KURZ & KNAPP
Apple und Microsoft starten mit leichten Gewinnmitnahmen ins Jahr 2026, während Analyst Dan Ives weiter Wachstum im KI- und Cloud-Segment erwartet. Parallel setzt die Rallye bei Gold und Silber nach dem Rekordjahr 2025 neue Akzente. Hohe Notenbankkäufe und die schwächere Entwicklung des US-Dollar treiben die Edelmetalle. Anleger beobachten gespannt, ob 2026 eine Fortsetzung des Booms bringt.
Neben den US-Tech-Schwergewichten rücken Alphabet, Oracle und Novo Nordisk mit ihren jeweils eigenen KI- und Gesundheitsstories in den Mittelpunkt. Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum tendieren fester. Globale Aktienindizes von S&P 500 bis Hang Seng signalisieren zum Jahresauftakt vorsichtigen Risikoappetit.
In Europa zeigt der DAX 40 zum Start 2026 moderate Gewinne, während der Nikkei 225 und der China A50 von einer verbesserten Stimmung in Asien profitieren. Themen wie die wachsende US-Staatsverschuldung, die künftige Rolle von Fed-Chef Jerome Powell und mögliche Auswirkungen auf die Zinspolitik prägen die Makrolage. Auch der Ausblick für die globale Autoindustrie mit steigenden Neuwagenpreisen bleibt ein wichtiges Diskussionsthema.
DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS
US-Tech-Schwergewichte (AAPL, MSFT) – Kommt 2026 die nächste Rallye-Welle?
Die großen US-Tech-Schwergewichte starten verhalten ins neue Jahr, doch einige Analysten sehen 2026 als weiteres Boomjahr für den Sektor. Die Aktie von Apple (AAPL, $273,02, -0,43%) liegt vorbörslich leicht im Minus, ebenso wie Microsoft (MSFT, $485,85, -0,80%), nachdem die Titel 2025 bereits kräftig gestiegen waren. Tech-Stratege Dan Ives rechnet dennoch damit, dass führende Technologiewerte 2026 noch einmal um rund 20% bis 25% zulegen könnten. Er verweist auf anhaltendes Wachstum in den Bereichen Cloud, Künstliche Intelligenz und Plattform-Geschäftsmodelle, von denen gerade Apple und Microsoft strukturell profitieren dürften. Trotz kurzfristiger Gewinnmitnahmen betrachtet er die aktuellen Rücksetzer eher als Verschnaufpause innerhalb eines längerfristigen Aufwärtstrends.
Bei Apple bleibt der Fokus auf dem Service-Geschäft, das sich zunehmend zu einem margenstarken Wachstumstreiber entwickelt und die Schwankungen im Hardware-Geschäft abfedern soll. Microsoft wiederum profitiert von der starken Position seiner Cloud-Plattform Azure und der tiefen Integration generativer KI in Produkte wie Office und GitHub. Ives sieht die großen US-Tech-Konzerne als zentrale Gewinner der KI-Investitionswelle, die sich mit zunehmender Verbreitung von Enterprise-KI-Anwendungen weiter beschleunigen dürfte. Viele institutionelle Investoren bleiben daher in den «Mega-Caps» engagiert, weil sie in einem Umfeld erhöhter Unsicherheit als defensive Wachstumswerte gelten. Die Kursdellen zum Jahresauftakt werden an der Wall Street vor diesem Hintergrund bislang nicht als Trendwechsel interpretiert.
Für Anleger stellt sich damit vor allem die Frage nach Einstiegspunkten und Gewichtung innerhalb des Tech-Sektors. Sollte sich das optimistische Szenario von Dan Ives bewahrheiten, könnten Pullbacks bei Apple und Microsoft im Laufe des Jahres als Kaufgelegenheiten angesehen werden. Gleichzeitig mahnen die leichten Kursverluste zu Beginn des Jahres zur Vorsicht, da viel Wachstum bereits in die Bewertungen eingepreist ist. Kurzfristig könnten Zinsdebatten und die Unsicherheit um die künftige Besetzung der Federal Reserve für Schwankungen sorgen. Mittel- bis langfristig bleibt die zentrale Frage, wie stark die großen Tech-Konzerne ihre KI-Investitionen in profitables Wachstum ummünzen können – genau darauf setzen optimistische Analysten für 2026.
Gold und Silber (GC=F) – Wie weit trägt die Rekordrallye der Edelmetalle?
Nach einem Ausnahmejahr 2025 setzen Gold und Silber ihre Rallye zum Jahresauftakt 2026 fort. Eine Feinunze Gold (GC=F, $4.383,40, +0,97%) notiert erneut deutlich über 4.300 Dollar, nachdem der Preis im vergangenen Jahr um knapp 65% zugelegt und damit das stärkste Jahresplus seit 1979 erzielt hatte. Kurz vor Weihnachten hatte Gold mit knapp 4.550 Dollar ein Rekordhoch markiert, bevor es zum Jahresende zu Gewinnmitnahmen kam. Silber klettert derweil wieder in Richtung der Marke von 80 Dollar je Unze, nachdem das Metall 2025 um 148% gestiegen war und erstmals die 80-Dollar-Schwelle überschritten hatte. Angetrieben wird der Höhenflug der Edelmetalle vor allem von der Schwäche des US-Dollars, massiven Notenbankkäufen sowie anhaltenden geopolitischen Spannungen.
Analysten verweisen zudem auf die wachsenden Sorgen um die US-Staatsverschuldung, die inzwischen rund 38 Billionen Dollar erreicht, und die nachlassende Nachfrage nach US-Staatsanleihen. Große Notenbanken, insbesondere aus Ländern, die ihre Abhängigkeit vom Dollar reduzieren wollen, schichten ihre Reserven verstärkt in Gold um. Für Silber kommt eine starke industrielle Nachfrage hinzu, etwa aus Elektromobilität, Künstlicher Intelligenz und Rüstungsindustrie, die das Angebot zusätzlich verknappt. Strategen von J.P. Morgan erwarten, dass der Gold-Boom 2026 und 2027 anhalten dürfte und sehen den Preis perspektivisch in Richtung 5.000 Dollar je Unze steigen. Gleichzeitig warnen Marktbeobachter vor der erhöhten Volatilität an Tagen mit dünnem Handel, an denen bereits kleinere Orders zu größeren Ausschlägen führen können – ein Umfeld, in dem Anleger besonders diszipliniert agieren sollten.
Novo Nordisk (NVO) – Ist die Wachstumsstory nach der Kurskorrektur noch intakt?
Die Aktie von Novo Nordisk (NVO, $51,50, -0,66%) hat nach einem Hype-Jahr 2025 deutlich an Höhe verloren. Über die vergangenen zwölf Monate hinweg büßten die Papiere knapp 42% ein, auch wenn sie sich im Dezember mit einem Monatsplus von gut 6% etwas stabilisieren konnten. Der dänische Pharmakonzern, bekannt für seine Medikamente gegen Diabetes und Adipositas, bleibt dennoch ein Kerninvestment für langfristig orientierte Wachstumsinvestoren wie Sustainable Growth Advisers (SGA). In ihrem jüngsten Quartalsbericht betonen die Manager, dass sie weiterhin auf qualitativ hochwertige Wachstumsunternehmen mit stabilen Erträgen und Cashflows setzen – Novo Nordisk zählt für sie weiterhin in diese Kategorie. Die operative Entwicklung des Unternehmens hat sich zuletzt als robuster erwiesen als die Kursbewegung vermuten lässt.
Die deutliche Underperformance der Aktie führen die SGA-Manager eher auf eine Marktrotation in zyklische und niedrig bewertete Werte zurück als auf eine Eintrübung der fundamentalen Perspektiven. Insbesondere die weltweite Nachfrage nach modernen Diabetes- und Adipositas-Therapien bleibt hoch, was langfristig zweistellige Wachstumsraten ermöglichen könnte. Für 2026 stellt sich damit weniger die Frage nach der Stabilität des Geschäftsmodells, sondern vielmehr nach der Bewertung und dem richtigen Einstiegsniveau nach der Korrektur. Institutionelle Investoren wie SGA nutzen derartige Rückgänge häufig, um Positionen in strukturellen Wachstumsstories schrittweise auszubauen. Ob sich diese Strategie auszahlt, hängt entscheidend davon ab, ob Novo Nordisk seine Wachstumsziele im Kerngeschäft in den kommenden Quartalen bestätigen kann.
Alphabet (GOOGL) – Warum bleibt die Google-Mutter Liebling der Großanleger?
Die Aktie von Alphabet (GOOGL, $315,97, -0,27%) startet mit leichten Gewinnmitnahmen ins neue Jahr, nachdem der Titel 2025 um rund 65% zugelegt hatte. Der Marktwert der Google-Mutter lag zum Jahresende 2025 bei rund 3,78 Billionen Dollar, was Alphabet zu einem der wertvollsten Unternehmen der Welt macht. Trotz der jüngsten Konsolidierung bleibt der Konzern ein Kernwert in vielen Wachstumsportfolios institutioneller Investoren. So hebt der Fonds Sustainable Growth Advisers (SGA) in seinem jüngsten Quartalsbericht die starke Position von Alphabet in den Bereichen Online-Werbung, Cloud-Computing und KI hervor. Die Kombination aus hohen Margen im Werbegeschäft und wachsendem Cloud-Segment überzeugt langfristig orientierte Anleger.
Auch die zunehmenden Investitionen in Künstliche Intelligenz, etwa über die Gemini-Modellfamilie und proprietäre TPU-Chips, stärken aus Sicht vieler Großanleger die strategische Position des Konzerns im Technologiewettlauf. Obwohl der starke Kursanstieg 2025 die Bewertung angehoben hat, setzen Investoren weiter darauf, dass Alphabet seine Plattformen erfolgreich monetarisieren und neue Ertragsquellen erschließen kann. Kurzfristige Rücksetzer werden daher bisher eher als Gelegenheit interpretiert, Engagements anzupassen, als als Signal eines fundamentalen Bruchs. Für 2026 steht vor allem im Fokus, wie schnell sich die massiven KI-Investitionen in steigenden Umsätzen und Gewinnen niederschlagen – ein entscheidender Faktor dafür, ob die Aktie ihre Outperformance fortsetzen kann.
Oracle (ORCL) – Bleibt der KI-Infrastruktur-Champion 2026 auf der Erfolgsspur?
Die Aktie von Oracle (ORCL, $197,29, -1,17%) blickt auf ein extrem schwankungsreiches Jahr 2025 zurück. Nach einem Kurssprung von 40% an einem Tag im September, ausgelöst durch starke Cloud-Zahlen und explodierende Auftragsbestände, gab der Kurs bis zum Jahresende sämtliche Gewinne wieder ab. Oracle positioniert sich als einer der zentralen Infrastruktur-Lieferanten der KI-Revolution und hat sich im Cloud-Geschäft hinter den drei großen Hyperscalern als vierter Player etabliert. Der Cloud-IaaS-Umsatz wuchs zuletzt um 68% auf 4,1 Milliarden Dollar im Quartal, was einem Jahresrunrate von rund 16,5 Milliarden Dollar entspricht. Besonders im Fokus steht ein Cloud-Auftragsbestand (RPO) von mehr als 500 Milliarden Dollar, der zu großen Teilen auf den KI-Pionier OpenAI zurückgeht.
Genau diese hohe Kundenkonzentration und die aggressive Schuldenaufnahme zur Finanzierung der Rechenzentrums-Offensive nähren jedoch Zweifel an der Tragfähigkeit der aktuellen Wachstumsstrategie. OpenAI soll allein für rund 300 Milliarden Dollar der Oracle-RPOs stehen, während das Start-up gleichzeitig hohe Verluste und enorme langfristige Ausgabeverpflichtungen schultern muss. Oracle selbst hat seine Bruttoverschuldung im Zuge der Investitionen von 96 auf fast 130 Milliarden Dollar erhöht und zuletzt einen negativen freien Cashflow von rund 10 Milliarden Dollar ausgewiesen. Zwar rechnet das Management langfristig mit attraktiven Margen im KI-spezifischen Cloud-Geschäft, doch der Spielraum für Fehlentwicklungen ist begrenzt. 2026 dürfte damit zum Lackmustest werden, ob der KI-Infrastrukturboom die mutige Wette von Oracle rechtfertigt – oder ob die Risiken aus Schuldenlast und Kundenzentrierung schwerer wiegen.
KURZNEWS
- GC=F – Gold: Der Goldpreis setzt seine Rekordjagd fort und steigt am Morgen in London um rund 55 Dollar auf etwa 4.374 Dollar je Feinunze. Nach einem Jahresplus von rund 65% in 2025 bleibt das Edelmetall damit das dominierende Thema im Rohstoffsektor.
- Silber: Silber verteuert sich zum Jahresstart um mehr als 3% auf 74,02 Dollar je Unze. Damit knüpft das Industriemetall an die fulminante Rally 2025 an, als sich der Preis von etwa 30 auf zeitweise über 80 Dollar mehr als verdoppelte.
- DAX 40: Der deutsche Leitindex DAX 40 steigt am ersten Handelstag 2026 um rund 0,46% auf 24.624 Punkte. Nach einem Zuwachs von 23% im Vorjahr signalisiert der Auftakt anhaltenden Risikoappetit, wenn auch bei dünnem Volumen.
- Hang Seng: Der Hongkonger Leitindex Hang Seng legt um 2,63% auf 26.344 Punkte zu. Die Erholung spiegelt eine verbesserte Stimmung gegenüber chinesischen und asiatischen Aktien wider.
- Nikkei 225: Der japanische Nikkei 225 steigt um 1,65% auf 51.139 Punkte. Der Index profitiert weiter von der starken Performance japanischer Exportwerte und der lockeren Geldpolitik der Bank of Japan.
- China A50: Der China A50-Index gewinnt 1,01% und notiert bei 15.463 Punkten. Anleger setzen damit auf eine Stabilisierung der chinesischen Konjunktur im neuen Jahr.
- S&P 500: Der US-Leitindex S&P 500 steht vorbörslich bei 6.887 Punkten, ein Plus von 0,39%. Nach dem starken Vorjahr bleibt der Fokus auf der künftigen Zinspolitik der Federal Reserve.
- NASDAQ 100: Der Tech-Index NASDAQ 100 gewinnt 0,78% auf 25.501 Punkte. Die Kursentwicklung spiegelt die anhaltende Zuversicht in Wachstumswerte trotz einzelner Gewinnmitnahmen bei Tech-Schwergewichten wider.
- Bitcoin – BTC: Bitcoin (BTC, $89.115,72, +0,83%) nähert sich zum Jahresauftakt der Marke von 90.000 Dollar. Trader beobachten ein neues CME-Futures-Gap nach unten, das kurzfristig für erhöhte Volatilität sorgen könnte.
- ETHUSD – Ethereum: Ethereum (ETHUSD, $3.043,01, +1,82%) steigt mit dem Gesamtmarkt der Kryptowährungen. Der Coin profitiert von der verbesserten Risikostimmung und der Stärke im DeFi- und Smart-Contract-Ökosystem.
- AAPL – Apple: Apple (AAPL, $273,02, -0,43%) startet mit leichten Verlusten ins neue Jahr, bleibt aber ein zentraler Profiteur des KI- und Service-Booms. Analyst Dan Ives traut US-Tech-Werten wie Apple 2026 dennoch zweistellige Kursgewinne zu.
- MSFT – Microsoft: Microsoft (MSFT, $485,85, -0,80%) verbucht zu Handelsbeginn einen moderaten Rücksetzer. Die Aktie steht dennoch im Fokus, da der Konzern mit Azure und KI-Anwendungen zu den wichtigsten Treibern des globalen Tech-Aufschwungs zählt.
- NVO – Novo Nordisk: Novo Nordisk (NVO, $51,50, -0,66%) bleibt nach einem schwachen Jahr 2025 unter Druck. Langfristige Anleger wie Sustainable Growth Advisers sehen die Wachstumsstory im Bereich Diabetes- und Adipositas-Therapien dennoch intakt.
- GOOGL – Alphabet: Alphabet (GOOGL, $315,97, -0,27%) konsolidiert nach einem Kursplus von mehr als 60% im vergangenen Jahr. Institutionelle Investoren setzen weiter auf die starke Marktstellung in Werbung, Cloud und KI.
- ORCL – Oracle: Oracle (ORCL, $197,29, -1,17%) gibt nach seinem volatilen KI-Jahr 2025 zunächst nach. Der hohe Cloud-Auftragsbestand, maßgeblich getrieben durch OpenAI, sorgt gleichzeitig für Chancen und erhebliche Risiken.
- Fed – Jerome Powell: An den US-Märkten wird intensiv spekuliert, ob Jerome Powell nach Ablauf seiner Amtszeit als Fed-Chef im Mai 2026 im Board der Federal Reserve verbleibt. Die Entscheidung könnte entscheidenden Einfluss auf die Unabhängigkeit der Notenbank und die künftige Zinspolitik haben.
- US-Dollar: Devisenexperten der MUFG rechnen damit, dass der US-Dollar im ersten Halbjahr 2026 auf dem aktuell schwächeren Niveau konsolidieren könnte. Diese Entwicklung stützt tendenziell Rohstoffe wie Gold und Silber sowie ausgewählte Schwellenländeranlagen.
- US-Staatsverschuldung: Die wachsende US-Staatsverschuldung von rund 38 Billionen Dollar und ein Haushaltsdefizit von etwa 1,8 Billionen Dollar rücken stärker in den Fokus der Märkte. Viele Investoren fürchten eine langfristige Entwertung des Dollars und suchen Absicherung in Sachwerten wie Gold.
- US-Autoindustrie: Laut Kelley Blue Book könnte der durchschnittliche Neuwagenpreis in den USA in diesem Jahr die Marke von 50.000 Dollar erreichen. Steigende Finanzierungskosten und hohe Basispreise könnten die Nachfrage bremsen und den Druck auf Hersteller-Margen erhöhen.
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