SP500 6.840,53 -0,97%DJ30 48.924,00 -1,40%NAS100 24.696,50 -1,19%GER40 24.999,20 -0,64%EU50 6.117,30 -0,20%BTCUSD 65.348,53 -3,33%ETHUSD 1.883,48 -3,37%VIX 20,88 +2,59% SP500 6.840,53 -0,97%DJ30 48.924,00 -1,40%NAS100 24.696,50 -1,19%GER40 24.999,20 -0,64%EU50 6.117,30 -0,20%BTCUSD 65.348,53 -3,33%ETHUSD 1.883,48 -3,37%VIX 20,88 +2,59%
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thyssenkrupp Quartal mit hohem Verlust: Wie gefährlich werden Stahl-Sanierung und Auftragsflaute für die Aktie?

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12.02.26 12:09 Uhr

ThyssenKrupp AG

Die thyssenkrupp AG hat ein verlustreiches Quartal vorgelegt – und dennoch die Erwartungen beim operativen Ergebnis übertroffen. Hohe Restrukturierungskosten im Stahlgeschäft reißen ein tiefes Loch in die Bilanz, während das bereinigte EBIT zulegt. Anleger fragen sich nun, wie belastbar der Aufwärtstrend der Aktie ist und ob der Konzernumbau tatsächlich auf Kurs liegt.

thyssenkrupp Quartal: Wie groß ist das Loch in der Bilanz?

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 meldet die thyssenkrupp AG einen Nettoverlust von 353 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte das Minus noch bei 51 Millionen Euro gelegen. Analysten hatten im Konsens mit einem Nettogewinn von rund 32 Millionen Euro gerechnet – die tatsächlichen Zahlen verfehlten diese Erwartung damit deutlich. Wichtigster Belastungsfaktor sind Restrukturierungskosten im Stahlsegment Steel Europe in Höhe von 401 Millionen Euro, die direkt auf das Konzernergebnis durchschlagen. Hinzu kommen Wertberichtigungen von 30 Millionen Euro im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf des Kerngeschäfts von Automation Engineering.

Beim Umsatz verzeichnete das thyssenkrupp Quartal einen Rückgang um acht Prozent auf knapp 7,2 Milliarden Euro. Grund sind eine schwächere Nachfrage und niedrigere Preise in wichtigen Endmärkten. Der Auftragseingang sackte sogar um 38 Prozent auf rund 7,7 Milliarden Euro ab. Hier wirkt vor allem der starke Basiseffekt aus dem Vorjahr, in dem Großaufträge beim Marineschiffbauer TKMS die Zahlen deutlich nach oben getrieben hatten.

thyssenkrupp AG: Operativ besser als gedacht?

Trotz der hohen Sondereffekte zeigt sich das operative Geschäft robuster als die Schlagzeile zum Verlust im thyssenkrupp Quartal vermuten lässt. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg um zehn Prozent auf 211 Millionen Euro und lag damit über den Markterwartungen von rund 198 Millionen Euro. CEO Miguel López wertet dies als klares Signal, dass Effizienzprogramme und Kostensenkungen greifen.

Besonders die Stahlsparte lieferte einen starken operativen Beitrag: Steel Europe steigerte das bereinigte EBIT von 168 auf 216 Millionen Euro, obwohl Absatzmengen rückläufig waren. Positive Effekte kamen von gesunkenen Rohstoffkosten und den eingeleiteten Effizienzmaßnahmen. Dennoch wird der Umbau der Sparte weiter massiv auf die GuV drücken, da Rückstellungen für Abfindungen und Strukturmaßnahmen anfallen. Bis 2030 sollen im Stahlbereich bis zu 11.000 der rund 26.000 Stellen abgebaut oder ausgelagert werden.

thyssenkrupp AG Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

thyssenkrupp AG: Wie reagiert die Aktie?

An der Börse sorgten die Zahlen des neuen thyssenkrupp Quartal zunächst für Gewinnmitnahmen. Die Aktie von ThyssenKrupp (TKA.DE) notiert am Donnerstagmittag rund 1,7 Prozent im Minus bei 12,06 Euro, nachdem sie im frühen Handel zeitweise deutlicher abgerutscht war. Damit korrigiert der Kurs einen Teil der kräftigen Rally der vergangenen Monate: Seit Anfang 2025 hatte sich die Aktie mehr als verdoppelt und den MDAX deutlich outperformt.

Charttechnisch bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend intakt. Der Kurs liegt weiterhin klar über der 200-Tage-Linie, die bei knapp 10 Euro verläuft. Kurzfristig setzen aber die Nachrichten zu den hohen Sanierungskosten, dem schwachen Auftragseingang und dem negativen freien Barmittelzufluss Akzente auf der Risiko-Seite. Das spiegelt sich auch im vorsichtigen Ton der Analysten wider.

thyssenkrupp AG: Was sagen die Analysten?

Das besser als erwartete bereinigte EBIT im aktuellen thyssenkrupp Quartal hat zwar Bestätigung gebracht, aber keinen Stimmungsumschwung. Die Investmentbank Jefferies bleibt bei ihrer Einstufung “Hold” für die Aktie und sieht das Kursziel unverändert bei 12,50 Euro. Begründung: Trotz operativer Fortschritte überwiegen aus Sicht der Analysten weiterhin strukturelle Herausforderungen und Unsicherheiten rund um den weiteren Konzernumbau.

Im Fokus steht vor allem die Zukunft des Stahlgeschäfts. Thyssenkrupp verhandelt mit dem indischen Konzern Jindal Steel über einen möglichen Verkauf von Steel Europe. Die laufende Due-Diligence-Prüfung wird als entscheidender Schritt für die strategische Neuausrichtung betrachtet. Parallel arbeitet das Management weiter daran, den Konzern in eine Finanzholding mit eigenständigen, teils börsennotierten Töchtern wie TKMS und thyssenkrupp nucera umzubauen.

Die Jahresprognose bleibt trotz des kräftigen Fehlbetrags im ersten Quartal bestehen. Thyssenkrupp erwartet für 2025/26 ein bereinigtes EBIT zwischen 500 und 900 Millionen Euro, unter dem Strich aber weiterhin einen Jahresverlust von 400 bis 800 Millionen Euro, maßgeblich getrieben durch den Stahlumbau und den geplanten Ausstieg bei HKM, der ebenfalls einen Verlust im niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionenbereich verursachen dürfte.

Trotz marktbedingter Umsatzrückgänge haben wir das bereinigte Ebit gesteigert – ein klares Zeichen für die Fortschritte bei Effizienz, Kosten und Struktur.
— Miguel López, CEO thyssenkrupp AG

Fazit

Das aktuelle thyssenkrupp Quartal macht deutlich, wie teuer der radikale Umbau des Stahlgeschäfts ist, aber auch, dass die operative Basis des Konzerns stabiler wird. Für Anleger bleibt die Aktie ein Balanceakt zwischen kurzfristigem Bilanzdruck und mittelfristigem Turnaround-Potenzial. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung werden die nächsten Schritte beim Stahlverkauf an Jindal und die Bestätigung des operativen Trends in den kommenden Quartalen sein.

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Siemens Quartal mit KI-Schub und Prognoseanhebung: Warum die Aktie nach starkem Jahresauftakt um 6,7% zulegt

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12.02.26 11:37 Uhr

Siemens

Das aktuelle Siemens Quartal liefert einen dynamischen Start ins neue Geschäftsjahr: Der Industriekonzern übertrifft Umsatz- und Ergebnisprognosen, profitiert massiv vom KI- und Rechenzentrumsboom und hebt seine Jahresprognose an. Die Aktie der Siemens AG reagiert mit einem deutlichen Kurssprung und markiert ein neues Rekordniveau. Für Anleger stellt sich nun die Frage, ob der starke Jahresauftakt den Beginn einer längeren Wachstumsphase signalisiert – oder ob bereits viel Zukunftsfantasie im Kurs eingepreist ist.

Siemens Quartal: Wie stark fällt der Jahresauftakt aus?

Im ersten Siemens Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 (Oktober bis Dezember) steigert die Siemens AG den Umsatz von 18,35 auf 19,14 Milliarden Euro. Damit liegt der Industriekonzern leicht über den Erwartungen von rund 19,0 Milliarden Euro. Der Auftragseingang wächst auf vergleichbarer Basis um zehn Prozent auf 21,4 Milliarden Euro, absolut von 20,07 auf 21,37 Milliarden Euro, ebenfalls über den Prognosen.

Besonders stark präsentiert sich das industrielle Kerngeschäft: Das Ergebnis des industriellen Geschäfts steigt um 15 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro und übertrifft damit die Analystenkonsensschätzungen von etwa 2,64 Milliarden Euro klar. Der Gewinn aus fortgeführten Aktivitäten verbessert sich im Jahresvergleich von 1,80 auf 2,23 Milliarden Euro, während das bereinigte Ergebnis je Aktie vor Kaufpreiseffekten von 2,22 auf 2,80 Euro zulegt.

Unter dem Strich verdient Siemens AG 2,2 Milliarden Euro. Der Rückgang um 43 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal ist vor allem auf den einmaligen Buchgewinn aus dem Verkauf der Antriebssparte Innomotics zurückzuführen, der im Vorjahr das Ergebnis stark aufgebläht hatte.

Siemens AG: KI, Rechenzentren und Digitalgeschäft als Wachstumstreiber?

Der positive Überraschungseffekt im Siemens Quartal kommt klar aus den Zukunftssparten. Das Segment Digital Industries, das Automatisierungsprodukte und Industriesoftware bündelt, steigert den Gewinn um eindrucksvolle 37 Prozent auf 804 Millionen Euro. Auftragseingang und Umsatz legen dort jeweils prozentual zweistellig zu, gestützt von einer wieder anziehenden Nachfrage in China.

Auch die Sparte Smart Infrastructure bleibt der Performance-Motor. Hier wächst der Auftragseingang auf vergleichbarer Basis um 22 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro, der Umsatz um zehn Prozent auf 5,5 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis steigt um 18 Prozent auf mehr als eine Milliarde Euro, womit die Sparte ihre Margenverbesserung nun bereits das 21. Quartal in Folge fortsetzt.

Ein wesentlicher Wachstumstreiber ist der globale KI- und Cloud-Boom. Siemens AG meldet ein Rekordvolumen von 1,8 Milliarden Euro an Großaufträgen für Rechenzentren, vor allem in den USA. Diese Projekte umfassen Elektrifizierung, Infrastruktur und intelligente Gebäudetechnik für Cloud- und KI-Infrastruktur. Vorstandschef Roland Busch betont, dass künstliche Intelligenz ein starker Wachstumstreiber sei und Siemens industrielle KI tief in Design, Entwicklung, Produkte und Betrieb integriere, um messbaren Mehrwert für Kunden zu schaffen.

Zur Beschleunigung dieser Strategie hat der Konzern im vergangenen Jahr rund 15 Milliarden US-Dollar in den Zukauf von Altair Engineering und Dotmatics investiert und plant zusätzlich eine Milliarde Euro in KI-Angebote in den kommenden drei Jahren, mit Fokus auf die USA, China und Indien.

Siemens AG Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Siemens AG: Was bedeutet die höhere Prognose für Anleger?

Auf Basis des starken Siemens Quartal hebt der Vorstand den Ausblick für das Gesamtjahr 2025/26 an. Die entscheidende Kennziffer, das Ergebnis je Aktie vor bestimmten Kaufpreiseffekten, soll nun in einer Spanne von 10,70 bis 11,10 Euro liegen. Zuvor hatte Siemens AG noch 10,40 bis 11,00 Euro erwartet. Das Umsatzziel bleibt unverändert: Der Konzern rechnet weiterhin mit einem vergleichbaren Wachstum von sechs bis acht Prozent, auch wenn der starke Euro für spürbaren Gegenwind bei Umsatz und Ergebnis sorgt.

Am Kapitalmarkt kommt das aktualisierte Bild gut an. Die Aktie steigt heute auf bis zu rund 274 Euro und ist mit einem Plus von etwa 6,7 Prozent einer der größten Gewinner im DAX. Damit überholt Siemens erneut SAP und ist zeitweise das wertvollste börsennotierte Unternehmen Deutschlands. Analystenreaktionen fallen überwiegend positiv aus: RBC Capital Markets spricht von einem starken Start ins Geschäftsjahr bei sehr guter Auftragslage, während Jefferies insbesondere die bessere Entwicklung bei Digital Industries und Smart Infrastructure hervorhebt. Goldman Sachs-Analystin Daniela Costa erwartet, dass der Ergebniskonsens für das Gesamtjahr im niedrigen einstelligen Prozentbereich nach oben angepasst werden dürfte.

Auch strukturell stellt sich der Konzern neu auf: Finanzvorstand Ralf P. Thomas übergibt zum 1. April an Veronika Bienert, und Technologievorstand Peter Körte übernimmt zusätzlich die Leitung von Smart Infrastructure. Die Führungsstruktur wird damit gestrafft, um die Ausrichtung auf margenstarke, softwarebasierte Geschäftsmodelle weiter zu schärfen.

„Künstliche Intelligenz ist ein starker Wachstumstreiber für unsere Geschäfte. Indem wir KI tief in Design, Entwicklung, Produkten und Betrieb integrieren, schaffen wir messbaren Mehrwert für unsere Kunden.“
— Roland Busch, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG

Fazit

In Summe signalisiert das aktuelle Siemens Quartal, dass die Transformation hin zu KI-getriebener Industrieautomation und digitaler Infrastruktur im Konzern greift und sich zunehmend in profitables Wachstum übersetzt.

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Mercedes-Benz Quartal mit Gewinneinbruch von 44%: Was hinter den schwachen Zahlen steckt und wie das Sparprogramm die Aktie veraendert

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Mercedes-Benz

Das juengste Mercedes-Benz Quartal hat Anleger aufgeschreckt: Umsatz- und Gewinnrückgaenge, eine spuerbar gekappte Dividende und ein massiv ausgeweitetes Sparprogramm stellen die bisherige Investment-Story der Mercedes-Benz Group AG in Frage. Vor allem die Schwäche in China, hoeheren Zoelle in den USA und negative Waehrungseffekte haben das Ergebnis deutlich unter die Erwartungen der Analysten gedrueckt. Gleichzeitig versucht das Management, mit Kostensenkungen und Kapazitaetsanpassungen gegenzusteuern. Wie ernst ist die Lage wirklich – und was bedeutet das für die Aktie?

Mercedes-Benz Quartal: Wie stark ist der Gewinneinbruch?

Im jüngsten Mercedes-Benz Quartal setzte sich die bereits 2024 begonnene Schwächephase ungebremst fort. Der Umsatz im Schlussviertel 2025 sank von 38,45 auf 33,69 Milliarden Euro, ein Rückgang um 12,4 Prozent. Noch deutlicher traf es den Nettoertrag: Der Quartalsgewinn fiel von 2,60 auf 1,45 Milliarden Euro, ein Einbruch um 44 Prozent. Regional zeigte sich ein klares Gefälle – während sich Europa relativ stabil hielt, brach der Umsatz in Nordamerika um 18 Prozent und in China sogar um 33,6 Prozent ein.

Im Gesamtjahr ging der Konzernumsatz der Mercedes-Benz Group AG um rund neun Prozent auf 132,2 Milliarden Euro zurück. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank um 40 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro, das berichtete operative Ergebnis sogar um rund 57 Prozent auf etwa 5,8 Milliarden Euro. Damit verfehlte Mercedes-Benz den von Analysten erwarteten Ebit-Konsens von 6,6 Milliarden Euro deutlich. Laut Stephen Reitman von Bernstein Research lag das bereinigte operative Ergebnis rund 29 Prozent unter den Markterwartungen – ein seltener, drastischer Rückschlag für einen DAX-Schwergewicht.

Mercedes-Benz: Was steckt hinter den schwachen Zahlen?

Hinter den schwachen Ergebnissen des Mercedes-Benz Quartal stehen mehrere Belastungsfaktoren. Besonders schmerzhaft sind die erhöhten US-Zölle, die den Gewinn um rund eine Milliarde Euro schmälerten. Hinzu kamen negative Wechselkurseffekte, die allein in der Pkw-Sparte mit etwa 1,5 Milliarden Euro zu Buche schlugen. Gleichzeitig sank der durchschnittliche Verkaufspreis je Pkw von 71.000 auf 68.100 Euro, wodurch die bereinigte operative Marge der Sparte um 3,1 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent abrutschte.

In China, dem wichtigsten Einzelmarkt, gingen die Auslieferungen 2025 um rund 19 bis 20 Prozent zurück. Insgesamt setzte Mercedes weltweit rund 2,16 Millionen Pkw und Vans ab, davon etwas mehr als 1,8 Millionen Pkw – neun Prozent weniger als 2024. Der harte Wettbewerb lokaler Hersteller wie BYD und Xiaomi im Elektroautosegment drückt zusätzlich auf Preise und Margen. Trotz Einsparungen von mehr als 3,5 Milliarden Euro in der Pkw-Sparte reichte der Gegenwind aus Zöllen, Währung und China-Schwäche aus, um das Ergebnis nahezu zu halbieren.

Mercedes-Benz Group AG Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Mercedes-Benz Group AG: Dividende und Sparprogramm im Fokus

Für Anleger besonders brisant: Nach dem schwachen Mercedes-Benz Quartal wird die Dividende spürbar gekürzt. Vorgeschlagen sind 3,50 Euro je Aktie nach 4,30 Euro im Vorjahr. Damit verliert die Aktie einen Teil ihres Charakters als verlässlicher Dividendenwert. Beim freien Cashflow im Industriegeschäft rutschte der Wert von 9,2 auf 5,4 Milliarden Euro ab, auch belastet durch Rückstellungen von rund 1,6 Milliarden Euro für ein umfangreiches Abfindungs- und Stellenabbauprogramm.

Das bereits 2024 gestartete Sparprogramm wird weiter forciert. Bis 2027 sollen die Produktions- und Fixkosten jeweils um zehn Prozent sinken, weltweit sollen die Produktionskapazitäten um mehr als zehn Prozent auf 2,2 Millionen Einheiten reduziert werden. In Deutschland stößt der Konzern dabei auf Grenzen, weil Tarifverträge die Jobs in den Werken bis 2035 absichern. Entsprechend setzt das Management stärker auf natürliche Fluktuation und Kapazitätsanpassungen im Ausland.

Mercedes-Benz Quartal: Wie fällt der Ausblick der Analysten aus?

Mit Blick nach vorn rechnet die Mercedes-Benz Group AG 2026 mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau, erwartet aber ein deutlich höheres Ebit. In der Autosparte prognostiziert das Management eine bereinigte Rendite von nur noch 3 bis 5 Prozent, nach rund 5 Prozent im Jahr 2025. Das obere Ende dieser Spanne liegt unter den bisherigen Markterwartungen von etwa 5,7 Prozent, worauf Bernstein-Analyst Stephen Reitman hinweist. Die Entwicklung setzt den gesamten europäischen Automobilsektor unter Druck; auch die Aktien von BMW und Volkswagen gaben im Frühhandel nach.

Investmentbanken wie Citigroup und RBC Capital Markets dürften die jüngsten Zahlen und den vorsichtigen Ausblick nun in ihre Bewertungsmodelle einarbeiten und bestehende Kursziele für die Aktie von Mercedes-Benz (MBG.DE) auf den Prüfstand stellen. Entscheidend wird, ob der Konzern seine Margenziele durch weitere Kostensenkungen und neue Modelle – etwa eine Langversion der elektrischen CLA-Limousine oder ein überarbeitetes S-Klasse-Flaggschiff für China – untermauern kann. Für Anleger bleibt das Mercedes-Benz Quartal damit ein Lackmustest, ob die Premiumstrategie in einem von Elektromobilität und Preiskampf geprägten Markt trägt.

Wir sind bereit für das Jahr 2026 – mit einem klaren Plan, Kostendisziplin und einem wettbewerbsfähigen Produktportfolio.
— Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender Mercedes-Benz Group AG

Fazit

Zusammengefasst signalisiert das jüngste Mercedes-Benz Quartal einen harten Übergang: massiv sinkende Gewinne, eine gekappte Dividende und ein verschärftes Sparprogramm treffen auf einen nur verhalten positiven Ausblick. Für Investoren rückt damit die Frage in den Vordergrund, ob das aktuelle Kursniveau das schwächere Renditeprofil und die Risiken in China ausreichend widerspiegelt. Die kommenden Quartale werden zeigen, ob Mercedes-Benz die versprochene Ergebnisverbesserung liefern und das Vertrauen des Marktes zurückgewinnen kann.

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Cisco Quartal Q2 2026: Starkes KI-Wachstum und Rekordumsatz, doch Margendruck drueckt die Aktie leicht ins Minus

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Cisco Systems, Inc.

Das juengste Cisco Quartal liefert starke Wachstumszahlen, getrieben von KI-Infrastruktur und einem boomenden Networking-Geschäft. Dennoch reagiert die Aktie mit leichten Kursverlusten. Entscheidend sind diesmal weniger Umsatz und Gewinn, sondern vor allem die Margenentwicklung und der Ausblick auf die kommenden Quartale. Was hinter den Zahlen steckt und wie sich Cisco im KI-Wettlauf gegen NVIDIA und Broadcom positioniert, analysieren wir in diesem Artikel.

Wie stark war das Cisco Quartal operativ?

Im zweiten Geschäftsquartal 2026 steigerte Cisco Systems, Inc. den Gesamtumsatz um 10 % auf 15,3 Milliarden US-Dollar. Der Produktumsatz legte sogar um 14 % zu, angetrieben von hoher Nachfrage nach KI-Infrastruktur und Campus-Netzwerklösungen. Der bereinigte Gewinn je Aktie (Non-GAAP EPS) kletterte auf 1,04 US-Dollar, ein Plus von 11 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum und leicht über den Markterwartungen.

Unter dem Strich erhöhte sich der Nettogewinn auf 3,2 Milliarden US-Dollar, was einem Sprung von rund 31 % entspricht. Besonders stark entwickelte sich das Kerngeschäft Networking: Der Bereich wuchs um 21 % auf 8,3 Milliarden US-Dollar, mit zweistelligen Zuwachsraten bei Campus- und Rechenzentrums-Switching, Wireless, Service-Provider- und Enterprise-Routing sowie Compute.

Gleichzeitig schwächelte die Sicherheits-Sparte: Security-Umsätze gingen um 4 % zurück, belastet durch rückläufige Legacy-Produkte und die Umstellung der Splunk-Angebote von On-Premise-Lizenzen auf Cloud-Abonnements. Dennoch blieb das Cisco Quartal insgesamt deutlich über den ursprünglichen Unternehmensprognosen.

Wie stark treibt KI das Cisco Quartal?

Der eigentliche Wachstumstreiber im Cisco Quartal ist klar die künstliche Intelligenz. Die KI-Infrastrukturaufträge von Hyperscalern – also den großen Cloud- und Plattformanbietern – schossen im zweiten Quartal auf 2,1 Milliarden US-Dollar nach oben, nach 1,3 Milliarden US-Dollar im Vorquartal. Damit hat Cisco bereits das gesamte KI-Auftragsvolumen des letzten Geschäftsjahres binnen sechs Monaten erreicht.

Für das laufende Geschäftsjahr 2026 peilt das Management nun KI-Aufträge von über 5 Milliarden US-Dollar an. Davon sollen mehr als 3 Milliarden US-Dollar als KI-Umsatz allein aus Hyperscaler-Projekten in die Bücher gehen. Zu den Treibern zählen Siliziumsysteme und optische Komponenten rund um die Silicon-One-Plattform. Cisco meldet die Auslieferung des einmillionsten Silicon-One-Chips und die Vorstellung des neuen G300-Chips mit 102,4 Terabit pro Sekunde, der das Unternehmen in einen exklusiven Kreis von Anbietern mit Schaltgeschwindigkeiten jenseits von 100 Terabit bringt.

Zusätzliche Fantasie weckt ein Joint Venture mit AMD und HUMAIN, das bis 2030 bis zu 1 Gigawatt an KI-Infrastruktur aufbauen soll, beginnend mit 100 Megawatt in Saudi-Arabien im Jahr 2026. Für viele Investoren ist das Cisco Quartal damit ein weiterer Beleg, dass Cisco sich als Nummer drei hinter NVIDIA und Broadcom im KI-Infrastrukturmarkt etabliert.

Cisco Systems, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Warum reagiert die Cisco-Aktie trotzdem negativ?

Trotz der starken Zahlen und des angehobenen Jahresausblicks geriet die Aktie von Cisco (CSCO) nachbörslich um rund 6–7 % unter Druck und notiert aktuell bei etwa 85,54 US-Dollar, rund 0,8 % unter dem Vortagesschluss. Der Markt fokussiert sich weniger auf den Umsatz- und Gewinnanstieg, sondern auf die Margenentwicklung und die bereits ambitionierte Bewertung nach dem Rekordlauf der vergangenen Monate.

Die bereinigte Bruttomarge lag im Cisco Quartal bei 67,5 % und damit unter den Erwartungen. Für das dritte Quartal stellt das Management nur 65,5 bis 66,5 % in Aussicht – klar unter dem bisherigen Street-Konsens von rund 68,2 %. Hauptgrund sind drastisch gestiegene Preise für Speicherchips, die viele Hardware-Hersteller treffen. Cisco versucht, den Druck mit Preiserhöhungen, angepassten Vertragsbedingungen und seiner Verhandlungsmacht in der Lieferkette abzufedern, doch kurzfristig bleibt die Marge belastet.

Hinzu kommt, dass die Aktie zuletzt auf Rekordniveaus gehandelt wurde und auf Basis der erhöhten Gewinnprognose von 4,13 bis 4,17 US-Dollar je Aktie für das Gesamtjahr mit einem deutlichen Aufschlag auf die eigene Historie bewertet ist. In einem Umfeld, in dem Investoren bei KI-Profiteuren zunehmend auf exakte Margen- und Cashflow-Pfade achten, reichte das starke Cisco Quartal daher nicht, um Gewinnmitnahmen zu verhindern.

Wie lautet der Ausblick für Cisco Systems?

Für das Gesamtjahr 2026 hebt Cisco Systems, Inc. die Umsatzprognose auf 61,2 bis 61,7 Milliarden US-Dollar an, was einem Wachstum von rund 8,5 % entspricht. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll bei 4,13 bis 4,17 US-Dollar liegen. Für das laufende dritte Quartal erwartet Cisco Erlöse zwischen 15,4 und 15,6 Milliarden US-Dollar sowie ein EPS von 1,02 bis 1,04 US-Dollar – jeweils im Rahmen oder leicht über dem Konsens.

Finanziell bleibt der Konzern solide aufgestellt: Rund 15 bis 16 Milliarden US-Dollar an Barmitteln, ein Rückkaufprogramm mit Restvolumen von 10,8 Milliarden US-Dollar und eine um 2 % auf 0,42 US-Dollar je Aktie erhöhte Quartalsdividende unterstreichen den Fokus auf Aktionärsrendite. Im zweiten Quartal flossen 3 Milliarden US-Dollar in Dividenden und Aktienrückkäufe.

Analystenhäuser wie Zacks Investment Research heben hervor, dass Cisco sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn die Erwartungen übertroffen hat und vom KI-Infrastruktur-Boom klar profitiert. Gleichzeitig verweisen Marktbeobachter – etwa bei MarketWatch und Chartmill – auf die gesunkene Bruttomarge und den im Vergleich zur hohen Bewertung nur moderat verbesserten Ausblick als Erklärung für die Kursschwäche nach dem ansonsten starken Cisco Quartal.

„Wir sehen eine starke Nachfrage nach unseren Silicon-One-Systemen und Optiken und erwarten im Geschäftsjahr 2026 KI-Aufträge von über 5 Milliarden US-Dollar sowie mehr als 3 Milliarden US-Dollar KI-Umsatz von Hyperscalern.“
— Chuck Robbins, CEO von Cisco Systems, Inc.

Fazit

Das Cisco Quartal bestätigt den Konzern als wichtigen Profiteur des globalen KI-Ausbaus, doch steigende Speicherpreise drücken auf die Marge und sorgen trotz erhöhter Prognosen für Nervosität. Für langfristige Anleger bleiben der wachsende KI-Auftragsbestand, die starke Networking-Position und die verlässliche Dividende zentrale Argumente. Entscheidend wird sein, ob Cisco in den kommenden Quartalen die Bruttomargen stabilisieren und den KI-Boom weiter in profitables Wachstum ummünzen kann.

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Micron Prognose +9,94%: Wie HBM-Knappheit, KI-Nachfrage und massive Kurszielerhöhungen den Speicher-Giganten treiben

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Micron Technology, Inc.

Die Micron Prognose sorgt an der Wall Street für Aufsehen: Der Speicher-Spezialist profitiert massiv vom KI-getriebenen HBM-Boom, die Aktie schießt zweistellig nach oben und Analysten überbieten sich mit neuen Kurszielen. Doch wie nachhaltig ist dieser Superzyklus wirklich – und welche Chancen und Risiken ergeben sich jetzt für Anleger?

Micron Technology: Wie stark wirkt der HBM-Boom?

Die Rallye von Micron Technology (MU) nimmt weiter Fahrt auf: Innerhalb eines Jahres hat sich der Kurs vervielfacht, allein seit Jahresbeginn summiert sich das Plus auf rund 30 Prozent. Am Mittwoch schloss die Aktie bei 410,34 US‑Dollar nach 373,25 US‑Dollar am Vortag, ein Tagesgewinn von 9,94 Prozent. Treiber sind vor allem die dynamisch steigende Nachfrage nach HBM-Speicher für KI-Beschleuniger und der Eindruck, dass die Branche in eine neue Phase strukturell höherer Preise eintritt.

HBM-Chips gelten als Engpass beim Ausbau von KI-Rechenzentren. Micron adressiert diesen Markt mit seiner neuesten HBM4-Generation und hat klargestellt, dass sich das Unternehmen nicht – wie teils befürchtet – im Verzug befindet, sondern die Massenfertigung bereits läuft. Das Management spricht von ausverkauften Kapazitäten für 2026 und berichtet von einer Nachfrage, die das Angebot deutlich übersteigt. Diese Aussagen bilden das Fundament der aktuellen Micron Prognose, die von weiter steigenden Margen und starkem freien Cashflow ausgeht.

Micron Prognose: Was sagt das Management?

Auf einer Branchenkonferenz von Wolfe Research skizzierte Finanzchef Mark Murphy ein ausgesprochen knappes Marktumfeld. Demnach dürfte das Angebot an DRAM und insbesondere HBM bis über das Jahr 2026 hinaus unter dem Nachfragewachstum liegen. Die Folge: anhaltend hohe Preise und eine starke Profitabilität für Anbieter wie Micron Technology. Bereits im jüngsten Quartal hatte das Unternehmen 57 Prozent Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahr und nahezu verdreifachten Nettogewinn gemeldet.

Die operative Micron Prognose fußt zudem auf einem strategischen Schwenk weg vom volatilen Konsumgeschäft hin zu KI‑Infrastruktur. Datacenter‑Anwendungen, KI‑Training und -Inference benötigen enorme Mengen DRAM und NAND-Flash. Micron investiert daher in zusätzliche NAND-Kapazitäten in Singapur und baut HBM-Produktionslinien aus, die drei- bis viermal so viel Equipment erfordern wie klassische DRAM-Fertigung. Dadurch bindet HBM viel Produktionskapazität und verschärft die Knappheit weiter.

Micron Technology Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Micron Technology: Analysten drehen Kursziele hoch

Parallel zum bullischen Ausblick des Managements ziehen die Analysten die Kursziele im Wochentakt an. Morgan Stanley hat sein Kursziel von 350 auf 450 US‑Dollar erhöht und die Einstufung auf „Overweight“ bestätigt. Die Bank verweist insbesondere auf weiter steigende DRAM-Preise und die hartnäckige Knappheit bei HBM, die die Gewinnschätzungen nach oben treibt. Auch Deutsche Bank bleibt klar positiv und hat ihr Ziel von 300 auf 500 US‑Dollar angehoben, untermauert durch die Erwartung kräftiger Margen im KI‑Geschäft.

Weitere Häuser wie UBS, Mizuho, TD Cowen, Stifel und HSBC liegen ebenfalls im positiven Lager und haben ihre Bewertungen jüngst angepasst. Insgesamt ist der Konsens der Wall Street deutlich nach oben gerückt: Das durchschnittliche Kursziel ist in den letzten drei Monaten von rund 237 auf über 376 US‑Dollar gestiegen und wird vom aktuellen Kursniveau bereits wieder überholt. Zugleich notiert die Aktie auf Basis der Gewinnerwartungen für 2026 mit einem geschätzten KGV von etwa 11 bis 12 weiterhin in einem moderaten Bewertungsbereich.

Micron Technology: Chancen und Risiken für Anleger?

Die Diskussion unter Investoren dreht sich nun um die zentrale Frage, ob der aktuelle HBM-Superzyklus in einen klassischen Speicher-Bust münden wird oder ob eine „neue Normalität“ mit strukturell höheren Preisen entstanden ist. Analysten rechnen für Micron Technology im Jahr 2026 mit einem Gewinn je Aktie von rund 33,5 US‑Dollar und für 2027 mit fast 43 US‑Dollar. Über beide Jahre zusammengerechnet entspräche das etwa 76,5 US‑Dollar – nahe dem Aktienkurs von rund 90 US‑Dollar im Jahr 2021, als Micron noch als zyklischer Commodity-Wert galt.

Charttechnisch ist die Aktie nach ihrem Anstieg um mehr als 300 Prozent in zwölf Monaten deutlich heiß gelaufen. Auf Wochen- und Monatssicht signalisiert der Relative-Stärke-Index überkaufte Zustände, was Korrekturen jederzeit möglich macht. Kurzfristige Rückschläge würden jedoch wenig an der mittelfristigen Micron Prognose ändern, solange die Speichermärkte angespannt bleiben und der KI‑Ausbau weiter voranschreitet.

Fazit

Die Micron Prognose bleibt klar vom KI‑Boom und der anhaltenden HBM-Knappheit geprägt, was sich in stark steigenden Kurszielen und einem Kursfeuerwerk der Aktie widerspiegelt. Für Anleger bedeutet das ein attraktives, aber zunehmend schwankungsanfälliges Chance-Risiko-Verhältnis in einem strukturell wachsenden Markt. Entscheidend wird sein, ob die nächste Investitionswelle im Rechenzentrumsbereich die Knappheit bestätigt und der Höhenflug von Micron Technology damit eine weitere Etappe nehmen kann.

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Microsoft KI-Strategie nach Kursrutsch von 2,11 %: Wie Milliarden-Capex, Copilot-Schwächen und KI-Offensive zusammenpassen

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11.02.26 21:03 Uhr

Microsoft

Die Microsoft KI-Strategie steht nach den juengsten Quartalszahlen und einem spuerbaren Kursrueckgang unter genauer Beobachtung. Waehren die Aktie von Hochs nahe 560 Dollar auf aktuell 404,54 Dollar gefallen ist, diskutiert der Markt, ob die massiven KI-Investitionen die Margen dauerhaft belasten – oder ob sich hier eine seltene Einstiegsgelegenheit bei einem der fuehrenden KI-Profiteure bietet. Gleichzeitig werfen Schwachstellen bei Copilot Fragen nach Sicherheit, Produktivitaet und der langfristigen Wettbewerbsposition von Microsoft auf.

Microsoft unter Druck nach Earnings?

Die Korrektur bei Microsoft reiht sich in einen breiten Software-Ausverkauf ein. Der iShares Expanded Tech Software ETF verlor zuletzt rund 4 %, während Microsoft zeitweise um knapp 3 % nachgab. Zuvor war der Kurs von Hochs nahe 560 Dollar bis auf ein Bewegungstief um 390 Dollar gefallen. Auf dem aktuellen Niveau um 404,54 Dollar liegt das geschätzte KGV wieder im Bereich von 2022/2023 und wird von einigen Marktbeobachtern bereits als „Schnäppchenpreis“ für ein Qualitätsunternehmen mit 15–17 % Umsatzwachstum gewertet.

Trotz des Kursrutschs fließen institutionelle Gelder: So verzeichneten Brokerhäuser nach dem 9-%-Rückgang unmittelbar nach den Zahlen Nettozuflüsse von rund 1,7 Milliarden Dollar in die Aktie. Auch Vermögensverwalter wie J.Safra Asset Management bauen ihre Positionen weiter aus und halten inzwischen Microsoft-Anteile im Volumen von über 11 Millionen Dollar. Parallel dazu sehen Research-Häuser wie Zacks Investment Research Microsoft als einen der wenigen KI- und Quantum-Profiteure mit realen Cashflows statt bloßem Hype.

Microsoft KI-Strategie: Treiben Capex die Margen nach unten?

Kern der Debatte ist, wie sich die Microsoft KI-Strategie auf die Profitabilität auswirkt. Die großen Hyperscaler – darunter Microsoft, Alphabet, Amazon und Meta – investieren 2026 zusammen rund 650 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur. Analyst Dan Ives spricht von einem neuen KI-Trade an der Wall Street: Alles meiden, was von Disruption bedroht ist, und den Rücksetzer nutzen, um sich auf Titel wie Microsoft zu konzentrieren, die den Aufbau dieser Infrastruktur dominieren.

Gleichzeitig wandeln sich Hyperscaler zu deutlich kapitalintensiveren Unternehmen mit tendenziell niedrigeren Margen. Microsoft reagiert mit technologischen Hebeln: Das Unternehmen testet etwa Hochtemperatur-Supraleiter, um Stromverluste in Rechenzentren zu reduzieren und die Leistungsdichte für KI-Workloads zu erhöhen. Solche Projekte sollen die Kostenkurve in großen KI- und Cloud-Clustern langfristig senken und sind damit ein Baustein der Microsoft KI-Strategie, um hohe Capex durch Effizienzgewinne abzufedern.

Microsoft Corporation Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Microsoft KI-Strategie vs. Copilot-Schwächen?

Für kurzfristige Schlagzeilen sorgt jedoch Copilot. Interne Kennzahlen zum KI-Assistenten werden als enttäuschend beschrieben: Trotz Vorinstallation auf Windows-Rechnern verliert Microsoft im Produktivitätssegment Marktanteile. Besonders kritisch ist, dass laxe Berechtigungssysteme im Unternehmensumfeld dazu führen können, dass Copilot sensible Daten zu breit ausliefert. Branchenbeobachter warnen, manipulierte oder zu weitreichend berechtigte KI-Agenten könnten auf Daten zugreifen, die für einzelne Nutzer nie bestimmt waren.

Die Herausforderung: Berechtigungen und Identitäten sind tief in der Softwarearchitektur von Microsoft verankert. Eine umfassende Reparatur dieser Schwäche könnte Jahre dauern und beträchtliche Ressourcen binden. Gleichzeitig positioniert sich Microsoft im Enterprise-Markt als Schrittmacher für KI-Agenten. Ein eigener Bericht des Konzerns zeigt, dass bereits über 80 % der Fortune-500-Unternehmen KI-Agenten testen oder einsetzen – häufig, um E-Mails, Kundensupport und interne Workflows zu automatisieren. Damit steht die Microsoft KI-Strategie an der Schnittstelle von Effizienzgewinn und Sicherheitsrisiko.

Wie reagieren Anleger auf die KI-Offensive bei Microsoft?

Trotz wachsender Skepsis rund um Profitabilität und Copilot-Kritik sehen viele Marktteilnehmer Microsoft weiter als KI-Leader. Die Aktie gehört zu den größten Positionen in breit gestreuten ETFs wie dem Vanguard Large-Cap ETF, der dank hoher Gewichtung in Mega-Caps wie Microsoft, Apple und Nvidia den S&P 500 deutlich geschlagen hat. Zudem wird der Software-Riese regelmäßig in Listen der qualitativ hochwertigsten Unternehmen geführt, und Tech-Analysten wie Gene Munster zählen Microsoft zu den kompetentesten Akteuren im KI-Bereich.

Auf Einzeltitelebene verweisen Häuser wie The Motley Fool auf die starke KI-Positionierung und sehen den jüngsten Rückgang als Einstiegschance für langfristige Anleger mit etwa 400 Dollar Investmentvolumen. Zugleich warnen Strategen bei Barron’s vor überzogener Pessimistik im gesamten Software-Sektor und halten angesichts hoher Short-Quoten einen Short Squeeze in ausgewählten Namen, inklusive Microsoft, für möglich. Klassische Wall-Street-Banken wie Citigroup, Goldman Sachs oder RBC Capital Markets gelten weiterhin als wichtige Taktgeber bei Kurszielen und Ratings, bisher dominiert bei Microsoft klar die positive, auf die Microsoft KI-Strategie fokussierte Grundhaltung.

Die KI-Offensive macht Microsoft kapitalintensiver, aber auch unersetzlicher für die nächste Welle der Digitalisierung.
— Redaktion Börsenblog

Fazit

Am Ende bleibt: Die Microsoft KI-Strategie zwingt den Konzern in eine Phase hoher Vorleistungen, technischer Risiken und erhöhter regulatorischer Aufmerksamkeit. Für Anleger bedeutet das mehr Schwankung, aber auch enormes Potenzial, wenn es gelingt, Copilot-Schwächen, Sicherheitsprobleme und Capex-Berg in nachhaltiges KI-Wachstum zu übersetzen. Wer an den langfristigen Ausbau von Cloud, KI-Infrastruktur und Agenten-Technologie glaubt, findet in Microsoft trotz KI-Stresstest weiterhin einen zentralen Blue Chip der digitalen Ökonomie.

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Netflix Merger und Warner-Übernahme: Warum der Bieterkampf mit Paramount trotz Kursminus von 2,8% jetzt entscheidend ist

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11.02.26 20:57 Uhr

Netflix

Der Netflix Merger mit Warner Bros. Discovery entwickelt sich zum größten Bieterkampf der Streaming-Ära. Während Netflix auf einen reinen Bar-Deal setzt und dafür massiv neue Schulden aufnimmt, versucht Paramount mit einem höheren Angebot und zusätzlichen Finanzsüßungen, den Deal noch in letzter Minute zu kippen. Gleichzeitig gerät die Aktie von Netflix, Inc. unter Druck – Anleger fragen sich, ob der milliardenschwere Zukauf strategischer Befreiungsschlag oder riskante Wette ist.

Wie ist der Stand im Netflix Merger mit Warner Bros.?

Im Zentrum des Machtkampfs steht der rund 82,7 Milliarden US-Dollar schwere Netflix Merger mit Warner Bros. Discovery. Netflix bietet 27,75 US-Dollar je Aktie in einem Deal, der inzwischen zu einer reinen Bartransaktion umgebaut wurde und das Studio- sowie Streaming-Geschäft von Warner umfasst. Die TV- und Kabelsparte mit Sendern wie CNN und TNT soll abgespalten werden und nicht an Netflix gehen. Der Verwaltungsrat von Warner Bros. empfiehlt seinen Aktionären weiterhin eindeutig, das Netflix-Angebot anzunehmen.

Parallel steht die Aktie von Netflix, Inc. unter Druck. Der Kurs fiel zuletzt um 2,80 % auf 79,91 US-Dollar und liegt damit rund 30 % unter dem Allzeithoch vom Juni 2025. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf etwa 12 %, obwohl Umsatz und Gewinn im Jahr 2025 deutlich zugelegt haben und das Unternehmen 13,3 Milliarden US-Dollar operativen Gewinn sowie 11 Milliarden US-Dollar Nettogewinn auf 45,2 Milliarden US-Dollar Umsatz erzielte.

Warum drängt Paramount auf einen Alternativdeal?

Paramount Skydance versucht mit allen Mitteln, den Netflix Merger zu verhindern und Warner Bros. Discovery selbst zu übernehmen. Das konkurrierende Angebot liegt bei 30 US-Dollar je Aktie in bar und damit klar über dem Gebot von Netflix. Insgesamt beziffert sich der Wert des Paramount-Deals inklusive Schuldenübernahme auf rund 108,4 Milliarden US-Dollar – deutlich mehr als die etwa 83 Milliarden US-Dollar, die Netflix für das Studio- und Streaming-Geschäft zahlen will.

Um Warner-Aktionäre zu überzeugen, hat Paramount das Angebot zusätzlich versüßt: Der Konzern ist bereit, die fällige Kündigungsgebühr von 2,8 Milliarden US-Dollar zu übernehmen, die Warner Bros. an Netflix zahlen müsste, falls der bereits vereinbarte Deal scheitert. Darüber hinaus stellt Paramount weitere 1,5 Milliarden US-Dollar für eine Umschichtung von Schulden in Aussicht. Damit signalisiert das Management um CEO David Ellison, dass der Zusammenschluss für Paramount strategisch nahezu existenziell ist, während der Deal für Netflix eher als „Nice-to-have“ gilt.

Netflix, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Welche Rolle spielt Ancora im Netflix Merger?

Neue Dynamik erhält der Konflikt durch den Einstieg des aktivistischen Investors Ancora. Das Haus hat eine Beteiligung an Warner Bros. Discovery im Volumen von rund 200 Millionen US-Dollar aufgebaut und stellt sich offen gegen den Netflix Merger. Ancora fordert den Vorstand von Warner Bros. auf, mit Paramount in konkrete Gespräche einzutreten und das aus seiner Sicht attraktivere Barangebot von 30 US-Dollar je Aktie zu prüfen.

Ancora kritisiert, der Deal mit Netflix mute den Aktionären geringere finanzielle Gegenleistungen und hohe regulatorische Risiken zu. Insbesondere verweist der Investor auf mögliche Eingriffe des US-Justizministeriums, das bereits prüft, ob der Zusammenschluss die Marktmacht von Netflix im Streaminggeschäft zu stark ausweiten könnte. Zudem sei die geplante Abspaltung der Kabelsparte mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. Ancora droht, auf der Hauptversammlung im April gegen den Netflix-Deal zu stimmen und notfalls einen eigenen Proxy Fight zu starten.

Was bedeutet der Bieterkampf für die Netflix-Aktie?

Fundamental bleibt Netflix, Inc. ein hochprofitabler Streamingriese mit globaler Reichweite und zweistelligen Margen. Gleichwohl hat der geplante Netflix Merger mit Warner Bros. das Bild an der Börse stark verändert. Um den Deal vollständig in bar zu stemmen, hat Netflix Medienberichten zufolge einen Kredit über rund 59 Milliarden US-Dollar gesichert. Das erhöht die Verschuldung deutlich und zerschlägt das bisherige Profil als Cashflow-starkes, niedrig verschuldetes Wachstumsunternehmen.

Viele institutionelle Investoren sehen dennoch strategische Chancen: Warner-IP wie Harry Potter, Game of Thrones, DC und Der Herr der Ringe könnte die Content-Basis von Netflix massiv stärken, Synergien im Streaming ermöglichen und Wettbewerber schwächen. Einige Fonds, etwa LVS Advisory, halten Netflix deshalb trotz Kursrückgang als Kernposition im Portfolio. Zugleich verweisen Marktbeobachter auf Studien, nach denen 70 bis 75 % großer M&A-Transaktionen für Aktionäre keinen Mehrwert schaffen – ein wesentlicher Grund, warum der Markt große Deals zunächst mit Skepsis bepreist.

Analystenseitig wird Netflix weiterhin überwiegend positiv eingeschätzt, auch wenn einzelne Häuser ihre Kursziele nach dem starken Lauf bis Mitte 2025 angepasst haben. Investmentbanken wie Goldman Sachs, Citigroup und RBC Capital Markets verweisen in ihren Einschätzungen auf die starke Marktstellung, die hohe Profitabilität und die potenzielle Monetarisierung der Warner-Inhalte, mahnen aber zugleich die erheblich höhere Verschuldung und die regulatorischen Risiken an. Einige Strategen argumentieren, dass ein Scheitern des Deals den Druck vom Kurs nehmen könnte, da Netflix dann ohne Zusatzschulden weiterarbeiten würde.

Fazit

Der Netflix Merger mit Warner Bros. Discovery bleibt der zentrale Kurstreiber für die Aktie – gelingt die Integration, locken enorme Content-Vorteile, scheitert der Deal, könnte eine Neubewertung nach oben einsetzen. Für Anleger ist die Entscheidung damit eine klare Wette auf die M&A-Strategie von Netflix und auf den Ausgang des Machtkampfs mit Paramount in den kommenden Monaten.

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Tesla Gruenheide +0,44%: Wie der Konflikt mit IG Metall und der Fokus auf AI und Robotik die Aktie praegen

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11.02.26 20:52 Uhr

Tesla

Bei Tesla Gruenheide prallen kurz vor der Betriebsratswahl Gewerkschaftskonflikt, Standortpolitik und strategischer Kurswechsel hin zu AI und Robotik aufeinander. während IG Metall und Werksleitung um Einfluss im einzigen Europa-Werk ringen, richtet CEO Elon Musk den Konzern zunehmend auf Physical AI, Robotaxis und den humanoiden Roboter Optimus aus. für Anleger stellt sich die Frage, ob Tesla in Europa unter gewerkschaftlichem und chinesischem Wettbewerbsdruck an Dynamik verliert – oder ob die milliardenschweren AI-Investitionen die nächste Kursfantasie liefern.

Was passiert bei Tesla Gruenheide vor der Wahl?

Im einzigen europäischen Werk von Tesla, Inc. in Grünheide kulminiert der seit Langem schwelende Streit mit der IG Metall. Kurz vor der Betriebsratswahl Anfang März wurde ein Eklat in einer Betriebsratssitzung bekannt: Werksleiter André Thierig warf einem Gewerkschaftsvertreter vor, die Sitzung heimlich per Laptop aufgezeichnet zu haben. Der Werkschutz wurde gerufen, die Polizei nahm eine Strafanzeige auf und beschlagnahmte den Rechner. Ermittelt wird wegen des Verdachts der Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes sowie möglicher Verstöße gegen das Betriebsverfassungsgesetz.

Die IG Metall spricht von „fingierten Vorwürfen“ und einem „abgekarteten Spiel“, um die anstehende Wahl zu beeinflussen. Die gewerkschaftsnahe Tesla Workers GFBB-Gruppe im Betriebsrat betont, der eingeladene Gewerkschaftssekretär sei regulär anwesend und habe keine Chance gehabt, sich zu verteidigen. Bei der letzten Wahl stellte IG Metall zwar die stärkste Gruppe, die Mehrheit der Sitze ging jedoch an nicht gewerkschaftlich organisierte Vertreter – nun könnte Tesla Gruenheide zum Testfall für die gewerkschaftliche Durchsetzungskraft in der deutschen E-Auto-Industrie werden.

Wie groß ist der Druck auf Tesla in Europa?

Der Werksleiter von Tesla, Inc. verbindet die Auseinandersetzung in Tesla Gruenheide direkt mit der globalen Standortstrategie. Er erklärte, er könne sich „persönlich nicht vorstellen“, dass die Entscheidungsträger in den USA den Ausbau der Fabrik weiter vorantreiben, sollte die Betriebsratswahl mehrheitlich zugunsten der IG Metall ausgehen. Parallel steht Tesla in Europa und weltweit unter Wettbewerbsdruck durch chinesische Hersteller wie BYD, die mit aggressiven Preisen und neuer Batterietechnologie punkten.

Brüssel hat zwar zusätzliche Zölle auf chinesische E-Auto-Exporte eingeführt, Tesla profitiert aber von einem individuell reduzierten EU-Zollsatz von 7,8 Prozent. Das verschafft dem Konzern einen Kostenvorteil gegenüber vielen China-Konkurrenten und stärkt die Exportposition aus der Gigafactory Shanghai in die EU. Gleichzeitig soll das Werk Tesla Gruenheide weiterhin ein Kernpfeiler der europäischen Fertigung bleiben – vorausgesetzt, die politische und arbeitsrechtliche Gemengelage bleibt aus Sicht des Managements beherrschbar.

Tesla, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Wohin steuert Tesla mit AI und Robotik?

Strategisch verschiebt Tesla, Inc. seinen Schwerpunkt weg vom klassischen E-Autohersteller hin zu einem Physical-AI-Konzern. CEO Elon Musk will ab Ende 2027 Teile der bisherigen Fahrzeugfertigung – insbesondere die Linien für die auslaufenden Premium-Modelle S und X – für die Produktion des humanoiden Roboters Optimus nutzen. Während der Cybertruck mit Verzögerungen und Rückrufen kämpft, verlagert sich die Fantasie vieler Anleger damit von EV-Wachstum auf Robotaxis, Robotik und KI-gestützte Dienstleistungen.

Bereits jetzt baut Tesla gewaltige AI-Compute-Infrastruktur auf und plant für 2026 einen massiven Kapitalsprung: Die Investitionen sollen nach Angaben von Finanzchef Vaibhav Taneja auf über 20 Milliarden Dollar steigen, deutlich mehr als die 8,5 Milliarden Dollar im Jahr 2025. Das Geld fließt in neue Fabriken, AI-Rechenzentren, den Optimus-Produktionshochlauf und Kapazitätserweiterungen bestehender Werke. Analysten verweisen darauf, dass damit die Marge kurzfristig unter Druck geraten und Tesla zeitweise in die Verlustzone rutschen könnte, die Bewertung aber zunehmend auf der AI-Story basiert.

Wie reagiert die Tesla-Aktie auf die Gemengelage?

An der Börse bleibt Tesla, Inc. einer der volatilsten Titel im Tech-Universum. Nach einem zwischenzeitlichen Absturz war die Aktie 2025 wieder deutlich angesprungen, getrieben von einer 27-Prozent-Rally innerhalb eines Monats und kräftigen Q2-Auslieferungen, trotz Problemen beim Cybertruck. Zuletzt notierten die Papiere bei 427,10 Dollar und damit knapp unter dem 9-Monats-Hoch; das 52-Wochen-Spannungsfeld reicht von etwa 214 bis knapp 499 Dollar.

Daytrader nutzen die enormen Schwankungen, unterstützt durch neue kurzlaufende Optionen, die montags, mittwochs und freitags auslaufen. Tesla gehört neben Nvidia, Apple und den anderen Mitgliedern der „Magnificent Seven“ zu den meistgehandelten Tech-Werten und trug maßgeblich zur S&P‑500-Rendite der vergangenen Jahre bei. Zugleich wird der Titel in Bewertungsanalysen häufig als überteuert geführt: Eine aktuelle Studie stuft Tesla unter die am stärksten überbewerteten Tech-Aktien im Nasdaq‑100 ein, während klassische Value-Indikatoren auf erheblichen Bewertungsdruck hindeuten.

Dennoch zeigen Investmenthäuser wie der wachstumsorientierte Baron Partners Fund, dass große Adressen weiter an die langfristige Story glauben. Der Fonds hat 2025 zwar rund 30,5 Prozent seiner Position reduziert, betont aber explizit, dass dies ein Risikomanagement- und kein Vertrauenssignal sei. Tesla bleibt dort ein Top-Holding – eine Haltung, die sich mit vielen Analysten deckt, die trotz Risiken bei Margen, Konkurrenz aus China und der heiklen Lage in Tesla Gruenheide an steigenden Kurszielen hängen.

Mit fingierten Vorwürfen Wahlen zu beeinflussen, erinnert uns an das Vorgehen autoritärer Regime.
— Jan Otto, IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen

Fazit

Für Anleger ist entscheidend, ob Tesla die Balance schafft: Gewerkschaftskonflikte wie in Tesla Gruenheide müssen befriedet, die kostspielige Transformation zum Physical-AI-Konzern umgesetzt und zugleich die Profitabilität verteidigt werden. Gelingt dieser Spagat, könnte der Konzern seine Rolle als Treiber der „Magnificent Seven“ festigen; scheitert er, droht die aktuelle Bewertung empfindlich zu korrigieren.

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Amazon KI-Investitionen 200 Mrd. bis 2026: Warum der Kurs trotz boomendem AWS-Geschaeft unter Druck geraet

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11.02.26 20:49 Uhr

Amazon

Amazon.com, Inc. sorgt mit einem der groessten Investitionsprogramme im Tech-Sektor für Aufsehen. Trotz stark wachsender Cloud-Sparte AWS und soliden Quartalszahlen geraet die Aktie unter Druck. Der Grund: Massive Amazon KI-Investitionen von bis zu 200 Milliarden US‑Dollar bis 2026 verunsichern kurzfristig viele Anleger. Wie passt der Kursrueckgang zu den starken Fundamentaldaten – und was bedeutet das für langfristig orientierte Investoren?

Wie reagiert der Markt auf Amazon KI-Investitionen?

Amazon.com, Inc. steht nach starken Zahlen unter seltsamem Vorzeichen: Operativ läuft es rund, der Kurs aber fällt. In den vergangenen fünf Handelstagen verlor die Aktie über 13 %, aktuell steht sie bei rund 204,91 US‑Dollar. Auslöser des Rückgangs sind nicht schwache Geschäfte, sondern die Ankündigung, die Investitionsausgaben 2026 von geschätzten 132 Milliarden auf 200 Milliarden US‑Dollar hochzufahren – ein Großteil davon fließt in KI‑Rechenzentren, eigene Chips und Automatisierung.

Börsenbeobachter sprechen von einem der aggressivsten Investitionsprogramme im Tech-Sektor. Während Analysten den langfristigen strategischen Wert der Amazon KI-Investitionen anerkennen, steigt kurzfristig die Skepsis, ob Free Cashflow und Margen dem Tempo standhalten. Barron’s verweist zudem auf die schwächste Kursserie seit 2022, bei der in wenigen Tagen über 400 Milliarden US‑Dollar an Marktkapitalisierung vernichtet wurden.

Wie stark wächst das Cloud-Geschäft von Amazon?

Im vierten Quartal 2025 legte die Cloud-Sparte Amazon Web Services (AWS) den Grundstein für die KI-Offensive. Der Umsatz kletterte um 24 % auf 35,58 Milliarden US‑Dollar und wuchs damit so schnell wie seit 13 Quartalen nicht mehr. Das operative Ergebnis von AWS stieg um 18 % auf 12,5 Milliarden US‑Dollar. Gleichzeitig zog der gesamte Konzernumsatz um 14 % auf 213,39 Milliarden US‑Dollar an, womit Amazon die Markterwartungen übertraf, während der Gewinn je Aktie mit 1,95 US‑Dollar nur leicht unter den Prognosen lag.

Treiber der Dynamik sind KI‑Workloads: Die Nachfrage nach Infrastruktur für generative Modelle und spezialisierte Dienste wie Bedrock wächst rasant, die Ausgaben auf der Plattform stiegen im Quartal um 60 % gegenüber dem Vorquartal. Amazon betont, man monetarisiere Kapazitäten so schnell, wie diese installiert werden können. Das erklärt, warum die Amazon KI-Investitionen so stark in die Höhe schießen – und warum jede Verzögerung beim ROI die Nervosität der Anleger befeuert.

Amazon.com, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Worin fließen die Amazon KI-Investitionen konkret?

Der größte Block der geplanten 200 Milliarden US‑Dollar entfällt auf neue und expandierende Datenzentren für AWS, inklusive Netzanbindung und Kühlung, um KI‑Trainings- und Inferenzlasten zu bedienen. Ein zweiter Schwerpunkt sind eigene KI‑Chips wie Trainium und Inferentia, die Kunden eine günstigere und effizientere Alternative zu Nvidia‑GPUs bieten sollen. Neuere Generationen wie Trainium3 gelten als 30 % bis 40 % kosteneffizienter als vergleichbare Lösungen, und Kapazitäten sind bereits weitgehend bis Mitte 2026 ausgebucht.

Darüber hinaus fließen die Amazon KI-Investitionen in autonome KI‑Agenten, Entwicklerwerkzeuge und Robotik in den Logistikzentren. Parallel baut Amazon mit Project Kuiper ein Satellitennetzwerk auf, das langfristig zusätzliche Bandbreite für Cloud- und KI‑Dienste sichern soll. Auch Beteiligungen im weiteren Ökosystem – etwa im Rahmen der Kooperation mit Anthropic oder im Chip- und Netzwerkbereich – profitieren von dieser Investitionslawine, wie etwa Marvell Technology mit seiner starken Ausrichtung auf Rechenzentrums-Silizium.

Wie schätzen Analysten die Aktie von Amazon ein?

Die Analystenfraktion zeigt sich gespalten: Einige Häuser verweisen auf die hohe Bewertung und raten zu Geduld, andere sehen in der Schwächephase einen attraktiven Einstieg. The Globe and Mail berichtet von einer Einstufung auf „Hold“, weil das Chance-Risiko-Profil nach den Kursverlusten zwar verbessert, aber angesichts des Investitionsrisikos noch nicht eindeutig ist. Gleichzeitig betonen mehrere Research-Häuser das strukturelle Wachstum von Cloud, E‑Commerce und Werbung.

Jim Cramer, der sich auf Einschätzungen großer Banken wie Goldman Sachs und Morgan Stanley stützt, spricht öffentlich von „total faith“ in CEO Andy Jassy. Er traut dem Management zu, die Bilanzbelastung zu steuern – notfalls auch über weitere Effizienzprogramme und Kostensenkungen. Die Mehrzahl der großen Wall-Street-Häuser bleibt grundsätzlich positiv, verweist jedoch darauf, dass die geplanten Schuldenaufnahmen zur Finanzierung der Amazon KI-Investitionen den Fokus der Investoren stärker auf Renditekennzahlen wie Return on Invested Capital lenken werden.

Fundamental ist Amazon dank hoher Cash-Bestände und eines wachsenden operativen Ergebnisses breit aufgestellt, um den Capex-Schub zu tragen. Entscheidend wird, ob sich die Amazon KI-Investitionen wie erhofft in beschleunigtes Umsatz- und Gewinnwachstum übersetzen lassen und damit den aktuellen Kursrückgang mittel- bis langfristig mehr als wettmachen.

Wir monetarisieren Kapazität so schnell, wie wir sie installieren können.
— Andy Jassy, CEO von Amazon.com, Inc.

Fazit

Die gewaltigen Amazon KI-Investitionen von 200 Milliarden US‑Dollar belasten kurzfristig Stimmung und Kurs, stärken aber das strategische Fundament in Cloud, Chips und Automatisierung. Für langfristige Anleger mit Risikobewusstsein könnte die aktuelle Schwächephase daher eher eine Einstiegs- als eine Ausstiegschance sein. Die nächsten Quartale werden zeigen, ob AWS die hohen Erwartungen erfüllt und damit die Bewertung von Amazon wieder nach oben treiben kann.

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