SP500 6.950,78 +0,85%DJ30 49.471,46 +0,54%NAS100 25.349,06 +1,48%GER40 25.196,90 +0,64%EU50 6.190,42 +0,93%BTCUSD 68.638,72 -0,39%ETHUSD 2.077,64 -1,03%VIX 19,48 -3,82% SP500 6.950,78 +0,85%DJ30 49.471,46 +0,54%NAS100 25.349,06 +1,48%GER40 25.196,90 +0,64%EU50 6.190,42 +0,93%BTCUSD 68.638,72 -0,39%ETHUSD 2.077,64 -1,03%VIX 19,48 -3,82%
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Nike mit trübem Ausblick: Nvidia & Rivian bewegen Wall Street

KURZ & KNAPP

Nike belastet den Dow mit einem schwachen Ausblick und Sorgen um Margen sowie das China-Geschäft. Die Aktie gerät deutlich unter Druck, während Analysten von einer Phase der Neubewertung sprechen. Parallel setzt Nvidia ihre beeindruckende KI-Hausse fort und profitiert von steigender Nachfrage nach Data-Center-Chips. Auch Oklo rückt mit seiner AI-Energie-Story in den Vordergrund.

Am breiten Markt treibt die KI-Rallye Infrastruktur- und Halbleiterwerte, während Nebius Group mit Übernahmefantasie zweistellig steigt. Rivian profitiert von optimistischeren Analystenstimmen zum R2-SUV und eigenen AI-Chip-Plänen. Kryptowerte wie Bitcoin und Ethereum legen zu, der Ölpreis bleibt durch geopolitische Spannungen gestützt.

In Europa klettert der DAX, obwohl schwächere deutsche Daten und ein eingetrübtes Verbrauchervertrauen bremsen. Der chinesische China A50 zeigt nur eine verhaltene Erholung und signalisiert anhaltende Konjunktursorgen. Makrothemen wie US-Inflationsdaten, neue Pharmarabatte und geopolitische Risiken rund um Russland und Venezuela prägen die Stimmung an den globalen Märkten.

RÜCKBLICK Handelstag

Die Wall Street setzte ihre Jahresendrally fort: Der S&P 500 legte um +0,97% auf 6.843 Punkte zu, der wachstumsstarke Nasdaq 100 kletterte um +1,40% auf 25.377 Punkte, und der Dow Jones profitierte vor allem von schwachen Nike-Zahlen, die Rotation in andere Zykliker auslösten. Getragen wurde der Markt von starken Chipwerten wie Nvidia (NVDA, $180,95, +3,93%), AI‑Infrastruktur-Titeln wie Nebius Group (NBIS, $89,80, +14,56%) und spekulativen Wachstumswerten wie Rivian (RIVN, $22,45, +10,70%).

In Europa schloss der DAX 40 mit einem Plus von +0,61% bei 24.308 Punkten, während der breitere China A50 mit +0,32% auf 15.221 Punkte nur moderat zulegte und die anhaltende Unsicherheit um die chinesische Konjunktur widerspiegelt. Der positive US‑Inflationsprint und stabile Renditen sorgten auch auf dem alten Kontinent für Unterstützung, obwohl schwächere deutsche Produzentenpreise und ein Rückgang des GfK‑Verbrauchervertrauens die Stimmung dämpften.

Rohstoffseitig zogen die Ölpreise leicht an: WTI notierte zuletzt bei $56,62, gestützt von geopolitischen Spannungen rund um Venezuela und weiter schwelenden Risiken im Russland‑Ukraine‑Konflikt, während der Markt gleichzeitig eine mögliche Überversorgung 2026 einpreist. Am Kryptomarkt setzte Bitcoin (BTC, $88.052,49, +2,84%) seinen Anstieg fort, was erneut Aktien mit starkem Krypto-Exposure Auftrieb gab.

WAS HEUTE WICHTIG WAR

Nike (NKE) – Wie hart trifft der Ausblick die Aktie?

Nike (NKE, $58,82, -10,54%) brach heute zweistellig ein und war damit der schwächste Wert im Dow, nachdem der Sportartikelriese einen überraschend pessimistischen Ausblick vorgelegt hat. Das Management erwartet für das dritte Quartal einen Umsatzrückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich und rechnet zudem mit einem Margenrückgang von rund 175 bis 225 Basispunkten, was die Hoffnungen auf eine schnelle Erholung der Profitabilität deutlich dämpft. Besonders kritisch sehen Anleger, dass Nike trotz eines robusten Konsums in den USA offensichtlich stärker unter Regionalschwächen und Margendruck leidet als viele Wettbewerber.

Analysten verweisen jedoch darauf, dass das Geschäft in Nordamerika zuletzt solide lief, während vor allem anhaltende Schwäche in China auf den Zahlen lastet. Laut Einschätzungen aus dem Markt war die Nachfrage in den USA und Kanada besser als befürchtet, was zeigt, dass die Marke bei den Kernkunden nach wie vor stark ist. Gleichzeitig verstärken die enttäuschenden China-Verkäufe aber die Sorge, dass Nike in seinem lange wichtigsten Wachstumstreiber strukturelle Probleme hat und aggressiver in Marketing und Produktinnovationen investieren muss.

Im Handel sprechen einige Strategen davon, dass die Aktie nun in einer Phase der „Price Discovery“ ist, in der der Markt erst ein neues Bewertungsniveau finden muss. Experten wie Jeff Kilburg von KKM Financial raten vorerst zur Zurückhaltung, solange unklar ist, wie stark die Margen in den kommenden Quartalen tatsächlich unter Druck geraten. Für mittelfristig orientierte Anleger könnte der Kursrutsch zwar eine Chance darstellen, doch die Unsicherheit um China, Margen und Lagerbestände bleibt hoch – und könnte für weitere Schwankungen bei Nike sorgen.

Nvidia (NVDA) und Oklo (OKLO) – Trägt die AI-Rally bis 2026?

Die AI‑Hausse trieb heute erneut vor allem Infrastruktur- und Halbleiterwerte: Nvidia (NVDA, $180,95, +3,93%) setzte ihren beeindruckenden Lauf 2025 fort und liegt seit Jahresbeginn rund +32% vor dem Markt, während Oklo (OKLO, $83,38, +7,09%) als Nuklear-Newcomer von der Suche nach sauberer AI‑Energie profitiert. Nvidia überzeugt mit einem Marktwert von rund $4,3 Billionen, einem starken Ökosystem rund um die eigene CUDA-Plattform und einem Q3-Umsatzsprung von +62% auf $57 Milliarden, getrieben von Blackwell‑Data‑Center‑Chips und der anstehenden Rubin‑Generation für AI‑Videogenerierung ab 2026. Parallel legten weiche Inflationsdaten und starke Zahlen von Micron Technology den Grundstein für eine erneute Rally in AI‑sensitiven Sektoren wie Kernenergie und High-End-Chips.

Gleichzeitig mehren sich aber die Warnsignale: Nvidia erzielt mit konzernweiten Bruttomargen von über 70% Preisniveaus, die Kunden auf Dauer kaum hinnehmen werden, zumal Großabnehmer wie Alphabet, Amazon und OpenAI zunehmend auf eigene ASIC‑Lösungen setzen und letztere Milliardendefizite anhäuft. Bei Oklo sehen Analysten zwar riesiges Potenzial als künftiger Energiezulieferer für AI‑Rechenzentren, verweisen aber auf frühzyklische Risiken: Das Unternehmen ist noch pre‑revenue, steht vor langen Genehmigungsprozessen und könnte seine ehrgeizigen Pläne nur über weitere Kapitalerhöhungen finanzieren müssen. Trotzdem zeigt der heutige Kurssprung von Oklo und der anhaltende Erfolg von Nvidia, dass Anleger die AI‑Infrastruktur‑Story bislang klar über die langfristigen Profitabilitätsrisiken stellen.

Nebius Group (NBIS) – Wird der Neocloud-Pionier ein Übernahmeziel?

Nebius Group (NBIS, $89,80, +14,56%) schoss heute zweistellig nach oben, obwohl die Aktie seit ihren Oktober-Höchstständen bereits rund 45% korrigiert hat. Der europäische AI‑„Neocloud“-Anbieter profitiert von einem breiten Rebound im Segment, nachdem Analysten die anhaltend hohe Nachfrage nach AI‑Compute betont und Finanzierungsängste um die Branche etwas relativiert haben. Rückenwind kam auch von einer Kaufempfehlung der Citi für den Wettbewerber CoreWeave, deren positive Einschätzung für AI‑Rechenzentren die Stimmung für die gesamte Peer‑Group hob.

Besonders Fantasie lösten Kommentare von Wedbush‑Analyst Dan Ives aus, der Nebius als wahrscheinlichsten Übernahmekandidaten unter den großen Neoclouds für 2026 einstufte – etwa für Hyperscaler wie Amazon oder Microsoft. Trotz eines Kursanstiegs von rund +220% im laufenden Jahr bleibt die Investmentstory damit eine Wette auf anhaltend explosive Nachfrage nach AI‑Rechenleistung, begrenzte Flächen- und Stromkapazitäten sowie die Nutzungsdauer teurer GPUs. Anleger müssen sich allerdings auf extreme Volatilität einstellen, denn die Branche hängt stark von der Finanzierung der Kunden und der weiteren Entwicklung des AI‑Marktes ab.

Rivian (RIVN) – Reicht der R2 und ein eigener AI-Chip für die Wende?

Rivian (RIVN, $22,45, +10,70%) legte den zweiten Tag in Folge zweistellig zu, nachdem gleich zwei Wall-Street-Häuser ihre Kursziele deutlich angehoben haben. Sowohl Baird als auch Wedbush trauen der Aktie nun bis zu $25 zu und verweisen vor allem auf den geplanten Marktstart des günstigeren R2-SUV im ersten Halbjahr 2026. Zusätzlich sorgt die Entwicklung eines eigenen AI‑Chips und das Ziel, mittelfristig autonomes Fahren zu ermöglichen, für zusätzliche Umsatzfantasie über Software- und Serviceerlöse.

Dennoch bleiben Zweifel, ob das Wachstumstempo der vergangenen Quartale zu halten ist, zumal ein Teil des Nachfragebooms 2025 durch den Auslauf der US‑Steuerförderung für Elektrofahrzeuge vorgezogen sein dürfte. Kritische Beobachter warnen, dass die starken Q3‑Zahlen durch einen „Last‑Minute‑Rush“ verzerrt sein könnten und in den Folgequartalen ein Dämpfer droht. Entscheidend wird nun, ob Rivian 2026 trotz schwächerer Förderkulisse steigende Stückzahlen, sinkende Produktionskosten und eine bessere Bruttomarge liefern kann – sonst könnte die aktuelle Rally schnell wieder drehen.

US-Aktienmarkt – Bleibt die Santa-Rally trotz höherer Renditen intakt?

Die großen US‑Indizes setzten heute ihre Jahresendrally fort: Der S&P 500 gewann +0,97%, der Nasdaq 100 zog um +1,40% an, während der Dow etwas langsamer nach oben lief. Gestützt wurde der Markt vor allem von Cloud- und AI‑Infrastrukturwerten wie Oracle, CoreWeave, Nebius Group (NBIS, $89,80, +14,56%) sowie von starken Halbleitern rund um Micron Technology, Advanced Micro Devices und Nvidia (NVDA, $180,95, +3,93%). Historische Muster spielen den Bullen in die Karten: Laut Daten von Citadel Securities ist der S&P 500 in rund 75% der Fälle in den letzten beiden Dezemberwochen gestiegen.

Auf der Makroseite sorgte eine Mischung aus soliden US‑Immobiliendaten, einem leicht eingetrübten Verbrauchervertrauen und ermutigenden Kommentaren von New-York-Fed-Präsident John Williams für Rückenwind, auch wenn die Rendite der zehnjährigen US‑Staatsanleihe wieder auf etwa 4,14% anzog. Zusätzliche Volatilität brachte der sogenannte „Triple Witching Day“, an dem Optionen und Futures in Rekordhöhe verfielen und viele Investoren ihre Positionen neu ausrichteten. Trotz höherer Renditen und vereinzelter Gewinnwarnungen – etwa bei Nike (NKE, $58,82, -10,54%) und Lamb Weston – bleibt die Santa‑Rally damit vorerst intakt.

KURZNEWS

  • TLRY – Tilray Brands: Die Aktie von Tilray Brands bleibt stark von Spekulationen um eine mögliche Neubewertung von Marihuana in den USA abhängig, nachdem Präsident Donald Trump eine Rescheduling-Prüfung angekündigt hat. Analysten warnen jedoch, dass eine bloße Umstufung ohne echte Legalisierung dem kanadischen Konzern operativ wenig bringt und die zuletzt schwachen Cannabis-Umsätze nicht kaschiert.
  • TLRY – Tilray Brands: In seinem jüngsten Geschäftsjahr steigerte Tilray den Umsatz zwar um +4% auf $821,3 Millionen, doch die Cannabis-Sparte schrumpfte um 9% und der Konzern schrieb wegen hoher Wertberichtigungen einen Verlust von rund $2,2 Milliarden. Beobachter sehen die Aktie daher eher als politisch getriebene Wette auf US‑Reformen denn als fundamental überzeugendes Langfristinvestment.
  • Pharma – Diverse Konzerne: Mehrere Pharmariesen wie Merck, Bristol Myers Squibb, Amgen, Gilead, GSK, Sanofi, Roche und Novartis haben sich mit der US‑Regierung auf freiwillige Rabatte von teils 30% bis 80% geeinigt. Hintergrund ist ein Exekutiverlass von Präsident Trump, der US‑Medikamentenpreise stärker an günstigere Auslandspreise koppeln und damit die hohen Kosten für Patienten senken soll.
  • Pharma – Diverse Konzerne: Im Gegenzug erhalten einige Hersteller Ausnahmen von geplanten Zöllen und eine beschleunigte Prüfung neuer Präparate, was den Druck auf Margen teilweise abfedern könnte. Branchenverband PhRMA kritisiert das „Most Favored Nation“-Prinzip dennoch als den falschen Ansatz und verweist auf die Rolle von Pharmacy Benefit Managern als Kostentreiber.
  • OIL – WTI Crude: Der Ölpreis legte leicht zu, WTI notierte zuletzt bei rund $56,62 je Barrel, nachdem Spannungen zwischen den USA und Venezuela einen Risikoaufschlag ausgelöst haben. Zusätzlich bleiben Lieferausfälle und Sanktionen im Zusammenhang mit dem Russland‑Ukraine‑Krieg ein Stützfaktor, obwohl der Markt mittelfristig mit einem Überangebot ab 2026 rechnet.
  • OIL – WTI Crude: Parallel dazu wirkt eine wachsende Menge an auf See lagerndem Rohöl – laut Kpler rund 1,3 Milliarden Barrel – preisbelastend, da Tanker zunehmend Abnehmer suchen. OPEC+ hat seine für Dezember beschlossene Produktionsausweitung um 137.000 Barrel pro Tag bestätigt, will in Q1 2026 aber eine Pause einlegen, um einem prognostizierten Rekordüberschuss entgegenzuwirken.
  • OIL – WTI Crude: Weitere Unterstützung für die Notierungen kam von neuen US‑Sanktionen gegen russische Energieexporte und Angriffe auf russische Raffinerien, die die Exportkapazitäten einschränken. Dagegen drückt eine schwache Crack-Spanne die Raffineriemargen und bremst die Rohölnachfrage, während US‑Lagerbestände zuletzt um 1,3 Millionen Barrel sanken.
  • BTC – Bitcoin: Bitcoin (BTC, $88.052,49, +2,84%) setzte seinen Aufwärtstrend fort und sorgte für Kursgewinne bei Krypto-Exposed-Aktien wie MicroStrategy und großen Minern. Insgesamt summierten sich die Krypto‑Hackverluste 2025 laut Branchenangaben auf rund $3,4 Milliarden, was den Regulierungsdruck auf Börsen und DeFi‑Plattformen erhöhen dürfte.
  • ETH – Ethereum: Ethereum (ETHUSD, $2.983,51, +5,49%) sprang noch deutlicher nach oben und profitierte von der allgemeinen Risikoaversion zugunsten Digital Assets. Marktbeobachter verweisen auf zunehmendes institutionelles Interesse und die wachsende Rolle von Ethereum‑basierten Protokollen im DeFi‑ und Tokenisierungsbereich.
  • MAKRO – US-Konsumgüter: Laut Peter Galbo von Bank of America wird das Wachstum des privaten Konsums 2026 zur Schlüsselfrage für Konsumgüterkonzerne, nachdem Stimulus-Effekte weitgehend ausgelaufen sind. Unternehmen mit Preissetzungsmacht und starken Marken dürften gegenüber margenschwächeren Anbietern im Vorteil sein.
  • MAKRO – Anlagestrategie: Chris Grisanti von MAI Capital rät Investoren, trotz hoher Indexstände investiert zu bleiben, aber verstärkt auf unbeliebte Sektoren zu setzen. Value‑Titel und zyklische Branchen mit verhaltenen Erwartungen könnten bei einer konjunkturellen Stabilisierung überdurchschnittlich profitieren.
  • DKNG – DraftKings: Der CEO von DraftKings betonte im Zusammenhang mit dem Einstieg in Prognose- und Wettmärkte, dass das Unternehmen sich auch gegen neue Wettbewerber gut behaupten könne. Anleger erhoffen sich von der Erweiterung des Produktangebots zusätzliche Erlösquellen jenseits klassischer Sportwetten.
  • TIKTOK – Oracle/TikTok USDS: TikTok hat mit US‑Investoren, darunter Oracle, eine bindende Vereinbarung zur Gründung des Joint Ventures TikTok USDS unterzeichnet. Ziel ist es, den politischen Druck in den USA zu entschärfen und Daten- sowie Governance‑Fragen mit einem klar US‑dominierten Setup zu adressieren.
  • KRY – Krypto-Regulierung (CFTC): Der US‑Senat hat Michael Selig, einen als krypto-freundlich geltenden Kandidaten, als neuen Chef der CFTC bestätigt. Der Schritt wird in der Branche als Signal für eine stärker innovationsfreundliche, aber zugleich klarere Regulierung von Digital Assets interpretiert.
  • TLRY – Tilray Brands: Trotz wachsender Hoffnungen auf eine Neubewertung von Cannabis in den USA bleibt die Aktie von Tilray laut Analysten wegen schwacher Profitabilität und hoher Verluste extrem riskant. Der Konzern ist stark auf Übernahmen und das Alkoholgeschäft angewiesen, um stagnierende Cannabisumsätze zu kompensieren.
  • ENERGIE – Russland/Ukraine: Die EU hat sich auf ein zinsfreies Darlehen von rund €90 Milliarden zur Unterstützung der Ukraine geeinigt, nachdem der Plan zur Nutzung eingefrorener russischer Vermögenswerte ins Stocken geraten war. Ein mögliches Ende des Kriegs und das damit verbundene Auslaufen von Sanktionen könnte den Ölmarkt ab 2026 in einen deutlichen Überschuss drehen, schätzen Analysten.
  • ENERGIE – Venezuela/USA: Präsident Trump kündigte eine „totale Blockade“ aller sanktionierten Öltanker von und nach Venezuela an und schloss eine militärische Eskalation nicht aus. Eine längere Blockade könnte Venezuelas Produktion massiv beeinträchtigen und kurzfristig stützend auf die Ölpreise wirken, birgt aber erhebliche geopolitische Risiken.
  • INVEST – Anlagestrategie 2026: Marktkommentatoren mahnen Investoren, typische Fehler wie übermäßige Konzentration auf Hype-Sektoren und unzureichende Diversifikation im Jahr 2026 zu vermeiden. Besonders in volatilen Bereichen wie Krypto, AI‑Small Caps und spekulativen Biotechs sei ein klarer Risikorahmen entscheidend.

IM BLICKPUNKT

  • Wedbush zu NBIS: Analyst Dan Ives bezeichnet Nebius Group (NBIS, $89,80, +14,56%) als wahrscheinlichsten Übernahmekandidaten unter den großen AI‑Neocloud-Anbietern für 2026, was die Fantasie um einen möglichen Deal mit Hyperscalern wie Amazon oder Microsoft befeuert.
  • Citi zu CRWV: Citi-Analyst Tyler Radke hat seine Coverage des Nebius‑Peers CoreWeave (CRWV) mit einem „Buy“-Rating und einem Kursziel von $135 aufgenommen und verweist auf überwältigende Nachfrage nach AI‑Compute.
  • Baird zu RIVN: Baird hat das Kursziel für Rivian (RIVN, $22,45, +10,70%) von $14 auf $25 angehoben und verweist auf den anstehenden Launch des R2‑SUV und zusätzliche Chancen durch einen eigenen AI‑Chip.
  • Wedbush zu RIVN: Wedbush schließt sich der optimistischeren Sicht auf Rivian an und hält einen Kursanstieg bis $25 für möglich, sofern der R2‑Start und die Kostensenkungsprogramme planmäßig verlaufen.


Nike nach China-Schock: Turnaround-Story – Oracle & Microsoft

KURZ & KNAPP

Nike steht nach schwachen Quartalszahlen und einem deutlichen Einbruch in China unter Druck, mehrere Analysten sprechen dennoch von einer möglichen Turnaround-Story. Die Marge bröckelt, Lagerbestände und Zölle belasten, während CEO Elliott Hill an einem länger angelegten Strategiewechsel arbeitet. Parallel sorgt der mögliche TikTok-Deal für neue Fantasie bei Oracle, das sich als Infrastrukturpartner der US-Daten und Cloud-Drehscheibe für KI positionieren will. Auch Microsoft und Nvidia profitieren weiter vom OpenAI-Hype und gigantischen Rechenzentrumsplänen.

Der Artikel beleuchtet zudem den Rüstungsboom bei Rheinmetall nach einem neuen Bundeswehr-Großauftrag. Bei Siemens Energy rückt der wachsende Strombedarf der KI-Rechenzentren als möglicher Kurstreiber in den Vordergrund. Kurznews reichen von Entwicklungen bei Puma, FedEx und Coinbase bis zu Einschätzungen von Goldman Sachs und Morgan Stanley zu Gold und Rohstoffen.

Auf der europäischen Seite stehen Banken wie Raiffeisen Bank International, Deutsche Bank und Banco BPM im Rampenlicht, die von Analysten vor allem mit Blick auf Kapitalquoten, Konsolidierung und Russland-Engagement bewertet werden. In Deutschland sorgt der Milliardenauftrag für Rheinmetall für Schlagzeilen. Makroseitig richten sich die Blicke auf die US-PCE-Inflationsdaten und eine geplante EU-Finanzhilfe für die Ukraine, die das Marktumfeld zusätzlich prägen.

AUSBLICK US-Märkte

  • Analysten zu NKE: Mehrere Häuser bestätigen trotz gesenkter Erwartungen eine positive Langfristsicht auf Nike (NKE) und verweisen auf den laufenden Turnaround unter CEO Elliott Hill. Kursziele bleiben überwiegend im Bereich von 90 bis 115 Dollar, wobei die Analysten Geduld bis mindestens 2026 einfordern.
  • Deutsche Bank zu BMW: Für BMW (BMW) werden Kursziele jenseits von 115 Euro bis hin zu 130 Euro im Jahr 2026 genannt, gestützt durch ein neues Aktienrückkaufprogramm über 625 Millionen Euro. Charttechnisch unterstreicht eine große inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation die angenommene Bodenbildung.
  • Analysten zu DHL Group: Die DHL Group (DHL) wird als Profiteur einer Erholung der Konsumnachfrage und des weiterhin starken E-Commerce gesehen. Kursziele von 55 bis 56 Euro im ersten Quartal würden einem Upside von etwa 20–25% vom aktuellen Niveau entsprechen.
  • Analysten zu Süss Microtec: Bei Süss Microtec (SMHN) sehen Experten nach operativ soliden Zahlen trotz kassierter Jahresprognose ein technisches Ausbruchsszenario. Erste Kursziele liegen bei rund 47 Euro, was einem Aufwärtspotenzial von etwa 21% entspricht.
  • Goldman Sachs zu Gold: Goldman Sachs stuft Gold im Rohstoffsektor klar bevorzugt ein und erwartet bis 2026 einen Preis von etwa 4.900 Dollar pro Unze. Begründet wird dies mit erwarteten Zinssenkungen der Federal Reserve und anhaltenden ETF-Zuflüssen.
  • Morgan Stanley zu Rohstoffen: Morgan Stanley zeigt sich für Gold ähnlich optimistisch mit einem Kursziel von rund 4.800 Dollar und sieht zusätzlich Aufwärtspotenzial bei Kupfer und Lithium. Für Öl (Brent) rechnet die Bank hingegen mit einem durchschnittlichen Preis von nur etwa 56 Dollar im Jahr 2026.
  • Analysten zu PayPal: Bei PayPal (PYPL) verweisen Analysten auf ein erwartetes Gewinnwachstum von rund 40% bis 2027 bei gleichzeitig niedrigem KGV von etwa 10. Im Vergleich zu Peers wie Block, Visa und Mastercard gilt die Aktie damit als deutlich unterbewertet.
  • Analysten zur Raiffeisen Bank International: Die Raiffeisen Bank International (RBI) wird mit einem KGV von rund 6 und einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,6 als klar unterbewertet gegenüber der europäischen Peergroup eingeschätzt. Analysten heben die solide Kapitalausstattung hervor und sehen zusätzlich Fantasie bei einer möglichen Lösung des Russland-Engagements.
  • Analysten zu Banco BPM: Banco BPM (BAMI) steht im Zentrum der erwarteten italienischen Bankenkonsolidierung und wird von Analysten mit einem KGV von rund 10 und einer Dividendenrendite von 5–6% als attraktiv bewertet. Die Fantasie um eine mögliche Fusion mit Monte dei Paschi und Mediobanca zu einem dritten Großplayer treibt die Bewertung.
  • Analysten zur Deutschen Bank: Die Deutsche Bank (DBK) hat ihren Kurs 2025 nahezu verdoppelt, und Analysten sehen dank der Strategie bis 2028 mit einer Eigenkapitalrendite von über 10% weiteres Potenzial. Der Ausbruch über die Marke von rund 31,95 Euro gilt charttechnisch als wichtiges Kaufsignal.

DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

Nike (NKE) – Turnaround-Chance oder Value Trap nach dem China-Schock?

Nike (NKE, $59,10, -0,09%) steht nach enttäuschenden Quartalszahlen und einem drastischen China-Rückgang massiv unter Druck. Die Bruttomarge sank auf 40,6%, rund drei Prozentpunkte unter Vorjahr, während der Umsatz nur um +1% auf 12,4 Milliarden Dollar zulegte und der Gewinn auf etwa 800 Millionen Dollar nahezu um ein Drittel einbrach. Die Aktie reagierte nachbörslich mit einem Einbruch von mehr als 10% und dürfte um die 60-Dollar-Marke den Handel aufnehmen. Besonders belastend wirkt das Geschäft in Greater China, wo die Erlöse um 17% zurückgingen, sowie die Kultmarke Converse mit einem Einbruch von rund 30%. Trotz der schwachen Zahlen werten mehrere Analysten das aktuelle Niveau als möglichen Bodenbildungsprozess und sehen mittelfristig Kursziele zwischen 90 und 115 Dollar.

Strategisch kämpft Nike an mehreren Fronten: In China hat der Konzern Probleme, überschüssige Altbestände abzubauen und gleichzeitig schnell genug neue, für den lokalen Geschmack maßgeschneiderte Produkte zu liefern. CEO Elliott Hill spricht von „mittleren Innings“ eines Turnarounds und will sich stärker auf Tier-1-Städte wie Peking und Shanghai fokussieren, während die Marke ihren Status als reine Lifestyle-Ikone zugunsten stärkerer Performance- und Tech-Orientierung neu justieren muss. Gleichzeitig belasten hohe Lagerbestände, verstärkte Rabattaktionen und Zölle auf die Produktion in Vietnam die Profitabilität; allein die Zollbelastung wird auf rund 1,5 Milliarden Dollar geschätzt und dürfte die Bruttomarge im laufenden Geschäftsjahr um bis zu 120 Basispunkte drücken. Positiv hebt das Management erste Fortschritte im nordamerikanischen Running-Segment und im Großhandel hervor, wo neue Partner wie Amazon und spezialisierte Laufhändler für Nachfrage sorgen. Allerdings verzichtet Nike weiterhin auf eine Gesamtjahresprognose und warnt vor weiteren Umsatzrückgängen in den kommenden Quartalen.

Für Anleger stellt sich die Frage, ob der aktuelle Absturz eine Einstiegschance darstellt oder ob der Umbau länger und schmerzhafter verläuft als bisher eingepreist. Mehrere Langfrist-Investoren betonen, dass Produktzyklen von 18 bis 24 Monaten bedeuten, dass sich neue Kollektionen und Innovationen erst 2026 vollständig in Umsatz und Margen niederschlagen werden. In China rechnet das Management mindestens in den nächsten zwei Quartalen mit weiteren Rückgängen im mittleren bis hohen Zehner-Prozentbereich, während der US-Markt bereits Zeichen einer Stabilisierung zeigt. Analysten, die Nike als Turnaround-Story sehen, verweisen auf bereinigte Lagerbestände in Nordamerika, eine schrittweise Verbesserung der Bruttomargen (ex Zölle) und eine stärkere Fokussierung auf Performance-Sport als Basis für eine spätere Lifestyle-Renaissance. Für kurzfristig orientierte Anleger bleiben die fehlende Visibilität und die anhaltende Schwäche in China allerdings ein erhebliches Risiko, zumal Wettbewerber mit technisch orientierten Produkten Marktanteile gewinnen. Geduldige Investoren könnten laut Einschätzungen bis 2026 belohnt werden, falls Nike den Spagat zwischen Bereinigung, Innovation und Preissetzungskraft erfolgreich schafft.

Oracle (ORCL) – Macht der TikTok-Deal die Aktie zum KI-Comeback-Kandidaten?

Oracle (ORCL, $188,09, +0,88%) erlebt nach monatelanger Schwäche einen spürbaren Stimmungsumschwung dank des geplanten TikTok-Deals. Eine von Oracle geführte Investorengruppe mit Silver Lake und MGX soll bis zu 50% an einem neuen US-Joint-Venture übernehmen, das die amerikanischen Aktivitäten von TikTok bündelt und mit rund 14 Milliarden Dollar bewertet wird. Oracle wird voraussichtlich etwa 15% an der Gesellschaft halten und sämtliche US-Nutzerdaten auf eigenen Servern hosten, während ByteDance rund 19,9% behält und den Algorithmus lizenziert. Vorbörslich legte die Aktie zeitweise um über +6% zu, nachdem bekannt wurde, dass China den Deal wohl akzeptieren könnte, da der Kern-Algorithmus Eigentum von ByteDance bleibt.

Der Deal ist auch politisch brisant, da er ein drohendes TikTok-Verbot in den USA abwenden und zugleich als Erfolg für die nationale Sicherheit verkauft werden soll – Beobachter sprechen teils von einem „politischen Geschenk“ an Präsident Donald Trump. Für Oracle könnte die Vereinbarung zum Wendepunkt im KI-Narrativ werden, nachdem die Aktie seit September etwa die Hälfte ihres Wertes eingebüßt hatte und Sorgen über hohe Schulden von über 100 Milliarden Dollar und massive KI-Rechenzentrumsinvestitionen dominierten. Parallel erhielt ein gigantisches Rechenzentrumsprojekt in Michigan mit 1,4 Gigawatt Leistung, das Oracle gemeinsam mit OpenAI realisieren will, grünes Licht der Behörden – ein weiterer Baustein in der Positionierung als zentraler Infrastrukturanbieter der KI-Ökonomie. Da alle US-Daten von TikTok künftig auf Oracle-Servern liegen und der Konzern den Algorithmus auf US-Daten trainieren und überwachen soll, sehen viele Marktteilnehmer in dem Paket einen langfristig lukrativen Cloud- und Datenvertrag, der die Rolle von Oracle im KI-Ökosystem deutlich stärkt.

Rheinmetall (RHM.DE) – Wie viel Aufwärtspotenzial bringt der 1,7-Milliarden-Bundeswehrauftrag?

Rheinmetall (RHM.DE, €1547,50, -0,16%) hat sich mit einem neuen Milliardenauftrag eindrucksvoll im Rüstungsboom positioniert. Die Bundeswehr vergab ein Volumen von rund 1,7 Milliarden Euro für weltraumgestützte Aufklärungsdaten, das Rheinmetall in Kooperation mit dem Spezialisten ICEYE umsetzen soll. Der Auftrag untermauert die Rolle des Konzerns als zentralen Profiteur der deutschen Zeitenwende im Verteidigungsbereich und stützt den Kurs, der sich weiterhin stabil oberhalb der Marke von 1.500 Euro hält.

Neben dem neuen Großprojekt treibt auch die geplante Veräußerung der Zivilsparte im ersten Quartal des kommenden Jahres die Fantasie, da sich Rheinmetall damit noch fokussierter als reiner Defense- und Sicherheitskonzern aufstellen könnte. Marktbeobachter spekulieren zudem auf einen möglichen Aktiensplit, um die Handelbarkeit der im absoluten Kursniveau sehr teuren Aktie zu verbessern und zusätzliche Anlegerkreise zu erschließen. Zusammengenommen nähren der Großauftrag, das Portfolio-Refining und die Split-Fantasie Erwartungen, dass Rheinmetall auch nach der starken Rally der vergangenen Jahre noch weiteres Kurspotenzial bieten könnte.

Siemens Energy (ENR.DE) – Wird der KI-Stromhunger zum versteckten Kurstreiber?

Siemens Energy (ENR.DE, €119,45, -0,13%) rückt als indirekter Profiteur des KI-Booms verstärkt ins Rampenlicht. Der gigantische Energiehunger neuer Rechenzentren, die für Anwendungen von OpenAI und Co. gebaut werden, lenkt Investoren-Blicke zunehmend auf Versorger- und Energietechniktitel, die beim Ausbau der Strominfrastruktur eine Schlüsselrolle spielen. Entsprechend konnte die Aktie die Verluste der Vortage zuletzt wieder wettmachen und zeitweise über 121 Euro klettern, getrieben von der Sektorstärke im Umfeld der Nasdaq-Rally.

Am aktuellen Verfallstag fungiert Siemens Energy zudem als Paradebeispiel für Hexensabbat-Volatilität: Marktteilnehmer berichten von täglichen Schwankungsbreiten von 5 bis 6 Euro, während Stillhalter offenbar versuchen, die Abrechnung in den Zonen um 115, 120 oder 125 Euro zu „pinnen“. Kurzfristig überlagert diese technische Dynamik zwar die Fundamentalerzählung, doch mittel- bis langfristig bleibt die Story vom strukturell steigenden Strombedarf durch KI-Rechenzentren ein wichtiger Investmenttreiber für Siemens Energy und den gesamten Energiesektor.

OpenAI-Hype treibt Microsoft (MSFT) und Nvidia (NVDA) – Kippt der KI-Boom am Flaschenhals Energie?

Microsoft (MSFT, $488,05, +1,65%) und Nvidia (NVDA, $176,61, +1,87%) profitieren weiter vom massiven Kapitalzufluss in die KI-Ökonomie rund um OpenAI. Berichten zufolge plant OpenAI eine neue Finanzierungsrunde über bis zu 100 Milliarden Dollar, die die Bewertung des Unternehmens auf bis zu 830 Milliarden Dollar heben könnte – eine Größenordnung, die es an die Schwelle zur Billionenmarke bringt. Die Umsätze von OpenAI sollen dabei von rund 4 Milliarden im Vorjahr auf 13 bis 14 Milliarden Dollar steigen, was den enormen Skalierungseffekt des KI-Geschäfts unterstreicht. Experten sehen den Markt aktuell in der „Infrastrukturphase“ einer neuen KI-Ökonomie, in der gigantische Investitionen in Rechenzentren und Halbleiter – mit Nvidia an der Spitze – den Takt vorgeben.

Gleichzeitig warnt Nvidia-CEO Jensen Huang, dass ohne Lösung der Energiefrage selbst modernste KI-Chips zu „leeren Hüllen“ würden, da ihnen die nötige Stromversorgung fehlt. Die politische Antwort darauf sind ambitionierte Pläne zum Bau neuer Atomreaktoren, etwa durch Westinghouse in den USA, deren Stückkosten bei rund 16 Milliarden Dollar liegen sollen, sowie Projekte im Bereich Fusionsenergie wie die Initiative von Trump Media mit TAE Technologies. Damit avanciert Energie zum zentralen Engpassfaktor der KI-Revolution – ein Umfeld, in dem nicht nur Chip-Giganten wie Nvidia, sondern auch Strom- und Infrastrukturwerte in den Fokus langfristiger Investoren rücken.

KURZNEWS

  • PUM – Puma: Puma geriet mit einem Kursrückgang von rund 2,3% unter Druck, nachdem Nike vor einer Nachfrageschwäche in China gewarnt hatte. Der wichtige Absatzmarkt China gilt für die gesamte Sportartikelbranche als zentral, sodass die Sorgen um Nike auf den Konkurrenten übergreifen.
  • RNO – Renault: Die Aktie von Renault legte um etwa +1,2% zu, nachdem S&P das Rating wieder auf Investment-Grade hochgestuft hatte. Begründet wurde der Schritt mit einer erfolgreichen Modelloffensive und einer stärkeren internationalen Präsenz, die künftige Absatzvolumina stützen soll.
  • DJT – Trump Media: Die Aktien von Trump Media zogen an, nachdem das Unternehmen eine Fusion mit dem Fusionskraft-Entwickler TAE Technologies angekündigt hatte. Die kombinierte Gesellschaft wird mit mehr als 6 Milliarden Dollar bewertet und plant bereits im kommenden Jahr mit dem Bau des ersten kommerziellen Fusionskraftwerks zu beginnen.
  • UBSG – UBS: UBS schloss in der Schweiz im Plus, nachdem bekannt wurde, dass die Bank Mitte Januar eine neue Runde von Stellenstreichungen einleiten will. Eine weitere Welle soll später im Jahr 2026 folgen, wenn IT-Systeme aus der Übernahme der Credit Suisse endgültig abgeschaltet werden.
  • FDX – FedEx: FedEx überraschte im zweiten Quartal positiv mit einem bereinigten Gewinn von 4,82 Dollar pro Aktie gegenüber erwarteten 4,12 Dollar und einem Umsatz von 23,5 Milliarden Dollar. Trotz temporärer Kostenüberschreitungen durch das Grounding von Flugzeugen und Netzwerkumbau hält das Management an ambitionierten Effizienzzielen fest und bestätigte die planmäßige Abspaltung von FedEx Freight bis zum 1. Juni 2026.
  • BBVA – BBVA: BBVA kündigte ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm über bis zu 3,96 Milliarden Euro an, das am 22. Dezember starten soll. Der Schritt wird als Signal an die Investoren nach der gescheiterten Übernahme der Banco Sabadell gewertet und stützte den Kurs um rund +0,7%.
  • GS – Goldman Sachs: Goldman Sachs gab einen sehr bullischen Rohstoffausblick und erwartet den Goldpreis bis 2026 auf etwa 4.900 Dollar je Unze steigen zu sehen. Für Öl (Brent) prognostiziert die Bank dagegen einen Preisrückgang auf durchschnittlich 56 Dollar je Barrel, bedingt durch ein drohendes Überangebot und schwächere Nachfrage aus China.
  • MS – Morgan Stanley: Morgan Stanley teilt die positive Sicht auf Gold mit einem Kursziel von rund 4.800 Dollar je Unze bis 2026 und zeigt sich zudem optimistisch für Kupfer und Lithium. Getrieben wird dies vom erwarteten Bedarf für KI-Rechenzentren und Batterien, während für den Ölmarkt ebenfalls eher Abwärtsrisiken gesehen werden.
  • BTC – Bitcoin: Bitcoin wird an der Wall Street zunehmend als fester Bestandteil des Finanzsystems angesehen, unterstützt durch neue Regulierungen für Stablecoins und die Zulassung von ETFs durch die SEC. Experten bezeichnen Bitcoin als „Apex Asset“ und digitalen Goldersatz, der als langfristiger Wertspeicher und Inflationsschutz dient, auch wenn die hohe Volatilität bleibt.
  • NFLX – Netflix: Händler setzen verstärkt darauf, dass Netflix im Übernahmekampf um Warner Bros. Discovery die Nase vorn haben könnte. Analystin Alicia Reese von Wedbush vergibt ein „Outperform“-Rating mit Kursziel 140 Dollar, warnt jedoch vor hohen regulatorischen Hürden für einen solchen Deal.
  • WBD – Warner Bros. Discovery: Warner Bros. Discovery steht im Zentrum eines Bietergefechts, nachdem das Board ein Angebot von Paramount abgelehnt hat. Stattdessen favorisieren die Verantwortlichen ein Zusammengehen mit Netflix, das als finanziell solider gilt, wenngleich wettbewerbsrechtliche Bedenken groß sind.
  • LYFT – Lyft: Die Aktie von Lyft verlor rund 3,75%, nachdem Wedbush das Papier herabgestuft hatte. Die Analysten sehen Lyft als Ridesharing-Anbieter mit dem größten strukturellen Risiko durch den Vormarsch autonomer Fahrzeuge, die das Geschäftsmodell langfristig untergraben könnten.
  • CVX – Chevron: Chevron bereitet den Export von rund 1 Million Barrel Rohöl aus Venezuela vor, obwohl die US-Regierung neue Sanktionen gegen bestimmte Tanker verhängt hat. Der Konzern operiert unter einer speziellen US-Lizenz und gilt damit als von der Blockade ausgenommen.
  • CHRW – C.H. Robinson: C.H. Robinson erreichte jüngst ein neues Allzeithoch, da Analysten das Unternehmen zunehmend als „AI-Play“ im Logistiksektor einstufen. Das asset-light Geschäftsmodell setzt stark auf Technologie zur Frachtvermittlung, was in einer zunehmend datengetriebenen Lieferkettenwelt als Wettbewerbsvorteil gesehen wird.
  • COIN – Coinbase: Coinbase erweitert sein Angebot um klassischen Aktienhandel, um Konkurrenten wie Robinhood frontal anzugreifen und neue Ertragsquellen etwa im Bereich Altersvorsorge zu erschließen. Mit rund 120 Millionen Kunden und strenger Regulierung sehen Analysten beträchtliches Wachstumspotenzial und verweisen auf eine charttechnische W-Formation als mögliches Trendumkehrsignal.
  • HOOD – Robinhood: Robinhood entwickelt sich stark im Bereich Prognosemärkte, denen die Deutsche Bank ein Volumen im Billionenbereich zutraut. Trotz eines Kursanstiegs von über 200% im Jahresverlauf sehen Analysten dank neuer Geschäftsfelder und der jüngsten Korrektur weiterhin Chancen für risikobereite Anleger.
  • CRM – Salesforce: Salesforce zählt 2025 zu den schwächsten Werten im Dow Jones mit einem Rückgang von über 22%, da Investoren die Monetarisierung der KI-Angebote anzweifeln. Das Produkt Agentforce blieb hinter den hohen Marketingversprechen zurück, und die Übernahme von Informatica wird kritisiert, weil sie vor allem Legacy-Daten adressiert und wenig Mehrwert für moderne LLM-Anwendungen bietet.
  • PYPL – PayPal: PayPal hat operativ zahlreiche Stellschrauben gedreht und sich mit Kooperationen mit Perplexity und OpenAI im Bereich KI-Agenten positioniert, doch der Aktienkurs spiegelt diese Fortschritte bislang kaum wider. Der Analystenkonsens erwartet zwischen 2024 und 2027 ein Gewinnwachstum von rund 40%, während das KGV von etwa 10 deutlich unter Werten von Peers wie Block, Visa oder Mastercard liegt.
  • RBI – Raiffeisen Bank International: Die Raiffeisen Bank International profitiert an der Börse von der Hoffnung auf eine Entspannung im Ukraine-Krieg, da sie unter den europäischen Großbanken am stärksten in Russland engagiert ist. Trotz sanktionierter, feststeckender Gewinne liegt die harte Kernkapitalquote auch bei vollständiger Abschreibung des Russland-Geschäfts über 15%, während Bewertungskennzahlen wie ein KGV von etwa 6 und ein KBV von 0,6 die Aktie im Sektorvergleich sehr günstig erscheinen lassen.

KALENDER Firmen & Unternehmen

EARNINGS

    MAKRO

    • US:
      • PCE-Inflationsdaten – Veröffentlichung 14:30 MEZ
    • EU:
      • EU-Darlehen für die Ukraine (90 Mrd. Euro) – politische Einigung, keine feste Uhrzeit

    IM BLICKPUNKT

    • Analysten zu NKE: Mehrere Häuser bestätigen trotz gesenkter Erwartungen eine positive Langfristsicht auf Nike (NKE) und verweisen auf den laufenden Turnaround unter CEO Elliott Hill. Kursziele bleiben überwiegend im Bereich von 90 bis 115 Dollar, wobei die Analysten Geduld bis mindestens 2026 einfordern.
    • Deutsche Bank zu BMW: Für BMW (BMW) werden Kursziele jenseits von 115 Euro bis hin zu 130 Euro im Jahr 2026 genannt, gestützt durch ein neues Aktienrückkaufprogramm über 625 Millionen Euro. Charttechnisch unterstreicht eine große inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation die angenommene Bodenbildung.
    • Analysten zu DHL Group: Die DHL Group (DHL) wird als Profiteur einer Erholung der Konsumnachfrage und des weiterhin starken E-Commerce gesehen. Kursziele von 55 bis 56 Euro im ersten Quartal würden einem Upside von etwa 20–25% vom aktuellen Niveau entsprechen.
    • Analysten zu Süss Microtec: Bei Süss Microtec (SMHN) sehen Experten nach operativ soliden Zahlen trotz kassierter Jahresprognose ein technisches Ausbruchsszenario. Erste Kursziele liegen bei rund 47 Euro, was einem Aufwärtspotenzial von etwa 21% entspricht.
    • Goldman Sachs zu Gold: Goldman Sachs stuft Gold im Rohstoffsektor klar bevorzugt ein und erwartet bis 2026 einen Preis von etwa 4.900 Dollar pro Unze. Begründet wird dies mit erwarteten Zinssenkungen der Federal Reserve und anhaltenden ETF-Zuflüssen.
    • Morgan Stanley zu Rohstoffen: Morgan Stanley zeigt sich für Gold ähnlich optimistisch mit einem Kursziel von rund 4.800 Dollar und sieht zusätzlich Aufwärtspotenzial bei Kupfer und Lithium. Für Öl (Brent) rechnet die Bank hingegen mit einem durchschnittlichen Preis von nur etwa 56 Dollar im Jahr 2026.
    • Analysten zu PayPal: Bei PayPal (PYPL) verweisen Analysten auf ein erwartetes Gewinnwachstum von rund 40% bis 2027 bei gleichzeitig niedrigem KGV von etwa 10. Im Vergleich zu Peers wie Block, Visa und Mastercard gilt die Aktie damit als deutlich unterbewertet.
    • Analysten zur Raiffeisen Bank International: Die Raiffeisen Bank International (RBI) wird mit einem KGV von rund 6 und einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,6 als klar unterbewertet gegenüber der europäischen Peergroup eingeschätzt. Analysten heben die solide Kapitalausstattung hervor und sehen zusätzlich Fantasie bei einer möglichen Lösung des Russland-Engagements.
    • Analysten zu Banco BPM: Banco BPM (BAMI) steht im Zentrum der erwarteten italienischen Bankenkonsolidierung und wird von Analysten mit einem KGV von rund 10 und einer Dividendenrendite von 5–6% als attraktiv bewertet. Die Fantasie um eine mögliche Fusion mit Monte dei Paschi und Mediobanca zu einem dritten Großplayer treibt die Bewertung.
    • Analysten zur Deutschen Bank: Die Deutsche Bank (DBK) hat ihren Kurs 2025 nahezu verdoppelt, und Analysten sehen dank der Strategie bis 2028 mit einer Eigenkapitalrendite von über 10% weiteres Potenzial. Der Ausbruch über die Marke von rund 31,95 Euro gilt charttechnisch als wichtiges Kaufsignal.

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    Micron Technology: Speicherboom befeuert KI-Welle – FedEx & Fujikura

    KURZ & KNAPP

    Micron Technology meldet ein starkes Quartal, profitiert massiv vom HBM-Speicherboom und wird zum Barometer des globalen KI-Zyklus. Zugleich schärft FedEx sein Profil als logistisches Rückgrat für Rechenzentren und industrielle Lieferketten. Der japanische Kabelspezialist Fujikura glänzt mit Großaufträgen aus den USA und steht sinnbildlich für den Infrastrukturhunger der KI-Ökonomie. Dagegen gerät Nike nach einem schwachen China-Geschäft und Problemen im DTC-Kanal unter Druck, während Trump Media mit einer spektakulären Fusionsstory Schlagzeilen macht.

    Die US-Börsen legen nach kühleren Inflationsdaten leicht zu, der S&P 500 beendet seine Verlustserie und der NASDAQ 100 profitiert von einer Erholung im Chip-Sektor. In Asien setzen Nikkei 225, Hang Seng und China A50 den freundlichen Ton fort, während die Bank of Japan ihre Zinswende vorsichtig austariert. Am Kryptomarkt setzen Bitcoin und Ethereum ihre Rally fort, bleiben aber von der Aktien-Risikofreude entkoppelt.

    In Europa startet der DAX 40 mit leichtem Plus in den Handelstag, gestützt von der anhaltend guten Stimmung im Bankensektor um Commerzbank und UBS. Japans Zinsentscheidung der BoJ sowie der jüngste US-CPI rücken als makroökonomische Wegweiser für 2026 in den Mittelpunkt. Anleger beobachten zudem politische Impulse wie die geplante Cannabis-Neueinstufung in den USA und die Diskussion um künftige Fed-Zinsschritte.

    RÜCKSPIEGEL

    Die US-Maerkte beendeten den Handelstag nach den deutlich kuehler ausgefallenen Inflationsdaten mit leichten Gewinnen, wobei der S&P 500 (6.787 Punkte, +0,14%) seine viertaegige Verlustserie stoppen konnte und der NASDAQ 100 (25.122 Punkte, +0,39%) von einer Erholung im Chip-Sektor profitierte. Top-Gewinner waren vor allem KI- und Halbleiterwerte, angefuehrt von Micron Technology, waehrend Nike nach einem schwachen Ausblick und Problemen in China im nachboerslichen Handel unter Druck geriet. Insgesamt stuetzen die neuen CPI-Daten die Hoffnung auf weitere Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve, auch wenn oekonomische Experten vor Datenluecken durch den vorangegangenen Regierungs-Shutdown warnen.

    In Asien setzten die Boersen den positiven Ton fort: Der japanische Nikkei 225 stieg auf 49.718 Punkte, +1,03%, nachdem die Bank of Japan ihren Leitzins auf 0,75% angehoben, aber zugleich betont hatte, dass die finanziellen Bedingungen weiter akkommodierend bleiben. In Hongkong legte der Hang Seng um 0,50% auf 25.704 Punkte zu, waehrend der China A50 nahezu unveraendert bei 15.177 Punkten, +0,03% notierte. Die Nachrichten zu Japans Zinswende und die anhaltende KI-Investitionswelle – etwa bei Fujikura – praegen die regionale Sektorrotation.

    Am Kryptomarkt setzen Bitcoin (87.874,87 Dollar, +2,63%) und Ethereum (2.951,59 Dollar, +4,36%) ihre Rally fort, profitieren aber bislang nur begrenzt von der allgemeinen Risikofreude an den Aktienmaerkten. Der deutsche DAX 40 geht nach den positiven Vorgaben mit einem leichten Plus von 0,16% bei 24.200 Punkten in den Handelstag, waehrend die Futures auf die grossen US-Indizes stabil tendieren und eine abwartende Eroeffnung signalisieren.

    DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

    Micron Technology (MU) – Wie stark traegt der Speicherboom die naechste KI-Welle?

    Micron Technology (MU) hat mit einem Kurssprung von ueber +10% ein neues Ausrufezeichen im KI-Sektor gesetzt und den gesamten Halbleitermarkt mit nach oben gezogen. Das Unternehmen meldete ein “monstroeses” Quartal mit Rekord-Bruttomargen und extrem hohen Gewinnen und hat seinen Aktienkurs seit Jahresbeginn damit nahezu verdreifacht (+195%). Besonders beeindruckend fiel der Ausblick aus: Die Umsatzprognose fuer das laufende Quartal liegt mehr als 30% ueber den bisherigen Markterwartungen, was die boersenseitigen Sorgen vor einer KI-Abkuehlung deutlich daempft. CEO Sanjay Mehrotra betonte, dass Micron derzeit nur rund die Haelfte bis zwei Drittel der Nachfrage wichtiger Schluesselkunden bedienen kann – ein klares Indiz fuer massive Angebotsengpaesse. Diese Knappheit ermoeglicht es dem Speicher-Spezialisten, die Preise fuer DRAM und insbesondere High-Bandwidth-Memory (HBM) spuerbar anzuheben.

    Der Boom im HBM-Bereich, der als Schluesselkomponente fuer KI-Beschleuniger und moderne Rechenzentren gilt, macht Micron zu einem der zentralen Profiteure des laufenden Technologie-Investitionszyklus. Der starke Quartalsbericht loeste einen Anstieg des Philadelphia Semiconductor Index (SOX) um rund 2,5–2,6% aus und stuetzte damit KI-Schwergewichte weltweit – bis hin zum S&P 500, der dank Micron seine viertaegige Verlustserie beendete. Gleichzeitig profitieren auch die Ausruester der Speicherindustrie wie Applied Materials, KLA und Lam Research, da die Engpaesse nur mit massiven Investitionen in neue Produktionskapazitaeten aufgeloest werden koennen. Mehrotra rechnet damit, dass die Knappheit bei HBM-Speichern ueber das Jahr 2026 hinaus anhalten wird, was fuer anhaltend hohe Preise und Margen spricht. Fuer klassische Hardware-Hersteller wie Dell, HP und teilweise Apple hat der Preisdruck bei Speicher allerdings eine Kehrseite: Steigende Inputkosten ducken dort auf die Margen.

    Analysten sehen in den Zahlen einen klaren Beweis, dass der KI-Boom real und nachhaltiger ist, als manche juengste Korrektur vermuten liess. Die Kombination aus Rekordumsatz, hohen Bruttomargen, starkem EPS und einem deutlich verbesserten freien Cashflow laesst neue Kursziele von 250 bis 350 Dollar zu, in Spitzenfaellen sogar bis 500 Dollar, plausibel erscheinen – bei einem weiterhin moderaten KGV von nur etwa 10 bis 12. Der Markt nutzt Micron mittlerweile als Barometer fuer die Gesundheit des globalen Halbleitermarktes und die Tiefe des KI-Zyklus: Solange das Unternehmen Nachfrage und Preise nach oben ueberrascht, duerften auch andere Speicher- und KI-Werte Rueckenwind behalten. Zugleich mahnen Stimmen wie Jim Cramer, dass Titel mit klaren Cashflows – wie Micron – im aktuellen KI-Hype den oft intransparent finanzierten Infrastrukturwetten vorzuziehen seien. Damit rueckt die Aktie zunehmend in die Rolle eines Kerninvestments fuer Anleger, die am KI-Trend partizipieren wollen, ohne sich ausschliesslich auf GPU-Schwergewichte wie NVIDIA zu verlassen.

    FedEx (FDX) – Wie wird der Logistiker zum Herzschlag der KI-Oekonomie?

    FedEx (FDX) hat im zweiten Fiskalquartal die Gewinnerwartungen klar uebertroffen und zugleich das untere Ende seiner Jahresprognose fuer Umsatz und Gewinn angehoben. Der bereinigte Gewinn pro Aktie lag mit 4,82 Dollar deutlich ueber den erwarteten 4,11–4,12 Dollar, waehrend der Umsatz auf 20,4–23,5 Milliarden Dollar stieg und die operativen Margen solide bei rund 6,9% lagen. Treiber sind ein hoeheres inlaendisches Paketvolumen, starke Preissetzungsmacht und das konsequente Kostensenkungsprogramm, mit dem bereits 4 Milliarden Dollar eingespart wurden und eine weitere Milliarde bis 2026 angepeilt ist. Parallel schreitet der geplante Spin-off der Frachtsparte FedEx Freight voran, der bis Mitte 2026 abgeschlossen sein soll. Analysten sehen FedEx als klassische “Self-Help-Story”, die auch ohne starken makrooekonomischen Rueckenwind über operative Hebel wachsen kann.

    Strategisch positioniert sich FedEx zudem immer staerker als kritische Infrastruktur fuer den globalen KI-Boom. Rund 66% des Umsatzes stammen inzwischen aus dem B2B-Geschaeft, wobei das Unternehmen in vertikalen Maerkten wie Gesundheitswesen, Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und vor allem beim Transport von Spezialkomponenten fuer Rechenzentren Marktanteile gewinnt. CEO Raj Subramaniam bezeichnet FedEx als “Herzschlag der industriellen Wirtschaft” und verweist auf das globale Netzwerk, mit dem hunderttausende spezialisierte Teile fuer neue KI-Rechenzentren inklusive Zollabwicklung effizient bewegt werden. Gleichzeitig passt der Konzern angesichts veraenderter Handelsmuster – weniger Verkehr China–USA, mehr Intra-Asien-Handel und boomender Austausch zwischen Mexiko und den USA – flexibel seine Kapazitaeten an und baut neue Routen und Hubs (u.a. in Singapur, Dublin, Riad, Bangalore, Istanbul) auf. Diese Kombination aus striktem Kostenmanagement, wachsendem B2B-Fokus und der Rolle als logistisches Rueckgrat der KI-Infrastruktur macht FedEx aus Sicht vieler Analysten zu einem Kernindikator fuer die Gesundheit der Realwirtschaft im Jahr 2026.

    Fujikura – Wie treibt der KI-Datenzentrum-Boom Japans Kabelchampion in die Hoehe?

    Die Aktien des japanischen Kabelspezialisten Fujikura haben sich in den vergangenen zwei Jahren um ueber 1.300% vervielfacht – angetrieben vom globalen Ausbau von KI-Rechenzentren. Das Unternehmen liefert Spezialkabel, die fuer die extrem bandbreitenintensiven Verbindungen innerhalb moderner Data-Center notwendig sind, und kommt mit der Produktion kaum hinterher. Ein besonders markanter Wachstumstreiber ist ein Auftrag im Volumen von 20 Milliarden Dollar aus den USA, der den Ausbau neuer Kapazitaeten finanziell absichert. Parallel schafft die Zinswende der Bank of Japan, die den Leitzins auf 0,75% und damit auf das hoechste Niveau seit 1995 angehoben hat, ein neues Zinsumfeld fuer japanische Wachstumswerte.

    Obwohl die Renditen zehnjaehriger japanischer Staatsanleihen erstmals seit 2006 ueber 2% gestiegen sind, betont Gouverneur Ueda, dass die realen Zinsen aufgrund der anhaltenden Inflation weiterhin deutlich negativ und die finanziellen Bedingungen insgesamt akkommodierend bleiben. Fuer Firmen wie Fujikura bedeutet dies, dass sie trotz Hoeherzinspolitik weiterhin relativ guenstig investieren koennen, waehrend die enorme globale Nachfrage nach KI-Infrastruktur fuer strukturelles Wachstum sorgt. Investoren beobachten nun genau, ob die BoJ 2026 ein bis zwei weitere Zinsschritte folgt und wie sich dies auf die Bewertungsniveaus der japanischen Tech- und Infrastrukturwerte auswirkt. Vor diesem Hintergrund bleibt Fujikura ein Symbol dafuer, wie stark sich die KI-Welle mittlerweile in die industrielle Basis und die klassische Hardware-Lieferkette hineinfrisst.

    Nike (NKE) – Wie gefaehrlich ist der China-Schock fuer den Sportartikelsektor?

    Nike (NKE) hat im zweiten Geschaeftsquartal zwar bei Umsatz und Gewinn die Analystenerwartungen uebertroffen, doch ein schwacher Ausblick und insbesondere ein Einbruch im China-Geschaeft schickten die Aktie nachboerslich rund 10% auf Talfahrt. Der Umsatz lag bei 12,4–12,43 Milliarden Dollar, der Gewinn pro Aktie bei 0,53 Dollar (erwartet: 0,38 Dollar), doch die Bruttomarge blieb mit 40,6% aufgrund hoher Rabatte zum Lagerabbau unter Druck. In China verfehlte Nike die Erwartungen deutlich: Das EBIT lag mit 191 Millionen Dollar klar unter den prognostizierten 335 Millionen Dollar, der Umsatz in der Region brach um etwa 16–17% ein – deutlich schlechter als die befrchteten minus 9%. Zusaetzlich machen steigende Zoelle auf Importe aus Vietnam und ein Rueckgang der Erloese im Direct-to-Consumer-Kanal (DTC), wo die eigenen digitalen Umsaetze um 14% sanken, dem Konzern zu schaffen.

    Der neue CEO Elliott Hill steht damit vor der Aufgabe, Nike von einer stark Lifestyle-orientierten Positionierung wieder mehr in Richtung Performance- und Sportfokus zu drehen und gleichzeitig die Problembereiche China und DTC zu stabilisieren. Positiv ist, dass das Nordamerika-Geschaeft und der Grosshandelskanal mit einem Wachstum von rund 8,7% die Resilienz des US-Konsumenten unterstreichen, doch an der Boerse dominiert vorerst die Sorge um den wichtigsten asiatischen Wachstumsmarkt. In “Sippenhaft” geraten auch Wettbewerber: Puma und Adidas stehen vorboerslich bzw. im fruehen Handel unter Druck, weil Investoren uebertragen, dass die chinesische Nachfrageschwaeche sektorweit wirken koennte. Technisch bleibt die Nike-Aktie im Abwaertstrend und steuert laut Analysten auf eine wichtige Unterstuetzung im Bereich von rund 50 Dollar zu, wo sich entscheiden duerfte, ob der Markt eine schnelle operative Wende zutraut.

    Trump Media (DJT) & Cannabis – Wie mischen Politik-Hypes die Maerkte auf?

    Die Aktien der Trump Media & Technology Group (DJT), dem Unternehmen hinter “Truth Social”, sprangen zeitweise um knapp 42% nach oben, nachdem eine Fusion mit dem Kernfusions-Entwickler TAE Technologies im Volumen von ueber 6 Milliarden Dollar bekanntgegeben wurde. Mit dem All-Stock-Deal vollzieht Trump Media einen radikalen Strategiewechsel von einem Social-Media-Konzern hin zu einem spekulativen Energie-Play, das vom extrem steigenden Strombedarf der KI-Rechenzentren profitieren will. Das kombinierte Unternehmen plant, bereits im kommenden Jahr mit dem Bau eines Kernfusionskraftwerks im Versorgungsmassstab zu beginnen und bis 2031 kommerziell Strom zu liefern – ein Zeitplan, den Experten als “ausserordentlich optimistisch” einstufen. Hintergrund ist, dass Kernfusion bislang nur in kleinem Massstab in Laboren gelang, wissenschaftliche Durchbrueche fuer eine sichere Skalierung fehlen und die Nuclear Regulatory Commission (NRC) noch keinen vollstaendigen Regulierungsrahmen fuer diese Technologie geschaffen hat.

    Parallel sorgte eine weitere politische Entscheidung fuer Bewegung in einem ganz anderen Sektor: Praesident Donald Trump unterzeichnete eine Exekutivverordnung, die das Justizministerium anweist, Cannabis von Schedule I in die weniger restriktive Kategorie Schedule III umzustufen. Dies stellt zwar keine Legalisierung auf Bundesebene dar, wuerde aber den medizinischen Nutzen offiziell anerkennen und vor allem steuerliche Erleichterungen bringen, weil Unternehmen in der Branche dann wieder Geschaeftsausgaben absetzen koennten. Am Markt kam es nach der lang erwarteten Meldung zu einem klassischen “Sell-the-News”: Viele Cannabis-Aktien, die im Vorfeld stark gestiegen waren, gerieten unter Gewinnmitnahmen unter Druck. Die Entwicklung unterstreicht, wie stark politische Signale – von Nuklearreformen in Indien ueber Cannabis-Neueinstufungen bis hin zu Fusionsplaenen bei Trump Media – als Katalysatoren fuer teils extreme Kursbewegungen in Nischen- und Hype-Sektoren dienen koennen.

    KURZNEWS

    • CRM – Salesforce: Salesforce (CRM) zaehlt 2025 zu den schwächsten Werten im Dow Jones mit einem Kursminus von ueber 22%. Analysten bezweifeln, dass KI-Produkte wie Agentforce signifikante Zusatzerloese bringen, waehrend aktivistische Investoren und Sorgen um die Zukunft klassischer SaaS-Modelle auf der Bewertung lasten.
    • ORCL – Oracle: Die Meinungen zu Oracle (ORCL) gehen auseinander: Guggenheim sieht den Titel trotz hoher Verschuldung als Top-Pick, da die Cloud-Infrastruktur angeblich bessere Performance zu niedrigeren Kosten als Wettbewerber bietet. Jim Cramer hingegen warnt vor den 18 Milliarden Dollar an neuen Schulden fuer Rechenzentren fuer OpenAI und kritisiert schwer durchschaubare Finanzierungsdeals im KI-Sektor.
    • MSFT – Microsoft / OpenAI: Microsoft (MSFT) hat insgesamt 13 Milliarden Dollar in OpenAI investiert und sich exklusiven Zugang zu den neuesten KI-Modellen fuer die Azure-Cloud gesichert. Dadurch kann der Konzern Produkte wie den Copilot fruehzeitig mit Cutting-Edge-KI ausstatten und seine Fuehrungsrolle im Enterprise-Segment ausbauen.
    • GOOGL – Alphabet / Google: Google (GOOGL) baut seine eigene KI-Hardware mit TPUs, VCUs und dem neuen Axion-Prozessor konsequent aus und dominiert laut Studien bereits rund 58% des Marktes fuer kundenspezifische Cloud-KI-Chips. In enger Kooperation mit Broadcom wurden ueber 3 Milliarden Dollar in F&E investiert, um die komplexen Beschleuniger fuer Modelle wie Gemini zu fertigen.
    • TSM – TSMC / ASML / NVIDIA: Die globale Halbleiter-Lieferkette fuer High-End-KI bleibt extrem konzentriert: NVIDIA (NVDA) entwirft die GPUs, die fast ausschliesslich bei TSMC (TSM) auf Maschinen von ASML (ASML) produziert werden. Die USA nutzen Exportkontrollen, um Chinas Zugriff auf diese Technologien zu bremsen, waehrend China massiv in eine eigene Fertigung investiert.
    • CRM – OpenAI-Wettbewerb: Der Markt fuer generative KI koennte laut Experten in den kommenden zehn Jahren ein Volumen von rund 1 Billion Dollar erreichen, wobei OpenAI, Anthropic, Cohere, Google und Meta um Marktanteile kaempfen. Tech-Giganten planen, pro Quartal zweistellige Milliardenbetraege in neue KI-Produkte zu investieren, was Banken, Versicherungen und Energieversorger tiefgreifend veraendern duerfte.
    • META – Meta Platforms: Meta (META) setzt strategisch auf Open-Source-Modelle wie Llama und hat eigenen Angaben zufolge ueber 40.000 Mitarbeiter im Bereich Sicherheit und Integritaet im Einsatz. In den letzten fuenf Jahren wurden 16 Milliarden Dollar in Sicherheit investiert, wodurch die Praevalenz von Hassrede auf 0,02% gesenkt worden sei.
    • TUI – TUI: Der Touristikkonzern TUI profitiert von einer ungebrochen hohen Reiselust, da Verbraucher zuletzt am wenigsten beim Urlaub sparen. Die Aktie arbeitet sich zum Jahresende an ihre Jahreshochs heran und belohnt damit insbesondere Anleger, die seit den Tiefstaenden im April oder November engagiert sind.
    • CBK – Commerzbank: Die Commerzbank (CBK) zaehlt mit einem Kursplus von rund 120% seit Jahresbeginn zu den Top-Performern in einem europaeischen Bankenindex, der insgesamt um 76% zulegte. Das Institut profitiert von der anhaltend guten Stimmung im Bankensektor, obwohl die Zinsen bereits wieder sinken.
    • UBSG – UBS: UBS (UBSG) schloss in der Schweiz fester, nachdem Berichte ueber eine neue Welle von Stellenstreichungen ab Mitte Januar publik wurden. Eine weitere Kuendigungsrunde gilt fuer spaeter im Jahr 2026 als wahrscheinlich, waehrend die Integration der Credit Suisse voranschreitet und deren IT-Systeme schrittweise abgeschaltet werden.
    • PYPL – PayPal: PayPal (PYPL) steht unter Druck, nachdem eine weitere Analysten-Abstufung mit einem Kursziel von 54 Dollar veroeffentlicht wurde. Die Experten be fuerchten, dass der Zahlungsdienstleister bis 2028 kontinuierlich Marktanteile verliert und im Wettbewerb mit neuen Fintechs und Big-Tech-Loesungen an Relevanz einbuesst.
    • LULU – Lululemon: Beim Sportmodeanbieter Lululemon (LULU) ist der aktivistische Investor Elliott Investment Management mit einer Beteiligung von ueber 1 Milliarde Dollar eingestiegen. Ziel ist offenbar eine Fuehrungs- und Strategieoffensive, moeglicherweise mit der Handelsexpertin Jane Nielsen als neuer CEO, nachdem die Aktie im laufenden Jahr fast 50% an Wert verloren hat.
    • DJT – Trump Media: Die Aktien von Trump Media & Technology Group (DJT) sprangen nach der Ankuendigung der Fusion mit TAE Technologies um fast 42% nach oben. Das Unternehmen versucht, vom KI-getriebenen Energiehunger zu profitieren und sich in die Reihe gehypter Nuklearwerte wie Oklo (OKLO), Nano Nuclear Energy (NNE) und NuScale Power (SMR) einzureihen.
    • BIRK – Birkenstock: Birkenstock (BIRK) verzeichnete mit einem Minus von rund 11,3% den schwächsten Boersentag seit ueber einem Jahr. Ausloeser war eine vorsichtige Prognose fuer ein langsameres Umsatzwachstum 2026, da ein schwaecherer US-Dollar und drohende Zoelle auf die Margen druecken koennten.
    • NKE – Nike: Die Aktie von Nike (NKE) gab nachboerslich deutlich nach, weil die starke Performance in Nordamerika durch einen massiven Umsatzeinbruch in China uebertroffen wurde. Hinzu kommt ein ruecklaeufiges Direct-to-Consumer-Geschaeft, das Fragen zur Wirksamkeit der aktuellen Digitalstrategie aufwirft.
    • DJT – Cannabis-Sektor: Nach der von Praesident Trump unterzeichneten Exekutivverordnung zur Neueinstufung von Cannabis in Schedule III kam es bei vielen US-Cannabiswerten zu einem “Sell-the-News”-Rueckschlag. Zwar koennte die Steuerlast der Branche langfristig deutlich sinken, doch kurzfristig nahmen Investoren nach der Rally im Vorfeld Gewinne mit.
    • UBER – SpaceX-Spekulation (ohne Kursdaten): Am Privatmarkt wird ein moeglicher IPO von SpaceX fuer 2026 mit einer Bewertung oberhalb von OpenAI intensiv diskutiert. Institutionelle Investoren sehen darin einen potenziellen neuen “Must-Own”-Techwert, der sofort in die Liga der groessten US-Bluetchips aufsteigen koennte.
    • DHI / LEN – US-Hausbauer: Die Branchenschwergewichte D.R. Horton (DHI) und Lennar (LEN) haben ihre Marktmacht durch Uebernahmen stark ausgebaut und kontrollieren in vielen Regionen inzwischen den Grossteil des Neubauangebots. Dank eigener Hypothekengeschaefte koennen sie Kauefer mit subventionierten Zinsen locken, was kleineren Bauunternehmen Wettbewerbsnachteile beschert.

    KALENDER Firmen & Unternehmen

    EARNINGS

      MAKRO

      • USA: Verbraucherpreisindex (CPI) November – juengster Bericht bereits erschienen, weitere Datenreihen fuer Dezember und Januar im Fokus der Maerkte.
      • JAPAN: Zinsentscheidung der Bank of Japan – Leitzins auf 0,75% angehoben, Maerkte erwarten 2026 ein bis zwei weitere Schritte.

      IM BLICKPUNKT

      • Guggenheim zu ORCL: Die Analysten sehen Oracle (ORCL) trotz hoher Verschuldung und Kundenkonzentration bei OpenAI als potenziellen Top-Performer fuer das naechste Jahr und heben die ueberlegene Cloud-Infrastruktur hervor; ein konkretes Kursziel wird nicht genannt.
      • Unabhaengige Analysten zu MU: Nach dem starken Quartal von Micron Technology (MU) werden in der Community Kursziele zwischen 250 und 350 Dollar, in Einzelfaellen sogar bis 500 Dollar, diskutiert, gestuetzt durch einen Ausblick mit mehr als 30% Umsatzueberraschung und ein moderates KGV von 10–12.
      • Guggenheim zu CRM: Die Experten bleiben fuer Salesforce (CRM) skeptisch und sehen kurzfristig geringe Chancen auf eine deutliche Kurserholung, da KI-Funktionen als Standard erwartet werden und Zukaeufe wie Informatica strategisch hinterfragt werden.
      • Unabhaengige Analysten zu PYPL: Ein neues Kursziel fuer PayPal (PYPL) wurde auf 54 Dollar gesenkt, begleitet von der Einschaetzung, dass der Zahlungsdienstleister bis 2028 stetig Marktanteile an Wettbewerber verlieren koennte.
      • Cramer zu S: Jim Cramer raet bei SentinelOne (S) zur Vorsicht, da das Unternehmen trotz wiederholter Verkaufsspekulationen bislang keinen Kauefer fand, und verweist Anleger stattdessen auf qualitativ hoehere Titel wie CrowdStrike (CRWD) oder Palo Alto Networks (PANW).
      • Cramer zu BMNR: Bei Bitmine Immersion (BMNR) warnt Cramer vor einem Relikt des “magischen Investierens” und empfiehlt Anlegern, sich von der Aktie fernzuhalten.
      • Cramer zu LASR – nLIGHT: Nach einem Kursanstieg von rund 480% bei nLIGHT (LASR) sieht Cramer das Bewertungsniveau mit dem 80-fachen der erwarteten Gewinne 2027 als extrem ambitioniert und empfiehlt, Gewinne mitzunehmen.
      • Cramer zu KURA: Kura Oncology (KURA) stuft Cramer als reine Spekulation ein, trotz einer Meilensteinzahlung von 135 Millionen Dollar fuer den ersten US-Verkauf, und verweist auf die Fuehrungsrolle von Johnson & Johnson (JNJ) und Merck (MRK) in der Krebsforschung.
      • Cramer zu CRDO – Credo Technology: Credo Technology (CRDO) bezeichnet Cramer als “Mini-NVIDIA” angesichts starken Gewinnwachstums und guter Positionierung im Rechenzentrum-Segment, trotz vorhandener Insiderverkaeufe und sektorweiter Skepsis.
      • Cramer zu CIEN – Ciena: Ciena (CIEN) sieht Cramer nach einem sehr guten Quartal fundamental deutlich solider aufgestellt als zur Blase im Jahr 2000 und erwartet auch fuer das naechste Quartal positive Impulse.
      • Analysten zu BIRK – Birkenstock: Nach der Prognose fuer ein langsameres Wachstum im kommenden Jahr raten einige Marktbeobachter bei Birkenstock (BIRK) zur Vorsicht, da Waehrungseinfluesse und potenzielle Zoelle die Margen belasten koennten.
      • Analysten zu NKE: Nach dem China-Schock bei Nike (NKE) verweisen Techniker auf eine entscheidende Unterstuetzung um 50 Dollar, waehrend Fundamentalanalysten zunaechst Klarheit ueber die Wende im China- und DTC-Geschaeft abwarten wollen.
      • Analysten zu CBK – Commerzbank: Marktbeobachter werten die starke Outperformance der Commerzbank (CBK) gegenueber dem Branchenindex als Zeichen fuer ein robusteres Geschaeftsmodell, warnen aber vor Rueckschlaegen, falls sich das Zinsumfeld schneller als erwartet eintruebt.
      • Analysten zu LULU – Lululemon: Der Einstieg von Elliott Management bei Lululemon (LULU) wird als potenzieller Katalysator fuer einen Strategiewechsel gesehen, inklusive moeglichem CEO-Wechsel, was der Aktie kurzfristig Auftrieb gegeben hat.

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      Trump Media entfacht Kursfeuerwerk! – BP und Lululemon bewegen

      KURZ & KNAPP

      Trump Media sorgt mit der geplanten Fusion mit TAE Technologies und dem Einstieg in die Fusionsenergie für Schlagzeilen. Die Bewertung von über 6 Milliarden Dollar befeuert Spekulationen rund um den Energiehunger von KI-Rechenzentren. Gleichzeitig stellt BP mit der Berufung von Meg O’Neill die Weichen zurück in Richtung Öl und Gas. Der Modetitel Lululemon gerät durch den aktivistischen Investor Elliott Management und CEO-Wechsel in die Schlagzeilen.

      Die US-Indizes wie S&P 500 und Nasdaq 100 setzten ihre Jahresendrally fort, während Bitcoin und Ethereum leicht nachgaben. Der Boom rund um KI-Rechenzentren treibt Deals von Blackstone, Hut 8 und anderen Infrastruktur-Akteuren. Zugleich sorgt der jüngste US-CPI-Bericht für Diskussionen über Datenqualität und die künftige Zinspolitik der Federal Reserve.

      In Europa legte der DAX kräftig zu, während Airbus mit neuen Helikopter- und Flugzeugaufträgen aus Spanien und China punktet. Asiatische Börsen wie der japanische Nikkei 225 und der Hang Seng profitieren von KI- und Exportfantasie. Makroseitig bleiben Inflationsdaten und mögliche fiskalische Impulse ab 2026 wichtige Faktoren für die mittelfristige Marktstimmung.

      RÜCKBLICK Handelstag

      Die US-Börsen setzten ihre Jahresendrally fort: Der S&P 500 legte um +0,55% auf 6.779 Punkte zu, der technologielastige Nasdaq 100 stieg um +1,00% auf 25.018 Punkte. Wachstums- und KI-Werte lagen vorne, während einzelne Konsumtitel im Vorfeld von Quartalszahlen nur moderat zulegten. Im Kryptobereich korrigierten große Coins leicht, was die Stimmung an den Aktienmärkten jedoch kaum belastete.

      In Europa schloss der DAX 40 mit einem Plus von +1,09% bei 24.171 Punkten und folgte damit der positiven Wall-Street-Vorgabe. Zyklische Werte und Industriewerte profitierten vom anhaltenden Optimismus rund um Infrastruktur- und KI-Investitionen. Der chinesische Hang Seng kletterte um +1,52% auf 25.642 Punkte, der China A50 gewann +0,35% auf 15.209 Punkte, was auf eine leichte Entspannungssignale aus der zweitgrößten Volkswirtschaft hindeutet.

      In Asien zog der japanische Nikkei 225 um +0,61% auf 49.347 Punkte an und profitierte weiter vom globalen KI- und Exportboom. Am Kryptomarkt gaben Bitcoin (85.084,85, -1,04%) und Ethereum (2.805,37, -0,47%) moderat nach, bleiben aber nahe ihren jüngsten Hochs, was weiterhin reichlich Kapital für risikoreiche Anlagen signalisiert.

      WAS HEUTE WICHTIG WAR

      Trump Media (DJT) – Wie real ist die KI-Fusionsfantasie?

      Die Aktie von Trump Media and Technology Group (DJT, $14,71, +41,93%) ist nachbörslich regelrecht explodiert, nachdem das Unternehmen eine Fusion mit dem Fusionsenergie-Spezialisten TAE Technologies angekündigt hat. Der Deal bewertet die kombinierte Gesellschaft mit über 6 Milliarden Dollar und sieht vor, dass die bisherigen Anteilseigner beider Firmen jeweils 50% am neuen Unternehmen halten. TAE Technologies, das seit 1998 an Kernfusionslösungen arbeitet und unter anderem von Google und Goldman Sachs unterstützt wird, will über den Börsenmantel von Trump Media Zugang zu frischem Kapital erhalten. An der Börse wird die Story als High-Beta-Wette auf die künftige Stromversorgung der KI-Infrastruktur gespielt, was die hohen prozentualen Kursausschläge erklärt.

      Strategisch positioniert sich das fusionierte Unternehmen mit einem klaren Narrativ: Es will den massiven Energiehunger von KI-Rechenzentren mit langfristig günstiger und sauberer Fusionsenergie stillen. Laut den Plänen soll bereits 2026 mit dem Bau eines ersten Fusionskraftwerks mit 50 Megawatt Leistung begonnen werden, der erste Strom wird für 2031 in Aussicht gestellt. Experten betonen den Vorteil der Fusion gegenüber klassischer Spaltung: Es entstehen keine langlebigen hochradioaktiven Abfälle, und die Technologie könnte regulatorisch weniger Hürden haben. Gleichzeitig warnen Fachleute, dass die tatsächliche Kommerzialisierung von Kernfusion nach wie vor als extrem herausfordernd gilt und Zeiträume von Jahren bis Jahrzehnten realistisch sind.

      Für Anleger bedeutet der Einstieg von DJT in die Fusionsenergie zweierlei: Kurzfristig treibt die spektakuläre Zukunftsvision die Spekulation auf eine neue Bewertungsstory, die den Social-Media-Fokus von Trump Media ergänzt oder sogar ersetzt. Langfristig hängt der reale Wert dieser Fantasie aber daran, ob TAE Technologies technische Meilensteine erreicht und die immensen Investitionskosten für den Bau kommerzieller Fusionsreaktoren über den Kapitalmarkt tatsächlich finanzieren kann. Analysten sehen in dem Schritt einen möglichen Beitrag zur Energieunabhängigkeit der USA und zur Deckung des Strombedarfs von KI-Anwendungen, weisen aber zugleich auf das erheblich erhöhte technologisches Risiko hin. Anleger sollten sich daher bewusst sein, dass die jüngste Kursrally weniger auf aktuellen Cashflows als auf sehr weit in der Zukunft liegenden Ertragshoffnungen basiert.

      BP (BP) – Was bedeutet der harte Kurs zurück zu Öl und Gas?

      BP (BP, $33,31, -3,39%) rutschte heute deutlich ins Minus, nachdem der Ölkonzern mit Meg O’Neill eine neue Vorstandschefin präsentierte und damit eine strategische Neuausrichtung untermauerte. O’Neill, bislang CEO von Woodside Energy, wird im April nächsten Jahres als erste externe CEO in der Geschichte von BP und zugleich als erste Frau an der Spitze eines großen Ölmultis antreten. Die Ernennung erfolgt unter dem Druck des aktivistischen Investors Elliott Management, der einen stärkeren Fokus auf Rendite und traditionelle Energiequellen einfordert. Marktbeobachter werten den Schritt als klare Abkehr vom zuvor ambitionierten Ausbau der Erneuerbaren, der als schlecht getimt und wenig wertschaffend kritisiert wurde.

      Branchenexperten wie Tyler Rosenlicht von Cohen & Steers verweisen darauf, dass BP in den vergangenen Jahren mehrere strategische Fehltritte gemacht habe und es nun darum gehe, mit dem neuen Management das „Schiff wieder auf Kurs zu bringen“. O’Neill hat bei Woodside Erfahrung darin gesammelt, Öl- und Gasproduktion auszuweiten und das Portfolio stärker auf Flüssigerdgas zu fokussieren – genau in diese Richtung drängen nun auch aktivistische Aktionäre. Für Investoren bedeutet der Kurswechsel potenziell höhere Cashflows und Ausschüttungen, aber auch ein langsameres Tempo beim Umbau hin zu erneuerbaren Energien. Die heutige Kursschwäche spiegelt die Skepsis wider, ob der schnelle Strategiewechsel glaubwürdig umgesetzt werden kann, könnte langfristig aber Einstiegschancen für Anleger bieten, die an ein Comeback klassischer Energietitel glauben.

      US-Inflation – Wie belastbar ist der kühle CPI-Rückgang wirklich?

      Die US-Inflationsdaten für November sorgten zunächst für Erleichterung: Der Verbraucherpreisindex (CPI) stieg im Jahresvergleich nur um 2,7% und lag damit klar unter den Schätzungen von 3,1%. Die Kernrate ohne Energie und Lebensmittel fiel auf 2,6% und blieb damit ebenfalls deutlich unter den erwarteten 3,0%, was an den Märkten Hoffnungen auf schnellere Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve nährte. Regierungsberater Kevin Hassett sprach von einem „erstaunlich guten“ Bericht und betonte, dass die Löhne mittlerweile schneller wachsen als die Preise, während die Regierung Maßnahmen zur Senkung der Wohnkosten in Aussicht stellte. Vor allem stark beobachtete Kategorien wie Nahrungsmittel (+2,6%), Lebensmittel im Haushalt (+1,9%) sowie moderat steigende Neuwagen- und Gebrauchtwagenpreise trugen zum freundlichen Gesamtbild bei.

      Doch hinter den Zahlen mehren sich die Zweifel an der Datenqualität, die durch den 43-tägigen Government Shutdown im Herbst erheblich beeinträchtigt wurde. Laut Experten konnten von 18 CPI-Kategorien nur drei (Benzin, Neuwagen, Gebrauchtwagen/Trucks) tatsächlich erhoben werden, viele Metropolen wie Atlanta, Houston oder San Francisco wurden gar nicht berücksichtigt. Besonders kritisch: Die für rund 35% des Index verantwortliche Mietkomponente („Housing“) wurde mangels Daten faktisch auf Null gesetzt, was die gemeldete Kerninflation künstlich drückt. Ökonomen der UBS schätzen, dass die „wahre“ Kernrate unter Einbezug realistischer Mietpreisdaten eher bei rund 3,0% liegen dürfte.

      Für Anleger ergibt sich damit ein gemischtes Bild: Formal liefert der jüngste CPI-Bericht der Federal Reserve Argumente für eine weniger straffe Geldpolitik und stützt die aktuelle Aktienrally. Gleichzeitig warnen Strategen davor, die unvollständig erhobenen Daten als endgültigen Beleg für eine nachhaltig besiegte Inflation zu interpretieren. Sollte sich im Nachhinein herausstellen, dass die Teuerung unterschätzt wurde, könnte das Vertrauen in die Statistik leiden und die Fed zu einem vorsichtigeren Kurs zwingen. Bis dahin bleiben die Zahlen vor allem ein Katalysator für Risikoassets – mit dem Risiko, dass ein späterer Datenrevisionsschock die Märkte auf dem falschen Fuß erwischt.

      Lululemon (LULU) – Zündet Elliott die nächste Turnaround-Story im Retail?

      Die Aktie von Lululemon (LULU, $215,01, +3,48%) legte deutlich zu, nachdem bekannt wurde, dass der aktivistische Investor Elliott Management eine Beteiligung von rund 1 Milliarde Dollar aufgebaut hat. Elliott arbeitet bereits seit Monaten mit dem Sport- und Yoga-Bekleider zusammen und drängt auf einen Führungswechsel an der Spitze. Konkret soll Jane Nielsen, ehemalige CFO und COO von Ralph Lauren, als neue CEO installiert werden, nachdem der bisherige Chef Calvin McDonald seinen Rücktritt zum 31. Januar angekündigt hat. Unter Nielsens Ägide hatte sich der Aktienkurs von Ralph Lauren in der Vergangenheit verdoppelt, was ihre Erfolgsbilanz im Mode- und Lifestyle-Segment unterstreicht.

      Elliott kritisiert, dass sich der Unternehmenswert von Lululemon in den vergangenen Jahren halbiert hat und sieht dringenden Handlungsbedarf bei Produktqualität, Passform und Markenpositionierung gegenüber neuen Rivalen wie Alo und Vuori. Laut Berichten will der Investor eine umfassende Transformation anstoßen, um Wachstum und Margen wiederzubeleben. Prominente Börsianer wie Michael Burry bezeichnen Lululemon bereits als „High-Conviction Contrarian Pick“ mit Potenzial für deutliche Kursgewinne in den kommenden Jahren. Charttechnisch nähert sich die Aktie wieder der viel beachteten 200-Tage-Linie, was die Spekulation befeuert, dass ein erfolgreicher Aktivistenplan einen nachhaltigen Trendwechsel einleiten könnte.

      Rechenzentren-Boom – Wer finanziert den KI-Hunger nach Strom und Kapazität?

      Der globale KI-Boom sorgt für eine Welle milliardenschwerer Deals im Bereich Rechenzentren und Infrastruktur – mit sehr unterschiedlichen Strategien der Finanzinvestoren. Blackstone hat sich mit dem Kauf von QTS für 10 Milliarden Dollar im Jahr 2021 zum weltweit größten Eigentümer von Rechenzentren entwickelt, wobei sich die Größe von QTS seither vervierfacht hat. CEO Steve Schwarzman beschreibt das Geschäft als konservatives „Picks and Shovels“-Modell mit 15–20-jährigen Mietverträgen mit erstklassigen Tech-Giganten („AAA Credits“), das stabile Cashflows in einem von KI getriebenen Wachstumsmarkt generieren soll. Parallel hat das Bitcoin-Mining-Unternehmen Hut 8 (HUT) einen 15-jährigen Leasingvertrag im Volumen von 7 Milliarden Dollar für ein 330-Megawatt-Rechenzentrum in Louisiana unterschrieben, das künftig stark auf KI-Workloads setzen soll.

      Abgesichert wird das Projekt von Hut 8 durch eine finanzielle Rückendeckung von Google, was entscheidend für die Bereitstellung von Finanzierung durch J.P. Morgan und Goldman Sachs war. Als Projektpartner fungieren Jacobs Engineering für den Bau und Vertiv (VRT) für die Infrastrukturkomponenten, während Anthropic als KI-Partner an Bord ist – ein Beispiel dafür, wie sich Bitcoin-Miner in Richtung breiterer KI-Infrastruktur-Betreiber transformieren. Gleichzeitig zeigt die Absage von Blue Owl Capital (OWL), einen geplanten 10-Milliarden-Dollar-Deal für ein neues Rechenzentrum von Oracle (ORCL) zu finanzieren, dass nicht alle Geldgeber bereit sind, immer größere Hebel in einem extrem kapitalintensiven Segment einzugehen. Insgesamt zeichnet sich ab, dass der Ausbau globaler KI-Rechenkapazitäten zwar enorme Chancen bietet, Investoren aber zunehmend genau abwägen, welche Projekte tragfähige Cashflows versprechen und wo das Verschuldungsrisiko überwiegt.

      KURZNEWS

      • GT – Goodyear: Trotz globaler Sorgen um eine mögliche Kautschuk-Knappheit meldet Goodyear, dass es aktuell keine Lieferengpässe gibt. Das Unternehmen betont zwar, dass Risiken wie Krankheiten bei Kautschukbäumen nie ganz auszuschließen sind, sieht die eigene Versorgungskette aber derzeit als stabil.
      • KEIN TICKER – Naturkautschuk: Eine drohende „Gummi-Apokalypse“ sorgt für Unruhe in globalen Lieferketten, da Naturkautschuk für Reifen, Handschuhe und Dichtungen knapp wird. Ursachen sind Krankheiten, die rund 10% des globalen Angebots vernichtet haben, der Klimawandel und logistische Probleme, während Alternativen wie Löwenzahn-Kautschuk noch Jahre von der Marktreife entfernt sind.
      • GE – GE Aerospace: GE Aerospace verfügt über einen massiven Auftragsbestand für Flugzeugtriebwerke, der teils bis zu 10 Jahre in die Zukunft reicht. Dank seiner dominanten Position bei Triebwerken für Modelle wie die Boeing 737 und den Airbus A320neo gelten die planbaren Service- und Wartungserlöse als starkes Argument für langfristig orientierte Investoren.
      • URI – United Rentals: United Rentals profitiert als Marktführer im Baumaschinenverleih mit rund 17% Marktanteil direkt vom gewaltigen Infrastrukturausbau in den USA. Angesichts eines Investitionsbedarfs von geschätzt 1,2 Billionen Dollar und des Trends, Maschinen eher zu mieten als zu kaufen, sieht Analyst Dryden Pence das Unternehmen gut für den nächsten Industriezyklus positioniert.
      • DRI – Darden Restaurants: Darden Restaurants, Mutter von Olive Garden, konnte seine Umsatzprognose anheben, gestützt von einer robusten Nachfrage höherer Einkommensschichten und attraktiven Menüoptionen. Das Management rechnet mit Rückenwind durch mögliche fiskalische Stimuli Anfang 2026 sowie sinkenden Rindfleischpreisen, was die Margen entlasten dürfte.
      • NKE – Nike: Nike steht unmittelbar vor der Vorlage seiner Quartalszahlen nachbörslich, wobei der Bericht als Bewährungsprobe für den neuen CEO Elliott Hill gilt. Anleger achten besonders auf Produktinnovationen und den Ausblick auf das kommende Quartal, da die Erwartungen im Vorfeld eher gedämpft sind.
      • FDX – FedEx: FedEx wird nach Börsenschluss Zahlen zum zweiten Geschäftsquartal vorlegen, wobei der Markt einen Gewinn je Aktie von rund 4,10–4,12 Dollar und einen Umsatz von knapp 22,8 Milliarden Dollar erwartet. Charttechnisch zeigt sich die Aktie stabil und könnte bei überzeugenden Margenfortschritten mittelfristig wieder in Richtung ihres Rekordhochs um 320 Dollar laufen.
      • LULU – Lululemon: Aktivist Paul Singer ist mit rund 1 Milliarde Dollar bei Lululemon engagiert und kritisiert das Management für die Halbierung des Unternehmenswertes. Die Aktie reagiert positiv und nähert sich der 200-Tage-Linie, da der Markt nun mit deutlichen Veränderungen und einem aggressiven Vorgehen zur Freisetzung von Aktionärswerten rechnet.
      • HOOD – Robinhood: Robinhood profitiert von einem starken Wachstum im Kryptogeschäft, seiner führenden Stellung unter Neobrokern und der geplanten Ausweitung der Nasdaq-Handelszeiten auf 23 Stunden. Zusätzliche Fantasie bringen neue „Prediction Markets“, auf denen Nutzer auf vielfältige zukünftige Ereignisse wetten können.
      • AIR – Airbus: Airbus meldet neue Aufträge, darunter eine Bestellung über 100 Helikopter aus Spanien sowie zusätzliche Passagiermaschinen aus China zur Flottenaufstockung einer taiwanesischen Airline. Die Bestellungen unterstreichen die anhaltend starke Nachfrage nach zivilen Luftfahrtprodukten trotz globaler Unsicherheiten.
      • BIRK – Birkenstock: Birkenstock geriet nach enttäuschenden Zahlen unter Druck und lag vorbörslich rund 10% im Minus. Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass die hohen Erwartungen nach dem Börsengang vorerst nicht erfüllt werden konnten.
      • TLRY – Tilray: Tilray und andere Cannabiswerte zogen nach einer kurzen Konsolidierungsphase wieder an. Treiber sind Ankündigungen zu einer möglichen Neueinstufung und Reklassifizierung von Cannabis in den USA, was steuerliche Vorteile und erleichterten Kapitalzugang bringen könnte.
      • GM – General Motors: Die Aktien von General Motors stiegen um +0,8%, nachdem Berichte aufkamen, dass Sterling Anderson, seit Juni Chief Product Officer, als Favorit für die Nachfolge von CEO Mary Barra gehandelt wird. Ein solcher Führungswechsel könnte die technologische Neuausrichtung des Autokonzerns weiter beschleunigen.
      • CRM – Salesforce: Salesforce gehört in diesem Jahr zu den schwächsten Werten im Dow Jones mit einem Rückgang von über 22%, da Investoren an der Fähigkeit zweifeln, KI-Funktionen profitabel zu monetarisieren. Analyst John DeFucci von Guggenheim Securities warnt, dass KI-Features zunehmend Standard werden und Produkte wie „Agentforce“ hinter den Marketingversprechen zurückbleiben könnten.
      • KEIN TICKER – Baukosten/Immobilien: Die Baukosten sind in den vergangenen Jahren massiv gestiegen, vor allem durch gestörte Lieferketten und den zwischenzeitlichen Anstieg des Holzpreises um über 300% bis Mai 2021. Allein diese Entwicklung verteuerte den Bau eines neuen Einfamilienhauses um fast 36.000 Dollar, zusätzlich zu steigenden Land- und Lohnkosten.
      • BX – Blackstone: Blackstone feiert sein 40-jähriges Bestehen und verwaltet inzwischen fast 1,3 Billionen Dollar an Vermögen bei rund 85 Anlagestrategien. CEO Steve Schwarzman betont insbesondere das Wachstum im Bereich Rechenzentren sowie die Stabilität des Private-Credit-Geschäfts, das dank geringerer Hebelung und langfristig gebundenem Kapital weniger anfällig für abrupte Mittelabflüsse sein soll.
      • GOOGL – Alphabet (Google): Google arbeitet an einem neuen Software-Ansatz, um einen der größten Vorteile von Nvidia (NVDA, $173,91, +1,87%) im KI-Bereich – die CUDA-Plattform – anzugreifen. Ziel ist es, die hauseigenen TPUs flexibler und für externe Kunden leichter integrierbar zu machen, was langfristig zu einer „Chip-Neutralität“ und damit zu mehr Wettbewerb im KI-Hardwaremarkt führen könnte.
      • OWL – Blue Owl Capital: Blue Owl Capital zieht sich aus einem geplanten 10-Milliarden-Dollar-Finanzierungsdeal für ein neues Rechenzentrum von Oracle zurück. Die Entscheidung spiegelt eine zunehmende Vorsicht einiger Kreditgeber gegenüber extrem kapitalintensiven KI-Infrastrukturprojekten wider, trotz des anhaltenden Hypes um künstliche Intelligenz.

      KALENDER Firmen & Unternehmen

      EARNINGS

      • INHALT:
        • Nike (NKE) – Quartalszahlen, nach US-Börsenschluss. Erwartet wird ein Gewinn von 0,38 Dollar je Aktie bei einem Umsatz von rund 12,22 Milliarden Dollar, wobei Investoren besonders auf Produktinnovationen und den Umsatzausblick unter dem neuen CEO Elliott Hill achten.
        • FedEx (FDX) – Quartalszahlen, nach US-Börsenschluss. Der Markt rechnet mit einem Gewinn je Aktie von etwa 4,10–4,12 Dollar und einem Umsatz von rund 22,79 Milliarden Dollar, während der Fokus auf Margenentwicklung und der mittelfristigen Kurschance in Richtung 320 Dollar liegt.

      MAKRO

      • INHALT:
        • Keine zusätzlichen Makrodaten über die bereits diskutierten US-CPI-Zahlen hinaus im Fokus des heutigen Nachbörsen-Briefings.

      IM BLICKPUNKT

      • Jefferies zu KLA: Die Analysten stufen KLA von „Neutral“ auf „Kaufen“ hoch und heben das Kursziel von $1.100 auf $1.500 an. Begründet wird dies mit der starken Marktposition bei Ausrüstung für die Chipproduktion und den massiven, mehrjährigen Investitionen der Hyperscaler in KI-Infrastruktur.
      • Kein Haus explizit genannt zu Albemarle: Ein Investor sieht im Lithiumsektor einen Boden und favorisiert als Play die Albemarle Corp., die an der ASX gehandelt wird und in diesem Jahr stark zugelegt hat. Rückenwind kommt von den Zoll-Diskussionen mit China, von denen der Lithiumpreis profitiert hat; die Aktie markierte zuletzt ein Jahreshoch von über 137 Austral-Dollar.
      • Kein Haus explizit genannt zu Amazon: Ein Marktkommentator hält Amazon (AMZN) aktuell für unterbewertet und rechnet mittelfristig mit Kurszielen im Bereich von $240–$250. Die geplanten zusätzlichen 10 Milliarden Dollar KI-Investitionen – unter anderem im Umfeld von OpenAI und eigenen Chips – seien im Kurs noch nicht eingepreist und könnten ab 2026 zusammen mit dem Satellitengeschäft erheblichen Mehrwert schaffen.
      • Kein Haus explizit genannt zum S&P 500-Ausblick: Auf Basis der Konsensschätzungen erwarten Analysten für 2026 ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 6,9% und ein Gewinnwachstum von 12,1% für die S&P-500-Unternehmen. Die aggregierten Kursziele deuten auf einen Indexstand von knapp 8.000 Punkten hin (bzw. 7.500 Punkte ohne Übergewichtung), wobei Technologie, Kommunikation, Finanzen und Gesundheit als stärkste Sektoren gesehen werden und Titel wie Nvidia, Alphabet und Amazon die größten Ergebnisbeiträge liefern.
      • Kein Haus explizit genannt zum Marktrisiko/AI-Bubble: Marktkommentatoren verweisen auf einen historisch niedrigen Cash-Bestand von nur 3,3% und warnen zugleich vor einer möglichen AI-Blase. Während Unternehmen wie Amazon ihre eigenen Chips und KI-Investitionen ausweiten und damit die Dominanz von Nvidia herausfordern, bleiben Rücksetzer im S&P 500 aus Sicht vieler Strategen vorerst Kaufgelegenheiten, mit Kurszielen zwischen 7.000 und 7.200 Punkten auf der Oberseite.
      • Paul Meeks zu Broadcom und Oracle: Analyst Paul Meeks bevorzugt im aktuellen KI-Infrastruktur-Boom Halbleiterhersteller wie Broadcom gegenüber Software-as-a-Service-Anbietern. Oracle (ORCL) bewertet er dagegen kritisch, da der Konzern hohe Summen in Infrastruktur investieren müsse und im Vergleich zu anderen Tech-Giganten aus seiner Sicht ein ungünstigeres Chancen-Risiko-Profil aufweise.

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      Micron mit KI-Signal: Oracle wackelt – Microsoft reagiert

      KURZ & KNAPP

      Micron überzeugt mit starken Quartalszahlen und einem optimistischen Ausblick, der den KI-Infrastrukturboom untermauert. Dennoch kommt es an der Börse zu Gewinnmitnahmen und einer spürbaren Abkühlung der anfänglichen Euphorie. Gleichzeitig gerät Oracle nach dem Ausstieg eines wichtigen Finanzierers bei einem Milliarden-Rechenzentrumsprojekt unter Druck. Die Frage, wie belastbar die Finanzierung der KI-Datencenter ist, rückt damit in den Mittelpunkt.

      Auch andere Tech-Schwergewichte wie Microsoft reagieren auf das Zusammenspiel von schwächerer Stimmung einzelner Titel und robusten Inflationsdaten in den USA. Analysten wie Ryan Detrick verweisen auf eine zunehmende Marktbreite und stabile High-Yield-Märkte, was systemische Risiken im Tech- und KI-Sektor derzeit begrenzt erscheinen lässt. Kurzmeldungen zu Lululemon, Instacart und Accenture zeichnen zusätzlich ein gemischtes Bild des globalen Aktienmarkts.

      In Europa stehen unter anderem Rheinmetall, die Deutsche Bank, Infineon und Rational im Mittelpunkt der Berichterstattung. Die EZB belässt die Zinsen unverändert, während gleichzeitig hohe Staatsverschuldung und Konjunkturrisiken diskutiert werden. Wichtige Termine wie US-Arbeitsmarktdaten, Zentralbankentscheide in Großbritannien und Japan sowie anstehende Zahlen von FedEx und Nike prägen den weiteren Verlauf.

      AUSBLICK US-Märkte

      • UBS zu RAA: Die UBS hat Rational von „neutral“ auf „buy“ hochgestuft und das Kursziel angehoben, da die Bewertung inzwischen unter dem historischen Durchschnitt liegt und sich das Chartbild nach dem Sprung über den GD50 aufgehellt hat.
      • Unspecified zu IFX: Analysten bestätigen ihre positive Einschätzung für Infineon, sehen nach der Bestätigung der starken Speicherchip-Nachfrage durch Micron jedoch vor dem Jahreswechsel keinen akuten Handlungsbedarf und verweisen auf die etablierte Handelsspanne zwischen 32 und 38 Euro.
      • Ryan Detrick zum US-Markt: Marktstratege Ryan Detrick hebt hervor, dass trotz schwächerer Tech-Schwergewichte wie Oracle die Marktbreite zunimmt, mit mehr 52-Wochen-Hochs an der NYSE und einem steigenden Anteil der S&P-500-Titel über ihren 50- und 200-Tage-Linien.
      • Ryan Detrick zu High Yield: Detrick betont, dass echte systemische Risiken im Tech- und KI-Sektor sich in High-Yield-Unternehmensanleihen zeigen müssten, diese aber weniger als 1 % unter Allzeithoch notieren – ein Hinweis darauf, dass er derzeit keinen beginnenden Dominoeffekt sieht.
      • Ryan Detrick zu KI-Gewichtung: Er verweist zudem darauf, dass KI-Aktien inzwischen rund 46 % des S&P 500 ausmachen, gegenüber 27 % im Jahr 2022, und dennoch die Kursgewinne zuletzt breit auf Equal-Weight-Indizes, den Russell 2000 sowie internationale Märkte und Zykliker übergegriffen haben.

      DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

      Micron (MU) – Lackmustest für den KI-Infrastrukturboom?

      Micron Technology (MU, $257.41) hat mit seinen jüngsten Quartalszahlen und dem Ausblick ein deutliches Ausrufezeichen hinter den KI-Speicherboom gesetzt – und wird an der Börse dennoch abverkauft. Der Speicherchiphersteller meldete einen Umsatz von 13,64 Milliarden Dollar und ein Gewinn je Aktie von 4,78 Dollar, klar über den Konsenserwartungen von 12,8–12,9 Milliarden Dollar Umsatz und 3,90–4,00 Dollar EPS. Für das kommende Quartal stellte Micron sogar 18,7 Milliarden Dollar Umsatz, ein EPS von 8,42 Dollar und eine Bruttomarge von 68 % in Aussicht – eine Prognose, die die bisherigen Schätzungen um bis zu 80 % übertrifft. Dennoch nutzt der Markt diese außergewöhnlich starken Daten für Gewinnmitnahmen, was Analysten als typisches Muster einer Distributionsphase interpretieren. Besonders im Fokus steht der Bereich High Bandwidth Memory (HBM), in dem die Nachfrage die verfügbaren Kapazitäten von Micron bei weitem übersteigt.

      Führungskräfte von Micron betonten, dass die Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage im KI-Speichermarkt die größte sei, die man in den letzten 25 Jahren in der Branche gesehen habe. Kunden müssten auf Lieferungen warten, während das Unternehmen mit Hochdruck an der Erweiterung seiner Produktionskapazitäten arbeitet. Die enorme Knappheit bei Speicherchips für KI-Rechenzentren verschafft Micron erhebliche Preissetzungsmacht, was die Profitabilität deutlich nach oben treibt. Marktbeobachter sehen in den Zahlen eine Bestätigung dafür, dass der viel diskutierte „Picks-and-Shovels“-Trade im KI-Sektor – also Investitionen in Infrastrukturzulieferer statt in reine KI-Software-Player – weiterhin intakt ist. Gleichzeitig zeigt die schwache Kursreaktion trotz des starken Zahlenwerks, dass viele Investoren nach der Rally der vergangenen Monate bereits stark positioniert sind und gute Nachrichten für Positionsabbau nutzen.

      Im vorbörslichen Handel sprangen die Aktien von Micron zeitweise um über 11–14 % nach oben und zogen den gesamten Halbleitersektor mit nach oben, bevor sich die Euphorie im regulären Handel wieder abkühlte. Die starke Guidance gilt als wichtiges Gegengewicht zu Sorgen über eine Übertreibung bei KI-Bewertungen und liefert Rückenwind für verwandte Titel wie Infineon und Ixtron, die von der Bestätigung des Nachfragebooms profitieren. Gleichwohl bleibt die Frage, ob die extrem hohe Profitabilität im Zyklusverlauf gehalten werden kann, vor allem wenn sich die globale Konjunktur abkühlt oder die Finanzierung neuer Rechenzentren – wie im Fall von Oracle – schwieriger wird. Für Anleger ist Micron damit zum Lackmustest geworden: Hält die KI-Infrastrukturstory, könnten die aktuellen Rücksetzer als Einstiegschance gelten, kippt die Finanzierungskette, droht eine Neubewertung der gesamten Lieferkette. Kurzfristig dürfte der Titel stark von Stimmungsumschwüngen im KI-Sektor abhängen, während die operativen Fundamentaldaten so robust sind wie seit Jahren nicht mehr.

      Oracle (ORCL) – Kippt die Finanzierbarkeit der KI-Datencenter?

      Oracle (ORCL, $181.74) steht nach dem Rückzug von Blue Owl Capital aus der Finanzierung eines rund 10 Milliarden Dollar schweren Rechenzentrumsprojekts in Michigan massiv unter Druck. Der Kurssturz gilt als deutlichstes Misstrauensvotum seit einem Jahrzehnt gegenüber der aggressiven Cloud- und KI-Infrastrukturstrategie des Konzerns, der mit langfristigen Leasingverpflichtungen von fast einer Viertel Billion Dollar ohnehin hoch verschuldet ist. Parallel schossen die Credit Default Swaps auf Oracle-Schulden nach oben, was die Sorgen des Marktes vor steigenden Refinanzierungskosten und strukturellen Risiken im Geschäftsmodell widerspiegelt. Analysten ziehen bereits Parallelen zu WeWork, weil Oracle langfristige Miet- und Leasingverträge für Rechenzentren eingeht, die mit kurzfristigen Vermietungen von Nvidia-Chips an KI-Kunden gegenfinanziert werden. Bricht die kurzfristige Nachfrage weg oder werden Finanzierer selektiver, droht ein gefährlicher Hebeleffekt.

      Der Rückzug von Blue Owl wird an den Märkten als Wendepunkt in der Erzählung von scheinbar automatisch durchfinanzierten KI-Milliardenprojekten gewertet. Da Banken solche Mega-Rechenzentren oft nicht allein stemmen können, wird die Rolle privater Kreditgeber zum Nadelöhr für den weiteren Ausbau der globalen KI-Infrastruktur. Investoren beginnen zu hinterfragen, ob die bislang eingepreisten Wachstumsfantasien bei Oracle und entlang der gesamten Hardware-Wertschöpfungskette – von Nvidia über AMD und Broadcom bis hin zu Ausrüstern wie Vertiv und Arista Networks – tatsächlich realisiert werden können, wenn zentrale Projekte verzögert oder gestrichen werden. Kurzfristig signalisiert der Sprung in den CDS-Spreads und der Kursrutsch, dass der Markt eine höhere Risikoprämie für die KI-Offensive von Oracle verlangt, während der Sektor insgesamt sensibler auf Nachrichten zur Finanzierung von Rechenzentren reagieren dürfte.

      Rheinmetall (RHM) – Wird der reine Rüstungsplayer zum neuen DAX-Anker?

      Rheinmetall (RHM.DE, $1521.00, -0,39%) schärft sein Profil als Rüstungskonzern und kündigt den kompletten Ausstieg aus dem zivilen Geschäft an. Per Ad-hoc-Mitteilung teilte das Unternehmen mit, dass die verbliebenen zivilen Sparten, darunter etwa Aktivitäten rund um Ladestationen, verkauft werden sollen, der Abschluss wird für das erste Quartal erwartet. Damit reagiert Rheinmetall auf die stark steigende Nachfrage nach Verteidigungsgütern in Europa, die den Konzern noch tiefer in seine militärischen Kernmärkte zieht. Ohne das zivile Geschäft stellt das Management ein Umsatzwachstum von +30 bis +35 % sowie eine operative Marge von 18,5 bis 19 % in Aussicht, muss dafür allerdings eine Abschreibung von rund 350 Millionen Euro verkraften.

      Strategisch positioniert sich Rheinmetall damit als klarer Profiteur der anhaltend hohen Rüstungsbudgets europäischer Staaten und der unsicheren geopolitischen Lage, auch wenn Friedensinitiativen für zeitweise Volatilität im Kurs sorgen. Charttechnisch sehen Experten eine mögliche Stabilisierung am 50-Wochen-Durchschnitt, während die Aktie sich bislang oberhalb der Marke von 1.500 Euro behauptet. Angesichts prall gefüllter Auftragsbücher halten Analysten langfristige Kursziele von deutlich über 2.000 Euro für erreichbar, sofern die politischen Rahmenbedingungen und die Haushaltspläne der Nato-Staaten unverändert bleiben. Für den DAX könnte Rheinmetall damit zu einem neuen defensiven Anker im Verteidigungsboom werden – mit der Kehrseite, dass der Konzern nun vollständig vom Rüstungszyklus abhängig ist.

      Deutsche Bank (DBK) – Was bringt der EZB-Zinsstopp für den Finanzsektor?

      Die Deutsche Bank (DBK.DE, $32.16, +1,61%) profitiert von der Entscheidung der Europäischen Zentralbank, den Einlagenzins bei 2,0 % und den Refinanzierungssatz bei 2,15 % zu belassen. Präsidentin Christine Lagarde betonte einen datenabhängigen, eher konservativen Kurs und signalisierte, dass die Zinsen bei einer anziehenden Konjunktur auch wieder steigen könnten. Die aktualisierten Prognosen der EZB sehen die Inflation für 2025 bei 2,1 %, für 2026 bei 1,9 % und für 2028 bei rund 2 %, gleichzeitig wurde die Wachstumsprognose für die Eurozone 2026 auf 1,2 % angehoben. Dies schafft für Banken wie die Deutsche Bank ein Umfeld mit stabilen bis moderat steigenden Zinsen und der Aussicht auf eine schrittweise Konjunkturerholung.

      Belastungsfaktoren bleiben allerdings die geplanten Rekord-Neuverschuldungen in der Eurozone, darunter bis zu 140 Milliarden Euro in Deutschland, die die Anleiherenditen nach oben treiben und das Zinsumfeld volatiler machen könnten. Zudem verweist die EZB auf hartnäckige Dienstleistungsinflation und geopolitische Risiken, darunter der Ukraine-Krieg, die im Extremfall erneute Zinserhöhungen erzwingen könnten. Für den Bankensektor bedeutet der Zinsstopp kurzfristig Rückenwind durch stabile Margen, mittel- bis langfristig hängt die Story jedoch von der tatsächlichen Wachstumsdynamik im Euroraum und der Entwicklung der Staatsfinanzen ab. Anleger werten die aktuelle Gemengelage als vorsichtig positiv für zyklische Finanzwerte wie die Deutsche Bank, behalten aber die Risikoaufschläge auf europäische Staatsanleihen genau im Blick.

      Microsoft (MSFT) – Wie viel Rückenwind bringt die US-Inflation bei 2,7 %?

      Microsoft (MSFT, $479.51, -0,06%) steht stellvertretend für die großen US-Tech-Werte, die von den überraschend niedrigen US-Inflationsdaten potenziell profitieren könnten. Die Verbraucherpreise in den USA stiegen im November im Jahresvergleich um lediglich 2,7 %, deutlich unter der Erwartung von 3,1 %, während die Kerninflation bei 2,6 % statt der prognostizierten 3,0 % lag. An den Märkten wird dies als möglicher „Befreiungsschlag“ gewertet, der der US-Notenbank Federal Reserve zusätzlichen Spielraum für weitere Zinssenkungen verschafft, nachdem sie den Leitzins bereits dreimal in Folge um jeweils 25 Basispunkte gesenkt hat. Ein Umfeld fallender oder stabil niedriger Zinsen stützt typischerweise die Bewertungsniveaus wachstumsstarker Technologiewerte wie Microsoft, insbesondere im kapitalintensiven KI- und Cloud-Geschäft.

      Allerdings mahnen Ökonomen zur Vorsicht, da die Datenerhebung durch den Regierungs-Shutdown beeinträchtigt war und der Oktober mangels Daten faktisch mit 0,0 % in die Berechnung einging, was den November-Wert rechnerisch um rund 0,27 Prozentpunkte nach unten verzerren könnte. Zudem könnten Saisoneffekte rund um den Black Friday das Bild verschleiern, sodass sich der jüngste Inflationsrückgang als weniger robust erweisen könnte als auf den ersten Blick erscheint. Für Microsoft und den breiten Tech-Sektor bleibt der Trend dennoch klar: Solange die Fed eher die Beschäftigung schützt und bei konjunkturellen Risiken bereit ist gegenzusteuern, bleibt die Liquiditätskulisse günstig. Ob daraus ein nachhaltiger Schub für KI-Plattformen wie Azure und die Kooperation mit OpenAI wird, hängt jedoch davon ab, ob die Märkte den aktuellen Inflationspfad als glaubwürdig einstufen.

      KURZNEWS

      • BP: Der Ölkonzern holt Meg O’Neill, bisherige Chefin von Woodside Energy, als neue CEO an die Spitze und macht sie damit zur ersten Frau an der Spitze eines „Big Oil“-Unternehmens. Investoren werten ihre Ernennung als Signal für eine strategische Rückbesinnung auf das Kerngeschäft Öl und Gas, nachdem frühere Wetten auf erneuerbare Energien enttäuscht hatten.
      • Woodside Energy: Die Aktie von Woodside Energy geriet in Sydney unter Druck, nachdem bekannt wurde, dass CEO Meg O’Neill zum britischen Rivalen BP wechselt. Marktteilnehmer rechnen damit, dass der Abgang der Chefin eine strategische Neuaufstellung erzwingt, insbesondere im profitablen LNG-Geschäft.
      • Instacart: Die Aktien von Instacart fielen vorbörslich um mehr als 6 %, nachdem Reuters über eine FTC-Untersuchung zum Einsatz von KI-Preistools berichtete. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück, doch die Meldung unterstreicht, dass der Einsatz von KI in der Preisgestaltung zunehmend in den Fokus der US-Regulierer rückt.
      • Lululemon (LULU): Die Aktien von Lululemon sprangen im vorbörslichen Handel um über 5–6 % nach oben, nachdem der aktivistische Investor Elliott Management eine Beteiligung von mehr als 1 Milliarde Dollar offengelegt hatte. Elliott drängt offenbar auf einen strategischen Turnaround und bringt mit Jane Nielsen, einer früheren Ralph-Lauren-Managerin, eine mögliche neue CEO-Kandidatin ins Gespräch.
      • Nike (NKE): Nike legte vor den Quartalszahlen leicht um +0,44 % zu, während der Markt auf Hinweise zur strategischen Neuausrichtung unter dem neuen CEO Elliott Hill wartet. Analysten erwarten zwar einen Ergebnisbeat, sehen das Ziel von 10 % Wachstum bei steigenden Margen im aktuellen Konsumumfeld aber als äußerst ambitioniert an.
      • Accenture (ACN): Accenture übertraf im ersten Geschäftsquartal mit einem Gewinn je Aktie von 3,94 Dollar die Erwartung von 3,73 Dollar, lieferte insgesamt aber einen gemischten Bericht. Nach anfänglichen Gewinnen drehte die Aktie ins Minus, was auf Zurückhaltung der Investoren bei der weiteren Wachstumsdynamik im Beratungsgeschäft hindeutet.
      • FedEx (FDX): FedEx veröffentlicht nach Börsenschluss die Zahlen für das zweite Geschäftsquartal, der Markt rechnet mit einem Gewinn je Aktie von 4,10 Dollar bei 22,79 Milliarden Dollar Umsatz. Im vorbörslichen Handel blieb die Aktie weitgehend unbewegt, da Anleger auf frische Signale zur globalen Nachfrage und zu möglichen Effizienzprogrammen warten.
      • MillerKnoll (MLKN): Die Möbelgruppe MillerKnoll legte nach besser als erwarteten Zahlen für das zweite Quartal um rund +7,02 % zu. Besonders positiv aufgenommen wurde die robuste Prognose für das laufende Quartal, die auf anhaltende Stärke im Objekt- und Büromöbelgeschäft hindeutet.
      • Deutz: Deutz baut mit der Übernahme von Ferg-Aggregatebau sein Geschäft mit Notstromlösungen aus, finanziert über Fremdkapital und mit Abschluss im ersten Quartal. Nach einem kurzfristigen Kurssprung fiel die Aktie im schwachen Gesamtmarkt auf 8,37 Euro zurück, wobei Analysten eine Konsolidierung zwischen 8 und 9 Euro als Basis für einen möglichen Ausbruch über 10 Euro sehen.
      • Douglas: Die Aktie von Douglas verlor nach einem enttäuschenden Ausblick über 5 %, obwohl im abgelaufenen Geschäftsjahr 4,6 Milliarden Euro Umsatz und eine Marge von 16,8 % erzielt wurden. Im Schlussquartal machten sich eine höhere Preissensibilität der Kunden sowie stärkerer Rabatt- und Wettbewerbsdruck bemerkbar, was die Erwartungen für Umsatzwachstum und EBITDA-Marge dämpft.
      • Infineon (IFX): Bei Infineon sorgt der starke Zahlen- und Prognoseüberraschungseffekt bei Micron nur für eine Stabilisierung um die Marke von 35 Euro. Die Aktie steckt weiter in einer Handelsspanne zwischen 32 und 38 Euro fest, sodass Analysten vor dem Jahreswechsel keinen unmittelbaren Handlungsbedarf sehen.
      • Rational: Die Aktie von Rational legt deutlich zu, nachdem die UBS den Wert von „neutral“ auf „buy“ hochgestuft und das Kursziel angehoben hat. Charttechnisch hat sich das Bild mit dem Sprung über den 50-Tage-Durchschnitt aufgehellt, dennoch empfehlen Analysten für einen nachhaltigen Einstieg Kurse im Bereich von 655 bis 660 Euro abzuwarten.
      • GEA Group: Die GEA Group stärkt ihr Ventilgeschäft durch die Übernahme des skandinavischen Unternehmens Hydract, das auf wasserhydraulische Ventilantriebe spezialisiert ist. Diese Technologie soll Energie und Kosten sparen und das Portfolio in den Bereichen Getränke, Molkerei und Pharma ergänzen, während die Aktie trotz Erholungstendenzen weiterhin mit dem schwachen Gesamtmarkt kämpft.
      • BP (zweite Perspektive): Mehrere Analysten sehen in der Berufung von Meg O’Neill zur CEO von BP ein klares Bekenntnis zu LNG und Gas, nachdem sie bei Woodside Energy ähnliche Weichenstellungen vorgenommen hatte. Ihre Erfolge dort, darunter die Verlängerung der Northwest-Shelf-Gas-Facility bis 2070 und die Übernahme von Louisiana LNG, nähren Erwartungen an eine fokussiertere, renditeorientierte Strategie bei BP.
      • Warner Bros. Discovery (WBD): Bei den laufenden Übernahmeverhandlungen um Warner Bros. Discovery warnt Berater Roger Altman vor den Risiken des Angebots von Paramount, das als extremes, hochverschuldetes LBO ohne gesicherte Eigenkapitalzusage bewertet wird. Insbesondere die Unsicherheit rund um den sogenannten Ellison-Backstop eines widerruflichen Trusts lässt Zweifel an der Finanzierungssicherheit aufkommen, weshalb alternative Optionen mit stabilerer Kapitalbasis attraktiver erscheinen könnten.
      • Paramount (PARA): Paramount versucht trotz einer Marktkapitalisierung von nur rund 15 Milliarden Dollar eine potenziell 108 Milliarden Dollar schwere Transaktion mit Warner Bros. Discovery zu stemmen. Da das Unternehmen kaum freien Cashflow generiert und bisher keine rechtlich bindenden Eigenkapitalzusagen vorgelegt wurden, sehen Berater das Gebot als hochriskant und pochen auf klar definierte Equity-Backstops nach dem Vorbild des Twitter-Deals.
      • Evercore (EVR): Roger Altman von Evercore betont in der Debatte um die Warner-Deals die Komplexität milliardenschwerer M&A-Transaktionen, die zunehmend als stark fremdfinanzierte LBOs strukturiert sind. Er hebt hervor, dass gerade in Medien- und Tech-Deals die Qualität der Finanzierung – inklusive wasserdichter Eigenkapitalzusagen und der Struktur von Trusts – entscheidend für die Bewertung konkurrierender Angebote ist.
      • Lululemon (zweite Perspektive): Neben der Beteiligung von Elliott Management spielt auch der anstehende Führungswechsel bei Lululemon eine Rolle, da der aktuelle CEO seinen Rücktritt für Ende Januar angekündigt hat. Der Markt spekuliert, dass ein neuer Managementansatz helfen könnte, die Marke besser gegen wachsende Konkurrenz im Premium-Athleisure-Segment zu positionieren.
      • Micron (Sektor-Effekt): Die Aktie von Micron legte vorbörslich zeitweise um rund 10–14 % zu und war damit der größte Gewinner im S&P 500, bevor es im regulären Handel zu Gewinnmitnahmen kam. Analysten sehen in der positiven Überraschung eine Bestätigung für die Stärke des KI-Handels, zugleich aber auch eine gesunde Skepsis im Markt, der angesichts der Oracle-/Blue-Owl-Schlagzeilen genau hinschaut, wo die Grenzen des aktuellen Booms liegen.

      KALENDER Firmen & Unternehmen

      EARNINGS

      • FEDEX: FedEx (FDX) – Q2-Geschäftszahlen, nach US-Börsenschluss
      • NIKE: Nike (NKE) – Ergebnisse Q2 des Geschäftsjahres, nach US-Börsenschluss
      • ACCENTURE: Accenture (ACN) – Q1-Geschäftszahlen wurden vor US-Markteröffnung veröffentlicht

      MAKRO

      • USA_CPI: USA – Verbraucherpreise (CPI) November, bereits veröffentlicht; Headline 2,7 % J/J, Kernrate 2,6 % J/J
      • USA_JOBLESSCLAIMS: USA – Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, Veröffentlichung am Nachmittag (MEZ)
      • USA_PHILADELPHIAFED: USA – Philadelphia Fed Index, Veröffentlichung am Nachmittag (MEZ)
      • EUROZONE_EZB: Eurozone – Zinsentscheid der EZB, Einlagenzins unverändert bei 2,0 %, Refinanzierungssatz bei 2,15 %
      • UK_BOE: Großbritannien – Zinsentscheid der Bank of England, Markt erwartet Zinssenkung um 25 Basispunkte auf 3,75 %
      • JAPAN_BOJ: Japan – Anstehender Zinsentscheid der Bank of Japan, Markt spekuliert auf Zinserhöhung um 25 Basispunkte

      IM BLICKPUNKT

      • UBS zu RAA: Die UBS hat Rational von „neutral“ auf „buy“ hochgestuft und das Kursziel angehoben, da die Bewertung inzwischen unter dem historischen Durchschnitt liegt und sich das Chartbild nach dem Sprung über den GD50 aufgehellt hat.
      • Unspecified zu IFX: Analysten bestätigen ihre positive Einschätzung für Infineon, sehen nach der Bestätigung der starken Speicherchip-Nachfrage durch Micron jedoch vor dem Jahreswechsel keinen akuten Handlungsbedarf und verweisen auf die etablierte Handelsspanne zwischen 32 und 38 Euro.
      • Ryan Detrick zum US-Markt: Marktstratege Ryan Detrick hebt hervor, dass trotz schwächerer Tech-Schwergewichte wie Oracle die Marktbreite zunimmt, mit mehr 52-Wochen-Hochs an der NYSE und einem steigenden Anteil der S&P-500-Titel über ihren 50- und 200-Tage-Linien.
      • Ryan Detrick zu High Yield: Detrick betont, dass echte systemische Risiken im Tech- und KI-Sektor sich in High-Yield-Unternehmensanleihen zeigen müssten, diese aber weniger als 1 % unter Allzeithoch notieren – ein Hinweis darauf, dass er derzeit keinen beginnenden Dominoeffekt sieht.
      • Ryan Detrick zu KI-Gewichtung: Er verweist zudem darauf, dass KI-Aktien inzwischen rund 46 % des S&P 500 ausmachen, gegenüber 27 % im Jahr 2022, und dennoch die Kursgewinne zuletzt breit auf Equal-Weight-Indizes, den Russell 2000 sowie internationale Märkte und Zykliker übergegriffen haben.

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      Micron Technology: KI-Speicherboom treibt Story – Oracle & Nvidia

      KURZ & KNAPP

      Micron Technology meldet starke Quartalszahlen, übertrifft die Erwartungen deutlich und setzt auf anhaltende Knappheit bei HBM-Speichern für KI-Rechenzentren. Der Ausblick signalisiert weiter hohe Nachfrage nach Speicherlösungen und stützt die Diskussion um einen möglichen KI-Superzyklus. Gleichzeitig gerät Oracle wegen Unsicherheiten um die Finanzierung eines Milliarden-Rechenzentrumsprojekts unter Druck. Der Markt ringt damit, wie tragfähig die massiven KI-Investitionen tatsächlich sind.

      An den US-Börsen belasten Gewinnmitnahmen im Tech- und KI-Sektor die Leitindizes, während die starken Zahlen von Micron einen Gegenpol zur Skepsis liefern. Der KI-Komplex von Nvidia über Alphabet bis Microsoft steht nach Bewertungsrekorden auf dem Prüfstand. Parallel rücken Energie- und Infrastrukturwerte wie GE Vernova, E.ON und RWE als Gewinner des stromhungrigen KI-Ausbaus in den Vordergrund.

      In Asien sorgt die mögliche Schieflage von China Vanke für Sorgen im Immobilien- und Bankensektor, während Indizes wie Nikkei 225 und Hang Seng schwankungsanfällig bleiben. Europäische Rüstungswerte wie Rheinmetall bewegen sich in einem intakten Aufwärtstrend, getrieben von geopolitischen Spannungen. Zudem richten sich die Blicke auf die heutigen EZB– und US-Inflationsdaten, die neue Hinweise für den künftigen Kurs der Federal Reserve liefern könnten.

      RÜCKSPIEGEL

      Die US-Börsen haben den Mittwoch mit deutlichen Verlusten beendet: Der Dow Jones schloss -0,5% tiefer bei 47.885,97 Punkten, der S&P 500 gab -1,2% auf 6.721,43 Punkte ab und der technologie­lastige Nasdaq 100 rutschte -1,9% auf 24.647,61 Punkte ab. Belastet wurde vor allem der KI- und Chipsektor, nachdem Berichte über stockende Finanzierungen bei Oracle (ORCL, $179,28, -5,40%) die Sorge schürten, dass der KI-Investitionszyklus zu teuer werden könnte. Nachbörslich sorgte dagegen Micron Technology (MU, $247,68, -3,01%) mit sehr starken Quartalszahlen und einem deutlich über den Erwartungen liegenden Ausblick für positive Überraschungen im Speicherchip-Segment.

      In Asien setzten sich die Abgaben der Wall Street am Donnerstagmorgen fort: Der japanische Leitindex Nikkei 225 liegt zuletzt bei 49.142 Punkten und damit +0,19%, nachdem er zuvor deutlicher unter Druck gestanden hatte. In China notiert der China A50 bei 15.186 Punkten (+0,20%), während der Hang Seng in Hongkong bei 25.486 Punkten um +0,90% zulegt, gestützt von Einzelwerten aus dem Finanz- und Energiebereich. Die Unsicherheit rund um den angeschlagenen Immobilienentwickler China Vanke (000002.SZ, kein Kurs angegeben) belastet jedoch weiterhin das Sentiment im asiatischen Immobilien- und Bankensektor.

      Am frühen Morgen zeigen sich die europäischen Futures verhalten: Der DAX 40 wurde von IG bei rund 23.934 Punkten und damit leicht unter dem gestrigen Schluss von 23.960,59 Punkten taxiert; im Kassa-Handel steht der Index aktuell bei 23.983 Punkten (+0,31%). Im Fokus stehen heute die Zinsentscheidungen der Europäischen Zentralbank und anderer europäischer Notenbanken sowie die US-Inflationsdaten für November, die wichtige Hinweise auf den weiteren Kurs der US-Notenbank Federal Reserve geben dürften. Parallel bleiben die starken Bewegungen an den Krypto- und Rohstoffmärkten ein zusätzlicher Volatilitätstreiber.

      DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

      Micron Technology (MU) – Wie lange trägt der KI-Speicherboom die Aktie?

      Micron Technology (MU, $247,68, -3,01%) hat mit seinen Zahlen zum ersten Quartal des Fiskaljahres 2026 die Erwartungen der Wall Street deutlich übertroffen und den KI-Sektor trotz genereller Skepsis neu befeuert. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit $4,78 deutlich über den erwarteten $3,95, der Umsatz stieg auf $13,64 Mrd. gegenüber prognostizierten rund $12,84–12,95 Mrd. und legte im Jahresvergleich um 57% zu. Besonders dynamisch wuchsen der Cloud-Speicherumsatz auf $5,28 Mrd. (Verdopplung) und die Speicherlösungen für Rechenzentren auf $2,38 Mrd. (+4% YoY), getrieben durch höhere Preise für Speicherprodukte. Für das laufende Quartal stellt Micron nun einen Umsatzkorridor von $18,3–19,1 Mrd. in Aussicht – weit über dem Marktkonsens von rund $14,2–14,4 Mrd. – bei erwarteten Bruttomargen von 67–69% und einem bereinigten EPS von etwa $8,42. Die Aktie legte im nachbörslichen Handel zeitweise bis zu +8% zu und zog auch asiatische Wettbewerber wie SK Hynix mit nach oben.

      CEO Sanjay Mehrotra betonte in der Analystenkonferenz, dass der Boom im Bereich der KI-Rechenzentren zu einem massiven Anstieg der Nachfrage nach leistungsstarkem und speicherintensivem Speicher führt. Besonders gefragt ist HBM (High Bandwidth Memory), der für moderne KI-Modelle essenziell ist; Micron rechnet hier mit einer anhaltenden Knappheit bis weit ins Jahr 2026 hinein. Laut Management wächst die Nachfrage nach Server-Einheiten im Jahr 2025 um „hohe zweistellige“ Prozentsätze, während gleichzeitig das Angebot an Speicherchips „quasi ausverkauft“ sei – das stärkste Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage seit 25 Jahren. Diese Engpässe erlauben dem Unternehmen, deutlich höhere Preise durchzusetzen und unterstreichen die Rolle von Micron als „essentieller KI-Enabler“ im aktuellen Investitionszyklus. Die starke Prognose stützte nicht nur den gesamten Speichersegment-Komplex, sondern diente vielen Anlegern auch als Gegenpol zu den jüngsten Sorgen um eine Überdehnung der KI-Bewertungen.

      Gleichzeitig bleibt der Markt wachsam, weil die Speicherindustrie strukturell stark zyklisch ist und Analysten vor Übertreibungen warnen. Während Micron kurzfristig klar von Versorgungsengpässen und hoher KI-Nachfrage profitiert, erinnern Experten daran, dass frühere Superzyklen im Speicherbereich oft in scharfe Korrekturen mündeten, sobald neue Kapazitäten ans Netz kamen. Hinzu kommt, dass große KI-Infrastrukturprojekte – etwa bei Oracle (ORCL, $179,28, -5,40%) oder den Hyperscalern – enorme CapEx und wachsende Verschuldung erfordern, was die Debatte um eine mögliche KI-Blase anheizt. Für Anleger bedeutet dies: Die kurzfristige Story von Micron ist so stark wie seit Jahrzehnten nicht, doch das Chance-Risiko-Profil hängt zunehmend davon ab, ob der KI-getriebene Speicher-Superzyklus länger anhält als frühere Aufschwünge. In diesem Umfeld dürfte die Aktie stark auf jede Veränderung der Nachfrageindikatoren im KI-Sektor und auf Signale zu möglichen Kapazitätserweiterungen reagieren.

      Oracle (ORCL) – Kippt die KI-Investitionsstory nach dem Finanzierungs-Schock?

      Oracle (ORCL, $179,28, -5,40%) geriet zur Wochenmitte massiv unter Druck, nachdem ein Bericht der Financial Times Zweifel an der Finanzierung eines rund $10 Mrd. schweren Rechenzentrumsprojekts in Michigan aufkommen ließ. Demnach soll der langjährige Finanzierungspartner Blue Owl Capital kein Eigenkapital für die geplante 1-Gigawatt-Anlage bereitstellen, die als Infrastrukturprojekt für OpenAI vorgesehen ist. Obwohl Oracle und der Entwicklungspartner Related Digital betonen, dass das Projekt weiterläuft und lediglich ein anderer Eigenkapitalpartner gewählt worden sei, löste die Nachricht einen Kursrutsch von mehr als 5% aus. Die Marktteilnehmer fürchten, dass die aggressiven KI-Ausbaupläne wegen steigender Verschuldung und Leasingverpflichtungen die Profitabilität von Oracle auf Jahre belasten könnten.

      Besonders kritisch sehen Investoren, dass sich die langfristigen Leasing- und Kapazitätsverpflichtungen für Rechenzentren bei Oracle inzwischen auf rund $248 Mrd. über 15 bis 19 Jahre summieren und die Gesamtverbindlichkeiten inklusive Schulden mehr als $120 Mrd. betragen. Bereits in der Vorwoche hatte Oracle zusätzliche CapEx von $15 Mrd. für das laufende Geschäftsjahr angekündigt, während parallel die enge Verknüpfung mit Großkunden wie OpenAI ein Klumpenrisiko birgt. Vor diesem Hintergrund wird das Michigan-Projekt zum Symbol für die breitere Debatte: Sind die gigantischen KI-Infrastrukturinvestitionen, die häufig über Schulden und außerbilanzielle Konstruktionen finanziert werden, langfristig tragfähig? An der Börse hat sich die Oracle-Aktie seit ihrem Allzeithoch im September bereits fast halbiert; kurzfristig bleibt sie ein Gradmesser dafür, ob der Markt die KI-CapEx-Welle als nachhaltigen Wachstumstreiber oder als Vorboten einer Blase interpretiert.

      China Vanke (000002.SZ) – Wird die nächste Immobilien-Schieflage zum Bankenproblem?

      Der chinesische Immobilienriese China Vanke (000002.SZ, kein Kurs angegeben) steht vor entscheidenden Tagen und ringt mit seinen Gläubigern um Aufschub von Zins- und Tilgungszahlungen, um einen Zahlungsausfall zu vermeiden. Das Unternehmen hat Banken gebeten, verzögerte Zinszahlungen zu akzeptieren, und den Anleihehaltern vorgeschlagen, die Rückzahlung einer 2-Milliarden-Yuan-Anleihe um zwölf Monate zu verschieben. Für eine Annahme des Vorschlags ist eine Zustimmung von 90% der Anleihehalter erforderlich; Experten warnen vor einem möglichen Default bereits am kommenden Montag, sollte keine Einigung zustande kommen. Die angespannten Verhandlungen verdeutlichen, wie eng die Liquiditätsreserven des lange als staatlich gestützt geltenden Entwicklers inzwischen geworden sind.

      Ein Zahlungsausfall von China Vanke hätte nach Einschätzung von Analysten weitreichende Folgen für den chinesischen Finanzsektor und das Vertrauen der Hauskäufer. Viele lokale Banken sind sowohl über Kredite als auch über Anleihen stark in Vanke engagiert, sodass eine Restrukturierung oder Insolvenz das Risiko von Abschreibungen und neuen Kapitalbedarfen erhöhen könnte. Besonders kritisch wäre, dass ein solcher Fall die bisherige Annahme erschüttern würde, staatlich kontrollierte Bauträger seien deutlich sicherer als rein private Wettbewerber – mit potenziell negativer Signalwirkung auf Vorverkäufe und Finanzierungskosten im gesamten Sektor. Für asiatische Märkte insgesamt bleibt die Immobilienkrise damit ein zentraler Belastungsfaktor, der trotz Zwischenerholungen immer wieder Druck auf Banken und Infrastrukturwerte ausübt.

      Rheinmetall (RHM.DE) – Wie lange trägt der Rüstungsboom nach gescheiterten Friedensgesprächen?

      Rheinmetall (RHM.DE, $1.520,50, -0,43%) und andere europäische Rüstungswerte bleiben im Fokus, nachdem Friedensgespräche im Ukraine-Krieg gescheitert sind und die Hoffnung auf eine Waffenruhe vor Weihnachten zerplatzt ist. Der Konzern will sich künftig vollständig auf den Rüstungsbereich konzentrieren und plant den Verkauf seiner zivilen Sparte Power Systems, die Komponenten für die Automobil- und Energiewirtschaft herstellt. Nach Unternehmensangaben laufen seit April Gespräche mit zwei Bietern, ein Abschluss wird für das erste Quartal 2026 angestrebt. An der Börse wurde die strategische Fokussierung positiv aufgenommen, zeitweise legte die Aktie um +2,6% zu, bevor sie zuletzt konsolidierte.

      Charttechnisch konsolidiert Rheinmetall seit Oktober innerhalb eines intakten langfristigen Aufwärtstrends, der durch die anhaltend hohe Nachfrage nach Munition, Fahrzeugen und Systemen aus NATO-Staaten gestützt wird. Auch andere deutsche Rüstungswerte wie Hensoldt (HAG.DE, $71,85, +0,14%) und Renk profitieren von der verschärften Sicherheitslage und steigenden Verteidigungsbudgets. Für Anleger bleibt jedoch die Frage, ob die hohen Erwartungen an künftige Aufträge bereits weitgehend eingepreist sind oder ob zusätzliche politische Impulse – etwa neue Unterstützungsprogramme für die Ukraine – weiteres Upside freisetzen. Kurzfristig könnte die Volatilität hoch bleiben, da geopolitische Nachrichten und Exportentscheidungen immer wieder zu abrupten Richtungswechseln führen.

      OpenAI, Nvidia & Alphabet – Droht dem KI-Sektor nach Bewertungsrekorden eine Korrektur?

      Im KI-Ökosystem erreichen Bewertungen und Investitionsvolumina neue Rekorde, während die Börse gleichzeitig eine Phase der Neubewertung einleitet. OpenAI strebt Berichten zufolge eine neue Finanzierungsrunde mit einer Bewertung von rund $750 Mrd. an – ein Plus von 50% seit Oktober – und verhandelt parallel mit Amazon über eine mögliche Investition von mehr als $10 Mrd.. Gleichzeitig bleiben börsennotierte Schwergewichte wie Nvidia (NVDA, $172,19, -3,81%) und Alphabet (GOOGL, $298,27, -3,21%) unter Druck, da Investoren die hohen Erwartungen an die Monetarisierung von KI-Diensten gegen die massiven CapEx für Rechenzentren und Chips abwägen. Der NASDAQ 100 steht mit 24.801 Punkten (+0,13%) zwar noch nahe seinen Hochs, doch der Druck auf die „Mag 7“ und KI-Leader nimmt zu.

      Inhaltlich verschärft sich der Wettbewerb: Laut Daten von 100X hat Claude von Anthropic bei Nutzerzufriedenheit und Weiterempfehlungswahrscheinlichkeit erstmals ChatGPT von OpenAI überholt, während Google mit Gemini 3.0 die Lücke im Spitzenfeld nahezu geschlossen hat. Damit wird die bisherige Bewertung von OpenAI zunehmend hinterfragt, zumal der einstige technologische Vorsprung schrumpft und Kunden stärker auf Zuverlässigkeit und Referenzen achten. Parallel bleibt der Investitionszyklus für KI-Infrastruktur enorm – Schätzungen sprechen von $150–175 Mrd. Schuldenfinanzierung pro Jahr – was am Anleihemarkt Sorgen vor „Circular Financing“ weckt, falls die Erträge nicht schnell genug nachziehen. Für Anleger zeichnet sich damit eine Spaltung ab: Während Speicher- und Energieinfrastrukturwerte wie Micron und Versorger profitieren, geraten die hoch bewerteten KI-Frontwerte verstärkt unter Rechtfertigungsdruck.

      KURZNEWS

      • BTC – Bitcoin: Bitcoin (BTC, $86.930,59, +1,11%) schwankt weiter heftig zwischen $86.000 und $90.000, nachdem er jüngst von rund $88.000 um etwa 2% zurückgefallen ist. Analysten sehen die Zone um $75.000 als wichtige Unterstützung, während die heute anstehenden US-Inflationsdaten den kurzfristigen Trend entscheidend beeinflussen könnten.
      • COIN – Coinbase: Bei Coinbase (COIN, kein Kurs angegeben) hofft das Management auf Rückenwind durch regulatorische Fortschritte in den USA, insbesondere den sogenannten Clarity Act. Chefjurist Paul Grewal erwartet, dass dadurch erstmals eine klare Marktstruktur für Krypto-Assets entsteht und die wachsende Akzeptanz von Stablecoins durch Banken die institutionelle Adoption beschleunigt.
      • MSFT – Microsoft: Microsoft (MSFT, $478,16, -0,06%) bleibt zentraler Cloud- und KI-Partner von OpenAI, geriet aber im Tech-Sektor mit in den Sog der allgemeinen KI-Skepsis. Investoren beobachten genau, wie sich die enormen Rechenzentrumsinvestitionen auf Margen und Free Cashflow auswirken, während gleichzeitig politische Diskussionen um niedrigere Zinsen die Bewertung stützen.
      • HSBC – HSBC: Die Großbank HSBC (HSBC, $76,78, +1,93%) gilt als potenziell exponiert gegenüber der chinesischen Immobilienkrise rund um China Vanke. Bisher profitiert die Aktie jedoch von der allgemeinen Erholung im asiatischen Finanzsektor, während Investoren die Risiken im Kreditbuch und Engagements im Immobiliensektor aufmerksam analysieren.
      • GEV – GE Vernova: GE Vernova (kein Ticker/Kurs angegeben) wird von Analysten als Kernholding für Large-Cap-Wachstumsportfolios im Kontext der Rechenzentrums-Elektrifizierung empfohlen. Das Unternehmen erzeugt rund 50% der weltweiten Elektronen (außerhalb Chinas) über seine Turbinen, die Preise je Kilowatt-Leistung haben sich in drei Jahren von etwa $800 auf bis zu $2.500 verdreifacht – mit zusätzlichem Potenzial durch die Integration der Prolec-Übernahme ab 2026.
      • E.ON – E.ON: Versorger wie E.ON (kein Ticker/Kurs angegeben) werden als langfristige Profiteure des KI-Booms gesehen, da Rechenzentren enorme Strommengen benötigen. Neben klassischen Utilities rücken dabei auch Hersteller von Erneuerbaren-Technik wie Wechselrichter- und Windkraftanbieter verstärkt in den Fokus thematischer Anleger.
      • RWE – RWE: Ähnlich wie E.ON positioniert sich RWE (kein Ticker/Kurs angegeben) als Infrastrukturgewinner des KI-getriebenen Stromhungers. Analysten verweisen darauf, dass ohne massive Investitionen in grundlastfähige Kapazitäten – von Gas bis Kernkraft – der Ausbau von Rechenzentren und Onshoring von Halbleiterfertigung kaum zu bewältigen ist.
      • BP – BP: Der Ölkonzern BP (BP, kein Kurs angegeben) hat mit Meg O’Neill, bisherige CEO von Woodside Energy, eine neue Vorstandschefin ernannt und sich damit erstmals eine Frau an die Spitze eines Big-Oil-Unternehmens geholt. Der Schritt wird als Signal gewertet, dass sich BP wieder stärker auf das Kerngeschäft Öl und Gas fokussieren könnte, nachdem frühere Strategien im Bereich erneuerbare Energien hinter den Erwartungen zurückblieben.
      • WDS – Woodside Energy: Bei Woodside Energy (WDS, kein Kurs angegeben) sorgte der überraschende Abgang von CEO Meg O’Neill in Richtung BP für Kursverluste von rund 2% in Sydney. Unter ihrer Führung hatte Woodside die BHP-Petroleum-Sparte übernommen und sich als globaler LNG-Player positioniert; interimistisch übernimmt Liz Westcott die Leitung.
      • LULU – Lululemon: Der aktivistische Investor Elliott Investment Management hat eine Beteiligung von über $1 Mrd. an Lululemon (LULU, kein Kurs angegeben) aufgebaut. Nach Qualitätsproblemen und einem Kurssturz von über 60% arbeitet Elliott an einem Turnaround-Plan und bringt mit Jane Nielsen bereits eine mögliche CEO-Kandidatin ins Spiel, was die Aktie im späten Handel um rund +4% nach oben trieb.
      • MEDL – Medline: Der Medtech-Zulieferer Medline (MEDL, $35,98, +23,6% ggü. IPO-Preis) legte ein starkes Börsendebüt hin und ist mit einem Emissionserlös von bis zu $7 Mrd. der größte US-IPO seit Rivian. Das Unternehmen, das medizinische Verbrauchsgüter wie Handschuhe und Kittel vertreibt und seine Lieferkette weitgehend selbst kontrolliert, profitiert von der aktuellen Rotation der Anleger in defensive, profitable Titel.
      • NKE – Nike: Nike (NKE, kein Kurs angegeben) legt heute nach US-Börsenschluss Quartalszahlen vor, die als wichtiger Stimmungsindikator für den gesamten Sport- und Konsumsektor gelten. Analysten rechnen kurzfristig mit einem leichten Umsatzrückgang, hoffen aber auf Signale für eine Belebung in China, im Direct-to-Consumer-Geschäft sowie auf Fortschritte beim Abbau der Lagerbestände.
      • TSM – TSMC (Onshoring-Kontext): Im Zuge des US-Onshoring-Trends wird der Ausbau der Halbleiterfertigung von TSMC (TSM, kein Kurs angegeben) in Arizona eng mit der Rechenzentrumswelle verknüpft. Ökonomen verweisen darauf, dass dieser „Production for Security“-Ansatz sowohl den Chipsektor als auch die Nachfrage nach Energie- und Strominfrastruktur strukturell antreibt.
      • AMZN – Amazon: Amazon (AMZN, kein Kurs angegeben) steht einerseits wegen Debatten um gefälschte Produktrezensionen unter Druck, andererseits wegen wachsender Konkurrenz durch Walmart Plus. Gleichzeitig verhandelt der Konzern laut Berichten über eine mögliche Investition von mehr als $10 Mrd. in OpenAI, um seiner Cloud-Tochter AWS und der hauseigenen Halbleitersparte einen strategischen KI-Schub zu geben.
      • WMT – Walmart: Walmart (WMT, kein Kurs angegeben) forciert mit Walmart Plus und der Partnerschaft mit Shopify seinen Angriff auf Amazon im Online-Handel. Für $98 Jahresgebühr bietet Walmart unbegrenzte Same-Day-Lebensmittellieferungen und nutzt sein Netz von über 4.700 Filialen, um eine jüngere, urbane Kundschaft anzusprechen.
      • TMUS – T-Mobile US: T-Mobile US (TMUS, kein Kurs angegeben) hat laut aktuellen Daten die Lücke zu Verizon beim Netz fast geschlossen und übertrifft den Rivalen inzwischen bei Preis, Preis-Leistungs-Verhältnis, Tarifoptionen und Filialerlebnis. Die schnelle Verschiebung der Marktanteile zeigt, dass selbst etablierte Marktführer angreifbar sind, wenn Konsumenten stärker auf „Value“ statt bloß auf Netzabdeckung achten.
      • PARA – Paramount Skydance: Paramount Skydance (kein Ticker/Kurs angegeben) hat ein feindliches Übernahmeangebot für Warner Bros. Discovery vorgelegt, das vom dortigen Management jedoch abgelehnt wird. Dennoch legte die Paramount-Skydance-Aktie um rund +2,6% zu, da Anleger auf mögliche weitere Konsolidierungsschritte in der Medienbranche spekulieren.
      • WBD – Warner Bros. Discovery: Warner Bros. Discovery (WBD, kein Kurs angegeben) rät seinen Aktionären, das feindliche Angebot von Paramount Skydance abzulehnen und stattdessen an der strategischen Kooperation mit Netflix festzuhalten. Im Zuge der Ablehnung gab die WBD-Aktie etwa 2% nach, während der Markt die industrielle Logik möglicher künftiger Zusammenschlüsse im Streaming-Sektor diskutiert.
      • NFLX – Netflix: Netflix (NFLX, kein Kurs angegeben) profitiert kurzfristig von der vertieften Zusammenarbeit mit Warner Bros. Discovery und legte zuletzt um rund +1,3% zu. Die Partnerschaft gilt als wichtiger Schritt, um gegen die wachsende Dominanz von YouTube bei der Nutzungszeit, insbesondere jüngerer Zielgruppen, anzukämpfen.

      KALENDER Firmen & Unternehmen

      EARNINGS

      • NIKE (NKE): Quartalszahlen Q2 – nach US-Handelsschluss
      • BERTRANDT (KEIN TICKER): Geschäftszahlen – im Tagesverlauf
      • DOUGLAS (KEIN TICKER): Geschäftszahlen – im Tagesverlauf
      • STMICROELECTRONICS (KEIN TICKER): Quartalszahlen – im Tagesverlauf
      • FEDEX (KEIN TICKER): Quartalszahlen – im Tagesverlauf
      • BIRKENSTOCK (KEIN TICKER): Quartalszahlen – im Tagesverlauf
      • MICRON TECHNOLOGY (MU): Zahlen wurden bereits am Vorabend nach US-Börsenschluss veröffentlicht

      MAKRO

      • EZB-ZINSENTSCHEID: Eurozone – heute Nachmittag
      • US-INFLATIONSDATEN (CPI NOVEMBER): USA – heute 14:30 MEZ
      • BOJ-SITZUNG (ERWARTETE ZINSERHOEHUNG): Japan – Freitag, genaue Uhrzeit lokal

      IM BLICKPUNKT

      • JPMorgan zu SQM: Die Analysten von JPMorgan haben ihre Einschätzung für SQM (kein Ticker/Kurs angegeben) von „Neutral“ auf „Overweight“ angehoben und das Kursziel von $41,00 auf $79,00 fast verdoppelt. Begründet wird dies mit der Erwartung eines strukturellen Angebotsdefizits von rund 130.000 Tonnen Lithium pro Jahr in den kommenden fünf Jahren, was höhere Preise und Margen stützen dürfte.
      • Analysten zu GE Vernova: Mehrere Häuser empfehlen GE Vernova (kein Ticker/Kurs angegeben) als Kernposition für wachstumsorientierte Portfolios im Bereich Elektrifizierung und Energieinfrastruktur. Trotz einer Rally von rund +88% im Vorjahr sehen sie weiteres Aufwärtspotenzial, da die Skalierung der Aufträge und die langfristigen Serviceverträge im Kurs noch nicht voll reflektiert seien.
      • Marktkommentar zu NVIDIA: Im Rahmen der Debatte um technologische Monopole wird NVIDIA (NVDA, $172,19, -3,81%) von Analyst David Miller als Paradebeispiel für einen starken „Moat“ im Bereich Hochleistungs-KI-Chips genannt. Die kaum zu erreichende Performance der Blackwell-Serie ermögliche weiterhin außergewöhnliche Margen, auch wenn der Markt zunehmend prüft, ob die massiven KI-Infrastrukturinvestitionen nachhaltig sind.
      • Marktkommentar zu Alphabet: Alphabet (GOOGL, $298,27, -3,21%) wird in der Monopol-Diskussion als „blühendes Monopol“ in den Bereichen Suche, YouTube und Cloud beschrieben. Trotz kartellrechtlicher Risiken sehen viele Investoren den Konzern als Kerninvestment, da er mit Gemini im KI-Rennen aufgeholt hat und von starken Netzwerkeffekten profitiert.
      • Sektor-View KI & Infrastruktur: Strategen verweisen darauf, dass der KI-Boom trotz kurzfristiger Bewertungssorgen ein säkularer Trend bleibt, der sich 2026 breiter auf Sektoren wie Versorger, Industrie und Logistik ausweiten dürfte. Besonders Energieversorger wie E.ON und RWE sowie Infrastruktur-Player wie GE Vernova werden als strukturelle Profiteure der hohen Stromnachfrage durch Rechenzentren hervorgehoben.

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      MICRON Earnings rasiert: KI-Zweifel treffen Oracle & Nvidia

      KURZ & KNAPP

      Nvidia gerät an der Wall Street unter Druck, weil Anleger die hohen Investitionen in KI-Rechenzentren und deren Finanzierung neu bewerten. Gleichzeitig steigen bei Oracle die Kreditabsicherungskosten, was Fragen zur Stabilität großer Infrastrukturprojekte aufwirft. Demgegenüber meldet Micron Technology starke Zahlen und einen überraschend optimistischen Ausblick zur KI-getriebenen Speicher-Nachfrage. Der Handelstag war zudem von schwächeren US-Indizes und erhöhter Nervosität rund um den KI-Komplex geprägt.

      Neben Tech bestimmten auch Bitcoin mit heftigen Derivateliquidationen und der Ölpreis mit geopolitisch getriebenen Gegenbewegungen das Bild. Versorger wie GE Vernova, Vistra und Constellation Energy litten unter Sorgen um die künftige Auslastung durch Rechenzentren. Zudem zeigt sich am US-Aktienmarkt die hohe Konzentration der Indizes auf einige Mega-Caps wie die „Mag 7“.

      In Europa schloss der DAX 40 schwächer, belastet durch das negative Technologiesentiment und die Abhängigkeit von wenigen Schwergewichten. Makroseitig rücken die anstehenden US-Inflationsdaten (CPI) und mögliche Reaktionen der Federal Reserve in den Mittelpunkt. Sie könnten die weitere Entwicklung an Aktien-, Anleihe- und Kryptomärkten in den kommenden Tagen entscheidend prägen.

      RÜCKBLICK Handelstag

      Die Wall Street schloss schwächer: Der S&P 500 fiel um 0,92% auf 6.741 Punkte, der technologielastige Nasdaq 100 verlor 1,53% auf 24.751 Punkte. Belastet wurde vor allem der KI- und Chipkomplex, nachdem Sorgen um die Finanzierung großer Rechenzentrumsprojekte aufkamen und Oracle-Schlagzeilen den Sektor durchrüttelten. Stark im Fokus standen dabei Micron, das nachbörslich mit einem massiven Ergebnis-Beat positiv überraschte, sowie Nvidia (NVDA, $170,91, -3,81%), das im Sog der AI-Skepsis deutlich unter Druck geriet.

      In Europa schloss der DAX 40 bei 23.939 Punkten mit einem Minus von 0,69%, während der Euro Stoxx 50 vom schwächeren Technologiesentiment und der allgemeinen Risikoaversion mit belastet wurde. Die Nervosität rund um den US-KI-Infrastrukturkomplex – von Rechenzentren bis Energieversorger – strahlte auch auf europäische Tech- und Industrieaktien aus. Parallel dazu vertieften sich die Diskussionen um die hohe Konzentration der Indexgewinne auf wenige Mega-Caps, was die Anfälligkeit für Rückschläge erhöht.

      Am Kryptomarkt sorgte Bitcoin mit einer heftigen Intraday-Achterbahnfahrt und einem Rückgang auf rund 85.905,74 Dollar (-2,11%) für Schlagzeilen; Derivate-Liquidationen in dreistelliger Millionenhöhe unterstrichen die erhöhte Volatilität. Im Rohstoffsektor erholte sich Öl leicht von Mehrjahrestiefs, nachdem eine von Donald Trump angekündigte Blockade sanktionierter venezolanischer Tanker das Angebotsszenario verknappte. Für die kommenden Tage richten sich die Blicke auf frische US-Inflationsdaten und darauf, ob sich die heute angestoßene Korrektur im KI- und Kryptokomplex fortsetzt oder als kurze Schrecksekunde verbucht wird.

      WAS HEUTE WICHTIG WAR

      Nvidia (NVDA) – Kippt jetzt die KI-Euphorie an der Börse?

      Nvidia (NVDA, $170,91, -3,81%) stand einmal mehr im Zentrum der Marktbewegungen, diesmal allerdings auf der Verliererseite. Der Chiphersteller geriet zusammen mit anderen AI-Gewinnern wie Broadcom und Oracle stark unter Druck, nachdem Zweifel an der Nachhaltigkeit des hyperdynamischen KI-Booms lauter wurden. Ein Rückgang des Bloomberg Mag 7 Index um 1,1% machte sichtbar, wie stark sich der Abwärtsdruck bei den führenden Technologie-Bluechips aufgebaut hat. Die Kursverluste bei Nvidia wurden zusätzlich dadurch verschärft, dass Marktteilnehmer den massiven CapEx-Bedarf für Rechenzentren und AI-Infrastruktur zunehmend kritischer hinterfragen. Gleichzeitig wackeln einzelne Finanzierungssäulen, etwa rund um große Rechenzentrumsprojekte, was die Anfälligkeit des gesamten Ökosystems offenlegt. Der heutige Rückgang der Aktie ist damit weniger ein isoliertes Ereignis, sondern ein Symptom für eine breiter werdende Skepsis gegenüber überzogenen Bewertungsfantasien im KI-Segment.

      Der Druck auf Nvidia fiel zusammen mit neuen Schlagzeilen zu Oracle, wo ins Stocken geratene Datenzentrums-Finanzierungen und steigende Credit Default Swaps die Risikoaversion gegenüber AI-Infrastrukturprojekten erhöhten. Investoren hinterfragen zunehmend, ob sich die gigantischen Investitionen in Rechenzentren tatsächlich im erhofften Tempo monetarisieren lassen. Vor diesem Hintergrund wurden nicht nur klassische KI-Profiteure wie Nvidia verkauft, sondern auch Zulieferer und Peripheriewerte im Strom- und Infrastruktursegment stark abgewertet. Parallel dazu sah man in den USA eine Rotation innerhalb des KI-Universums hin zu Akteuren, die ihre eigenen Chips und Modelle – etwa Alphabet mit Gemini und den hauseigenen TPUs – stärker ins Schaufenster stellen. Diese Verschiebung schürt die Sorge, dass sich der Marktanteil im KI-Rechenzentrumsmarkt stärker fragmentieren und damit den bisherigen Dominanzanspruch von Nvidia relativieren könnte.

      Gleichzeitig zeigt der Blick auf Micron, dass die fundamentale Nachfrage nach Speicher und Hochbandbreitenspeicher (HBM) für Rechenzentren unverändert hoch bleibt und damit die strukturelle KI-Story weiter intakt ist. Dennoch markiert der heutige Handelstag eine Zäsur in der Art, wie Investoren KI-Risiken einpreisen: Bewertungsniveau, Refinanzierungskosten und Projektumsetzung werden wieder stärker ins Zentrum gestellt. Für die Aktie von Nvidia könnte dies bedeuten, dass kurzfristig höhere Volatilität und eine sensiblere Reaktion auf negative Nachrichten zum neuen Normal werden. Mittel- bis langfristig entscheidet sich der Kursverlauf daran, ob das Unternehmen den hohen Erwartungen an Margen und Wachstum im KI-Zeitalter gerecht werden kann – und ob der Markt die aktuelle Korrektur als gesunde Konsolidierung oder Beginn einer tieferen Neubewertung interpretiert. Anleger sollten daher nicht nur auf die nächsten Quartalszahlen, sondern auch auf Signale zur Investitionsdisziplin der großen Cloud- und Rechenzentrumsbetreiber achten.

      Oracle (ORCL) – Wie gefährlich sind die steigenden Kredit-Ausfallversicherungen?

      Rund um Oracle hat sich die Nachrichtenlage deutlich eingetrübt, nachdem ein geplanter Rechenzentrums-Deal mit Blue Owl ins Stocken geraten ist und Fragen zur Finanzierung groß angelegter KI-Infrastrukturprojekte aufwirft. Im Fokus stehen die stark steigenden Kosten für die Absicherung von Unternehmensanleihen, die über Credit Default Swaps (CDS) gemessen werden und sich von früher 50–60 Basispunkten auf aktuell etwa 150 Basispunkte erhöht haben. Dies geschieht vor dem Hintergrund einer ohnehin hohen Verschuldung von Oracle mit einer Zins-Schuldenquote von 64% und insgesamt 85%. Der Markt reagiert darauf mit spürbarem Verkaufsdruck, die Aktie verliert laut Handelskommentaren rund 5,5% und zieht aufgrund ihrer Rolle im KI-Stack andere Tech-Titel mit nach unten.

      Besondere Brisanz erhält die Situation, weil an Oracles Rechenzentrums- und KI-Plänen ein ganzer Rattenschwanz hängt, darunter prominente Partner wie Nvidia und OpenAI. Sollte sich die finanzielle Lage von Oracle deutlich verschlechtern oder Projekte substanziell verzögert werden, könnte dies die Ausbaupläne im globalen KI-Infrastrukturmarkt bremsen. Analysten mahnen zwar zur Vorsicht, warnen aber gleichzeitig davor, das Szenario einer Unternehmenskrise vorschnell zu dramatisieren, da eine Einigung mit Blue Owl die CDS-Spreads rasch wieder entspannen könnte. Kurzfristig bleibt die Aktie jedoch ein Brennglas für die Nervosität im Markt: Jede neue Schlagzeile zu Projektfinanzierungen oder Ausfallrisiken dürfte unmittelbar auf den gesamten Tech- und KI-Komplex abstrahlen.

      Micron Technology (MU) – Was sagt der Mega-Beat über die KI-Nachfrage aus?

      Micron Technology (MU) lieferte nachbörslich einen kräftigen Paukenschlag und übertraf die ohnehin extrem hohen Erwartungen deutlich. Der Gewinn pro Aktie lag mit $4,78 klar über den prognostizierten rund $3,96, der Umsatz erreichte $13,6 Milliarden statt der erwarteten $13 Milliarden. Noch eindrucksvoller war der Ausblick: Für das laufende Quartal stellt Micron einen Umsatz von $18,3–19,1 Milliarden in Aussicht, während der Konsens bisher bei etwa $14,3 Milliarden lag. Das bereinigte EPS soll am oberen Ende bei $8,62 liegen, beinahe doppelt so hoch wie die erwarteten $4,71–4,78, bei Bruttomargen von 67–69%. Die Aktie reagierte nachbörslich mit einem Kurssprung von bis zu 7%.

      CEO Sanjay Mehrotra bezeichnete Micron als „wesentlichen KI-Enabler“ und verwies auf die extrem starke Nachfrage nach Speicherlösungen für Rechenzentren, die Kapazitäten bis 2026 weitgehend auslastet. Besonders Hochbandbreitenspeicher (HBM) erweist sich als Engpassfaktor, da er deutlich mehr Wafer als herkömmliche DRAMs benötigt und damit die Versorgung traditioneller Produkte verknappt. Diese Knappheit treibt die Preise und Margen, was sich in den außergewöhnlich starken Kennzahlen widerspiegelt. Für den Markt ist das Ergebnis ein wichtiges Signal: Trotz kurzfristiger Skepsis gegenüber KI-Bewertungen bleibt die reale Nachfrage nach Speicher und Infrastruktur ungebrochen hoch. Die Zahlen von Micron unterstreichen damit, dass der KI-Boom in der industriellen Wertschöpfung angekommen ist – und liefern zugleich einen Belastungstest für all jene, die auf eine schnelle Abkühlung dieser Investitionswelle setzen.

      Bitcoin (BTC) – Wie gefährlich ist die Derivate-Achterbahn für den Kryptomarkt?

      Bitcoin (BTC, $85.905,74, -2,11%) erlebte im Tagesverlauf eine extreme Achterbahnfahrt: Der Kurs schoss zunächst von etwa $87.000 kurzzeitig über $90.000, nur um anschließend wieder scharf in den Bereich um $87.000 und darunter zurückzufallen. Dieser schnelle Richtungswechsel fiel zeitlich mit abrupten Verlusten bei US-Tech- und KI-Aktien zusammen und löste eine Welle an Liquidationen im Derivatemarkt aus. Binnen vier Stunden wurden laut Handelsdaten rund $190 Millionen an Krypto-Positionen zwangsliquidiert, davon etwa $72 Millionen Longs und $121 Millionen Shorts. In einem anderen Set an Kommentaren ist von rund $120 Millionen an Short- und $200 Millionen an Long-Liquidationen die Rede – gemeinsam zeichnen die Zahlen das Bild einer massiven Bereinigung, die viele kurzfristig positionierte Marktteilnehmer aus dem Markt gespült hat.

      Charttechnisch drücken die jüngsten Bewegungen Bitcoin wieder in Richtung wichtiger Unterstützungszonen; im Wochenchart fällt der Kurs zurück auf den Durchschnittspreis, im Tageschart hinterlässt die heutige Kerze ein unruhiges Bild. Trader verweisen auf eine neue Unterstützungszone knapp unterhalb von $87.000 und eine wichtige Linie im Sand bei rund $75.000, während ein kurzfristiges Abwärtsziel von etwa 5% unterhalb der aktuellen Niveaus ins Auge gefasst wird. Trotz der Intraday-Turbulenzen bleiben einige Marktteilnehmer langfristig konstruktiv und sehen das aktuelle Niveau als Chance, um Engagements in Bitcoin taktisch aufzustocken. Kurzfristig dominiert jedoch die Vorsicht: Solche „Intraday-Strohfeuer“ mahnen dazu, die nächsten Handelstage und die Entwicklung der Derivatemärkte genau zu beobachten, bevor neue größere Positionen aufgebaut werden.

      Ölpreis (WTI) – Dreht der Markt nach Trumps Blockade-Drohung?

      Am Ölmarkt kam es nach einer längeren Schwächephase zu einer moderaten Erholung, nachdem der Preis für WTI zuvor auf den niedrigsten Stand seit 2021 gefallen war. Berichte, wonach Donald Trump eine vollständige Seeblockade für sanktionierte venezolanische Tankschiffe angeordnet haben soll, schürten Sorgen über Angebotsengpässe und sorgten kurzfristig für Kaufinteresse. In der Folge legte der Ölpreis um rund 1,3% zu, auch wenn genaue Referenzniveaus im Tagesverlauf stark schwankten. Parallel dazu dämpften Meldungen über enttäuschende Fortschritte in den Friedensbemühungen in der Ukraine die Hoffnung auf eine rasche geopolitische Entspannung, was den Risikoaufschlag bei Energie erneut anheizte.

      Dennoch bleibt das dominierende Narrativ am Ölmarkt das eines strukturellen Überangebots: Die IEA rechnet für das kommende Jahr mit einer Angebotswelle von rund 3,8 Millionen Barrel pro Tag, die auf den Markt zurollt. Diese Perspektive begrenzt das Aufwärtspotenzial des Preises, solange es nicht zu massiven neuen Angebotsausfällen oder überraschend starken Nachfrageimpulsen kommt. Kurzfristig dürfte der Markt daher sensibel auf jede neue Schlagzeile zu Sanktionen, Transportwegen und OPEC-Politik reagieren, während die heute gesehene Erholung vor allem als technische Gegenbewegung in einem überverkauften Umfeld zu interpretieren ist.

      KURZNEWS

      • GE Vernova: Die Aktie von GE Vernova fiel im Handel um über 10%, nachdem der breite Ausverkauf bei AI-Werten auch Anbieter von Strom für Rechenzentren erfasste. Trotz sehr starker Quartalszahlen lasteten Spekulationen um mögliche Verzögerungen bei KI-Infrastrukturprojekten im Umfeld von Oracle schwer auf der Stimmung.
      • Vistra: Vistra gehörte mit einem Minus von fast 8% zu den größten Verlierern im Segment der Stromversorger für Rechenzentren. Die Sorgen um die Finanzierung und den Zeitplan großer KI-Projekte lösten eine rasche Neubewertung dieses zuvor stark gelaufenen Themas aus.
      • Constellation Energy: Auch Constellation Energy geriet im Sog der Abgaben bei Power-for-AI-Titeln stark unter Druck. Anleger fürchten, dass Verzögerungen bei Rechenzentrumsbauten die kurzfristigen Wachstumserwartungen dämpfen könnten.
      • GE Vernova – Re-Anchoring-Story: Mittelfristig wird GE Vernova dennoch als Kernholding für Portfolios gesehen, die auf das „Re-Anchoring“ der US-Wirtschaft um Energie und Strom setzen. Das Unternehmen profitiert stark von Rechenzentrumsbauten und der Rückverlagerung energieintensiver Industrien wie Halbleiterfabriken und Stahlwerke in die USA.
      • GE-Turbinen: Nach Unternehmensangaben werden außerhalb Chinas rund 50% aller Elektronen weltweit durch eine GE-Turbine erzeugt. GE Vernova hat seine Kapazitäten verdoppelt, während sich die Turbinenpreise in den vergangenen drei Jahren verdreifacht haben und durch langfristige Serviceverträge ein stabileres, profitableres Geschäftsmodell entsteht.
      • TSMC-Fabs/US-Halbleiter: Die Rückverlagerung der Halbleiterproduktion in die USA, etwa mit den TSMC-Fabs in Arizona, treibt den Bedarf an zuverlässiger Grundlastenergie massiv voran. Davon profitieren vor allem Energie- und Infrastrukturtitel, die den Aufbau dieser großskaligen Industrieprojekte begleiten.
      • Jabil (JBL): Jabil meldete Quartalszahlen, die die Gewinn- und Umsatzerwartungen übertrafen, und hob gleichzeitig die Jahresprognose an. Getrieben wurde das Wachstum durch eine starke Nachfrage von Kunden aus den Bereichen künstliche Intelligenz und Cloud-Computing-Infrastruktur.
      • Hut 8 (HUT): Die Aktien von Hut 8 sprangen deutlich an, nachdem das Unternehmen einen $7 Milliarden-Deal für den Bau eines 245-Megawatt-Rechenzentrums als Teil einer größeren Vereinbarung mit Anthropic vermeldete. Das Projekt soll über 15 Jahre laufen und unterstreicht die strategische Neuausrichtung des Unternehmens in Richtung KI-Infrastruktur.
      • Hut 8/Anthropic-Deal: Konkret arbeitet Hut 8 mit Fluid Stack an einem KI-Rechenzentrum für Anthropic in Louisiana, abgesichert durch einen 15-jährigen Mietvertrag über $7 Milliarden und eine finanzielle Garantie von Google für die Basismietdauer. J.P. Morgan und Goldman Sachs sollen die Finanzierung strukturieren.
      • GE Vernova – Empfehlung: In Analystenkommentaren wird GE Vernova als zentrale Position für Investoren mit Fokus auf Energieinfrastruktur und Reindustrialisierung der USA empfohlen. Der Mix aus wachsendem Turbinengeschäft und margenstarken Serviceverträgen gilt als attraktiver Hebel auf den anhaltenden Boom bei Rechenzentren und Industrieansiedlungen.
      • S&P 500/Nasdaq-Struktur: Marktstrategen verweisen darauf, dass die Top-10-Aktien inzwischen rund 32% der Gewinne im S&P 500 beisteuern und über 41% der gesamten Marktkapitalisierung ausmachen. Diese starke Konzentration verstärkt die Anfälligkeit der Indizes, wenn einzelne Mega-Caps wie die „Mag 7“ stärker korrigieren.
      • Mag-7-Gewichtung: Die sogenannten „Mag 7“-Unternehmen machen inzwischen 40–50% des Nasdaq aus und sind damit wesentliche Kurstreiber. Viele Anleger sind über passive Produkte stärker in diesen Titeln investiert, als ihnen bewusst ist, was die jüngste Korrektur in Tech und KI zusätzlich brisant macht.
      • Alphabet/Google-Komplex: Innerhalb des KI-Sektors bildet sich ein eigener „Google-Komplex“ heraus, getragen vom Gemini-Modell und den firmeneigenen Google TPUs. Investoren honorieren die klare KI-Strategie von Alphabet, was in den letzten drei Monaten zu einer Outperformance gegenüber anderen Mitgliedern der „Mag 7“ geführt hat.
      • GE Vernova – Strom für Rechenzentren: Die wachsende Zahl an Rechenzentren und neuen Halbleiterfabriken erhöht die Nachfrage nach gesicherter Stromversorgung dramatisch. GE Vernova positioniert sich hier als Schlüsselspieler, da seine Turbinen und Serviceleistungen direkt vom Ausbau dieser Infrastruktur profitieren.
      • Jabil – KI-Nachfrage: Die starke Jahresperformance von Jabil, die Aktie liegt etwa 60% im Plus, spiegelt die anhaltend hohe Nachfrage aus der KI- und Cloud-Infrastruktur wider. Das Unternehmen sieht sich als zentralen Fertigungspartner für Elektronikkomponenten, die in Hochleistungsrechenzentren verbaut werden.
      • Coinbase (COIN): Die Deutsche Bank nahm die Coverage von Coinbase mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von $340 auf. Der Analyst erwartet, dass der Kryptobörsenbetreiber seine Marktstellung in eine breitere On-Chain-Plattform überführen und davon finanziell überproportional profitieren kann.
      • Arbeitsmarkt USA: Ökonomen weisen darauf hin, dass die Arbeitsnachfrage in den USA spürbar nachlässt, mit Online-Stellenanzeigen und angebotenen Gehältern auf Viereinhalbjahrestiefs. Trotz einer auf 4,6% gestiegenen Arbeitslosenquote sehen Häuser wie Morgan Stanley jedoch nur eine „kleine Schwächephase“ und erwarten eine Erholung, sobald Belastungsfaktoren im ersten Quartal nachlassen.
      • AI-Jenseits von Mega-Tech: Einige Portfoliomanager suchen KI-Chancen zunehmend außerhalb der prominenten Big-Tech-Namen und richten den Blick auf Branchen wie Kreditkarten, großen Einzelhandel und Cybersicherheit. Dort sollen bestehende Datenbestände und KI genutzt werden, um Prozesse, Vertrieb und Sicherheit zu verbessern – häufig zu deutlich attraktiveren Bewertungen als im eng gefassten KI-Hype-Segment.
      • Bitcoin-ETFs: Im Kryptobereich kam es in den vergangenen drei Wochen zu Abflüssen von rund $10 Milliarden aus Bitcoin– und Ether-ETFs. Beobachter sehen darin vor allem Gewinnmitnahmen und eine Rotation in andere Anlageklassen, während für 2026 mit neuen Absicherungsinstrumenten wie einem Bitcoin-Volatilitätsindex (CME CFBVX) gerechnet wird.

      KALENDER Firmen & Unternehmen

      EARNINGS

      • INHALT:
        • Micron Technology, Inc. (MU): Quartalszahlen für das am 30. November 2025 beendete Quartal, Veröffentlichung nach US-Börsenschluss. Der Konsens der Analysten erwartete im Vorfeld ein EPS von $3,67, was einem Anstieg von rund 126,54% gegenüber dem Vorjahr entspricht.
        • Enerpac Tool Group Corp. (EPAC): Ergebnisbericht für das Quartal zum 30. November 2025, nachbörslich. Der Konsens liegt bei einem EPS von $0,38, rund 5% weniger als im Vorjahresquartal.
        • Worthington Steel, Inc. (WS): Quartalszahlen für das am 30. November 2025 beendete Quartal, nach Handelsschluss erwartet. Analysten rechnen mit einem EPS von $0,48, was einem Plus von rund 152,63% gegenüber dem Vorjahr entspricht.
        • MillerKnoll, Inc. (MLKN): Zahlen zum Quartal bis 30. November 2025, Veröffentlichung nach Börsenschluss. Der Markt erwartet ein EPS von $0,41, etwa 25,45% unter dem Vorjahreswert.

      MAKRO

      • INHALT:
        • USA – Verbraucherpreisindex (CPI) November: Veröffentlichung am Donnerstag. Erwartet wird ein Anstieg der Gesamtinflation um 3,1% sowie der Kernrate (ohne Nahrung/Energie) um ebenfalls 3,0% gegenüber dem Vorjahr.
        • USA – Inflationsausblick und Fed-Politik: Die November-CPI-Daten gelten als wichtiger Taktgeber für die weitere Zinspolitik der US-Notenbank Federal Reserve. Eine Zinssenkung bereits im Januar ist laut Marktpreisen weitgehend ausgepreist, sodass Abweichungen von den Erwartungen starke Marktreaktionen auslösen könnten.

      IM BLICKPUNKT

      • Deutsche Bank zu COIN: Die Deutsche Bank startete die Coverage von Coinbase (COIN) mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von $340. Der Analyst erwartet, dass Coinbase in die nächste Entwicklungsphase eintritt und seine Position als führende Kryptobörse in eine breitere On-Chain-Plattform mit zusätzlichen Ertragsquellen transformiert.

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      Tesla Allzeithoch durch Robo-Taxis – Amazon & Nvidia

      KURZ & KNAPP

      Tesla erreicht an der Wall Street ein neues Allzeithoch, getragen von Erwartungen an Robo-Taxis und Full Self-Driving. Gleichzeitig droht in Kalifornien ein temporäres Verkaufsverbot wegen Streit um die Bezeichnung der Assistenzsysteme. Amazon sorgt mit möglichen Milliardeninvestitionen in OpenAI und dem Einsatz eigener Trainium-Chips für Gesprächsstoff. Der geplante Deal könnte die Kräfteverhältnisse im globalen KI-Cloud-Markt deutlich verschieben.

      Im Tech-Sektor steht Nvidia wegen der KI-Infrastruktur-Dynamik und den anstehenden Zahlen von Micron im Mittelpunkt. Zudem bewegen die Fusionspläne von Netflix und Warner Bros. Discovery sowie Spekulationen um Paramount Skydance den Streaming-Markt. Kurznews reichen von Pfizer über Meta bis hin zu Palantir und Ford, die jeweils mit eigenen Unternehmensmeldungen Schlagzeilen machen.

      In Europa rückt Rheinmetall mit dem diskutierten 50-Milliarden-Euro-Paket für die Bundeswehr und möglichen Großaufträgen in den Vordergrund. Der geplante Börsengang des Panzerbauers KNDS könnte den europäischen Rüstungssektor weiter verändern. Gleichzeitig bleiben strukturelle Verteidigungsinvestitionen und geopolitische Entwicklungen zentrale Themen für die europäischen Märkte.

      AUSBLICK US-Märkte

      • Bank of America zu NVDA, AVGO, LRCX, ADI, CDNS: Die Analysten von Bank of America sehen den KI-Investitionszyklus erst im frühen bis mittleren Stadium und erwarten 2026 ein Wachstum der KI-Chip-Umsätze von über 50%. Sie empfehlen die Qualitätsführer Nvidia (NVDA, Kursziel $275), Broadcom (AVGO, Kursziel $500), Lam Research (LRCX, Kursziel $195), Analog Devices (ADI, Kursziel $320) und Cadence Design Systems (CDNS, Kursziel $400) als Kernprofiteure des strukturellen KI-Booms.
      • KBW zu HSBC: Das Analysehaus KBW hat HSBC aufgewertet und rechnet dank besserem Zinsumfeld, Kapitalstärke und Fortschritten bei der Neuausrichtung mit weiterem Kurspotenzial. Die Aktie reagierte mit einem Plus von fast +3% auf das neue Votum.

      DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

      Tesla (TSLA) – Allzeithoch dank Robo-Taxis trotz Kalifornien-Drohung?

      Tesla (TSLA, $487,06, +3,07%) hat an der Wall Street ein neues Allzeithoch markiert und ist im laufenden Jahr bereits rund +21% im Plus. Der Schlusskurs lag bei knapp $489, nachdem die Aktie im Tagesverlauf kurz über $488 gestiegen war. Treiber der Rally ist weniger das Kerngeschäft mit Elektroautos, dessen Absätze zuletzt unter Druck standen, sondern die Fantasie rund um Full Self-Driving (FSD) und ein künftiges Robo-Taxi-Netzwerk. Positive Einschätzungen von Analysten und optimistische Aussagen von Elon Musk zu den Fortschritten bei FSD haben Kursziele bis in den Bereich von $520–$540 befeuert.

      Parallel forciert Tesla seine industrielle Basis in Europa: In Grünheide bei Berlin soll ab 2027 eine komplette Batteriezellfertigung mit einer Kapazität von bis zu 8 Gigawattstunden pro Jahr aufgebaut werden. Dafür sind Investitionen von rund 1 Milliarde Euro geplant, die gesamte Wertschöpfungskette von der Zelle bis zum Auto soll künftig weitgehend in Europa stattfinden, statt Zellen aus den USA zu importieren. Damit positioniert sich Tesla als Schlüsselinvestor in der europäischen Batteriewertschöpfung, in einem Markt, in dem Asien und die USA bislang dominieren. Für Anleger verstärkt dies die Story eines vertikal integrierten E‑Mobilitäts- und Softwarekonzerns, der nicht nur Autos verkauft, sondern eine Plattform für autonome Mobilität aufbaut.

      Doch der Höhenflug kommt nicht ohne regulatorische Risiken: Die kalifornische Verkehrsbehörde DMV droht, den Verkauf von Tesla-Fahrzeugen im Heimatmarkt Kalifornien für 30 Tage auszusetzen, falls der Konzern seine Marketingpraxis für „Autopilot“ und „Full Self-Driving“ nicht anpasst. Behörden und Gerichte werfen Tesla irreführende Werbung vor, weil die Systeme trotz ihrer Bezeichnung nur Fahrerassistenz und kein vollautonomes Fahren bieten. Tesla hat nun rund 90 Tage Zeit, zu reagieren oder Berufung einzulegen; ein tatsächliches Verkaufsverbot im wichtigsten US-Bundesstaat wäre ein deutliches Warnsignal. Der Markt blendet dieses Risiko bisher aus, setzt aber klar darauf, dass Musk den Spagat zwischen aggressivem Technologiemarketing und regulatorischer Compliance schafft – eine Annahme, die in den kommenden Monaten auf die Probe gestellt werden dürfte.

      Amazon (AMZN) – Bringt ein 10-Milliarden-Deal mit OpenAI die KI-Wende?

      Amazon (AMZN, $225,09, +0,01%) rückt mit Berichten über einen möglichen Mega-Deal mit OpenAI in den KI-Fokus. Das KI-Unternehmen soll in Gesprächen stehen, mindestens 10 Milliarden Dollar von Amazon aufzunehmen – bei einer Bewertung von über 500 Milliarden Dollar. Im Gegenzug würde OpenAI in großem Stil die hauseigenen Trainium-Chips sowie Cloud-Kapazitäten von AWS nutzen. Für Amazon wäre das ein strategischer Coup: Der Konzern ist im klassischen Cloud-Geschäft zwar Marktführer, liegt bei KI-spezifischem Cloud-Computing aber hinter Microsoft und dessen Partnerschaft mit OpenAI zurück.

      Für OpenAI ist der Deal Teil einer klaren Diversifizierungsstrategie. Bislang stützt sich der Konzern bei Hochleistungschips fast vollständig auf NVIDIA-GPUs, hat aber bereits angekündigt, auch AMD-Hardware einzusetzen. Ein Einstieg von Amazon würde die Abhängigkeit von NVIDIA weiter reduzieren, die Einkaufsmacht von OpenAI stärken und die massiven Infrastrukturverpflichtungen – zuletzt summierten sich Zusagen an Cloud- und Chip-Partner auf mehr als 1,4 Billionen Dollar – besser verteilen. Für Amazon bietet eine solche Partnerschaft nicht nur Volumen für die eigene Chip-Sparte, sondern vor allem ein starkes Signal an KI-Kunden, dass Trainium und AWS in der ersten Liga der KI-Inbieter mitspielen.

      Nvidia (NVDA) – Hält Micron den KI-Infrastruktur-Boom am Laufen?

      Nvidia (NVDA, $177,06, +0,81%) bleibt der dominante Profiteur des KI-Chip-Booms, steht aber zunehmend unter Beobachtung: Nach eher verhalten aufgenommenen Zahlen von Oracle und Broadcom fragen Investoren, ob der enorme KI-Infrastrukturzyklus in dieser Schlagzahl weitergehen kann. Besonders wichtig wird daher heute Abend der Quartalsbericht von Micron Technology, einem der Schlüsselanbieter von High Bandwidth Memory für moderne KI-Systeme. Die Aktie von Micron ist in diesem Jahr um mehr als 170% gestiegen – ein Kursverlauf, der bereits sehr viel künftiges Wachstum eingepreist hat.

      Analysten erwarten bei Micron Umsätze von 12,5–12,8 Milliarden Dollar, was einem Plus von rund 45% gegenüber dem Vorjahr entspräche, sowie einen Gewinn je Aktie von knapp $3,80–$3,90. Liefert Micron diese Zahlen und einen robusten Ausblick, wäre das eine indirekte Bestätigung, dass die Nachfrage nach KI-Hardware – und damit nach Nvidia-GPUs – hoch bleibt und die zuletzt gesehene Konsolidierung eher eine Verschnaufpause ist. Enttäuschungen dagegen könnten eine breitere Neubewertung des Sektors anstoßen, gerade weil Investoren zunehmend genauer hinschauen, ob die extremen Investitionsausgaben der Hyperscaler in Rechenzentren bereits in entsprechend hohe Umsätze und Margen umschlagen. Für Nvidia wird der Micron-Report damit zum Stimmungsbarometer für die nächste Etappe der KI-Rally.

      Rheinmetall (RHM) – Profitiert der Rüstungsboom vom 50-Milliarden-Bundeswehrpaket?

      Die Aktien von Rheinmetall (RHM, $1544,50, +2,83%) legen deutlich zu, nachdem der Bundestag ein neues Rüstungspaket von mehr als 50 Milliarden Euro für die Bundeswehr berät. Rund 20 Milliarden Euro davon entfallen auf Spezialausrüstung und Bekleidung, der Rest auf Großprojekte wie Schützenpanzer vom Typ Puma, Munition und Satellitensysteme, bei denen Rheinmetall und Partner zum Zuge kommen dürften. Nach deutlichen Kursabschlägen in den letzten Tagen, ausgelöst durch die Hoffnung auf einen Waffenstillstand in der Ukraine, nutzen Anleger die neuen Haushaltszahlen für einen Wiedereinstieg in den Sektor.

      Der jüngste Rücksetzer hatte gezeigt, wie sensibel die Bewertungsniveaus von Rüstungswerten auf geopolitische Schlagzeilen reagieren. Mittelfristig stützen jedoch strukturelle Trends: Viele NATO-Staaten wollen ihre Verteidigungsausgaben dauerhaft deutlich oberhalb von 2% des BIP etablieren, und Europa baut seine Munitions- und Fahrzeugkapazitäten nach Jahren der Unterinvestition massiv aus. Für Rheinmetall und auch den Sensorik-Spezialisten Hensoldt bedeutet das eine gut gefüllte Pipeline – allerdings mit erhöhter politischer und regulatorischer Abhängigkeit.

      Netflix (NFLX) & Warner Bros. Discovery (WBD) – Wer gewinnt den Streaming-Showdown?

      Im Übernahmekrimi um Warner Bros. Discovery (WBD, $28,55, -2,73%) zeichnet sich eine klare Wendung ab: Der Verwaltungsrat bereitet sich darauf vor, das feindliche Barangebot von Paramount Skydance über $30 je Aktie abzulehnen. Ausschlaggebend sind massive Zweifel an der Finanzierung, nachdem Jared Kushners Investmentfirma Affinity Partners als wichtiger Eigenkapitalgeber ausgestiegen ist und sich die zugesagte Ellison-Finanzierung als „undurchsichtiger widerruflicher Trust“ entpuppt hat. Stattdessen favorisiert Warner den bereits vereinbarten Fusionsplan mit Netflix, der aus Sicht des Boards mehr Bargeld, höhere Abschluss-Sicherheit und eine hohe Kündigungsgebühr bietet.

      Die Aktie von Netflix (NFLX, $96,19, +0,85%) reagierte mit Kursgewinnen, da der Markt die Wahrscheinlichkeit eines Deals mit Warner wieder höher einschätzt. Ein Zusammenschluss von Netflix mit den Warner-Studios und HBO würde einen globalen Streaming-Giganten schaffen, der in vielen Märkten eine dominante Content- und Distributionsmacht hätte – entsprechend heikel wären die kartellrechtlichen Prüfungen, vor allem in den USA und Europa. Dennoch sieht der Warner-Vorstand das regulatorische Risiko im Vergleich zu Paramount nicht als wesentlich höher an. Für die Branche steht viel auf dem Spiel: Die Entscheidung, ob Inhalte in einem Plattform-Ökosystem wie bei Netflix gebündelt oder zwischen mehreren Studios fragmentiert bleiben, dürfte den Wettbewerb im Streaming für Jahre prägen.

      KURZNEWS

      • PFIZER – Pfizer: Pfizer senkt seinen Ausblick für das kommende Jahr, da die Umsätze mit Covid-Impfstoffen weiter zurückgehen und hohe Investitionen in neue Produkte drücken. Das Ergebnis je Aktie soll zurückgehen, die Erlöse stagnieren – die Aktie reagierte mit einem Rückgang von mehr als 3%, auch die Titel von Moderna und Biontech gaben zeitweise rund 2% nach.
      • MU – Micron Technology: Vor den Zahlen nach US-Börsenschluss steht Micron im Zentrum der KI-Diskussion. Analysten erwarten Umsätze von rund 12,5–12,8 Milliarden Dollar und ein Gewinnplus von etwa 45% gegenüber dem Vorjahr; die Aktie ist im laufenden Jahr bereits um rund 180% gestiegen, was die Latte für positive Überraschungen hoch legt.
      • ORCL – Oracle: Nach dem jüngsten Quartalsbericht von Oracle wächst die Sorge, dass die KI-Investitionen des Konzerns die Ertragskraft überstrapazieren. Laut CDS-Preisen sieht ein Analyst eine implizite Insolvenz-Wahrscheinlichkeit von gut 12%, zudem soll Finanzierer Blue Owl den Support für ein geplantes 10-Milliarden-Dollar-Rechenzentrum zurückgezogen haben, das primär OpenAI dienen sollte.
      • META – Meta Platforms: Meta verfehlte jüngst die Erwartungen und verlor an einem Tag rund 11–12% an Börsenwert. Anleger kritisieren, dass die extrem hohen KI- und Infrastrukturinvestitionen bisher nicht ausreichend Ertrag liefern, während die CapEx der Hyperscaler inzwischen bei etwa 60% des operativen Cashflows liegen – ähnlich wie in Spitzenzeiten der Ölindustrie.
      • PLTR – Palantir: Palantir wird heute nach Handelsschluss mit Spannung erwartet, nachdem ein Broker das Potenzial für eine Billionen-Dollar-Bewertung skizziert hat. Kritiker verweisen jedoch darauf, dass die Firma aktuell nur rund 1 Milliarde Dollar Umsatz pro Quartal erzielt und mit einem Vielfachen von rund 250x Umsatz bewertet ist – ein Setup, bei dem jede Enttäuschung beim Wachstum hart bestraft werden könnte.
      • LEN – Lennar: Der US-Hausbauer Lennar hat die Gewinnschätzungen im vierten Quartal verfehlt; die Aktie sackte vorbörslich um etwa 5% ab. Das Management verweist auf hohe Kosten, verunsicherte Käufer und eine Erosion der Kaufkraft – Zinssenkungen allein reichen demnach nicht, um die Nachfrage im von hohen Preisen und Lebenshaltungskosten belasteten US-Häusermarkt wieder kräftig anzuschieben.
      • F – Ford: Ford vollzieht eine strategische Kehrtwende und schichtet Kapazitäten von reinen Elektrofahrzeugen zurück zu benzinbetriebenen Trucks und Hybridkonzepten. Ein großer EV-Batterievertrag mit LG im Volumen von mehr als einem Drittel des LG-Jahresumsatzes wurde gekündigt, insgesamt fallen bei Ford Sonderbelastungen von rund 19,5 Milliarden Dollar an.
      • WBD – Warner Bros. Discovery: Der Verwaltungsrat von Warner Bros. Discovery rät den Aktionären, das feindliche 30-Dollar-All-Cash-Gebot von Paramount Skydance abzulehnen. Hauptkritikpunkt sind fehlende, bedingungslose Finanzierungszusagen der Familie Ellison und eine komplexe Struktur über einen widerruflichen Trust, während man den bestehenden Fusionsvertrag mit Netflix als finanziell und operativ überlegen ansieht.
      • PARA – Paramount Global: Paramount Skydance steht mit seinem Übernahmeangebot für Warner Bros. vor dem Scheitern, nachdem Finanzier Affinity Partners von Jared Kushner ausgestiegen ist. Paramount beklagt einen unfairen Prozess und verweist auf insgesamt sechs Gebote, während der Warner-Board der Gegenseite Irreführung bei der Darstellung der Ellison-Finanzierung vorwirft.
      • SPOT – Spotify: Spotify gerät wegen möglicher US-Gegenmaßnahmen zur europäischen Digitalsteuer ins Visier der Trump-Regierung. Bloomberg-Analysten rechnen mit einem potenziellen Gegenwind von rund 200 Millionen Dollar, was die Aktie bereits im US-Handel belastet hat.
      • HSBC – HSBC: Die Aktie von HSBC legte um fast +3% zu, nachdem KBW die Bank hochgestuft hat. Analysten würdigen das verbesserte Zinsumfeld, die Kapitalstärke und die fortschreitende Restrukturierung als Treiber für höhere Erträge und Ausschüttungen.
      • GSK – GSK: GSK meldet eine US-Zulassung für ein neues Medikament zur Behandlung von schwerem Asthma, das nur zweimal jährlich verabreicht werden muss. Die Firma sieht in dem Mittel einen potenziellen Blockbuster, der in den kommenden Jahren maßgeblich zum Wachstum beitragen könnte.
      • KNDS – KNDS (nicht börsennotiert, IPO-Planung): Der deutsch-französische Panzerbauer KNDS bereitet einen Börsengang vor, der ab 2026 mit einer möglichen Dual-Listung in Paris und Frankfurt erfolgen könnte. Die anvisierte Bewertung von rund 20 Milliarden Euro würde KNDS auf einen Schlag zu einem der größten Werte im europäischen Aerospace-&-Defense-Sektor machen.
      • HASH – Hashkey: Die lizenzierte Kryptobörse Hashkey ist in Hongkong erfolgreich an die Börse gegangen, notiert aber trotz hoher Erwartungen zeitweise leicht im Minus. Das Unternehmen ist in mehreren Jurisdiktionen reguliert, schreibt jedoch noch Verluste und will die IPO-Erlöse in den Ausbau der Infrastruktur und die Expansion auf neue Märkte investieren.
      • QSR – Restaurant Brands International: Restaurant Brands International (u.a. Burger King, Tim Hortons) gehört laut mehreren Analysten zu den Top-Ideen im Schnellrestaurantsektor, die Konsens-Kursziele signalisieren bis zu +36% Aufwärtspotenzial. Nach Einschätzung von RBC und Argus stützen bessere Preise im Inflationsumfeld, die laufende Burger-King-Sanierung in den USA und eine aggressive Expansion in China die Investmentstory.
      • CRH – CRH plc: Der Baustoffkonzern CRH gilt als einer der Favoriten im Infrastrukturzyklus und könnte laut Jefferies zusätzlich von einem möglichen Aufstieg in den S&P 500 profitieren. Das Kursziel von $140 entspricht einem Aufschlag von rund 30%, getragen von starken US-Infrastrukturinvestitionen, einem möglichen Nachfrage-Comeback in Europa und potenziellen M&A-Chancen.
      • WTW – Willis Towers Watson: Willis Towers Watson bleibt trotz leichter Zielsenkung durch Wells Fargo mit einem Kursziel von $356 auf „Overweight“. Neben organischem Wachstum sollen Akquisitionen wie der Zukauf des britischen Pensionsspezialisten Cushon – mit 4 Milliarden Pfund Assets under Management und 730.000 Kunden – die Marktposition im Bereich betrieblicher Altersvorsorge ausbauen.
      • FRNT – Frontier Group: Die Aktie von Frontier Airlines sprang vorbörslich um bis zu +9%, nachdem neue Fusionsgespräche mit der angeschlagenen Spirit Airlines bekannt wurden. Ein Zusammenschluss würde die fünftgrößte US-Airline formen und könnte rund 5% Kapazität aus dem Markt nehmen, was in überfüllten Discount-Strecken tendenziell stützend auf Ticketpreise wirken dürfte.
      • JPM – JPMorgan Chase: J.P. Morgan hat seit 2023 fast 350 Milliarden Dollar an Überschussliquidität von seinem Konto bei der Federal Reserve abgezogen und in US-Staatsanleihen umgeschichtet. Die Bank sichert sich damit höhere Renditen in Erwartung von Zinssenkungen und sendet zugleich ein Vertrauenssignal in die Funktionsfähigkeit und Liquidität des US-Anleihemarktes.

      IM BLICKPUNKT

      • Bank of America zu NVDA, AVGO, LRCX, ADI, CDNS: Die Analysten von Bank of America sehen den KI-Investitionszyklus erst im frühen bis mittleren Stadium und erwarten 2026 ein Wachstum der KI-Chip-Umsätze von über 50%. Sie empfehlen die Qualitätsführer Nvidia (NVDA, Kursziel $275), Broadcom (AVGO, Kursziel $500), Lam Research (LRCX, Kursziel $195), Analog Devices (ADI, Kursziel $320) und Cadence Design Systems (CDNS, Kursziel $400) als Kernprofiteure des strukturellen KI-Booms.
      • KBW zu HSBC: Das Analysehaus KBW hat HSBC aufgewertet und rechnet dank besserem Zinsumfeld, Kapitalstärke und Fortschritten bei der Neuausrichtung mit weiterem Kurspotenzial. Die Aktie reagierte mit einem Plus von fast +3% auf das neue Votum.

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      Crude Ölpreis stürzt ab: XLE und Airlines reagieren

      KURZ & KNAPP

      Crude – Der Öl-Future CL=F rutscht auf ein Fünfjahrestief und signalisiert einen anhaltenden Bärenmarkt beim WTI. Analysten diskutieren mögliche weitere Rückgänge bis in den Bereich von 40 oder sogar 20 US-Dollar. Gleichzeitig verweisen Banken wie Goldman Sachs und JPMorgan auf Risiken eines massiven Angebotsüberhangs. Die geopolitische Lage rund um Venezuela könnte das ohnehin fragile Gleichgewicht am Ölmarkt zusätzlich verschieben.

      Der Energie-ETF XLE bleibt unter Druck, während Öl- und Servicewerte wie Chevron, Exxon Mobil und Halliburton nachgeben. Raffineriebetreiber wie Phillips 66 setzen dagegen auf robuste Margen trotz schwacher Rohölpreise. Von billigem Kerosin profitieren United Airlines, American Airlines und andere Fluggesellschaften. Parallel stabilisieren sich US-Techwerte wie Micron, Seagate, Shopify und Robinhood nach vorangegangenen Rücksetzern.

      In Asien zeigen der Nikkei 225 und der Hang Seng moderate Aufschläge, während Schwergewichte wie Kweichow Moutai und CATL leicht nachgeben. Wichtige Makrodaten und Notenbanktermine wie der US-CPI, die Zinsentscheide der BOJ, EZB, BOE, BOT und der Bank Indonesia prägen die Agenda der kommenden Tage. Zudem rücken die anstehenden Quartalszahlen von Micron Technology und Jabil in den Vordergrund.

      RÜCKSPIEGEL

      An der Wall Street setzten die großen Indizes ihren Erholungskurs fort, während die Futures in der Nacht weitgehend stabil blieben. Besonders im Fokus standen Tech- und AI-getriebene Werte: Micron Technology, Seagate und andere Datenspeicher-Aktien gehörten zu den Top-Performern im S&P 500, getrieben von knapperem Angebot und hoher Nachfrage. Im Gegenzug gerieten Gesundheitswerte wie Pfizer unter Druck, nachdem der Konzern seine Ertrags- und Umsatzaussichten leicht gesenkt hatte, was den zuletzt starken Healthcare-Sektor kurzfristig ausbremste.

      Der Tech-Sektor zeigte erste Stabilisierungstendenzen: Im Nasdaq 100 drehten Werte wie AMD, Arista Networks, Dell, Meta, ServiceNow, Workday, Shopify und Robinhood am Nachmittag ins Plus. Gleichzeitig litten Energiewerte deutlich unter dem weiter fallenden Ölpreis, während Fluggesellschaften wie United Airlines und American Airlines von den niedrigeren Kerosinkosten profitierten. Die Volatilität ging zurück, der VIX fiel um knapp 2%, was die bessere Stimmung im Tech-Bereich widerspiegelte.

      In Asien eröffneten die Märkte gemischt: Der Nikkei 225 stieg um +0,27% auf 49.705 Punkte, während der Hang Seng um +0,82% auf 25.467 Punkte zulegte. Belastet wurden einzelne chinesische Schwergewichte wie Kweichow Moutai und CATL, die leicht im Minus notierten, ohne klare firmenspezifische Katalysatoren. Anleger in der Region beobachten zudem den weiteren Ölpreisverfall sowie die Diskussionen um die Zentralbanken in Japan, Thailand und Indonesien aufmerksam.

      DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

      Crude – Ölpreis rutscht auf Fünfjahrestief: Wie tief kann WTI noch fallen?

      Der Preis für WTI-Rohöl (CL=F) ist in den letzten sechs Monaten um über 20% gefallen und notiert nahe dem niedrigsten Niveau seit fast fünf Jahren, aktuell um 56,05 Dollar je Barrel. Analysten verweisen auf einen deutlichen Angebotsüberhang, den auch die Internationale Energieagentur als einen der größten Öl-Gluts seit der Pandemie bezeichnet. Technische Analysten wie Carly Garner sehen den Markt klar im Bärenmodus und halten Rückgänge in die niedrigen 40 Dollar oder sogar in den Bereich um 20 Dollar für möglich, während auf der Oberseite ein Widerstand bei rund 65 Dollar verläuft.

      Hintergrund des Preisverfalls ist vor allem die Angebotsseite: OPEC+ hat seit April rund 2,9 Millionen Barrel pro Tag an zuvor gekürzter Förderung wieder auf den Markt gebracht, während die USA sowie Produzenten wie Brasilien und Guyana ihre Produktion weiter hochfahren. Hinzu kommen Spekulationen über mögliche Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine und Russland, die im Falle einer Lockerung der Sanktionen zusätzliche russische Barrel auf den Weltmarkt bringen könnten. Gleichzeitig dämpfen Wachstumsbedenken angesichts gemischter Konjunkturdaten die Nachfrageperspektive, was den Druck auf die Notierungen verstärkt.

      Für die kommenden Monate rechnen Häuser wie Goldman Sachs und JPMorgan mit Ölpreisen im Bereich der 50 Dollar, warnen aber, dass bei ausbleibender Förderdisziplin auch Kurse in den 40ern oder gar 30ern möglich sind – ein Szenario, das für die US-Schieferindustrie als „katastrophal“ gilt. Kurzfristige saisonale Jahresendrallyes dürften nach Einschätzung der Techniker nur temporär bleiben, solange kein klarer Kapitulationspunkt erreicht ist. Für Anleger bedeutet dies: Das Chance-Risiko-Profil im Öl bleibt asymmetrisch, zyklische Rebounds sind möglich, doch der übergeordnete Trend zeigt weiter abwärts.

      XLE – Energieaktien unter Druck: Wann dreht der Sektor?

      Der Energiesektor, gemessen am ETF XLE, notiert trotz stabiler Vortagesperformance bei 44,10 Dollar klar in der Defensive, nachdem der Ölpreis über sechs Monate mehr als 20% eingebüßt hat. In den USA gehörten nahezu alle großen Öl- und Servicewerte zu den Verlierern: Baker Hughes, Diamondback Energy, Halliburton, APA, Marathon Petroleum und EOG Resources zogen den Markt nach unten, während auch Schwergewichte wie Chevron und Exxon Mobil schwächer tendierten. Der gesamte Ölkomplex steht damit so stark unter Druck wie seit Jahren nicht mehr.

      Belastet wird die Branche von mehreren Faktoren: Zum einen sorgen die stetig steigenden Fördermengen der OPEC+ und die Prognose eines großen Überangebots im kommenden Jahr für Preisdruck. Zum anderen nähren Berichte über Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine und Russland die Erwartung, dass bei einer Einigung weitere russische Ölmengen auf den Markt drängen könnten. Hinzu kommt die geopolitische Komponente um Venezuela, dessen riesige Ölreserven im Fokus stehen – nicht zuletzt aufgrund der politischen Agenda von Donald Trump, der auf besseren Zugang zu diesen Ressourcen abzielt.

      Für Anleger stellt sich die Frage, ob der Sektor bereits den Boden ausgelotet hat oder ob weitere Abgaben drohen. Während Produktionswerte klar unter dem niedrigen Ölpreis leiden, profitieren auf der anderen Seite Fluggesellschaften von günstigem Kerosin, was die sektorübergreifende Rotation verstärkt. Sollte sich die globale Konjunktur weiter eintrüben und das Überangebot anhalten, könnte XLE kurzfristig unter zusätzlichem Druck bleiben, mittelfristig aber als Turnaround-Kandidat interessant werden, sobald ein nachhaltiger Boden im Ölpreis erkennbar ist.

      PSX – Phillips 66 setzt auf starke Margen trotz Öl-Bärenmarkt

      Während der Rohölpreis deutlich gefallen ist und sich WTI klar im Bärenmarkt befindet, zeigt sich Phillips 66 optimistisch für das eigene Geschäftsmodell. Das Unternehmen erwartet trotz sinkender Rohölpreise stabile bis steigende Raffineriemargen, weil weltweit die Kapazitäten im Raffineriesektor begrenzt sind. Entscheidend für Phillips 66 ist weniger der absolute Ölpreis als die Spanne zwischen Rohölkosten und den Preisen für Produkte wie Benzin, Diesel und Jet Fuel.

      Im jüngst vorgestellten Kapitalbudget von 2,4 Milliarden Dollar fokussiert sich Phillips 66 stark auf den Ausbau des Midstream-Geschäfts, insbesondere entlang der NGL-Wertschöpfungskette, sowie auf die Optimierung der Raffinerie-Operationen. Das Unternehmen profitiert zudem indirekt vom wachsenden Energiehunger der Rechenzentrums-Industrie, da der steigende Strombedarf häufig über Gasgeneration gedeckt und damit zusätzliche Volumina im Gas- und NGL-Handling erzeugt werden. Der Ölpreisrückgang belastet Phillips 66 nicht unmittelbar, da der Konzern selbst kein Öl fördert, sondern primär als Verarbeiter und Vermarkter agiert.

      Regulatorisch profitiert Phillips 66 von einer zuletzt eher energie-freundlichen Politik, etwa im Rahmen des „One Big Beautiful Bill Act“, auch wenn es im Bereich der erneuerbaren Kraftstoffe weiterhin Herausforderungen gibt. Entscheidend für die Profitabilität bleibt, dass der niedrige Ölpreis nicht mit einem gleichzeitigen massiven Nachfrageeinbruch einhergeht – denn dann könnten auch die Produktpreise und Margen unter Druck geraten. Für Investoren bleibt der Titel ein Beispiel dafür, wie integrierte Energie- und Midstream-Modelle in einem schwachen Ölpreisumfeld Widerstandskraft zeigen können.

      VENEZUELA – US-Militärdruck und Tanker-Blockade: Was bedeutet das für den Ölmarkt?

      Die geopolitischen Spannungen rund um Venezuela nehmen deutlich zu und könnten den Ölmarkt an einem sensiblen Punkt treffen. Das US-Verteidigungsministerium hat den Kongress über einen militärischen Aufbau in der Karibik informiert, inklusive Diskussionen über mögliche Bodenschläge gegen Drogenproduktionsstätten und Luftabwehranlagen. Zusätzlich hat Donald Trump laut jüngsten Aussagen eine Blockade von sanktionierten Öltankern angeordnet, die nach oder aus Venezuela fahren, um den Druck auf die Regierung von Nicolás Maduro zu erhöhen.

      Venezuela verfügt über die weltweit größten nachgewiesenen Ölreserven, ist jedoch aufgrund jahrelanger Misswirtschaft, Sanktionen und Infrastrukturproblemen kein großer Produzent. Trotzdem hat das Land Gewicht im globalen Angebotsgefüge, da zusätzliche oder wegfallende Barrel aus Venezuela die Balance an einem bereits von Überangebot geprägten Markt verschieben können. Die jüngste Beschlagnahme eines venezolanischen Rohöltankers durch die USA hat sofort zu größerer Vorsicht bei internationalen Raffinerien geführt, die nun das Risiko scheuen, in sanktionierte Lieferketten einzusteigen.

      Auf dem Seeweg hat sich diese Unsicherheit bereits manifestiert: Einige Rohöltanker auf dem Weg nach Venezuela kehrten auf halber Strecke um, weil Reedereien kein Risiko für Ladung, Schiff und Besatzung eingehen wollen. Kurzfristig kann der Entzug venezolanischer Barrel aus dem Markt den Ölpreis stützen und die zuletzt sehr bärische Tendenz beim Rohöl etwas abfedern. Mittel- bis langfristig bleibt jedoch offen, ob geopolitischer Druck zu einer politischen Neuordnung mit später steigenden Exporten führt oder ob ein anhaltendes Sanktionsregime das globale Angebot strukturell verknappt.

      AIRLINES – Billiges Kerosin: Rückenwind für US-Fluggesellschaften

      Der drastische Rückgang des Ölpreises wirkt sich unmittelbar auf die Kostenstruktur der Flugbranche aus und sorgt für Kursgewinne bei US-Airlines. Da Kerosin einer der größten Kostenblöcke im Airline-Geschäft ist, profitieren Gesellschaften wie United Airlines und American Airlines direkt von den gesunkenen Notierungen für Rohöl und Flugbenzin. Entsprechend zählten die Titel zuletzt zu den Gewinnern am Markt, während Energieproduzenten und Serviceunternehmen unter Druck gerieten.

      Der Ölpreis hat in den vergangenen sechs Monaten über 20% verloren und notiert bei WTI nahe dem tiefsten Stand seit fast fünf Jahren, was die Treibstoffrechnung der Fluglinien deutlich entlastet. Für Airlines kommt dieser Effekt zu einem Zeitpunkt, an dem der Wettbewerb im Niedrigpreissegment intensiv bleibt und Margen unter Druck stehen – wie etwa die Fusionsgespräche zwischen Frontier Airlines und der insolvenzbedrohten Spirit Airlines zeigen, die in einem schwierigen Marktumfeld nach Skaleneffekten suchen. Niedrige Treibstoffkosten verbessern hier die Überlebens- und Konsolidierungschancen zusätzlich.

      Für Investoren bedeutet der aktuelle Ölpreisrückgang eine klassische sektorale Rotation weg von Energieproduzenten hin zu Treibstoffverbrauchern wie Fluggesellschaften. Sollte der Ölpreis gemäß den Prognosen einiger Analysten länger in den 50 Dollar-Bereich oder darunter verharren, könnte das die Profitabilität der Airlines über mehrere Quartale stützen. Gleichzeitig bleibt das Umfeld anfällig für plötzliche geopolitische Schocks im Ölmarkt, die diese Kostenvorteile rasch wieder schmälern könnten.

      KURZNEWS

      • MU – Micron Technology: Micron gehört in diesem Jahr zu den Top-Performern im S&P 500, getrieben von immenser Nachfrage nach Speicherchips und knappem Angebot. Analysten erwarten für das morgen anstehende Quartal ein deutliches Übertreffen der Umsatz- und Gewinnerwartungen, während Jim Cramer vor der zyklischen Natur des Geschäfts („Boom and Bust“) warnt.
      • MU – Micron Technology: Vor den Zahlen morgen Abend rechnen Analysten mit einem Umsatzsprung von fast +50% auf rund 13 Milliarden Dollar und einem Gewinn je Aktie von 3,97 Dollar, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Zahlreiche Brokerhäuser stellen sich auf deutlich übertroffene Erwartungen und Anhebungen der Prognosen ein.
      • JBL – Jabil: Jabil legt morgen vor Börsenstart Zahlen vor und steht als AI-Zulieferer im Fokus. Besonders spannend ist die Sparte „Intelligent Infrastructure“, für die ein Umsatzplus von rund +50% auf 3,7 Milliarden Dollar erwartet wird.
      • SEAG – Seagate: Seagate zählt zu den Top-Performern im S&P 500, profitiert von der starken Dynamik im Datenspeicher-Markt und einem knappen Angebot. Anleger setzen darauf, dass die AI-getriebene Nachfrage die Margen in den kommenden Quartalen weiter stützt.
      • AAPL – Apple: Apple-Zulieferer legten in Asien zu, nachdem ein Bericht von „The Information“ eine massive Erweiterung der iPhone-Produktlinie bis 2027 skizzierte. Geplant sind demnach mindestens sieben neue Modelle, darunter ein erstes faltbares iPhone für den Herbst 2026.
      • FORD – Ford Motor: Ford steigt in das Geschäft mit stationären Batteriespeichersystemen ein, was den Markt für chinesische Batteriehersteller unter Druck setzen könnte. Laut UBS droht einigen chinesischen Wettbewerbern ein Verlust von Marktanteilen in den USA.
      • TWE – Treasury Wine Estates: Die Aktie von Treasury Wine Estates brach intraday um bis zu 17% ein und markierte den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahrzehnt. Das Unternehmen leidet unter Nachfrageschwäche in den Wachstumsmärkten USA und China, streicht Investitionen, verkauft Vermögenswerte, kürzt Kosten und stoppt ein Aktienrückkaufprogramm über 133 Millionen Dollar.
      • LKNCY – Luckin Coffee: Luckin Coffee erwägt ein Übernahmeangebot für Blue Bottle Coffee von Nestlé, um sein Markenprofil zu schärfen und in das Premiumsegment vorzustoßen. Parallel prüft das Unternehmen weitere potenzielle Übernahmeziele.
      • ULCC – Frontier Airlines / SAVE – Spirit Airlines: Frontier Airlines befindet sich in intensiven Gesprächen über eine Fusion mit der angeschlagenen Spirit Airlines. Beide Low-Cost-Carrier sehen in einem Zusammenschluss die Chance, durch Skaleneffekte im schwierigen Airline-Markt zu überleben.
      • LVS – Las Vegas Sands: Goldman Sachs hat Las Vegas Sands hochgestuft, da das Unternehmen besonders von der Entwicklung in Singapur und Macau profitiert. Die Bank verweist auf ein EBITDA-Wachstum von über +50% und bezeichnet die Aktie als klaren „Asia-Call“.
      • MAR – Marriott International: Marriott wurde von Goldman Sachs auf „Buy“ hochgestuft und als „Best in Class“ im Hotelsektor bezeichnet. Das Haus erwartet positive Effekte durch Steuererleichterungen sowie durch den kommenden World Cup und sieht ab März eine sequentielle Verbesserung der Buchungsdaten.
      • M – Macy’s: Die Aktie von Macy’s liegt im Jahresvergleich rund +35% im Plus und verzeichnet damit die erste nachhaltige Jahresrallye seit fünf Jahren. CEO Tony Spring treibt einen Turnaround voran, der auf ein besseres Kundenerlebnis und stärkere Eigenmarken setzt.
      • WBD – Warner Bros. Discovery: Warner Bros. Discovery will seinen Aktionären empfehlen, das feindliche Übernahmeangebot von Paramount abzulehnen. Stattdessen setzt das Management auf einen Deal mit Netflix, der die Studios, HBO und das Streaminggeschäft mit knapp 83 Milliarden Dollar inklusive Schulden bewertet und mehr Transaktionssicherheit biete.
      • CMCSA – Comcast: Comcast legte um +5,5% zu und gehörte zu den Top-Performern im S&P 500 und Nasdaq 100. Treiber waren auffällige Aktivitäten im Swaps- und Optionsmarkt sowie Spekulationen, dass ein aktivistischer Investor („Heuschrecke“) einsteigen könnte.
      • PYPL – PayPal: Die Aktie von PayPal stieg um +2,3%, nachdem das Unternehmen in den USA einen Antrag auf eine Banklizenz gestellt hat. Analysten sehen darin einen logischen Schritt zur besseren Monetarisierung des Geschäftsmodells, weisen aber auf die Unsicherheit beim Zeitplan hin.
      • DKNG – DraftKings: DraftKings verzeichnete nach „höchst ungewöhnlichen Verlusten“ im operativen Geschäft Kursrückgänge. Jim Cramer betont jedoch, das Unternehmen sei gut geführt, die Branche konsolidiere sich, und er würde die Aktie weiterhin halten.
      • ARM – Arm Holdings: Die Aktie von Arm Holdings gab um rund 3% nach und setzte damit die Schwäche der Vortage fort. Auslöser waren erneut negative Analystenkommentare, die den Abgabedruck verstärkten.
      • LEN – Lennar: Die Titel von Lennar fielen nachbörslich um etwa 3,8%, nachdem der Gewinn je Aktie mit 2,03 Dollar die Erwartung von 2,24 Dollar verfehlte. Zwar lag der Umsatz mit 9,4 Milliarden Dollar über den Prognosen, doch die Ertragsaussichten für das Gesamtjahr bleiben hinter den Markterwartungen zurück.
      • PFE – Pfizer: Pfizer senkte seine Ausblicke für Umsatz und Ertrag im kommenden Jahr leicht, was die Aktie und den gesamten Pharmasektor belastete. Dies stoppte vorerst die Rotation in defensive Healthcare-Werte, die zuletzt zu den Gewinnern im S&P Equal Weight Index zählten.
      • SHOP – Shopify / HOOD – Robinhood / AFRM – Affirm: Shopify und Robinhood erholten sich nach vorangegangenen Kursverlusten und gehörten zu den Gewinnern im Tech- und Fintech-Segment. Affirm legte deutlich zu, nachdem sich das Management auf einer Analystenkonferenz optimistisch zum laufenden Quartal äußerte.

      KALENDER Firmen & Unternehmen

      EARNINGS

      • JABIL (JBL): Quartalszahlen – vor US-Handel (morgen)
      • MICRON TECHNOLOGY (MU): Quartalszahlen – nach US-Handel (morgen)

      MAKRO

      • USA: Verbraucherpreise (CPI) Dezember – Donnerstag vor US-Markteröffnung
      • JAPAN: BOJ-Zinsentscheid – Freitag
      • EUROZONE: EZB-Sitzung mit neuen Wachstumsprognosen – Termin laut EZB-Kalender
      • GROSSBRITANNIEN: BOE-Zinsentscheid – Termin laut BOE-Kalender
      • THAILAND: BOT-Zinsentscheid – heute Nachmittag Ortszeit
      • INDONESIEN: Bank-Indonesia-Zinsentscheid – heute

      IM BLICKPUNKT

      • Goldman Sachs zu LVS: Hochstufung für Las Vegas Sands (LVS), begründet mit einem EBITDA-Wachstum von über +50% in Singapur und Macau; die Aktie wird als klarer „Asia-Call“ positioniert.
      • Goldman Sachs zu MAR: Aufstufung von Marriott International (MAR) auf „Buy“ mit der Begründung „Best in Class“ im Hotelsektor; erwartet werden deutliche Vorteile durch Steuerreformen und zusätzliche Nachfrageimpulse rund um den World Cup.

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      (Kein Titel)

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