SP500 6.856,47 -0,74%DJ30 48.904,96 -1,44%NAS100 24.802,26 -0,77%GER40 24.976,20 -0,73%EU50 6.108,75 -0,34%BTCUSD 63.258,98 -2,03%ETHUSD 1.826,82 -1,91%VIX 20,98 +3,08% SP500 6.856,47 -0,74%DJ30 48.904,96 -1,44%NAS100 24.802,26 -0,77%GER40 24.976,20 -0,73%EU50 6.108,75 -0,34%BTCUSD 63.258,98 -2,03%ETHUSD 1.826,82 -1,91%VIX 20,98 +3,08%
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Amazon Capex-Schock: Wie gefährlich ist der 200-Milliarden-Dollar-KI-Plan wirklich für die Aktie?

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05.02.26 22:00 Uhr

Amazon

Die Amazon-Aktie ist nachbörslich zweistellig eingebrochen – ausgelöst nicht durch einbrechende Umsätze, sondern durch einen massiven Investitionsplan in KI-Infrastruktur. Der sogenannteAmazon Capex-Schockwirft die Frage auf, ob der Konzern seine Zukunft sichert oder die Geduld der Anleger überstrapaziert. Was hinter den Milliardenplänen steckt und wie Investoren sie einordnen sollten, lesen Sie hier.

Wie heftig trifft der Amazon Capex-Schock die Aktie?

Bereits im regulären Handel schlossenAmazon-Papiere bei 222,69 US-Dollar, ein Minus von 4,42 Prozent gegenüber dem Vortag (232,99 Dollar). Nachbörslich kam es dann zum richtigen „Amazon Capex-Schock“: Die Aktie rauschte zeitweise um mehr als 10 bis 13 Prozent in die Tiefe und fiel zwischenzeitlich deutlich unter die Marke von 200 Dollar. Damit wurden binnen Stunden über 200 Milliarden Dollar an Börsenwert vernichtet – ein weiterer Tiefschlag für den ohnehin angeschlagenen Tech-Sektor.

Auslöser der Panik ist weniger die operative Entwicklung als die neue Investitionsplanung. Amazon will 2026 rund 200 Milliarden Dollar an Capex ausgeben, während Analysten im Schnitt nur etwa 145 bis 150 Milliarden erwartet hatten. Allein dieser Aufschlag von rund 50 Milliarden Dollar verschärft die Sorge, dass der KI-Boom zwar enorme Kosten verursacht, aber kurzfristig zu wenig zusätzliche Gewinne liefert.

Was sagen die Zahlen zum Kerngeschäft von Amazon?

Operativ lieferte Amazon ein über weite Strecken solides Q4 2025. Der Konzernumsatz stieg um 14 Prozent auf 213,39 Milliarden Dollar und lag damit leicht über den Markterwartungen von etwa 211,5 Milliarden Dollar. Der Gewinn pro Aktie erreichte 1,95 Dollar, minimal unter der Konsensschätzung von 1,96 bis 1,97 Dollar. Das operative Ergebnis belief sich auf knapp 25 Milliarden Dollar, trotz Sonderbelastungen von rund 2,4 Milliarden Dollar für Steuerstreitigkeiten, Filialschließungen und Abfindungen.

Besonders positiv stach erneut die Cloud-Sparte hervor:Amazon Web Services(AWS) steigerte den Umsatz um 24 Prozent auf 35,6 Milliarden Dollar – das höchste Wachstum seit 13 Quartalen. Die operative Marge von etwa 35 Prozent blieb robust und untermauert, dass AWS weiterhin den Großteil des Konzerngewinns einfährt. Gleichzeitig zeigt der stark gewachsene Auftragsbestand im Cloud-Geschäft, dass die Nachfrage nach Rechenleistung für KI-Anwendungen strukturell hoch bleibt.

amzn tageschart februar 2026 1

Amazon Capex-Schock: Warum investieren die Amerikaner so aggressiv?

Der „Amazon Capex-Schock“ speist sich aus der Dimension und der Geschwindigkeit der Investitionsausweitung. Nach Capex von rund 125 bis 131 Milliarden Dollar im Vorjahr will CEOAndy Jassy2026 etwa 200 Milliarden Dollar in die Hand nehmen. Der Löwenanteil soll in KI-Infrastruktur fließen: neue Rechenzentren, eigene KI-Chips wie Trainium und Graviton, Highspeed-Netzwerke sowie das LEO-Satellitenprogramm für globale Konnektivität.

Jassy begründet die Offensive mit „sehr hoher Nachfrage“ nach KI- und Cloud-Kapazitäten. AWS habe 2025 bereits fast 4 Gigawatt an zusätzlicher Rechenleistung installiert und wolle diese Kapazität bis 2027 noch einmal verdoppeln. Gleichzeitig wächst das Geschäft mit eigenen Chips und der Bedrock-Plattform für generative KI rasant im dreistelligen Prozentbereich. Aus Managementsicht ist der „Amazon Capex-Schock“ damit weniger ein riskanter Blindflug, sondern eine Wette auf eine dauerhafte Vergrößerung von AWS und des gesamten Konzerns.

Wie reagiert die Wall Street auf Amazons Pläne?

Die Börse verlangt dennoch mehr Beweise. Der Ausblick auf das laufende Quartal fiel nur verhalten aus: Amazon erwartet für Q1 2026 einen Umsatz von 173,5 bis 178,5 Milliarden Dollar, was einem Wachstum von 11 bis 15 Prozent entspricht. Beim operativen Gewinn peilt das Management 16,5 bis 21,5 Milliarden Dollar an – weniger als die zuvor erhofften gut 22 Milliarden. Für viele Investoren passt das Bild nicht zusammen: Rekordausgaben in der Höhe eines Mittelstaats, aber nur moderates Plus bei Umsatz und Profit.

Nach Einschätzung großer Häuser wie der Citigroup und Goldman Sachs bleibt AWS zwar der zentrale Werttreiber, kurzfristig dominieren jedoch Zweifel, ob die massiven KI-Investitionen zeitnah in Free-Cashflow umschlagen. JPMorgan hatte Amazon im Vorfeld noch als eine ihrer „Best Ideas“ im Megacap-Tech-Sektor geführt und vor allem auf eine strukturelle Beschleunigung des Cloud-Wachstums gesetzt. Nun zwingt der „Amazon Capex-Schock“ viele Analysten dazu, ihre Bewertungsmodelle um deutlich höhere Investitionspfade zu bereinigen.

Was bedeutet der Amazon Capex-Schock für Anleger?

Der Kursrutsch bei Amazon verschärft den übergeordneten KI-Korrekturmodus an der Nasdaq. Wie schon bei Alphabet und Microsoft bestrafen Anleger hohe Capex-Ankündigungen, wenn sie nicht von überproportional steigender Profitabilität begleitet werden. Kurzfristig drücken die 200 Milliarden Dollar die Marge, zusätzlich wirken Belastungen aus dem Abbau von rund 16.000 bis 30.000 Bürojobs und dem Rückzug aus defizitären Formaten wie Amazon Fresh- und Go-Filialen.

Fazit

Für langfristig orientierte Investoren stellt sich die Frage, ob der „Amazon Capex-Schock“ eher Warnsignal oder Einstiegschance ist. Das starke AWS-Wachstum, ein Auftragsbestand im dreistelligen Milliardenbereich und wachsende KI-Umsätze sprechen dafür, dass Amazon seine Infrastruktur am tatsächlichen Bedarf ausrichtet. Gleichzeitig erhöht die schiere Höhe der Capex das Risiko von Fehlinvestitionen und verschiebt den Zeitpunkt, an dem sich die KI-Offensive klar im Gewinn niederschlägt.

Weiterführende Quellen

Wie gefährlich ist der aktuelle Silberpreis Crash wirklich und was bedeutet der Einbruch für Anleger und Industrie?

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05.02.26 21:42 Uhr

Silber

Der Silberpreis ist nach einer historischen Rally abrupt eingebrochen. Innerhalb kürzester Zeit verlor XAGUSD zweistellig und riss viele Anleger auf dem Hoch aus dem Markt. Gleichzeitig bleibt Silber als strategischer Rohstoff für Energiewende, Elektronik und KI-Anwendungen knapp. Was steckt hinter dem Silberpreis Crash, wie ernst ist die Lage für Industrie und Investoren – und was könnte jetzt folgen?

Was treibt den Silberpreis Crash aktuell?

Der juengsteSilberpreis Crashist das vorlaeufige Ende einer extremen Rally: 2025 legte der Silberpreis um knapp 150 Prozent zu, bevor er in den vergangenen Tagen in eine historische Korrektur ueberging. In der Spitze verlor das Metall innerhalb von 24 Stunden rund 40 Prozent und wurde erneut bis unter 73 Dollar je Unze abverkauft. Die Volatilitaet erreichte Niveaus, wie sie zuletzt Anfang der 1980er‑Jahre beobachtet wurden.

Ausloeser war eine ploetzliche Stimmungsverschlechterung an den Rohstoff- und Aktienmaerkten. Zunaechst drehten die Preise im asiatischen Handel nach unten, woraufhin eine Welle von Gewinnmitnahmen und gehebelten Abverkaeufen einsetzte. Professionelle Marktteilnehmer erhoehten ihre Leerverkaufspositionen, Kreditlimits gerieten unter Druck, Gegenparteien zogen sich zurueck – die Liquiditaet duennte aus und verstaerkte die Ausschlaege zusaetzlich. Parallel gaben auch Gold und Industriemetalle wie Kupfer deutlich nach.

Marktbeobachter verweisen darauf, dass der vorangegangene Anstieg bei Silber in seiner Heftigkeit fundamental kaum zu rechtfertigen war. Das Edelmetall hatte dem Goldpreis nach oben gefolgt, wurde dann aber von spekulativen Stroemen noch staerker nach oben getrieben. Die aktuelle Korrektur gilt daher als ueberfaellige Bereinigung eines ueberhitzten Marktes – allerdings vor dem Hintergrund weiter angespannter Fundamentaldaten.

Warum bleibt Silber trotz Crash strategisch knapp?

Silber ist weit mehr als ein klassisches Edelmetall: Es besitzt die hoechste elektrische und thermische Leitfaehigkeit aller Metalle, hohe Lichtreflexion sowie antibakterielle Eigenschaften. Entsprechend ist es ein Schluesselmaterial für Schalter, Kontakte, Leiterplatten, Computer, Smartphones und LED‑Chips. Silberpasten sind zentral für Solarzellen, in denen sie Licht reflektieren und Strom leiten, und spielen damit eine entscheidende Rolle für die Energiewende.

Rund vier Fuenftel des globalen Angebots stammen aus Minen, der Rest aus Recycling. Das jaehrliche Angebot liegt bei etwa 31.100 bis 31.800 Tonnen, wobei Mexiko mit rund 24 Prozent, China und Peru mit jeweils etwa 13 Prozent die wichtigsten Produzenten sind. Die wirtschaftlich abbaubaren Reserven werden auf rund 650.000 Tonnen geschaetzt – bei gleichbleibender Foerderrate reicht das nur für etwa 25 Jahre. Gleichzeitig nimmt die industrielle Nachfrage durch Photovoltaik, Elektrofahrzeuge, Robotik und Anwendungen rund um Kuenstliche Intelligenz stetig zu.

Bereits seit Jahren besteht ein strukturelles Defizit zwischen Angebot und Nachfrage, das vor allem durch Lagerbestaende in Tresoren in London und New York gedeckt wurde. Hinzu kommen neue Foerderhemmnisse: Seit 2026 gelten in China Exportbeschraenkungen, die staatliche Lizenzen für Silberexporte verlangen und kleinere Exporteure faktisch ausschliessen. Die USA haben Silber zudem 2025 offiziell als kritischen Rohstoff eingestuft, was Strategien zur Versorgungssicherung wie Reservenbildung oder zollpolitische Massnahmen wahrscheinlicher macht.

xagusd tageschart februar 2026

Silberpreis Crash, Politik und Rolle der Anleger

Die Kombination ausSilberpreis Crashund struktureller Knappheit ruft zunehmend die Politik auf den Plan. Experten fordern, dass die EU und besonders Deutschland Silber ebenfalls als kritischen Rohstoff einstufen. über Instrumente wie den Critical Raw Materials Act (CRMA) sollen Recycling, Verarbeitungskapazitaeten und die Diversifizierung der Lieferketten beschleunigt werden, um Abhaengigkeiten zu reduzieren und zentrale Zukunftsindustrien abzusichern.

Recycling gewinnt bereits an Bedeutung: In deutschen Haushalten lagern schaetzungsweise 195 Millionen alte Handys mit zusammen rund 50 Tonnen Silber. Dennoch duerfte Recycling allein den zu erwartenden Mehrbedarf nicht decken. für Verbraucher bedeutet dies langfristig steigende durchschnittliche Preise und hoehere Volatilitaet – sichtbar nicht nur in Anlageprodukten, sondern auch in Elektronik und Solartechnik.

für Privatanleger spielen zudem steuerliche Rahmenbedingungen eine Rolle. Anders als Anlagegold unterliegt Silber in Deutschland der vollen Umsatzsteuer von 19 Prozent, was Endkundenpreise zusaetzlich verteuert. Fachleute regen an, die Mehrwertsteuer auf Silbermuenzen und ‑barren abzuschaffen oder Zollfreilager auszuweiten, um Investitionen in kritische Metalle zu erleichtern und einen Teil der Finanzierungs- und Preisrisiken an Anleger zu verlagern.

Investmentbanken wieCitigroupundRBC Capital Marketsbeobachten vor allem die anhaltenden Angebotsdefizite und die industriegetriebene Nachfrage. während kurzfristig nach demSilberpreis Crasheine Phase hoher Schwankungen mit Handelsspannen zwischen 60 und 100 Dollar je Unze erwartet wird, sehen Strategen mittel- bis langfristig Potenzial für hoehere Durchschnittspreise, sofern die Weltkonjunktur nicht deutlich einbricht und der US‑Dollar nicht massiv aufwertet.

für Portfolios kann Silber damit – anders als das vorwiegend investorgetriebene Gold – eine Doppelrolle spielen: als Inflations- und Krisenabsicherung sowie als Spiel auf die strukturelle Knappheit eines für Hochtechnologie unverzichtbaren Industriemetalls.

Fazit

Im Fazit bedeutet der aktuelle Silberpreis Crash vor allem eine schmerzhafte, aber notwendige Bereinigung eines ueberhitzten Marktes, ohne die langfristige Knappheitsstory zu entkraeften. für Anleger eroeffnet die Korrektur Chancen, Silber als Beimischung mit hohem Volatilitaetsprofil neu zu bewerten. Entscheidend wird sein, wie schnell Politik und Industrie auf die strukturelle Angebotsluecke reagieren und ob der Markt XAGUSD mittelfristig wieder in Richtung der juengsten Rekordniveaus tendiert.

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Arm Holdings Quartal: Wie passen Rekordumsatz, nervöse Aktie und Smartphone-Risiken für Anleger zusammen?

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05.02.26 20:24 Uhr

Arm Holdings plc

Die Aktie vonArm Holdings plclegt nach den juengsten Zahlen kraeftig zu und notiert aktuell rund 7,8 % im Plus bei 113,11 US‑Dollar. Hinter der Kurserholung steckt jedoch ein gemischtes Bild: Rekordumsatz und steigende Royalties treffen auf einen nur maessigen Ausblick und anhaltige Sorgen um die Abhaengigkeit vom Smartphone-Markt. Was bedeutet das aktuelle Arm Holdings Quartal für Anleger, die auf den KI-Boom setzen?

Arm Holdings Quartal: Wie fielen die Zahlen aus?

Im aktuellen Arm Holdings Quartal steigerteArm Holdings plcden Umsatz um 26 % auf 1,24 Milliarden US‑Dollar und erreichte damit einen neuen Rekord. Die Erwartungen des Marktes wurden damit leicht uebertroffen. Der Chipdesigner verdient sein Geld vor allem mit dem Verkauf von Lizenzen für seine energieeffizienten CPU-Designs sowie mit laufenden Lizenzgebuehren (Royalties), die an die Stueckzahlen der auf Arm-Architektur basierenden Chips gekoppelt sind.

Die Lizenzerloese stiegen zwar um kraeftige 25 % auf 505 Millionen US‑Dollar, blieben aber unter den im Vorfeld eingeschaetzten rund 520 Millionen US‑Dollar. Deutlich besser sah es bei den Royalties aus: Sie legten um 27 % auf 737 Millionen US‑Dollar zu, getragen von hoeheren Lizenzsaetzen für neuere Produkte wie die Armv9-Architektur und sogenannte Compute Subsystems (CSS), die für komplexe KI-Workloads optimiert sind. Das bereinigte Ergebnis je Aktie kletterte von 0,39 auf 0,43 US‑Dollar und lag damit knapp über den Markterwartungen.

Auf der Kostenseite schlugen deutlich hoehere Ausgaben für Forschung und Entwicklung zu Buche. Die R&D-Kosten stiegen um 46 % auf 512 Millionen US‑Dollar, was die Margen drueckte, aber die strategische Ausrichtung auf KI und Rechenzentren unterstreicht.

Arm Holdings: Warum reagiert die Aktie so nervoes?

Trotz guter Kennziffern verlief die Kursreaktion turbulent. Direkt nach Vorlage der Zahlen rutschte die Aktie nachboerslich um mehr als 8 % ab und fiel zeitweise unter 100 US‑Dollar. Ausloeser waren die schwach ausgefallenen Lizenzeinnahmen sowie ein als enttaeuschend wahrgenommener Ausblick. Gleichzeitig belasteten negative Signale von Branchenschwergewicht Qualcomm den gesamten Sektor, weil beide Unternehmen stark vom Smartphone-Markt abhaengen.

Aktuell hat sich der Kurs jedoch merklich erholt: Arm notiert mit rund 7,82 % im Plus bei 113,11 US‑Dollar und zaehlt damit zu den staerkeren Werten im Chipsektor. Marktbeobachter verweisen darauf, dass der KI-Boom und die robuste Nachfrage nach Arm-basierten Designs in Rechenzentren den ersten Schock über die Lizenzverfehlung abgefedert haben. Dennoch bleibt die Botschaft klar: In einem Umfeld, in dem viele KI-Aktien zweistellige Wachstumsraten und deutliche Uebertreffungen der Prognosen liefern, reichen knappe Beats allein nicht aus, um die hohe Bewertung dauerhaft zu rechtfertigen.

Für das laufende Arm Holdings Quartal (viertes Geschaeftsquartal) peilt das Management Umsaetze von rund 1,47 Milliarden US‑Dollar an, was etwa 18 bis 19 % Wachstum entspricht. Das bereinigte EPS soll bei etwa 0,58 US‑Dollar liegen. Das ist zwar leicht über dem bisherigen Konsens, aber weit entfernt von einem spektakulaeren Sprung.

arm tageschart februar 2026

Arm Holdings: Smartphone-Risiko trotz KI-Boom

Ein zentraler Kritikpunkt am aktuellen Arm Holdings Quartal bleibt die hohe Abhaengigkeit vom Smartphone-Geschäft. Rund die Haelfte der Umsaetze stammen weiterhin aus Mobilgeraeten, obwohl Arm parallel mit Nachdruck in Bereiche wie KI-Rechenzentren und Edge-Computing expandiert. Mitbewerber und Grosskunden wie Qualcomm, Apple und Samsung stehen gleichzeitig vor Lieferschwierigkeiten bei Speicherchips. Eine anhaltende Memory-Knappheit koennte Smartphone-Hersteller zwingen, ihre Produktionsplaene zu kuerzen, was wiederum direkt auf die Lizenz- und Royalty-Einnahmen von Arm durchschlagen wuerde.

Hinzu kommt, dass mehrere Management-Stimmen im Sektor für 2026 von gedrosselten Smartphone-Stueckzahlen ausgehen. Das bremst die kurzfristige Fantasie für das Kerngeschaeft, auch wenn sich data-center-bezogene Royalties dynamisch entwickeln und langfristig die Smartphone-Einnahmen uebertreffen koennten. Genau auf diese Verschiebung hin investiertArm Holdings plcmassiv in neue Architekturen und Plattformen für KI und High-Performance-Computing.

Positiv zu werten ist, dass das Unternehmen zugleich eine wachsende Zahl langfristiger Lizenzvertraege mit hoeheren Saetzen meldet. Diese können die Volatilitaet im zyklischen Smartphone-Zyklus abmildern und die Visibilitaet der Umsaetze erhöhen.

Arm Holdings: Wie positionieren sich Analysten?

Im Nachgang an das Arm Holdings Quartal haben mehrere grosse Adressen ihre Einschaetzung aktualisiert. Die Citigroup betont das strukturelle Wachstumspotenzial im KI-Bereich und sieht weiteres Upside, bleibt jedoch sensibel für kurzfristige Rueckschlaege im Smartphone-Segment. RBC Capital Markets verweist auf die starke Position von Arm in energieeffizienten CPU-Designs für Rechenzentren und haelt an einer positiven mittelfristigen Sicht fest, mahnt aber zur Vorsicht angesichts der Memory-Knappheit und der hohen Bewertung.

Weitere Investmenthaeuser wie Goldman Sachs und Morgan Stanley rücken vor allem die Rolle von Arm als Schluesselzulieferer für KI-Hardware in den Vordergrund. Sie sehen das Unternehmen gut aufgestellt, vom Trend zu spezialisierter Beschleuniger- und CPU-Architektur zu profitieren, beobachten aber genau, ob die Umsatzdynamik im Datenzentrum tatsaechlich schnell genug anzieht, um die absehbare Abkuehlung im Smartphone-Bereich zu kompensieren.

Fazit

für Anleger bedeutet das: Das Arm Holdings Quartal liefert solide operative Fortschritte, ist aber kein Selbstlaeufer. Wer einsteigt, setzt darauf, dass sich der Strategiewechsel hin zu KI- und Rechenzentrumsanwendungen beschleunigt und die aktuelle Memory-Knappheit den Markt nur temporaer bremst.

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Palantir Quartal mit Rekordzahlen und Mega-KI-Deals – warum stürzt die Aktie trotzdem so deutlich ab?

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05.02.26 20:16 Uhr

Palantir Technologies Inc.

Palantir meldet ein Rekord-Quartal mit explosionsartigem Gewinnwachstum, massiven KI-Großaufträgen aus dem US-Regierungs- und Unternehmenssektor – und dennoch rauscht die Aktie deutlich ins Minus. Wie passt das zusammen, was steckt hinter der Kursreaktion von Palantir Technologies Inc. und was bedeutet das für Anleger, die auf das nächste Palantir Quartal setzen?

Palantir Quartal: Wie stark waren Umsatz und Gewinn?

Im abgelaufenen Palantir Quartal Q4 2025 steigertePalantir Technologies Inc.den Umsatz auf rund 1,4 Milliarden US‑Dollar, ein Plus von 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders dynamisch entwickelte sich das US-Geschäft: Die kommerziellen Erlöse in den Vereinigten Staaten schnellten um 137 Prozent auf 507 Millionen US‑Dollar in die Höhe. Das Regierungsgeschäft legte ebenfalls kräftig zu, US-Government-Umsätze stiegen um 66 Prozent auf 570 Millionen US‑Dollar.

Der Reingewinn explodierte um mehr als 400 Prozent, die operative Marge erreichte laut Analystenschätzungen etwa den Bereich um 40 Prozent. CEO Alex Karp sprach im Zuge des Palantir Quartal von einem „n of 1“-Unternehmen und betonte die Einzigartigkeit der Plattform im KI-Orchestrierungsmarkt. Für 2026 stellt das Management ein Umsatzwachstum von rund 61 Prozent in Aussicht – ein klarer Hinweis, dass die aktuelle Nachfragewelle nach KI-Lösungen noch lange nicht abebbt.

Palantir Technologies: Warum wächst das KI- und Regierungs-Geschäft so stark?

Treiber des Booms sind vor allem die massiven Investitionsprogramme der US-Regierung in künstliche Intelligenz. Das Verteidigungsministerium will sein Militär zur „AI-first“-Streitkraft umbauen und plant für 2026 ein Rekordbudget von 13,4 Milliarden US‑Dollar speziell für KI.Palantir Technologies Inc.gilt dabei als einer der zentralen Softwarelieferanten: Das Unternehmen gewann zuletzt einen zehnjährigen Rahmenvertrag mit der US-Armee über bis zu 10 Milliarden US‑Dollar und 75 Einzelmandate für Software- und Datenlösungen.

Hinzu kommt ein 448-Millionen-US‑Dollar-Deal mit der US Navy zur Einführung von „ShipOS“, einer KI-gestützten Plattform zur Modernisierung von Schiffbau und Lieferketten. Parallel dringt Palantir tiefer in zivile Branchen vor: Eine neue Partnerschaft mit Cognizant verknüpft Palantir Foundry und AIP mit den TriZetto-Healthcare-Plattformen, um Krankenversicherer und Dienstleister zu automatisieren und regulatorisch saubere KI-Prozesse zu ermöglichen. Das Palantir Quartal zeigt damit, dass die Firma sowohl im Verteidigungs- als auch im Enterprise-Segment zu einem Schlüsselknoten der US-KI-Infrastruktur geworden ist.

pltr tageschart februar 2026 15

Palantir Technologies: Warum fällt die Aktie trotz Rekord-Quartal?

Trotz der beeindruckenden Zahlen und starken Ausblicke gerät die Aktie vonPalantir Technologies Inc.massiv unter Druck. Heute notiert sie bei 131,39 US‑Dollar, ein Tagesminus von 5,84 Prozent nach 139,54 US‑Dollar am Vortag. In der Spitze verlor der Titel an Einzel­tagen bis zu 12 bis 14 Prozent und ist seit den Hochs um rund ein Drittel gefallen. Charttechnisch hat die Aktie wichtige Unterstützungen um 150 US‑Dollar gerissen, liegt klar unter der 200‑Tage-Linie, ein Rounding-Top deutet eine abgeschlossene Rallyephase an.

Der Kern des Problems ist die Bewertung: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis lag zeitweise bei über 230, das Verhältnis zum erwarteten Gewinn immer noch deutlich über 100. Einige Analysten sprechen von einer „wahnsinnigen“ Bewertung, die selbst bei den jüngsten Kursrücksetzern kaum Sicherheitsmarge bietet. DA Davidson etwa senkte sein Kursziel von 215 auf 180 US‑Dollar und blieb bei „Neutral“, während HSBC-Analyst Stephen Bersey die Aktie zwar von „Hold“ auf „Buy“ hochstufte, das Kursziel aber nur moderat von 197 auf 205 US‑Dollar anhob – ein Hinweis, dass das Chance-Risiko-Profil gespalten gesehen wird.

Palantir Technologies: Wie reagieren Analysten auf das Palantir Quartal?

Die Analystenlandschaft zeigt sich gespalten. Auf der einen Seite sehen Wachstums-orientierte Häuser inPalantir Technologies Inc.einen Profiteur der KI-Revolution. Research-Anbieter wie Zacks Investment Research führen Palantir als „Incredible Growth Stock“ mit überdurchschnittlichen Wachstumskennzahlen und verweisen auf die beschleunigte Umsatzdynamik im aktuellen Palantir Quartal. Auch mehrere Strategen argumentieren, dass die Korrektur in Software- und KI-Titeln einer „SaaSpocalypse“-Stimmung entspringt und die jüngsten Abschläge eher einem Bewertungs-Reset als einem fundamentalen Bruch gleichen.

Andere Experten warnen jedoch vor strukturellen Risiken. Kommentatoren verweisen auf die im Vergleich zu Nvidia deutlich höhere Bewertungsmultiplikation und auf operative Engpässe: Internationales Wachstum bleibt mit nur 8 Prozent im kommerziellen Auslandsgeschäft deutlich hinter den USA zurück, zudem kämpft Palantir mit Kapazitätsgrenzen durch fehlende Spezialisten. Gleichzeitig verstärkt die Debatte um Verträge mit US-Behörden wie ICE und dem Department of Homeland Security den reputativen Druck, nachdem große Pensionsfonds aus New York mehr Transparenz und Risikoanalysen einfordern.

Hinzu kommt, dass Insider in den vergangenen Tagen Aktien verkauft haben und damit die Nervosität am Markt verstärken. In der Breite setzen Investoren angesichts steigender Zinsen und einer Flut neuer KI-Produkte von OpenAI und Anthropic verstärkt auf Gewinnmitnahmen bei hoch bewerteten Softwarewerten. Palantir gerät damit in einen doppelten Gegenwind aus Bewertungsangst und Sektorrotation.

Fazit

Für Anleger bleibt die Lage ambivalent: Das Palantir Quartal unterstreicht die operative Stärke und die strategische Rolle im KI-Ökosystem, die Bewertung und die zunehmenden politischen sowie reputativen Risiken sorgen jedoch für Volatilität. Langfristig orientierte Investoren dürften die aktuelle Konsolidierung als Gelegenheit sehen, die Position gestaffelt auszubauen, während kurzfristig orientierte Trader vor allem die technischen Marken und die nächste Nachrichtenwelle im Blick behalten werden.

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Sind die aggressiven Meta KI-Investitionen am Rekordhoch Chance oder Klagerisiko für Anleger?

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05.02.26 19:22 Uhr

Meta Platforms

Meta Platforms treibt seine KI-Offensive mit nie dagewesenen Investitionen voran – und erreicht gleichzeitig ein neues Rekordhoch an der Börse. Während Milliarden in Rechenzentren, eigene Chips und KI-Modelle fließen, wächst in Europa der Druck durch Datenschutzklagen. Für Anleger stellt sich die Frage: Überwiegt der KI-Turbo im Kerngeschäft oder das wachsende Milliardenrisiko auf der Regulierungsseite?

Wie aggressiv erhöht Meta seine KI-Ausgaben?

Meta Platforms Inc.setzt 2026 eine neue Messlatte für Investitionsbereitschaft im KI-Rennen. Nach rund 72 Milliarden Dollar Capex im Jahr 2025 plant der Konzern nun Ausgaben von115 bis 135 Milliarden Dollar– eine Steigerung von gut 74 % zur Mitte der Spanne. Kern der Meta KI-Investitionen sind massive Rechenzentren unter dem Programm „Meta Compute“ sowie eigene, maßgeschneiderte Chips für KI-Lasten.

Damit reiht sich Meta in den Club der Tech-Giganten ein, die gemeinsam für 2026 über 400 Milliarden Dollar in Infrastruktur für künstliche Intelligenz stellen. Alphabet will bis zu 185 Milliarden Dollar ausgeben, liegt damit zwar vor Meta, doch die Wachstumsdynamik der Ausgaben ist bei Mark Zuckerberg besonders drastisch: Seit 2021 haben sich die Investitionen vom niedrigen zweistelligen Milliardenbereich auf dreistellige Milliardenbeträge vervielfacht.

Finanziell kann sich Meta diese Offensive leisten. Das Unternehmen erwirtschaftete 2025 fast 201 Milliarden Dollar Umsatz, knapp 98 % davon aus Werbung, und schloss das Jahr mit über 81 Milliarden Dollar an liquiden Mitteln ab. Diese Kombination aus Cash-Maschine und starker Bilanz macht es möglich, Meta KI-Investitionen in dieser Größenordnung zu stemmen, ohne die Kontrolle über die eigene Kapitalstruktur zu verlieren.

Wie zahlt sich KI im Kerngeschäft von Meta aus?

Die jüngsten Zahlen zeigen, dass Meta KI-Investitionen im Kerngeschäft bereits Wirkung entfalten. Im vierten Quartal 2025 legte der Umsatz um24 %zu, die Gewinne je Aktie übertrafen die Erwartungen. Die „Family of Apps“ – darunter Facebook, Instagram, WhatsApp, Threads und Messenger – erreichte im Dezember im Schnitt3,58 Milliarden tägliche Nutzer, ein Plus von 7 % gegenüber dem Vorjahr.

Entscheidend ist dabei, dass KI-Modelle zunehmend den Werbemotor antreiben. Ad Impressions stiegen um 18 %, während gleichzeitig die Preise pro Anzeige um etwa 6 % zulegen konnten. Moderne Empfehlungs- und Sequenzmodelle optimieren, welche Inhalte und Spots Nutzer sehen; generative KI-Tools erstellen automatisch Bild- und Videoanzeigen, was die Klickrate erhöht und die Monetarisierung pro Nutzer nach oben treibt. Externe Analysen bescheinigen Meta, dass KI die Werbeerlöse je Nutzer (ARPP) in den vergangenen fünf Jahren nahezu verdoppelt hat.

Zudem entstehen neue Umsatzquellen: Bezahlte WhatsApp-Nachrichten überschreiten bereits eine annualisierte Marke von 2 Milliarden Dollar. KI-gestützte Personas in Messenger und WhatsApp sollen zusätzliche Interaktionen und Werbeflächen schaffen – ein weiterer Hebel, mit dem Meta KI-Investitionen in tatsächlichen Cashflow verwandeln will.

meta tageschart februar 2026

Wie groß ist das europäische Milliardenrisiko für Meta?

Parallel zum KI-Ausbau wächst der regulatorische Gegenwind. Zwei deutsche Oberlandesgerichte haben in dieser Woche entschieden, dass Meta wegen illegaler Nutzerüberwachung über die „Meta Business Tools“ Schadenersatz leisten und das Verhalten unterlassen muss. Das OLG Dresden sprach einem Kläger1.500 Eurozu und ließ keine Revision zu – ein rechtskräftiger Präzedenzfall.

Im Kern geht es um die jahrelange Verfolgung von Millionen Facebook- und Instagram-Nutzern über Drittwebseiten hinweg, ohne wirksame Einwilligung. Diese Praxis verstoße gegen die Datenschutz-Grundverordnung und verletze grundlegende Persönlichkeitsrechte. Eine vom österreichischen Verbraucherschutzverein getragene Verbandsklage, finanziert von Padronus, will nun für Nutzer in Deutschland und Österreich flächendeckend Schadenersatz durchsetzen. Bisher haben sich bereits über 200.000 Personen angeschlossen.

Bei potenziell 50 Millionen Betroffenen in Deutschland und 6 Millionen in Österreich könnten sich selbst bei moderaten Beteiligungsquoten zweistellige Milliardenbeträge an Forderungen ergeben. Damit entwickelt sich die europäische Datenschutzfront zu einem realen Gegengewicht gegen die aggressiven Meta KI-Investitionen – sowohl finanziell als auch reputationsseitig.

Wie bewerten Analysten die Meta KI-Investitionen?

Trotz der extremen Capex-Planung bleiben zahlreiche Analysten positiv. Mehrere Research-Häuser stufen Meta als Kernprofiteur des KI-Booms ein, weil die Investitionen unmittelbar in höhere Werbeerlöse und operative Hebel münden. Studien zeigen, dass Meta mit KI-basierten Anzeigenverteilungssystemen wie Lattice und GEM die Engagement-Zeiten – etwa bei Instagram Reels in den USA um rund 30 % – ausbauen konnte, was die Werbefläche pro Nutzer steigert.

Auch wenn konkrete Kurszielanpassungen von Häusern wie Citigroup oder RBC Capital in den vorliegenden Informationen nicht genannt werden, wird Meta von Research-Plattformen häufig als „Top Pick“ im Tech-Sektor geführt. Argumente sind die hohe Kapitalrendite der Projekte (ROIIC über 20 %), eine Cash-Rendite auf das eingesetzte Kapital (CROIC) von über 50 % und die im Branchenvergleich moderate Bewertung mit einem erwarteten KGV von knapp 25, obwohl die Aktie in den letzten drei Jahren um 387 % gestiegen ist. Gleichzeitig warnen manche Marktbeobachter vor einem möglichen Rücksetzer 2026, da frühere Kursmuster nach starken Rallys zu deutlichen Korrekturen führten und die enormen Meta KI-Investitionen das Enttäuschungsrisiko erhöhen.

Fazit

Unterm Strich stehen Anleger vor einem klassischen High-Risk-High-Reward-Szenario: Auf der einen Seite ein Konzern, der mit Meta KI-Investitionen sein Werbeimperium zur personalisierten „Superintelligenz“-Plattform ausbauen will; auf der anderen Seite europäische Gerichte, Milliardenklagerisiken und die Frage, wie lange sich dreistellige Milliarden-Capex rechtfertigen lassen. Wer an die Skalierbarkeit des KI-Werbemodells glaubt und regulatorische Risiken in Kauf nimmt, findet bei Meta Platforms Inc. weiterhin eine wachstumsstarke, cashreiche Tech-Aktie mit erheblichem Hebel auf den globalen KI-Trend.

Weiterführende Quellen

Bitcoin Kurssturz auf 3-Monats-Tief: Droht jetzt der große Crash oder eröffnet sich eine neue Einstiegschance für mutige Anleger?

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05.02.26 17:07 Uhr

Bitcoin

Der aktuelleBitcoin Kurssturzsorgt weltweit für Nervosität an den Kryptomärkten. Nachdem BTC zeitweise deutlich unter die Marke von 70.000 US‑Dollar gefallen ist, fragen sich viele Anleger, ob jetzt der Beginn eines längeren Bärenmarkts droht – oder ob es sich nur um eine scharfe, aber letztlich gesunde Korrektur nach dem Rekordlauf der vergangenen Monate handelt. ETF-Abflüsse, Zinsängste und eine wachsende Vertrauenskrise treffen gleichzeitig aufeinander und verstärken die Abwärtsdynamik.

Wie tief reicht der aktuelle Bitcoin Kurssturz?

Die Leitwährung des Kryptomarkts hat ihre Talfahrt in dieser Woche deutlich beschleunigt. Auf der Handelsplattform Bitstamp fielBitcoinzeitweise auf rund69.000 US‑Dollar, den niedrigsten Stand seit November 2024. Aktuell liegt der Kurs bei etwa67.245 US‑Dollarund damit rund neun Prozent unter dem Vortagesschluss von 73.019 US‑Dollar (BTCUSD: -9,0 %). Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf knapp 20 Prozent, innerhalb einer Woche wurden im gesamten Kryptomarkt fast 500 Milliarden US‑Dollar an Marktkapitalisierung vernichtet.

Vom Allzeithoch oberhalb von126.000 US‑DollarhatBitcoininzwischen rund 40 bis 45 Prozent eingebüßt. Analysten sprechen von einer scharfen Korrektur, die sich charttechnisch zu einem Bärenmarkt ausgewachsen hat. Wichtige Unterstützungszonen bei 74.000 und 72.000 US‑Dollar wurden nach unten durchbrochen; Marktbeobachter sehen die nächsten markanten Bereiche nun im Umfeld der alten Rekordmarke von 2021 bei etwa 69.000 US‑Dollar sowie beim 200‑Wochen-Durchschnitt zwischen 58.000 und 60.000 US‑Dollar.

Was treibt den Bitcoin Kurssturz an?

Mehrere Faktoren verstärken sich gegenseitig. Zum einen sorgt die erwartete Ernennung vonKevin Warshzum nächsten Fed‑Chef für Unruhe. Warsh gilt als geldpolitischer Falke, der für höhere Realzinsen und eine kleinere Fed-Bilanz steht. Die Aussicht auf weniger Liquidität stützt den US‑Dollar und belastet spekulative Anlagen wieBitcoin. Parallel zeigte sich ein deutlicher Risk-off‑Modus an den Aktienmärkten: Der Nasdaq 100 verlor mehr als zwei Prozent, besonders zinssensitive Tech‑ und Softwarewerte gerieten unter Druck.

Zum anderen verschärfen massive Abflüsse aus US‑Spot‑Bitcoin‑ETFs denBitcoin Kurssturz. Nach kräftigen Zuflüssen im Herbst kam es zuletzt zu wiederholten Nettoabflüssen in Milliardenhöhe, allein in einem jüngeren Zeitraum wurden über 3 Milliarden US‑Dollar Kapital aus den Produkten abgezogen. Große Adressen – darunter Miner und frühe „Whale“-Investoren – nutzen das Umfeld zudem für umfangreiche Verkäufe. On‑Chain‑Daten deuten auf eine Phase strategischer „Verkaufskampagnen“ hin, in der größere Pakete über OTC‑Desks in den Markt gegeben werden.

btcusd tageschart februar 2026 6

Wie stark ist die Vertrauenskrise bei Bitcoin?

Die jüngste Bewegung wird von Marktteilnehmern zunehmend alsVertrauenskrisebeschrieben. Der vielzitierte Status vonBitcoinals „digitales Gold“ steht in Frage, da sich die Kryptowährung in den vergangenen Wochen eher wie ein hochvolatiles Tech‑Asset verhielt. In Phasen erhöhter Unsicherheit flossen Gelder verstärkt in klassische sichere Häfen wie Gold und Silber, währendBitcoinparallel deutlich verlor. Der Krypto‑Fear‑&‑Greed‑Index rutschte in den Bereich „Extreme Angst“.

DerBitcoin Kurssturzwird zusätzlich von Derivate-Liquidationen verstärkt. Innerhalb von 24 Stunden wurden Long‑Positionen im Wert von mehreren hundert Millionen US‑Dollar zwangsliquidiert. Viele Trader waren mit hohem Hebel engagiert und wurden durch die raschen Rückgänge aus dem Markt gespült. Prediction‑Markets wie Polymarket preisen inzwischen hohe Wahrscheinlichkeiten für weitere Tiefs ein: Kontrakte signalisieren Chancen von über 70 Prozent, dassBitcoinin diesem Jahr noch 65.000 US‑Dollar erreicht oder unterschreitet, während die Wetten auf einen schnellen Sprung zurück über 100.000 US‑Dollar deutlich an Überzeugung verloren haben.

Wie reagieren Analysten und institutionelle Anleger?

Investmentbanken wieGoldman Sachs,Morgan StanleyundCitigroupverweisen in aktuellen Kommentaren vor allem auf die gestiegene Zinsunsicherheit und die ETF‑Abflüsse als Belastungsfaktoren.RBC Capital Marketsbetont die enge Korrelation zwischenBitcoinund wachstumsstarken Tech‑Aktien: Fällt der Nasdaq, geraten häufig auch Krypto‑Assets unter Druck. Gleichzeitig verweisen Häuser wie Goldman Sachs und Morgan Stanley darauf, dass die institutionelle Infrastruktur – von regulierten Börsen bis hin zu Spot‑ETFs – den Markt strukturell robuster macht als in früheren Zyklen.

Während einige Marktkommentare von einer möglichen „Todesspirale“ sprechen, sehen andere Research‑Häuser wie K33 Research beunruhigende Parallelen zu 2018 und 2022, warnen aber vor Panikverkäufen. On‑Chain‑Signale deuten bereits auf erste Akkumulationsbewegungen größerer Wallets im Bereich zwischen 60.000 und 70.000 US‑Dollar hin. Für langfristig orientierte Anleger könnte derBitcoin Kurssturzdamit eher als Test zentraler Unterstützungen denn als finales Ende des Zyklus verstanden werden.

Fazit

Ob sich der Abwärtstrend fortsetzt oder eine Bodenbildung gelingt, hängt maßgeblich von der weiteren Fed‑Kommunikation, der Entwicklung der ETF‑Ströme und der Rückkehr von Vertrauen in Bitcoin als Anlageklasse ab.

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-3%: Siemens Healthineers Quartal schockt Anleger

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05.02.26 15:13 Uhr

Siemens Healthineers AG

Die Aktie der Siemens Healthineers AG gerät nach den aktuellen Quartalszahlen unter Druck. Währungsbelastungen, ein schwächeres China-Geschäft und die anhaltende Schwäche in der Labordiagnostik prägen den Jahresauftakt – während das Kerngeschäft in Bildgebung und Präzisionstherapie weiter solide wächst.

Wie lief das Siemens Healthineers Quartal operativ?

Im ersten Quartal 2025/26 sank der Konzernumsatz vonSiemens Healthineerswährungsbedingt um 1,5 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro. Auf vergleichbarer, also währungs- und portfoliobereinigter Basis, legten die Erlöse jedoch um 3,8 bis knapp 4 Prozent zu und blieben damit leicht hinter den Erwartungen vieler Analysten zurück. Marktexperten hatten im Schnitt mit 5,45 Milliarden Euro Umsatz gerechnet.

Das bereinigteEBITreduzierte sich ebenfalls um 1,5 Prozent auf 809 Millionen Euro, lag damit aber über den Prognosen des Marktes. Die bereinigte operative Marge blieb mit 15,0 Prozent stabil. Das bereinigte Ergebnis je Aktie fiel um 3,4 Prozent auf 0,49 Euro; Währungseffekte belasteten es nach Angaben von Finanzvorstand Jochen Schmitz mit rund vier Cent, Zölle mit weiteren sechs Cent. Unter dem Strich erzielte der Konzern einen Gewinn von rund 456 bis 465 Millionen Euro, was einem Rückgang von 4,7 Prozent entspricht.

Im aktuellen Siemens Healthineers Quartal zeigte sich damit ein klarer Gegensatz: Während das Kerngeschäft in der Bildgebung und Präzisionstherapie profitabel wächst, stehen Währungseffekte und das China-Geschäft spürbar auf der Bremse.

Wo stehen Bildgebung und Präzisionstherapie?

VorstandschefBernd Montagsprach trotz der Gegenwinde von „einem sehr guten Start“ im Kern aus Imaging und Precision Therapy. Die Bildgebung bleibt mit einer bereinigten EBIT-Marge von 21,6 Prozent der Profitabilitätsanker des Konzerns, auch wenn Währungen und Zölle die Marge um rund zwei Prozentpunkte belasteten. Die Verschlechterung von lediglich 0,3 Prozentpunkten unterstreicht die hohe Ertragskraft dieses Segments.

Deutlich verbessert hat sich die Profitabilität im Bereich Präzisionstherapie, getrieben insbesondere durch die Strahlentherapie-Tochter Varian. Hier zahlt sich die Integration zunehmend aus. Auch die starke Book-to-Bill-Ratio – also das Verhältnis von Auftragseingang zu umgesetztem Umsatz – stützt den positiven Ausblick. JPMorgan-AnalystDavid Adlingtonbezeichnete die Book-to-Bill-Ratio in einer ersten Reaktion als „sehr stark“ und hob das robuste Kerngeschäft hervor.

Damit liefert das Siemens Healthineers Quartal ein wichtiges Signal: Die langfristigen Wachstumssäulen Imaging und Präzisionstherapie funktionieren, selbst wenn kurzfristig Währungseffekte drücken.

shl.de tageschart februar 2026

Wie stark bremst die Labordiagnostik Siemens Healthineers?

Die SparteDiagnosticsbleibt der Problemfall beiSiemens Healthineers AG. Sie leidet unter strukturellen Veränderungen im chinesischen Gesundheitswesen, wo im Zuge einer Antikorruptionskampagne zunehmend zentral und volumenbasiert eingekauft wird und Erstattungsbeträge sinken. Umsatz und Profitabilität der Labordiagnostik gingen im ersten Quartal deutlich zurück, die bereinigte EBIT-Marge lag nur bei 2,1 Prozent – mit weitem Abstand der schwächste Wert im Konzern.

Der Vorstand stuft Diagnostics nicht mehr als Kerngeschäft ein. Die Sparte soll in den kommenden Jahren eigenständig aufgestellt werden, eine spätere Abspaltung oder ein Verkauf bleiben Optionen. Auf der Hauptversammlung forderten Aktionäre wieHendrik Schmidtvon DWS mehr Klarheit über den strategischen Fahrplan. Ohne eindeutige Entscheidung bleibe Diagnostics ein „Bremsklotz“ für den Unternehmenswert, so die Kritik.

Analysten reagieren entsprechend differenziert: Barclays spricht von einem starken Start im Kerngeschäft, während Jefferies den Auftakt insgesamt als schleppend einstuft. RBC betont, dass das starke Geschäft mit Bildgebungstechnik und die Marge in der Präzisionsmedizin durch die Schwäche in der Diagnostik verwässert werden.

Was bedeutet der Konzernumbau für Siemens Healthineers?

Neben dem internen Umbau spielt der anstehende Rückzug der Muttergesellschaft Siemens eine zentrale Rolle. Siemens plant, seinen Anteil anSiemens Healthineersschrittweise zu reduzieren und zunächst rund 30 Prozent der Anteile vorzugsweise im Rahmen einer Abspaltung an die eigenen Aktionäre auszugeben. Investoren erhoffen sich von einem höheren Streubesitz eine bessere Wahrnehmung am Kapitalmarkt, sehen aber auch die Gefahr eines strukturellen Verkaufsdrucks, solange Siemens seine Beteiligung sukzessive abbaut.

Trotz der Belastungen hält das Management an der Prognose für das Geschäftsjahr 2025/26 fest: Der vergleichbare Umsatz soll um fünf bis sechs Prozent steigen, das bereinigte Ergebnis je Aktie bei 2,20 bis 2,40 Euro liegen. Für das zweite Quartal rechnet CFO Schmitz allerdings mit einer Umsatzdynamik unterhalb der Jahresbandbreite, insbesondere wegen eines nochmals schwächeren Diagnostics-Geschäfts.

Fazit

Die Börse reagierte am Berichtstag dennoch negativ: Die Aktie fiel auf 41,57 Euro und lag damit rund 2,9 Prozent unter dem Vortagesschluss von 42,80 Euro. Für Anleger bleibt damit das aktuelle Siemens Healthineers Quartal ein Spannungsfeld aus robustem Kerngeschäft, Währungs- und China-Gegenwind sowie offenem Konzernumbau.

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Rational Quartal: Marge glänzt, Aktie +10%

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05.02.26 11:51 Uhr

Rational AG

Die Rational AG hat mit ihrem jüngsten Quartalsbericht die Erwartungen klar übertroffen. Umsatz, Marge und Kursreaktion der Aktie sorgen am Markt für Aufmerksamkeit – Anleger fragen sich nun, wie nachhaltig der aktuelle Aufschwung ist und was das starke Rational Quartal für den Ausblick bedeutet.

Rational AG: Wie stark war das Schlussquartal?

Im vierten Quartal 2025 erzielte dieRational AGUmsatzerlöse von 341 Millionen Euro und damit ein neues Rekordhoch. Auf Jahressicht kletterte der Umsatz um 6 Prozent auf 1,26 Milliarden Euro. Bereinigt um Währungseffekte entsprach das einem Plus von 8 Prozent und damit exakt dem mittleren bis hohen einstelligen Wachstumspfad, den das Management anpeilt. CEOPeter Stadelmannsprach von dem umsatzstärksten Dezember der Unternehmensgeschichte und hob den konsequenten Ausbau der Vertriebskapazitäten als zentralen Wachstumstreiber hervor.

Das viel beachtete Rational Quartal bestätigte zudem die Robustheit des Geschäftsmodells trotz Gegenwinds durch Inflation, US-Zölle und einen schwächeren Dollar. Besonders stark entwickelten sich die Regionen Europa (ohne Deutschland) mit 9 Prozent Umsatzplus und Nordamerika mit 8 Prozent Zuwachs. Lateinamerika legte 6 Prozent zu, während Deutschland mit 4 Prozent hinterherhinkte und Asien rund 11 Prozent unter dem Vorjahr lag.

Rational Quartal: Marge klar über Prognose – warum?

Beim Ergebnis setzte das jüngste Rational Quartal ein weiteres Ausrufezeichen: Das EBIT stieg 2025 um 6 Prozent auf 333 Millionen Euro – ebenfalls ein Rekordwert. Entscheidender für den Markt war jedoch die Profitabilität: Die EBIT-Marge erreichte26,4 Prozentund lag damit nicht nur leicht über dem Vorjahreswert von 26,3 Prozent, sondern auch über der eigenen Zielspanne von rund 26 Prozent. Analysten hatten im Schnitt mit weniger gerechnet.

CFOJörg Walterführte die starke Marge auf sinkende Beschaffungskosten, das kräftige Umsatzwachstum zum Jahresende und ein konzernweites Effizienzprogramm zurück, das seit dem dritten Quartal 2024 läuft. Bemerkenswert: Trotz spürbar höherer Ausgaben für Forschung und Entwicklung zur Absicherung künftiger Innovationen gelang es, das Kostenwachstum zu begrenzen. Die Produktgruppe iVario legte beim Umsatz um 10 Prozent zu, iCombi um 5 Prozent – ein Mix, der die Premium-Marge zusätzlich stützte.

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Rational AG: Wie reagiert die Aktie auf das Rational Quartal?

An der Börse wurde das starke Rational Quartal mit einem deutlichen Kurssprung honoriert. Die Aktie derRational AGnotiert aktuell bei rund 733,50 Euro und damit gut 10 Prozent über dem Vortagesschluss von 665,00 Euro. Zwischenzeitlich wurden im Tagesverlauf Kurse von bis zu 772 Euro erreicht – das höchste Niveau seit Mai des vergangenen Jahres. Charttechnisch ließ der Titel damit die 21-, 50- und 200-Tage-Linie hinter sich und durchbrach den zuvor dominierenden leichten Abwärtstrend.

Analysten zeigen sich beeindruckt:RBC-Analyst Sebastian Kuenne, der die Aktie weiterhin mit „Underperform“ bewertet, sprach dennoch von „extrem starken“ Resultaten im Schlussquartal und hob nach einem Managementgespräch die Disziplin im Kostenmanagement hervor.Goldman Sachssieht durch das starke Rational Quartal steigende Markterwartungen für 2026 und verweist auf die klare Verbesserung des charttechnischen Bildes.Bernstein-Analyst Philippe Lorrainbetonte, dass die operative Marge über der eigenen Prognose lag; sein Kursziel von 1.070 Euro impliziert ausgehend vom aktuellen Kurs ein Aufwärtspotenzial von mehr als 40 Prozent.

Rational AG: Was bedeutet das Rational Quartal für den Ausblick?

Strategisch sieht sich dieRational AGhervorragend positioniert. Das Unternehmen verweist auf eine sehr solide Bilanz, eine komfortable Liquiditätslage und ein weiterhin großes Marktpotenzial für effiziente Küchentechnologie – insbesondere in Europa und Nordamerika. Der systematische Ausbau des Vertriebs soll auch 2026 für nachhaltiges Wachstum sorgen. Detaillierte Kennzahlen, der Dividendenvorschlag für 2025 und eine konkrete Prognose für das laufende Geschäftsjahr will Rational am 19. März vorlegen.

Für Anleger bleibt damit das aktuelle Rational Quartal ein wichtiger Referenzpunkt: Die Kombination aus erneutem Rekordjahr, stabil hoher EBIT-Marge und einem klaren Kurssprung stärkt das Vertrauen in die langfristige Ertragskraft. Zugleich bleibt das Management mit Blick auf Kostensteigerungen und die Schwäche in Asien vorsichtig, was Raum für selektives Erwartungsmanagement lässt.

Fazit

Das jüngste Rational Quartal bestätigt die Rolle der Rational AG als hochprofitablen Qualitätswert mit intakter Wachstumsgeschichte. Für Anleger unterstreicht die starke Marge die Attraktivität des Titels, auch nach dem zweistelligen Kurssprung. Die nächsten Zahlen und der Ausblick im März werden zeigen, ob das Rational Quartal den Startschuss für eine nachhaltige Trendwende nach oben markiert.

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Rheinmetall Prognose: -7% Absturz oder Chance?

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05.02.26 11:29 Uhr

Rheinmetall AG

Die Aktie der Rheinmetall AG gerät nach der neuen Prognose für 2025 und dem ersten Ausblick auf 2026 kräftig unter Druck. Anleger fragen sich, ob der Kursrutsch von rund 7 Prozent ein Warnsignal für weitere Verluste ist – oder eine Gelegenheit, um bei der DAX-Rüstungsaktie günstiger einzusteigen. Im Fokus stehen nun die aktualisierten Umsatzziele, die Reaktionen der Analysten und die Rolle geopolitischer Entwicklungen für die weitere Kursentwicklung.

Rheinmetall Prognose: Was verunsichert die Anleger?

Auslöser der Verkaufswelle ist eine präzisierteRheinmetall Prognosefür das Geschäftsjahr 2025 sowie eine erste Umsatzaussage für 2026. Für 2025 stelltRheinmetall AGnun einen Umsatz von rund 13,6 Milliarden Euro in Aussicht. Damit liegt das Management etwa zwölf Prozent unter den bisherigen Markterwartungen, die sich auf Datendiensten wie Visible Alpha ablesen lassen. Noch stärker ins Gewicht fällt, dass die Tonlage im Analystencall eher vorsichtig ausfiel, obwohl der Konzern weiterhin von einem robusten Wachstum des Verteidigungsgeschäfts ausgeht.

Für 2026 nennt Rheinmetall einen operativen Umsatzkorridor von 15 bis 16 Milliarden Euro. Dabei verweist das Management auf einen Konsolidierungseffekt von rund zwölf Prozent, der den berichteten Umsatz um etwa 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro drücken dürfte. Gleichzeitig bestätigt der Konzern für das Verteidigungssegment 2025 ein Wachstum von 30 bis 35 Prozent bei einer operativen Marge von 18,5 bis 19 Prozent sowie einer Cash Conversion deutlich über 50 Prozent. Dennoch dominiert an der Börse zunächst die Enttäuschung darüber, dass die neue Rheinmetall Prognose klar hinter den ambitionierten Erwartungen vieler Investoren zurückbleibt.

Rheinmetall: Wie reagieren die Analysten?

Besonders deutlich fällt die Reaktion der großen Investmentbanken aus. Die US-BankJPMorganhat ihr Kursziel für die Aktie von Rheinmetall von 2.250 auf 2.130 Euro gesenkt, behält aber das Rating „Overweight“ bei. AnalystDavid Perrykürzte seine Gewinnschätzungen bis 2030 um bis zu 14 Prozent und begründet dies mit einem schwieriger als erwartet verlaufenden Produktionshochlauf. Gleichzeitig betont er jedoch, dass er weiterhin von einem außergewöhnlich starken Umsatz- und Ergebniswachstum in den kommenden fünf Jahren ausgeht und die Bewertung der Aktie trotz Rücksetzer als attraktiv einstuft.

Auch die InvestmentbankJefferiesreagierte und reduzierte ihr Kursziel für Rheinmetall von 2.170 auf 2.060 Euro, die Einstufung „Buy“ bleibt aber bestehen. AnalystinChloe Lemarieverweist auf die nun kommunizierten Umsätze für 2025 und die Erlöserwartungen 2026, die klar unter den bisherigen Konsensschätzungen liegen. Zudem deuteten die Aussagen zur Profitabilität auf ein operatives Ergebnis unter Markterwartung hin. Die Mehrheit der Analysten bleibt trotz der Anpassungen positiv: Laut Erhebungen vonBloombergempfehlen 24 von 28 Experten weiterhin den Kauf der Aktie, einige – darunter UBS und Morgan Stanley – sehen Kursziele von bis zu 2.500 Euro.

rhm.de tageschart februar 2026

Rheinmetall AG: Rolle von Geopolitik und Charttechnik

Neben der neuenRheinmetall Prognosespielen auch geopolitische Faktoren eine Rolle. Die laufenden Gespräche zwischen Russland und der Ukraine in Abu Dhabi nähren Hoffnungen auf einen möglichen Waffenstillstand. Schon die Aussicht auf diplomatische Fortschritte reicht aus, um Rüstungswerte wie Rheinmetall, Hensoldt, Renk und TKMS unter Druck zu bringen. Marktteilnehmer verweisen darauf, dass ein nachhaltiger Rückgang der Kriegsintensität mittelfristig die Dynamik im Auftragsgeschäft bremsen könnte – auch wenn die NATO-Staaten weiterhin hohe Investitionsbedarfe in ihre Verteidigungsfähigkeiten haben.

Charttechnisch wirkt das Bild angeschlagen: Die Aktie vonRheinmetall AGist unter die viel beachtete 200-Tage-Linie gefallen und notiert mit 1.562,50 Euro deutlich unter dem Vortagesschluss von 1.679,50 Euro, was einem Minus von rund 6,97 Prozent entspricht. Seit Mai vergangenen Jahres bewegt sich der Titel in einer breiten Seitwärtszone, deren Untergrenze nun wieder in Reichweite kommt. Trader sehen im Bruch der gleitenden Durchschnittslinie ein technisches Verkaufssignal, während langfristig orientierte Investoren den Rücksetzer als potenzielle Einstiegsgelegenheit werten könnten.

Rheinmetall Prognose: Chance oder Warnsignal für Anleger?

Im Hintergrund bleibt das strukturelle Wachstumsszenario intakt: Rheinmetall erwartet für die kommenden vier Quartale allein aus Deutschland Aufträge in Höhe von rund 67 Milliarden Euro, inklusive des umfangreichen „Arminius“-Boxer-Pakets. Für 2026 stellt der Konzern einen Auftragseingang von etwa 80 Milliarden Euro und einen Auftragsbestand von rund 135 Milliarden Euro in Aussicht. Insbesondere das Munitionsgeschäft soll bis 2026 von 3,5 auf etwa fünf Milliarden Euro wachsen und bleibt der profitabelste Bereich. Gleichzeitig arbeitet Rheinmetall an der Trennung vom Automotive-Geschäft und meldet, 2025 ohne Nettoverschuldung abgeschlossen zu haben.

Fazit

Für Anleger bedeutet die aktuelle Rheinmetall Prognose einen Spagat: Kurzfristig dominieren verfehlte Erwartungen, gesenkte Kursziele und charttechnische Schwäche, mittel- bis langfristig stützen jedoch volle Auftragsbücher und hohe Verteidigungsetats das Investment-Case. Wer bereits investiert ist, sollte die kommenden Quartalszahlen und mögliche weitere Anpassungen der Analystenschätzungen genau beobachten. Neueinsteiger können den Rücksetzer nutzen, sollten aber die erhöhte Volatilität und die starke Abhängigkeit von geopolitischen Entwicklungen einkalkulieren.

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