SP500 6.867,83 -0,57%DJ30 49.377,00 -0,49%NAS100 24.817,00 -0,71%GER40 25.099,20 -0,24%EU50 6.100,80 -0,47%BTCUSD 65.487,29 -3,12%ETHUSD 1.877,18 -3,70%VIX 20,68 +1,60% SP500 6.867,83 -0,57%DJ30 49.377,00 -0,49%NAS100 24.817,00 -0,71%GER40 25.099,20 -0,24%EU50 6.100,80 -0,47%BTCUSD 65.487,29 -3,12%ETHUSD 1.877,18 -3,70%VIX 20,68 +1,60%
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OpenAI Finanzierung und 1,4 Bio.-CapEx: Wie tragfähig ist der KI-Boom?

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Microsoft

Wird die gigantische OpenAI Finanzierung zum Turbo für den KI-Boom oder zum teuren Stresstest für Hyperscaler-Bilanzen?

OpenAI Finanzierung als Symbol des KI-CapEx-Booms?

Private-OpenAI steht kurz vor dem Abschluss der ersten Phase einer neuen Finanzierungsrunde, die mehr als 100 Milliarden US‑Dollar einbringen könnte. Die Bewertung des von Sam Altman geführten Unternehmens soll dabei auf bis zu 850 Milliarden US‑Dollar steigen. Diese OpenAI Finanzierung ist kein Luxusprojekt, sondern notwendig, um einen bereits geplanten Ausbau von Rechenzentren und die Beschaffung von GPUs im Volumen von rund 1,4 Billionen US‑Dollar zu finanzieren. Großinvestoren wie Amazon mit rund 50 Milliarden US‑Dollar, SoftBank mit etwa 30 Milliarden US‑Dollar sowie NVIDIA positionieren sich als strategische Kapitalgeber und sichern sich damit Einfluss auf die künftige KI-Infrastruktur.

Parallel dazu haben sich die Investitionsschätzungen für den KI‑CapEx der großen Cloud-Anbieter stark nach oben verschoben. Für 2026 werden nun rund 657 Milliarden US‑Dollar veranschlagt, nach zuvor 540 Milliarden. Das entspricht etwa 2 % des globalen BIP und markiert den Kern eines neuen, globalen KI‑Investitionszyklus, der Investoren zugleich fasziniert und verunsichert.

Microsoft und Alphabet: Wie weit darf der CapEx steigen?

Die Hyperscaler – allen voran MicrosoftAlphabet – gelten als Taktgeber dieser Welle. In diesem Jahr summiert sich der CapEx der großen Cloud-Betreiber bereits auf rund 700 Milliarden US‑Dollar, ein Anstieg von etwa 70 % gegenüber dem Vorjahr. Schätzungen zufolge entspricht dies rund 90 % ihres Cashflows. Anders als in der Dotcom-Blase 2000 generieren diese Konzerne zwar substanzielle Mittel, dennoch fragen institutionelle Anleger zunehmend, wie hoch der CapEx-Anteil am Cashflow langfristig sein darf.

Der zuletzt auf 398,46 US‑Dollar gefallene Schlusskurs der Microsoft-Aktie (Vortag: 399,60 US‑Dollar) – mit leichtem Aufschlag im außerbörslichen Handel – zeigt, dass der Markt trotz solider Ergebnisse sensibel auf das Thema CapEx reagiert. Investmenthäuser wie Goldman Sachs, RBC Capital Markets und Citigroup betonen in ihren Einschätzungen inzwischen explizit die Notwendigkeit eines nachweisbaren ROI aus KI‑Investitionen, bevor weitere Bewertungsprämien gerechtfertigt seien.

Globaler KI-Investitionszyklus und Hyperscaler-CapEx Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Amazon, Meta und Oracle: Können Hyperscaler den ROI liefern?

Amazon, Meta und Oracle zählen zu den größten Einzelkäufern von KI‑Hardware. Gemeinsam mit Microsoft und Alphabet repräsentieren sie rund 70 % des KI‑Marktes. Wenn diese Gruppen ihre Ausgaben beschleunigen, zieht dies die gesamte Lieferkette von Chips über Strom bis hin zu Netzwerken mit nach oben. Bremsen sie, trifft dies die Hardware-Nachfrage schlagartig – insbesondere bei NVIDIA, das derzeit als „Zentrum des Universums“ im KI‑Chipmarkt gilt.

Für Meta ist KI zudem nicht nur Kostenfaktor, sondern produktiver Hebel: Verbesserte Modelle haben die Prävalenz von Hassrede auf etwa 0,02 % gedrückt und beschleunigen die Erkennung viraler Inhalte. Amazon und Walmart nutzen generative KI bereits, um Produktivität, Suchergebnisse und Werbeumsätze zu steigern. Dennoch wächst unter Investoren die Sorge, dass KI langfristig Software-Code nahezu kostenlos machen und damit klassische SaaS-Modelle aushöhlen könnte. Genau in diesem Spannungsfeld wird die OpenAI Finanzierung zum Lackmustest: Gelingt es, diese immensen Vorleistungen in margenstarke KI-Dienste zu übersetzen?

NVIDIA und Private-OpenAI: Ist die Bewertung haltbar?

NVIDIA profitiert unmittelbar von der CapEx-Welle. Gleichzeitig fragen Fondsmanager in Umfragen von Häusern wie Bank of America, ob der aktuelle Investitionspfad der Hyperscaler nachhaltig ist oder ob ein späterer Ausgabenstopp zu einem abrupten Nachfrageeinbruch führen könnte. Sollte sich zudem herausstellen, dass Large Language Models nicht so skalierbar sind wie erhofft, droht eine Neubewertung jener Titel, die heute am stärksten an LLMs und Chips hängen.

Für Private-OpenAI bedeutet dies: Die jetzige OpenAI Finanzierung zu einer Bewertung nahe 850 Milliarden US‑Dollar setzt voraus, dass generative KI eher wie Elektrizität in der zweiten industriellen Revolution wirkt – also als breit getragene Infrastrukturtechnologie – und nicht als kurzlebiger Hype. Gelingt es, über Agenten, vertikale KI‑Lösungen und Enterprise-Angebote einen nachhaltigen Umsatz- und Cashflow-Strom aufzubauen, könnte der aktuelle KI-Investitionszyklus die Basis für ein langfristiges Produktivitätswachstum und höhere Unternehmensgewinne legen.

Wir werden alle irgendwann disrupiert werden. Sie steht nicht vor der Tür, sie ist jetzt im Haus.
— Unbekannter Marktstratege über KI

Fazit

Für Anleger bleibt damit entscheidend, welche Anbieter ihre massiven CapEx-Ausgaben konsequent in Cashflows verwandeln. Wer die Kapitaldisziplin behält und gleichzeitig technologische Führerschaft beweist, dürfte zu den strukturellen Gewinnern dieser KI‑Ära zählen.

Weiterführende Quellen

Wayfair Quartal mit -13% Crash trotz Profitboom

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19.02.26 22:00 Uhr
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Wayfair Inc.

Wie kann ein profitableres Wayfair Quartal die Erwartungen schlagen und dennoch einen Kurssturz von 13 Prozent auslösen?

Wie fällt das Wayfair Quartal operativ aus?

Wayfair Inc. meldet für das vierte Quartal 2025 einen Nettoumsatz von 3,34 Milliarden US-Dollar und liegt damit leicht über den erwarteten 3,30 Milliarden. Das entspricht einem Wachstum von 6,9 % gegenüber dem Vorjahr; bereinigt um den Rückzug aus Deutschland wären es sogar 7,8 %. Besonders wichtig für Investoren: Die bereinigte Gewinnkennzahl je Aktie erreicht 0,85 US-Dollar, klar über den Konsensschätzungen von rund 0,64 bis 0,66 US-Dollar. Dennoch bleibt das Unternehmen unter dem Strich im Minus, mit einem Nettoverlust von 116 Millionen US-Dollar, wobei unter anderem Einmaleffekte aus aktienbasierter Vergütung und Schuldenmanagement belasten.

Das Wayfair Quartal bestätigt den strategischen Fokus auf Profitabilität: Das bereinigte EBITDA steigt auf 224 Millionen US-Dollar, was einer Marge von 6,7 % entspricht und mehr als einer Verdopplung gegenüber dem Vorjahreszeitraum gleichkommt. Auf Gesamtjahresbasis 2025 wächst das bereinigte EBITDA um mehr als 60 % auf 743 Millionen US-Dollar. Gleichzeitig klettert der Jahresumsatz um 5,1 % auf 12,5 Milliarden US-Dollar – das erste Plus seit 2020. CEO Niraj Shah spricht von einem „pivotal year“, in dem Wayfair sowohl Marktanteile als auch Profitabilität unter Beweis gestellt habe.

Warum stürzt die Aktie von Wayfair Inc. ab?

Trotz des starken Wayfair Quartal rutscht die Aktie am Donnerstag an der Wall Street um 13,02 % auf 79,57 US-Dollar ab, nach 91,48 US-Dollar am Vortag. Im nachbörslichen Handel geht es mit 79,43 US-Dollar noch leicht weiter nach unten. Damit markiert der Wert ein Vier-Monats-Intraday-Tief. Auslöser sind weniger die ausgewiesenen Zahlen als vielmehr die Wahrnehmung, dass die Käuferseite mit noch stärkerem Wachstum gerechnet hatte. Analysten verweisen darauf, dass das Nettoumsatzplus von 6,9 % hinter den hohen Hoffnungen vieler Investoren zurückgeblieben sein dürfte und die aktiven Kunden leicht unter den Erwartungen lagen.

Hinzu kommt eine gewisse Nervosität rund um den Margenausblick. Das Management signalisiert, dass die Bruttomarge in den kommenden Quartalen temporär unter die bisher angepeilte Spanne von 30 % bis 31 % fallen könnte, um schneller Marktanteile zu gewinnen und Loyalitätsprogramme auszubauen. MarketWatch hebt hervor, dass die Aktie ihre schwächste Reaktion auf Quartalszahlen seit mehreren Jahren erlebt, da der unerwartete Nettoverlust und die geplanten Investitionen in Expansion und Kundenbindung die kurzfristige Gewinnfantasie eintrüben. Proactive Investors betont zudem die Sorgen des Marktes über die Kundendynamik, obwohl das Wayfair Quartal Umsatz und Ergebnisprognosen übertroffen hat.

Wayfair Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Wie positioniert sich Wayfair Inc. strategisch?

Operativ setzt Wayfair Inc. auf mehrere Wachstumstreiber, die im aktuellen Wayfair Quartal bereits sichtbar sind. Das Unternehmen meldet die dritte aufeinanderfolgende Periode mit Wachstum bei Neukunden, während Wiederbestellungen weiter zulegen. Der durchschnittliche Bestellwert steigt auf 301 US-Dollar nach 290 US-Dollar im Vorjahr; Volumen und Preise wachsen in ähnlichem Tempo. In einem insgesamt rückläufigen Möbelmarkt – die Kategorie war im Schlussquartal im niedrigen einstelligen Prozentbereich im Minus – deutet das auf Marktanteilsgewinne hin.

Wichtige Stellhebel sind das Loyalty-Programm Wayfair Rewards mit inzwischen über einer Million zahlenden Mitgliedern, neue Services wie Wayfair Delivery Plus und Perigold Rewards sowie der Ausbau der stationären Präsenz. Filialen in Chicago, bald auch großflächige Stores in Atlanta und Denver sowie ein kleineres Format in Columbus sollen die Katalogbreite erlebbar machen und besonders in häufig gekauften Kategorien wie Textilien und Deko die Ausgaben pro Kunde erhöhen. Die Plattformstruktur mit von Lieferanten gehaltenen Beständen reduziert dabei den Kapitalbedarf. Parallel investiert Wayfair stark in KI: Shah sieht die Chance, Qualität, Geschwindigkeit und Kosten zugleich zu verbessern – etwa durch automatisierte Prozesse und personalisierte Produktempfehlungen, inklusive eines KI-basierten „Discover“-Tabs in der App.

Wie ist die Bilanz- und Ausblickslage bei Wayfair Inc.?

Die Bilanzkennzahlen des Wayfair Quartal fallen robust aus. Der Free Cashflow liegt im vierten Quartal bei 145 Millionen US-Dollar, mehr als 40 % über dem Vorjahr. Die liquiden Mittel summieren sich auf rund 1,5 Milliarden US-Dollar, inklusive Kreditlinie stehen etwa 1,9 Milliarden US-Dollar an Gesamtliquidität bereit. Gleichzeitig sinkt die Nettoverschuldung deutlich: Der Hebel fällt von etwa dem Vierfachen des EBITDA Ende 2024 auf unter das 2,5-Fache, nachdem Wayfair über 100 Millionen US-Dollar an 2027er-Wandelanleihen zurückgekauft und damit mehr als fünf Millionen potenzielle Aktien an Verwässerung neutralisiert hat.

Für das laufende erste Quartal 2026 stellt das Management ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich in Aussicht – trotz weiterer Schwäche der Branche und Belastungen durch das harte Winterwetter. Die Bruttomarge soll am unteren Ende der Spanne von 30 % bis 31 % liegen, die Beitragsmarge rund 15 %, während die bereinigte EBITDA-Marge zwischen 4,5 % und 5,5 % erwartet wird. Zacks Investment Research hebt positiv hervor, dass Wayfair sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn je Aktie über den Konsensschätzungen lag und die Effizienz im Marketing die Marge stützt. Barron’s verweist gleichzeitig auf Verluste aus der vorzeitigen Schuldenrückführung, die das ausgewiesene Ergebnis dämpfen.

„2025 war ein wirklich entscheidendes Jahr, in dem wir sowohl unsere Marktanteilsgewinne als auch unsere Profitabilität unter Beweis gestellt haben.“
— Niraj Shah, CEO von Wayfair Inc.

Fazit

Das aktuelle Wayfair Quartal vereint starke operative Kennzahlen, deutlich verbessertes EBITDA und solide Cashflows – dennoch sorgt der zweistellige Kurseinbruch für Ernüchterung. Für Anleger bleibt entscheidend, ob die Investitionen in stationären Ausbau, Loyalty-Programme und KI die Margen wie geplant nur vorübergehend belasten und mittelfristig höheres Wachstum je Kunde bringen. Gelingt dies, könnte das schwache Kursniveau nach dem Wayfair Quartal für langfristig orientierte Investoren zur Einstiegschance werden.

Weiterführende Quellen

Carvana Quartal -7,9%: Wachstum boomt, Margen knicken ein

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19.02.26 22:00 Uhr
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19.02.26 23:36 Uhr

Carvana Co.

Ist der Margen-Schock im aktuellen Carvana Quartal nur ein Ausrutscher – oder der Beginn einer riskanten Wachstumswette?

Carvana Quartal: Wie stark war das Wachstum?

Im jüngsten Carvana Quartal konnte Carvana Co. die Wachstumsgeschichte eindrucksvoll fortschreiben. Der Umsatz kletterte im vierten Quartal auf rund 5,6 Milliarden US‑Dollar, was einem Sprung von etwa 58 % im Jahresvergleich entspricht und die Markterwartungen klar übertraf. Auch auf Stückebene legte das Geschäft kräftig zu: Die Einzelhandelsverkäufe erreichten 163.000 bis 163.522 Fahrzeuge und lagen damit spürbar über den erwarteten rund 157.000 Einheiten. Das entspricht einem Zuwachs von rund 43 bis nahezu 60 % gegenüber dem Vorjahr und unterstreicht die starke Nachfrage nach dem Online-Modell beim Gebrauchtwagenkauf.

Parallel stieg der durchschnittliche Verkaufspreis pro Fahrzeug auf gut 25.000 US‑Dollar, was den Umsatz zusätzlich befeuerte. Damit gewinnt Carvana Co. im fragmentierten US‑Gebrauchtwagenmarkt weiter Marktanteile. Im Gesamtjahr 2025 setzte das Unternehmen bereits rund 597.000 Einzelhandelsfahrzeuge ab – ein Plus von gut 43 %.

Carvana: Woher kommt der Margendruck?

Die Kehrseite des starken Wachstums zeigte sich im selben Carvana Quartal bei der Profitabilität. Das bereinigte EBITDA belief sich auf 511 Millionen US‑Dollar und lag damit spürbar unter den von Analysten erwarteten 535 bis 536 Millionen US‑Dollar. Die bereinigte EBITDA-Marge kam nur auf rund 9,1 bis 10,1 % und verfehlte damit ebenfalls die Prognosen von über 10 %.

Vor allem die Kosten für Inspektion, Reparatur und Aufbereitung der Fahrzeuge zogen deutlich an. Der Bruttogewinn pro Einheit sank auf etwa 6.562 US‑Dollar und blieb damit unter dem Konsens von 6.823 US‑Dollar. CEO Ernie Garcia begründete die Entwicklung mit höheren Aufbereitungskosten in neu integrierten Standorten, geringerer Effizienz in Zentren mit unerfahrenem Management und zusätzlichen Abschreibungen auf aggressiv aufgebauten Lagerbestand. Zudem stiegen die Werbeausgaben im Quartal um mehr als 60 %, um das Nachfragewachstum weiter anzuschieben.

Carvana Co. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Carvana Co.: Wie reagieren Anleger und Analysten?

Der Margenknick im Carvana Quartal löste eine deutliche Kursreaktion aus. Nach zeitweisen Einbrüchen von bis zu 20 % nachbörslich notiert die Aktie mittlerweile bei 332,79 US‑Dollar, rund 7,95 % niedriger als am Vortag. Auf Monatssicht hat Carvana damit laut Marktberichten bereits über 20 % an Wert eingebüßt, nachdem der Kurs Ende Januar noch klar über 470 US‑Dollar gelegen hatte.

Gleichzeitig bleibt die Analystengemeinde gespalten. Wedbush Securities hält an seinem „Outperform“-Rating fest, senkte das 12‑Monats-Kursziel aber von 500 auf 425 US‑Dollar und verweist auf anhaltenden kurzfristigen Margendruck. Auch BTIG-Analyst Marvin Fong bestätigt seine Kaufempfehlung, reduziert das Kursziel jedoch von 535 auf 455 US‑Dollar und betont, dass Investoren Carvanas Bereitschaft, Margen zugunsten von Marktanteilsgewinnen zu opfern, einpreisen müssen.

Die Citigroup hat ihr Kursziel ebenfalls auf 465 US‑Dollar zurückgenommen und verweist auf die zuletzt hohe Volatilität der Aktie. Gleichzeitig sehen einige Häuser wie Morgan Stanley weiterhin ein attraktives Chance-Risiko-Profil und verweisen auf die starke Positionierung von Carvana Co. als wachstumsstärktem und profitabelstem Autohändler im US‑Markt.

Carvana Quartal: Was sagt der Ausblick?

Beim Ausblick hielt sich das Management im Carvana Quartal mit konkreten Zahlen zurück, was den Druck auf die Aktie zusätzlich erhöhte. Für das erste Quartal 2026 stellt CEO Ernie Garcia zwar ein sequentielles Wachstum sowohl bei den verkauften Einheiten als auch beim bereinigten EBITDA in Aussicht, konkrete Zielgrößen für Q1 nennt Carvana jedoch nicht. Der Markt hatte im Vorfeld mit einem EBITDA von rund 671 Millionen US‑Dollar und knapp 175.500 verkauften Fahrzeugen gerechnet.

Auf Jahressicht erwartet Carvana Co. „signifikantes Wachstum“ bei Stückzahlen und EBITDA. Analysten von Wedbush kalkulieren inzwischen mit einem Jahresumsatz von rund 26,9 Milliarden US‑Dollar und einem bereinigten EBITDA von etwa 3 Milliarden US‑Dollar, was einer Marge von rund 11,2 % entspräche. Langfristig hält Carvana an seinem ambitionierten Ziel fest, jährlich 3 Millionen Fahrzeuge im Einzelhandel zu verkaufen und eine bereinigte EBITDA-Marge von 13,5 % in den Jahren 2030 bis 2035 zu erreichen.

Zusätzliche Unsicherheit entsteht durch rechtliche und reputationsbezogene Risiken. Shortseller-Vorwürfe rund um die Beziehung zur Schwesterfirma DriveTime sowie eine laufende Untersuchung einer Anwaltskanzlei wegen möglicher Wertpapierverstöße sorgen für Gegenwind und nähren die Skepsis jener Marktteilnehmer, die den rasanten Aufstieg der Aktie schon länger kritisch sehen.

Wir sind der am schnellsten wachsende und profitabelste Autohändler – der Weg zu 3 Millionen Autos pro Jahr mit 13,5 % EBITDA-Marge bis 2030–2035 ist klar.
— Ernie Garcia, CEO von Carvana Co.

Fazit

Das aktuelle Carvana Quartal vereint starkes Wachstum mit klar sichtbaren Wachstumsschmerzen, was die Anleger zu einer Neubewertung des Risikoprofils zwingt. Für Investoren bleibt entscheidend, ob das Management die hohen Aufbereitungs- und Marketingkosten zügig in den Griff bekommt und die angepeilten Margen wirklich erreichbar sind. Gelingt die Stabilisierung der Profitabilität, könnte die jetzige Korrektur bei Carvana Co. langfristig eine neue Einstiegsgelegenheit markieren.

Weiterführende Quellen

Deere Quartal mit +11,6% Rallye: Prognose-Rekord sorgt für Auftrieb

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19.02.26 22:00 Uhr
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19.02.26 23:01 Uhr

Deere & Company

Wie schafft es das aktuelle Deere Quartal, trotz Zyklustief und Zöllen eine zweistellige Kursrallye auszulösen?

Wie stark war das Deere Quartal wirklich?

Im jetzt veröffentlichten Deere Quartal übertraf der weltgrößte Landmaschinenhersteller die Erwartungen klar. Der Gewinn je Aktie (EPS) lag im ersten Quartal bei 2,42 US-Dollar, während Analysten nur mit 2,05 US-Dollar gerechnet hatten. Der Nettogewinn erreichte 656 Millionen US-Dollar, nach 869 Millionen US-Dollar im Vorjahr, was zwar einen Rückgang bedeutet, aber deutlich besser ausfiel als vom Markt befürchtet.

Beim Umsatz zeigte sich Deere & Company besonders stark: Die Erlöse stiegen um rund 13 % auf 9,61 Milliarden US-Dollar und lagen damit mehr als zwei Milliarden über den Konsensschätzungen. Die Sparte für Landmaschinen und Baumaschinen profitierte vor allem von höheren Auslieferungsmengen und positiven Währungseffekten. Dass das Deere Quartal trotz Tarifbelastungen und schwacher Großlandwirtschaft solide Margen liefert, werten Investoren als klaren Vertrauensbeweis in das Geschäftsmodell.

Die Aktie honoriert den Zahlenüberraschungseffekt mit einem Kurssprung auf 662,00 US-Dollar (Vortag: 593,27 US-Dollar; +11,58 %). Damit setzt der Titel seine Rally der vergangenen Wochen fort und bestätigt die von mehreren Charttechnikern beobachtete Serie neuer Rekordstände. Nachbörslich gibt die Aktie leicht auf 658,25 US-Dollar nach, bleibt aber nahe am Hoch.

Deere & Company: Was steckt hinter der Prognoseanhebung?

Parallel zum starken Deere Quartal hob das Management die Jahresziele deutlich an. Für das laufende Geschäftsjahr stellt Deere & Company nun ein Nettoeinkommen von 4,5 bis 5,0 Milliarden US-Dollar in Aussicht, nach zuvor 4,0 bis 4,75 Milliarden US-Dollar. Der neue Ausblick liegt oberhalb der durchschnittlichen Analystenschätzung von rund 4,45 Milliarden US-Dollar und wird am Markt als klassisches „Beat and Raise“ gewertet.

CEO John May bezeichnet 2026 als wahrscheinlichen Tiefpunkt des laufenden Agrarzyklus und verweist auf eine anziehende Nachfrage in den Bereichen Bau, Forstwirtschaft sowie kleine Landwirtschaft und Rasenpflege. In diesen Segmenten rechnet Deere & Company inzwischen mit einem Umsatzplus von jeweils etwa 15 %, statt zuvor rund 10 %. Dagegen bleibt das große Segment Production & Precision Agriculture unter Druck, zeigt aber laut Management erste Anzeichen der Stabilisierung.

Belastend wirken weiterhin die US-Zölle, die 2026 mit rund 1,2 Milliarden US-Dollar zu Buche schlagen könnten. Dennoch erwartet das Unternehmen, preisseitig und durch Effizienzmaßnahmen weitgehend kostenneutral zu bleiben. Das Deere Quartal macht damit deutlich, dass der Konzern den Zoll-Gegenwind durch höhere Stückzahlen, Produktmix und striktes Kostenmanagement kompensieren kann.

Deere & Company Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Deere Quartal: Wie reagieren Segmente und Markt?

Im Detail zeigt das Deere Quartal ein gemischtes, aber insgesamt positives Bild der Sparten. Die Kerndivision Production & Precision Agriculture verzeichnete zwar nur ein moderates Umsatzwachstum von etwa 3 %, die Marge fiel jedoch auf 4,4 %, belastet durch höhere Zölle, eine ungünstige regionale Absatzstruktur und höhere Garantieaufwendungen. Dafür legten die Bereiche Small Agriculture & Turf sowie Construction & Forestry kräftig zu: Die Umsätze stiegen hier jeweils um 24 % beziehungsweise 34 %, die operativen Gewinne zogen deutlich an.

Besonders ermutigend ist der Blick auf die Auftragsbücher. Die Orders in Small Ag & Turf und Construction hätten sich spürbar verbessert, die Bestelllage im Bereich Bau sei auf das höchste Niveau seit Mitte 2024 geklettert. Parallel treibt Deere & Company seine strategischen Initiativen voran: Die Übernahme des Telematik-Spezialisten Tenna stärkt das digitale Angebot für gemischte Flotten, während AI-gestützte Lösungen für autonome Traktoren und Präzisionslandwirtschaft zunehmend an Bedeutung gewinnen.

„Während die globale Großlandwirtschaft weiter mit Gegenwind kämpft, sehen wir eine klare Erholung in Bau, Forst und kleiner Landwirtschaft – 2026 markiert aus unserer Sicht den Boden des Zyklus.“
— John May, CEO von Deere & Company

Fazit

An der Wall Street rückt die Aktie entsprechend in den Fokus. Mehrere Häuser wie Goldman Sachs, Citi oder RBC Capital Markets hatten den Wert bereits zuvor positiv hervorgehoben und auf die starke Positionierung im Zusammenspiel aus klassischem Maschinenbau und Software-gestützten Services verwiesen. Die Kurssprünge nach dem jüngsten Deere Quartal untermauern nun diese Einschätzung und zwingen skeptischere Analysten, ihre Modelle zu überarbeiten.

Weiterführende Quellen

NVIDIA KI-Partnerschaften: Milliarden-Chance im globalen KI-Boom

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19.02.26 19:56 Uhr

NVIDIA

Schaffen NVIDIA KI-Partnerschaften mit Meta und OpenAI den nächsten Superzyklus oder droht ein riskantes Klumpenrisiko?

Wie positioniert sich NVIDIA im KI-Superzyklus?

NVIDIA Corporation dominiert mit ihren Data-Center-GPUs weiterhin den Markt für KI-Beschleuniger. Die Systeme rund um Hopper, Blackwell und künftig Rubin gelten für viele Entwickler als Goldstandard, um immer größere und leistungsfähigere Modelle zu trainieren. Gleichzeitig baut NVIDIA sein Ökosystem aus CPUs, Networking und Software konsequent aus und will den kompletten KI-Stack aus einer Hand liefern.

An der Börse spiegelt sich diese Stärke aktuell nur begrenzt wider: Die Aktie notiert mit 186,44 US-Dollar rund 0,81 % unter dem Vortag und bewegt sich seit Mitte 2025 weitgehend seitwärts, obwohl Hyperscaler wie Amazon, Alphabet und Meta CapEx-Guidance von zusammen mindestens 500 Milliarden US-Dollar für 2026 in Aussicht stellen. Analysten verweisen darauf, dass NVIDIA mit Margen um 50 % und extrem hoher Kapitalrendite strukturell zu den profitabelsten Technologieunternehmen weltweit gehört.

Mehrere Research-Häuser sehen die jüngste Bewertungs-Korrektur als Chance. Morningstar etwa argumentiert, dass Furcht vor einer KI-Blase viele Tech-Werte unter Druck gebracht hat, während Halbleiter-Spezialisten wie NVIDIA aufgrund ihrer fundamentalen Ertragsdynamik inzwischen wieder attraktiv erscheinen.

Was bringt der Mega-Deal mit Meta?

Herzstück der aktuellen NVIDIA KI-Partnerschaften ist eine mehrjährige Vereinbarung mit Meta. Der Social-Media- und Metaverse-Konzern plant, in den kommenden Jahren „Millionen“ von NVIDIA-Prozessoren in seinen Rechenzentren und in der eigenen Cloud-Infrastruktur zu verbauen. Es geht dabei nicht nur um klassische GPUs, sondern erstmals im großen Stil auch um die Grace-CPU für breitere Daten-Workloads.

Für NVIDIA ist dies der erste große Hyperscaler-Rollout seiner CPU-Plattform und ein weiterer Schritt, sich von einem reinen GPU-Anbieter zum Komplettausrüster für KI-Rechenzentren zu entwickeln. Meta will seine KI-bezogenen Investitionen massiv erhöhen; an den Märkten ist von einem KI-Budget im hohen zweistelligen Milliardenbereich pro Jahr die Rede, was NVIDIA planbare Nachfrage über mehrere Jahre sichern dürfte.

An der Wall Street sorgte der Deal bereits für eine Erholung der Chip-Werte, nachdem KI-Schwergewichte wie Microsoft und andere Softwaretitel zuvor unter Bewertungsängsten litten. Analysten von Häusern wie Citi und Goldman Sachs verweisen darauf, dass solche Langfristverträge die Visibilität der künftigen Umsätze von NVIDIA deutlich verbessern – auch wenn konkrete neue Kursziele derzeit noch ausstehen.

NVIDIA Corporation Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

NVIDIA KI-Partnerschaften mit OpenAI: Chance oder Klumpenrisiko?

Parallel zum Meta-Deal verstärken die NVIDIA KI-Partnerschaften mit OpenAI die strategische Vernetzung des Konzerns in der KI-Spitze. OpenAI steht kurz vor einer historischen Finanzierungsrunde von über 100 Milliarden US-Dollar, die das Unternehmen mit bis zu 850 Milliarden US-Dollar bewerten könnte. Strategische Investoren wie Microsoft, Amazon, SoftBank und NVIDIA sollen den Großteil der Mittel bereitstellen.

NVIDIA diskutiert dabei eine Beteiligung von etwa 20 Milliarden US-Dollar. Der Großteil dieses Kapitals dürfte in Rechenzentren und damit letztlich in KI-Hardware fließen, wovon NVIDIA sowohl als Investor als auch als Lieferant profitiert. OpenAI hat sich zu Investitionsausgaben in der Größenordnung von Billionen US-Dollar über die kommenden Jahre bekannt – ein potenzieller Treiber für einen mehrjährigen Superzyklus im Chipsektor.

Gleichzeitig warnen einige Marktteilnehmer vor einer gewissen Zirkularität: Hyperscaler wie Amazon investieren in OpenAI, das dann wiederum Cloud- und Chipkapazitäten dieser Konzerne nutzt. Die Bewertung der NVIDIA-Aktie hängt daher zunehmend davon ab, ob sich die gigantischen KI-CapEx der Hyperscaler in absehbarer Zeit in überzeugenden Renditen niederschlagen.

Wie reagieren Anleger und ETFs auf NVIDIA?

Während kurzfristig vermehrt Puts auf NVIDIA Corporation gehandelt werden und die Aktie im Jahresverlauf bislang leicht im Minus liegt, setzen institutionelle und ETF-Anbieter weiter auf das KI-Narrativ. Der neu aufgelegte AGIX-ETF von KraneShares etwa gewichtet NVIDIA neben Microsoft und Apple prominent, um gezielt vom globalen Ausbau der KI-Infrastruktur zu profitieren. Auch 13F-Daten zeigen, dass große Adressen ihre Engagements in Halbleiter- und Infrastrukturwerten rund um NVIDIA ausbauen.

Gleichzeitig steht NVIDIA mit seinen kommenden Quartalszahlen im Fokus. Investoren hoffen, dass starke Zahlen, eine robuste Blackwell- und Rubin-Roadmap sowie neue Signale zu China-Geschäften und weiteren NVIDIA KI-Partnerschaften den zuletzt angeschlagenen Sentiment-Turnaround vollenden können. Entscheidend wird sein, ob das Unternehmen die extrem hohen Erwartungen an Wachstum und Profitabilität erneut übertreffen kann.

Sie sind das Zentrum des Universums – hohe Wachstumsraten, 50 % Marge und 100 % Eigenkapitalrendite machen NVIDIA zu einem Traumunternehmen.
— Ein führender Portfoliomanager eines US-Vermögensverwalters

Fazit

Die aktuellen NVIDIA KI-Partnerschaften mit Meta und OpenAI festigen die Rolle des Konzerns als zentraler Gewinner des globalen KI-Investitionsschubs. Trotz kurzfristiger Kursvolatilität und Bubble-Sorgen bleibt das Chancen-Risiko-Profil für langfristige Anleger attraktiv, da Milliarden-CapEx der Hyperscaler direkt in NVIDIAs Auftragsbücher fließen. Die nächsten Quartalszahlen und weitere Großdeals im Bereich KI-Infrastruktur dürften zeigen, ob die Aktie vor der nächsten Aufwärtsphase steht.

Weiterführende Quellen

Walmart Quartal Rekord: 191 Mrd. Umsatz und vorsichtige Prognose

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19.02.26 19:16 Uhr

Walmart Inc.

Kann das starke Walmart Quartal mit Rekordumsatz die verhaltene Prognose und die wachsenden Sorgen um den US-Konsum überstrahlen?

Wie stark war das Walmart Quartal wirklich?

Walmart Inc. hat im Schlussquartal 2025 die Erwartungen knapp übertroffen. Der Umsatz stieg um 5,6 % auf 190,7 Milliarden US-Dollar, leicht über den Prognosen von rund 190,6 Milliarden Dollar. Das operative Ergebnis legte sogar um 10,8 % zu – ein klares Signal, dass Effizienz und Margen im Fokus stehen. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 0,74 Dollar nach 0,66 Dollar im Vorjahr und lag damit einen Cent über den Konsensschätzungen.

Auf Jahressicht setzte Walmart 713,2 Milliarden Dollar um, ein Plus von 4,7 %. Der operative Gewinn kletterte auf 29,8 Milliarden Dollar, während der auf die Aktionäre entfallende Überschuss um 12,6 % auf 21,9 Milliarden Dollar zulegte. Das Walmart Quartal bestätigt damit die Rolle des Konzerns als Gradmesser des US-Konsums – trotz hoher Zinsen, zäher Inflation und schwächerer Verbraucherstimmung.

Der Aktienkurs spiegelt die Spannung: Nach zwischenzeitlichen Ausschlägen im vorbörslichen Handel liegt Walmart aktuell bei 126,56 Dollar knapp unter dem Vortagsschluss von 126,62 Dollar (-0,05 %) und damit noch etwas unter dem 52‑Wochen-Hoch von 134,64 Dollar.

Was treibt Wachstum bei Walmart?

Das jüngste Walmart Quartal zeigt, dass der Konzern immer stärker zum Digital- und Datenplayer wird. Der globale E‑Commerce-Umsatz stieg um 24 %, in den USA sogar um 27 %. Rund 35 % der aus Filialen abgewickelten Online-Bestellungen werden inzwischen in weniger als drei Stunden geliefert – Geschwindigkeit und Bequemlichkeit werden zur zweiten Säule neben niedrigen Preisen.

Parallel wächst das Werbegeschäft rasant: Die globalen Werbeerlöse legten um 37 % zu, Walmart Connect in den USA sogar um 41 %. Im Gesamtjahr kommt Werbung bereits auf knapp 6,4 Milliarden Dollar Umsatz. Zusammen mit Mitgliedsbeiträgen, die weltweit um gut 15 % zulegten, machen diese margenstarken Bereiche inzwischen fast ein Drittel des operativen Gewinns aus.

Strategisch setzt CEO John Furner stark auf KI und Automatisierung. Der Einkaufsassistent „Sparky“ in der App steigert laut Management den durchschnittlichen Warenkorbwert um rund 35 %, etwa die Hälfte der mobilen Nutzer interagiert bereits mit dem Agenten. Gleichzeitig stammen rund 60 % der Filialbelieferung in den USA aus automatisierten Verteilzentren, etwa die Hälfte des E‑Commerce-Volumens läuft über automatisierte Logistik – ein Hebel für weitere Margenverbesserungen.

Walmart Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Warum verunsichert die vorsichtige Prognose?

Trotz des starken Walmart Quartal setzt das Management die Latte für das laufende Geschäftsjahr bewusst niedrig. Für das erste Quartal 2027 erwartet der Konzern ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 0,63 bis 0,65 Dollar – deutlich unter den zuvor erwarteten 0,69 Dollar. Beim Umsatz peilt Walmart ein Wachstum von 3,5 bis 4,5 % an.

Für das Gesamtjahr 2027 stellt der Einzelhändler ein Umsatzplus von 3,5 bis 4,5 % und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 2,75 bis 2,85 Dollar in Aussicht. Der Markt hatte im Schnitt mit knapp 5 % Umsatzwachstum und einem EPS von 2,97 Dollar gerechnet. Finanzchef John David Rainey begründet die verhaltene Guidance mit einem „unbeständigen und dynamischen“ makroökonomischen Umfeld, schwächerem Arbeitsmarkt, gedämpfter Konsumentenstimmung und handelspolitischen Risiken.

An der Börse sorgte der Ausblick zunächst für Abgabedruck: Vorbörslich verlor die Aktie rund 3 %, bevor sie sich im Tagesverlauf wieder deutlich erholte. Viele Anleger setzen darauf, dass Walmart wie in den vergangenen Jahren konservativ startet und die Ziele im Laufe des Jahres anhebt.

Wie reagieren Analysten auf Walmart?

An der Wall Street bleibt der Tenor trotz der vorsichtigen Prognose überwiegend positiv. Telsey Advisory Group bekräftigt ihr Kaufrating und sieht das Kursziel bei 135 Dollar. Rothschild & Co Redburn bleibt ebenfalls bei „Buy“ mit einem Kursziel von 150 Dollar. KeyBanc Capital Markets hält an „Overweight“ fest und hebt das Ziel auf 145 Dollar an – Begründung sind die starke Position von Walmart im aktuellen Konsumumfeld, die wachsende Bedeutung von E‑Commerce und KI sowie mögliche Rückenwinde durch eine lockerere Geldpolitik und höhere US‑Steuerrückerstattungen.

Auch JPMorgan-Analyst Christopher Horvers sieht weiteres Potenzial bei den Margen und hält in zwei bis drei Jahren einen Gewinn von bis zu 4 Dollar je Aktie für möglich. Die Citigroup spricht von einem soliden vierten Quartal und sieht Walmart gut für 2026 und darüber hinaus positioniert. Zugleich warnen einige Marktbeobachter vor der ambitionierten Bewertung: Nach dem starken Kursanstieg wird das Papier zeitweise mit einem KGV von über 40 gehandelt und liegt damit deutlich über historischen Durchschnittswerten.

„Wir halten es für klug, mit dem Ausblick derzeit etwas zurückhaltender zu sein, als wir es bisher waren“, erklärte Walmart-Finanzchef John David Rainey mit Blick auf das unsichere makroökonomische Umfeld.
— John David Rainey, CFO von Walmart

Fazit

Unterm Strich präsentiert das aktuelle Walmart Quartal ein beeindruckendes Bild: Umsatz, operativer Gewinn, E‑Commerce und Werbeerlöse wachsen deutlich, während ein 30‑Milliarden‑Rückkaufprogramm und eine Dividendenanhebung zusätzliche Aktionärsfreundlichkeit signalisieren. Die vorsichtige Prognose bremst zwar kurzfristig die Fantasie, doch viele Analysten wie Telsey Advisory, Rothschild & Co Redburn und KeyBanc trauen Walmart dank KI-Offensive, Digitalfokus und Preismacht weiteres Potenzial zu. Für langfristig orientierte Anleger bleibt das Walmart Quartal damit ein starkes Argument, Rücksetzer in einer schwankungsanfälligen Aktie genau zu beobachten und gegebenenfalls als Einstiegschance zu nutzen.

Weiterführende Quellen

Federal Reserve Zinsentscheid: Inflations-Warnung und Kurswechsel der Fed

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19.02.26 17:46 Uhr

SPDR S&P 500 ETF

Droht beim kommenden Federal Reserve Zinsentscheid die nächste geldpolitische Kehrtwende, weil die Inflation hartnaeckiger bleibt als erwartet?

Federal Reserve Zinsentscheid: Kehrtwende der Fed?

Die Protokolle der Januar-Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) zeigen eine spürbare Verschiebung im Ton: Zinssenkungen sind vorerst auf Eis gelegt. Die Federal Reserve beließ den Leitzins mit 10 zu 2 Stimmen in der Spanne von 3,5 % bis 3,75 %, nachdem sie Ende 2025 bereits drei Mal gesenkt hatte. Die Gouverneure Christopher Waller und Stephen Miran votierten für eine weitere Senkung um 25 Basispunkte – blieben damit aber in der Minderheit.

Mehrere Teilnehmer wollten ausdrücklich festhalten, dass künftige Schritte in beide Richtungen möglich bleiben. In den Minutes wird betont, dass das Risiko, dass die Inflation länger über dem 2 %-Ziel verharrt, als „bedeutend“ eingeschätzt wird. Einige Mitglieder argumentierten, zusätzliche Lockerungen seien erst dann zu rechtfertigen, wenn klar sei, dass der Disinflationsprozess wieder „fest auf Kurs“ liege. Damit rückt der nächste Federal Reserve Zinsentscheid stärker in den Fokus der Datenlage als in den vergangenen Quartalen.

Der Markt preist laut Terminbörsen für die nächste Sitzung im März eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit ein, dass die Zinsen unverändert bleiben. Parallel dazu ist der SPDR S&P 500 ETF (SPY) zuletzt auf 683,62 US-Dollar gefallen, ein Minus von 0,39 % zum Vortag – ein Zeichen, dass die hawkische Botschaft der Fed die Kauflaune am Aktienmarkt gebremst hat.

fed: Inflation bleibt das Zünglein an der Waage?

Zentrum der Debatte im Ausschuss ist die Inflationsentwicklung. Der Verbraucherpreisindex (CPI) legte im Januar um 0,2 % zu und liegt mit 2,4 % nur knapp über dem Ziel, doch aus Sicht vieler Notenbanker verläuft die Desinflation „langsamer und ungleichmäßiger als erwartet“. Das PCE-Inflationsmaß liegt um 3 %, für die später in dieser Woche anstehende Kern-PCE-Lesung werden rund 2,9 % erwartet – ein Niveau, das als zu hoch gilt, um rasch in einen neuen Zinssenkungszyklus überzugehen.

Mehrere Teilnehmer warnten, weitere Zinssenkungen könnten als Nachlassen des Engagements für das 2 %-Ziel missverstanden werden. Andere FOMC-Mitglieder verweisen hingegen auf nachlassende Zolleffekte, einen abkühlenden Immobilienmarkt und Produktivitätsgewinne, die mittel- bis langfristig disinflationär wirken könnten. Diese Spaltung erklärt, warum im Protokoll explizit die Option neuer Zinserhöhungen erwähnt wird, auch wenn kurzfristig die Mehrheit dafür plädiert, den aktuellen Kurs zu halten.

Für Anleger bedeutet das: Der nächste Federal Reserve Zinsentscheid wird maßgeblich von den kommenden Inflations- und Lohnzahlen abhängen. Steigen Ölpreise und geopolitische Risiken weiter, könnte sich der Druck auf die Notenbank sogar in Richtung weiterer Straffung verlagern.

Federal Reserve Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Wie robust ist der US-Arbeitsmarkt wirklich?

Auf der Arbeitsmarktseite zeichnen die Daten ein deutlich stabileres Bild als noch im vergangenen Jahr. Im Januar wurden 130.000 neue Stellen geschaffen, die Arbeitslosenquote fiel auf 4,3 %. Laut Protokoll ist die Mehrheit der Fed-Mitglieder der Auffassung, dass die Schwächephase am Jobmarkt, die Ende 2025 zu drei Zinssenkungen geführt hatte, weitgehend überwunden ist.

Die Formulierung zu „erhöhten Abwärtsrisiken“ für den Arbeitsmarkt wurde aus der offiziellen Erklärung gestrichen – ein wichtiges Signal, dass die Beschäftigungsseite aktuell kein Argument mehr für rasche Lockerungen liefert. Stattdessen verschiebt sich der Fokus klar auf das Inflationsmandat. Mehrere FOMC-Mitglieder regten an, in der Kommunikation deutlicher zu machen, dass bei einem erneuten Anziehen der Teuerung auch Zinserhöhungen auf den Tisch kommen könnten.

Damit wächst für risikoreiche Anlagen das Umfeld des „Two-way risk“: Sowohl unerwartet niedrige als auch überraschend hohe Inflationsdaten können den Pfad künftiger Entscheidungen der Federal Reserve abrupt verändern.

Politischer Druck und neuer Fed-Chef – was bedeutet das?

Zusätzliche Brisanz erhält der künftige Federal Reserve Zinsentscheid durch die Personaldebatte: US-Präsident Donald Trump hat den ehemaligen Fed-Gouverneur Kevin Warsh als Nachfolger von Jerome Powell nominiert. Warsh würde eine gespaltene Notenbank übernehmen, in der ein falkenhafter Block Zinserhöhungen nicht ausschließt, während andere Mitglieder ab Sommer zwei bis drei Senkungen für möglich halten.

Trump selbst fordert offen niedrigere Zinsen, um Hauskäufern und Unternehmen Erleichterung zu verschaffen. Das Weiße Haus verweist auf „kühle und stabile“ Inflationsdaten als Erfolg seiner angebotsseitigen Wirtschaftspolitik. Für die Unabhängigkeit der Federal Reserve birgt dieser politische Erwartungsdruck Konfliktpotenzial – insbesondere, wenn die Daten eher für ein Abwarten oder gar eine Straffung sprechen.

Am Markt reagieren Staatsanleihen und Dollar bereits: Die Rendite der 10-jährigen US-Treasury lag zuletzt bei rund 4,1 %, der Greenback profitierte von den hawkischen Signalen. Gleichzeitig rechnen viele Strategen weiterhin mit zwei Zinssenkungen in der zweiten Jahreshälfte 2026, vorausgesetzt, die Kerninflation bewegt sich nachhaltig in Richtung 2 %.

„Mehrere Teilnehmer warnten, dass eine weitere Lockerung der Geldpolitik angesichts erhöhter Inflationswerte als nachlassendes Engagement für das Inflationsziel von 2 % missverstanden werden könnte.“
— Sitzungsprotokoll des FOMC vom Januar 2026

Fazit

Unterm Strich signalisieren die Januar-Minutes, dass der nächste Federal Reserve Zinsentscheid klar von Inflationsdaten und weniger vom Arbeitsmarkt geprägt sein wird. Für Anleger bedeutet die hawkische Tonlage der Federal Reserve mehr Volatilität und eine höhere Sensitivität gegenüber Makrodaten, aber keinen unmittelbaren Bruch mit der Aussicht auf spätere Zinssenkungen. Wer Positionen in Aktien, Anleihen oder Krypto aufbaut, sollte die kommenden Inflationsberichte und Signale des designierten Fed-Chefs Kevin Warsh genau verfolgen, um vom nächsten geldpolitischen Richtungswechsel rechtzeitig zu profitieren.

Weiterführende Quellen

Nestlé Reorganisation: Gewinn bricht 17% ein und zwingt zum Umbau

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19.02.26 16:31 Uhr

Nestlé S.A.

Reicht die Nestlé Reorganisation mit Spartenverkäufen und Stellenabbau aus, um nach Gewinnrückgang und Rückrufkrise wieder auf Wachstum zu drehen?

Nestlé Reorganisation: Was plant der neue CEO?

Nestlé S.A. stellt sich strategisch neu auf. Statt einer primären Steuerung nach Regionen bündelt der Konzern sein Geschäft künftig in vier klar fokussierten Bereichen: Kaffee, Heimtierprodukte, Nutrition & Health sowie Lebensmittel und Snacks. Damit werden unter anderem Babynahrung und Health-Science-Produkte zusammengeführt. Die bislang verantwortliche Health-Science-Chefin Anna Mohl verlässt im Zuge der Nestlé Reorganisation den Konzern.

CEO Philipp Navratil, der im Herbst das Ruder als bereits dritter Vorstandschef binnen 13 Monaten übernommen hat, will das Geschäft vereinfachen, Synergien heben und die Kultur stärker auf Leistung ausrichten. Die Ergebnisverantwortung bleibt zwar weiterhin in den Regionen, doch Investitionen und Prioritäten werden entlang der vier globalen Produktkategorien gesetzt.

Navratil betont, dass die Neuausrichtung kein kosmetischer Schritt sei, sondern klare Schwerpunkte bei Kernmarken wie Nescafé, KitKat, Purina und spezialisierter Ernährung setzen soll. Gleichzeitig sollen neue Vergütungssysteme das Management stärker auf volumengetriebenes Wachstum statt reine Preiserhöhungen ausrichten.

Wie liefen Zahlen und Kursentwicklung von Nestlé?

Operativ steckt der Konzern noch im Umbruch. Der Umsatz sank 2025 währungsbedingt um rund zwei Prozent auf etwa 89,5 Milliarden Schweizer Franken, die operative Marge fiel von 17,2 auf 16,1 Prozent. Der Gewinn brach um rund 17 Prozent auf gut neun Milliarden Franken ein, belastet von höheren Rohstoffkosten und einem groß angelegten Rückruf verunreinigter Babynahrung, dessen Gesamtkosten sich auf über eine Milliarde Euro summieren könnten.

Gleichzeitig lieferte Nestlé aber beim organischen Wachstum einen Lichtblick: Die vielbeachtete Kennziffer stieg um rund 3,5 bis 4 Prozent und lag damit über den Markterwartungen. Das reale interne Wachstum von 0,8 Prozent übertraf die Schätzungen leicht, die Preissetzung lag bei knapp drei Prozent. Für 2026 peilt der Konzern eine organische Wachstumsrate von 3 bis 4 Prozent an, trotz eines negativen Effekts von rund 20 Basispunkten aus dem Babynahrungs-Rückruf. Die bereinigte operative Marge soll sich von der Basis von 16,1 Prozent wieder verbessern.

An der Börse kommen die Maßnahmen an: Die Aktie von **Nestlé S.A. (NESN)** steigt am Donnerstag auf rund 81,56 US‑Dollar beziehungsweise um gut vier Prozent gegenüber dem Vortag. In Europa notiert sie mit etwa 89,5 Euro klar im Plus, bleibt aber unter dem 52‑Wochen-Hoch von 95,35 Euro. Nach einem Kursrückgang von etwa 40 Prozent seit dem Hoch von 2022 werten viele Anleger die aktuelle Bewegung als erste Vertrauensbekundung für die Nestlé Reorganisation.

Nestlé S.A. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Welche Spartenverkäufe stehen bei Nestlé an?

Zentraler Baustein der Strategie ist eine weitreichende Portfolio-Bereinigung. Nestlé befindet sich in fortgeschrittenen Verhandlungen, das verbleibende Speiseeisgeschäft vollständig an das Joint Venture Froneri mit Marken wie Häagen-Dazs und Schöller zu verkaufen. Bereits 2016 war ein Großteil des Eisgeschäfts ausgelagert worden, Nestlé hält derzeit weniger als 50 Prozent der Anteile.

Darüber hinaus hat das Management den formellen Prozess zum Verkauf des Wassergeschäfts mit Marken wie Perrier, San Pellegrino und Henniez angestoßen. Die Entkonsolidierung wird bis 2027 erwartet. Auch das US-Massengeschäft mit Vitaminen und Nahrungsergänzungsmitteln soll abgestoßen werden. Ziel ist es, Randaktivitäten mit geringer Profitabilität abzubauen, die hohe Nettoverschuldung von zuletzt rund 51,4 Milliarden Franken zu senken und Kapazitäten auf wachstumsstarke Kategorien zu konzentrieren.

Parallel dazu will Nestlé seine Markenzahl deutlich reduzieren. Von mehr als 400 Marken im Jahr 2024 sollen viele kleinere oder schwächelnde Labels gestrichen oder verkauft werden. Die freigewordenen Mittel sollen in Innovationen, Marketing und die globalen Kernmarken fließen.

Wie hart trifft der Stellenabbau bei Nestlé?

Die Nestlé Reorganisation geht mit einem der größten Stellenabbauprogramme der Konzerngeschichte einher. Innerhalb von zwei Jahren sollen weltweit rund 16.000 Arbeitsplätze wegfallen, vor allem in der Verwaltung. Das entspricht knapp sechs Prozent der global etwa 280.000 Stellen. Bis Ende 2027 sollen darüber jährlich rund eine Milliarde Franken eingespart werden, etwa 20 Prozent dieser Einsparungen gelten bereits als realisiert.

Die frei werdenden Mittel sollen gezielt in Marketing, Produktentwicklung und Digitalisierung fließen. Analysten wie die Experten von RBC Capital Markets und Bernstein werten das Maßnahmenpaket als substanziell und nicht nur symbolisch. Die Bank Vontobel spricht von einem klaren Signal für den Willen zu einem kulturellen Wandel hin zu mehr Performance-Orientierung. Zwar bleiben Umsetzungsrisiken hoch, doch die Analysten sehen erste Anzeichen, dass die **Nestlé Reorganisation** vom Markt honoriert wird.

Unsere Maßnahmen greifen, aber es gibt noch einiges zu tun.
— Philipp Navratil, CEO Nestlé S.A.

Fazit

Die Nestlé Reorganisation bündelt den Konzern auf vier wachstumsstarke Sparten, finanziert durch einen milliardenschweren Stellenabbau und die Trennung von Randgeschäften. Für Anleger ist entscheidend, dass organisches Wachstum und Margen trotz Babynahrungs-Rückruf wieder anziehen und die Aktie nach Jahren der Underperformance erste Erholungstendenzen zeigt. Gelingt es, Portfoliofokussierung und kulturellen Wandel konsequent umzusetzen, könnte Nestlé S.A. wieder zu einem verlässlichen Qualitätswert im defensiven Konsumsektor werden.

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eBay Depop Übernahme: zweistelliger Umsatz-Boom und Rallye-Chance

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eBay Inc.

Wird die eBay Depop Übernahme zum Gamechanger, der Recommerce-Wachstum und Kursrallye nachhaltig auf ein neues Niveau hebt?

Wie stark fiel das Quartal von eBay aus?

eBay Inc. hat im vierten Quartal 2025 die Erwartungen der Wall Street klar übertroffen. Der Umsatz stieg auf rund 2,97 bis 3,0 Milliarden Dollar, was einem Plus von etwa 13 bis 15 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das Bruttowarenvolumen (GMV) kletterte auf 21,2 Milliarden Dollar und legte damit organisch FX-neutral um mehr als 8 % zu. Besonders die Fokus-Kategorien wie Luxus, Sammlerstücke, Kfz-Teile, Elektronik, Mode und generalüberholte Produkte trieben das Wachstum, sie wuchsen laut Management um mehr als 16 %.

Beim Ergebnis je Aktie meldete eBay Inc. ein bereinigtes EPS von 1,41 Dollar nach 1,25 Dollar im Vorjahresquartal. Damit lag der Konzern deutlich über den Konsensschätzungen von rund 1,34 bis 1,35 Dollar. Die operative Marge blieb mit gut 26 % robust, obwohl der Ausbau von Versandprogrammen und Authentifizierungsservices auf die Bruttomarge drückt. Unterm Strich erwirtschaftete eBay im Gesamtjahr 2025 Erlöse von etwa 11,1 Milliarden Dollar und einen bereinigten Gewinn von 5,52 Dollar je Aktie – ebenfalls über den Analystenerwartungen.

An der Börse kommen die Zahlen hervorragend an: Die Aktie von eBay (EBAY) steigt im regulären Handel auf 82,18 Dollar (+2,79 %) und legt außerbörslich bis auf 86,92 Dollar zu, was einem zusätzlichen Plus von gut 5,7 % entspricht. Vom 52‑Wochen-Hoch bei 101,15 Dollar ist der Wert zwar noch entfernt, doch der Abstand zum Jahrestief von 58,73 Dollar hat sich deutlich vergrößert.

Was steckt strategisch hinter der eBay Depop Übernahme?

Herzstück der aktuellen Story ist die eBay Depop Übernahme. eBay kauft Depop von Etsy für rund 1,2 Milliarden Dollar in bar. Depop ist eine mobile Second-Hand-Modeplattform mit rund sieben Millionen aktiven Käufern und mehr als drei Millionen Verkäufern und erzielte 2025 ein GMV von etwa einer Milliarde Dollar. Rund 90 % der Nutzer sind unter 34 Jahre alt – genau die Zielgruppe, die eBay bislang nur begrenzt erreicht.

Mode gehört schon heute zu den wachstumsstärksten Kategorien im eBay-Kosmos mit über zehn Milliarden Dollar jährlichem GMV. Durch die eBay Depop Übernahme stärken die Kalifornier ihre Position im schnell wachsenden Recommerce-Segment, in dem pre-loved und generalüberholte Waren laut Management inzwischen mehr als 40 % des gesamten GMV ausmachen. Depop soll seine eigene Marke, Plattform und Kultur behalten und wird parallel die Reichweite und Infrastruktur von eBay nutzen.

Finanziell rechnet eBay damit, dass Depop nach Abschluss der Transaktion 2026 zusätzlich 1 bis 2 Prozentpunkte zum GMV-Wachstum beiträgt. Kurzfristig wird die Integration aber einen niedrigen einstelligen Prozentbereich bei Wachstum von operativem Ergebnis und EPS kosten. Die Führung stellt in Aussicht, dass der Deal ab 2028 wertsteigernd wirkt. Die eBay Depop Übernahme ist damit klar als langfristiger Wachstumshebel positioniert, nicht als kurzfristiger Ergebnistreiber.

eBay Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Wie reagiert der Markt auf eBay und Depop?

Die Kombination aus starkem Quartal und der eBay Depop Übernahme lässt viele Investoren wieder Wachstumsfantasie in dem fast 30 Jahre alten Online-Marktplatz sehen. Der Kursanstieg von zeitweise mehr als 7 % nachbörslich zeigt, dass der Markt das Recommerce- und Fashion-Narrativ honoriert. eBay profitiert dabei von einem klaren Fokus auf höherwertige Kategorien wie Luxusuhren, Sneaker, Designer-Handtaschen sowie refurbished Elektronik, die Margen und Kundenbindung verbessern.

Der Ausblick unterstreicht diesen Trend: Für das erste Quartal 2026 erwartet eBay Inc. ein GMV von 21,5 bis 21,9 Milliarden Dollar (10 bis 12 % Wachstum FX-neutral) und Erlöse von 3,0 bis 3,05 Milliarden Dollar (13 bis 15 % Wachstum FX-neutral). Das bereinigte EPS soll zwischen 1,53 und 1,59 Dollar liegen, was einem Plus von 12 bis 16 % entspricht. Für das Gesamtjahr plant eBay – ohne Depop – mit einem Zuwachs des operativen Ergebnisses von 8 bis 10 % und will bis zu zwei Milliarden Dollar in Aktienrückkäufe stecken sowie die Quartalsdividende auf 0,31 Dollar je Anteil erhöhen.

Analysten großer Häuser wie Citigroup, Goldman Sachs, Morgan Stanley oder RBC Capital Markets haben die jüngsten Kennzahlen und den strategischen Kurs im Blick und dürften ihre Bewertungsmodelle insbesondere mit Blick auf das höhere Recommerce-Gewicht und die eBay Depop Übernahme anpassen. Konkrete neue Kursziele werden in den kommenden Tagen erwartet und könnten zusätzliche Impulse für die Aktie liefern.

Fazit

Die eBay Depop Übernahme und die deutlich besser als erwarteten Q4-Zahlen zeigen, dass sich eBay strategisch erfolgreich im margenstarken Recommerce- und Fashion-Segment positioniert. Für Anleger rückt der Konzern damit wieder stärker als wachstumsorientierter E-Commerce-Player mit solider Profitabilität und Aktionärsrendite in den Fokus. Entscheidend wird nun, ob eBay die Integration von Depop zügig meistert und das zusätzliche Wachstumspotenzial der jungen Nutzerbasis nachhaltig heben kann.

Weiterführende Quellen