Warum belastet ein gescheitertes Novartis-Studienergebnis die Amgen-Aktie so stark und was bedeutet das für die zukünftige Pipeline des Biotech-Riesen?
Novartis-Studienergebnis schockt den Markt
Die Nachricht, dass das experimentelle Herz-Kreislauf-Medikament Pelacarsen von Novartis in einer Phase-III-Studie sein primäres Ziel nicht erreichte, schlug am Dienstag Wellen an der Börse. Obwohl Pelacarsen die Lp(a)-Werte senken konnte – ein Lipidpartikel, das mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle in Verbindung gebracht wird – gelang es dem Medikament nicht, kardiovaskuläre Ereignisse im Vergleich zu einem Placebo zu reduzieren. Dieser Fehlschlag ist besonders brisant für Amgen, da das Unternehmen mit Olpasiran ein eigenes Präparat in der Entwicklung hat, das ebenfalls auf die Reduzierung von Lipoprotein(a) abzielt und sich in der entscheidenden Phase-III-Studie OCEAN(a)-Outcomes befindet.
Cantor-Analyst Carter Gould wies darauf hin, dass der Markt für das Novartis-Präparat bereits eine Erfolgswahrscheinlichkeit von über 65 Prozent eingepreist hatte. Der Rückschlag entzieht den Investoren die Annahme, dass eine starke Lp(a)-Senkung automatisch zu weniger Herzereignissen führt. Obwohl Olpasiran ein anderes Wirkprinzip nutzt und möglicherweise auf andere Patientengruppen abzielt, sehen Anleger nun die Risiken für das eigene Amgen Studienergebnis erhöht.
Wie reagieren Analysten auf das Amgen Studienergebnis-Umfeld?
Parallel zu den Nachrichten von Novartis sorgte eine Herabstufung durch BMO Capital für zusätzlichen Druck auf die Amgen-Aktie. BMO Capital senkte das Rating für Amgen von „Outperform“ auf „Market Perform“, beließ das Kursziel jedoch unverändert bei 450 US-Dollar. Die Begründung für die Herabstufung lag unter anderem in dem starken Kursanstieg von rund 34 Prozent seit Jahresbeginn, der sowohl den breiteren Markt als auch den Pharmasektor übertroffen hatte. Laut BMO Capital sei die kommerzielle Umsetzung nun im Kurs eingepreist, und Risiken durch auslaufende Patentschutzfristen würden eine weitere Bewertung erfordern. Auch Cantor Fitzgerald bestätigte sein „Neutral“-Rating für Amgen und hielt an einem Kursziel von 400 US-Dollar fest.
Die Amgen-Aktie (AMGN) verzeichnete im vorbörslichen Handel einen Rückgang von über 5 Prozent und setzte diesen Trend auch im regulären Handel fort. Mit einem Kurs von 397,55 US-Dollar liegt die Aktie deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 447,03 US-Dollar, das erst Anfang September erreicht wurde. Derzeit handelt die Aktie mit einem Minus von 3.90% gegenüber dem Vortagesschlusskurs von 437,23 US-Dollar.
Was bedeutet dies für Amgens Pipeline und zukünftige Studien?
Der Fehlschlag von Novartis wirft einen Schatten auf die gesamte Wirkstoffklasse der Lp(a)-senkenden Therapien. Für Amgen bedeutet dies, dass das kommende Amgen Studienergebnis für Olpasiran, das Mitte 2028 erwartet wird, unter noch genauerer Beobachtung stehen wird. Investoren werden genau prüfen, ob Olpasiran nicht nur die Lp(a)-Werte senkt, sondern tatsächlich einen klinisch relevanten Nutzen in Bezug auf die Reduzierung von Herzinfarkten und Schlaganfällen bietet. Das Unternehmen hat betont, dass die Novartis-Studie den Ausgang der OCEAN(a)-Outcomes-Studie von Amgen nicht vorwegnimmt, da unterschiedliche Ansätze und möglicherweise Patientengruppen zum Einsatz kommen.
Positivere Nachrichten gab es derweil von einer anderen Front: In Zusammenarbeit mit AstraZeneca konnte Amgen positive Interimsanalysen der Phase-III-Studie DeLLphi-305 für die Kombination von Imfinzi und Amgens Tarlatamab (Imdelltra) bei kleinzelligem Lungenkrebs präsentieren. Diese Kombination zeigte eine statistisch signifikante Verbesserung des Gesamtüberlebens im Vergleich zu Imfinzi allein. Diese Ergebnisse, die auch sekundäre Endpunkte wie progressionsfreies Überleben und objektive Ansprechrate erfüllten, könnten einen wichtigen Lichtblick für Amgens diversifiziertes Produktportfolio darstellen, während die Unsicherheit um das Amgen Studienergebnis für Olpasiran bestehen bleibt.
„Da der Markt bereits eine Erfolgswahrscheinlichkeit von über 65 Prozent einpreist, überrascht es uns nicht, dass die Aktie fällt.“— Cantor-Analyst Carter Gould
Das enttäuschende Studienergebnis eines Herz-Kreislauf-Medikaments von Novartis hat die Amgen-Aktie stark belastet und die Erwartungen an das eigene Amgen Studienergebnis für Olpasiran gedämpft. Für Anleger bedeutet dies erhöhte Unsicherheit hinsichtlich der Pipeline im Bereich kardiovaskulärer Therapien, was durch Herabstufungen von Analysten wie BMO Capital verstärkt wird. Die kommenden Phase-III-Daten für Olpasiran werden entscheidend sein, um das Vertrauen des Marktes zurückzugewinnen und die zukünftige Richtung der Amgen-Aktie zu bestimmen.




