langfristig Kapazitäten für seine KI-Offensive sichert. Parallel erhält der Facebook-Konzern Optionsscheine auf bis zu 160 Millionen AMD-Stammaktien, die bei Erreichen bestimmter technischer, kommerzieller und kursbezogener Meilensteine nach und nach ausgeübt werden können.
AMD wird zunächst 1 Gigawatt an GPU-Leistung liefern, die erste Tranche der Optionsscheine wird genau an diesem Schwellenwert fällig. In weiteren Schritten soll die Kapazität auf bis zu 6 Gigawatt steigen. Die GPU-Systeme basieren auf der kommenden Instinct MI450-Generation und werden in der zweiten Jahreshälfte 2026 in Betrieb gehen. Sie sind auf die spezifischen KI-Workloads von Meta optimiert, insbesondere auf Inferenz, also das Ausführen bereits trainierter Modelle.
Wie profitiert AMD operativ von Meta?
Der AMD Meta-Deal geht weit über eine reine Liefervereinbarung hinaus. Beide Unternehmen stimmen ihre Roadmaps für GPU- und CPU-Silizium, Systeme und Software eng aufeinander ab. Herzstück der Infrastruktur ist die gemeinsam im Rahmen des Open Compute Project entwickelte Helios Rack-Scale-Architektur, in der Instinct-GPUs mit EPYC-CPUs kombiniert werden. Zum Einsatz kommen dabei insbesondere die EPYC-Prozessoren der 6. Generation mit den Codenamen „Venice“ und „Verano“, die für maximale Leistung pro Dollar und pro Watt in Metas Rechenzentren ausgelegt sind.
Finanziell erwartet AMD nach eigenen Angaben ein substanzielles, mehrjähriges Umsatzwachstum aus der Kooperation, das die Non-GAAP-Gewinne pro Aktie steigern soll. CFO Jean Hu betont, dass die leistungsabhängige Struktur die Interessen von AMD und Meta eng verknüpfe und Anreize für eine schnelle Skalierung der KI-Plattformen setze. Der Deal folgt auf eine ähnliche Vereinbarung mit OpenAI und unterstreicht den strategischen Anspruch von AMD, im Markt für KI-Beschleuniger zu Hauptkonkurrent NVIDIA aufzuschließen.

Wie reagiert die Börse auf AMD und Meta?
Die Börse feiert den AMD Meta-Deal: Nach einem Schlusskurs von 196,60 US-Dollar am Vortag liegt die Aktie vorbörslich bei rund 215,76 US-Dollar, ein Plus von knapp 10 %. In der Spitze wurden im frühen Handel Ausschläge von bis zu 14 % gemeldet. Damit nähert sich AMD erneut seinen jüngsten Hochs, ohne dass jedoch von einem neuen Allzeithoch gesprochen werden kann, solange der Kurs nicht klar über den bisherigen 52-Wochen-Spitzenwert hinausschießt.
Auch das Analystenlager hatte AMD bereits im Vorfeld stark im KI-Kontext positioniert. Häuser wie Goldman Sachs, Morgan Stanley, Citigroup und RBC Capital Markets zählen den Konzern seit Monaten zu den zentralen Profiteuren der wachsenden KI-Investitionen der Hyperscaler. Der AMD Meta-Deal stützt diese These und könnte in den kommenden Tagen zu erneuten Kurszielanhebungen führen, insbesondere da sich AMD nun gleich mit mehreren Schwergewichten der Branche über mehrjährige Lieferrahmenverträge abgesichert hat.
Was bedeutet der AMD Meta-Deal für den KI-Chip-Markt?
Strategisch setzt der AMD Meta-Deal ein klares Signal im Wettlauf mit NVIDIA. Meta hatte erst vor wenigen Tagen angekündigt, in den nächsten Jahren Millionen von NVIDIA-GPUs in seine KI-Plattformen zu integrieren. Die Kooperation mit AMD ergänzt dieses Setup und reduziert die Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter – ein wichtiger Punkt angesichts weltweiter Engpässe bei Hochleistungs-Chips.
Für AMD ist Meta nach OpenAI ein weiterer prominenter Ankerkunde, der die Auslastung künftiger Produktgenerationen wie MI450 über Jahre hinweg sichert. Zudem dürfte die enge Co-Entwicklung, etwa bei auf Inferenz optimierten GPUs und maßgeschneiderten EPYC-CPUs, zu technologischen Vorteilen führen, die AMD auch bei anderen Kunden vermarkten kann. Angesichts eines erwarteten KI-Investitionsvolumens der großen Tech-Konzerne von über 600 Milliarden US-Dollar in diesem Jahr stärkt der Deal die Position von AMD im Zentrum dieser Kapitallawine.
Diese mehrjährige, generationsübergreifende Zusammenarbeit stellt AMD in den Mittelpunkt des globalen KI-Ausbaus.
— Dr. Lisa Su, CEO von AMD
Fazit
Der AMD Meta-Deal verankert AMD als Schlüsselzulieferer in einer der größten KI-Implementierungen der Branche und schafft hohe, mehrjährige Umsatzvisibilität. Für Anleger erhöht sich damit die Glaubwürdigkeit des Wachstumsnarrativs im KI-Geschäft deutlich. Entscheidend wird nun sein, ob AMD die ambitionierten Liefer- und Technologie-Meilensteine erreicht – gelingt das, könnte die Aktie von einer anhaltend starken KI-Nachfrage weiter profitieren.
Weiterführende Quellen
- Advanced Micro Devices (AMD) Kursübersicht (Yahoo Finance)
- AMD clinches second mega chip supply deal, this time with Meta (Reuters)
- Meta and AMD just announced another blockbuster chip deal (Business Insider)
- AMD Stock Surges After AI Chip Maker Agrees Meta Deal (Barron’s)

